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Die gegenständliche Erfindung betrifft eine Siebleiste für eine Papiererzeugungsanlage beste- hend aus einer Tragleiste und an dieser befestigten, aneinander anschliessenden Platten aus einem keramischen Material, wobei die Tragleiste und die Platten aus keramischem Material an den aneinander liegenden Flächen mit einander zugewandten Ausnehmungen ausgebildet sind, in welchen Verbindungselemente verankert sind.
Anlagen zur Papiererzeugung weisen ein Siebband auf, auf dessen Oberseite ein Papierbrei aufgebracht wird. Die im Papierbrei enthaltene Flüssigkeit tritt durch das Siebband hindurch, wobei es durch Siebleisten, über welche das Siebband geführt wird, abgestreift wird. Da derartige Sieb- leisten starken mechanischen Belastungen ausgesetzt sind und weiters die aus dem Papierbrei austretende Flüssigkeit äusserst aggressiv ist, müssen die Siebleisten aus sehr widerstandsfähigen Materialien bestehen. Aus diesem Grund werden Siebleisten mit Platten aus keramischen Materia- lien versehen.
Aus keramischen Materialien bestehende Platten, welche durch Pulversinterung hergestellt werden, können jedoch nur in Längen von etwa 10 cm bis 20 cm hergestellt werden. Da demge- genüber Siebbänder in Papiererzeugungsanlagen Breiten von über 6 m aufweisen, bedingt dies, dass die Siebleisten mit einer Vielzahl von dicht aneinander angeordneten keramischen Platten ausgebildet sind, welche einzeln an einer Tragleiste befestigt sind.
Zur Befestigung der Platten aus keramischem Material an den Tragleisten ist es bekannt, so- wohl die Tragleisten als auch die Platten aus keramischem Material an den einander zugewandten Flächen mit Ausnehmungen auszubilden, in welchen mittels Kunststoffmassen Verbindungsele- mente verankert werden. Die Verwendung von Kunststoffmassen zur Verankerung der Verbin- dungselemente ist jedoch insoferne nachteilig, als diese Massen gegenüber den Platten aus kera- mischem Material wesentlich höhere Ausdehnungskoeffizienten aufweisen, wodurch infolge von Wärmedehnungen die Platten aus keramischem Material auf den Tragleisten nicht mit der erforder- lichen Starrheit befestigt sind, sondern vielmehr gegenüber den Tragleisten und gegeneinander Lageveränderungen ausführen können.
Dies gilt insbesondere hinsichtlich der gegenseitigen Höhenlagen der einzelnen Platten aus keramischem Material. Da jedoch das Siebband an die Siebleisten unter hohem Druck dicht anliegt, treten bei nicht vollständig ebenen Oberflächen der Siebleisten mehrere nachteilige Effekte auf. So wird in Bereichen von Überhöhungen der Siebleis- ten das Siebband überbelastet, wodurch es einem stark vergrösserten Verschleiss unterliegt. Wei- ters liegen in den neben den Überhöhungen befindlichen Bereichen die Siebleisten weniger dicht an das Siebband an, wodurch deren Abstreifwirkung vermindert wird, weswegen die Papierqualität über die Breite des Siebbandes unterschiedlich ist.
Der gegenständlichen Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Siebleiste zu schaffen, durch welche die dem bekannten Stand der Technik anhaftenden Nachteile vermieden werden.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erzielt, dass die Verbindungselemente in den Ausnehmungen der Platten aus keramischem Material durch Formschluss befestigt sind und dass nebeneinander befindliche Platten mittels mindestens eines sich über die Stossfuge erstreckenden, gemeinsamen Verbindungselementes an der Tragleiste befestigt sind.
Vorzugsweise sind die in den Platten befindlichen Ausnehmungen mit Hinterschneidungen ausgebildet, welche von den Verbindungselementen hintergriffen sind. Insbesondere sind die in den Platten vorgesehenen Ausnehmungen durch mindestens eine sich in Längsrichtung der Trag- leiste erstreckende Nut gebildet.
