-
Ubergangsschutz für Gelenkfahrzeuge Die Erfindung bezieht sich auf
einen Ubergangsschutz aus Gummi oder gummiartigem, d.h. in seiner Elastizität Gummi
vergleichbarem Kunststoff zwischen zwei gelenkig miteinander gekuppelten Fahrzeuggliedern
bestehend aus einem gegebenenfalls mehrteiligen Wulst, der den Ubergang zwischen
den Fahrzeuggliedern tunnelförmig umgibt.
-
Es ist bereits ein Gliederfahrzeug, insbesondere Schienengliederfahrzeug,
mit mehreren, durch jeweils eine Mittelpufferkupplung miteinander gekuppelten Fahrzeuggliedern
und einer tibergangseinrichtung zwischen Jeweils zwei Fahrzeuggliedern vorgeschlagen
worden, bei dem die Ubergangseinrichtung zumindest an den beiden Seiten und oben
von einem Gummiwulst tunnelförmig umgeben ist, der die Relativbewegungen zwischen
den beiden Fahrzeuggliedern dämpfend stabilisiert (deute Patentanmeldung P 22 32
279.8). Diese Lösung hat den Vorteil, daß sie besonders einfach ist, weil der Gummiwulst
des Übergangsschutzes eine Doppelfunktion hat, nämlich einmal die Übergangseinrichtung
und die diese Einrichtung
benutzenden Fahrgäste des Gliederzuges
gegen Umwelteinflüsse, insbesondere Fahrtwind, Schnee und Regen, zu schützen und
zum anderen Mal den Lauf des Gliderfahr zeuges zu stabilisieren; bisher waren für
diese Funktionen getrennte Einrichtungen erforderlich und der Übergangsschutz war
gerade so ausgelegt, daß er den Fahrzeuglauf möglichst wenig beeinflussen sollte.
-
Aufgabe der Erfindung ist es, die bereits vorgeschlagene Lösung weiter
auszugestalten und zu diesem Zweck insbesondere den aus Gummi oder einem gummiartigen
Werkstoff bestehenden Wulst des abergangsschutzes so auszugestalten, daJ er die
Aurgabe der Stabilisierung des Fahrzeuglaufes gut erfüllen kann.
-
Zu diesem Zweck wird erfindungsgernäß zunächst vorgeschlagen, den
den Fahrzeuglauf stabilisierenden Balg hohl auszubilden.
-
Hohle Bälge als Ubergangsschutz bei Gliederfahrzeugen sind zwar an
sich bekannt und bei Schienenfahrzeugen sogar üblich geworden. Sie ermöglichen es
jedoch nicht, auf den Fahrzeuglauf Einfluß zu nehmen, wie es mit der Konzeption
der Bälge gemä3 der Erfindung beabsichtigt ist in der Weise, daß die Relativbewegungen
zwischen den Fahrzeuggliedern redernd gedämpft werden.
-
Um dieser Aufgabe in optimaler Weise gerecht werden zu können, wird
in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, daß in den hohlen Wulst des
Ubergangsschutzes Formteile
insbesondere aus einem elastischen Kunststoff,
aus Gummi, aus einem elastischen Schaum oder aus einem Luftpolster eingelegt sind,
die auf Grund ihrer Form insbesondere ihres Querschnittes eine bestimmte Dcmpfung
bzw. Federkennlinie für die dämpfende Stabilisierung des Fahrzeuglaufes ergeben.
-
Diese Aufgabe können aber auch z.B. Gummiformteile mit verschiedenem
Querschnitt z.B. Dreieckform in der Draufsicht lösen, wobei unter der Draufsicht
die Blickrichtung von oben auf das Fahrzeug verstanden wird. Diese Lösungen ermöglichen
es insbesondere, für den erfindungsgemäßen Zweck übliche Bälge zu verwenden, die
selbst den Fahrzeuglauf nicht beeinflussen würden und solche serienmäßigen Bälge
entsprechend umzurüsten. Unabhängig von diesem Vorteil gibt die Lösung den Vorteil
einer Anpassung an sehr unterschiedliche Betriebsbedingungen.
-
Es ist möglich, den gesamten Wulst mit seinen senkrechten und waagrechten
Formteilen zur Stabiliserung des Fahrzeuglaufes heranzuziehen. Da mit dem erfindungsgemäßen
Ubergangsschutz insbesondere Bewegungen der Fahrzeugglieder um eine Fahrzeughochachse
gedämpft werden sollen, erweist es sich jedoch als besonders zweckmäßig, die in
den Wulst eingelegten Formteile nur in die Seitenteile des Wulstes einzulegen.
-
Bei dieser Anordnung haben die Formteile einen großen Abstand von
der lotrechten Fahrzeuglängsmittelebene,-wirken an einem großen Hebelarm und üben
deshalb eine besonders gute Dämpfungswirkung aus, wenn die Fahrzeugglieder gegeneinander
ausgelenkt werden.
-
In der weiteren Ausgestaltung der Pfindung sollen in den
Seitenteilen
des Wulstes des Ubergangsschutzes mehrere Formteile übereinander angeordnet sein,
wobei die Abstände zwischen den einzelnen Formteilen unterschiedlich sein können
und gegebenenfalls nur im Bereich der halben Fahrzeughöhe Formteile angeordnet sein
können. Durch die Anwendung einzelner Formteile übereinander wird eine ausreichende
Wirkung mit geringem Material- und Gewichtsaufwand erzielt und die Dämpfungscharakteristik
kann über die Hhe des Fahrzeuges durch Anwendung von Formteilen unterschiedlicher
Beschaffenbeit, insbesondere verschiedener Höhe und/oder unterschiedlicher Abstände
zwischen den Formteilen variiert werden, wenn es die Betriebsbedingungen verlangen.
