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Vorrichtung zum Herstellen von gekrümmten und eventuell zusätzlich
gewellten Faserzementplatten Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen
von .gekrümmten und eventuell zusätzlich gewellten Faserzementplatten mittels einer
Formplatte und eines Stempels mit verschiebbaren Saugkästen und insbesondere die
Herstellung von solchen krummen, gewellten Platten, die in der Längsrichtung der
Wellen gekrümmt sind und hauptsächlich für gewölbte Dächer verwendet werden.
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Vorrichtungen mit verschiebbaren Saugkästen zum Herstellen von ebenen
Weltplatten sind hinreichend bekannt. Es ist z. B. bekannt, ebene Weltplatten aus
frischen Faserzementplatten dadurch herzustellen, daß man entweder nur die Matrize
(z. B. französische Patentschrift 1323 937) oder die Matrize und die Patrize (z.
B. britische Patentschrift 731598) aus horizontal verschiebbaren Saugköpfen gefertigt
hat, um Zerrungen der frischen Platte auszuschalten. Bei einem anderen Herstellungsverfahren
(z. B. französische Patentschrift 1272 998) werden als Matrize Walzen verwendet,
auf welche die frische Faserzementplatte aufgelegt und dann eine Patrize auf diese
abgesenkt wird, welche in einer vertikalen Ebene beweglich angeordnete, zwischen
die Walzen der Matrize greifende Walzen aufweist. Die Walzen der Patrize sind dabei
höhenmäßig so angeordnet, daß sie die Platte von der Mitte aus nach beiden Seiten
zu fortschreitend verformen, wobei zwischen den Walzen der Patrize fest angeordnete,
auf die Wellenberge wirkende Saugköpfe die Platte festhalten. Schließlich kann eine
unsymmetrische Wellenbildung in einer Platte dadurch erreicht werden, daß die Patrize
aus an den späteren Wellenbergen angreifenden Saugköpfen besteht, die an einem Hebel
drehbar angelenkt sind und durch Schwenken des Hebels ansteigen und zugleich sich
nähern (deutsche Auslegeschrift 1058 418).
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Mit diesen bekannten Vorrichtungen kann man über ihre ganze Fläche
gekrümmte Platten, insbesondere solche mit Wellen, die zusätzlich noch in der Längsrichtung
der Wellen gekrümmt sind, nicht herstellen. Bisher hat man solche gekrümmten Platten
dadurch hergestellt, daß man die Platte oder die gewellte Platte auf eine entsprechend
gekrümmte Matrize ablegte, damit sie durch ihr Eigengewicht die Form der Matrize
annahm. Hierdurch entstehen aber Spannungen, die zu Rißbildungen an der Oberfläche
der fertigen Faserzementplatte führen können, was besonders dann, wenn derartige
gekrümmte Platten als Dachhaut verwendet werden sollen, nachteilig ist.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum
Herstellen solcher gekrümmter und eventuell zusätzlich gewellter Platten, die eine
einwandfreie Qualität besitzen und nicht zur Rißbildung neigen, zu schaffen.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Stempel
einen Rahmen aufweist, in dem eine Reihe Saugkästen im wesentlichen lotrecht beweglich
angebracht und untereinander durch ein oder mehrere in der Längsrichtung flexible
Verbindungsmittel verbunden sind, und daß ferner jeder der Saugkästen über flexible
Rohrverbindungen an einem Saugkanal angeschlossen ist.
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In einer bevorzugten Ausführungsform ist eine ungerade Anzahl von
Saugkästen vorgesehen, und der mittelste Saugkasten weist eine Führung auf, die
z. B. aus an ihm angebrachten Rollen besteht, die in am Rahmen angebrachten Führungsschienen
laufen.
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Der Rahmen kann vorteilhaft an zwei gegenüberliegenden Seiten unten
Tragleisten aufweisen, auf denen die Enden der Saugkästen oder an ihren Enden angebrachte
Vorsprünge, z. B. Lappen, aufliegen, und das in der Längsrichtung flexible Verbindungsmittel
kann eine Blattfeder sein.
