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Die
vorliegende Anmeldung beschreibt eine, einen Antikörper
kodierende, unmodifizierte oder modifizierte RNA, sowie deren Verwendung
zur Expression dieses Antikörpers, zur Herstellung einer
pharmazeutischen Zusammensetzung, insbesondere einer passiven Vakzine,
zur Behandlung von Tumoren und Krebserkrankungen, Herz- und Kreislauferkrankungen,
Infektionskrankheiten, Autoimmunkrankheiten, Viruserkrankungen,
monogenetischen Erkrankungen, z. B. auch in der Gentherapie. Die
vorliegende Erfindung beschreibt weiterhin ein in vitro-Transkriptionsverfahren,
in vitro-Verfahren zur Expression dieses Antikörpers unter
Verwendung der erfindungsgemäßen RNA und ein in
vivo-Verfahren.
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Das
Auftreten von Tumoren und Krebserkrankungen ist neben Herz-, Kreislauf-
und Infektionskrankheiten eine der häufigsten Todesursachen
in modernen Gesellschaften und mit zumeist erheblichen Kosten bei
der Therapie und anschließenden Rehabilitationsmaßnahmen
verbunden. Die Behandlung von Tumoren und Krebserkrankungen hängt
bspw. stark von der Art des auftretenden Tumors ab und erfolgt heute üblicherweise
neben invasiven Eingriffen durch Anwendung einer Strahlen- oder
Chemotherapie. Diese Therapien stellen jedoch für das Immunsystem
eine außerordentliche Belastung dar und können
in manchen Fällen nur eingeschränkt eingesetzt
werden. Zudem erfordern diese Therapieformen zumeist lange Pausen
zwischen den einzelnen Behandlungen zur Regeneration des Immunsystems.
In den letzten Jahren haben sich daher neben diesen „klassischen
Maßnahmen" insbesondere molekularbiologische Ansätze
zur Behandlung oder zur Unterstützung dieser Therapien
als vielversprechend herausgestellt.
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Ein
Beispiel dieser molekularbiologischen Verfahren umfasst die Verwendung
von Antikörpern oder Immunglobulinen als essentielle Effektoren
des Immunsystems. Antikörper oder Immunglobuline können
sowohl in vitro durch Anwendung bekannter molekularbiologischer
Verfahren erzeugt werden als durch das Immunsystem des zu therapierenden
Organismus selbst. So verfügt das Immunsystem von höheren
Vertebraten über zwei getrennte Funktionen des Immunsystems:
das angeborene Immunsystem, das unspezifisch auf Pathogene reagiert
(z. B. durch Makrophagen-vermittelte Phagozytose) und das adaptive
Immunsystem, das spezifisch auf Pathogene mittels spezialisierter
Effektorzellen (z. B. B- und T-Zellen) reagiert. Teil dieses adaptiven
Immunsystems sind die Antikörper oder Immunglobuline, die
bei einer Immunantwort von Plasmazellen sezerniert werden. Sie bilden
zusammen mit dem Komplementsystem den humoralen Zweig der Immunantwort.
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Neben
ihrer essentiellen Bedeutung für das Immunsystem bei höheren
Vertebraten sind Antikörper, gerade aufgrund ihrer hohen
Affinität und Spezifität für ein bestimmtes
Antigen, ein hervorragendes Mittel sowohl bei der biochemischen
und molekularbiologischen Forschung als auch in der Diagnostik und
bei medizinischen Anwendungen. So sind Antikörper in der
Lage, spezifisch an ihre Zielstrukturen (z. B. Antigene, die im Wesentlichen
aus Proteinen, Peptiden, z. T. aus Lipiden, Kohlenhydraten, etc.
bestehen) zu binden und diese dadurch zu blockieren (zu inhibieren)
oder ggf. zu markieren. Darüber hinaus können
sie das Immunsystem mittels ihres Fc-Teils aktivieren, so dass es
zu einer Zerstörung der markierten Zellen kommt. Zur Zeit
befinden sich über 100 therapeutische Antikörper
in klinischen Studien. Die bei weitem größte Rolle
spielen hierbei Antikörper, die in der Krebstherapie eingesetzt
werden können. Die meisten dazu heute hergestellten Antikörper sind
monoklonale Antikörper, die ursprünglich bspw.
aus der Maus stammen. Um eine Immunreaktion gegen solche monoklonalen
Antikörper zu verhindern, werden heute hauptsächlich
humanisierte oder humane Antikörper zur Therapie eingesetzt
(vgl. David Male; „Immunologie auf einen Blick",
1. deutsche Auflage, 2005, Elsevier-Urban & Fischer Verlag; Charles
A. Janeway, Paul Travers, Mark Walport und Mark Shlomchik, Immunobiology,
5. Auflage, 2001, Garland Publishing; Dissertation
von Christian Klein, Monoklonale Antikörper und rekombinante
Antikörperfragmente gegen sekundäre Arzneipflanzenmetabolite,
2004; Andreas Schmiedl und Stefan Dübel,
Rekombinante Antikörper & Phagen-Display,
2004, Molekulare Biotechnologie (Wiley-VCH)) Antikörper
lassen sich allgemein der Gruppe der Immunglobuline zuordnen. Diese
Immunglobuline können wiederum anhand ihrer schweren Kette
in fünf Hauptklassen von Immunglobulinen unterschieden
werden, den IgM-(μ), IgD-(δ), IgG(γ),
IgA(α) und IgE(ε)-Antikörpern, wobei
IgG-Antikörper den größten Anteil ausmachen. Anhand
ihrer leichten Ketten lassen sich Immunglobuline zudem in die Isotypen κ und λ unterscheiden.
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Trotz
ihrer unterschiedlichen Spezifität sind Antikörper
strukturell recht ähnlich aufgebaut. So sind IgG-Antikörper
typischerweise aus jeweils 2 identischen leichten und 2 schweren
Proteinketten aufgebaut, die miteinander über Disulfid-Brücken
verbunden sind. Die leichte Kette besteht aus der N-terminalen variablen Domäne
VL und der C-terminalen konstanten Domäne
CL. Die schwere Kette eines IgG-Antikörpers
lässt sich in eine N-terminale variable Domäne
VH und drei konstante Domänen CH1, CH2 und CH3 einteilen (vgl. 1). Während
die Aminosäuresequenz im Bereich der konstanten Domänen
weitgehend gleich ist, zeigen sich innerhalb der variablen Domänen
typischerweise große Sequenzunterschiede.
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Das
Antikörperrepertoire eines Menschen besteht aus etwa mindestens
1011 verschiedenen Antikörperspezifitäten.
Die Bildung von Antikörpern erfolgt bei höheren
Vertebraten natürlicherweise im Immunsystem durch somatische
Rekombination. Dabei ist ein Organismus theoretisch zwar in der
Lage, gegen jedes Antigen einen Antikörper mit passender
Spezifität zu generieren. Würde aber jeder dieser
Antikörper durch ein eigenes Gen kodiert werden, würden
sie das humane Genom sprengen. Antikörpergene werden beim
Menschen stattdessen aus einer Vielzahl einzelner Gensegmente zusammengesetzt.
Der Teil des Antikörpergens, der für die variable
Region einer leichten Kette kodiert, wird aus einem V-Gensegment
und einem J-Gensegment gebildet. Dabei stehen zahlreiche verschiedene
V- und J-Segmente zur Verfügung, die nahezu beliebig miteinander kombiniert
werden können. Die variable Region einer schweren Kette
wird dabei aus drei unterschiedlichen Gensegmenten zusammengesetzt.
Neben den V- und J-Segmenten findet man hier noch zusätzliche
D-Segmente. Die VH, DH-
und JH-Segmente können zur Bildung
der variablen Region der schweren Kette ebenso nahezu beliebig kombiniert
werden (vgl. 2). Den Mechanismus, durch den
die verschiedenen Gensegmente zu kompletten Antikörpergenen
zusammengesetzt werden, bezeichnet man als Immunglobulin-Rearrangement
oder somatische Rekombination. Sie findet ausschließlich
in B-Lymphozyten zu bestimmten Zeiten der Zellentwicklung statt.
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Neben
der reinen Genumlagerung existieren noch weitere Mechanismen, um
die Antikörpervielfalt zu erhöhen. Hierbei sind
zunächst zwei Mechanismen zu nennen, die mit der somatischen
Rekombination einhergehen: Die junktionale Vielfalt, beschreibt
dabei die gesteuerte unpräzise Zusammenlagerung der umgelagerten
Gensegmente, wodurch es an den Schnittstellen zum zufälligen
Entfernen und Einfügen von Nukleotiden kommt. Eine weitere
kombinatorische Vielfalt ergibt sich aus der Möglichkeit,
eine bestimmte umgelagerte leichte Kette mit einer bestimmten umgelagerten
schweren Kette zu kombinieren. Schließlich erhöht
sich die Vielfalt von Antikörpern auch noch nach der erfolgreichen
Umlagerung und späteren Aktivierung von B-Zellen, indem
es durch eine erhöhte Mutationsrate im Bereich der variablen
Regionen aktivierter B-Zellen (somatische Hypermutation) zu einer
Affinitätsreifung von Antikörpern kommt.
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Neben
der natürlicherweise durch das Immunsystem des jeweiligen
Organismus stattfindenden Bildung von Antikörpern kann
auch eine Erzeugung von Antikörpern durch molekularbiologische
Verfahren erfolgen. Um jedoch das ausgefeilte System der Spezifizierung
der Antikörperbildung und deren Spezifizierung auf bestimmte
Antigene oder Nukleinsäuren hin auszunutzen, wird heute
typischerweise die Bildung von Antikörpern in ausgewählten
Organismen durch Injektion eines bestimmten Antigens induziert und
der Antikörper danach zur weiteren Verwendung aus dem Organismus
isoliert. Dabei werden üblicherweise die B-Lymphozyten des
Organismus selektiv aufgereinigt und mit einer immortalen Myelomzelle
zu einer Hybridomzelle fusioniert. Durch Selektionsverfahren werden
anschließend diejenigen Zellen ermittelt, die die entsprechenden
Antigenspezifischen Antikörper sezernieren.
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Neben
der Verwendung von Hybridomzellen ist, nach Isolierung und Sequenzierung,
auch die rekombinante Herstellung dieser Antikörper mit
der gewünschten Spezifität möglich. Dazu
werden typischerweise Zellen benutzt, die die benötigten
posttranslationalen Modifikationen bereitstellen. Aufgrund der Immunreaktion
unter Bildung von humanen Anti-Maus-Antikörpern im menschlichen
Organismus bei nativen, in Maus (oder in anderen Wirten) generierten
Antikörpern, werden dabei bevorzugt chimäre, humanisierte
oder humane Antikörper hergestellt.
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Nach
Expression können diese, ggf. rekombinant hergestellten,
Antikörper als Mittel sowohl bei der biochemischen und
molekularbiologischen Forschung als auch in der Diagnostik und bei
medizinischen Anwendungen eingesetzt werden.
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Bei
medizinischen Anwendungen können in vielen Fällen
jedoch Antikörper nur schwer direkt eingesetzt werden,
da diese zumeist nur eine sehr kurze Halbwertszeit in vivo aufweisen
und damit ggf. ihr Ziel-Antigen oder ihre Ziel-Nukleinsäure
gar nicht erst erreichen. Dies erfordert entweder hohe Wirkstoffkonzentrationen
des gewünschten Antikörpers, oder alternative
Verfahren, die geeignet sind, Antikörper in vivo in großen Mengen
bereitzustellen.
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Solche
Verfahren umfassen z. B. molekularmedizinische Verfahren der Gentherapie
und der genetischen Vakzinierung, deren Anwendung allgemein in der
Therapie und Prävention von Erkrankungen erhebliche Auswirkungen
auf die medizinische Praxis haben. Beide Verfahren beruhen auf der
Einbringung von Nukleinsäuren in Zellen bzw. in Gewebe
des Patienten sowie auf der anschließenden Verarbeitung
der durch die eingebrachten Nukleinsäuren kodierten Information
durch die Zellen bzw. das Gewebe, d. h. der Expression der erwünschten
Polypeptide, z. B. Antikörper, in den Zellen bzw. dem Gewebe.
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Die übliche
Vorgehensweise bisheriger Verfahren der Gentherapie und der genetischen
Vakzinierung basiert auf der Verwendung von DNA, um die benötigte
genetische Information in die Zelle einzuschleusen. In diesem Zusammenhang
sind verschiedene Verfahren zur Einbringung von DNA in Zellen, wie
bspw. Calciumphosphat-Transfektion, Polypren-Transfektion, Protoplasten-Fusion,
Elektroporation, Mikroinjektion, Lipofektion und die Verwendung
von Genkanonen entwickelt worden, wobei sich insbesondere die Lipofektion
als geeignetes Verfahren herausgestellt hat.
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Ein
weiteres Verfahren, das insbesondere bei genetischen Vakzinierungsverfahren
vorgeschlagen wurde, ist die Verwendung von DNA-Viren als DNA-Vehikel.
Derartige Viren haben den Vorteil, dass aufgrund ihrer infektiösen
Eigenschaften eine sehr hohe Transfektionsrate zu erzielen ist.
Die verwendeten Viren werden genetisch verändert, so dass
in der transfizierten Zelle keine funktionsfähigen infektiösen
Partikel gebildet werden. Die Verwendung von DNA-Viren als DNA-Vehikel
ist in den letzten Jahren aufgrund der Gefahr der Rekombination
nicht aktiver Viren zu aktiven Viren jedoch unter Kritik geraten.
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Die
Verwendung von DNA als Mittel der Gentherapie und der genetischen
Vakzinierung oder zur passiven Immunisierung (durch passive Vakzine),
z. B. durch Verwendung kodierender Sequenzen für Antikörper, kann
jedoch auch unter anderen Gesichtspunkten weniger vorteilhaft sein.
DNA wird in der Blutbahn nur relativ langsam abgebaut, so dass es
bei der Verwendung von (Fremd-)DNA als kodierende Sequenz für
ein gewünschtes Protein zu einer Bildung von Anti-DNA-Antikörpern
kommen kann, was im Tiermodell bei der Maus bestätigt wurde
(Gilkeson et al., J. Clin. Invest. 1995, 95: 1398–1402).
Die mögliche Persistenz von (Fremd-) DNA im Organismus
kann so zu einer Überaktivierung des Immunsystems führen,
welche bekanntermaßen bei Mäusen in einer Splenomegalie
resultiert (Montheith et al., Anticancer Drug Res. 1997,
12(5): 421–432). Des weiteren kann (Fremd-)DNA
mit dem Wirtsgenom wechselwirken, und insbesondere durch Integration
in das Wirtsgenom Mutationen hervorrufen. So kann es bspw. zu einer
Insertion der eingebrachten (Fremd-)DNA in ein intaktes Gen kommen,
welche eine Mutation darstellt, die die Funktion des endogenen Gens
behindern oder gar vollkommen ausschalten kann. Durch solche Integrationsereignisse
können einerseits für die Zelle lebenswichtige
Enzymsysteme zerstört werden, andererseits besteht auch
die Gefahr einer Transformation der so veränderten Zelle
in einen entarteten Zustand, falls durch die Integration der (Fremd-)DNA
ein für die Regulation des Zellwachstums entscheidendes
Gen verändert wird. Daher kann bei bisherigen Verfahren
in der Gentherapie und der genetischen Vakzinierung wie auch der
passiven Immunisierung bei der Verwendung von (Fremd-)DNA ggf. ein
Risiko der Krebsbildung nicht ausgeschlossen werden. Die passive
Immunisierung (durch sogenannte „passive Vakzine") ist
dabei streng von der sogenannten aktiven Immunisierung zu unterscheiden.
Bei der aktiven Immunisierung wird typischerweise ein Antigen („aktive
Vakzine") verabreicht, woraufhin der Organismus Antikörper
gegen dieses Antigen bildet. Die aktive Immunisierung schafft damit
eine dauerhafte Immunisierung des Organismus gegen das jeweilige
Antigen, die mit den oben beschriebenen Nachteilen verbunden sein
kann. Bei der passiven Immunisierung wird dem Organismus dagegen
lediglich ein Antiserum bzw. der aufgereinigte Antikörper
selbst („passive Vakzine") verabreicht. Ebenfalls kann
die für den Antikörper kodierende Sequenz, wie
oben beschrieben, als sogenannte passive Vakzine zur passiven Immunisierung
verabreicht werden.
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Zusammenfassend
besteht im Stand der Technik ein erhöhter Bedarf sowie
ein erhebliches Interesse an Mitteln, die geeignet sind, Antikörper
wirksam in vivo einzusetzen, insbesondere erhöhte Wirkstoffmengen an
Antikörpern in vivo bereitzustellen, ohne die Gefahren,
die die Verwendung von DNA bisher mit sich bringen.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Verwendung
einer RNA(-Sequenz) zur intrazellulären Expression eines
Antikörpers gelöst, wobei die RNA(-Sequenz) für
einen Antikörper kodiert. Eine erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende RNA umfasst im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung jede RNA, die einen Antikörper
kodiert.
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Die
erfindungsgemäße, einen Antikörper kodierende
RNA kann einzelsträngig oder doppelsträngig, linear
oder zirkulär sein, oder insbesondere als mRNA vorliegen.
Besonders bevorzugt liegt die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, RNA als einzelsträngige
RNA vor, noch stärker bevorzugt als mRNA.
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Eine
erfindungsgemäße, einen Antikörper kodierende
RNA weist bevorzugt eine Länge von 50 bis 15000 Nukleotiden
auf, stärker bevorzugt eine Länge von 50 bis 10000
Nukleotiden auf, noch stärker bevorzugt eine Länge
von eine Länge von 500 bis 10000 Nukleotiden auf und am
stärksten bevorzugt eine Länge von 500 bis 7000,
500 bis 5000 oder 700 bis 3000 Nukleotiden auf.
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Der
durch die erfindungsgemäße RNA kodierte Antikörper
kann im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung aus allen Antikörpern
ausgewählt werden, z. B. aus allen rekombinant erzeugten
oder natürlich auftretenden Antikörpern, die einem
Fachmann aus dem Stand der Technik bekannt sind, insbesondere Antikörper,
die für therapeutische Zwecke, für diagnostische
oder für Forschungszwecke eingesetzt werden (können)
oder bei bestimmten Erkrankungen, z. B. Krebserkrankungen, Infektionskrankheiten,
etc. gefunden wurden.
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Antikörper,
die von einer erfindungsgemäßen RNA kodiert werden,
umfassen im Sinne der vorliegenden Erfindung typischerweise alle
einem Fachmann bekannten (oben beschriebenen) Antikörper,
z. B. natürlich auftretende oder durch Immunisierung in
einem Wirtsorganismus erzeugte Antikörper, rekombinant
hergestellte Antikörper, die aus natürlich auftretenden
bzw. durch (klassische) Immunisierung in einem Wirtsorganismus erzeugten
Antikörpern isoliert und identifiziert wurden oder mit
Hilfe von molekularbiologischen Verfahren generiert wurden, sowie
chimäre Antikörper, humane Antikörper,
humanisierte Antikörper, bispezifische Antikörper,
Intrabodies (Intrakörper), d. h. in Zellen exprimierte
und gegebenenfalls in bestimmten Zellkompartimenten lokalisierte
Antikörper, und Fragmente der zuvor genannten Antikörper.
Dabei bestehen Antikörper im Allgemeinen typischerweise
aus einer leichten Kette und einer schweren Kette, die beide variable
und kon stante Domänen aufweisen. Die leichte Kette besteht
aus der N-terminalen variablen Domäne VL und
der C-terminalen konstanten Domäne CL.
Die schwere Kette eines IgG-Antikörpers lässt
sich dagegen in eine N-terminale variable Domäne VH und drei konstante Domänen CH1, CH2 und CH3 einteilen (vgl. 1).
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Erfindungsgemäße
RNA-Moleküle können auch auf der Basis polyklonaler
Antikörper hergestellt werden bzw. als Antikörper
kodierender RNA-Cocktail polyklonalen Charakter haben. Im Sinne
dieser Erfindung sind polyklonale Antikörper typischerweise
Mischungen von Antikörpern gegen ein spezifisches Antigen
bzw. Immunogen oder Epitop eines Proteins, die durch Immunisierung
eines Wirtsorganismus erzeugt wurden, bspw. Säugetiere,
d. h. Tiere, einschließlich Rind, Schwein, Hund, Katze,
Esel, Affe, einschließlich Nagetiere, z. B. Maus, Hamster,
Kaninchen, etc., sowie Menschen. Polyklonale Antikörper
erkennen üblicherweise jeweils unterschiedliche Epitope
oder Regionen des gleichen spezifischen Antigens, wobei jedes dieser
Epitope wiederum in der Lage ist, einen Klon von B-Lymphozyten zu
generieren, der einen Antikörper gegen dieses Epitop erzeugt.
Aus solchen polyklonalen Antikörpern bzw. aus den aus dem
Wirtsorganismus gewonnen Antikörperseren, können
die einzelnen, gegen die jeweiligen Epitope spezifischen Antikörper
durch Vereinzelung zu monoklonalen Antikörpern gewonnen
werden. Entsprechend stellt die vorliegende Erfindung auch RNA,
kodierend für einen durch Vereinzelung von polyklonalen
Antikörpern gewonnenen monoklonalen Antikörper
bereit.
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Monoklonale
Antikörper im Sinne dieser Erfindung sind daher typischerweise
Antikörper, die für ein bestimmtes Antigen oder
Epitop (eines Proteins) spezifisch sind, d. h. dieses Antigen oder
Epitop (eines Proteins) mit hoher Affinität binden, und üblicherweise
durch eine Hybridomzelle exprimiert werden. Zur Herstellung solcher
monoklonaler Antikörper wird typischerweise einem wie hier
beschriebenen Wirtsorganismus zumindest einmal, typischerweise aber
mehrmals, das entsprechende Antigen bzw. Immunogen oder Epitop eines
Proteins injiziert, wodurch das Immunsystem des Wirtsorganismus
in Gegenwart geeigneter Adjuvantien über Aktivierung entsprechend
spezifischer B-Zellen bevorzugt zur Antikörperproduktion
stimuliert wird. Aus der Milz oder anderen dafür geeigneten
Organen oder Flüssigkeiten eines derart immunisierten Tieres
werden dann üblicherweise die B-Lymphozyten selektiv aufgereinigt
und mit einer immortalen Myelomzelle zur sogenannten Hybridomzelle
fusioniert. Nach Selektionsverfahren und Klonierung der entstehenden
Hybridome bzw. Hybridomzellen können solche Klone ermittelt
werden, die Antikörper der ge wünschten Spezifität
sezernieren, d. h. exprimieren und ausscheiden. Diese Klone können
mit bekannten molekularbiologischen Verfahren isoliert und sequenziert
werden. Die aus einer solchen Sequenzierung gewonnen Daten können
weiter in einer Nukleinsäuresynthese zur Generierung von
synthetischen DNA-Sequenzen oder zum Screenen einer cDNA-Bibliothek
und Isolieren der cDNA-Fragmente und der Generierung eines DNA-
bzw. Nukleinsäuretemplates für die in vitro- oder
in vivo-Synthese der erfindungsgemäßen RNA, kodierend
für einen Antikörper, dienen. Ggf. kann die in
den Hybridomen enthaltene RNA auch, bspw. durch Fraktionierung,
isoliert und nachfolgend die für den Hybridom Antikörper
kodierenden, erfindungsgemäßen RNA-Moleküle
durch dem Fachmann bekannte Verfahren aufgereinigt werden.
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Für
den therapeutischen Einsatz im Menschen sind RNA-Moleküle,
kodierend für nicht-humane monoklonale oder polyklonale
Antikörper, z. B. murine monoklonale Antikörper
oder monoklonale Antikörper aus anderen, wie hier beschriebenen,
nicht-humanen Wirtsorganismen oder Hybridomzellen allerdings nur
bedingt geeignet, da sie im menschlichen Organismus selbst üblicherweise
eine Immunreaktion unter Bildung von humanen, gegen diesen Antikörper
gerichteten, Anti-Antikörpern hervorrufen. Dadurch können
solchen nicht-humanen monoklonalen oder polyklonalen Antikörper
in der Regel nur ein einziges Mal am Menschen appliziert werden.
Um dieses Problem zu umgehen können erfindungsgemäß auch
RNA-Moleküle bereitgestellt werden, die für chimäre,
humanisierte und humane Antikörper kodieren.
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Chimäre
Antikörper im Sinne der vorliegenden Erfindung sind bevorzugt
Antikörper, bei denen die konstanten Domänen eines
wie hier beschriebenen Antikörpers durch humane Sequenzen
ersetzt wurden. Bevorzugt werden chimäre Antikörper
aus wie hier beschriebenen monoklonalen oder polyklonalen Antikörpern
gebildet.
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Humanisierte
Antikörper im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Antikörper,
bei denen die zuvor beschriebenen konstanten und variablen Domänen
der nicht-humanen monoklonalen oder polyklonalen Antikörper
mit Ausnahme der hypervariablen Regionen durch humane Sequenzen
ersetzt wurden.
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Weiterhin
können im Sinne der vorliegenden Erfindung auch RNA-Moleküle,
kodierend für humane Antikörper verwendet werden,
d. h. Antikörper, die vollständig humane Sequenzen,
also in den konstanten und variablen Domänen einschließlich
den hypervariablen Regionen, aufweisen. Solche RNA-Moleküle,
die für humane Antikörper kodieren, können
aus humanem Gewebe isoliert werden bzw. aus wie hier beschriebenen immunisierten
Wirtsorganismen, z. B. Mäusen, stammen, die dann transgen
für den menschlichen IgG-Genlokus sind. Ferner werden RNA-Moleküle,
kodierend für humane Antikörper, bereitgestellt,
die mittels Phagen-Displays isoliert wurden und mit Hilfe von molekularbiologischen
Methoden kloniert wurden (siehe unten).
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Antikörper,
die durch erfindungsgemäße RNAs kodiert werden,
umfassen besonders bevorzugt sogenannte Volllängen-Antikörper,
d. h. Antikörper, die sowohl die vollständigen
schweren als auch die vollständigen leichten Ketten, wie
oben beschrieben, umfassen.
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Weiterhin
können im Sinne der vorliegenden Erfindung auch RNAs bereitgestellt
werden, die alternativ anstelle der entsprechenden Volllängen-Antikörper
für ein oder mehrere Antikörperfragment(e) der
zuvor beschriebenen Antikörper kodieren. Beispiele solcher
Antikörperfragmente sind jegliche einem Fachmann bekannten
Antikörperfragmente, z. B. Fab-, Fab'-, F(ab')2-,
Fc-, Facb-, pFc'-, Fd-, und Fv-Fragmente der zuvor genannten Antikörper,
etc.. Die schematische Struktur solcher Antikörperfragmente
wird beispielhaft in 4 gezeigt.
