DE925164C - Verfahren zum Veredeln von Fasern und Flaechengebilden aus synthetischen linearen Hochpolymeren mit Amidgruppen in der Kette - Google Patents
Verfahren zum Veredeln von Fasern und Flaechengebilden aus synthetischen linearen Hochpolymeren mit Amidgruppen in der KetteInfo
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Description
Es ist bereits vorgeschlagen worden, Fasern und Flächengebilde aus Linearpolymeren mit Amidgruppen
in der Kette durch Behandeln mit Gerbstoffen und gerbstoffähnlichen Produkten zu veredeln.
In diesem Zusammenhang sind die sulfogruppenhaltigen
Abkömmlinge von Dioxydiarylsulfonen, z. B. die Umsetzungsprodukte aus 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon,
Formaldehyd und Natriumsulfit als besonders geeignet bezeichnet worden
(USA.-Patentschrift 2 342 823).
Es wurde nun gefunden, daß man gefärbte oder ungefärbte Fasern und Flächengebilde aus linearen
Polyamiden, insbesondere solche, die durch Reckung weitgehend orientiert und gegebenenfalls noch einer
Fixierungsbehandlung z. B. nach deutscher Patentschrift 737 329 unterworfen wurden, in sehr vorteilhafter
Weise veredeln kann, wenn man sie in der Wärme, bei kochbeständigen Stoffen vorzugsweise
in der Siedehitze, mit wäßrigen Lösungen oder Dispersionen von sulfogruppenfreien Polyoxysulfonen
oder Gemischen von solchen behandelt und dann zweckmäßig noch bei höherer Temperatur,
z. B. 60 bis 1300, trocknet oder sie aus Lösung oder
Dispersion auf die Gebilde aufbringt und dann dämpft. Die behandelten Gebilde zeigen zum Teil
eine verbesserte Querelastizität, die bei Fasern, Garnen und Geweben in erhöhter Bauschigkeit und
Standfestigkeit zum Ausdruck kommt. Auch die Wasserempfindlichkeit kann, in manchen Fällen
wesentlich, herabgesetzt sein. Die. Gebilde erlangen ferner eine starke Affinität zu basischen Farbstoffen
und basischen Textilveredlungsmitteln, z. B. kation-
aktiven Weichmachern, Schlichtemitteln, auf Grundlage basischer natürlicher oder synthetischer
Hochpolymerer wie Casein, Gelatine oder säurelöslicher Polyamide. Auch die Haftfestigkeit von
Kautschukmischungen an solchen Gebilden ist verbessert.
Besonders gut sind die Ergebnisse, wenn verhältnismäßig hochschmelzende, z. B. oberhalb i5o°,
besser noch oberhalb 2oo° schmelzende Stoffe verwendet werden. Indessen ist der Schmelzpunkt
keineswegs allein ausschlaggebend, da die Wirkung auch durch konstitutionelle Einflüsse, z. B. die Zahl
der Hydroxylgruppen und vor allem durch die Molekülgröße bestimmt wird. Im allgemeinen steigt sie
mit der Zahl der phenolischen Hydroxylgruppen mit Erhöhung des Molekulargewichtes. Andererseits
sinkt aber mit Zunahme der Molekülgröße die Affinität zu den Polyamidgebilden schließlich
wieder ab, so daß das jeweilige Optimum durch Versuche ermittelt werden muß. Je quellbarer die Faser,
desto höhere Molekulargewichte sind anwendbar und zweckmäßig auch zu wählen.
Die für das Verfahren in Betracht kommenden Polyoxyarylsulfone sind nach bekannten Methoden
leicht zugänglich, z. B. durch Umsetzen von Phenolen mit rauchender Schwefelsäure in der Hitze,
durch Anlagerung von Sulfinsäuren an Chinonverbindungen, durch Kondensation von o- oder p-Halogenarylsulfochloriden
mit aromatischen Kohlenwasserstoffen oder Derivaten von solchen, z. B. Halogenverbindungen oder Phenoläthern in Gegen-
HO
HO
wart von Friedel-Crafts-Katalysatoren, wie Aluminiumchlorid und insbesondere Eisenchlorid (vgl.
deutsche Patentschrift 701 954), und nachfolgender Ersetzung des beweglichen Halogens durch Hydroxyl
und gegebenenfalls Entalkylierung, durch Umsetzung von o- und p-Halogenarylsulfinsäuren mit
Di- und Polyhalogenverbindungen wie Äthylenchlorid, 1,3-Dichlorhydrin oder Tris-[ω-chlormethyl]
-benzol. Verfahren dieser Art sind beschrieben in den deutschen Patentschriften 739 571 und
745 127.