Vorzugsweise ist jedes Verbindungselement durch eine Leiste gebildet, welche in dem einer Ausnehmung der Platten zugeordneten Bereich eine dem Querschnitt der Ausnehmung gegenglei- chen Querschnitt aufweist. Dabei kann das leistenförmige Verbindungselement in dessen Längs- richtung in mindestens zwei keilförmige Elementestücke unterteilt sein. Zudem kann jedes Verbin- dungselement als Konuskörper ausgebildet sein, welcher in dem einer Ausnehmung in einer Platte zugeordneten Bereich mit diametral angeordneten Abflachungen ausgebildet ist, wobei es zudem mit einem quer zu den Abflachungen verlaufenden Schlitz ausgebildet sein kann. Zudem kann jedes Verbindungselement mit einem ringsumlaufenden Bund ausgebildet sein, welcher an die Oberfläche der Platte zur Anlage kommt.
Weiters ist vorzugsweise jedes Verbindungselement an der der Tragleiste zugeordneten Stirnfläche mit einem Betätigungsschlitz od. dgl. ausgebildet.
Nach einer weiteren Ausführungsform ist das Verbindungselement als trapezförmiger Feder- körper ausgebildet, welcher in seinem einer Ausnehmung in einer Platte zugeordneten Bereich
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elastisch verformbar ist. Weiters kann jedes Verbindungselement als konusartiger Körper ausge- bildet sein, welcher in seinem der Platte zugewandten Teil geschlitzt ausgebildet ist und welcher mit einer axialen Bohrung versehen ist, in welche eine Schraube eindrehbar ist, wodurch die bei- den durch einen Schlitz getrennten Teile radial auseinander verstellbar sind.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Verbindungselement durch einen Bügel gebildet, welcher mit zwei halbringförmigen, durch einen Schlitz getrennten Bügelteilen ausgebildet ist, wobei die in den Platten vorgesehenen Nuten einen angenähert kreisförmigen Querschnitt aufweisen. Vorzugsweise sind dabei die in den Nuten der Platten befindlichen Bügel- teile mittels einer Vergussmasse lagefixiert.
Der Gegenstand der Erfindung ist nachstehend anhand von mehreren in der Zeichnung darge- stellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 eine erfindungsgemässe Siebleiste, in axonometrischer Darstellung; Fig.1a das Detail A der Fig. 1, in gegenüber Fig.1 vergrössertem Massstab ; Fig. 2 eine erfindungsgemässe Siebleiste mit einer ersten Ausführungsform eines
Verbindungselementes, in vertikalem Schnitt; Fig. 2a bis 2c das Verbindungselement gemäss Fig. 2, in Vorderansicht, in Draufsicht und in axonometrischer Darstellung ; Fig. 3 eine erfindungsgemässe Siebleiste mit einer zweiten Ausführungsform eines
Verbindungselementes, in vertikalem Schnitt;
Fig.3a bis 3d das Verbindungselement gemäss Fig. 3, in zwei Seitenansichten und in zwei
Draufsichten ; Fig.4 eine erfindungsgemässe Siebleiste mit einer dritten Ausführungsform eines
Verbindungselementes, in vertikalem Schnitt; Fig.4a bis 4d das Verbindungselement gemäss Fig.4, in zwei Seitenansichten und in zwei
Draufsichten ; Fig.5 eine erfindungsgemässe Siebleiste mit einer vierten Ausführungsform eines
Verbindungselementes, in vertikalem Schnitt ; Fig.5a und 5b das Verbindungselement gemäss Fig.5, in zwei Stadien von dessen Verwen- dung ; Fig. 6 eine erfindungsgemässe Siebleiste mit einer fünften Ausführungsform eines
Verbindungselementes, in vertikalem Schnitt; Fig. 6a das Verbindungselement gemäss Fig. 6, in Stirnansicht;
Fig.7 eine erfindungsgemässe Siebleiste in einer sechsten Ausführungsform ; undFig.7a das Verbindungselement gemäss Fig. 7, in Stirnansicht.