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Beispielsweise
besteht ein Fab-Fragment (fragment antigen binding) typischerweise
aus der variablen und einer konstanten Domäne jeweils einer
leichten und einer schweren Kette, d. h. aus der CH1
und der VH-Domäne der schweren
Kette sowie der vollständigen leichten Kette. Die beiden
Ketten sind über eine Disulfidbrücke miteinander
verbunden. Ein Fab-Fragment enthält somit üblicherweise
die vollständige antigenbindende Region des ursprünglichen
Antikörpers und weist im Regelfall die gleiche Affinität
gegenüber dem Antigen, dem Immunogen oder einem Epitop
eines Proteins auf. Antikörperfragmente können
wie auch für Antikörper zuvor beschrieben mit
Hilfe molekularbiologischer Methoden hergestellt werden. Dabei werden
die DNA-Sequenzen, die für die verschiedenen Domänen
des Antikörperfragments kodieren, in einen speziellen Expressionsvektor
kloniert. Die RNA, kodierend für diese Antikörperfragmente,
kann dann z. B. in geeigneten Wirtszellen exprimiert werden. Geeignete
Wirtszellen im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung umfassen
u. a. E. coli, Hefen, transgene Pflanzen oder Säugerzellen,
etc. (s. u.). Ein scFv-Fragment (single chain variable fragment)
besteht dagegen typischerweise aus der variablen Domäne
der leichten und der schweren Kette, die über einen artifiziellen
Polypeptidlinker miteinan der verbunden sind. Bei der Klonierung
von solchen scFv-Fragmenten werden bevorzugt RNAs bereitgestellt,
die für eine VH und VL kodieren,
wobei diese durch einen Polypeptidlinker miteinander verknüpft
sind. In der Regel verwendet man ein aus 15–25 Glycin,
Prolin- und/oder Serin-Resten aufgebautes Polypeptid (vgl. 5)
bzw. die dazugehörige Nucleotidsequenz auf RNA-Ebene.
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Ferner
können im Sinne der vorliegenden Erfindung auch RNA-Moleküle
bereitgestellt werden, die für bispezifische Antikörper,
kodieren. Bispezifische Antikörper im Sinne der vorliegenden
Erfindung sind bevorzugt Antikörper, die als Adaptoren
zwischen einem Effektor und einem entsprechenden Target wirken können, z.
B. zur Rekrutierung von Effektormolekülen (z. B. Toxinen,
Wirkstoffen („drugs"), Cytokinen, etc.), dem Targeting
von Effektorzellen (z. B. CTL, NK-Zellen, Makrophagen, Granulozyten,
etc.) (siehe bspw. Review von Kontermann R. E., Acta Pharmacol.
Sin, 2005, 26(1): 1–9). Bispezifische Antikörper
sind dabei grundsätzlich so aufgebaut, wie für
Antikörper im Allgemeinen hier beschrieben, wobei diese
bispezifischen Antikörper z. B. zwei unterschiedliche Antigene,
Immunogene oder Epitope, oder Wirkstoffe, Zellen, oder andere, wie
zuvor genannte Moleküle (oder Strukturen) erkennen, d.
h. die antigenbindende Regionen des Antikörpers sind spezifisch
für zwei unterschiedliche Moleküle (oder Strukturen).
Damit können bspw. die verschiedenen Antigene, Immunogene
oder Epitope, etc. in räumliche Nähe gebracht
werden. Ferner kann durch die Bindung z. B. einer Bindungsdomäne
oder anderer Spezifitäten die Funktion des Antikörpers
spezifisch erweitert werden, z. B. eines Bindungsproteins, eines
Immunotoxins, etc.. Solche bispezifischen Antikörper können
auch einzelkettige Antikörper („single-chain anibodies")
sein (z. B. scFv-Fragmente, etc.). Bispezifische Antikörper
können bspw. dazu verwendet werden, um zwei Reaktionspartner,
z. B. zwei Zellen, zwei Proteine, ein Protein und dessen Substrat,
etc., in räumliche Nähe zu bringen, um eine Interaktion
zwischen diesen zu fördern (z. B. Protein-Protein-Interaktionen,
Substratumsetzungen, Modifikationen, etc.). Bispezifische Antikörper
werden v. a. benutzt, um Effektorzellen (wie bspw. T-Zellen, NK-Zellen,
Makrophagen, etc.) und Targetzellen (z. B. Tumorzellen, infizierte
Zellen, etc.) in räumliche Nähe zu bringen. Beispiele
bispezifischer Antikörper können, ohne darauf
beschränkt zu sein, z. B. solche Antikörper oder
Antikörperfragmente umfassen, die auf einer Seite einen
wie hier beschriebenen Oberflächenfaktor und auf der anderen
Seite ein wie hier beschriebenes Antigen, bevorzugt ein wie hier
beschriebenes Tumorantigen binden. Dies schließt z. B.
CD28 und ein Tumorantigen (Grosse-Hovest L. et al., 2003,
Eur. Immunol. 33(5); 1334–40, (A recombinant bispecific
single-chain antibody induces tar geted, supra-agonistic CD28-stimulation
and tumor cell killing)), CD19 und CD3 (CD19 Tumorantigen von B-Zell-Lymphom),
etc., ein.
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Ohne
darauf beschränkt zu sein, können RNAs, kodierend
für Antikörper, gemäß der vorliegenden
Erfindung u. a. für solche Antikörper kodieren,
die Antigene oder spezifische Nukleinsäuren binden. Antigene
im Sinne der vorliegenden Erfindung sind typischerweise Moleküle,
die vom Immunsystem als körperfremd erkannt und üblicherweise
eine Immunreaktion oder Immunantwort unter Bildung von spezifisch
gegen sie gerichteten Antikörpern hervorrufen. Antigene
können jedoch, insbesondere bei Autoimmunerkrankungen,
auch körpereigene Moleküle oder Strukturen umfassen,
die fälschlicherweise vom Immunsystem als körperfremd erkannt
werden und dadurch eine Immunreaktion auslösen. Alternativ
formuliert sind Antigene daher alle Moleküle, die durch
einen Antikörper im Sinne der vorliegenden Erfindung erkannt
werden. Antigene bestehen im Wesentlichen aus Proteinen, Peptiden
oder Epitopen dieser Proteine oder Peptide. Epitope (auch "antigene Determinanten"
genannt) sind dabei typischerweise an der Oberfläche von
solchen Protein- oder Peptidstrukturen liegende kleine Bereiche
(Molekülabschnitte) mit einer Länge von 5 bis
15, bevorzugt 6 bis 9, Aminosäuren. Antigene können
weiterhin auch Lipide, Kohlenhydrate, etc. umfassen. Im Sinne der
vorliegenden Erfindung umfassen Antigene bspw. auch sogenannte Immunogene,
d. h. Antigene, die zu einer Immunität des damit transfizierten
Organismus führen. Beispielhafte Antigene umfassen, ohne
darauf beschränkt zu sein, Oberflächen-Antigene
von Zellen, Tumorantigene, etc.. Bspw. können Antikörper
gemäß der vorliegenden Erfindung folgende (typischerweise
in Vertebraten auftretende) Antigene binden, z. B. tumorspezifische
Oberflächenantigene (TSSA), z. B. 5T4, α5β1-Integrin,
707-AP, AFP, ART-4, B7H4, BAGE, β-Catenin/m, Bcr-abl, MN/C
IX-Antigen, CA125, CAMEL, CAP-1, CASP-8, β-Catenin/m, CD4,
CD19, CD20, CD22, CD25, CDC27/m, CD30, CD33, CD52, CD56, CD80, CDK4/m,
CEA, CT, Cyp-B, DAM, EGFR, ErbB3, ELF2M, EMMPRIN, EpCam, ETV6-AML1,
G250, GAGE, GnT-V, Gp100, HAGE, HER-2/neu, HLA-A*0201-R1701, HPV-E7, HSP70-2M,
HAST-2, hTERT (oder hTRT), iCE, IGF-1R, IL-2R, IL-5, KIAA0205, LAGE,
LDLR/FUT, MACE, MART-1/Melan-A, MART-2/Ski, MC1R, Myosin/m, MUC1,
MUM-1, -2, -3, NA88-A, NY-ESO1, PAP, Proteinase-3, p190 minor bcr-abl,
Pml/RARα, PRAME, PSA, PSM, PSMA, RAGE, RU1 oder RU2, SAGE,
SART-1 oder SART-3, Survivin, TEL/AML1, TGFβ, TPI/m, TRP-1,
TRP-2, TRP-2/INT2, VEGF und WT1, oder Sequenzen, wie z. B. NY-Eso-1
oder NY-Eso-B. Tumorantigene können bspw. typisch für
die Metastasierung, also das Herauslösen von Tumorzellen
aus ihrem nativen Gewebe, Übertritt in das Gefäßsystem
(Lymph- oder Blutgefäßsystem), Austritt aus dem
Gefäßsystem und Ansiedlung in einem neuen Gewebe
verantwortlich sein. Hierbei sind insbesondere solche Tumorantigene
von Interesse, die gegenüber dem nativen Zustand veränderte Zell-Zell-Interaktionen
bewirken.
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Antikörper
(und damit auch die diesen Antikörpern zugrundeliegenden
erfindungsgemäßen RNAs), die die hier beschriebenen
Antigene sowie ggf. andere Antigene oder Nukleinsäuren
binden, können z. B. mittels der von George P. Smith entwickelten
Methode des Phagen-Displays identifiziert werden. Dabei werden typischerweise
Antikörper oder Antikörperfragmente auf der Oberfläche
von filamentösen Phagen exprimiert (Smith, G. P.,
1985, „Filamentous fusion Phage: novel expression vectors
that display cloned antigens an the virion surface", Science 228;
1315–1317). Am proximalen Ende des Phagen befinden
sich dafür üblicherweise 3 bis 5 Kopien des Oberflächenproteins
gpIII, mit dessen Hilfe der Phage Bakterienzellen über
deren F-Pilus infiziert. Beim Phagen-Display wird dann bspw. die
DNA, die für ein Antikörper-Fragment, das die
Antigen-bindende variable Domäne kodiert, in-frame vor
das gpIII-Gen kloniert. Bei der Proteinbiosynthese entsteht daraus
ein Fusionsprotein, das auf der Virusoberfläche exprimiert
wird, ohne dass der Phage seine Infektiösität verliert.
Mit Hilfe der Phagen-Display-Technik können große
Antikörperbibliotheken generiert werden, wobei jeder Phage
ein anderes Antikörperfragment auf der Oberfläche
exprimiert. Insoweit ist damit auch die zugrundeliegende RNA verfügbar.
Mit einem als „Phagen-Panning" bezeichneten Verfahren kann
aus einer solchen Bibliothek ein bestimmtes Antikörperfragment
isoliert werden. Dazu wird das entsprechende Antigen an eine Matrix
gebunden und mit der Phagen-Suspension inkubiert. Die Phagen, die
ein passendes Antikörperfragment präsentieren,
interagieren mit dem fixierten Antigen, während die anderen
Phagen durch einen Waschschritt entfernt werden. Die isolierten
Phagen werden bspw. in E. coli vermehrt. Die DNA wird entsprechend isoliert
und die Gensequenz bestimmt. Mit Hilfe von gentechnischen Methoden
können anschließend Expressionskonstrukte entwickelt
werden, die die cDNA, kodierend für den ganzen Antikörper
oder Antikörperfragmente, aufweisen. Von dieser cDNA kann
eine RNA (mRNA) kodierend für den Antikörper mittels
in-vitro-Transkription (s. u.) generiert werden. Auf diese Weise
erhält man Nukleinsäuren bzw. mRNA, kodierend
für monoklonale Antikörper, die vollständig
menschlichen Ursprungs sind.
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Erfindungsgemäße
RNA, kodierend für wie oben beschriebene Antikörper,
ist im Sinne der vorliegenden Erfindung auch geeignet, um sogenannte
Intrabodies (Intrakörper) zu kodieren bzw. eine Expression
von Intrabodies zu ermöglichen. Intrabodies im Sinne der
vorliegenden Erfindung können jeden der hier beschriebenen
Antikörper oder Antikörperfragmente umfassen.
Intrabodies sind intrazellulär exprimierte Antikörper,
d. h. Antikörper, die durch in der Zelle lokalisierte Nukleinsäuren
kodiert und dort exprimiert werden. Dazu wird eine erfindungsgemäße
RNA, die wie zuvor beschriebene Antikörper oder Antikörperfragmente
kodiert, zuvor bspw. mit Hilfe von erfindungsgemäßen
oder anderen geeigneten Transfektionsverfahren (s. u.) in Zellen
gebracht und ggf. danach in einen Organismus bzw. Lebewesen transplantiert
oder als Nukleinsäuren in einen Organismus bzw. Lebewesen
direkt eingebracht. Die erfindungsgemäße RNA (oder
eine entsprechende Nukleinsäure) kann dabei nackt oder
komplexiert mit geeigneten Trägern (z. B. Liposomen) in
den Organismus bzw. das Lebewesen direkt eingebracht werden bzw.
solche Modifikationen (der RNA) aufweisen, die ggf. zusammen mit
einer der genannten Transfektionsmethoden zu einer besseren Zellaufnahme
führen, z. B. jede der hier genannten RNA-Modifikationen,
wie bspw. Lipidmodifikationen der erfindungsgemäßen
RNA. Ein Organismus bzw. ein Lebewesen im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung sind typischerweise Säugetiere, d. h. Tiere,
einschließlich Rind, Schwein, Hund, Katze, Esel, Affe,
einschließlich Nagetiere, z. B. Maus, Hamster, Kaninchen,
etc., sowie Menschen. Intrabodies können an bestimmten
Orten in der Zelle lokalisiert sein und exprimiert werden. Bspw.
können Intrabodies cytoplasmatisch exprimiert werden, wobei üblicherweise
die Ausbildung von Disulfidbrücken unter den reduzierenden
Bedingungen des Cytoplasmas vermindert ist. Es konnte aber gezeigt
werden, dass auch cytoplasmatische Intrabodies und inbsesondere
scFv-Fragmente funktionell sein können. Die cytoplasmatische
Expression durch die erfindungsgemäße RNA eröffnet
die Möglichkeit, auch cytoplasmatische Proteine zu hemmen.
Dies ist bei der Behandlung mit monoklonalen Antikörpern
aus dem Stand der Technik nicht möglich, da diese Antikörper
nur sekretierte und membranständige (extrazelluläre)
Proteine erreichen können. Durch Expression eines Signalpeptids
können Intrabodies ins endoplasmatische Retikulum (ER)
transportiert werden und anschließend sekretiert werden.
In diesem Fall sind typischerweise nur sekretierte oder membranständige
Proteine ein Ziel für diese Antikörper. Durch
zusätzliche Kodierung eines C-terminalen ER-Retentions-Signals
(bspw. KDEL) durch die erfindungsgemäße RNA kann der
Intrabody (Intrakörper) im ER verbleiben und die Sekretion
seines Antigens bzw. den Transports seines Antigens oder seines
Zielmoleküls zur Plasmamembran verhindern. Je nach Erfordernis
können Intrabodies wie oben beschriebene Volllängen-Antikörper
oder Antikörperfragmente umfassen. Bevorzugt umfassen Intrabodies
im Rahmen der vorliegenden Erfindung zunächst Volllängen-Antikörper.
Falls z. B. jedoch die Expression von Volllängen-Antikörpern
intrazellulär technisch nicht möglich oder nicht
sinnvoll ist, können auch wie zuvor beschriebene Antikörperfragmente
eingesetzt werden.
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Antikörper,
die durch die erfindungsgemäße RNA kodiert werden,
umfassen weiterhin auch solche Antikörper oder Antikörperfragmente,
die zu einem der hier beschriebenen Antikörper oder Antikörperfragmente eine
Sequenzidentität von mindestens 70%, 80% oder 85%, bevorzugt
mindestens 90%, stärker bevorzugt mindestens 95% und am
stärksten bevorzugt mindestens 99% über die gesamte
Länge der kodierenden Nukleinsäure- oder Aminosäuresequenz
eines wie hier beschriebenen Antikörpers oder Antikörperfragments
aufweisen. Bevorzugt weisen solche Antikörper oder Antikörperfragmente
die gleiche biologische Funktion bzw. die spezifische Aktivität
des entsprechenden Volllängen-Antikörpers auf,
z. B. die spezifische Bindung bestimmter Antigene oder Nukleinsäuren.
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Die
biologische Funktion von hier beschriebenen Antikörpern,
die durch die erfindungsgemäße RNA kodiert wird,
umfasst z. B. die Neutralisation von Antigenen, die Komplementaktivierung,
oder die Opsonisierung. Bei der Neutralisation von Antigenen kann
der Antikörper an ein Antigen binden und dieses dadurch
neutralisieren. Durch die Bindung des Antigens wird der Antikörper üblicherweise
blockiert und kann seine Wirkung daher nur gegenüber einem
Antigen bzw. zwei Antigenen bei bispezifischen Antikörpern,
entfalten. Für diese (Neutralisierungs-)Funktion eines
Antikörpers eignen sich vor allem scFv-Antikörperfragmente,
da sie die Funktionen der konstanten Domäne eines Antikörpers
nicht beinhalten. Bei der Komplementaktivierung kann das komplexe
System von Komplementproteinen über die Bindung von Antikörpern
aktiviert werden, welche abhängig vom Fc-Teil des Antikörpers
sind. Endprodukte der Komplementkaskade führen typischerweise
zur Lyse von Zellen und zur Schaffung eines entzündlichen
(inflammatorischen) Milieus. Bei der Opsonisierung werden Krankheitserreger
oder Fremdpartikel durch die Bindung durch einen Antikörper über
die konstanten Domänen des Antikörpers für
Phagozyten zugänglich gemacht. Alternativ können
die opsonisierten, als fremd erkannten Zellen, über eine
Antikörperabhängige, Zell-vermittelte Zytotoxizität
(Antibody-dependent cell-mediated cytotoxicity, ADCC) lysiert werden.
Dabei können insbesondere NK-Zellen über Aktivierung
ihrer Fc-Rezeptoren über diese Art und Weise lytische Funktionen
ausüben.
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In
Zusammenhang mit der vorliegenden Beschreibung bedeutet der Begriff
"Identität", dass die Sequenzen, wie folgt, miteinander
verglichen werden. Um die prozentuale Identität zweier
Nukleinsäuresequenzen zu bestimmen, können die
Sequenzen zunächst zueinander angeordnet werden („alignment"),
um nachfolgend einen Vergleich dieser Sequenzen zu ermöglichen.
Hierfür können z. B. Lücken in die Sequenz
der ersten Nukleinsäuresequenz eingeführt werden
und die Nukleotide mit der entsprechenden Position der zweiten Nukleinsäuresequenz
verglichen werden. Wenn eine Position in der ersten Nukleinsäuresequenz
mit dem gleichen Nukleotid besetzt ist, wie es an einer Position
in der zweiten Sequenz der Fall ist, dann sind beide Sequenzen an
dieser Position identisch. Die prozentuale Identität zwischen
zwei Sequenzen ist eine Funktion der Anzahl identischer Positionen
geteilt durch die Anzahl aller verglichenen Positionen der untersuchten
Sequenzen. Wird z. B. für eine bestimmte Nukleinsäure
(z. B. eine Nukleinsäure, die für ein Protein,
wie zuvor beschrieben, kodiert) im Vergleich zu einer Referenznukleinsäure
(z. B. eine Nukleinsäure aus dem Stand der Technik) einer
definierten Länge eine spezifische Sequenzidentität
angenommen, so wird diese prozentuale Identität relativ
in Bezug auf diese Referenznukleinsäure angegeben. Geht
man daher bspw. von einer Nukleinsäure aus, die eine Sequenzidentität
von 50% zu einer 100-Nukleotide-langen Referenznukleinsäure
aufweist, so kann diese Nukleinsäure eine 50-Nukleotide-lange
Nukleinsäure darstellen, die vollkommen identisch zu einem
50-Nukleotide-langen Abschnitt der Referenznukleinsäure
ist. Sie kann allerdings auch eine 100-Nukleotide-lange Nukleinsäure
darstellen, die 50% Identität, d. h. in diesem Fall 50%
identische Nukleinsäuren, mit der Referenznukleinsäure über
deren gesamte Länge aufweist. Alternativ kann diese Nukleinsäure
eine 200-Nukleotide-lange Nukleinsäure sein, die in einem
100-Nukleotide-langen Abschnitt der Nukleinsäure vollkommen
identisch zu der 100-Nukleotide-langen Referenznukleinsäure
ist. Andere Nukleinsäuren erfüllen selbstverständlich
gleichermaßen diese Kriterien. Die für Nukleinsäuren
beschriebenen Ausführungen zur Identität gelten
gleichermaßen für die durch die erfindungsgemäße
RNA kodierten Antikörper und Antikörperfragmente.
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Die
Bestimmung der prozentualen Identität zweier Sequenzen
kann anhand eines mathematischen Algorithmus durchgeführt
werden. Ein bevorzugtes, jedoch nicht beschränkendes, Beispiel
eines mathematischen Algorithmus, der für den Vergleich
zweier Sequenzen herangezogen werden kann, ist der Algorithmus von Karlin
et al. (1993), PNAS USA, 90: 5873–5877. Ein solcher
Algorithmus ist in dem NBLAST-Programm integriert, mit dem Sequenzen
identifiziert werden können, die eine gewünschte
Identität zu den Sequenzen der vorliegenden Erfindung aufweisen.
Um einen Lücken-Abgleich (auch "gapped alignment"), wie
hier beschrieben, zu erhalten, kann das Gapped BLAST"-Programm verwendet
werden, wie in Altschul et al. (1997), Nucleic Acids Res,
25: 3389–3402 beschrieben. Bei der Verwendung
von BLAST-und Gapped BLAST-Programmen können die Vorgabe-Parameter
des jeweiligen Programms (z. B. NBLAST) verwendet werden. Die Sequenzen
können weiter unter Verwendung der Version 9 von GAP (global
alignment program) der "Genetic Computing Group", unter Verwendung
der Vorgabe-(BLOSUM62) Matrix (values-4 to +11) mit einem Strafwert für
die Öffnung einer Lücke von –12 („gap
open penalty” für die erste Null einer Lücke)
und einem Strafwert für die Erweiterung einer Lücke
von –4 (für jede zusätzliche aufeinanderfolgende
Null in der Lücke) abgeglichen werden. Nach dem Abgleich
(alignment) wird die prozentuale Identität dadurch berechnet,
dass die Anzahl an Übereinstimmungen als Prozentanteil
der Nukleinsäuren in der beanspruchten Sequenz ausgedrückt
wird. Die beschriebenen Verfahren zur Bestimmung der prozentualen
Identität zweier Nukleinsäuresequenzen kann entsprechend,
falls erforderlich, auch auf die kodierten Aminosäuresequenzen,
d. h. die hier beschriebenen Antikörper, angewendet werden.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende RNA eine Sequenz auf, die für
die schweren Ketten gemäß der SEQ ID NO: 2 und
die leichten Ketten gemäß der SEQ ID NO: 4 kodiert.
Gemäß einer noch stärker bevorzugten
Ausführungsform weist die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende RNA eine kodierende Sequenz
gemäß der SEQ ID NO: 5 auf.
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Gemäß einer
anderen bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende RNA eine Sequenz auf, die für
die schweren Ketten gemäß der SEQ ID NO: 7 und
die leichten Ketten gemäß der SEQ ID NO: 9 kodiert.
Gemäß einer noch stärker bevorzugten
Ausführungsform weist die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende RNA eine kodierende Sequenz
gemäß der SEQ ID NO: 10 auf.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende RNA eine Sequenz auf, die für
die schweren Ketten gemäß der SEQ ID NO: 12 und
die leichten Ketten gemäß der SEQ ID NO: 14 kodiert.
Gemäß einer noch stärker bevorzugten
Ausführungsform weist die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende RNA eine kodierende Sequenz
gemäß der SEQ ID NO: 15 auf.
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Antikörper,
die durch die erfindungsgemäße RNA kodiert werden,
können weiterhin auch solche Antikörper kodieren,
die zu einer der kodierenden Sequenzen der hier beschriebenen Antikörper
der SEQ ID NO: 5, 10 oder 15, eine Sequenzidentität von
mindestens 70%, 80% oder 85%, bevorzugt mindestens 90%, stärker bevorzugt
mindestens 95% und am stärksten bevorzugt mindestens 99% über
die gesamte Länge der Nukleinsäuresequenz eines
wie hier beschriebenen Antikörpers der SEQ ID NO: 5, 10
oder 15 aufweisen.
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Solche
Antikörper, die durch die erfindungsgemäße
RNA kodiert werden, umfassen ebenfalls Antikörper gemäß den
SEQ ID NO: 5, 10 oder 15, die in einer der hier beschriebenen schweren
Ketten gemäß der SEQ ID NO: 2, 7 oder 12 und/oder
in einer der hier beschriebenen leichten Ketten gemäß der
SEQ ID NO: 4, 9 oder 14 eine Sequenzidentität von mindestens
70%, 80% oder 85%, bevorzugt mindestens 90%, stärker bevorzugt
mindestens 95% und am stärksten bevorzugt mindestens 99% über
die gesamte Länge der kodierenden Sequenz für
die jeweilige leichte und/oder schwere Kette aufweisen bei ansonsten
unveränderter kodierender Antikörpersequenz der
SEQ ID NO: 5, 10 oder 15.
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Insgesamt
also wird mit Hilfe der vorliegenden Erfindung ein neuer Weg bereitgestellt,
Antikörper-Therapien auf der Basis von RNA, insbesondere
mRNA durchzuführen. Dergestalt können klinisch
erprobte Antikörper, bspw. Angiogenese-Hemmer auf Antikörper-Basis,
bspw. Bevacizumab (monoklonaler Immunglobulin G, Antikörper,
der an den Gefäßwachstumsfaktor VEGF (vascular
endothelial growth factor) bindet; oder Trastuzumab (Herceptin),
ein indirekter Hemmstoff, der die Wirkung von Tumorproteinen an
Rezeptoren hemmt, oder bspw. Rituximab oder Cetuximab (gegen den
Epidermal Growth Factor Receptor (EGRF) gerichtet) auf RNA-Basis
zur Verfügung gestellt werden, so dass die RNA für
diese Antikörper kodiert.
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Die
erfindungsgemäße, einen Antikörper kodierende
RNA weist in einer bevorzugten Ausführungsform typischerweise
zusätzlich mindestens eine der folgenden Modifikationen
auf, die bevorzugt geeignet sind, die Stabilität der kodierenden
RNA zu steigern, die Expression des dadurch kodierten Antikörpers
zu verbessern, die Zellpermeabilität zu steigern, eine
Lokalisierung des Antikörpers an oder in bestimmte Zellkompartimente
zu ermöglichen, etc.. Jede dieser im folgenden genannten
Modifikationen der hier beschriebenen erfindungsgemäßen
RNA (modifizierte RNA) kann mit einander in geeigneter Weise kombiniert
werden, wobei bevorzugt solche Modifikationen miteinander kombiniert
werden, die nicht miteinander interferieren oder die Stabilität
bzw. Zellpermeabilität der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, modifizierten RNA oder die
Expression des dadurch kodierten Antikörpers nicht negativ
beeinflusst. Die Nomenklatur „(modifiziert)" wird für
die gesamte vorliegende Erfindung mit dem Inhalt von „ggf.
modifiziert" gleichgesetzt.
