DE3932927A1 - Verfahren zur entfernung von organohalogenverbindungen aus kohlenwasserstoffgemischen, insbesondere aus pyrolyseprodukten in gasphase - Google Patents
Verfahren zur entfernung von organohalogenverbindungen aus kohlenwasserstoffgemischen, insbesondere aus pyrolyseprodukten in gasphaseInfo
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Description
Werden halogenhaltige Produkte pyrolysiert, so entsteht mit den
Pyrolysegasen u. a. Halogenwasserstoff, der im allgemeinen durch
Kalk gebunden wird. Diese Bindung durch Kalk funktioniert jedoch
unterhalb von 500 ppm, insbesondere unterhalb von 100 ppm, nur
noch schlecht. Darüber hinaus reagiert auch Halogenwasserstoff besonders
mit ungesättigten Kohlenwasserstoffen, die bei der Pyrolyse
entstehen, unter Bildung halogenorganischer Verbindungen.
Eine Reihe von halogenorganischen Verbindungen wiederum spalten
keinen Halogenwasserstoff ab. In summa war es bisher nicht möglich,
aus Kunststoffabfällen, die halogenorganische Verbindungen
enthielten, durch Pyrolyse unter Kalkzusatz Wertstoffe zu erzeugen,
die frei von Halogen waren. Vielmehr enthielten die Pyrolyseöle
zwischen 500 und 50 ppm Halogen an C gebunden oder als gelösten
Halogenwasserstoff.
Die Pyrolyseöle konnten daher nicht in den Handel gebracht werden,
sondern mußten kostspielig entsorgt werden. Es stellt sich daher
die Aufgabe, ein Verfahren zu finden, das geeignet ist, Pyrolyseprodukte
so weit zu enthalogenieren, daß sie in Verkehr gebracht
werden können, d. h. daß sie weniger als 10 ppm Halogen enthalten.
Als Verfahren zur Enthalogenierung von Ölen ist das Recyclonverfahren
bekannt.
Das Recyclon-Verfahren wurde erstmals von den Firmen Leybold-
Heraeus, Aseol und der Degussa AG entwickelt. Schon 1977 kam es
zum Betrieb einer Pilotanlage.
Es nutzt die chemische Reaktivität fein verteilten Natriums aus,
wodurch im wesentlichen eine chemische Raffination des Altöls erfolgt.
Die Weiterentwicklung dieses Verfahrens führte dann 1978
zur ersten Patentanmeldung¹) und 1979 zur Erweiterung des bestehenden
Patentes²).
Das Altöl wird zunächst konventionell von Wasser und den leicht
flüchtigen Kohlenwasserstoffen befreit. Diese Entwässerung muß
sehr sorgfältig vollzogen werden, da vorhandenes H₂O zu einem unnötigen
Natriumverbrauch führt. Das Natrium-Metall wird in einem
Öl emulgiert, wobei der Teilchendurchmesser nicht größer als 100 µm
sein sollte. Erfolgreiche Versuche wurden mit einem Teilchendurchmesser
von 50 µm durchgeführt. Die erforderliche Menge Natrium
beträgt, je nach Belastungsgrad des zu behandelnden Öles,
0,1-5 Gew.-% Natrium pro Altöl. Generell sollte eine zumindest
äquivalente Menge Natrium den zu zerstörenden Substanzen zugesetzt
werden.
Die Umsetzungsbedingungen sind in weiten Grenzen variabel. Die Reaktionstemperatur
sollte zwischen 100 und 300°C bei einer mittleren
Verweilzeit von mindestens 2 Minuten liegen.
Die nachfolgende Abtrennung des reraffinierten Öles von den durch
die chemische Behandlung entstandenen undestillierbaren Rückständen
muß zur Vermeidung von unerwünschten Crackungen bei einer Temperatur
von weniger als 300°C erfolgen. Der schwer verdampfbare
Anteil des Öles wird in einer Kurzweg-Destillations-Apparatur destilliert.
Als Sumpfprodukt fällt eine stark salzhaltige, hochalkalische,
teerartige Masse an.