Die in den Fig. 1 und 1a dargestellte Siebleiste für Papiererzeugungsanlagen besteht aus einer Tragleiste 1, an deren Oberseite über deren gesamte Länge Platten 2 aus keramischem Material befestigt sind. An der Unterseite ist die Tragleiste 1 über ihre gesamte Länge mit einer Nut 10 ausgebildet, mittels welcher sie an einem Traggestell befestigbar und gegenüber diesem quer zur Bewegungsrichtung des Siebbandes der Papiererzeugungsanlage verschiebbar ist. An ihrer Ober- seite ist die Tragleiste 1 mit zwei sich gleichfalls über ihre gesamte Länge erstreckenden Nuten 11 ausgebildet. In gleicher Weise sind auch die Platten 2 aus keramischem Material an ihrer Untersei- te mit sich über deren gesamte Länge erstreckenden Nuten 21 ausgebildet.
Die Nuten 11 und 21 dienen zur Aufnahme von Befestigungselementen 3 für die Befestigung der Platten 2 aus kerami- schem Material an der Tragleiste 1. Die Verbindungselemente 3 sind so angeordnet, dass sie sich über den Stoss zwischen zwei nebeneinander befindlichen Platten 2 aus keramischem Material erstrecken.
Die Tragleiste 1 und die Verbindungselemente 3 sind aus Stahl, aus einem harten Kunststoff- material, wie Polyäthylen, aus glasfaserverstärktem Kunststoff, aus Kohlefasern od. dgl. Materia- lien hergestellt. Die Materialauswahl für die Tragleisten und die Verbindungselemente ist aus dem Stand der Technik bekannt.
Anhand der Fig. 2, 2a bis 2c ist eine erste Art von Verbindungselementen 3 erläutert. Wie dies aus Fig. 2 ersichtlich ist, sind die in den Platten 2 vorgesehenen Nuten 21 hinterschnitten ausgebil- det. Wie dies weiters aus den Fig.2a bis 2c ersichtlich ist, ist jedes Verbindungselement 3 in sei- nem oberen Bereich mit einer Verbreiterung ausgebildet, wodurch es dem Querschnitt der Nuten 21 der Platten 2 angepasst ist. Um die Verbindungselemente 3 in die Nuten 21 einschieben und in
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diesen verriegeln zu können, sind sie längs einer vertikalen Ebene in zwei keilförmige Bauteile 31 und 32 unterteilt. An ihrer Unterseite sind die Verbindungselemente 3 mit seitlich abragenden Rippen 33 ausgebildet. Die Befestigung der Verbindungselemente 3 in den Nuten 21 der Platten 2 erfolgt dadurch, dass sie in diese von deren Stirnflächen her eingeschoben werden.
Da der obere Bereich der Verbindungselemente 2 einen den Nuten 21 gegengleichen Querschnitt aufweist, werden die Verbindungselemente in den Nuten 21 durch Formschluss starr befestigt. Die Befesti- gung der Verbindungselemente 3 in den Nuten 11der Tragleisten 1 erfolgt durch Einbringen einer aus Kunststoff bestehenden Vergussmasse 4. Aufgrund der formschlüssigen Verbindung der Plat- ten 2 mit den Verbindungselementen 3 weist diese die angestrebte Starrheit auf. Da sich weiters die Verbindungselemente 3 über die zwischen zwei Platten 2 befindlichen Stossfugen erstrecken, sind auch die nebeneinander befindlichen Platten 2 aneinander starr befestigt, wobei sich deren Stosskanten auf der gleichen Höhe befinden.
Anhand der Fig.3, 3a bis 3d ist eine zweite Ausführungsform eines Verbindungselementes dar- gestellt. Dieses Verbindungselement besteht aus einem konisch ausgebildeten Zapfen 5, welcher über einen Teil seiner Höhe mit einem Schlitz 51 und mit zwei diametral liegenden Abflachungen 52 ausgebildet ist. Weiters weist er an seinem verjüngten Ende einen gewölbten Kopf 54 mit Betä- tigungsschlitzen 55 auf.