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Modifikationen
der hier beschriebenen erfindungsgemäßen RNA (modifizierte
RNA) können bspw. Modifikationen der Nukleotide der RNA
umfassen. Eine erfindungsgemäße RNA (modifizierte
RNA) kann so bspw. Backbone-Modifikationen, Zucker-Modifikationen
oder Basen-Modifikationen umfassen. Die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, RNA weist dabei typischerweise
zunächst Nukleotide auf, die aus allen natürlich
auftretenden Nukleotiden sowie deren Analoga (modifizierte Nukleotide)
ausgewählt werden können, wie z. B. Ribonukleotide
und/oder Desoxyribonukleotide. Nukleotide im Sinne der vorliegenden
Erfindung umfassen daher, ohne darauf beschränkt zu sein,
bspw. Purine (Adenin (A), Guanin (G)) oder Pyrimidine (Thymin (T),
Cytosin (C), Uracil (U)), sowie als modifizierte Nukleotide Analoge
oder Derivate von Purinen und Pyrimidinen wie z. B. 1-Methyl-Adenin,
2-Methyl-Adenin, 2-Methylthio-N6-isopentenyl-Adenin, N6-Methyl-Adenin, N6-Isopentenyl-Adenin,
2-Thio-Cytosin, 3-Methyl-Cytosin, 4-Acetyl-Cytosin, 5-Methyl-Cytosin,
2,6-Diaminopurin, 1-Methyl-Guanin, 2-Methyl-Guanin, 2,2-Dimethyl-Guanin,
7-Methyl-Guanin, Inosin, 1-Methyl-Inosin, Pseudouracil (5-Uracil),
Dihydro-Uracil, 2-Thio-Uracil, 4-Thio-Uracil, 5-Carboxymethylaminomethyl-2-thio-Uracil,
5-(Carboxyhydroxylmethyl)-Uracil, 5-Fluoro-Uracil, 5-Bromo-Uracil,
5-Carboxymethylaminomethyl-Uracil, 5-Methyl-2-Thio-Uracil, 5-Methyl-Uracil,
N-Uracil-5-oxyessigsäuremethylester, 5-Methylaminomethyl-Uracil, 5-Methoxyaminomethyl-2-thio-Uracil,
5'-Methoxycarbonylmethyl-Uracil, 5-Methoxy-Uracil, Uracil-5-oxyessigsäuremethylester,
Uracil-5-oxyessigsäure (v), 1-Methyl-Pseudouracil, Queosin, β-D-Mannosyl-Queosin,
Wybutoxosin, sowie Phosphoramidate, Phosphorthioate, Peptidnukleotide,
Methylphosphonate, 7-Deazaguanosin, 5-Methylcytosin und Inosin.
Die Herstellung derartiger Analoga sind einem Fachmann bspw. aus
den
US-Patenten 4,373,071 ,
US 4,401,796 ,
US 4,415,732 ,
US 4,458,066 ,
US 4,500,707 ,
US 4,668,777 ,
US 4,973,679 ,
US 5,047,524 ,
US 5,132,418 ,
US 5,153,319 ,
US 5,262,530 und
5,700,642 bekannt, deren Offenbarung
durch Verweis hier vollumfänglich mit aufgenommen ist.
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Insbesondere
kann eine erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, RNA Backbone-Modifikationen aufweisen. Eine Backbone-Modifikation
ist im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung eine Modifikation,
bei der Phosphate des Rückgrates („Backbone")
der in der RNA enthaltenen Nukleotide chemisch modifiziert sind.
Solche Backbone-Modifikationen umfassen dabei typischerweise, ohne
darauf beschränkt zu sein, Modifikationen aus der Gruppe,
bestehend aus Methylphosphonaten, Phosphoramidaten, Phosphorthioaten
(z. B. Cytidin-5'-O-(1-thiophosphat)), etc..
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Eine
erfindungsgemäße, einen Antikörper kodierende,
RNA kann ebenfalls auch Zucker-Modifikationen aufweisen. Eine Zucker-Modifikation
im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung ist eine chemische
Modifikation des Zuckers der enthaltenen Nukleotide und umfasst,
ohne darauf beschränkt zu sein, typischerweise Zucker-Modifikationen,
ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus 2'-Deoxy-2'-fluoro-oligoribonucleotid
(2'-Fluoro-2'-deoxycytidin-5'-triphosphat, 2'-Fluoro-2'-deoxyuridin-5'-triphosphat),
2'-Deoxy-2'-deamin-oligoribonucleotid (2'-Amino-2'-deoxycytidin-5'-triphosphat,
2'-Amino-2'-deoxyuridin-5'-triphosphat), 2'-O-Alkyloligoribonucleotid,
2'-Deoxy-2'-C-alkyloligoribonucleotid (2'-O-Methylcytidin-5'-triphosphat,
2'-Methyluridin-5'-triphosphat), 2'-C-alkyloligoribonucleotid, und
Isomere davon (2'-Aracytidin-5'-triphosphat, 2'-Arauridin-5'-triphosphat),
oder Azidotriphosphate (2'-Azido-2'-deoxycytidin-5'-triphosphat,
2'-Azido-2'-deoxyuridin-5'-triphosphat).
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Bevorzugt
weist die erfindungsgemäße modifizierte RNA-Sequenz
jedoch keine Zucker-Modifikationen oder Backbone-Modifikationen
auf, falls z. B. eine in vitro-Transkription erforderlich ist. Dieser
bevorzugte Ausschluss liegt in der Problematik begründet,
dass bestimmte Backbone-Modifikationen und Zucker-Modifikationen
von RNA Sequenzen einerseits deren in vitro-Transkription verhindern
oder zumindest stark vermindern können. So funktioniert
eine beispielhaft durchgeführte in vitro Transkription
von eGFP bspw. nur mit den Zucker-Modifikationen 2'-Amino-2'-deoxyuridin-5'-phosphat,
2'-Fluoro-2'-deoxyuridin-5'-phosphat und 2'-Azido-2'-deoxyuridin-5'-phosphat.
Zusätzlich kann durch Backbone-Modifikationen, und, unabhängig
davon, durch Zucker-Modifikationen von RNA-Sequenzen, die Translation
des Proteins, d. h. die Proteinexpression in vitro bzw. in vivo
typischerweise erheblich vermindert werden. Dies konnte bspw. für
eGFP im Zusammenhang mit den oben ausgewählten Backbone-Modifikationen
und Zucker-Modifikationen gezeigt werden.
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Eine
erfindungsgemäße, einen Antikörper kodierende,
RNA kann ebenfalls auch Modifikationen der Basen der enthaltenen
Nukleotide (Basen-Modifikationen) aufweisen. So kann bspw. die erfindungsgemäße, einen
Antikörper kodierende, RNA kann derart modifiziert werden,
dass lediglich ein oder mehrere Nukleotide der modifizierten RNA
gegen Nukleotide mit Basen-Modifikationen ausgetauscht werden, die
bevorzugt geeignet sind, die Expression des durch die RNA kodierten
Antikörpers signifikant gegenüber der nicht-veränderten, d.
h. nativen, RNA-Sequenz zu steigern. Signifikant bedeutet in diesem
Fall eine Steigerung der Expression des Antikörpers aufgrund
der modifizierten RNA-Sequenz gegenüber der nativen RNA-Sequenz
um mindestens 20%, bevorzugt mindestens 30%, 40%, 50% oder 60%,
noch stärker bevorzugt um mindestens 70%, 80%, 90% oder
gar 100% und am stärksten bevorzugt um mindestens 150%,
200% oder gar 300%. Ein modifiziertes Nukleotid, das eine Basen-Modifikation
aufweist, wird im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung Basen-modifiziertes
Nukleotid genannt und wird, ohne darauf beschränkt zu sein,
bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus: 2-Amino-6-Chloropurinribosid-5'-triphosphat,
2-Aminoadenosin-5'-triphosphat, 2-Thiocytidin-5'-triphosphat, 2-Thiouridin-5'-triphosphat,
4-Thiouridin-5'-triphosphat, 5-Aminoallylcytidin-5'-triphosphat,
5-Aminoallyluridin-5'-triphosphat, 5-Bromocytidin-5'-triphosphat,
5-Bromouridin-5'-triphosphat, 5-Iodocytidin-5'-triphosphat, 5-Iodouridin-5'-triphosphat,
5-Methylcytidin-5'-triphosphat, 5-Methyluridin-5'-triphosphat, 6-Azacytidin-5'-triphosphat,
6-Azauridin-5'-triphosphat, 6-Chloropurinribosid-5'-triphosphat, 7-Deazaadenosin-5'-triphosphat,
7-Deazaguanosin-5'-triphosphat, 8-Azaadenosin-5'-triphosphat, 8-Azidoadenosin-5'-triphosphat,
Benzimidazol-ribosid-5'-triphosphat, N1-Methyladenosin-5'-triphosphat,
N1-Methylguanosin-5'-triphosphat, N6-Methyladenosin-5'-triphosphat,
O6-Methylguanosin-5'-triphosphat, Pseudouridin-5'-triphosphat, Puromycin-5'-triphosphat,
oder Xanthosine-5'-triphosphat. Besonders bevorzugt werden Nukleotide
für Basen-Modifikationen ausgewählt aus der Gruppe
von Basen-modifizierten Nukleotiden, bestehend aus 5-Methylcytidin-5'-triphosphat
und Pseudouridin-5'-triphosphat.
-
Ohne
darauf festgelegt zu sein, führen die Erfinder in diesem
Zusammenhang eine Steigerung der Expression des durch die erfindungsgemäße
(Basen-)modifizierte RNA kodierten Antikörpers u. a. auf
die Verbesserung der Stabilisierung von Sekundärstrukturen
und ggf. auf die gebildete „starrere" Struktur der RNA und
das verstärkte „base stacking" zurück.
So ist bspw. für Pseudouridin-5'-triphosphat bekannt, dass
dieses natürlich in strukturellen RNAs (tRNA, rRNA und
snRNA) in Euka ryonten als auch in Prokaryonten auftritt. Es wird
in diesem Zusammenhang angenommen, dass Pseudouridin in rRNA für
die Stabilisierung von Sekundärstrukturen notwendig ist.
Im Laufe der Evolution hat der Anteil an Pseudouridin in der RNA
zugenommen und es konnte überraschenderweise gezeigt werden,
dass die Translation von dem Vorhandensein von Pseudouridin in der
tRNA und rRNA abhängt, wobei vermutlich dabei die Interaktion
zwischen tRNA und mRNA verstärkt wird. Die Umwandlung von
Uridin zu Pseudouridin erfolgt posttranskriptionell durch Pseudouridin-Synthase.
Bei 5-Methylcytidin-5'-triphosphat erfolgt ebenfalls eine posttranskriptionelle
Modifikation von RNA, die durch Methyltransferasen katalysiert wird.
Eine weitere Steigerung des Anteils von Pseudouridin sowie die Basen-Modifikation
von anderen Nukleotiden führt angenommenerweise zu ähnlichen
Effekten, die allerdings im Unterschied zu den natürlich
auftretenden gesteigerten Anteilen von Pseudouridin in der Sequenz
gezielt und mit wesentlich größerer Variabilität
durchgeführt werden können. Für 5-Methylcytidin-5'-triphosphat
und die weiteren hier genannten Basen-Modifikationen wird daher
ein ähnlicher Mechanismus angenommen wie für Pseudouridin-5'-triphosphat,
d. h. eine verbesserte Stabilisierung von Sekundärstrukturen,
und darauf basierend eine verbesserte Translationseffizienz. Neben
dieser strukturell begründeten Expressionssteigerung wird jedoch
auch ein positiver Effekt auf die Translation unabhängig
von der Stabilisierung von Sekundärstrukturen und einer „starreren"
Struktur der RNA vermutet. Weitere Ursachen der Expressionssteigerung
liegen ggf. auch in der geringeren Abbaurate der RNA-Sequenzen durch
RNAsen in vitro oder in vivo begründet.
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Die
zuvor beschriebenen Modifikationen der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, RNA kann/können
mit Hilfe von Verfahren in die RNA eingebracht werden, die einem
Fachmann bekannt sind. In Frage kommen dazu bspw. Syntheseverfahren
unter Verwendung von (automatischen oder halbautomatischen) Oligonukleotidsynthesegeräten,
biochemische Verfahren, wie z. B. in vitro-Transkriptionsverfahren, etc..
Bevorzugt können in diesem Zusammenhang bei (kürzeren)
Sequenzen, die im Allgemeinen eine Länge von 50–100
Nukleotiden nicht überschreiten, Syntheseverfahren unter
Verwendung von (automatischen oder halbautomatischen) Oligonukleotidsynthesegeräten
als auch in vitro-Transkriptionsverfahren eingesetzt werden. Bei
(längeren) Sequenzen, z. B. Sequenzen, die eine Länge
von mehr als 50 bis 100 Nukleotiden aufweisen, kommen bevorzugt
biochemische Verfahren in Frage, wie bspw. in vitro-Transkriptionsverfahren,
bevorzugt ein wie hier beschriebenes in vitro-Transkriptionsverfahren,
ggf. unter Verwendung der erfindungsgemäßen modifizierten
RNA.
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Modifikationen
mit wie hier beschriebenen Nukleotiden bei einer erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, RNA können an mindestens
einem (modifizierbaren) Nukleotid der erfindungsgemäßen
RNA-Sequenz auftreten, bevorzugt an mindestens 2, 3, 4, 5, 6, 7,
8, 9 oder 10 (modifizierbaren) Nukleotiden, stärker bevorzugt
an mindestens 10–20 (modifizierbaren) Nukleotiden, noch
stärker bevorzugt an mindestens 10–100 (modifizierbaren)
Nukleotiden und am stärksten bevorzugt an mindestens 10–200,
10 bis 1000 oder 10 bis 10.000 oder mehr (modifizierbaren), z. B.
allen, Nukleotiden. Alternativ formuliert können Modifikationen
bei einer erfindungsgemäßen, einen Antikörper
kodierenden, RNA an mindestens einem (modifizierbaren) Nukleotid
der erfindungsgemäßen RNA-Sequenz auftreten, bevorzugt
an mindestens 10% aller (modifizierbaren) Nukleotide, stärker
bevorzugt an mindestens 25% aller (modifizierbaren) Nukleotide,
noch stärker bevorzugt an mindestens 50% aller (modifizierbaren)
Nukleotide, sogar noch stärker bevorzugt an mindestens
75% aller (modifizierbaren) Nukleotide und am stärksten
bevorzugt an 100% der in der erfindungsgemäßen
RNA-Sequenz enthaltenen (modifizierbaren) Nukleotide. Ein „modifizierbares
Nukleotid" ist in diesem Zusammenhang jedes (bevorzugt natürlich
vorkommende (native) und damit nicht-modifizierte) Nukleotid, das
gegen ein, wie hier beschriebenes, modifiziertes Nukleotid ausgetauscht
werden soll. Dabei können alle Nukleotide der RNA-Sequenz
modifiziert werden oder nur bestimmte ausgewählte Nukleotide
der RNA-Sequenz. Sollen alle Nukleotide der RNA-Sequenz modifiziert
werden, so sind 100% der „modifizierbaren Nukleotide" der
RNA-Sequenz alle Nukleotide der verwendeten RNA-Sequenz. Sollen
dagegen nur bestimmte ausgewählte Nukleotide der RNA-Sequenz
modifiziert werden, so sind die ausgewählten Nukleotide
bspw. Adenosin, Cytidin, Guanosin oder Uridin. So kann bspw. ein
Adenosin der nativen Sequenz gegen ein modifiziertes Adenosin ausgetauscht werden,
ein Cytidin gegen ein modifiziertes Cytidin, ein Uridin gegen ein
modifiziertes Uridin und ein Guanosin gegen ein modifiziertes Guanosin.
In diesem Fall sind 100% der „modifizierbaren Nukleotide"
der RNA-Sequenz 100% der in der verwendeten RNA-Sequenz enthaltenen
Adenosine, Cytidine, Guanosine oder Uridine.
-
Gemäß einer
anderen ganz bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung kann die erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, RNA bspw. einen GC-Gehalt aufweisen, der gegenüber
der nativen, d. h. nicht-modifizierten (Vorläufer)RNA-Sequenz
verändert wurde. Gemäß einer ersten Alternative
der erfindungsgemäßen, einen Antikörper
kodierenden, RNA ist der G/C-Gehalt für den kodierenden
Bereich der erfindungsgemäßen RNA größer
als der G/C-Gehalt für den kodierenden Bereich der nativen
RNA-Sequenz, wobei die kodierte Aminosäuresequenz des Antikörpers
oder Antikörperfragments gegenüber dem Wildtyp,
d. h. der durch die native RNA-Sequenz kodierten Aminosäuresequenz
des Antikörpers oder Antikörperfragments, unverändert
ist. Dabei spielt die Zusammensetzung und die Abfolge der verschiedenen
Nukleotide eine große Rolle. Insbesondere sind Sequenzen
mit erhöhtem G(Guanin)/C(Cytosin)-Gehalt stabiler als Sequenzen
mit einem erhöhten A(Adenin)/U(Uracil)-Gehalt. Daher werden
erfindungsgemäß unter Beibehaltung der translatierten
Aminosäureabfolge die Codons gegenüber der Wildtyp-RNA
derart variiert, dass sie vermehrt G/C-Nukleotide beinhalten. Da
mehrere Codons für ein und dieselbe Aminosäure
kodieren (Degeneration des genetischen Codes), können die
für die Stabilität günstigsten Codons
ermittelt werden (alternative Codonverwendung, engl. "codon usage").
-
In
Abhängigkeit von der durch die erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, RNA zu kodierenden Aminosäure
sind unterschiedliche Möglichkeiten zur Modifikation der
nativen Sequenz der erfindungsgemäßen RNA möglich.
Im Fall von Aminosäuren, die durch Codons kodiert werden,
die ausschließlich G- oder C-Nukleotide enthalten, ist
keine Modifikation des Codons erforderlich. So erfordern die Codons
für Pro (CCC oder CCG), Arg (CGC oder CGG), Ala (GCC oder
GCG) und Gly (GGC oder GGG) keine Veränderung, da kein
A oder U vorhanden ist.
-
In
folgenden Fällen werden die Codons, welche A- und/oder
U-Nukleotide enthalten durch Substituieren anderer Codons, welche
für die gleichen Aminosäuren kodieren, jedoch
kein A und/oder U enthalten, verändert. Beispiele sind:
- • Die Codons für Pro können
von CCU oder CCA zu CCC oder CCG verändert werden;
- • die Codons für Arg können von CGU
oder CGA oder AGA oder AGG zu CGC oder CGG verändert werden;
- • die Codons für Ala können von GCU
oder GCA zu GCC oder GCG verändert werden;
- • die Codons für Gly können von GGU
oder GGA zu GGC oder GGG verändert werden.
-
In
anderen Fällen können A- bzw. U-Nukleotide zwar
nicht aus den Codons eliminiert werden, es ist jedoch möglich,
den A- und U-Gehalt durch Verwendung von Codons zu vermindern, die
weniger A- und/oder U-Nukleotide enthalten. Zum Beispiel:
- • Die Codons für Phe können
von UUU zu UUC verändert werden;
- • die Codons für Leu können von UUA,
CUU oder CUA zu CUC oder CUG verändert werden;
- • die Codons für Ser können von UCU
oder UCA oder AGU zu UCC, UCG oder AGC verändert werden;
- • das Codon für Tyr kann von UAU zu UAC verändert
werden;
- • das Stop-Codon UAA kann zu UAG oder UGA verändert
werden;
- • das Codon für Cys kann von UGU zu UGC verändert
werden;
- • das Codon His kann von CAU zu CAC verändert
werden;
- • das Codon für Gin kann von CAA zu CAG verändert
werden;
- • die Codons für Ile können von AUU
oder AUA zu AUC verändert werden;
- • die Codons für Thr können von ACU
oder ACA zu ACC oder ACG verändert werden;
- • das Codon für Asn kann von AAU zu AAC verändert
werden;
- • das Codon für Lys kann von AAA zu AAG verändert
werden;
- • die Codons für Val können von GUU
oder GUA zu GUC oder GUG verändert werden;
- • das Codon für Asp kann von GAU zu GAC verändert
werden;
- • das Codon für Glu kann von GAA zu GAG verändert
werden.
-
Im
Falle der Codons für Met (AUG) und Trp (UGG) besteht hingegen
keine Möglichkeit der Sequenz-Modifikation.
-
Die
vorstehend aufgeführten Substitutionen können
selbstverständlich einzeln aber auch in allen möglichen
Kombinationen zur Erhöhung des G/C-Gehalts der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, RNA gegenüber der
nativen RNA-Sequenz (bzw. Nukleinsäuresequenz) verwendet
werden. So können beispielsweise alle in der nativen RNA-Sequenz
auftretenden Codons für Thr zu ACC (oder ACG) verändert
werden. Vorzugsweise werden jedoch Kombinationen der vorstehenden
Substitutionsmöglichkeiten genutzt, z. B.:
- • Substitution aller in der nativen RNA-Sequenz für
Thr kodierenden Codons zu ACC (oder ACG) und Substitution aller
ursprünglich für Ser kodierenden Codons zu UCC
(oder UCG oder AGC);
- • Substitution aller in der nativen RNA-Sequenz für
Ile kodierenden Codons zu AUC- und Substitution aller ursprünglich
für Lys kodierenden Codons zu AAG und Substitution aller
ursprünglich für Tyr kodierenden Codons zu UAC;
- • Substitution aller in der nativen RNA-Sequenz für
Val kodierenden Codons zu GUC (oder GUG) und Substitution aller
ursprünglich für Glu kodierenden Codons zu GAG
und Substitution aller ursprünglich für Ala kodierenden
Codons zu GCC (oder GCG) und Substitution aller ursprünglich
für Arg kodierenden Codons zu CGC (oder CGG);
- • Substitution aller in der nativen RNA-Sequenz für
Val kodierenden Codons zu GUC (oder GUG) und Substitution aller
ursprünglich für Glu kodierenden Codons zu GAG
und Substitution aller ursprünglich für Ala kodierenden
Codons zu GCC (oder GCG) und Substitution aller ursprünglich
für Gly kodierenden Codons zu GGC (oder GGG) und Substituion
aller ursprünglich für Asn kodierenden Codons
zu AAC;
- • Substitution aller in der nativen RNA-Sequenz für
Val kodierenden Codons zu GUC (oder GUG) und Substitution aller
usprünglich für Phe kodierenden Codons zu UUC
und Substitution aller ursprünglich für Cys kodierenden
Codons zu UGC und Substitution aller ursprünglich für
Leu kodierenden Codons zu CUG (oder CUC) und Substitution aller
ursprünglich für Gin kodierenden Codons zu CAG
und Substitution aller ursprünglich für Pro kodierenden
Codons zu CCC (oder CCG);
usw..
-
Bevorzugt
wird der G/C-Gehalt des kodierenden Bereichs der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, RNA gegenüber dem
G/C-Gehalt des kodierenden Bereichs der nativen RNA derart erhöht
dass mindestens 5%, mindestens 10%, mindestens 15%, mindestens 20%,
mindestens 25% oder stärker bevorzugt mindestens 30%, mindestens
35%, mindestens 40%, mindestens 45%, mindestens 50% oder mindestens 55%,
noch stärker bevorzugt mindestens 60%, mindestens 65%,
mindestens 70% oder mindestens 75% und am stärksten bevorzugt
mindestens 80%, mindestens 85%, mindestens 90%, mindestens 95% oder
mindestens 100% der möglichen modifizierbaren Codons des
kodierenden Bereichs der nativen RNA (bzw. Nukleinsäure)
modifiziert sind.
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Besonders
bevorzugt ist es in diesem Zusammenhang, den G/C-Gehalt der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, RNA, insbesondere im kodierenden
Bereich, im Vergleich zur nativen RNA-Sequenz maximal zu erhöhen.
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Eine
zweite Alternative der erfindungsgemäßen, einen
Antikörper kodierenden RNA mit Modifikationen beruht auf
der Erkenntnis, dass die Translationseffizienz der RNA auch durch
eine unter schiedliche Häufigkeit im Vorkommen von tRNAs
in Zellen bestimmt wird. Sind daher in einer RNA-Sequenz vermehrt
sogenannte "seltene" Codons vorhanden, so wird die entsprechende
RNA deutlich schlechter translatiert als in dem Fall, wenn für
relativ "häufige" tRNAs kodierende Codons vorhanden sind.
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Gemäß dieser
zweiten Alternative der erfindungsgemäßen, einen
Antikörper kodierenden, RNA ist daher der kodierende Bereich
der erfindungsgemäßen RNA gegenüber dem
kodierenden Bereich der nativen RNA derart verändert, dass
mindestens ein Codon der nativen RNA, das für eine in der
Zelle relativ seltene tRNA kodiert, gegen ein Codon ausgetauscht
ist, das für eine in der Zelle relativ häufige
tRNA kodiert, welche die gleiche Aminosäure trägt
wie die relativ seltene tRNA.
-
Durch
diese Modifikation wird die Sequenz der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, RNA derart modifiziert, dass
Codons eingefügt werden, für die häufig
vorkommende tRNAs zur Verfügung stehen. Welche tRNAs relativ
häufig in der Zelle vorkommen und welche demgegenüber
relativ selten sind, ist einem Fachmann bekannt; vgl. bspw. Akashi,
Curr. Opin. Genet. Dev. 2001, 11(6): 660–666.
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Durch
diese Modifikation können erfindungsgemäß alle
Codons der Sequenz der erfindungsgemäßen, einen
Antikörper kodierenden, RNA, die für eine in der
Zelle relativ seltene tRNA kodieren, jeweils gegen ein Codon ausgetauscht
werden, das für eine in der Zelle relativ häufige
tRNA kodiert, welche jeweils die gleiche Aminosäure trägt
wie die relativ seltene tRNA.
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Besonders
bevorzugt ist es, den in der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, RNA erhöhten, insbesondere
maximalen, sequenziellen G/C-Anteil mit den "häufigen"
Codons zu verknüpfen, ohne die durch die erfindungsgemäße
RNA kodierte Antikörpersequenz zu verändern. Diese
bevorzugte Ausführungsform stellt eine besonders effizient
translatierte und stabilisierte erfindungsgemäße
RNA-Sequenz bereit, die einen Antikörper kodiert (bspw.
für eine erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung).
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In
den Sequenzen eukaryotischer RNAs gibt es typischerweise destabilisierende
Sequenzelemente (DSE), an welche Signalproteine binden und den enzymatischen
Abbau der RNA in vivo regulieren. Daher werden zur weiteren Stabilisierung
der erfindungsgemäßen, einen Antikörper
kodieren den, RNA gegebenenfalls in dem für das Protein
kodierenden Bereich eine oder mehr Veränderungen gegenüber
dem entsprechenden Bereich der nativen RNA vorgenommen, so dass
keine destabilisierenden Sequenzelemente enthalten sind. Selbstverständlich
ist es erfindungsgemäß ebenfalls bevorzugt, gegebenenfalls
in den nicht-translatierten Bereichen (3'- und/oder 5'-UTR) vorhandene
DSE aus der RNA zu eliminieren.
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Derartige
destabilisierende Sequenzen sind bspw. AU-reiche Sequenzen ("AURES"),
die in 3'-UTR-Abschnitten zahlreicher instabiler RNA vorkommen (Caput
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 1986, 83: 1670 bis 1674).