Mengenbilanz aus den Recyclon-Verfahren (in Gew.-%):
Trockenöl | |
100 | |
Crackprodukte | 5 |
Zweitraffinate | 77 |
Rückstand | 18 |
Die angegebene Produktverteilung ist stark vom Belastungsgrad des
Altöles abhängig. Die große Menge an Sumpfprodukt, das die anorganische
Matrix der Dehalogenierung enthält, benachteiligt dieses
Verfahren.
Kennzeichnende Merkmale sind also:
Reaktion in der Flüssigphase
Temperatur 100-300°C
Verweilzeit t mindestens 2 Min.
Na-Verbrauch 10 000 bis 50 000 ppm
Crackprodukte 5% des Eduktes
Rückstand <10% des Eduktes.
Temperatur 100-300°C
Verweilzeit t mindestens 2 Min.
Na-Verbrauch 10 000 bis 50 000 ppm
Crackprodukte 5% des Eduktes
Rückstand <10% des Eduktes.
Pyrolysen, insbesondere von Kunststoffabfällen, werden in indirekt
beheizten Drehtrommeln oder Wirbelschichten durchgeführt. Da die
Pyrolyseprodukte den Pyrolysereaktor dampfförmig bei Temperaturen
von z. B. 700°C verlassen und im allgemeinen bei 400°C einen Zyklon
passieren, haben wir untersucht, ob bei dieser Temperatur die Gase
mit Alkalimetall bzw. Alkalimetalldampf zur Reaktion gebracht werden
können.
Na hat folgenden Dampfdruck:
358°C 0,13 mbar
439°C 1,33 mbar
549°C 13 mbar
439°C 1,33 mbar
549°C 13 mbar
Wir haben nun überraschend gefunden, daß beim Durchleiten von Pyrolyseproduktdampf
durch einen Rohrabschnitt, in dem sich die oben
genannten Dampfdrücke zwischen 0,13 und 13 mbar einstellen können,
bei einer Verweilzeit von weniger als 10 Sekunden eine so weitgehende
Enthalogenierung eintritt, daß nach Kondensation des Pyrolyseproduktdampfes
die kondensierten Öle in den Handel gebracht werden
können und weniger als 10 ppm, meist weniger als 5 ppm, Halogen
enthalten.
Nach den Vorversuchen haben wir einerseits in eine konventionelle
Pyrolyseapparatur - nach dem Zyklon und vor dem Kühler - lediglich
ein auf 400°C geheiztes U-Rohr eingefügt, an dessen tiefster
Stelle Na eingebracht war. Bei Einsatzgütern, die etwa 100 ppm
Chlor enthielten, enthielten die im Kühlsystem kondensierenden Öle
<10 ppm Chlor. Diese Chlorbestimmungen wurden nach Wickbold
durchgeführt. Als Modellversuche wurden dann Experimente mit Xylol,
dem 50 ppm Chlor in Form von Chlorbenzol zugesetzt war,
durchgeführt.
Die Xylol-Chlorbenzol-Mischung wurde verdampft, der Dampf durch
ein auf 450-500°C geheiztes Rohr geleitet und danach kondensiert.
Aus Verdampfungsgeschwindigkeit und Rohrvolumen ergibt sich die
maximale "Verweilzeit". Bleibt das Rohr leer, so ergibt sich im
Kondensat eine geringe Anreicherung des Chlorbenzols (Versuch Na-
S4). Wird dagegen in das Rohr Na eingebracht, so erniedrigt sich
der Halogengehalt
bei 1,5 Sek. Verweilzeit von 50 auf 15 ppm
bei 5,5 Sek. Verweilzeit von 50 auf 5 ppm
(Versuche NaS1 und NaS2).
bei 5,5 Sek. Verweilzeit von 50 auf 5 ppm
(Versuche NaS1 und NaS2).
Bei dieser Prozedur werden weniger als 1% der Edukte zu Ruß
gecrackt und zwischen 1 und 2 Promille als nichtkondensierbare
Gase verloren.
Kennzeichnende Merkmale sind also:
Reaktion in der Gasphase
Temperatur 350-550°C
Verweilzeit t = ca. 10 Sek.
Na-Dampfdruck 0,1-13 mbar
(maximaler Na-Verbrauch <10 000 ppm)
Crackprodukte und Rückstand ca. 1% der Edukte.
Temperatur 350-550°C
Verweilzeit t = ca. 10 Sek.