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Ferner kann die neutrale Achse dieses in der Längsrichtung flexiblen
Verbindungsmittels dabei entweder in oder oberhalb der neutralen Achse der Faserzementplatte
liegen.
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Beim Ablegen von einer geraden Faserzementplatte im weichen Zustand
auf eine Formplatte mit nach unten gekehrter Konkavität fängt die Berührung mit
der Formplatte an der Plattenmitte an und
schreitet allmählich zu
den Plattenenden hin fort. Bei der genannten Anordnung der neutralen Achse in Verbindung
mit der Führung und Begrenzung der Bewegung der Saugkästen kann nun erreicht werden,
daß die Faserzementplatte während des Krümmens keinen Zugspannungen ausgesetzt wird,
sondern sogar einer leichten Stauchung in der Krümmungsrichtung unterworfen wird.
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Schließlich kann die flexible Rohrverbindung ein Faltenbalgen sein.
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Beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung werden unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen beschrieben. Es stellt dar F i g. 1 eine teilweise im Schnitt
entlang der Linie I-1 in F i g. 2 gezeigte Seitenansicht einer Hebevorrichtung für
Faserzementplatten, F i g. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II der in F i g.
1 gezeigten Hebevorrichtung, F i g. 3 eine Seitenansicht einer Hebevorrichtung für
Formplatten, F i g. 4 eine schematische Darstellung in Seitenansicht eines Querförderers
sowie vier unter diesem Förderer angebrachte- Plattenstapel und F i g. 5 eine schematische
Darstellung der Plattenstapel in gleicher Reihenfolge wie in F i g. 4, wobei jedoch
jeder von ihnen um 90° um seine senkrechte Mittelachse gedreht ist.
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Die in F i g. 1 und- 2 gezeigte Hebevorrichtung ist für die Krümmung
von gewellten Faserzementplatten vorgesehen. Der tragende Rahmen 1 ist hier als
ein Gehäuse ausgeführt, das an einem senkrecht bewegbaren Schaft 2 befestigt ist.
Eine Anzahl waagerechter, nebeneinander angeordneter, quer zum Gehäuse verlaufender
Saugkästen 3 besitzt Lappen 4, die auf zwei waagerechten, parallelen Tragflächen,
die von in der Längsrichtung des Gehäuses verlaufenden Tragleisten 5 gebildet werden,
ruhen. Die Saugkästen 3 sind untereinander durch ein oder mehrere in der Längsrichtung
sich erstreckende flexible Verbindungsmittel 6, z. B. an jedem Ende mit Hilfe einer
über eine der Tragleisten 5 waagerecht verlaufenden Blattfeder, die in ihrer senkrechten
Ebene biegsam ist, untereinander verbunden. Die Blattfedern sind an . den Oberseiten
der Lappen 4
und in einer solchen Höhe befestigt, daß ihre neutralen Achsen
in einer Ebene mit der neutralen Ebene einer an den Saugkästen 3 festgesaugten frischen
Faserzementplätte liegen. Die senkrechte Bewegung der untereinander verbundenen
Saugkästen wird von zwei an den Enden des mittleren Saugkastens angebrachten Rollen
7 gesteuert, die in einem Paar senkrechter, am Rahmen 1 sitzender Führungsschienen
8 laufen, welche z. B. aus Winkeleisen geformt sind, und von denen eine in F i g.
1 abgebildet ist. Nach oben ist die senkrechte Bewegung der Saugkästen von zwei
als Leisten ausgebildeten Anschlägen 9 begrenzt. Die Luft wird aus den Saugkästen
3 mit Hilfe von flexiblen Rohrverbindungen 10, z. B. Faltenbalgen, durch einen gemeinsamen
Saugkanal 11 und eine Saugleitung 12
abgesaugt.