Die erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, RNA ist daher vorzugsweise derart gegenüber
der nativen RNA verändert, dass diese keine derartigen
destabilisierenden Sequenzen mehr aufweist. Dies gilt auch für
solche Sequenzmotive, die von möglichen Endonukleasen erkannt
werden, bspw. die Sequenz GAACAAG, die im 3' UTR-Segment des für
den Transferrin-Rezeptor kodierenden Gens enthalten ist (Binder
et al., EMBO J. 1994, 13: 1969 bis 1980). Auch diese Sequenzmotive
werden bevorzugt in der erfindungsgemäßen, einen
Antikörper kodierenden, RNA eliminiert.
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Einem
Fachmann sind verschiedene Verfahren geläufig, die vorliegend
zur Substitution von Codons in RNAs geeignet sind, d. h. zur Substitution
von Codons in der erfindungsgemäßen, einen Antikörper
kodierenden, RNA. Im Falle kürzerer kodierender Bereiche
(die für wie hier beschriebene Antikörper oder
Antikörperfragmente kodieren) kann bspw. die gesamte erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, RNA chemisch unter Verwendung
von Standardtechniken synthetisiert werden, wie sie einem Fachmann
geläufig sind.
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Bevorzugt
werden allerdings Basensubstitutionen unter Verwendung einer DNA-Matrize
zur Herstellung der erfindungsgemäßen, einen Antikörper
kodierenden, RNA mit Hilfe von Techniken der gängigen zielgerichteten
Mutagenese eingeführt (siehe bspw. Maniatis et
al., Molecular Cloning: A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor
Laboratory Press, 3. Aufl., Cold Spring Harbor, NY, 2001).
Bei diesem Verfahren wird zur Herstellung der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, RNA daher ein entsprechendes
DNA-Molekül in vitro transkribiert (s. u.). Diese DNA-Matrize
besitzt ggf. einen geeigneten Promotor, bspw. einen T3, T7 -oder
SP6-Promotor, für die in vitro-Transkription, dem die gewünschte
Nukleotidsequenz für die herzustellende erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, RNA und ein Termisationssignal
für die in in vitro-Transkription fol gen. Das DNA-Molekül,
das die Matrize des herzustellenden, einen Antikörper kodierenden, RNA-Konstrukts
bildet, kann dann durch fermentative Vermehrung und anschließende
Isolierung als Teil eines in Bakterien replizierbaren Plasmids hergestellt
werden. Als dafür geeignete Plasmide können bspw.
die Plasmide pT7Ts (GenBank-Zugriffsnummer U26404; Lai et
al., Development 1995, 121: 2349 bis 2360), pGEM®-Reihe, bspw. pGEM®-1
(GenBank-Zugriffsnummer X65300; von Promega) und pSP64 (GenBank-Zugriffsnummer
X65327) genannt werden; vgl. auch Mezei und Storts, Purification
of PCR Products, in: Griffin und Griffin (Hrsg.), PCR Technology:
Current Innovation, CRC Press, Boca Raton, FL, 2001.
-
Es
kann so unter Verwendung kurzer synthetischer RNA- oder DNA-Oligonukleotide,
die an den entstehenden Schnittstellen kurze einzelsträngige Übergänge
aufweisen, oder durch chemische Synthese hergestellte Gene, die
gewünschte Nukleotidsequenz nach einem Fachmann geläufigen
molekularbiologischen Methoden in ein geeignetes Plasmid kloniert
werden (vgl. Maniatis et al., (2001) supra). Das
RNA- oder DNA-Molekül wird dann aus dem Plasmid, in welchem
es in einfacher oder mehrfacher Kopie vorliegen kann, durch Verdauung
mit Restriktionsendonukleasen ausgeschnitten.
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Gemäß einer
besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann
die oben beschriebene erfindungsgemäße, einen
Antikörper kodierende (modifizierte) RNA, insbesondere
falls die RNA als mRNA vorliegt, darüber hinaus eine 5'-Cap-Struktur
(ein modifiziertes Guanosin-Nukleotid) aufweisen. Als Beispiele von
Cap-Strukturen können, ohne darauf festgelegt zu sein,
m7G(5')ppp (5'(A,G(5')ppp(5')A und G(5')ppp(5')G genannt werden.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
enthält die erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, (modifizierte) RNA, insbesondere falls die RNA als mRNA
vorliegt, einen Poly-A-Schwanz am 3'-Terminus von typischerweise
etwa 10 bis 200 Adenosin-Nukleotiden, bevorzugt etwa 10 bis 100
Adenosin-Nukleotiden, stärker bevorzugt etwa 20 bis 70
Adenosin-Nukleotiden oder noch stärker bevorzugt etwa 20
bis 60 Adenosin-Nukleotiden.
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Gemäß einer
anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
enthält die erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, (modifizierte) RNA, insbesondere falls die RNA als mRNA
vorliegt, einen Poly-C-Schwanz am 3'-Terminus von typischerweise
etwa 10 bis 200 Cyto sin-Nukleotiden, bevorzugt etwa 10 bis 100 Cytosin-Nukleotiden,
stärker bevorzugt etwa 20 bis 70 Cytosin-Nukleotiden oder
noch stärker bevorzugt etwa 20 bis 60 oder gar 10 bis 40
Cytosin-Nukleotiden.
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Die
erfindungsgemäße, einen Antikörper kodierende,
(modifizierte) RNA, kann gemäß einer weiteren Ausführungsform
zusätzlich einen Nukleinsäureabschnitt enthalten,
der einen Tag zur Aufreinigung kodiert. Solche Tags umfassen, ohne
jedoch darauf beschränkt zu sein, z. B. einen Hexahistidin-Tag
(His-Tag, Polyhistidin-Tag), einen Streptavidin-Tag (Strep-Tag),
einen SBP-Tag (Streptavidin-Bindungs-Tag), einen GST (Glutathion-S-Transferase)-Tag,
etc.. Weiterhin kann die erfindungsgemäße, einen
Antikörper kodierende, (modifizierte) RNA einen Tag für
die Aufreinigung über ein Antikörper-Epitop kodieren
(Antikörper-Bindungs-Tag), z. B. einen Myc-Tag, ein Swa11-Epitop,
einen FLAG-Tag, einen HA-Tag, etc., d. h. über Erkennung des
Epitops über den (immobilisierten) Antikörper.
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Für
eine effiziente Translation von RNA, insbesondere mRNA, ist weiterhin
eine wirksame Bindung der Ribosomen an die Ribosomen-Bindungsstelle
(Kozak-Sequenz: GCCGCCACCAUGG (SEQ ID NO: 16), das AUG bildet das
Startcodon) erforderlich. Diesbezüglich ist festgestellt
worden, dass ein erhöhter A/U-Gehalt um diese Stelle herum
eine effizientere Ribosomen-Bindung an die RNA ermöglicht.
Daher kann, gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, (modifizierte) RNA einen um
die Ribosomen-Bindungsstelle erhöhten A/U-Gehalt aufweisen,
bevorzugt einen um 5 bis 50%, stärker bevorzugt einen um
25 bis 50% oder mehr erhöhten A/U-Gehalt, gegenüber
der nativen RNA.
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Des
weiteren ist es gemäß einer Ausführungsform
der erfindungsgemäßen, einen Antikörper
kodierenden, (modifizierten) RNA möglich, in die RNA eine
oder mehr sog. IRES (engl. "internal ribosomal entry side") einzufügen.
Eine IRES kann so als alleinige Ribosomen-Bindungsstelle fungieren,
sie kann jedoch auch zur Bereitstellung einer erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA dienen,
die für mehrere Antikörper oder Antikörperfragmente
kodiert, die unabhängig voneinander durch die Ribosomen translatiert
werden sollen ("multicistronische RNA"). Eine solche RNA kann bspw.
eine vollständige Sequenz eines Antikörpers kodieren,
wobei die entsprechenden kodierenden Bereiche der schweren und leichten
Kette durch eine IRES-Sequenz miteinander (funktionell) verknüpft
sind. Erfindungsgemäß werden die beschriebenen IRES-Sequenzen
insbesondere zur (nahezu) gleichzeitigen und gleichmäßigen
Expression der leichten und der schweren Ketten des durch die erfindungsgemäße
RNA kodierten Antikörpers eingesetzt. Beispiele erfindungsgemäß verwendbarer
IRES-Sequenzen sind diejenigen aus Picornaviren (z. B. FMDV), Pestviren (CFFV),
Polioviren (PV), Enzephalo-Myocarditis-Viren (ECMV), Maul-und-Klauenseuche-Viren
(FMDV), Hepatitis-C-Viren (HCV), Klassisches-Schweinefieber-Viren
(CSFV), Murines-Leukoma-Virus (MLV), Simean-Immundefizienz-Viren
(SIV), Cricket-Paralysis-Viren (CrPV), oder eine SIRES-Sequenz.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
weist die erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, (modifizierte) RNA in den 5'- und/oder 3'-nicht translatierten
Bereichen Stabilisierungssequenzen auf, die befähigt sind,
die Halbwertszeit der RNA im Cytosol zu erhöhen. Diese
Stabilisierungssequenzen können eine 100%ige Sequenzhomologie
zu natürlich vorkommenden Sequenzen aufweisen, die in Viren,
Bakterien und Eukaryoten auftreten, können aber auch teilweise
oder vollständig synthetischer Natur sein. Als Beispiel
für stabilisierende Sequenzen, die in der vorliegenden
Erfindung verwendbar sind, können die nicht-translatierten
Sequenzen (UTR) des β-Globingens, bspw. von Homo sapiens
oder Xenopus laevis, genannt werden. Ein anderes Beispiel einer
Stabilisierungssequenz weist die allgemeine Formel (C/U)CCANxCCC(U/A)PyxUC(C/U)CC
(SEQ ID NO: 17) auf, die im 3'UTR der sehr stabilen RNA enthalten
ist, die für α-Globin, α-(I)-Collagen,
15-Lipoxygenase oder für Tyrosin-Hydroxylase kodiert (vgl. Holcik
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 1997, 94: 2410 bis 2414).
Selbstverständlich können derartige Stabilisierungssequenzen einzeln
oder in Kombination miteinander als auch in Kombination mit anderen,
einem Fachmann bekannten Stabilisierungssequenzen verwendet werden.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, (modifizierte) RNA zusätzlich
zu dem wie hier beschriebenen Antikörper ein sekretorisches
Signalpeptid kodieren. Solche Signalpeptide sind (Signal-)Sequenzen,
die üblicherweise eine Länge von 15 bis 30 Aminosäuren
umfassen und bevorzugt am N-Terminus des kodierten Antikörpers
lokalisiert sind. Signalpeptide ermöglichen typischerweise
den Transport eines damit fusionierten Antikörpers (hier
z. B. eines Antikörpers), zu einem oder in ein definiertes
zelluläres Kompartiment, bevorzugt die Zelloberfläche,
das endoplasmatische Reticulim oder das endosomal-lysosomale Kompartiment.
Beispiele erfindungsgemäß verwendbarer Signalsequenzen
sind z. B.
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Signalsequenzen
von klassischen und nicht klassischen MHC-Molekülen, Cytokinen,
Immunglobulinen, der invarianten Kette, Lamp1, Tapasin, Erp57, Calretikulin
und Calnexin, sowie aller weiteren membranständigen, endosomal-lysosomal-
oder endoplasmatisches Restikulum-assozierten Proteine. Bevorzugt
wird das Signalpepid des humanen MHC-Klasse-I-Moleküls
HLA-A*0201 verwendet.
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Sequenzen,
die einen Transport eines damit fusionierten Antikörpers
(hier z. B. eines Antikörpers), zu einem oder in ein definiertes
zelluläres Kompartiment, bevorzugt die Zelloberfläche,
den Kern, den Kernbereich, der Plasmamembran, dem Zytosol, dem endoplasmatischen
Reticulim, den Organellen, den Mitochondrien, dem Golgi-Apparat
oder dem endosomalen-lysosomalen Kompartiment ermöglichen,
umfassen auch, ohne darauf beschränkt zu sein, sogenannte „routing
signals", „sorting signals", „retention signals"
oder „salvage signals" und „membrane topology-stop
transfer signals" (vgl. Pugsley, A. P., Protein Targeting,
Academic Press, Inc. (1989)) auf der Ebene der erfindungsgemäßen
RNA. Lokalisierungssequenzen umfassen in diesem Zusammenhang Nukleinsäuresequenzen,
die z. B. Signale, d. h. Aminosäuresequenzen kodieren wie bspw.
KDEL (SEQ ID NO: 18) (Munro, et al., Cell 48: 899-907 (1987))
DDEL (SEQ ID NO: 19), DEEL (SEQ ID NO: 20), QEDL (SEQ ID NO: 21)
und RDEL (SEQ ID NO: 22) (Hangejorden, et al., J. Biol.
Chem. 266: 6015 (1991)) für das Endoplasmatische
Reticulum; PKKKRKV (SEQ ID NO: 23) (Lanford, et al. Cell
46: 575 (1986)) PQKKIKS (SEQ ID NO: 24) (Stanton,
L. W., et al., Proc. Natl. Acad. Sci USA 83: 1772 (1986);
QPKKP (SEQ ID NO: 25) (Harlow, et al., Mol. Cell Biol. 5:
1605 1985), und RKKR (SEQ ID NO: 26), für den
Kern; und RKKRRQRRRAHQ (SEQ ID NO: 27), (Seomi, et al.,
J. Virology 64: 1803 (1990)), RQARRNRRRRWRERQR (SEQ ID
NO: 28) (Kubota, et al., Biochem. and Biophy, Res. Comm.
162: 963 (1989)), und MPLTRRRPAASQALAPPTP (SEQ ID NO: 29)
(Siomi, et al., Cell 55: 197 (1988)) für
den Kernbereich; MDDQRDLISNNEQLP (SEQ ID NO: 30), (Bakke,
et al., Cell 63: 707–716 (1990)) für
das endosomale Kompartiment (siehe bspw. Letourneur, et
al., Cell 69: 1183 (1992) zum Targeting von Liposomen).
Weiterhin können Myristoylierungssequenzen verwendet werden,
um die exprimierten Antikörper zur Plasmamembran zu leiten
oder zu bestimmten verschiedenen subzellulären Kompartimenten,
wie dem Kernbereich, den Organellen, den Mitochondrien und dem Golgi-Apparat.
Nachfolgend sind entsprechende Aminosäure-Sequenzen angegeben,
die durch eine entsprechende Codon-Abfolge von der erfindungsgemäßen
RNA kodiert werden. Die Sequenz MLFNLRXXLNNAAFRHGHNFMVRNFRCGQPLX
(SEQ ID NO: 31) kann verwendet werden, um den Antikörper
zur mitochondrialen Matrix zu leiten (Pugsley, supra). Siehe, Tang,
et al., J. Bio. Chem. 207: 10122, bzgl. der Lokalisierung
von Proteinen (Antikörpern) zum Golgi-Apparat; zur Lokalisierung
von Proteinen zur Plasmamembran: GCVCSSNP (SEQ ID NO: 32), GQTVTTPL
(SEQ ID NO: 33), GQELSQHE (SEQ ID NO: 34), GNSPSYNP (SEQ ID NO:
35), GVSGSKGQ (SEQ ID NO: 36), GQTITTPL (SEQ ID NO: 37), GQTLTTPL
(SEQ ID NO: 38), GQIFSRSA (SEQ ID NO: 39), GQIHGLSP (SEQ ID NO:
40), GARASVLS (SEQ ID NO: 41), und GCTLSAEE (SEQ ID NO: 42); zum
Endoplasmatischen Retikulum GQNLSTSN (SEQ ID NO: 43); zum Kern GAALTILV (SEQ
ID NO: 44) und GAALTLLG (SEQ ID NO: 45); zum Endoplasmatischen Retikulum
und zum Cytoplasma GAQVSSQK (SEQ ID NO: 46) und GAQLSRNT (SEQ ID
NO: 47); zum Golgi-Apparat, zum Kern, zum Cytoplasma und zum Cytoskelett:
GNAAAAKK (SEQ ID NO: 48); zum Cytoplasma und zum Cytoskelett GNEASYPL
(SEQ ID NO: 49); und zur Plasmamembran und zum Cytoskelett GSSKSKPK
(SEQ ID NO: 50). Solche, wie zuvor beschriebenen, Sequenzen werden
bevorzugt für RNAs, kodierend für Intrabodies,
verwendet.
-
Die
hier beschriebenen Modifikationen können in geeigneter
Weise durch einen Fachmann in die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, RNA-Sequenz eingeführt
werden. Bspw. kann die Ermittlung der optimalen erfindungsgemäßen
modifizierten RNA durch dem Fachmann bekannte Verfahren durchgeführt werden,
z. B. kann die Anpassung des G/C-Gehalts manuell und/oder mittels
eines automatisierten Verfahrens durchgeführt werden, wie
gemäß
WO
02/098443 offenbart. Dabei kann die Adaptierung der RNA-Sequenzen mit
den hier beschriebenen zusätzlichen unterschiedlichen Optimierungszielen
erfolgen: Zum einen kann die Anpassung mit größtmöglichen
G/C-Gehalt, zum anderen unter bestmöglicher Berücksichtigung
der Häufigkeit der tRNAs gemäß Codon
Usage durchgeführt werden. Im ersten Schritt des Verfahrens
wird dabei eine virtuelle Translation einer beliebigen RNA (oder
DNA)-Sequenz durchgeführt, um die entsprechende Aminosäuresequenz
zu generieren. Ausgehend von der Aminosäuresequenz wird
eine virtuelle reverse Translation durchgeführt, die aufgrund
des degenerierten genetischen Codes Wahlmöglichkeiten für
die entsprechenden Codons liefert. Je nach geforderter Optimierung
bzw. Modifizierung werden zur Auswahl der geeigneten Codons entsprechende
Selektionslisten und Optimierungsalgorithmen verwendet. Die Ausführung
der Algorithmen erfolgt typischerweise mit Hilfe einer geeigneten
Software auf einem Computer. So wird die optimierte RNA-Sequenz
erstellt und kann bspw. mit Hilfe einer entsprechenden Anzeigevorrichtung
ausgegeben und mit der ursprünglichen (Wildtyp-)Sequenz
verglichen werden. Das gleiche gilt auch für die Häufigkeit
der einzelnen Nukleotide. Die Änderungen gegenüber
der ursprünglichen Nukleotidsequenz werden dabei vorzugsweise
hervorgehoben. Weiter werden gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform in der Natur bekannte stabile Sequenzen
eingelesen, welche die Grundlage für eine gemäß natürlichen
Sequenzmotiven stabilisierte RNA bieten können. Es kann
ebenfalls eine Sekundärstrukturanalyse vorgesehen werden,
die anhand von Strukturberechnungen stabilisierende und destabilisierende
Eigenschaften bzw. Bereiche der RNA analysieren kann.
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Des
weiteren kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der wirksame Transfer der erfindungsgemäßen, einen
Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA in die zu behandelnden
Zellen bzw. den zu behandelnden Organismus dadurch verbessert werden,
dass die erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, (modifizierte) RNA mit einem kationischen Peptid oder
Protein komplexiert oder daran gebunden ist. Eine solche Komplexierung/Kondensierung
der RNA, insbesondere mRNA, umfasst bspw. die Komplexierung (oder Bindung)
der erfindungsgemäßen RNA mit einem (poly)kationischen
Polymer, Polyplexen, Protein(en), insbesondere polykationischen
Protein(en), oder Peptid(en) assoziiert oder daran gebunden wird.
Vorzugsweise wird eine erfindungsgemäße RNA (mRNA)
mit mindestens einem kationischen oder polykationischen Agens komplexiert
oder kondensiert. Bevorzugt handelt es sich bei einem solchen kationischen
oder poykationischen Agens um ein Agens, das aus der Gruppe bestehend
aus Protamin, Poly-L-Lysin, Poly-L-Arginin, Nucleolin, Spermin und
Histonen, Nukleolin oder Derivaten davon ausgewählt wird.
Insbesondere bevorzugt ist die Verwendung von Protamin als polykationisches,
Nukleinsäurebindendes Protein. Diese Vorgehensweise zur
Stabilisierung der RNA wird beispielsweise in
EP-A-1083232 beschrieben,
deren diesbezüglicher Offenbarungsgehalt in die vorliegende
Erfindung vollumfänglich eingeschlossen wird.
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Gemäß einer
besonderen Ausführungsform kann die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, (modifizierte) RNA eine Lipid-Modifizierung
aufweisen. Eine solche, mit einem Lipid modifizierte RNA besteht
typischerweise aus einer, wie hier definierten, erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, RNA, mindestens einem mit
dieser RNA kovalent verknüpften Linker und mindestens einem
mit dem jeweiligen Linker kovalent verknüpften Lipid. Alternativ
besteht die mit einem Lipid modifizierte erfindungsgemäße
(modifizierte) RNA aus (mindestens) einer, wie hier definierten,
erfindungsgemäßen (modifizierten) RNA und mindestens
einem mit dieser RNA kovalent verknüpften (bifunktionellen)
Lipid. Gemäß einer dritten Alternative besteht
die mit einem Lipid modifizierte erfindungsgemäße
(modifizierte) RNA aus einer, wie hier definierten, erfin dungsgemäßen
(modifizierte) RNA, mindestens einem mit dieser RNA verknüpften
Linker und mindestens einem mit dem jeweiligen Linker kovalent verknüpften
Lipid sowie mindestens einem mit dieser erfindungsgemäßen
(modifizierte) RNA (ohne Linker) kovalent verknüpften (bifunktionellen)
Lipid.
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Das
zur Lipid-Modifikation der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA eingesetzte
Lipid ist typischerweise ein Lipid oder ein lipophiler Rest, der
bevorzugt an sich biologisch aktiv ist. Solche Lipide umfassen bevorzugt
Naturstoffe oder Verbindungen, wie z. B. Vitamine, z. B. α-Tocopherol
(Vitamin E), einschließlich RRR-α-Tocopherol (früher
D-α-Tocopherol), L-α-Tocopherol, dem Racemat D,L-α-Tocopherol,
Vitamin E-Succinat (VES), oder Vitamin A und dessen Derivate, z.
B. Retinsäure, Retinol, Vitamin D und dessen Derivate,
z. B. Vitamin D sowie dessen Ergosterol-Vorstufen, Vitamin E und
dessen Derivate, Vitamin K und dessen Derivate, z. B. Vitamin K
und verwandte Chinon- bzw. Phytolverbindungen, oder Steroide, wie
Gallensäuren, bspw. Cholinsäure, Desoxycholinsäure,
Dehydrocholinsäure, Cortison, Digoxygenin, Testosteron,
Cholesterin oder Thiocholesterin. Weitere Lipide oder lipophile
Reste im Sinne der vorliegenden Erfindung umfassen, ohne darauf
beschränkt zu sein, Polyalkylenglykole, (Oberhauser
et al., Nucl. Acids Res., 1992, 20, 533), aliphatische
Gruppen, wie z. B. C1-C20-Alkane,
C1-C20-Alkene, oder
C1-C20-Alkanolverbindungen,
etc., wie bspw. Dodecandiol, Hexadecanol oder Undecyl-Reste (Saison-Behmoaras
et al., EMBO J, 1991, 10, 111; Kabanov et al.,
FEBS Lett., 1990, 259, 327; Svinarchuk et al.,
Biochimie, 1993, 75, 49), Phospholipide, wie z. B. Phosphatidylglycerin,
Diacylphosphatidylglycerin, Phosphatidylcholin, Dipalmitoylphosphatidylcholin,
Distearoylphosphatidylcholin, Phosphatidylserin, Phosphatidylethanolamin,
Dihexadecyl-rac-glycerin, Sphingolipide, Cerebroside, Ganglioside,
oder Triethylammonium 1,2-Di-O-hexadecyl-rac-glycero-3-H-phosphonat
(Manoharan et al., Tetrahedron Lett., 1995, 36, 3651; Shea
et al., Nucl. Acids Res., 1990, 18, 3777), Polyamine oder
Polyalkylenglykole, wie z. B. Polyethylenglykol (PEG) (Manoharan
et al., Nucleosides & Nucleotides,
1995, 14, 969), Hexaethylenglykol (HEG), Palmitin oder
Palmityl-Reste (Mishra et al., Biochim. Biophys. Acta, 1995,
1264, 229), Octadecylamine oder Hexylaminocarbonyloxycholesterin-Reste (Crooke
et al., J. Pharmacol. Exp. Ther., 1996, 277, 923), sowie
Wachse, Terpene, alicyklische Kohlenwasserstoffe, gesättigte
bzw. einfach- oder mehrfach ungesättigte Fettsäurereste,
etc..
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Die
Verknüpfung zwischen dem Lipid und der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA kann
grundsätzlich an jedem Nukleotid, an der Base oder dem
Zuckerrest jedes Nukleotids, am 3'- und/oder 5'-Ende, und/oder am
Phosphatrückgrat der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA stattfinden.
Erfindungsgemäß wird eine terminale Lipid-Modifizierung
der erfindungsgemäßen (modifizierten) RNA an deren
3'- und/oder 5'-Ende besonders bevorzugt. Eine terminale Modifizierung
weist gegenüber sequenzinternen Modifikationen mehrere
Vorteile auf. Zum einen können sequenzinterne Modifikationen
das Hybridisierungsverhalten beeinflussen, was sich ggf. bei sterisch
anspruchsvollen Resten negativ auswirkt. Sequenzinterne (sterisch
anspruchsvolle) Modifikationen stören sehr oft auch bei
der Translation, was häufig zu einem Abbruch der Proteinsynthese
führen kann. Andererseits kann bei einer synthetischen
Herstellung einer mit einem Lipid modifizierten erfindungsgemäßen
(modifizierten) RNA, die ausschließlich terminal modifiziert
ist, die Synthese dieser erfindungsgemäßen, einen
Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA mit handelsüblichen,
in großer Menge verfügbaren, Monomeren durchgeführt
und im Stand der Technik bekannte Syntheseprotokolle verwendet werden.
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Gemäß einer
ersten bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Verknüpfung
zwischen der erfindungsgemäßen, einen Antikörper
kodierenden, (modifizierten) RNA und mindestens einem verwendeten
Lipid über einen (kovalent mit der (modifizierten) RNA
verknüpften) „Linker". Linker im Sinne der vorliegenden
Erfindung weisen typischerweise mindestens zwei und optional 3,
4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 10–20, 20–30 oder mehr reaktive Gruppen
auf, jeweils ausgewählt aus z. B. einer Hydroxygruppe,
einer Aminogruppe, einer Alkoxygruppe, etc.. Bevorzugt dient eine
reaktive Gruppe zur Bindung der hier beschriebenen erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA. Diese
reaktive Gruppe kann in einer geschützten Form vorliegen,
z. B. als DMT (Dimethoxytritylchlorid)-Gruppe, als Fmoc-Gruppe,
als MMT (Monomethoxytrityl-)-Gruppe, als TFA (Trifluoressigsäure)-Gruppe,
etc. Weiterhin können Schwefelgruppen durch Disulfide,
z. B. Alkylthiole, wie bspw. 3-Thiopropanol, oder mit aktivierten
Komponenten, wie 2-Thiopyridin, geschützt werden. Eine
oder mehr weitere reaktive Gruppen dienen erfindungsgemäß zur
kovalenten Bindung von einem oder mehr Lipiden. Eine erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, (modifizierte) RNA kann daher
gemäß der ersten Ausführungsform über
den kovalent gebundenen Linker bevorzugt mindestens ein Lipid binden,
z. B. 1, 2, 3, 4, 5, 5–10, 10–20, 20–30
oder mehr Lipid(e), besonders bevorzugt mindestens 3–8
oder mehr Lipide pro (modifizierter) RNA. Die gebundenen Lipide
können dabei getrennt voneinander an verschiedene Positionen
der erfindungs gemäßen, einen Antikörper
kodierenden, (modifizierten) RNA gebunden werden, aber auch als
Komplex an einer oder mehr Positionen der (modifizierten) RNA vorliegen.