Na-Dampfdruck 0,1-13 mbar
(maximaler Na-Verbrauch <10 000 ppm)
Crackprodukte und Rückstand ca. 1% der Edukte.
Nach Ausarbeitung dieses Verfahrens ergibt sich, daß es zur Enthalogenierung
gasförmiger sowie verdampfbarer und wiederkondensierbarer
trockener Kohlenwasserstoff, unabhängig von der Herkunft
der Edukte, angewendet werden kann sowie zur Entfernung von
Organochlorgehalten aus inerten Gasen. Notwendig ist lediglich,
das Edukt auf 350-550°C zu erhitzen und bei dieser Temperatur
mit Na/Na-Dampf in Berührung zu bringen.
Aus ökonomischen Gründen müssen die Edukte weitgehend trocken
sein, jedoch stören geringe Wasserdampfgehalte - abgesehen vom Na-
Verbrauch - nicht, da sie mit Na unter H₂-Bildung reagieren und wir
festgestellt haben, daß H₂-Gehalte der zu enthalogenierenden Gase
die Enthalogenierungsreaktion fördern.
Abb. 1 zeigt das Fließschema der Laborpyrolyseapparatur, wie sie
wiederholt beschrieben wurde. Die Wirbelschicht 4 hat einen Durchmesser
von 40 mm. Mit einer solchen Wirbelschicht können 30-50 g
Kunststoffschrott pro Stunde pyrolysiert werden (Anmerkung, Lit. 5).
Abb. 2 zeigt die gleiche Apparatur, jedoch ist jetzt zwischen Zyklon
7 und Kühler 8 ein U-Rohr 17 geschaltet, das mit einem Metallschiffchen,
das seinerseits mit 3 g Natrium befüllt wurde, beschickt
ist.
Der waagerecht liegende Teil des U-Rohres, in dem das Schiffchen
mit Natrium steht, war 9 cm lang und hatte einen Innendurchmesser
von 2 cm, also ein Volumen von etwa 30 ml.
In guter Annäherung beträgt das mittlere Molekulargewicht der bei
der Pyrolyse entstehenden Produkte etwa C₄H₆ 54, so daß bei einem
Durchsatz von beispielsweise 36 g/h etwa 0,66 Mol Pyrolysegas
entstehen. Da der Natriumreaktor 17 bei einer Temperatur von 480°C
passiert wurde, herrschte dort ein Volumenstrom von etwa 41 ltr./h.
Daraus errechnet sich eine Verweilzeit in diesem Enthalogenierungsreaktor
von 30 ml * 3600 Sek./41 000 ml = 2,63 Sek.
Wurde unter den genannten Bedingungen Kunststoffschrott mit einem
Chlorgehalt <100 ppm (<200 ppm) als Edukt aufgegeben, so wurde
bei zwischengeschaltetem und mit Natrium beschicktem U-Rohr in den
Produkten ein Chlorgehalt von 10 ppm oder weniger erreicht.
Da der Natriumdampfdruck bei 480°C etwa 7 Torr beträgt, kann der
Volumenstrom maximal 1 Vol.-% Natrium-Dampf austragen, unter ungünstigsten
Annahmen also 400 ml/h bei 480°C, entsprechend 6,6 mM oder
0,15 g. Pro 36 g Edukt werden also maximal 0,15 g Natrium, pro 100 g
Edukt entsprechend 0,45 g Natrium oder weniger als 1% verbraucht.
Es wurde jedoch immer ein geringerer Natriumverbrauch festgestellt,
weil sich das Dampfdruckgleichgewicht wohl nur verzögert
einstellt.
Für Belegversuche wurde eine einfachere Apparatur und eine einfachere
Eduktmischung gewählt. Dies erlaubte eine präzisere Verfolgung
der Massenströme. Als Edukt wurde Xylol mit wohlbekannten
Mengen an Chlorbenzol gewählt.
Die Versuche Na-S1 und Na-S2 zeigen, daß Edukte mit etwa 50 ppm
Organochlorgehalt bei 1,5 Sek. Verweilzeit auf 16 ppm und bei 5,5
Sek. Verweilzeit auf <5 ppm Organochlorgehalt enthalogeniert wurden.
