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Trockentauchanzug für große Tauchtiefen Die Erfindung bezieht sich
auf einen Trockentauchanzug für große Tauchtiefen, der aus je einer elastischen
äußeren und inneren Schicht aus gasdichtem Material besteht, wobei der zwischen
diesen gebildete Gasraum über eine Leitung mit einer Druckgasquelle verbunden ist
und ein Druckausgleichventil aufweist. Bei einem derartigen bekannten Trockentauchanzug
wird keinerlei Material zwischen den beiden gasdichten Schichten verwendet. Die
äußere Schicht hat eine Öffnung, die über ein Syphonrohr mit dem Gasraum zwischen
den beiden Schichten in Verbindung steht. Durch diese Öffnung kann Wasser in den
Zwischenraum strömen. Mittels eines an eine Druckgasquelle angeschlossenen Rohres
kann durch Ventilbetätigung Gas in den Gasraum zwischen den Schichten eingeführt
werden, um eine beliebige Wassermenge aus dem Gasraum zu verdrängen. Wenn die äußere
Schicht während des Gebrauchs des Tauchanzugs beschädigt wird, entweicht Gas nach
außen. Die Wärmeisolationswirkung des Tauchanzugs geht damit weitgehend verloren.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die dem bekannten Trockentauchanzug
anhaftenden Nachteile zu vermeiden und diesen so auszubilden, daß die Wärmeisolationswirkung
auch in großer Tiefe erhalten bleibt.
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Diese Aufgabe wird bei einem eingangs erwähnten Trockentauchanzug
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Gasraum durch die untereinander verbundenen
Zellen einer an sich bekannten, unlösbar mit den gasdichten Schichten verbundenen
Zwischenschicht aus elastischem Schaumstoff, beispielsweise Schaumgummi, gebildet
ist, dessen Zellen mindestens im Bereich des Einlaßventils der Anschlußleitung frei
liegen. Mit der erfindungsgemäßen Ausbildung wird der Vorteil erreicht, daß durch
die Schaumstoffzwischenschicht dem Tauchanzug eine ausgezeichnete Wärmeisolierung
verliehen wird. Dank der Tatsache, daß der Schaumstoff mit den beiden gasdichten
Schichten unlösbar verbunden ist, und daß weiterhin die Zellen des Schaumstoffes
untereinander in Verbindung stehen, wird erreicht, daß bei einer Beschädigung der
äußeren, undurchlässigen Schicht wesentlich geringere Gasmengen pro Zeiteinheit
ausströmen können, da die hintereinandergeschalteten Zellen, die zu der beschädigten
Außenhautstelle führen, als Drosselkanal wirken. Die tatsächlich ausströmende Gasmenge
pro Zeiteinheit ist also nicht proportional der Differenz des Gasdruckes, mit dem
das Gas in das Innere des Tauchanzugs eingeführt wird und des Umgebungswasserdruckes,
wie dies bei dem eingangs genannten bekannten Tauchanzug der Fall ist, sondern lediglich
proportional der Differenz der Drücke innerhalb und außerhalb der Außenhaut, und
zwar unmittelbar an der beschädigten Stelle gemessen. Infolge der Drosselwirkung
der hintereinandergeschalteten Zellen des Schaumstoffes ist aber der Gasdruck auf
der Innenseite der Außenhaut erheblich geringer als der Eintrittsdruck des Gases
in den Raum zwischen den beiden gasdichten Schichten. Wenn also die gasdichte Außenschicht
des erfindungsgemäßen Tauchanzugs relativ stark beschädigt wird, so ist die tatsächlich
ausströmende Gasmenge im wesentlichen von der Größe des eingerissenen Loches unabhängig,
da die austretende Gasmenge im wesentlichen durch den Strömungswiderstand des durch
die hintereinandergeschalteten Zellen gebildeten Drosselkanals bestimmt wird. Diese
Drosselwirkung kann durch entsprechende Wahl des Raumgewichtes des Schaumstoffes
so gewählt werden, daß auch bei einer größeren Beschädigung der Außenhaut die ausströmende
Gasmenge jederzeit aus der Druckgasquelle ersetzt werden kann.