Eine zusätzliche reaktive Gruppe des Linkers kann zur direkten
oder indirekten (spaltbaren) Bindung an ein Trägermaterial,
z. B. eine Festphase, verwendet werden. Bevorzugte Linker gemäß der
vorliegenden Erfindung sind z. B. Glykol, Glycerin sowie Glycerin-Derivate,
2-Aminobutyl-1,3-propandiol sowie 2-Aminobutyl-1,3-propandiol-Derivate/Gerüst,
Pyrrolidin-Linker bzw. Pyrrolidin enthaltende organische Moleküle
(insbesondere für eine Modifikation am 3'-Ende), etc..
Besonders bevorzugt werden erfindungsgemäß als
Linker Glycerin oder Glycerinderivate (C3-Anker)
oder ein 2-Aminobutyl-1,3-propandiol-Derivat/Gerüst (C7-Anker) verwendet. Ein Glycerinderivat (C3-Anker) als Linker wird insbesondere dann
bevorzugt, wenn die Lipid-Modifikation über eine Etherbindung
eingeführt werden kann. Soll die Lipid-Modifikation z.
B. über eine Amid- oder eine Urethanbindung eingeführt
werden, wird z. B. ein 2-Aminobutyl-1,3-propandiol-Gerüst
(C7-Anker) bevorzugt. In diesem Zusammenhang
ist die zwischen dem Linker und der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA entstehende
Bindung bevorzugt so beschaffen, dass sie mit den Bedingungen und
Chemikalien der Amiditchemie kompatibel ist, das heißt,
sie ist bevorzugt weder säure- noch basenlabil. Insbesondere
werden solche Bindungen bevorzugt, die synthetisch leicht zugänglich
sind, und nicht durch die ammoniakalische Abspaltprozedur eines
Nukleinsäuresyntheseverfahrens hydrolysiert werden. Als
Bindungen kommen grundsätzlich alle entsprechend geeigneten
Bindungen in Frage, bevorzugt Esterbindungen, Amidbindungen, Urethan-
sowie Etherbindungen. Neben der guten Zugänglichkeit der
Edukte (wenige Synthesestufen) ist dabei die Etherbindung aufgrund
ihrer relativ hohen biologischen Stabilität gegenüber
enzymatischer Hydrolyse besonders bevorzugt.
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Gemäß einer
zweiten bevorzugten Ausführungsform erfolgt für
die Lipid-Modifizierung der erfindungsgemäßen
(modifizierten) RNA die Verknüpfung (mindestens einer)
erfindungsgemäßen (modifizierten) RNA direkt mit
mindestens einem, wie hier beschriebenen, (bifunktionellen) Lipid,
d. h. ohne Verwendung eines, wie hier beschriebenen, Linkers. In
diesem Fall weist das erfindungsgemäße (bifunktionelle)
Lipid bevorzugt mindestens zwei reaktive Gruppen, oder optional
3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, oder mehr reaktive Gruppen, auf, wobei eine
erste reaktive Gruppe zur direkten oder indirekten Bindung des Lipids
an ein hier beschriebenes Trägermaterial und mindestens
eine weitere reaktive Gruppe zur Bindung der (modifizierten) RNA
dient. Gemäß der zweiten Ausführungsform
kann eine erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, (modifizierte) RNA daher bevor zugt mindestens ein Lipid
(direkt ohne Linker) binden, z. B. 1, 2, 3, 4, 5, 5–10,
10–20, 20–30 oder mehr Lipid(e), besonders bevorzugt
mindestens 3–8 oder mehr Lipide pro (modifizierter) RNA.
Die gebundenen Lipide können dabei getrennt voneinander
an verschiedene Positionen der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA gebunden
werden, aber auch als Komplex an einer oder mehr Positionen der
(modifizierten) RNA vorliegen. Alternativ kann gemäß der
zweiten Ausführungsform an ein, wie zuvor beschriebenes,
Lipid über dessen reaktive Gruppen mindestens eine erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, (modifizierte) RNA gebunden
werden, z. B. optional 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 10–20,
20–30 oder mehr (modifizierte) RNAs. Besonders bevorzugt
umfassen für diese zweite Ausführungsform verwendbare
Lipide solche (bifunktionellen) Lipide, die (bevorzugt an ihren
Termini oder optional intramolekular) eine Kopplung ermöglichen,
wie z. B. Polyethylenglykol (PEG) sowie Derivate davon, Hexaethylenglykol
(HEG) sowie Derivate davon, Alkandiole, Aminoalkan, Thioalkanole,
etc.. Die Bindung zwischen einem (bifunktionellen) Lipid und einer,
wie zuvor beschriebenen, erfindungsgemäßen und
einen Antikörper kodierenden (modifizierten) RNA ist bevorzugt
so beschaffen, wie für die erste bevorzugte Ausführungsform
beschrieben.
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Gemäß einer
dritten Ausführungsform kann für die Lipid-Modifizierung
der erfindungsgemäßen (modifizierten) RNA die
Verknüpfung zwischen der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA und mindestens
einem, wie hier beschriebenen, Lipid über beide der zuvor
genannten Ausführungsformen gleichzeitig erfolgen. So kann
z. B. die erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, (modifizierte) RNA an einer Position der RNA mit mindestens
einem Lipid über einen Linker verknüpft sein (analog
1. Ausführungsform) und an einer anderen Position der (modifizierten)
RNA direkt mit mindestens einem Lipid ohne Verwendung eines Linkers
(analog 2. Ausführungsform). Beispielsweise kann am 3'-Ende
der (modifizierten) RNA mindestens ein, wie hier beschriebenes,
Lipid über einen Linker mit der RNA kovalent verknüpft
werden und am 5'-Ende der (modifizierten) RNA ein, wie hier beschriebenes,
Lipid ohne einen Linker mit der RNA kovalent verknüpft
werden. Alternativ kann am 5'-Ende einer erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA mindestens
ein, wie hier beschriebenes, Lipid über einen Linker mit
der (modifizierten) RNA kovalent verknüpft werden und am
3'-Ende der (modifizierten) RNA ein, wie hier beschriebenes, Lipid ohne
einen Linker mit der (modifizierten) RNA kovalent verknüpft
werden. Ebenso können kovalente Verknüpfungen
nicht nur an den Termini der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA sondern
auch intramolekular stattfinden, wie zuvor beschrieben, z. B. am
3'-Ende und intramolekular, am 5'-Ende und intramolekular, am 3'-
und 5'-Ende und intramolekular, ausschließlich intramolekular,
etc..
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Die
hier beschriebene erfindungsgemäße (modifizierte)
RNA kann nach im Stand der Technik bekannten Herstellungsverfahren
hergestellt werden, z. B. automatisch oder manuell über
bekannte synthetische Nukleinsäuresynthesen (siehe bspw. Maniatis
et al. (2001) supra) oder auch über molekularbiologische
Verfahren, bspw. mit anschließender Aufreinigung, etwa über
chromatographische Verfahren.
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Die
erfindungsgemäße, einen Antikörper kodierende,
(modifizierte) RNA kann gemäß einem weiteren Gegenstand
der vorliegenden Erfindung zur Herstellung einer pharmazeutischen
Zusammensetzung zur Behandlung Tumoren und Krebserkrankungen, Herz-
und Kreislauferkrankungen, Infektionskrankheiten, Autoimmunkrankheiten
oder ggf. monogenetischen Erkrankungen, z. B. in der Gentherapie,
verwendet werden.
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Eine
pharmazeutische Zusammensetzung im Sinne der vorliegenden Erfindung
enthält eine, wie hier beschriebene, einen Antikörper
kodierende, (modifizierte) RNA sowie optional einen pharmazeutisch
geeigneten Träger und/oder weitere Hilfs- und Zusatzstoffe.
Die gemäß der vorliegenden Erfindung eingesetzte
pharmazeutische Zusammensetzung umfasst typischerweise eine sichere
und effektive Menge einer, wie hier beschriebenen, (modifizierten)
RNA. Wie hier verwendet, bedeutet "sichere und effektive Menge"
eine solche Menge der erfindungsgemäßen, einen
Antikörper kodierende, (modifizierte RNA), die ausreichend
ist, um signifikant eine positive Änderung eines zu behandelnden
Zustands durch Expression des kodierten Antikörpers zu
induzieren, z. B. einer Tumor- oder Krebserkrankung, einer Herz-
und Kreislauferkrankung oder einer Infektionskrankheit, wie im folgenden
beschrieben. Gleichzeitig ist eine "sichere und effektive Menge"
jedoch gering genug, um schwerwiegende Nebeneffekte bei der Therapie
dieser Erkrankungen zu vermeiden, also ein vernünftiges
Verhältnis von Vorteil und Risiko zu ermöglichen.
Die Festlegung dieser Grenzen liegen typischerweise innerhalb des
Bereichs vernünftiger medizinischer Urteilskraft. Die Konzentration
der erfindungsgemäßen, einen Antikörper
kodierenden, (modifizierten) RNA in derartigen pharmazeutischen
Zusammensetzungen kann daher bspw., ohne darauf eingeschränkt
zu werden, innerhalb eines weiten Bereichs von z. B. 0,1 ng bis 1000
mg/ml variieren. Eine solche „sichere und effektive Menge"
einer erfindungsgemäßen, einen Antikörper kodierenden,
(modifizierten) RNA kann im Zusammenhang mit dem besonderen zu behandelnden
Zustand variieren, sowie dem Alter und dem physischen Zustand des
zu behandelnden Patienten, der Schwere des Zustandes, der Dauer
der Behandlung, der Natur der begleitenden Therapie, des verwendeten
besonderen pharmazeutisch geeigneten Trägers und ähnlichen
Faktoren innerhalb des Wissens und der Erfahrung des begleitenden
Arztes. Die hier beschriebene pharmazeutische Zusammensetzung kann
für humane wie auch für veterinärmedizinische
Zwecke eingesetzt werden.
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Optional
kann die hier beschriebene erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung einen pharmazeutisch geeigneten Träger
enthalten. Der hier verwendete Begriff "pharmazeutisch geeigneter
Träger" umfasst bevorzugt einen oder mehr kompatible feste
oder flüssige Füllstoffe, bzw. Verdünnungsmittel
oder einkapselnde Verbindungen, welche für die Verabreichung
an eine Person geeignet sind. Der Begriff "kompatibel", wie hier
verwendet, bedeutet, dass die Bestandteile der Zusammensetzung in
der Lage sind, mit der erfindungsgemäßen, einen
Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA, dem optional
enthaltenen Hilfsstoff als solchem und miteinander in einer solchen
Art zusammengemischt zu werden, dass keine Interaktion auftritt, welche
wesentlich die pharmazeutische Effektivität der Zusammensetzung
unter gewöhnlichen Verwendungsbedingungen reduzieren würde,
wie z. B. die pharmazeutische Aktivität des kodierten Antikörpers
vermindern oder gar die Expression des kodierten Antikörpers
unterbinden oder verschlechtern würde. Pharmazeutisch geeignete
Träger müssen selbstverständlich eine
ausreichend hohe Reinheit und eine ausreichend geringe Toxizität
aufweisen, um sie für die Verabreichung an eine zu behandelnde
Person geeignet zu machen. Einige Beispiele von Verbindungen, welche
als pharmazeutisch geeignete Träger oder Bestandteile davon
dienen können, sind Zucker, wie beispielsweise Lactose,
Glucose und Sukrose; Stärken, wie beispielsweise Kornstärke
oder Kartoffelstärke; Cellulose und ihre Derivate, wie
beispielsweise Natriumcarboxymethylcellulose, Ethylcellulose, Celluloseacetat;
pulverisiertes Tragacanth; Malz; Gelatine; Talg; feste Gleitmittel,
wie beispielsweise Stearinsäure, Magnesiumstearat; Calciumsulfat;
Pflanzenöle, wie beispielsweise Erdnussöl, Baumwollsamenöl,
Sesamöl, Olivenöl, Kornöl und Öl
aus Theobroma; Polyole, wie beispielsweise Polypropylenglycol, Glycerin,
Sorbitol, Mannitol und Polyethylenglycol; Algininsäure;
Emulgatoren, wie beispielsweise Tween®;
Benetzungsmittel, wie beispielsweise Natriumlaurylsulfat; färbende
Agenzien; geschmacksvermittelnde Agenzien, Arzneistoffträger;
tablettenbildende Agenzien; Stabilisatoren; Antioxidantien; Konservierungsmittel;
Pyrogen-freies Wasser; isotonische Salzlösung und phosphatgepufferte
Lösungen.
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Die
Wahl eines wie oben beschriebenen pharmazeutisch geeigneten Trägers
wird grundsätzlich durch die Art bestimmt, durch die erfindungsgemäße
pharmazeutische Zusammensetzung verabreicht wird. Die erfindungsgemäße
pharmazeutische Zusammensetzung kann bspw. systemisch verabreicht
werden. Routen zur Verabreichung schließen z. B. transdermale,
orale, parenterale, einschließlich subkutane oder intravenöse Injektionen,
topische und/oder intranasale Routen ein. Die geeignete Menge der
zu verwendenden erfindungsgemäßen pharmazeutischen
Zusammensetzung kann durch Routineexperimente mit Tiermodellen bestimmt werden.
Solche Modelle schließen, ohne jedoch darauf begrenzt zu
sein, Modelle von Kaninchen, Schaf, Maus, Ratte, Hund und nicht-humane
Primatenmodelle mit ein. Bevorzugte Einheitsdosisformen zur Injektion schließen
sterile Lösungen von Wasser, physiologischer Salzlösung
oder Mischungen davon mit ein. Der pH solcher Lösungen
sollte auf etwa 7,4 eingestellt werden. Geeignete Träger
zur Injektion schließen Hydrogele, Vorrichtungen zur kontrollierten
oder verzögerten Freigabe, polylaktische Säure
und Collagenmatrizen ein. Hier verwendbare pharmazeutisch-geeignete
Träger zur topischen Anwendung schließen solche
ein, die zur Verwendung in Lotionen, Cremes, Gels u. ä.
geeignet sind. Falls die Verbindung peroral verabreicht werden soll,
sind Tabletten, Kapseln u. ä. die bevorzugte Einheitsdosisform.
Die pharmazeutisch geeigneten Träger zur Herstellung von
Einheitsdosisformen, die für die orale Verabreichung verwendbar
sind, sind im Stand der Technik gut bekannt. Ihre Auswahl wird von
sekundären Überlegungen wie Geschmack, Kosten
und Lagerfähigkeit abhängen, welche für
die Zwecke der vorliegenden Erfindung nicht kritisch sind und ohne
Schwierigkeiten durch einen Fachmann durchgeführt werden
können.
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Die
erfindungsgemäße pharmazeutische Zusammensetzung
kann ferner einen Injektionspuffer enthalten, der bevorzugt die
Transfektion als auch die Translation der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden RNA, in Zellen oder einen
Organismus verbessert. In der erfindungsgemäßen
pharmazeutischen Zusammensetzung kann bspw. ein wässriger
Injektionspuffer enthalten sein, der in Bezug auf die gesamte pharmazeutische
Zusammensetzung, falls diese in flüssiger Form vorliegt,
ein Natriumsalz, bevorzugt mindestens 50 mM eines Natriumsalzes,
ein Calciumsalz, bevorzugt mindestens 0,01 mM eines Calciumsalzes
und ggf. ein Kaliumsalz, bevorzugt mindestens 3 mM eines Kaliumsalzes
enthält. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
liegen die in einem solchen Injektionspuffer enthaltenen Natriumsalze,
Calciumsalze und ggf. Kaliumsalze in Form von Halogeniden, z. B.
Chloriden, Iodiden oder Bromiden, in Form ihrer Hydroxide, Carbonate,
Hydro gencarbonate oder Sulfate vor. Beispielhaft sollen hier für
das Natriumsalz NaCl, NaI, NaBr, Na2CO3, NaHCO3, Na2SO4, für
das ggf. enthaltene Kaliumsalz KCl, KI, KBr, K2CO3, KHCO3, K2SO4, und für
das Calciumsalz CaCl2, CaI2,
CaBr2, CaCO3, CaSO4, Ca(OH)2 genannt
werden. Auch können organische Anionen der vorgenannten
Kationen im Injektionspuffer enthalten sein. In einer besonders
bevorzugten Ausführungsform enthält ein solcher
Injektionspuffer als Salze Natriumchlorid (NaCl), Calciumchlorid
(CaCl2) und ggf. Kaliumchlorid (KCl), wobei
neben den Chloriden auch andere Anionen enthalten sein können.
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Typischerweise
liegen diese Salze in dem optional in der erfindungsgemäßen
pharmazeutischen Zusammensetzung verwendeten Injektionspuffer in
Bezug auf die gesamte pharmazeutische Zusammensetzung (falls diese
in flüssiger Form vorliegt) in einer Konzentration von
mindestens 50 mM Natriumchlorid (NaCl), mindestens 3 mM Kaliumchlorid
(KCl) und mindestens 0,01 mM Calciumchlorid (CaCl2)
vor. Der Injektionspuffer kann sowohl als hypertonischer als auch
isotonischer oder hypotonischer Injektionspuffer vorliegen. Im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung ist dabei der Injektionspuffer jeweils
in Bezug auf das jeweilige Referenzmedium hypertonisch, isotonisch
oder hypotonisch, d. h. der Injektionspuffer weist entweder einen
im Vergleich mit dem jeweiligen Referenzmedium höheren,
gleichen oder niedrigeren Salzgehalt auf, wobei bevorzugt solche
Konzentrationen der zuvor genannten Salze eingesetzt werden, die
nicht zu einer durch Osmose oder anderen Konzentrationseffekten
bedingten Schädigung der Zellen führen. Referenzmedien
sind hier beispielsweise in „in vivo"-Verfahren auftretende
Flüssigkeiten wie beispielsweise Blut, Lymphflüssigkeit,
cytosolische Flüssigkeiten, oder sonstige im Körper
vorkommende Flüssigkeiten, oder bei in „in vitro"-Verfahren üblicherweise
eingesetzte Flüssigkeiten oder Puffer. Solche Flüssigkeiten
und Puffer sind einem Fachmann bekannt.
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Der
in der erfindungsgemäßen pharmazeutischen Zusammensetzung
optional enthaltene Injektionspuffer kann auch weitere Komponenten
enthalten, bspw. Zucker (Mono-Di-Tri- oder Polysaccharide), insbesondere
Glucose oder Mannitol. In einer bevorzugten Ausführungsform
werden in dem verwendeten Injektionspuffer jedoch keine Zucker vorliegen.
Auch ist es bevorzugt, dass der Injektionspuffer gerade keine ungeladenen
Komponenten, wie beispielsweise Zucker enthält. Typischerweise
enthält der Injektionspuffer ausschließlich Metall-Kationen,
insbesondere aus der Gruppe der Alkali- oder Erdalkalimetalle, und
Anionen, insbesondere die vorbezeichneten Anionen. Der pH-Wert des
verwendeten Injektionspuffers in Bezug auf die gesamte pharmazeutische Zusammensetzung,
falls diese in flüssiger Form vorliegt, liegt vorzugsweise
zwischen 1 und 8,5, vorzugsweise zwischen 3 und 5, stärker
bevorzugt zwischen 5,5 und 7,5, insbesondere zwischen 5,5 und 6,5.
Ggf. kann der Injektionspuffer auch ein Puffersystem enthalten,
das den Injektionspuffer auf einen gepufferten pH-Wert festlegt.
Bspw. kann es sich um ein Phosphatpuffer-System, HEPES oder Na2HPO4/NaH2PO4 handeln. Ganz
besonders bevorzugt ist jedoch der verwendete Injektionspuffer dann, wenn
er keines der vorgenannten Puffersysteme enthält oder überhaupt
kein Puffersystem aufweist.
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Der
in der erfindungsgemäßen pharmazeutischen Zusammensetzung
optional enthaltene Injektionspuffer kann zusätzlich zu
den oder alternativ zu den beschriebenen monovalenten und divalenten
Kationen divalente Kationen, insbesondere aus der Gruppe der Erdalkalimetalle,
wie beispielsweise Magnesium (Mg2+), oder
auch Eisen (Fe2+), und monovalente Kationen,
insbesondere aus der Gruppe der Alkalimetalle, wie beispielsweise
Lithium (Li+), enthalten. Diese monovalenten
Kationen liegen bevorzugt in Form ihrer Salze vor, z. B. in Form
von Halogeniden, z. B. Chloriden, Iodiden oder Bromiden, in Form
ihrer Hydroxide, Carbonate, Hydrogencarbonate oder Sulfate vor.
Beispielhaft sollen hier für das Lithiumsalz LiCl, LiI,
LiBr, Li2CO3, LiHCO3, Li2SO4,
für das Magnesiumsalz MgCl2, MgI2, MgBr2, MgCO3, MgSO4, und Mg(OH)2 und für das Eisensalz FeCl2, FeBr2, FeI2, FeF2, Fe2O3, FeCO3, FeSO4, Fe(OH)2. Umfasst sind ebenfalls sämtliche
Kombinationen von di- und/oder monovalenten Kationen, wie zuvor
beschrieben. So können solche Injektionspuffer in der erfindungsgemäßen
pharmazeutischen Zusammensetzung verwendet werden, die nur divalente,
nur monovalente oder di- und monovalente Kationen enthalten. Ebenfalls
können solche Injektionspuffer verwendet werden, die lediglich
eine Sorte di- oder monovalente Kationen enthalten, insbesondere
bevorzugt z. B. lediglich Ca2+-Kationen
bzw. ein Salz davon, z. B. CaCl2. Die voranstehend
für Ca2+ (als divalentes Kation)
und Na1+ (als monovalentes Kation) vorgegebenen
Molaritäten (also typischerweise Konzentrationen von mindestens
50 mM Na+, mindestens 0,01 mM Ca2+ und ggf. mindestens 3 mM K+)
im Injektionspuffer können auch dann berücksichtigt werden,
wenn teilweise oder vollständig anstelle von Ca2+ bzw. Na1+ ein
anderes di- bzw. monovalentes Kation, insbesondere andere Kationen
aus der Gruppe der Erdalkalimetalle bzw. Alkalimetalle, im erfindungsgemäß zur
Herstellung der Injektionslösung verwendeten Injektionspuffer
zum Einsatz kommen. Zwar können Ca2+ bzw.
Na1+, wie vorstehend erwähnt, vollständig
durch jeweils andere di- bzw. monovalente Kationen im verwendeten
Injektionspuffer ersetzt sein, bspw. auch durch eine Kombination
von anderen divalenten Kationen (anstelle von Ca2+)
und/oder eine Kombination von anderen monovalenten Kationen (anstelle
von Na1+) (insbesondere eine Kombination
von anderen divalenten Kationen aus der Gruppe der Erdalkalimetalle
bzw. von anderen monovalenten Kationen aus der Gruppe der Alkalimetalle),
jedoch ist es bevorzugt, Ca2+ bzw. Na1+ allenfalls tw. zu ersetzen, d. h. mindestens
20%, vorzugsweise mindestens 40%, noch stärker mindestens
60% und noch stärker bevorzugt mindestens 80% der jeweiligen
Gesamtmolaritäten der mono- bzw. divalenten Kationen im
Injektionspuffer durch Ca2+ bzw. Na1+ zu besetzen. Ganz besonders bevorzugt
aber ist es, wenn in dem in der erfindungsgemäßen
pharmazeutischen Zusammensetzung optional enthaltenen Injektionspuffer ausschließlich
Ca2+ als divalentes Kation und Na1+ als monovalentes Kation enthalten ist,
also in Bezug auf die gesamte pharmazeutische Zusammensetzung Ca2+ 100% der Gesamtmolarität von
divalenten Kationen darstellt ebenso wie Na1+ 100%
der Gesamtmolarität an monovalenten Kationen darstellt.
Die wässrige Lösung des Injektionspuffers kann
in Bezug auf die gesamte pharmazeutische Zusammensetzung bis zu
30 Mol% der in der Lösung enthaltenen Salze, vorzugsweise
bis zu 25 Mol%, bevorzugt bis zu 20 Mol%, weiterhin bevorzugt bis
zu 15 Mol%, stärker bevorzugt bis zu 10 Mol%, noch stärker
bevorzugt bis zu 5 Mol%, ebenfalls stärker bevorzugt bis
zu 2 Mol% nicht bzw. schwer lösliche Salze enthalten. Als
schwer löslich im Sinne der vorliegenden Erfindung gelten
solche Salze, deren Löslichkeitsprodukt < 10 ist. Als leicht
löslich gelten solche Salze, deren Löslichkeitsprodukt > 10–4 ist.
Bevorzugt ist der enthält der in der erfindungsgemäßen
pharmazeutischen Zusammensetzung optional enthaltene Injektionspuffer
von 50 mM bis 800 mM, bevorzugt von 60 mM bis 500 mM, stärker
bevorzugt von 70 mM bis 250 mM, insbesondere bevorzugt 60 mM bis
110 mM Natriumchlorid (NaCl), von 0,01 mM bis 100 mM, bevorzugt
von 0,5 mM bis 80 mM, stärker bevorzugt von 1,5 mM bis
40 mM Calciumchlorid (CaCl2) und ggf. von
3 mM bis 500 mM, bevorzugt von 4 mM bis 300 mM, stärker
bevorzugt von 5 mM bis 200 mM Kaliumchlorid (KCl). Als weitere Anionen
können neben den vorgenannten anorganischen Anionen, bspw.
Halogeniden, Sulfaten oder Carbonaten, auch organische Anionen auftreten.
Hierunter sind zu nennen Succinat, Lactobionat, Laktat, Malat, Maleonat
etc., die auch kombiniert enthalten sein können.
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Vorzugsweise
enthält ein in der erfindungsgemäßen
pharmazeutischen Zusammensetzung optional enthaltene Injektionspuffer
Laktat. Insbesondere bevorzugt weist ein solcher Injektionspuffer,
sofern ein organisches Anion enthalten ist, ausschließlich
Laktat als organisches Anion auf. Laktat im Sinne der Erfindung kann
jedes beliebige Laktat sein, beispielsweise L-Laktat und D-Laktat.
Als Laktatsalze treten im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
typischerweise Natriumlaktat und/oder Calciumlaktat auf, insbesondere dann,
wenn der Injektionspuffer lediglich Na+ als
monovalentes Kation aufweist und Ca2+ als
divalentes Kation. Ein in der erfindungsgemäßen
pharmazeutischen Zusammensetzung optional verwendeter und wie oben
beschriebener Injektionspuffer enthält in Bezug auf die
gesamte pharmazeutische Zusammensetzung bevorzugt von 15 mM bis
500 mM, stärker bevorzugt von 15 mM bis 200 mM, und noch
stärker stärksten bevorzugt von 15 mM bis 100
mM Laktat. Dabei wurde festgestellt, dass die Verwendung eines Injektionspuffers
mit den vorstehend beschriebenen Komponenten, optional mit oder
ohne Laktat (nachfolgend: „RL-Injektionspuffer", wenn die
Komponente Laktat nicht enthalten ist, bzw. „RL-Injektionspuffer
mit Laktat", wenn die Komponente Laktat enthalten ist) für
RNA-Injektionslösungen (d. h. Injektionslösungen,
die RNA enthalten und für die Injektion dieser RNA geeignet
sind) sowohl den Transfer als auch die Translation der RNA in die/den
Zellen/Gewebe eines Wirtsorganismus (Säugetier) signifikant
erhöht im Vergleich zu sonstigen, im Stand der Technik
herkömmlich verwendeten, Injektionspuffern.