Es wurden vier Versuche durchgeführt, um festzustellen, ob sich
organisch gebundenes Chlor an Natrium bei Ausgangskonzentrationen
von ca. 50 mg/kg Chlor so weit umsetzen läßt, daß die Chlorkonzentration
unter 10 mg/kg sinkt.
Das Fließschema der Versuchsanordnung ist in Abb. 3 dargestellt.
In der Destillationsblase (1) wird das Chlorbenzol/Xylolgemisch
vorgelegt und mittels einer Heizhaube verdampft. Das Steigrohr und
der Reaktor (2) bestehen aus einem Glasrohr von 20 mm Innendurchmesser.
Das Steigrohr wird mit einer Heizschnur auf ca. 250°C erhitzt,
um das Eduktgemisch heiß in den Reaktor einzutragen. Der
Reaktor, in dem drei mit Natrium gefüllte Porzellanschiffchen stehen,
wird mit einem temperaturgeregelten Röhrenofen auf 500°C geheizt.
Die aus dem Reaktor austretenden
Produkte werden in einem absteigenden Dimrothkühler (3) abgekühlt
und aufgefangen (4). Vor Destillationsbeginn ist die Apparatur
über den Dreiwegehahn offen, um die Expansion des eingeschlossenen
Gases nicht als Gasentwicklung zu messen. Mit Beginn der Destillation
wird das entstehende Gas in der in 100-ml-Schritten kalibrierten
pneumatischen Wanne (5) aufgefangen. Daraus läßt sich
eine Gasprobe in eine evakuierte Gasmaus (6) ziehen.
Um möglichst konstante Bedingungen einzustellen, wird die Destillation
regelmäßig über die Tropfgeschwindigkeit kontrolliert und
die Heizleistung der Heizhaube über einen Leistungssteller angepaßt.
Die Versuche zur Umsetzung von kleinen Organochlorkonzentrationen
wurden mit Modellmischungen von Chlorbenzol in o-Xylol durchgeführt.
Das Versuchsprogramm mit seinen Ergebnissen ist in Tab. 1
zusammengestellt. Alle vier Versuche wurden bei 500°C durchgeführt,
weil sich diese Temperatur in den vorangegangenen Versuchen
mit Natrium als zweckmäßig herausgestellt hatte. In der verwendeten
Glasapparatur lassen sich wegen der Übergangstemperatur des
Glases von 530°C keine höheren Temperaturen verwirklichen. Außerdem
ist es aus materialtechnischen und energetischen Gründen wünschenswert,
bei möglichst tiefen Temperaturen zu arbeiten.
Es wurden zwei Versuche mit verschiedenen Verweilzeiten des
Eduktgemisches über den natriumgefüllten Schiffchen durchgeführt
(Na-S1 und Na-S2). Wie sich zeigt, kann bei einer Verweilzeit von
etwa 5 s das obengenannte Ziel der Chlorkonzentration von unter
10 mg/kg erreicht werden (Versuch Na-S2).
Um den Einfluß des Natriums abzusichern, wurde ein Versuch ohne
Einsatz von Natrium (Versuch Na-S4) und ein weiterer Versuch
ohne Chlorbenzol (Versuch Na-S3) durchgeführt.
Die bereinigten Massenbilanzen der Versuche mit den gemachten Annahmen
sind in Tabelle 2 zusammengestellt.
Die Gasmenge bei Versuch Na-S1 mußte geschätzt werden, weil die
Messung mittels einer Gasuhr wegen des zu geringen Volumenstroms
keine verläßlichen Werte lieferte. Daher wurde in den folgenden
Versuchen auf eine pneumatische Wanne zurückgegriffen.
Als Ruß werden alle diejenigen Feststoffe bezeichnet, die sich
durch Differenzwägung der Apparaturteile ergeben zuzüglich des
Filterrückstandes des Destillats.
Tabelle 3 zeigt, daß bei Anwesenheit von Natrium etwa 99 m% den
Reaktor praktisch unverändert passieren (s. auch Tab. 8). Das restliche
Prozent setzt sich zu Ruß und Gas um. Bei Abwesenheit von Natrium
ist praktisch keine Reaktion zu verzeichnen.
Soweit das Chlor erfaßt wurde, sind seine Konzentrationen in Tab. 4
aufgeführt.