Die Anordnung der Dämpfungselemente nur etwa in der halben Fahrzeughöhe stellt einen
optimalen Kompromiß zwischen Materialaufwand und Wirksamkeit dar. Außerdem wäre
eine Versteifung des Wulstes an den Enden der Seitenteile durch die erfindungsgemäßen
Einlagen sogar unerwünscht, weil hierdurch das gegeneinander Abknicken der Fahrzeugglieder
um eine Fahrzeugquerachse behindert würde, was beim überfahren eines Ablaufberges,
beim Auffahren auf Fähren und dergleichen nicht vertretbar wäre.
-
Bei dem erfindungsgemäß anzuwendenden Gummiwulst kann es sich um einen
einteiligen Gummiwulst oder um einen Gummiwulst handeln, der in an sich bekannter
Weise aus drei Teilen besteht, zwei parallelen Seitenteilen und einem oberen Teil,
das sich horizontal in Fahrzeugquerrichtung etstreckt und oben auf den Seite@t@il@@
aufliegt bzw. mit diesen verbunden ist. Der Wulst kann jedoch auch vierteilig sein
mit zwei
parallelen waagrechten und zwei parallelen senkrechten
Teilen, um den uebergang rundum zu umgeben. Ferner kann sich ein solches ein- oder
mehrteiliges tunnelförmiges Gebilde über den ganzen Zwischenraum zwischen zwei Fahrzeuggliedern
in Fahrzeugglängsrichtung erstrecken oder es kann sich um ein in dieser Beziehung
zweiteiLiges Gebildet handeln, dessen beiden Teile sich symmetrisch zu einer lotrechten
Fahrzeugmittelebene zwischen zwei Fahrzeugg@@edern befinden, die an ihren einander
abgekehrten Enden an den Fahrzeuggliedern befestigt sind und. deren einander zugekehrten
Seiten spiellos aufeinander liegen In diesem Fall können in weiterer Ausgestaltung
der Erfindung die spiellos aufeinanderliegenden Balgseiten uneben, insbesondere
gewellt oder gezackt sein und es sollen dann diese Wellon, Zacken ocler dergleichen
beider Wülste ineinandergreifen. Hierdurch erfolgt einerseits eine zuverlässige
Abdichtung de-s Übergangsschutzes nach außen, andererseits ist wiederum die Dämpfunscharakteristtk
beeinflußbar. Zu letzterem Zweck können schließlich die Innendrücke der Formteile
einsteLlbar sei.n bzw. können die Innendrücke der übereinander in den liulstseitenteilen
eingeiegten Formteile unterschiedlich sein. Handelt es sich bei deri Formteilen
um hohle, gasgefüllte Formteile, so kann der Innendruck durch entsprechende GasfüLlung
festgelegt werden, handelt es s-ich um Formteile aus el-astischem Kunststoffschaum,
so kann die jeweils gewünschte Elastizität durch entsprechende Werkstoffwahl bzw.
Werkstoffstruktur erreicht werden.
-
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch
dargestellt.
-
Der Schienengliederzug mit einem Übergangsschutz gemäß der Erfindung
hat die beiden Wagen I und 2, die durch eine Mitteipufferkupplung 3 gelenkig miteinander
verbunden sind (Fig. 1). Ein Überwechseln von Personen zwischen beiden Wa gen ist
durch eine Übergangsbrücke 4 ermöglicht. Die Übergangsbrücke ist an den beiden Seiten
und oben sowie gegebenenfalls auch unten tunnelförmig von einem Übergangsschutz
umgeben. Der Übergangsschutz besteht aus zwei Hälften, von denen je eine H@lfte
einem der Wagen zugeordnet ist. Jede hälfte besteht aus zwei seitlichen, senkrechten
und einem oberen, sowie gegebenenfalls auch unteren, waagrechten Hohl gummiprofil.
Das obere, waagrechte Hohlgummiprofil @ kan@ kreisrunden oder ovalen Querschnitt
haben derart, da clie oberen Hohlgummiprofile beider Wagen mit möglichst großen
Flächen dicht aber gegeneinander beweglich aufeinanderliegen. Die seitlichen Hohlgummiprofile
6 beider Wagen haben voneinander abweichende Formen und liegen nut- und federartig
ineinander, indem sie beispielsweise eine gezahnte yontur (Fig. 2) oder eine gewellte
Kontur (Fig. 3) haben.
-
Im Bereich etwa der halben Fahrzeughöhe sind in die Balgseitenteile
6 erfindungsgemäße Formteile 7 eingelegt. Ein Forrrlteil hat beispielsweise eine
dreieckförmige Kontur, wobei die Basis des Dreieckes der Befestigungsseite des Balges,
die Spitze den benachbarten Balg zugekehrt ist. Mehrere solche Formteile sind in
jedem Balgseitenteil 6 übereinander angeordnet, wobei, um entsprechenden Betriebsverhältrissen
entsprechen zu können, der Abstand zwischen einzelnen Elementen unterschiedlich
sein kann. Die Formteile können ihrerseits
hohle Bälge sein, die
mit einem elastischen Schaumstoff oder einem pneumatischen Druckmittel gefüllt sind.
Insbesondere bei der Füllung mit einem pneumatischen Druckmittel ist es möglich,
die Feder- bzw Stabilisierungscharakteristik der Vorrichtung dadurch zu variieren,
daß die Druckmittelfüllung der einzelnen Formteile unterschied-Tich festgelegt wird
und gegebenenfalls während des Retriebes veränderbar gemacht wird?