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Eine vorteilhafte weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin,
daß der Trockentauchanzug mit einer an sich bekannten Warnvorrichtung versehen ist,
die bei Übersteigung einer gewissen Gaszuflußmenge aus der Druckgasquelle in Funktion
tritt. Wird also die Außenhaut des erfindungsgemäß ausgebildeten Trockentauchanzugs
beschädigt, so strömt infolge des dauernden Austretens von Gas aus dem Schaumstoff
in das Umgebungswasser, Gas aus der Druckgasquelle nach. Es strömt also mehr Gas
pro
Zeiteinheit in den Tauchanzug ein, als dies unter normalen Bedingungen
möglich wäre. Mit der Warnvorrichtung wird also dem Taucher eine Beschädigung der
Außenhaut des Tauchanzugs gemeldet. Diese Warnvorrichtung dient somit als Leckanzeige.
Der Taucher weiß, wenn die Warnvorrichtung in Tätigkeit tritt, daß sein Druckgasvorrat
nunmehr kontinuierlich verbraucht wird und nur noch eine beschränkte Zeit zur Verfügung
stehen kann. Da der Gasverbrauch bei Beschädigungen der Außenhaut von der Leckgröße
im wesentlichen unabhängig ist, kann der Taucher also sofort an Hand des noch vorhandenen
Gasvorrates den Zeitraum bestimmen, innerhalb welchem der-Tauchanzug-noch funktionsfähig
ist, d. h. seine Wärmeisolationswirkung behält. Der Taucher kann also rechtzeitig
aus größeren Meerestiefen auftauchen, um bei Entleerung des Druckgasvorrates das
Zusammenpressen des Materials des Tauchanzuges infolge fehlenden inneren Überdruckes,
womit die Wärmeisolationswirkung mindestens stark herabgesetzt werden würde, zu
vermeiden.
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Die Verwendung von Schaumstoffmaterial für Trockentauchanzüge ist
an sich bekannt. Jedoch hat man bisher noch nicht einen Schaumstoff verwendet, bei
welchem die Zeilen untereinander in Verbindung stehen und bei dem die beiden äußeren
gasdichten Schichten des Tauchanzugs mit den gegenüberliegenden Oberflächen des
Schaumstoffes dicht verbunden sind, um eine Leckströmung zwischen der gasdichten
Schicht und der Schaumstoffoberfläche zu vermeiden.
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An Hand der Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel darstellen, sei
die Erfindung näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 eine Ansicht des Trockentauchanzugs,
F i g. 2 a, 2 b je einen Schnitt durch die Wand eines bekannten Tauchanzugs, die
aus je einer äußeren und inneren Schicht aus gasdichtem Material und einer Zwischenschicht
aus Schaumstoff mit geschlossenen Zellen besteht, und- zwar einmal ohne und einmal
mit äußerem Überdruck, F i g. 2 c, 2 d einen Schnitt durch die Wand des Tauchanzugs
gemäß der Erfindung, F i g. 3 eine abgewandelte Ausführungsform des Tauchanzugs
gemäß F i g. 1.
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F i g. 1 zeigt einen Tauchanzug 10 mit Hose 12, Jacke 14, Kopfhaube
16 mit Atemmaske 18, die mit einem Halteband 20 am Kopf befestigt wird, den Atemgasbehältern
22, biegsamen Schläuchen 24 mit Druckreduzierventil 26 und Atmungsventilen 28. Das
Reduzierventil2f hält den Druck des Atemgases immer über dem Druck des Umgebungswassers.
Eine Abzweigung 30 aus der Atemgasleitung 24 führt über eine weitere flexible Leitung
50 in das Innere des Tauchanzugs 10.
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Gemäß den F i g. 2 a und 2 b besteht das Material eines bekannten
Tauchanzugs aus zwei im Abstand liegenden gasdichten Schichten 34, 36, zwischen
denen sich eine Schäumätoffschicht 32 befindet, deren Zellen mit 38 bezeichnet sind.
Die Zellen sind bei dieser Ausführung eines Tauchanzugs in sich geschlossen. Bei
niedrigen Tauchtiefen werden die beiden gasdichten Schichten 34, 36 durch das Schaumstoff
material in Abstand gehalten, so daß die Wärmeisolationswirkung des Tauchanzugs
erhalten bleibt. In größeren Tiefen, beispielsweise von 120 m und mehr, ist der
äußere Wasserdruck jedoch so groß, daß die beiden Schichten 34, 36 sich unter Zusammendrückung
des Schaumstoffes 32 sehr stark nähern, wie dies F i g. 2 b veranschaulicht. Die
Wärmeisolationswirkung ist damit relativ gering. In derart großen Wassertiefen liegt
die Wassertemperatur nur wenig über Null Grad Celsius. Das beschriebene Material
für den Tauchanzug kann daher den Taucher in derartigen Tiefen nicht genügend vor
der Kälte schützen.