Im Gas wurde keine chlororganische Komponente nachgewiesen und
Chlorwasserstoff wäre in der Sperrflüssigkeit Wasser der pneumatischen
Wanne absorbiert und damit der Erfassung entzogen worden.
Eine pH-Messung zeigte jedoch, daß nach Durchführung aller Versuche
das Wasser noch immer neutral reagierte. Einer Abschätzung zufolge
sollte das Wasser pH 3 haben, wenn das fehlende Chlor als
HCl absorbiert worden wäre.
Der Ruß ist sehr inhomogen: an der Oberfläche des Natriums haftet
Ruß an, die Glaswände innerhalb des Ofens sind mit harten Krusten
überzogen und in Kühler und Destillat fällt er als feines Pulver
an. Von den Krusten wurde eine Probe entnommen, mit Wasser eluiert
und ein Chloridnachweis vorgenommen, der negativ ausfiel. Daher
wurde im Ruß kein Chlor bestimmt.
Die Konzentrationen in den Edukten sind über die Einwaage errechnet,
die in den Rückständen und in den Destillaten gaschromatographisch
bestimmt wurden.
Durch die unterschiedlichen Siedepunkte von Chlorbenzol (b. p.
132°C) [1] und o-Xylol (b. p. 144,4°C) [1] verarmt der Sumpfkolben
im Laufe der Reaktion immer mehr an Chlorbenzol; daher ist in Tab. 5
neben der Eduktkonzentration auch die mittlere Konzentration in
der Gasphase angegeben.
Aus Tab. 5 wird ersichtlich, daß Chlorbenzol sich unter den Versuchsbedingungen
in Abwesenheit von Natrium nicht umsetzt. Die erzielten
Umsätze von bis zu 93% des Chlors (Tab. 6) bei nur 1% Umsatz
des Xylols (Tab. 3) sind also auf das Natrium zurückzuführen.
Die Zusammensetzung der Pyrolysegase (Tab. 7) wurde gaschromatographisch
bestimmt. Auffällig ist der extrem hohe Anteil des Wasserstoffs
in allen drei Pyrolysegasen. Bemerkenswert ist auch der
Einfluß des Natriums auf die Gaszusammensetzung, der sich besonders
deutlich in der Gasdichte ausdrückt.
Die Flüssigkeiten wurden gaschromatographisch analysiert. Exemplarisch
sind in Tab. 8 die Chromatogramme nebeneinander gestellt, um
zu belegen, daß das Xylol den Reaktor praktisch unverändert passiert.
1) Patentschrift DE 28 13 200 C2
2) Patentschrift DE 29 40 630 C2
Referierende Literatur:
3) E. Bilger, Entgiftung von organischen Flüssigkeiten mittels Natrium, 2. Internationaler TNO/BMFT Kongreß über Altlastensanierung, 11./14. 4. 1988 in Hamburg, Kongreßband S. 963, Kluver Academic Publishers, Dordrecht, Boston, Lancaster 1988.
4a) Anonym, Abbau organischer Chlorverbindungen, Wasser, Luft, Betrieb, 10, 63 (1987).
4b) R. Kilger, E. Bilger, R. Jacob, Dechlorierung der Georgswerder-Sickeröle, VDI-Bericht Nr. 745 (1989 im Druck).
5) Die Laborwirbelschichtapparatur ist beschrieben in W. Kaminsky, H. Sinn, Thermische Verwertung von Kunststoffen aus der getrennten Sammlung und der mechanisierten Sortierung von Haushaltsabfällen in Materialrecycling 1, TU Berlin 1978, Herausgeber Jäger und Thom´-Kozmiensky, dort Seite 381-412, insbesondere 398/399; ferner J. Menzel, Chemie-Ingenieur-Technik 46 (1974), 607.
2) Patentschrift DE 29 40 630 C2
Referierende Literatur:
3) E. Bilger, Entgiftung von organischen Flüssigkeiten mittels Natrium, 2. Internationaler TNO/BMFT Kongreß über Altlastensanierung, 11./14. 4. 1988 in Hamburg, Kongreßband S. 963, Kluver Academic Publishers, Dordrecht, Boston, Lancaster 1988.