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F i g. 1 und 2 zeigen ferner krumme, gewellte Faserzementplatten 13
auf je einer krummen, gewellten Formplatte 14, die jeweils die obersten Platten
eines unter der Hebevorrichtung liegenden Stapels sind.
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Die weiche, noch nicht fertig abgebundene Faserzementplatte 13 wird
in ihrem gewellten, jedoch nicht gekrümmten Zustand an den Unterseiten der Saugkästen
3 durch Saugwirkung festgehalten. Während der Abwärtsbewegung der Hebevorrichtung
wird die Faserzementplatte 13 mit der Mitte der Formplatte 14 in Berührung gebracht.
Bei fortschreitender Abwärtsbewegung des Gehäuses 1 werden zunächst die mittleren
und danach paarweise immer mehr der Saugkästen 3 in ihrer Abwärtsbewegung gestoppt,
so daß die Berührung zwischen der Faserzementplatte 13 und der darunterliegenden
Formplatte 14 von der Plattenmitte aus zu den Plattenenden hin allmählich fortschreitet.
In der untersten Lage der Hebevorrichtung ruht die Faserzementplatte 13 in ihrer
ganzen Länge auf der Formplatte 14 und ist dem Druck sämtlicher Saugkästen 3 unterworfen.
Alle Saugkästen sind dann so angehoben, daß sie die Tragleisten 5 nicht mehr berühren,
während gleichzeitig die Abstände zwischen den einzelnen Saugkästen wegen der verbindenden
Blattfedern längs der neutralen Ebene der Faserzementplatte unverändert bleiben.
Der Unterdruck in den Saugkästen 3 wird nun durch Angleichung an den atmosphärischen
Druck durch die Saugleitung 12, den Saugkanal 11 und die flexiblen Rohrverbindungen
10, z. B. Faltenbalgen, aufgehoben. Das Gehäuse 1 wird nach oben bewegt, wodurch
die Saugkästen 3 der Reihe nach von außen nach innen wieder zum Aufliegen auf die
Tragleisten 5 gebracht werden. Wegen der Aufhebung der Saugwirkung bleibt die Faserzementplatte
13 auf der Formplatte 14 liegen und nimmt damit die angestrebte Krümmung in der
Längsrichtung der Wellen an.
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Durch Einschieben von z. B. einer Zwischenlage zwischen die Lappen
4 und die Blattfedern werden die neutralen Achsen der Blattfedern über die Ebene
der neutralen Ebene der an den Saugkästen festgesaugten Faserzementplatte gelegt,
so daß ein gewünschtes, leichtes Stauchen der Faserzementplatte in der Krümmungsrichtung
während des Krümmungsarbeitsganges erreicht wird.
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Die in F i g. 3 gezeigte Hebevorrichtung ist zum Abheben und Fördern
von gekrümmten, gewellten Formplatten bestimmt. Sie besitzt einen tragenden Rahmen
15, der an einem senkrecht bewegbaren Schaft 16 befestigt ist. Die Saugkästen 17,
in diesem Fall zwei, sind mit Hilfe von Gewindebolzen 18 und Muttern 19 am Rahmen
15 einstellbar befestigt. Die Gewindebolzen 18 sind mit den Saugkästen
17 über Achsen 20 verbunden, die eine Drehung um die waagerechten Achsen
quer zur Krümmungsrichtung erlauben. Nur die oberen Enden der Bolzen 18 passen durch
Schlitze in dem Rahmen 15, so daß sie sich horizontal bewegen können, wenn die Saugkästen
17 geneigt werden. Der Luftabzug aus den Saugkästen 17 erfolgt über flexible Rohrverbindungen
21, z. B. Faltenbalgen, einen gemeinsamen Saugkanal 22 und eine Saugleitung 23.
Vor der Inbetriebnahme der Vorrichtung werden die Stehmittel bedient, um sicherzustellen,
daß die Saugkästen 17 eine zur Krümmung der benutzten Formplatten passende Neigung
haben. Unter der Hebevorrichtung ist ein Stapel krummer, gewellter Formplatten 24
gezeigt.