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Gemäß einer
besonderen Ausführungsform kann die hier verwendete pharmazeutische
Zusammensetzung auch als passive Vakzine (zur passiven Immunisierung)
vorliegen. Die passive Immunisierung beruht in der vorliegenden
Erfindung, ohne an eine Theorie gebunden zu sein, auf der Einbringung
einer wie hier beschriebenen, einen Antikörper kodierenden,
(modifizierten) RNA in einen Organismus, insbesondere in eine Zelle,
wobei der kodierte Antikörper daraufhin exprimiert, d.
h. translatiert, wird. Dadurch kann eine Bindung von solchen Molekülen,
z. B. Nukleinsäuren oder Antigene, erfolgen, für
die der kodierte Antikörper spezifisch ist. Passive Vakzine
im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung umfassen typischerweise
eine Zusammensetzung, wie zuvor für eine pharmazeutische
Zusammensetzung beschrieben, wobei die Zusammensetzung solcher verwendeten
passiven Vakzine insbesondere durch die Art bestimmt wird, durch
die sie verabreicht werden. Bevorzugt werden die erfindungsgemäßen
passiven Vakzine systemisch verabreicht. Routen zur Verabreichung
von solchen erfindungsgemäßen passiven Vakzinen
schließen typischerweise transdermale, orale, parenterale,
einschließlich subkutane oder intravenöse Injektionen,
topische und/oder intranasale Routen mit ein. Erfindungsgemäße
passive Vakzine werden daher bevorzugt in flüssiger oder
fester Form formuliert.
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Gemäß einem
weiteren bevorzugten Gegenstand der vorliegenden Erfindung wird
die erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, (modifizierte) RNA oder eine erfindungsgemäße
pharma zeutische Zusammensetzung zur Behandlung von im folgenden
genannten beispielhaften Indikationen verwendet. Ohne darauf beschränkt
zu werden, können mit der beschriebenen pharmazeutischen
Zusammensetzung beispielsweise Erkrankungen oder Zustände
behandelt werden, wie z. B. Krebs bzw. Tumorerkrankungen, ausgewählt aus
Melanomen, malignen Melanomen, Kolon-Karzinomen, Lymphomen, Sarkomen,
Blastomen, Nierenkarzinomen, Gastrointestinalen Tumoren, Gliomen,
Prostatatumoren, Blasenkrebs, Rektaltumoren, Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs,
Bauchspeicheldrüsenkrebs, Leberkrebs, Mammakarzinomen (=
Brustkrebs), Gebärmutterkrebs, Gebärmuttehalskrebs,
Akuter myeloider Leukämie (AML), Akuter Lymphoider Leukämie
(ALL), chronischer myeloider Leukämie (CML), chronischer
lymphozytischre Leukämie (CLL), Hepatomen, diversen Virus-induzierten
Tumoren, wie z. B. Papillomvirus-induzierten Karzinomen (z. B. Cervixkarzinom
= Gebärmutterhalskrebs), Adenokarzinomen, Herpesviren-induzierten
Tumoren (z. B. Burkitt's Lymphom, EBV-induziertem B Zelllymphom),
Hepatitis B-induzierten Tumoren (Hepatozellkarzinomen), HTLV-1-
und HTLV-2-induzierten Lymphomen, Akustikusneurinom, Lungenkarzinomen
(= Lungenkrebs = Bronchialkarzinom), kleinzelligen Lungenkarzinomen,
Rachenkrebs, Analkarzinom, Glioblastom, Rektumkarzinom, Astrozytom,
Hirntumoren, Retinoblastom, Basaliom, Hirnmetastasen, Medulloblastomen,
Scheidenkrebs, Hodenkrebs, Schilddrüsenkarzinom, Hodgkin-Syndrom,
Meningeomen, Schneeberger Krankheit, Hypophysentumor, Mycosis fungoides, Karzinoiden,
Neurinom, Spinaliom, Burkitt-Lymphom, Kehlkopfkrebs, Nierenkrebs,
Thymom, Corpuskarzinor, Knochenkrebs, Non-Hodgkin-Lymphomen, Urethrakrebs,
CUP-Syndrom, Kopf-Hals-Tumoren, Oligodendrogliom, Vulvakrebs, Darmkrebs,
Kolonkarzinom, Ösphaguskarzinom (= Speiseröhrenkrebs),
Warzenbeteiligung, Dünndarmtumoren, Kraniopharyngeomen,
Ovarial-Karzinom, Weichteiltumoren, Eierstockkrebs (= Ovarialkarzinom),
Pankreaskarzinom (= Bauchspeicheldrüsenkrebs), Endometriumkarzinom,
Lebermetastasen, Peniskrebs, Zungenkrebs, Gallenblasenkrebs, Leukämie,
Plasmozytom, Lidtumor, Prostatakrebs (= Prostatatumoren), etc.,
oder Infektionskrankheiten, ausgewählt aus Influenza, Malaria,
SARS, Gelbfieber, AIDS, Lyme-Borreliose, Leischmaniasis, Anthrax,
Meningitis,
Ebenfalls kann die erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, (modifizierte) RNA oder eine
erfindungsgemäße pharmazeutische Zusammensetzung
zur Behandlung von beispielsweise viralen Infektionskrankheiten
verwendet werden, ausgewählt aus, ohne darauf beschränkt
zu sein, AIDS, Condyloma acuminata, Dellwarze, Dengue-Fieber, Dreitagefieber,
Ebolavirus, Erkältung, Frühsommermeningoenzephalitis
(FSME), Grippe, Gürtelrose, Hepatitis, Herpes-Simplex Typ
I, Herpes- Simplex Typ II, Herpes zoster, Influenza, Japanischer Enzephalitis,
Lassafieber, Marburg-Virus, Masern, Maul- und Klausenseuche, Mononukleose,
Mumps, Norwalk-Virus-Infektion, Pfeifersches Drüsenfieber,
Pocken, Polio (Kinderlähmung), Pseudokrupp, Ringelröteln, Tollwut,
Warzen, West-Nil-Fieber, Windpocken, Zytomegalie-Virus (CMV), bakteriellen
Infektionskrankheiten, wie Abort (Prostataentzündung),
Anthrax, Appendizitis (Blinddarmentzündung), Borreliose,
Botulismus, Camphylobacter, Chlamydia trachomatis (Harnröhren-,
Bindehautentzündung), Cholera, Diphterie, Donavanosis, Epiglottitis,
Fleckfieber, Flecktyphys, Gasbrand, Gonorhoe, Hasenpest, Heliobakter
pylori, Keuchhusten, klimatischem Bubo, Knochenmarksentzündung,
Legionärskrankheit, Lepra, Listeriose, Lungenentzündung,
Meningitis, Bakterieller Gehirnhautentzündung, Milzbrand,
Mittelohrentzündung, Mycoplasma hominis, Neugeborenensepsis
(Chorioamnionitis), Noma, Paratyphus, Pest, Reitersyndrom, Rocky
Mountain spotted fever, Salmonellen-Paratyphus, Salmonellen-Typhus,
Scharlach, Syphilis, Tetanus, Tripper, Tsutsugamushi, Tuberkulose,
Typhus, Vaginitis (Kolpitis), Weichem Schanker und durch Parasiten,
Protozoen oder Pilze hervorgerufener Infektionskrankheiten, wie
Amöbenruhr, Bilharziose, Chagas-Krankheit, Echinococcus,
Fischbandwurm, Fischvergiftung (Ciguatera), Fuchsbandwurm, Fußpilz,
Hundebandwurm, Kandiose, Kleienpilzflechte, Krätze (Skabies),
Kutaner Leishmaniose, Lamblienruhr (Giadiasis), Läuse,
Malaria, Mikroskopie, Onchozerkose (Flussblindheit), Pilzerkrankungen,
Rinderbandwurm, Schistosomiasis, Schlafkrankheit, Schweinebandwurm, Toxoplasmose,
Trichomoniasis, Trypanosomiasis (Schlafkrankheit), Viszeraler Leishmaniose,
Windeldermatitis oder Zwergbandwurm.
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Die
erfindungsgemäße, einen Antikörper kodierende,
(modifizierte) RNA oder eine erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung kann auch zur Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen
werden, ausgewählt aus, ohne darauf beschränkt
zu sein, Koronare Herzkrankheit, Arteriosklerose, Apoplexie, Hypertonie,
und neuronale Erkrankungen ausgewählt aus Alzheimerscher
Krankheit, Amyotrophe Lateralsklerose, Dystonie, Epilepsie, Multiple
Sklerose und Parkinsonscher Krankheit, etc..
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Weiterhin
kann die erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, (modifizierte) RNA oder eine erfindungsgemäße
pharmazeutische Zusammensetzung zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten
verwendet werden, ausgewählt aus, ohne darauf beschränkt
zu sein, Autoimmun-Typ-I-Erkrankungen oder Autoimmun-Typ-II-Erkrankungen
oder Autoimmun-Typ-III-Erkrankungen oder Autoimmun-Typ-IV-Erkrankungen,
wie bspw. Multipler Sklerose (MS), Rheumatoider Arthritis, Dia betes,
Diabetes-Typ-I (Diabetes mellitus), Systemischem Lupus Erythematosus
(SLE), Chronischer Polyarthritis, Basedowscher Krankheit, Autoimmunen
Formen der chronischen Hepatitis, Colitis Ulcerosa, Allergie-Typ-I-Erkrankungen,
Allergie-Typ-II-Erkrankungen, Allergie-Typ-III-Erkrankungen, Allergie-Typ-IV-Erkrankungen,
Fibromyalgie, Haarausfall, Morbus Bechterew, Morbus Crohn, Myasthenia
gravis, Neurodermitis, Polymyalgia rheumatica, Progressiver Systemischer
Sklerose (PSS), Psiorasis, Reiter-Syndrom, Rheumatischer Arthritis,
Schuppenflechte, Vaskulitis, etc., oder Diabetes-Typ-II.
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Erkrankungen
im Sinne der vorliegenden Erfindung umfassen ebenfalls, ohne darauf
beschränkt zu sein, Viruserkrankungen verursacht durch
Viren, ausgewählt aus, ohne darauf beschränkt
zu sein, HIV, Orthopox-Variola-Virus, Orthopox-Alastrim-Virus, Parapox-Ovis-Virus,
Molluscum-Contagiosum-Virus, Herpes-simplex-Virus 1, Herpes-simplex-Virus
2, Herpes-B-Virus, Varizella-Zoster-Virus, Pseudowut-Virus, Humanes-Zytomegalie-Virus,
Humanes-Herpes-Virus 6, Humanes-Herpes-Virus 7, Epstein-Barr-Virus,
Humanes-Herpes-Virus 8, Hepatitis-B-Virus, Chikungunya-Virus, O'nyong'nyong-Virus,
Rubivirus, Hepatitis-C-Virus, GB-Virus-C, West-Nil-Virus, Dengue-Virus,
Gelbfieber-Virus, Louping-ill-Virus, St.-Louis-Enzephalitis-Virus,
Japan-B-Enzephalitis-Virus, Powassan-Virus, FSME-Virus, SARS-assoziiertes-Corona-Virus,
Humanes-Corona-Virus 229E, Humanes-Corona-Virus OC43, Torovirus,
Humanes-T-Zell-lymphotropes-Virus Typ I, Humanes_T-Zell-lymphotropes_Virus
Typ II, Humanes-Immundefizienz-Virus Typ 1, Humanes-Immundefizienz-Virus
Typ 2, Lassa-Virus, Lymphozytäre-Chorio-Meningitis-Virus,
Tacaribe-Virus, Junin-Virus, Machupo-Virus, Virus der Borna'schen
Krankheit, Bunyamwera-Virus, California-Encephalitis-Virus, Rift-Valley-Fieber
Virus, Sandmückenfieber-Virus, Toscana-Virus, Krim-Kongohämorrhagisches-Fieber
Virus, Hazara-Virus, Khasan-Virus, Hantaan-Virus, Seoul-Virus, Prospect-Hill-Virus,
Puumala-Virus, Dobrava-Belgrad-Virus, Tula-Virus, Sin-Nombre-Virus,
Lake-Victoria-Marburgvirus, Zaire-Ebolavirus, Sudan-Ebolavirus,
Côte d'lvoire-Ebolavirus, Influenzavirus A, Influenzavirus
B, Influenza viren C, Parainfluenzavirus, Masernvirus, Mumpsvirus,
Respiratory-Syncytical- Virus, Humanes Metapneumovirus, Vesicular-Stomatitis-Indiana-Virus,
Rabiesvirus, Mokola-Virus, Duvenhage-Virus, Europäisches-Fledermaus-Lyssa-Virus
1 + 2, Australisches-Fledermaus-Lyssa-Virus, Adenviren A–F,
Humane Papillomviren, Kondyloma-Virus 6, Kondyloma-Virus 11, Polyoma viren,
Adenassoziiertes-Virus 2, Rotaviren, oder Orbiviren, etc..
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Erkrankungen
im Sinne der vorliegenden Erfindung umfassen ebenfalls monogenetische
Erkrankungen, d. h. (Erb-)Erkrankungen, die durch einen Einzelgendefekt
bedingt sind und nach den Mendel'schen Regeln vererbt werden. Monegenetische
Erkrankungen im Sinne der vorliegenden Erfindung werden bevorzugt, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus autosomal-rezessiven Erbkrankheiten,
wie bspw. Adenosin-Deaminase-Mangel, Familiäre Hypercholesterinanämie,
Canavan-Syndrom, Morbus Gaucher, Fanconi-Anämie, neuronale
Ceroid-Lipofuszinosen, Mukoviscidose (Zystische Fibrose), Sichelzellanämie,
Phenylketonurie, Alkaptonurie, Albinismus, Hypothyreose, Galactosämie,
Alpha-1-Anti-Trypsin-Mangel, Xeroderma pigmentosum, Ribbing-Syndrom,
Mukopolysaccharidosen, Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte, Laurence-Moon-Biedl-Bardet-Syndrom,
Kurzripp-Polydaktylie-Syndrom, Kretinismus, Joubert-Syndrom, Progerie
Typ II, Brachydaktylie, Adrenogenitalem Syndrom, und X-chromosomalen
Erbkrankheiten, wie bspw. Farbenblindheit, z. B. Rot-Grün-Blindheit,
Fragilem X-Syndrom, Muskeldystrophie (Duchenne- und Becker-Kiener-Typ),
Hämophilie A und B, G6PD-Mangel, Morbus Fabry, Mukopolysaccharidose,
Norrie-Syndrom, Retinitis pigmentosa, Septischer Granulomatose,
X-SCID, Ornitihin-Transcarbamylase-Mangel, Lesch-Nyhan-Syndrom,
oder aus autosomal-dominanten Erbkrankheiten, wie bspw. heriditäres
Angioödem, Marfan-Syndrom, Neurofibromatose, Progerie Typ
I, Osteogenesis imperfecta, Klippel-Trenaurnay-Syndrom, Sturge-Weber-Syndrom,
Hippel-Lindau-Syndrom und Tuberöse Sklerose. Erfindungsgemäße
RNA, kodierend einen wie hier beschriebenen Antikörper,
können bei monegenetischen Erkrankungen im Sinne der vorliegenden
Erfindung verwendet werden, wobei der kodierte Antikörper
bspw. durch die Regulierung von unerwünschten Stoffwechselprodukten,
Abfangen spezifischer Genprodukte, etc., regulierend und auch therapierend
eingreifen kann.
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Zur
Behandlung der oben genannten Indikationen kann eine erfindungsgemäße
(modifizierte) RNA, kodierend einen Antikörper, auf unterschiedliche
Weise eingesetzt werden. So können Krebserkrankungen bspw.
zusätzlich oder alternativ zu bekannten Therapien immuntherapeutisch
behandelt werden. Dazu kann bspw. eine erfindungsgemäße
RNA, kodierend für einen bispezifischen Antikörper,
eingesetzt werden, wobei der Antikörper der einerseits
ein Oberflächen-Antigen, wie z. B. CD3, auf T-Zellen und
andererseits ein Tumorantigen, wie z. B. Her2/neu, CD20, EGFR oder
CA-125, erkennt. Dadurch werden bzgl. bestimmter Oberflächen-Antigene
positive T-Zellen und Tumorzellen, die das Tumorantigen exprimieren,
in räumliche Nähe gebracht, was die Erkennung
der Tumorzellen durch das Immunsystem verbessert und damit die Zerstörung
der Tumorzellen erhöht wird.
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Weiterhin
kann z. B. bei Herzinfarkten bspw. eine erfindungsgemäße
RNA, kodierend für einen bispezifischen Antikörper,
eingesetzt werden, der einerseits ein Antigen der Stammzelle, wie
z. B. CD45, erkennt und andererseits ein Antigen des Zielgewebes,
wie z. B. Myosin light chain, um die Anreicherung der Stammzellen
im Herzmuskel zu erhöhen (siehe auch Reusch et
al. Anti-CD3 x anti-epidermal growth factor receptor (EGFR) bispecific
antibody redirects T-cell cytolytic activity to EGFR-positive cancers
in vitro and in an animal model. Clin Cancer Res. 2006).
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Ferner
können durch Verwendung erfindungsgemäßer
RNA, kodierend bispezifische Antikörper, durch die kodierten
Antikörper z. B. 2 verschiedene Zell-Typen in Kontakt bzw.
in räumliche Nähe gebracht werden. Dies ist bspw.
vorteilhaft, um eine Zelle in einem Gewebe anzureichern oder zwei
Proteine, z. B. Antigene, in Kontakt bzw. in räumliche
Nähe zueinander zu bringen z. B. Ligand und Rezeptor oder
Proteine, die dimerisieren/oligomerisieren müssen, um aktiviert
zu werden.
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Zur
Anwendung bei den oben genannten Erkrankungen, insbesondere Infektionserkrankungen,
Autoimmunkrankheiten und neuronalen Erkrankungen und auch bei monogenetischen
Erkrankungen, können auch wie hier beschriebene erfindungsgemäße
RNAs, kodierend für Intrabodies, eingesetzt werden. So
können Intrabodies verwendet werden, um als bispezifische
intrazellulär exprimierte Antikörper cytoplasmatische Proteine
zu hemmen, wie oben beschrieben. Bspw. können erfindungsgemäße
RNAs, kodierend für Intrabodies, eingesetzt werden, um
durch die kodierten Antikörper IL-2R (Rezeptor von IL-2)
oder ErbB2 (Her2/neu) zu hemmen. Auch für die Anwendung
bei Viruserkrankungen wie z. B. HIV-1 sind erfindungsgemäße
RNAs, kodierend für Intrabodies, geeignet. Des weiteren
konnte z. B. gezeigt werden, dass die Infektion von Mäusen mit
Scrapie, einer Prionerkrankung, durch die Expression eines scFv-Fragments
gegen das Prionprotein verhindert werden kann (Vertrugno
et al., KDEL-tagged anti-prion intrabodies impair PrP lysosomal
degradation and inhibit scrapie infectivity., Biochem Biophys Res
Commun. 2005; Marasco WA, Intrabodies: turning
the humoral immune system outside in for intracellular immunization,
Gene Therapy (1997) 4: 11–15). Ferner können erfindungsgemäße
RNAs, kodierend für Intrabodies, eingesetzt werden, um
durch die kodierten Antikörper wie hier beschriebene intrazellulär
exprimierte Faktoren, wie z. B. Antigene, Nukleinsäuren,
etc. zu binden und bevorzugt zu neutralisieren (siehe oben).
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Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft in diesem Zusammenhang
daher auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA oder
einer erfindungsgemäßen pharmazeutischen Zusammensetzung,
z. B. einer erfindungsgemäßen passiven Vakzine,
zur Behandlung von hier beschriebenen Indikationen bzw. Erkrankungen.
Damit umfasst ist insbesondere auch die Verwendung der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA zur passiven
Immunisierung bzw. die Verwendung der beschriebenen erfindungsgemäßen
pharmazeutischen Zusammensetzung als passive Vakzine. Ebenfalls
umfasst ist die Verwendung der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA zur Herstellung
einer pharmazeutischen Zusammensetzung oder einer passiven Vakzine,
wie hier beschrieben, zur Behandlung der hier beschriebenen Indikationen.
Umfasst ist auch die Verwendung der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA zur Herstellung
einer passiven Vakzine, wie hier beschrieben, zur passiven Immunisierung
gegen die oben genannten Indikationen.
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Ein
anderer Gegenstand der Erfindung umfasst in diesem Zusammenhang
daher ebenfalls die Verwendung einer erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA, des
dadurch kodierten Antikörpers, der hier beschriebenen pharmazeutischen
Zusammensetzung oder der erfindungsgemäßen passiven
Vakzine für die therapeutische Anwendung zur Hemmung/Neutralisierung
einer Proteinfunktion bei einer der hier beschriebenen Indikationen:
Dabei wird bevorzugt eine Proteinfunktion unterbunden (neutralisierender
Antikörper). Grundsätzlich weist dabei jeder der
durch die erfindungsgemäße RNA kodierte und hier beschriebene
Antikörper durch Bindung seines spezifischen Substrats
gleichzeitig auch eine neutralisierende Wirkung auf. Beispiele umfassen
z. B. Anti-CD4-Antikörper zur Verhinderung der Abstoßung
bei Transplantationen, Avastin (s. o.), Herceptin (s. o.), etc..
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Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung umfasst in diesem Zusammenhang
daher auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA, des
dadurch kodierten Antikörpers oder der hier beschriebenen
pharmazeutischen Zusammensetzung für die therapeutische
Anwendung zur passiven Immunisierung durch Auslösung einer
immunologischen Effektorfunktion im Sinne eines monoklonalen Antikörpers.
Dabei wird durch die Expression und Sekretion des Antikörpers
oder Antikörperfragmentes z. B. eine Therapierung von Tumorzellen oder
pathogenen Erreger wie Viren oder Bakterien bei wie hier beschriebenen
Indikationen ermöglicht.
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Ferner
kann in diesem Zusammenhang eine erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende, (modifizierte) RNA oder die
hier beschriebene erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung oder die erfindungsgemäße passive
Vakzine bei den zuvor beschriebenen Indikationen auch als Immunsuppressivum verwendet
werden. Bspw. konnte gezeigt werden, dass Antikörper gegen
den CD40-Liganden (CD154) oder gegen CD3 die Abstoßung
von Transplantaten verhindern bzw. vermindern konnten. Bevorzugt
werden daher zur Verwendung als Immunsuppressiva solche erfindungsgemäßen
(modifizierten) RNAs, kodierend einen Antikörper, eingesetzt,
deren kodierte Antikörper an Oberflächen-Antigene
bzw. allgemein an Oberflächenfaktoren von Zellen binden
können, wie z. B. MHC Klasse-I Moleküle, MHC Klasse-II
Moleküle, T-Zell-Rezeptoren, LMP2-Moleküle, LMP7-Moleküle,
CD1, CD2, CD3, CD4, CD8, CD11, CD28, CD30, CD31, CD40, CD50, CD54,
CD56, CD58, CD80, CD86, CD95, CD153, CD154, CD178, CD3 = TCR (T-Zell-Rezeptor),
etc..
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Ein
anderer Gegenstand der Erfindung umfasst in diesem Zusammenhang
auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen, einen
Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA oder der hier
beschriebenen pharmazeutischen Zusammensetzung für die
therapeutische Anwendung zur Expansion von (bestimmten) Zellen in vitro
oder in vivo. Z. B. können durch Expression des Superantagonisten-CD28-Antikörpers
CD4- und CD25-positive Zellen und regulatorische T-Zellen zur Expansion
angeregt werden. Regulatorische T-Zellen spielen vor allem bei Autoimmunerkrankungen
eine Rolle, die durch die Expression des Superantagonisten-CD28-Antikörpers
vermehrt werden können (Beyersdorf N, Hanke T,
Kerkau T, Hunig T. Superagonistic anti-CD28 antibodies: potent activators
of regulatory T cells for the therapy of autoimmune diseases. Ann
Rheum Dis. 2005 Nov; 64).
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Ebenfalls
kann eine erfindungsgemäße, einen Antikörper
kodierende, (modifizierte) RNA oder die hier beschriebene pharmazeutische
Zusammensetzung, zur Verhinderung von Entzündungsreaktionen
durch Antikörper gegen TNFα bei rheumatoider Arthritis
verwendet werden.
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Zur
Verminderung von Entzündungen durch Hemmung von Leukozyten,
z. B. bei den oben genannten Indikationen, kann ferner auch eine
erfindungsgemäße, einen Anti-CD18-Antikörper
ko dierende, (modifizierte) RNA oder die hier beschriebene pharmazeutische
Zusammensetzung oder die erfindungsgemäße passive Vakzine,
verwendet werden.
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Gemäß einem
weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung wird auch ein Verfahren
zur Behandlung und/oder Prävention der vorstehend genannten
Krankheiten bzw. zur (präventativen) passiven Immunisierung
gegen die vorstehend genannten Erkrankungen bereitgestellt, welches
das Verabreichen der beschriebenen erfindungsgemäßen
pharmazeutischen Zusammensetzung, der erfindungsgemäßen
passiven Vakzine bzw. der erfindungsgemäßen RNA
an einen Patienten, insbesondere einen Menschen, umfasst. Solche
Verfahren betreffen auch die Behandlung von Indikationen, die mit
den zuvor beschriebenen intra- und extrazellulären Vorgängen,
mit Neutralisierungsfunktionen von Antikörpern, der o.
g. Hemmung bestimmter (Zell-)Funktionen durch Antikörper,
etc. zusammenhängen.
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Ein
anderer Gegenstand der vorliegenden Erfindung richtet sich auf ein
in vitro-Transkriptionsverfahren zur Herstellung einer, einen Antikörper
kodierenden, (modifizierten) RNA, umfassend folgende Schritte:
- a) Bereitstellung einer Nukleinsäure,
insbesondere einer cDNA, kodierend für einen wie zuvor
beschriebenen Antikörper;
- b) Zugabe der Nukleinsäure, insbesondere einer RNA,
kodierend für einen Antikörper, zu einem in vitro-Transkriptionsmedium,
umfassend eine RNA-Polymerase, einen geeigneten Puffer, einen Nukleinsäure-Mix,
enthaltend ein oder mehrere wie zuvor beschriebene, ggf. modifizierte
Nukleotide, im Austausch gegen ein oder mehrere der natürlich
vorkommenden Nukleotide A, G, C oder U, und gegebenenfalls ein oder mehrere
natürlich vorkommende Nukleotide A, G, C oder U, falls
nicht alle natürlich vorkommenden Nukleotide A, G, C oder
U ausgetauscht werden sollen, und gegebenenfalls einen RNase-Inhibitor;
- c) Inkubation der Nukleinsäure, insbesondere einer
cDNA, kodierend für einen Antikörper, im in vitro-Transkriptionsmedium
und in vitro-Transkription der Nukleinsäure zu einer erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, ggf. modifizierten, RNA;
- d) gegebenenfalls Aufreinigung der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA und Entfernung
der nicht-eingebauten Nukleotide aus dem in vitro-Transkriptionsmedium.