4a) Anonym, Abbau organischer Chlorverbindungen, Wasser, Luft, Betrieb, 10, 63 (1987).
4b) R. Kilger, E. Bilger, R. Jacob, Dechlorierung der Georgswerder-Sickeröle, VDI-Bericht Nr. 745 (1989 im Druck).
5) Die Laborwirbelschichtapparatur ist beschrieben in W. Kaminsky, H. Sinn, Thermische Verwertung von Kunststoffen aus der getrennten Sammlung und der mechanisierten Sortierung von Haushaltsabfällen in Materialrecycling 1, TU Berlin 1978, Herausgeber Jäger und Thom´-Kozmiensky, dort Seite 381-412, insbesondere 398/399; ferner J. Menzel, Chemie-Ingenieur-Technik 46 (1974), 607.
Claims (8)
1. Verfahren zur Enthalogenierung gasförmiger oder verdampfbarer,
weitgehend trockener Kohlenwasserstoffe und Kohlenwasserstoffmischungen
mit Organohalogengehalten <10 ppm, vorzugsweise <10 und
<500 ppm auf Organohalogengehalten <10, vorzugsweise <5 ppm, dadurch
gekennzeichnet, daß die dampfförmigen Edukte bei einer Temperatur
<350°C, <550°C, vorzugsweise bei 400 bis 500°C durch ein
Rohr ("Reaktionsvolumen") geleitet werden, in dem sich durch verdampftes
oder verdampfendes Natrium der zur Temperatur korrespondierende
Na-Dampfdruck einstellen kann, wobei die aus Reaktionsvolumen
und Volumenstrom berechnete Verweilzeit
etwa 10 s oder weniger beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Versorgung
des Reaktionsraumes mit Natrium dadurch erfolgt, daß Natrium
in offenen Behältnissen eingebracht wird und aus diesen in den Reaktionsraum
verdampft wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Natriumdampf
ggf. verdünnt mit inerten Gasen oder inertem Kohlenwasserstoffdampf
in den Reaktionsraum eingespritzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Natriumtropfen
durch den Reaktionsraum fallengelassen werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zu wasserstofffreien
Edukten einige Volumenprozent Wasserstoff zugemischt
oder durch Zumischung von Feuchte erzeugt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1 und 2-5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Reaktionsvolumen in parallelgeschaltete, gleichermaßen beaufschlagte
Rohre (Röhrenreaktor) aufgeteilt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, 2-5 und 6 zur Enthalogenierung von heißen
Pyrolyseprodukten aus einer Wirbelschichtpyrolyse, dadurch gekennzeichnet,
daß das "Reaktionsvolumen" unmittelbar nach dem
Heiß-Zyklon hinter der Wirbelschicht und vor der Quench-(Kühl-)Zone
angeordnet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 und 2-6, dadurch gekennzeichnet, daß das
Reaktionsvolumen in die Verstärkersäule einer Kolonne oder zwischen
Verstärkersäule und Kondensator geschaltet wird.
Priority Applications (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE19893932927 DE3932927A1 (de) | 1989-10-03 | 1989-10-03 | Verfahren zur entfernung von organohalogenverbindungen aus kohlenwasserstoffgemischen, insbesondere aus pyrolyseprodukten in gasphase |
Applications Claiming Priority (1)
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DE19893932927 DE3932927A1 (de) | 1989-10-03 | 1989-10-03 | Verfahren zur entfernung von organohalogenverbindungen aus kohlenwasserstoffgemischen, insbesondere aus pyrolyseprodukten in gasphase |
Publications (2)
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---|---|
DE3932927A1 true DE3932927A1 (de) | 1991-04-18 |
DE3932927C2 DE3932927C2 (de) | 1991-11-28 |
Family
ID=6390715
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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DE19893932927 Granted DE3932927A1 (de) | 1989-10-03 | 1989-10-03 | Verfahren zur entfernung von organohalogenverbindungen aus kohlenwasserstoffgemischen, insbesondere aus pyrolyseprodukten in gasphase |
Country Status (1)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE3932927A1 (de) |
Cited By (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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1989
- 1989-10-03 DE DE19893932927 patent/DE3932927A1/de active Granted
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DE3932927C2 (de) | 1991-11-28 |
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