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Insbesondere hat die Einführung des Drehrohrofens fortschrittlich gewirkt, weil die Verblasezeit damit erheblich abgekürzt werden konnte. Die Grösse dieser Drehrohröfen war anderseits jedoch beschränkt, i weil sie nur von einer Seite her beschickt werden konnten, wodurch das Beschicken mit Kran erschwert wurde. Ausserdem ging die Praxis zu immer grösseren Schmelzeinheiten über, wofür Drehrohröfen weniger gut geeignet waren. Es besteht daher ein gewisses Bedürfnis nach einer verbesserten Raffinierofenanlage. mit der sowohl grosse Leistungen erzielt wie auch die Vorteile des Drehrohrprinzips ausgenutzt werden können.
Die Erfindung hat nun eine Raffinieranlage, insbesondere zum Raffinieren von Kupfer, zum Gegen- stand, mit deren Hilfe diese Gesichtspunkte vollkommen erfüllt werden können. Der Erfindungsgedanke beruht dabei in der Anordnung mehrerer sogenannter Ellipsoid-Drehöfen auf einer grossen Drehscheibe.
Unter Ellipsoid-Drehöfen sind dabei die schräg gelagerten Trommelöfen mit rückkehrender Flamme ver- standen. Diese Öfen haben eine ausgezeichnete Wärmeausnutzung, weil sich die Wandung um 360 drehen lässt, ohne dass die für die Behandlung der Schmelze erforderliche Zugänglichkeit des Ofeninnern erschwert wäre.
Es wäre anderseits schwierig, alle die zur Bedienung einer grösseren Ofeneinheit er- forderlichen maschinellen Einrichtungen, wie Beschickungskran, Giessmaschine und andere Vorrich- tungen, an der einen für die Bedienung zugänglichen Seite derartiger Öfen anzuordnen. In dem Punkt setzt aber gerade die Erfindung ein, weil sie durch eine Drehung des Gesamtofens diesen im ganzen jeweils an den Ort bringt, wo die Hilfseinrichtungen sich befinden.
In den Fig. 1 und 2 ist die Anordnung schematisch dargestellt. Hiebei bedeuten die Ziffern 1 bis 4 eine Anzahl von im Kreislauf angeordneten Ellipsoid-Öfen, die alle auf einer Drehscheibe 5 angeordnet sind. 6 ist die jeweilige Heizeinrichtung, mittels der Gas, Öl oder Kohlenstaub zum Beheizen des Ofens zugeführt werden können, während ein gleichfalls für jeden Ofen vorhandener Gasabzug 7 die heissen
Abgase unterirdisch zu Abgasverwertungseinrichtungen, wie Rekuperatoren, Regeneratoren oder Dampf- kesseln, führt. Jeder dieser Öfen ist mit seiner offenen Seite nach aussen gerichtet und durch einen Deckel verschlossen, der die notwendigen Öffnungen für die Behandlung zeigt.
In Fig. 3 ist ein solcher Deckel für sich allein in Ansicht dargestellt.
Hiebei bedeutet 8 die Öffnung für den Brenner, 9 die Öffnung für die Abführung der Heizgase und 10 eine Arbeitstür, die zum Schlackeziehen, Polen oder Verblasen benutzt werden kann. Jeder Ofen hat ausserdem in seinem Mantel eine Stichlochöffnung 11, durch die das fertig raffinierte Metall vergossen werden kann. Der Ofen kann in üblicher Weise auf den Rollen 12 gelagert sein. Vorteilhafterweise sind jedoch die Rollen selbst auf einem zentralen Hebebock 1J angeordnet, mit dem die Öfen ein wenig ange- hoben werden können. Es wird auf diese Weise möglich, den Ofen etwas zu kippen und auf diese Weise die Höhe des Bades zu den Arbeits-bzw. Gasöffnungen passend einzustellen.
Die Arbeitsweise ist folgende : Der Ofen 1 wird angeheizt, beschickt und das Metall eingeschmolzen.
Darauf wird die Bühne um 450 gedreht. Je nach der Art des Kupfers und der dafür notwendigen Raffi- nierzeit können nun zwei bis vier Öfen in Betrieb gehalten werden. Für den Fall einer langen Schmelz- und kurzen Raffinierzeit werden zwei Öfen umschichtig arbeiten können, während bei lang dauernder
Raffination ein oder zwei weitere Öfen betrieben werden, um die Behandlungen aufeinander abzustimmen.
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Sobald das Kupfer in einem Ofen raffiniert ist, wird dieser Ofen vor die Giessmaschine gefahren und das Kupfer vergossen. Die Anlage hat den Vorteil, dass sie im Betrieb anschmiegsamer an alle vorkommenden Verhältnisse ist, als wenn ein einziger grosser Ofen vorhanden wäre. Es genügt, zum Beweise hiefür darauf hinzuweisen, dass z.
B. bei der erforderlichen Reparatur eines Ofens immer noch drei in Betrieb bleiben, so dass die erforderliche Reserve viel geringer gehalten werden kann. Ohne jede Schwierigkeit kann mit der erfindungsgemässen Anlage jeweils auch nur ein Ofen betrieben werden, so dass niemals ein völliger Produktionsausfall zu befürchten ist.