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Eine
wie in Schritt a) des erfindungsgemäßen in vitro-Transkriptionsverfahrens
beschriebene Nukleinsäure kann jede wie hier beschriebene
Nukleinsäure sein (bspw. einzel- oder doppelsträngige
DNA, cDNA, etc.), die einen wie hier beschriebenen Antikörper
kodiert. Typischerweise werden dazu DNA-Sequenzen eingesetzt, z.
B. genomische DNA oder Fragmente davon, oder Plasmide, kodierend
einen wie hier beschriebenen Antikörper, bevorzugt in linearisierter
Form. Die in vitro-Transkription kann üblicherweise durch
Verwendung eines Vektors erfolgen, der eine RNA-Polymerase-Bindungsstelle
aufweist. Dazu können jegliche im Stand der Technik bekannte
(Expressions-)Vektoren verwendet werden, z. B. kommerziell erhältliche
(Expressions-)Vektoren (s. o.). Bevorzugt sind bspw. solche (Expressions-)Vektoren,
die stromaufwärts und/oder stromabwärts der Klonierungsstelle
eine SP6 bzw. eine T7- oder T3-Bindungsstelle aufweisen. So können
die verwendeten Nukleinsäuresequenzen später nach
Belieben in Abhängigkeit der gewählten RNA-Polymerase transkribiert
werden. Eine zur in vitro-Transkription verwendete und für
einen wie hier beschriebenen Antikörper kodierende, Nukleinsäuresequenz
wird typischerweise in den (Expressions-)Vektor einkloniert, z.
B. über eine „multiple cloning site" des verwendeten
Vektors. Vor der Transkription wird typischerweise der (Expressions-)Vektor
mit Restriktionsenzymen an der Stelle, an der sich das zukünftige
3'-Ende der RNA befinden soll, mit einem geeigneten Restriktionsenzym
gespalten und das Fragment aufgereinigt. Dadurch wird ausgeschlossen,
dass die transkribierte RNA Vektorsequenzen enthält, und
es wird ein RNA-Transkript mit definierter Länge erhalten.
Bevorzugt werden dabei keine Restriktionsenzyme verwendet, die überhängende
3'-Enden erzeugen (wie z. B. Aat II, Apa I, Ban II, Bgl I, Bsp 1286,
BstX I, Cfo I, Hae II, HgiA I, Hha I, Kpn I, Pst I, Pvu I, Sac I,
Sac II, Sfi I, Sph I, etc.). Sollten dennoch solche Restriktionsenzyme
verwendet werden, wird bevorzugt das überhängende
3'-Ende aufgefüllt, z. B. mit Klenow- oder T4-DNA-Polymerase.
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Alternativ
dazu kann für Schritt a) die Nukleinsäure als
Transkriptionstemplate auch per Polymerasekettenreaktion (PCR) hergestellt
werden. Dazu enthält typischerweise einer der verwendeten
Primer die Sequenz einer RNA-Polymerase-Bindungsstelle. Weiterhin
bevorzugt enthält das 5'-Ende des verwendeten Primers eine
Verlängerung von etwa 10–50 weiteren Nukleotiden,
stärker bevorzugt von 15 bis 30 weiteren Nukleotiden und
am stärksten bevorzugt von etwa 20 Nukleotiden.
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Vor
der in vitro-Transkription wird die Nukleinsäure, bspw.
die Nukleinsäure, z. B. das DNA- oder cDNA-Template, typischerweise
aufgereinigt und von RNase befreit, um eine hohe Ausbeute zu gewährleisten. Eine
Aufreinigung kann dabei mit Hilfe jedes im Stand der Technik bekannten
Verfahrens durchgeführt werden, bspw. mit einem Cäsiumchloridgradienten,
Ionenaustauschverfahren, oder durch Aufreinigung über Agarosegelelektrophorese.
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Gemäß Verfahrenschritt
b) wird die (als Transkriptionstemplate verwendete) Nukleinsäure
zu einem in vitro-Transkriptionsmedium gegeben. Ein geeignetes in
vitro-Transkriptionsmedium enthält zunächst eine
wie unter Schritt a) bereitgestellte Nukleinsäure, bspw.
etwa 0,1–10 μg, bevorzugt etwa 1–5 μg,
stärker bevorzugt 2,5 μg und am stärksten
bevorzugt etwa 1 μg einer solchen Nukleinsäure.
Ein geeignetes in vitro-Transkriptionsmedium enthält weiterhin
gegebenenfalls ein Reduktionsmittel, z. B. DTT, stärker
bevorzugt etwa 1–20 μl 50 mM DTT, noch stärker
bevorzugt etwa 5 μl 50 mM DTT. Das in vitro-Transkriptionsmedium
enthält weiterhin Nukleotide, z. B. einen Nukleotid-Mix,
im Falle der vorliegenden Erfindung bestehend aus einer Mischung
von wie hier definierten (modifizierten) Nukleotiden (typischerweise
etwa 0,1–10 mM je Nukleotid, bevorzugt 0,1 bis 1 mM je
Nukleotid (bevorzugt etwa 4 mM gesamt) und gegebenenfalls nicht-modifizierten
Nukleotiden. Werden wie hier definierte modifizierte Nukleotide
(etwa 1 mM je Nukleotid, bevorzugt etwa 4 mM gesamt), z. B. Pseudouridin-5'-triphosphat,
5-Methylcytidin-5'-triphosphat, etc. eingesetzt, werden sie typischerweise
in einer Menge zugegeben, dass das modifizierte oder basenmodifizierte
Nukleotid komplett durch das natürliche Nukleotid ersetzt
wird. Es können jedoch auch Mischungen eines oder mehrerer
modifizierter oder basenmodifizierter Nukleotide und eines oder
mehrerer natürlich auftretender Nukleotide anstelle eines
bestimmten Nukleotids eingesetzt werden, d. h. es können
also ein oder mehrere wie zuvor beschriebene modifizierte Nukleotide
im Austausch gegen ein oder mehrere der natürlich vorkommenden
Nukleotide A, G, C oder U und gegebenenfalls zusätzlich
ein oder mehrere natürlich vorkommende Nukleotide A, G,
C oder U, falls nicht alle natürlich vorkommenden Nukleotide
A, G, C oder U ausgetauscht werden sollen. Umgekehrt können
auch nur natürliche Nukleotide verwendet werden. Durch
selektive Zugabe des gewünschten Nukleotids zu dem in vitro-Transkriptionsmedium
kann daher der Gehalt, d. h. das Auftreten und die Menge, der gewünschten
Modifikation von Nukleotiden in der transkribierten, einen Antikörper
kodierenden, (modifizierten) RNA-Sequenz gesteuert werden. Ein geeignetes
in vitro-Transkriptionsmedium enthält ebenfalls eine RNA
Polymerase, z. B. z. B. T7-RNA-Polymerase (bspw. T7-Opti mRNA Kit,
CureVac, Tübingen, Deutschland), T3-RNA-Polymerase oder
SP6, typischerweise etwa 10 bis 500 U, bevorzugt etwa 25 bis 250
U, stärker bevorzugt etwa 50 bis 150 U, und am stärksten
bevorzugt etwa 100 U RNA-Polymerase. Das in vitro-Transkriptionsmedium
wird weiterhin bevorzugt frei von RNase gehalten, um einen Abbau
der transkribierten RNA zu vermeiden. Ein geeignetes in vitro-Transkriptionsmedium
enthält daher gegebenenfalls zusätzlich einen
RNase-Inhibitor.
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Die
Nukleinsäure wird in einem Schritt c) im in vitro-Transkriptionsmedium
inkubiert und zu einer, einen Antikörper kodierenden, (modifizierten)
RNA transkribiert. Die Inkubationszeiten betragen typischerweise
etwa 30 bis 240 Minuten, bevorzugt etwa 40 bis 120 Minuten und am
stärksten bevorzugt etwa 90 Minuten. Die Inkubationstemperaturen
liegen typischerweise bei etwa 30–45°C, bevorzugt
bei 37–42°C. Die Inkubationstemperatur richtet
sich nach der verwendeten RNA-Polymerase, z. B. bei T7-RNA-Polymerase
etwa 37°C. Die durch die Transkription erhaltene RNA ist
bevorzugt eine mRNA. Die bei der in vitro-Transkription erhaltenen Ausbeuten
liegen für die in Schritt b) angegebenen eingesetzten Ausgangsmengen
typischerweise in einem Bereich von etwa 30 μg RNA pro μg
verwendeter Template-DNA. Im Sinne der vorliegenden Erfindung können die
erhaltenen Ausbeuten der in vitro-Transkription durch lineares Upscaling
gesteigert werden. Dazu werden bevorzugt die in Schritt b) angegebenen
eingesetzten Ausgangsmengen entsprechend der benötigten
Ausbeuten gesteigert, z. B. um einen Multiplikationsfaktor von 5,
10, 50, 100, 500, 1000, 5000, 10000, 50000, 100000, etc..
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Nach
der Inkubation kann gegebenenfalls in Schritt d) des erfindungsgemäßen
in vitro-Transkriptionsverfahrens eine Aufreinigung der transkribierten,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten RNA) stattfinden.
Dazu kann jedes im Stand der Technik bekannte geeignete Verfahren
verwendet werden, z. B. chromatographische Aufreinigungsverfahren,
z. B. Affinitätschromatographie, Gelfitration, etc.. Durch
die Aufreinigung können nicht-eingebaute, d. h. überschüssige
Nukleotide bzw. Template-DNA aus dem in vitro-Transkriptionsmedium
entfernt und eine saubere (modifizierte) RNA erhalten werden. Bspw.
kann nach der Transkription das Reaktionsgemisch typischerweise
mit der transkribierten RNA DNAse-verdaut werden, um im Reaktionsgemisch
noch enthaltenes DNA-Template zu entfernen. Anschließend
oder alternativ kann die transkribierte RNA mit LiCl gefällt
werden. Eine Aufreinigung der transkribierten RNA kann danach über
IP RP-HPLC stattfinden. Dies ermöglicht es insbesondere,
längere und kürzere Fragmente effektiv voneinander
zu trennen.
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Bevorzugt
findet dabei die Aufreinigung über ein Verfahren zur Reinigung
von RNA in präparativem Maßstab statt, das sich
dadurch auszeichnet, dass die RNA mittels HPLC unter Verwendung
einer porösen Umkehrphase als stationäre Phase
gereinigt wird (PURE Messenger). Beispielsweise kann für
die Aufreinigung in Schritt d) des erfindungsgemäßen
in-vitro-Verfahrens eine Umkehrphase als stationäre Phase
für die HPLC-Reinigung eingesetzt werden. Für
die Chromatographie mit Umkehrphasen dient typischerweise als stationäre
Phasen eine unpolare Verbindung und zur Elution als mobile Phase
ein polares Lösungsmittel, wie Gemische von Wasser, das
meistens in Form von Puffern eingesetzt wird, mit Acetonitril und/oder
Methanol. Bevorzugt weist die poröse Umkehrphase eine Partikelgröße
von 8,0 ± 2 μm, bevorzugt ± 1 μm,
stärker bevorzugt +/– 0,5 μm auf. Das
Umkehrphasenmaterial kann in Form von Kügelchen vorliegen.
Mit einer porösen Umkehrphase mit dieser Partikelgröße,
ggf. in Form von Kügelchen, kann die Aufreinigung in besonders
günstiger Weise durchgeführt werden, wobei besonders
gute Trennergebnisse erhalten werden. Die eingesetzte Umkehrphase
ist bevorzugt deshalb porös, da mit stationären
Umkehrphasen, die nicht porös sind, wie sie z. B. bei Azarani
A. und Hecker K. H. beschrieben sind, zu hohe Drücke aufgebaut
werden, so dass eine präparative Reinigung der RNA, falls überhaupt
nur sehr schwer möglich ist. Bevorzugt weist die Umkehrphase
eine Porengröße von 200 Å bis 5 000 Å,
insbesondere eine Porengröße von 300 Å bis
4 000 Å, auf. Besonders bevorzugte Porengrößen
für die Umkehrphasen sind 200–400 Å,
800–1200 Å und 3500–4500 Å.
Mit einer Umkehrphase mit diesen Porengrößen werden
hinsichtlich der Reinigung der RNA in Verfahrensschritt d) besonders gute
Ergebnisse erzielt. Das Material für die Umkehrphase ist
bevorzugt ein Polystyroldivinylbenzol, wobei insbesondere nicht
alkylierte Polystyroldivinylbenzole eingesetzt werden können.
Stationäre Phasen mit Polystyroldivinylbenzol sind an sich
bekannt. Für die Aufreinigung in Verfahrensschritt d) können
die an sich bekannten und bereits für HPLC-Verfahren eingesetzten
Polystyroldivinylbenzole verwendet werden, die kommerziell erhältlich
sind. Ganz besonders bevorzugt wird zur Aufreinigung in Verfahrensschritt
d) ein nicht alkyliertes poröses Polystyroldivinylbenzol
verwendet, das insbesondere eine Partikelgröße
von 8,0 ± 0,5 μm sowie eine Porengröße
von 250–300 Å, 900–1100 Å oder
3500–4500 Å aufweist. Mit diesem Material für
die Umkehrphasen können die vorstehend geschilderten Vorteile
in besonders günstiger Weise erreicht werden. Die HPLC-Aufreinigung
kann mit der Ionenpaarmethode durchgeführt werden, wobei
der mobilen Phase ein Ion mit positiver Ladung als Gegenion zur
negativ geladenen RNA zugegeben wird. Auf diese Weise entsteht ein
Ionenpaar mit lipohilem Charakter, das durch die unpolare stationäre
Phase des Umkehrphasen-Systems verlangsamt wird. In der Praxis müssen
die genauen Bedingungen für die Ionenpaarmethode für
jedes konkrete Trennproblem empirisch erarbeitet werden. Die Größe
des Gegenions, seine Konzentration und der pH-Wert der Lösung
tragen stark zum Ergebnis der Trennung bei. In günstiger
Weise werden der mobilen Phase Alkylammonium-Salze, wie Triethylammoniumacetat,
und/oder Tetraalkylammonium-Verbindungen, wie Tetrabutylammonium,
zugegeben. Vorzugsweise wird 0,1 M Triethylammoniumacetat zugesetzt
und der pH-Wert auf etwa 7 eingestellt. Die Wahl der mobilen Phase
hängt von der Art der gewünschten Trennung ab.
Dies bedeutet, dass die für eine spezielle Trennung gefundene
mobile Phase, wie sie beispielsweise aus dem Stand der Technik bekannt
sein kann, nicht auf ein anderes Trennproblem ohne weiteres mit
hinreichender Aussicht auf Erfolg übertragen werden kann.
Für jedes Trennproblem müssen mit empirischen
Versuchen die idealen Elutionsbedingungen, insbesondere die verwendete
mobile Phase, bestimmt werden. Als mobile Phase zur Elution der
RNA kann für das HPLC-Verfahren ein Gemisch aus einem wässrigen
Lösungsmittel und einem organischen Lösungsmittel eingesetzt
werden. Dabei ist es günstig, wenn als wässriges
Lösungsmittel ein Puffer benutzt wird, der insbesondere
einen pH von etwa 7, bspw. 6,5–7,5, aufweist, z. B. 7,0;
vorzugsweise wird der Puffer Triethylammoniumacetat, besonders bevorzugt
ein 0,1 M Triethylammoniumacetat-Puffer verendet, der, wie vorstehend
beschrieben, auch als Gegenion zur RNA in der Ionenpaarmethode wirkt.
Das organische Lösungsmittel, das in der mobilen Phase
eingesetzt wird, kann Acetonitril, Methanol oder ein Gemisch von
diesen beiden sein, ganz besonders bevorzugt Acetonitril. Mit diesen
organischen Lösungsmitteln, insbesondere Acetonitril, erfolgt
die Aufreinigung der RNA in Verfahrensschritt d) mit einem wie beschriebenen
HPLC-Verfahren in besonders günstiger Weise. Besonders
bevorzugt ist die mobile Phase ein Gemisch von 0,1 M Triethylammoniumacetat, pH
7, und Acetonitril. Als ebenfalls besonders günstig hat
es sich herausgestellt, wenn die mobile Phase 5,0 Vol.-% bis 20,0
Vol.-% organisches Lösungmittel, bezogen auf die mobile
Phase, enthält und der Rest auf 100 Vol.-% das wässrige
Lösungsmittel ist. Ganz besonders günstige für
das erfindungsgemäße Verfahren ist es, wenn die
mobile Phase 9,5 Vol.-% bis 14,5 Vol.-% organisches Lösungmittel,
bezogen auf die mobile Phase, enthält und der Rest auf
100 Vol.-% das wässrige Lösungsmittel ist. Die
Elution der RNA kann anschließend isokratisch oder mittels
einer Gradiententrennung erfolgen. Bei einer isokratischen Trennung
erfolgt die Elution der RNA mit einem einzigen Elutionsmittel oder
einem gleich bleibenden Gemisch mehrerer Elutionsmittel, wobei als
Elutionsmittel die vorstehend detailliert beschriebenen Lösungsmittel
eingesetzt werden können.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung richtet sich auf
ein in vitro-Transkriptions- und Translationsverfahren zur Expression
eines Antikörpers, umfassend folgende Schritte:
- a) Bereitstellung einer Nukleinsäure,
insbesondere einer cDNA, kodierend einen wie zuvor beschriebenen Antikörper;
- b) Zugabe der Nukleinsäure zu einem in vitro-Transkriptionsmedium,
umfassend eine RNA-Polymerase, einen geeigneten Puffer, einen Nukleinsäure-Mix,
umfassend ein oder mehrere wie zuvor beschriebene (modifizierte)
Nukleotide, im Austausch gegen ein oder mehrere der natürlich
vorkommenden Nukleotide A, G, C oder U, und gegebenenfalls ein oder
mehrere natürlich vorkommende Nukleotide A, G, C oder U,
falls nicht alle natürlich vorkommenden Nukleotide A, G,
C oder U ausgetauscht werden sollen, und gegebenenfalls einen RNase-Inhibitor;
- c) Inkubation der Nukleinsäure, insbesondere einer
cDNA, im in vitro-Transkriptionsmedium und in vitro-Transkription
der Nukleinsäure zu einer erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA;
- d) gegebenenfalls Aufreinigung der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA und Entfernung
der nicht-eingebauten Nukleotide aus dem in vitro-Transkriptionsmedium;
- e) Zugabe der in Schritt c) (und ggf. in Schritt d) erhaltenen
(modifizierten) RNA zu einem in vitro-Translationsmedium;
- f) Inkubation der (modifizierten) RNA im in vitro-Translationsmedium
und in vitro Translation des durch die (modifizierte) RNA kodierten
Antikörpers;
- g) ggf. Aufreinigung des in Schritt f) translatierten Antikörpers.
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Die
Schritte a), b) c) und d) des erfindungsgemäßen
in vitro-Transkriptions- und Translationsverfahren zur Expression
eines Antikörpers sind identisch zu den Schritten a), b)
c) und d) des hier beschriebenen erfindungsgemäßen
in vitro-Transkriptionsverfahrens.
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In
Schritt e) des erfindungsgemäßen in vitro-Transkriptions-
und Translationsverfahrens zur Expression eines Antikörpers
wird die in Schritt c) (und ggf. in Schritt d) transkribierte (modifizierte)
RNA zu einem geeigneten in vitro-Translationsmedium zugegeben. Ein
geeignetes in vitro-Translationsmedium umfasst bspw. Reticulozyten-Lysat,
Weizenkeim-Extrakt, etc.. Ein solches Medium umfasst üblicherweise
weiterhin einen Aminosäure-Mix. Der Aminosäure-Mix
umfasst typischerweise (alle) natürlich vorkommenden Aminosäuren und
gegebenenfalls modifizierte Aminosäuren, z. B. 3SS-Methionin (bspw. zur Kontrolle der Translationseffizienz über
Autoradiographie). Ein geeignetes in vitro-Translationsmedium umfasst
weiterhin einen Reaktionspuffer. In vitro-Translationsmedien sind
bspw. in Krieg und Melton (1987) (P. A. Krieg and D. A.
Melton (1987) In vitro RNA synthesis with SP6 RNA polymerase Methods
Enzymol 155: 397–415) beschrieben, deren diesbezüglicher
Offenbarungsgehalt in die vorliegende Erfindung vollumfänglich
eingeschlossen ist, beschrieben.
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In
einem Schritt f) des erfindungsgemäßen in vitro-Transkriptions-
und Translationsverfahrens zur Expression eines Antikörpers
wird die (modifizierte) Nukleinsäure in dem in vitro-Translationsmedium
inkubiert und der durch die (modifizierte) Nukleinsäure
kodierte Antikörper in vitro translatiert. Die Inkubation
dauert typischerweise etwa 30 bis 240 Minuten, bevorzugt etwa 40
bis 120 Minuten und am stärksten bevorzugt etwa 90 Minuten.
Die Inkubationstemperatur liegt typischerweise in einem Bereich
von etwa 20–40°C, bevorzugt bei etwa 25 bis etwa
35°C und am stärksten bevorzugt bei etwa 30°C.
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Die
Schritte b) bis f) des erfindungsgemäßen in vitro-Transkriptions-
und Translationsverfahrens zur Expression eines Antikörpers
oder einzelne Schritte der Schritte b) bis f) können miteinander
kombiniert werden, d. h. gemeinsam durchgeführt werden.
Dabei werden bevorzugt alle notwendigen Komponenten zu Beginn gemeinsam
oder während der Reaktion nacheinander entsprechend der
Abfolge der beschriebenen Schritte b) bis f) dem Reaktionsmedium
zugegeben.
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In
einem optionalen Schritt g) kann der in Schritt f) erhaltene translatierte
Antikörper aufgereinigt werden. Eine Aufreinigung kann
mit Verfahren erfolgen, die einem Fachmann aus dem Stand der Technik
bekannt sind, z. B. Chromatographie, wie bspw. Affinitätschromatographie
(HPLC, FPLC, etc.), Ionenaustauschchromatographie, Gelchromatographie,
Größenausschlusschromatographie, Gaschromatographie,
oder Antikörper-Detektion, oder biophysikalische Verfahren,
wie z. B. NMR-Analysen, etc. (siehe z. B. Maniatis et al.
(2001) supra). Chromatographische Verfahren, einschließlich
affinitätschromatographische Verfahren, können
in geeigneter Weise zur Aufreinigung Tags einsetzen, wie zuvor beschrieben,
z. B. ein Hexahistidin-Tag (His-Tag, Polyhistidin-Tag), ein Streptavidin-Tag
(Strep-Tag), ein SBP-Tag (Streptavidin-Bindungs-Tag), ein GST(Glutathion-S- Transferase)-Tag,
etc.). Weiterhin kann die Aufreinigung über ein Antikörper-Epitop
erfolgen (Antikörper-Bindungs-Tag), z. B. ein Myc-Tag,
ein Swa11-Epitop, ein FLAG-Tag, ein HA-Tag, etc., d. h. über
Erkennung des Epitops über einen entsprechenden (immobilisierten)
Antikörper. Ebenfalls kann die Aufreinigung über
das immobilisierte Substrat des spezifischen Antikörpers
erfolgen, d. h. durch Bindung des Antikörpers an ein immobilisiertes
Antigen, das durch den translatierten Antikörper spezifisch
erkannt wird bzw. gebunden wird.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung richtet sich auf
ein in vitro-Transkriptions- und Translationsverfahrens zur Expression
eines Antikörpers in einer Wirtszelle, umfassend folgende
Schritte:
- a) Bereitstellung einer Nukleinsäure,
insbesondere einer cDNA, kodierend einen wie zuvor beschriebenen Antikörper;
- b) Zugabe der Nukleinsäure zu einem in vitro-Transkriptionsmedium,
umfassend eine RNA-Polymerase, einen geeigneten Puffer, ein oder
mehrere wie zuvor beschriebene (modifizierte) Nukleotide im Austausch gegen
ein oder mehrere der natürlich vorkommenden Nukleotide
A, G, C oder U und gegebenenfalls ein oder mehrere natürlich
vorkommenden Nukleotide A, G, C oder U, falls nicht alle natürlich
vorkommenden Nukleotide A, G, C oder U ausgetauscht werden sollen;
- c) Inkubation der Nukleinsäure, insbesondere einer
cDNA, im in vitro-Transkriptionsmedium und in vitro-Transkription
der Nukleinsäure zu einer erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA;
- d) gegebenenfalls Aufreinigung der erfindungsgemäßen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA und Entfernung
der nicht-eingebauten Nukleotide aus dem in vitro-Transkriptionsmedium;
- e') Transfektion der in Schritt c) (und ggf. d)) erhaltenen
(modifizierten) RNA in eine Wirtsszelle;
- f') Inkubation der (modifizierten) Nukleinsäure in
der Wirtszelle und Translation des durch die (modifizierte) RNA
kodierten Antikörpers in der Wirtszelle;
- g') Optional Isolation und/oder Aufreinigung des in Schritt
f') translatierten Antikörpers.
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Die
Schritte a), b) c) und d) des erfindungsgemäßen
in vitro-Transkriptions- und Translationsverfahrens zur Expression
eines Antikörpers in einer Wirtszelle sind identisch zu
den Schritten a), b) c) und d) des hier beschriebenen erfindungsgemäßen
in vitro-Transkriptionsverfahrens und des hier beschriebenen erfindungsgemäßen
in vitro-Transkriptions- und Translationsverfahrens zur Expression
eines Antikörpers.
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Gemäß Schritt
e') des erfindungsgemäßen in vitro-Transkriptions-
und Translationsverfahrens erfolgt die Transfektion der in Schritt
c) (und ggf. d)) erhaltenen (modifizierten) RNA in eine Wirtszelle.
Die Transfektion erfolgt im Allgemeinen über im Stand der
Technik bekannte Transfektionsverfahren (siehe bspw. Maniatis et
al. (2001) Molecular Cloning: A laboratory manual, Cold Spring Harbor
Laboratory Press, Cold Spring Habor, NY). Geeignete Transfektionsverfahren
im Sinne der vorliegenden Erfindung schließen ein, ohne
darauf beschränkt zu sein, z. B. Elektroporations-Verfahren
einschließlich modifizierter Elektroporations-Verfahren
(z. B. Nukleofektion), Calciumphosphat-Verfahren, z. B. das Calcium-Copräzipitations-Verfahren,
das DEAE-Dextran-Verfahren, das Lipofektions-Verfahren, z. B. das
Transferrin-vermittelte Lipofektions-Verfahren, Polypren-Transfektion,
Partikelbeschuss, Nanoplexe, z. B. PLGA, Polyplexe, z. B. PEI, Protoplasten-Fusion
und das Mikroinjektions-Verfahren, wobei sich insbesondere das Lipofektion-Verfahren
als geeignetes Verfahren herausgestellt hat. Dabei kann die erfindungsgemäße
(modifizierte) RNA nackt oder komplexiert vorliegen wie zuvor für
die erfindungsgemäße (modifizierte) RNA beschrieben.
