DE1131197B - Verfahren zur Herstellung von Fluor- bzw. Chloralkanen, welche bis zu zwei Kohlenstoffatomen aufweisen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Fluor- bzw. Chloralkanen, welche bis zu zwei Kohlenstoffatomen aufweisenInfo
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- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C17/00—Preparation of halogenated hydrocarbons
- C07C17/093—Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens
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Description
Es sind bereits eine Reihe von Möglichkeiten zur Darstellung von aliphatischen Chlorkohlenwasserstoffen
durch Umsetzung von organischen Sulfonsäurederivaten beschrieben worden. So ist es bereits
aus der deutschen Patentschrift 362 741 bekannt, Chlorsulfonsäureäthylester mit Salzsäure zu Äthylchlorid
umzusetzen. In der USA.-Patentschrift 2 688 641 wird die Reaktion von Diäthylsulfat mit
Natriumchlorid unter Einhaltung bestimmter Bedingungen zu Äthylenchlorid beschrieben. Die thermische
Zersetzung von Sulfonsäurechloriden höhermolekularer aliphatischer Kohlenwasserstoffe, wobei
die entsprechenden Chloralkane entstehen sollen, wird in der deutschen Patentschrift 740 677 vorgeschlagen.
Bei der bekannten thermischen Zersetzung von Halogensulfonsäureestern werden, wie beispielsweise
von Behrend im Journal für praktische Chemie, Bd. 15, 1877, S. 33 und 34, beschrieben wird,
schwarze, teerartige, undestillierbare Produkte erhalten, deren Entstehung auf die oxydierende Wirkung
des bei dem Zerfall auftretenden Schwefeltrioxyds zurückzuführen ist.
Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß man bei der thermischen Zersetzung von Fluor- bzw.
Chlorsulfonsäuremethyl- bzw. -äthylestern in hohen Ausbeuten die entsprechenden Fluor- bzw. Chloralkane
erhält, wenn man dafür Sorge trägt, daß das bei der Zerfallsreaktion entstehende Schwefeltrioxyd
durch Verbindungsbildung sofort abgefangen wird und dadurch keine Gelegenheit hat, die anwesende
organische Substanz zu oxydieren. Für diesen Zweck eignen sich gemäß der Erfindung Alkalifluoride bzw.
-chloride, die unter Bildung von Alkalihalogensulfonaten das Schwefeltrioxyd unschädlich machen.
Ein Kriterium für die Wirksamkeit der Zusätze ist der SO2-Gehalt der gasförmigen Reaktionsprodukte.
Je höher der SO2-Anteil, desto stärker ist
die Zersetzung der organischen Komponente. Während beim thermischen Zerfall von Fluorsulfonsäureäthylester
ohne Zusätze das entstandene Gas neben wenig Äthylen aus SO2 besteht, ist das SO2 bei dem
Zerfall in Gegenwart von z. B. Kaliumfluorid gerade noch nachweisbar. Das entstandene SO3 wird durch
das Kaliumfluorid sofort als Kaliumfluorsulfonat gebunden.
0,1 Mol Fluorsulfonsäuremethylester wird mit 0,5MoI KF in einem Stahlautoklav mit 250 ml
Inhalt 1 Stunde auf 180° C erhitzt. Die Ausbeute an CH3F beträgt 82%. SO2 tritt nur in Mengen von
von Fluor- bzw. Chloralkanen,
welche bis zu zwei Kohlenstoffatomen
aufweisen
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft,
Leverkusen-Bayerwerk
Leverkusen-Bayerwerk
Dr. Albrecht Zappel, Köln-Stammheim,
und Dr. Heinz Jonas, Leverkusen,
sind als Erfinder genannt worden
und Dr. Heinz Jonas, Leverkusen,
sind als Erfinder genannt worden
2% des Gesamtumsatzes auf. Der feste Rückstand besteht aus einem Gemisch von KF und KFSO3.
0,3 Mol Chlorsulfonsäureäthylester werden ohne Zusätze erhitzt, nach etwa 45 Minuten bei 150° C
tritt ein plötzlicher Zerfall ein. Die Temperatur steigt dabei spontan auf 210° C an, etwa 50 Gewichtsprozent
der Einwaage finden sich als teerartiger Rückstand wieder. Die aufgefangenen und analysierten
Gase zeigen, daß 41% des im 6-wertigen Zustande eingesetzten Schwefels als SO2 auftreten. Zu 36%
ist Äthylen und zu 66% HCl entstanden. Die Ausbeute an Äthylchlorid beträgt nur 6%.
0,2 Mol Chlorsulfonsäureäthylester werden in Gegenwart von 0,5MoI KCl 4 Stunden auf 150° C
erhitzt. In 65%iger Ausbeute wird C2H5Cl erhalten.
S O2 ist im aufgefangenen Gas nicht nachweisbar. Mit
etwa 5% ist die Äthylchloridspaltung in C2H4 und
HCl an der Gesamtreaktion beteiligt. Bei einem Parallelversuch wird 5 Stunden auf 150° C erhitzt.
Die Ausbeute an C2H5Cl beträgt hierbei 86%.