Dieses Verbindungselement 5 kann aufgrund der Abflachungen 52 in die hinterschnittenen Nu- ten 21 der Platten 2 eingesetzt werden. Durch dessen Verdrehung um 90 kommen dessen Konus- flächen 53 an die Seitenwände der Nuten 21 zur Anlage und werden aufgrund der durch den Schlitz 51 erzielten Elastizität mit diesen formschlüssig verriegelt.
Wie dies aus Fig.3d ersichtlich ist, werden auch diese Verbindungselemente 5 im Bereich des Stosses in zwei nebeneinander liegende Platten 2 eingesetzt, wodurch diese starr aneinander befestigt werden.
Das in den Fig.4, 4a bis 4d dargestellte Verriegelungselement 5a unterscheidet sich vom Zap- fen 5 gemäss den Fig. 3a bis 3d nur dadurch, dass er mit einem ringsumlaufenden Bund 57 ausge- bildet ist, welcher an die Unterseite der Platten 2 zur Anlage kommt.
Das in den Fig.5, 5a und 5b dargestellte Verriegelungselement ist gleichfalls durch einen koni- schen Zapfen 6 gebildet, welcher mit einer zentrischen Bohrung 61 und mit einem Schlitz 62 aus- gebildet ist, wobei der zentralen Bohrung 61 eine Schraube 63 zugeordnet ist. Durch das Eindre- hen der Schraube 63 werden die beiden den Nuten 21 zugeordneten Flügel des Zapfens 6 ausein- ander bewegt, wodurch sie in den Nuten 21 durch Formschluss verriegelt werden.
Das in den Fig.6 und 6a dargestellte Verriegelungselement besteht aus einer angenähert V-förmigen Feder 7, deren beiden Schenkel 71,72 an die beiden Seitenwände der Nuten 21 formschlüssig zur Anlage kommen.
Das in den Fig. 7 und 7a dargestellte Verriegelungselement 8 besteht aus einem schlüsselloch- förmigen Bügel 8, welcher mit zwei Schenkeln 81 und 82 ausgebildet ist, welche in die Nuten 11 der Tragleiste 1 eingesetzt und mittels der Vergussmasse 4 befestigt sind. An die Schenkel 81 und 82 schliessen halbringförmige Bügelteile 83 und 84 an, welche durch einen Schlitz 85 voneinander getrennt sind. Durch den Schlitz 85 weist der Bügel 8 die erforderliche Elastizität auf, um in die ringförmigen Nuten 21 der Platten 2 eingesetzt zu werden. Da die Nuten 21 einen entsprechenden, angenähert ringförmigen Querschnitt aufweisen, erfolgt auch hierdurch eine formschlüssige Verrie- gelung der Bügel 8 mit den Platten 2. Schliesslich wird der in den Nuten 11 und 21 verbleibende Raum durch eine Kunststoffmasse 4a ausgefüllt, wodurch die Bügel 8 lagefixiert werden.
Auch diese Verbindungselemente erstrecken sich über die Stossfuge zwischen zwei Platten 2 hinweg, wodurch diese in ihrer gegenseitigen Lage gehalten werden.
Bei sämtlichen Ausführungsbeispielen sind die Verbindungselemente in die Nuten 21 der Plat- ten 2 eingesetzt und liegen an deren Seitenwände unmittelbar an, wobei sie in diesen durch Formschluss gehalten sind. Die Verbindungselemente in den Nuten der Tragleisten sind durch eine Vergussmasse befestigt. Weiters sind sämtliche Verbindungselemente jeweils im Bereich der Stossfugen zwischen zwei Platten 2 aus keramischem Material angeordnet, wodurch mittels der Verbindungselemente jeweils zwei nebeneinander befindliche Platten 2 auch miteinander starr befestigt sind, wodurch sie in der gleichen Höhenlage gehalten sind.