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Im
Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung und mit Schritt e')
des erfindungsgemäßen in vitro-Transkriptions-
und Translationsverfahrens zur Expression eines Antikörpers
in einer Wirtszelle umfasst eine (geeignete) Wirtszelle jede Zelle,
die eine Expression des durch die erfindungsgemäße
(modifizierte) RNA kodierten Antikörpers erlaubt, bevorzugt
jede kultivierte eukaryotische Zelle (z. B. Hefezellen, Pflanzenzellen, tierische
Zellen und humane Zellen) oder prokaryotische Zelle (z. B. bakterielle
Zellen, etc.). Bevorzugt werden zur Expression des durch die erfindungsgemäße
(modifizierte) RNA kodierten Antikörpers Zellen von multizellulären
Organismen ausgewählt, falls posttranslationale Modifikationen,
z. B. Glykosylierung des kodierten Proteins, erforderlich sind (N
und/oder O-gekoppelt). Im Unterschied zu prokaryotischen Zellen,
ermöglichen solche (höheren) eukaryotischen Zellen
die posttranslationale Modifikation des synthetisierten Proteins.
Der Fachmann kennt eine Vielzahl von solchen höheren eukaryotischen
Zellen oder Zelllinien, z. B. 293T (embryonische Nierenzelllinie),
HeLa (humane Cervixcarcinomzellen), CHO (Zellen aus den Ovarien
chinesischer Hamster) und weitere Zelllinien, einschließlich
solcher für Laborzwecke entwickelten Zellen und Zellinien,
wie bspw. hTERT-MSC-, HEK293-, Sf9- oder COS- Zellen. Geeignete eukaryotische
Zellen umfassen weiterhin Zellen oder Zellinien, die durch Erkrankungen
oder Infektionen beeinträchtigt sind, z. B. Krebszellen,
insbesondere Krebszellen jeder der hier in der Beschreibung genannten
Krebsarten, durch HIV beeinträchtigte Zellen, und/oder
Zellen des Immunsystems oder des Zentralen Nervensystems (CNS).
Besonders bevorzugt sind als eukaryotische Zellen humane Zellen
oder tierische Zellen, z. B. von wie hier genannten Tieren. Geeignete Wirtszellen
können ebenfalls aus eukaryotischen Mikroorganismen wie
Hefe, z. B. Saccharomyces cerevisiae (Stinchcomb et al.,
Nature, 282:39, (1997)), Schizosaccharomyces pombe, Candida,
Pichia, und filamentöse Pilze der Gattungen Aspergillus,
Penicillium, etc. abgeleitet sein. Geeignete Wirtszellen umfassen
ebenfalls prokaryotische Zellen, wie z. B. Bakterienzellen z. B.
aus Escherichia coli oder aus Bakterien der Gattungen Bacillus,
Lactococcus, Lactobacillus, Pseudomonas, Streptomyces, Streptococcus,
Staphylococcus, vorzugsweise E. coli, etc..
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In
Schritt f') des erfindungsgemäßen in vitro-Transkriptions-
und Translationsverfahrens zur Expression eines Antikörpers
in einer Wirtszelle erfolgt die Inkubation der (modifizierten) RNA
in der Wirtszelle und die Translation des durch die (modifizierte)
RNA kodierten Antikörpers in der Wirtszelle. Dazu werden
bevorzugt wirtszelleigene Expressionsmechanismen genutzt, z. B.
durch Translation der RNA in der Wirtzelle über Ribosomen
und tRNAs. Die dabei verwendeten Inkubationstemperaturen richten
sich nach den jeweils verwendeten Wirtszellsystemen.
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In
einem optionalen Schritt g') kann der in Schritt f') erhaltene translatierte
Antikörper isoliert und/oder aufgereinigt werden. Eine
Isolation des translatierten (exprimierten) Antikörpers
umfasst dabei typischerweise eine Abtrennung des Antikörpers
von Reaktionsbestandteilen und kann mit Verfahren erfolgen, die
einem Fachmann bekannt sind, bspw. durch Zelllyse, Ultraschallaufschluss,
oder ähnliche Verfahren, einschließlich der oben
genannten Verfahren. Eine Aufreinigung kann daher auch mit Verfahren
durchgeführt werden, wie für Schritt e) des erfindungsgemäßen
in vitro-Transkriptions- und Translationsverfahrens zur Expression
eines Antikörpers beschrieben.
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Bei
der Aufreinigung von (rekombinanten) Antikörpern aus einer
Wirtszelle in Schritt g') des zuvor beschriebenen Verfahrens ist
je nach Anwendung eine unterschiedliche Auswahl der zuvor beschriebenen
Wirtszellen erforderlich. So ist die Produktion von rekombinanten
Antikörpern in E. coli typischerweise nur begrenzt möglich,
da die durch eine erfindungsgemäße (modifizierte)
RNA kodierten Antikörper sehr komplex sind, komplizierte
Faltungsmechanismen erfordern und für die Anwendung in
mehrzelleigen Organismen bzw. Lebewesen üblicherweise posttranslational
modifiziert werden. Im Cytoplasma von E. coli sind diese Mechanismen üblicherweise
nicht durchführbar. Verwendet werden kann daher die periplasamatische
Produktion in E. coli, bei der eine korrekte Faltung und Modifikation
der Antikörperfragmente möglich ist. Dabei erfordert
die Aufreinigung zumeist einen aufwendigen Aufschluss der Bakterien
und eine schwierige Abtrennung aller bakteriellen Bestandteile,
die als Endotoxine bei einer therapeutischen Anwendung wirken können.
Um diese Probleme der Aufreinigung zu umgehen, können erfindungsgemäß in
solchen Fällen Expressionsysteme für Hefen, Insektenzellen,
Säugerzellen und Pflanzen eingesetzt worden, wobei die
Produktion bevorzugt in geeigneten Säugerzellen wie z.
B. Hamsterzellen (CHO) durchgeführt wird, wie hier beschrieben.
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Unabhängig
von den Schritten (a) bis (d) kann der durch die erfindungsgemäße
(modifizierte) RNA kodierte Antikörper auch durch ein in
vitro Translationsverfahren der Schritte (e') bis (g') exprimiert
werden, welches auch als solches Gegenstand der vorliegenden Erfindung
ist.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung richtet sich auf
ein in vitro-Transkriptions- und in vivo-Translationsverfahrens
zur Expression eines Antikörpers in einem Organismus, umfassend
folgende Schritte:
- a) Bereitstellung einer
Nukleinsäure, insbesondere einer cDNA, kodierend einen
wie zuvor beschriebenen Antikörper;
- b) Zugabe der Nukleinsäure zu einem in vitro-Transkriptionsmedium,
umfassend eine RNA-Polymerase, einen geeigneten Puffer, einen Nukleinsäure-Mix,
umfassend ein oder mehrere wie zuvor beschriebene (modifizierte)
Nukleotide, im Austausch gegen ein oder mehrere der natürlich
vorkommenden Nukleotide A, G, C oder U, und gegebenenfalls ein oder
mehrere natürlich vorkommende Nukleotide A, G, C oder U,
falls nicht alle natürlich vorkommenden Nukleotide A, G,
C oder U ausgetauscht werden sollen, und gegebenenfalls einen RNase-Inhibitor;
- c) Inkubation der Nukleinsäure, insbesondere einer
cDNA, im in vitro-Transkriptionsmedium und in vitro-Transkription
der Nukleinsäure zu einer erfindungsgemäßen,
wie hier beschriebenen, (modifizierten) RNA;
- d) gegebenenfalls Aufreinigung und Entfernung der nicht-eingebauten
Nukleotide aus dem in vitro-Transkriptionsmedium;
- e'') Transfektion der in Schritt c) (und ggf. d)) erhaltenen
(modifizierten) RNA in eine Wirtsszelle und Transplantation der
transfizierten Wirtszelle in einen Organismus;
- f'') Translation des durch die (modifizierte) RNA kodierten
Antikörpers im Organismus.
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Die
Schritte a), b), c) und d) des erfindungsgemäßen
in vitro-Transkriptions- und in vivo-Translationsverfahrens zur
Steigerung der Expression eines Proteins in einem Organismus sind
identisch zu den Schritten a), b), c) und d) des hier beschriebenen
erfindungsgemäßen in vitro Transkriptionsverfahrens,
des hier beschriebenen erfindungsgemäßen in vitro-Transkriptions-
und Translationsverfahrens zur Steigerung der Expression eines Proteins
und des hier beschriebenen erfindungsgemäßen in
vitro-Transkriptions- und Translationsverfahrens zur Steigerung
der Expression eines Proteins in einer Wirtszelle.
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Wirtszellen
im Sinne der vorliegenden Erfindung und insbesondere in Schritt
e'') können auch autologe Zellen umfassen, d. h. Zellen,
die einem Patienten entnommen und wieder zurückgeführt
werden (körpereigene Zellen). Solche autologen Zellen verringern
die Gefahr der Abstoßung durch das Immunsystem bei in vivo-Anwendungen.
Bevorzugt werden bei autologen Zellen (gesunde oder erkrankte) Zellen
aus den betroffenen Körperbereichen/Organen des Patienten
eingesetzt. Transfektionsverfahren sind bevorzugt solche wie zuvor
für Schritt e) beschrieben. In Schritt e'') erfolgt zusätzlich
zu Schritt e) die Transplantation der Wirtszelle in einen Organismus.
Ein Organismus bzw. ein Lebewesen im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung sind typischerweise Säugetiere, d. h. Tiere,
einschließlich Rind, Schwein, Hund, Katze, Esel, Affe,
einschließlich Nagetiere, z. B. Maus, Hamster, Kaninchen,
etc., sowie Menschen.. Alternativ zu Schritt e'') und f'') kann die
Isolation und/oder Aufreinigung gemäß den Schritten
f)/f') und/oder g)/g') und eine anschließende Verabreichung
des translatierten (therapeutisch wirksamen) Proteins an das Lebewesen
erfolgen. Die Verabreichung kann, wie für pharmazeutische
Zusammensetzungen beschrieben, durchgeführt werden.
-
In
Schritt f'') erfolgt die Translation des durch die (modifizierte)
RNA kodierten Antikörpers im Organismus. Die Translation
erfolgt dabei bevorzugt durch wirtszellspezifische Systeme in Abhängigkeit
der verwendeten Wirtszelle.
-
Unabhängig
von den Schritten (a) bis (d) kann die transkribierte erfindungsgemäße
(modifizierte) RNA auch durch ein in vitro Translationsverfahren
der Schritte (e'') bis (g'') exprimiert werden, welches auch als
solches Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist.
-
Alternativ
zu den oben beschriebenen Verfahren kann gemäß einer
besonders bevorzugten Ausführungsform eine gemäß den
Schritten a) bis d) transkribierte erfindungsgemäße
(modifizierte) RNA in einem weiteren Schritt e''') direkt in den
Organismus, z. B. Mensch, verabreicht werden, z. B. durch Verabreichung der
nackten oder komplexierten erfindungsgemäßen RNA,
bspw. unter Verwendung der oben beschriebenen Transfektionsverfahren,
ggf. unter Verwendung bestimmter hier beschriebener Stabilisierungsfaktoren.
Dabei wird die RNA nach Aufnahme bevorzugt in die Zellen transportiert,
z. B. mit wie hier beschriebenen Lokalisierungs- oder Signalsequenzen,
und in den Zellen bevorzugt in den kodierten Antikörper
translatiert.
-
Vorteile der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung beschreibt insbesondere eine erfindungsgemäße,
einen Antikörper kodierende RNA. Diese kann modifiziert
oder unmodifiziert sein, wobei die Definition von „Modifikation"
im weitesten Sinne zu verstehen ist. Eine native RNA, kovalent gebunden
an eine andere Gruppe, bspw. ein Lipid oder einen Zuckerrest, ist
im Sinne dieser Erfindung modifiziert. Modifiziert im Sinne der
vorliegenden Erfindung ist auch eine RNA, die nicht-nativ auftretende
Bestandteile enthält, bspw. nicht native Nukleotide, oder
eine RNA, die gegenüber ihrem Vorläufer durch
Austausch von Nukleotiden, unabhängig davon, ob diese nativ
oder nicht nativ sind, verändert ist. Der große
Vorteil von solchen RNAs ist, dass diese nicht die negativen Wirkungen
von DNA-Transfektionen (mit stabilem Einbau in das Genom) aufweisen.
Im Falle von modifizierten, Antikörper kodierenden RNAs
ist die begrenzte Stabilität der RNA kodierend für
die Antikörper bzw. Antikörperfragmente, darüber
hinaus verbessert. Damit also werden erfindungsgemäß die
Antikörper nach Verabreichung an Patienten, insbesondere
Säugetiere, v. a. den Menschen, nur über eine überschaubare
Zeit über die Behandlung hinaus, in vivo exprimiert und
führen damit nicht zu schädlichen Effekten. Im
Gegensatz dazu können die klassischen Intrabody-DNAs stabil
ins Genom integriert oder zumindest langanhaltend exprimiert werden,
was zu unkontrollierbaren Ereignissen führen kann. Der
große Vorteil gegenüber der Applikation von monoklonalen Antikörpern
in vivo ist ferner, dass bei Verwendung einer wie hier beschriebenen,
einen Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA, keine
Antikörper aufwendig hergestellt und aufgereinigt werden
müssen und damit wesentlich kostengünstiger herzustellen
sind. Der wesentlichste Vorteil der vorliegenden Erfindung ist jedoch, dass
mit den durch erfindungsgemäße (modifizierte)
RNAs kodierten Antikörpern auch intrazellulär
exprimierte Proteine erreicht werden können, was mit bisher
aus dem Stand der Technik bekannten monoklonalen Antikörpern
nicht möglich ist.
-
Die
folgenden Figuren und Beispiele sollen die vorhergehende Beschreibung,
ohne darauf eingeschränkt zu werden, näher erläutern
und illustrieren.
-
Figuren:
-
1 zeigt
veranschaulichend die Struktur eines IgG-Antikörpers. IgG-Antikörper
sind aus jeweils 2 identischen leichten und 2 schweren Proteinketten
aufgebaut, die miteinander über Disulfid-Brücken
verbunden sind. Die leichte Kette besteht aus der N-terminalen variablen
Domäne VL und der C-terminalen
konstanten Domäne CL. Die schwere
Kette eines IgG-Antikörpers lässt sich in eine
N-terminale variable Domäne VH und
drei konstante Domänen CH1, CH2 und CH3 einteilen.
-
2 zeigt
die Gencluster für die leichten und die schweren Ketten
eines Antikörpers:
- (A): Gencluster
für die leichte Kette ĸ.
- (B): Gencluster für die leichte Kette λ.
- (C): und (D): Gencluster für die schwere Kette.
-
Die
variable Region einer schweren Kette wird dabei aus drei unterschiedlichen
Gensegmenten zusammengesetzt. Neben den V- und J-Segmenten findet
man hier noch zusätzliche D-Segmente. Die VH,
DH- und JH-Segmente
können zur Bildung der variablen Region der schweren Kette
ebenso nahezu beliebig kombiniert werden.
-
3 veranschaulicht
schematisch die Unterschiede in den leichten und schweren Ketten
von murinen (d. h. in dem Wirtsorganismus Maus gewonnen), chimären,
humanisierten und humanen Antikörpern.
-
4 zeigt
in einer Übersicht die Struktur unterschiedlicher Antikörperfragmente.
Die Bestandteile der Antikörperfragmente sind dunkelgrau
unterlegt.
-
5 zeigt
in 5A, 5B und 5C verschiedene Varianten von Antikörpern
und Antikörperfragmenten:
- (A) zeigt
eine schematische Darstellung eines IgG-Antikörpers aus
zwei leichten und zwei schweren Ketten.
- (B) zeigt ein Fab-Fragment aus der variablen und einer konstanten
Domäne jeweils einer leichten und einer schweren Kette.
Die beiden Ketten sind über eine Disulfidbrücke
miteinander verbunden.
- (C) zeigt ein scFv-Fragment aus der variablen Domäne
der leichten und der schweren Kette, die über einen artifiziellen
Polypeptidlinker miteinander verbunden sind.
-
6 zeigt
die Darstellung einer erfindungsgemäßen, einen
Antikörper kodierenden, (modifizierten) RNA als Expressionskonstrukt.
Es bedeuten:
- VH
- = variable Domäne
der schweren (heavy) Kette;
- CH
- = konstante Domäne
der schweren (heavy) Kette;
- VL
- = variable Domäne
der leichten (light) Kette;
- CL
- = konstante Domäne
der leichten (light) Kette;
- SIRES
- = internal ribosomal
entry side (IRES, superIRES)
- muag
- = mutierte Form des
3'-UTR des Alpha-Globin-Gens; und
- A70C30
- = PolyA-PolyC-Schwanz.
-
7 zeigt
die schematische Darstellung des Nachweises eines durch eine erfindungsgemäße
RNA kodierten Antikörpers mittels ELISA am Beispiel des
Antigens Her2.
-
8 zeigt
die Wildtyp-DNA-Sequenz der schweren Kette des Antikörpers
Rituximab (= Rituxan, MabThera) (Wildtyp: GC-Gehalt: 56,5%, Länge:
1344) (SEQ ID NO: 1).
-
9 zeigt
die GC-optimierte DNA-Sequenz der schweren Kette des Antikörpers
Rituximab (= Rituxan, MabThera) (GC-Gehalt: 65,9%, Länge:
1344) (SEQ ID NO: 2).
-
10 zeigt
die Wildtyp-DNA-Sequenz der leichten Kette des Antikörpers
Rituximab (= Rituxan, MabThera) (Wildtyp: GC-Gehalt: 58,5%, Länge:
633) (SEQ ID NO: 3).
-
11 zeigt
die GC-optimierte DNA-Sequenz der leichten Kette des Antikörpers
Rituximab (= Rituxan, MabThera) (GC-Gehalt: 67,2%, Länge:
633) (SEQ ID NO: 4).
-
12 zeigt
das Gesamtkonstrukt der GC-optimierten DNA-Sequenz des Antikörpers
Rituximab (= Rituxan, MabThera) mit den leichten und schweren Ketten
(SEQ ID NO: 5). Das Gesamtkonstrukt enthält folgende Sequenzen
und Schnittstellen: ACC-linker
für eine optimale Kozak-Sequenz
-
13 zeigt
die Wildtyp-DNA-Sequenz der schweren Kette des Antikörpers
Cetuximab (= Erbitux) (Wildtyp: GC-Gehalt: 56,8%, Länge:
1359) (SEQ ID NO: 6).
-
14 zeigt
die GC-optimierte DNA-Sequenz der schweren Kette des Antikörpers
Cetuximab (= Erbitux) (GC-Gehalt: 65,9%, Länge: 1359) (SEQ
ID NO: 7).
-
15 zeigt
die Wildtyp-DNA-Sequenz der leichten Kette des Antikörpers
Cetuximab (= Erbitux) (Wildtyp: GC-Gehalt: 58,2%, Länge:
642) (SEQ ID NO: 8).
-
16 zeigt die GC-optimierte DNA-Sequenz der leichten
Kette des Antikörpers Cetuximab (= Erbitux) (GC-Gehalt:
65,7%, Länge: 642) (SEQ ID NO: 9).
-
17 zeigt das Gesamtkonstrukt der GC-optimierten
DNA-Sequenz des Antikörpers Cetuximab (= Erbitux) mit den
leichten und schweren Ketten (SEQ ID NO: 10). Das Gesamtkonstrukt
enthält folgende Sequenzen und Schnittstellen: ACC-linker
für eine optimale Kozak-Sequenz
-
-
18 zeigt die Wildtyp-DNA-Sequenz der schweren
Kette des Antikörpers Trastuzumab (= Herceptin) (Wildtyp:
GC-Gehalt: 57,8%, Länge: 1356) (SEQ ID NO: 11).
-
19 zeigt die GC-optimierte DNA-Sequenz der schweren
Kette des Antikörpers Trastuzumab (= Herceptin) (GC-Gehalt:
67,0%, Länge: 1356) (SEQ ID NO: 12).
-
20 zeigt die Wildtyp-DNA-Sequenz der leichten
Kette des Antikörpers Trastuzumab (= Herceptin) (Wildtyp:
GC-Gehalt: 56,9%, Länge: 645) (SEQ ID NO: 13).
-
21 zeigt die GC-optimierte DNA-Sequenz der leichten
Kette des Antikörpers Trastuzumab (= Herceptin) (GC-Gehalt:
66,4%, Länge: 645) (SEQ ID NO: 14).
-
22 zeigt das Gesamtkonstrukt der GC-optimierten
DNA-Sequenz des Antikörpers Trastuzumab (= Herceptin) mit
den leichten und schweren Ketten (SEQ ID NO: 15). Das Gesamtkonstrukt
enthält folgende Sequenzen und Schnittstellen: ACC-linker
für eine optimale Kozak-Sequenz
-
Die
folgenden Beispiele erläutern die vorliegende Erfindung
näher, ohne sie einzuschränken.
-
Beispiele
-
1.1 Verwendete Zell-Linien und Zellkultur-Bedingungen:
-
Die
Zell-Linien HeLa (humane Zervixkarzinom-Zell-Linie; Her2-positiv),
HEK293 (human embryonal kidney; Her2-negativ) und BHK21 (Syrian
hamster kidney; Her2-negativ) wurden vom DMSZ (Deutsche Sammlung
von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH) in Braunschweig bezogen
und in RPMI-Medium angereichert mit 2 mM L-Glutamine (Bio Whittaker)
und 10 μg/ml streptamycin und 10 U/ml of Penicillin bei
37°C und unter 5% CO2 kultiviert.
-
1.2 Herstellung von Expressionsvektoren
für erfindungsgemäße modifizierte RNA-Sequenzen:
-
Für
die Produktion von erfindungsgemäßen modifizierten
RNA-Sequenzen wurden die GC-angereicherten und translationsoptimierten
DNA-Sequenzen, kodierend für eine schwere Kette und eine
leichte Kette eines Antikörpers (z. B. Cetuximab (Erbitux),
Trastuzumab (Herceptin) und Rituximab (Rituxan) vgl. SEQ ID NO:
1–15, wobei die SEQ ID NO: 1, 3, 6, 8, 11 und 13 die jeweiligen
kodierenden nicht-GC-optimierten Sequenzen der schweren und der
leichten Ketten dieser Antikörper und die SEQ ID NO: 2,
4, 5, 7, 9, 10, 12, 14 und 15 die kodierenden GC-angereicherten
Sequenzen darstellen (s. o.)) mit molekularbiologischen Standardmethoden
in den pCV19-Vektor (CureVac GmbH) kloniert. Um eine äquimolare
Expression der beiden Ketten zu gewährleisten, wurde eine
IRES (internal ribosomal entry side) eingeführt. Zur zusätzlichen
Stabilisierung der mRNA dient der mutierte 3'-UTR (untranslated
region) des alpha-Globin-Gens und ein PolyA-polyC-Schwanz am 3'-Ende.
Zur Sekretion des exprimierten Antikörpers ist das Signalpeptid
des HLA-A*0201-Gens kodiert. Zur Detektion des Antikörpers
wurde zusätzlich ein His-Tag eingeführt. 6 zeigt die
verwendeten Expressionskonstrukte.
-
1.3 Herstellung der G/C-angereicherten
und translationsoptimierten mRNA kodierend für einen Antikörper:
-
Es
wurde eine in vitro-Transkription mittels der T7-Polymerase (T7-Opti
mRNA Kit, CureVac, Tübingen, Deutschland) durchgeführt
und anschließend mit Pure MessengerTM (CureVac,
Tübingen, Deutschland) aufgereinigt. Dazu wurde zunächst
ein DNAse Verdau, anschließend eine LiCl- Fällung
und danach eine HPLC unter Verwendung einer porösen Umkehrphase
als stationäre Phase durchgeführt (PURE Messenger).
-
1.4 Nachweis von RNAntibody mittels Durchflusszytometrie:
-
1
Mio Zellen wurden mit der mRNA gemäß einer des
SEQ ID NO: 5, 10 oder 15 (s. o.), kodierend für einen wie
zuvor beschriebenen Antikörper, mittels Elektroporation
transfiziert und anschließend für 16 h in Medium
kultiviert. Mittels eines FITC-gekoppelten His-Tag-Antikörpers
wurde der exprimierte Antikörper nachgewiesen. Alternativ
wurde der sekretierte Antikörper aus dem Überstand
transfizierter Zellen zu nicht transfizierten, Antigen-exprimierenden
Zellen gegeben und nach Inkubation nach der gleichen Methode nachgewiesen.
-
1.5 Nachweis eines durch eine erfindungsgemäße
RNA kodierten Antikörpers in vitro mittels ELISA:
-
Eine
Mikrotiter-Platte wurde mit einem murinen Antikörper (1)
gegen ein erstes Antigen (HER-2) beladen. Anschließend
wurde zu der Platte Zell-Lysat von Antigen-exprimierenden Zellen
gegeben. Das Antigen wurde dabei von dem murinen Antigen-spezifischen
Antikörper (1) gebunden. Anschließend wurde der Überstand
von Zellen zu der Mikrotiter-Platte zugegeben, die mit einer erfindungsgemäßen
modifizierten mRNA, kodierend für einen HER-2-spezifischen
Antikörper, transfiziert wurden. Der im Überstand
enthaltene HER-2-spezifische Antikörper (2) bindet ebenfalls
an das Antikörper-gebundene Antigen, wobei die beiden Antikörper
unterschiedliche Domänen des Antigens erkennen. Zum Nachweis
des gebunden Antikörpers (2) wird Meerrettich-Peroxidasegekoppeltes
Anti-human-IgG (3-HRP) zugegeben, welches das Substrat TMB umsetzt und
photometrisch bestimmt wurde.
-
1.6 Nachweis eines durch eine erfindungsgemäße
RNA kodierten Antikörpers in vivo:
-
Eine
wie zuvor beschriebene erfindungsgemäße (m)RNA,
kodierend für einen Antikörper, wurde in BALB/c-Mäuse
intradermal oder intramuskulär injiziert. 24 h danach wurden
die entsprechenden Gewebe entnommen und Proteinextrakte hergestellt.
Die Expression des Antikörpers wurde, wie hier beschrieben,
mittels ELISA nachgewiesen.
-
1.7 Nachweis eines durch eine erfindungsgemäße
RNA kodierten Antikörpers mittels Western Blot:
-
Die
exprimierten Antikörper aus den Überständen
von Zellen, die mit einer modifizierten mRNA, kodierend für
einen wie zuvor beschriebenen Antikörper, transfiziert
wurden, wurden mittels einer Polyacrylamid-Gelelektrophorese aufgetrennt
und anschließend auf eine Membran übertragen.
Nach Inkubation mit Anti-His-Tag-Antikörper und eines Meerrettich-Peroxidase-gekoppelten
Zweitantikörpers wurde der exprimierte Antikörper
mittels Chemolumineszenz nachgewiesen.
-
1.8 Tumor-Modell:
-
Es
wurden SKOV-3-Zellen subcutan in BALB/c-Mäuse injiziert.
Innerhalb der folgenden 28 Tage wurden achtmal 10 μg einer
modifizierten mRNA, kodierend für einen wie zuvor beschriebenen
Antikörper, in die Schwanzvene der Mäuse injiziert.
Das Tumorwachstum wurde über den Zeitraum von 5 Wochen
verfolgt.
-
Es folgt ein
Sequenzprotokoll nach WIPO St. 25.
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-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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