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Das erfindungsgemäße Tauchanzugmaterial gemäß den F i g. 2 c und 2
d schafft hier Abhilfe. Die beiden gasdichten Außenschichten 42, 44" bestehen aus
demselben Material wie die Schichten 34 und 36. Die Schaumstoffschicht 40 weist
jedoch einen grundlegenden Unterschied zum Material der Zwischenschicht 32 auf.
Es besitzt nämlich untereinander zusammenhängende Zellen 46, die gewissermaßen Kanäle
bilden, welche im Bereich des Einlaßventils 48 frei liegen, so daß diese Kanäle
46 im Schaumstoff 40 mit dem Inneren der Druckgasleitung 30, 60 kommunizieren. Die
beiden gasdichten Schichten 42, 44 sind mit den gegenüberliegenden Flächen der Schaumstoffschicht
40 fest verbunden. F i g. 2 c soll das Tauchanzugmaterial bei etwa 30 m Tauchtiefe
veranschaulichen. F i g. 2 d veranschaulicht dasselbe Tauchanzugmaterial bei etwa
120 m Tauchtiefe. Man sieht, daß es nicht wie bei der Ausführung gemäß F i g. 2
b zusammengedrückt wird. Dies ist darauf zurückzuführen, daß durch die Druckgasleitung
30, 60 im Inneren des Tauchanzugmaterials ein dem äußeren Umgebungswasserdruck entsprechender
Druck aufrechterhalten werden kann. Die Wärmeisolationswirkeng geht also bei diesem
Tauchanzugmaterial nicht verloren.
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Wenn eine Beschädigung der äußeren gasdichten Schicht 44 eintritt,
so tritt nur dann ein Leck auf, wenn mindestens einer der Kanäle 46 mit der schadhaften
Stelle in der Außenhaut 44 in Verbindung steht. Da zu der jeweils beschädigten Stelle
der Außenhaut 44 aber nur wenige dieser sehr engen Kanäle führen, wird eine so große
Drosselwirkung erreicht, daß eine Leckströmung aus dem Druckgasvorrat des Tauchers
durch den Tauchanzug hindurch zur Leckstelle von der Größe derselben praktisch unabhängig
ist, wodurch der Gasverlust klein gehalten wird. Trotz eines größeren Lecks wird
also auch bei großen Tauchtiefen die Wärmeisolationswirkung aufrechterhalten. Das
Tauchanzugmaterial behält die in F i g. 2 d gezeigte - Form.
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Obwohl nicht unbedingt nötig, können naturgemäß in die Schaumstoffschicht
40 zusätzlich elektrische Heizdrähte eingebettet sein, die an eine elektrische Quelle
der Tauchausrüstung angeschlossen sind, um dem Taucher zusätzlich Wärmeenergie zuzuführen.
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Bei der Abwandlung gemäß F ig. 3 ist ein besonderer Druckgasbehälter
54 unterhalb der Atemgasbehälter 22 befestigt. Das Druckgas gelangt aus diesem Behälter
54 über einen biegsamen Schlauch 60 in den Anzug 10. Der Unterschied zur Ausführung
gemäß F i g.1. besteht darin, daß neben der getrennten Druckgasquelle das Druckgas
der Anzugwand im mittleren Teil des Anzugs zugeführt wird, um den Druckunterschied,
der zwischen Kopf und Fuß des Tauchers im Wasser herrscht, zu verringern. Der getrennte
Druckgasbehälter 54 für die Anzugwand ermöglicht die Verwendung eines vom Atemgas
verschiedenen Gases mit geringer Wärmeleitfähigkeit, wie z. B. Helium, aber auch
Kohlendioxyd und Stickstoff, für diesen Zweck.
Der Tauchanzug weist
eine nicht dargestellte Warnvorrichtung auf, die vorzugsweise als Vibrationseinrichtung
oder als eine optische Einrichtung ausgebildet ist, und die auf eine erhöhte Ausströmgeschwindigkeit
anspricht. Bei unbeschädigtem Anzug strömt lediglich Druckgas in den Anzug nach,
wenn der Taucher in größere Tauchtiefen hinabsteigt. Die Druckgaseinströmung in
den Anzug zum Ausgleich des äußeren Überdruckes ist dabei wegen der relativ geringen
Abwärtsgeschwindigkeit des Tauchers gering. Ist nun aber ein Leck in der Außenschicht
des Tauchanzugs vorhanden, so strömt mehr Druckgas in den Anzug, da der Verlust
durch das Leck ständig ausgeglichen wird. Diese erhöhte Gasströmung wird abgefühlt
und das abgefühlte Signal der Warnvorrichtung zugeführt.