0,2 Mol Chlorsulfonsäureäthylester werden in Anwesenheit von 0,5MoI NaCl 1,5 Stunden lang auf
180° C erhitzt. Die Versuchsbilanz ist wie folgt:
48,6% unzersetzt, 42% Spaltung in C2H5Cl,
4% C2H4. SO2 kann nicht nachgewiesen werden.
209 609/411
0,15 Mol Fluorsulfonsäureäthylester werden 1 Stunde am Rückfluß gekocht; Sumpftemperatur 115 bis
120° C. Es findet keine Zersetzung statt.
Wie im Beispiel 5, nur in Gegenwart einer geringen Menge Hg zur Beschleunigung der Zersetzung. Etwa
20% des Einsatzes werden zurückgewonnen. Zu 31% ist Äthylen und zu 3°/» C2H5F entstanden.
56% des in der 6-wertigen Stufe eingesetzten Schwefels
finden sich also als SO2 wieder. Der Rückstand besteht aus einer teerartigen Masse.
Wie Beispiel 5, zusätzlich werden 0,5 Mol KF hinzugegeben. Nach einstündigem Erhitzen am
120° C-Sumpf (Rückfluß) sind noch 65% unzersetzt, 18,6% des Einsatzes sind in C2H5F zerfallen und
1,5% in C2H4.
SO2 hat sich nur in Spuren gebildet.
Wie Beispiel 5, hinzugesetzt wurden 0,5 Mol KF und eine geringe Menge Hg. Nach 30 Minuten Erhitzung
auf 120° C ist in etwa 50%iger Ausbeute C2H5F entstanden, der Anteil an C2H4 beträgt 10%,
bezogen auf eingesetzten Fluorsulfonsäureäthylester. Der SO2-Anteil beträgt 2%.
0,15 Mol Fluorsulfonsäureäthylester werden in Anwesenheit von 0,5 Mol NaF 2 Stunden auf 120° C
Sumpftemperatur erhitzt. Die Versuchsbilanz hat folgendes Aussehen: 31% unzersetzt, 8,4% OS
(OC2H5)2 — durch Disproportionierung von
FSO2OC2H5-, 16,6«/o C,
H5F und 7*/o C,
SO2 kann nicht nachgewiesen werden.
'2 4"
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von Fluor- bzw. Chloralkanen, welche bis zu 2 Kohlenstoffatome aufweisen, durch thermische Spaltung von Fluorbzw. Chlorsulfonsäuremethyl- bzw. -äthylestern, dadurch gekennzeichnet, daß die Spaltung in Gegenwart einer für die Bindung des bei der Spaltung entstehenden Schwefeltrioxyds ausreichenden Menge Alkalifluorid bzw. Alkalichlorid ausgeführt wird.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 362 741, 740 677;
USA.-Patentschrift Nr. 2 688 641.©209 609/411 6.62
Priority Applications (3)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEF30176A DE1131197B (de) | 1959-12-24 | 1959-12-24 | Verfahren zur Herstellung von Fluor- bzw. Chloralkanen, welche bis zu zwei Kohlenstoffatomen aufweisen |
GB4397660A GB921328A (en) | 1959-12-24 | 1960-12-21 | A process for the production of alkyl halides |
FR847783A FR1283898A (fr) | 1959-12-24 | 1960-12-23 | Procédé de préparation d'halogénures d'alkyle |
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEF30176A DE1131197B (de) | 1959-12-24 | 1959-12-24 | Verfahren zur Herstellung von Fluor- bzw. Chloralkanen, welche bis zu zwei Kohlenstoffatomen aufweisen |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE1131197B true DE1131197B (de) | 1962-06-14 |
Family
ID=7093647
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DEF30176A Pending DE1131197B (de) | 1959-12-24 | 1959-12-24 | Verfahren zur Herstellung von Fluor- bzw. Chloralkanen, welche bis zu zwei Kohlenstoffatomen aufweisen |
Country Status (2)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE1131197B (de) |
GB (1) | GB921328A (de) |
Citations (3)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE362741C (de) * | 1921-03-03 | 1922-10-31 | Wilhelm Traube Dr | Verfahren zur Darstellung von Chloraethyl |
DE740677C (de) * | 1940-07-31 | 1943-11-02 | Ig Farbenindustrie Ag | Verfahren zur Herstellung von hoehermolekularen aliphatischen Chlorkohlenwasserstoffen |
US2688641A (en) * | 1950-10-28 | 1954-09-07 | Ethyl Corp | Manufacture of ethyl chloride |
-
1959
- 1959-12-24 DE DEF30176A patent/DE1131197B/de active Pending
-
1960
- 1960-12-21 GB GB4397660A patent/GB921328A/en not_active Expired
Patent Citations (3)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE362741C (de) * | 1921-03-03 | 1922-10-31 | Wilhelm Traube Dr | Verfahren zur Darstellung von Chloraethyl |
DE740677C (de) * | 1940-07-31 | 1943-11-02 | Ig Farbenindustrie Ag | Verfahren zur Herstellung von hoehermolekularen aliphatischen Chlorkohlenwasserstoffen |
US2688641A (en) * | 1950-10-28 | 1954-09-07 | Ethyl Corp | Manufacture of ethyl chloride |
Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
GB921328A (en) | 1963-03-20 |
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