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Der in Fig.4 gezeigte Querförderer ist angepaßt, um die Arbeitsgänge
der genannten Hebevorrichtungen für gewellte Platten für eine rationelle Durchführung
des Krümmungsarbeitsganges zu koordinieren. Der Förderer besitzt ein Traggestell
25, auf
welchem ein mechanisch angetriebener Wagen 26 in
waagerechter Richtung hin und her fahren kann. Am Wagen 26 sind in gleichen Abständen
nacheinander in der Bewegungsrichtung des Wagens drei senkrecht bewegbare, vorzugsweise
pneumatische Hebevorrichtungen 27, 28 und 29 aufgehängt, von denen die Vorrichtung
27 zum Abheben der gekrümmten, gewellten Formplatten vorgesehen ist und der Hebevorrichtung,
wie sie in F i g. 3 dargestellt worden ist, entspricht. Die Hebevorrichtung 28 ist
für Faserzementplatten bestimmt und entspricht jener, die unter Bezugnahme auf die
F i g. 1 und 2 beschrieben worden ist, und die Hebevorrichtung 29 ist von bekannter
Art zum Abheben gerader, gewellter Formplatten. Der Wagen 26 ist mit Saugventilatoren
30 ausgerüstet zur Erzeugung des für die Funktion der Hebevorrichtungen notwendigen
Unterdruckes. Die Hebevorrichtungen arbeiten über vier Plattenstapel B, C, A
und D, die in gleichen Abständen nacheinander in der Bewegungsrichtung des
Wagens liegen, wie aus F i g. 5 ersichtlich ist, wo man sich, wie erwähnt, die Stapel
um 90° um ihre senkrechte Mittelachse gedreht vorstellen muß. B ist ein Stapel krummer,
gewellter Formplatten, während C aus wechselweise gestapelten krummen, gewellten
Formplatten und Faserzementplatten, A aus wechselweise gestapelten, geraden, gewellten
Formplatten und geraden, gewellten Faserzementplatten und schließlich D aus geraden,
gewellten Formplatten bestehen. Die Stapel liegen auf Unterlagen, die z. B. aus
feststehenden Paletten 31 bestehen können oder beweglich, z. B. Wagen oder Förderbänder,
sein können.
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Mit dem Wagen 26 in der in F i g. 4 gezeigten Ausgangsstellung wird
ein Arbeitszyklus damit eingeleitet, daß die drei Hebevorrichtungen 27, 28 und 29
über die Stapel C, A und D herabgesenkt werden. Danach legt die Hebevorrichtung
27 eine krumme, gewellte Formplatte auf den Stapel C ab. Gleichzeitig hebt die Hebevorrichtung
28 eine gerade, gewellte, weiche Faserzementplatte vom Stapel A ab, und die Hebevorrichtung
29 legt eine gerade, gewellte Formplatte auf den Stapel D ab. Die drei Hebevorrichtungen
werden nun angehoben, nach links bewegt und angehalten, wenn sie sich über den Stapeln
B, C und A befinden, wonach sie auf diese Stapel abgesenkt werden. Die Hebevorrichtung
27 hebt nun eine krumme, gewellte Formplatte von dem Stapel B durch Saugwirkung
ab. Zur gleichen Zeit legt die Hebevorrichtung 28 eine gerade, gewellte, weiche
Faserzementplatte auf den Stapel C ab, wodurch die Faserzementplatte, wie oben beschrieben
wurde, die gewünschte Krümmung erhält. Ferner hebt die Hebevorrichtung 29 eine gerade,
gewellte Formplatte vom Stapel A ab. Dann werden die Hebevorrichtungen alle in ihre
obere Endlage angehoben und nach rechts bewegt, bis sie sich über den Stapeln befinden
und für einen neuen Arbeitszyklus bereitstehen.