Im einzelnen seien folgende Verbindungen genannt: 4, 4'- Dioxydiphenylsulf on, 4, 4'-Dioxy-
3, 3'-dimethyldiphenylsulfon, 4-Oxyphenyl-4'-oxynaphthyl-i-sulf
on, Äthylen-bis- [4-oxyphenyl] -sulf on, Äthylen - bis - [3 - chlor - 4 - oxyphenyl] - sulf on,
2, 2'-Dioxydiphenyl-5, 5'-sulfon, 2, ^'-Dioxydiphenylsulfon,
2, 4-Dioxydiphenylsulfon, 1,5-Dimethyl-2,
4 - di - [V- oxyphenyl] - disulfon, 1, 5-Dimethyl-2,
4-di-[4'-oxyphenyl]-disulfon, 1, 5-Dimethyl-2,
4-di-|V-4'-dioxyphenyl]- disulfon, Bis-[4'-oxyphenyl]-diphenyl-i,
4-disulfon, Naphthalini,
5 -di- [2'- 5'- dioxyphenylsulf on], Sulf on aus
4, 4'-Diacet0xydiphenyl und 2 Mol 4-Chlorbenzolsulfochlorid
in Gegenwart von Eisenchlorid und nachträglichem Verseifen mit wäßrigem Alkali unter
Druck, Sulfon aus Diacety!hydrochinon und 2 Mol
4 - Chlorbenzolsulfochlorid, nachträglich alkalisch verseift, Sulfon ausDi-[4-acetoxyphenyl]-i, i-cyclohexan
und 4-Chlorbenzolsulfochlorid, nachträglich
verseift, von der mutmaßlichen Formel
HO
OH
H2C CH„
CH9
Disulfon aus Anthrachinon-2, 6-disulfochlorid
und Chlorbenzol nachträglich verseift und gegebenenfalls noch zum Hydrochinon reduziert, Mono-
und Dimethylolverbindungen aus 4,4'-Dioxydiphenylsulfon
und anderen mehrwertigen Oxysulfonen, Kondensationsprodukt aus 2 Mol 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon
mit Formaldehyd von der mutmaßlichen Formel
HO
OH
.OH
CH,
SO,
und dessen Methylolverbindungen §owie höher kondensierte Produkte aus Polyoxyarylsulfonen
der vorstehend beschriebenen Art mit Aldehyden, insbesondere Formaldehyd. Anteilig können in
die Oxysulfonaldehydkondensationsprodukte auch andere Phenolverbindungen mit reaktionsfähigem
Wasserstoff einkondensiert sein, z. B. Phenol, p-Kresol, vor allem Phenole mit sekundärem oder
tertiärem Kohlenstoff in p-Stellung zur Hydroxylgruppe, z. B. p-Tertiärbutylphenol, p-Cyclohexyl-SO9
phenol, 4-Oxydiphenyl, Di- [4-oxyphenyl] -dimethylmethan,
Di-[4-oxyphenyl]-1, i-cyclohexan. Auch
Komponenten mit Carboxylgruppen können ein- und ankondensiert sein, z. B. Salicylsäure. An Stelle der
einheitlich aufgebauten Kondensationsprodukte können auch Mischkondensate verwendet werden,
wie man sie z. B. erhält, wenn man die Methylolverbindungen des Dioxydiphenylsulf ons mit anderen
Phenolen umsetzt, z. B. p-Cyclohexylphenol oder
4, 4'-Dioxydiphenyldimethylmethan. Vorzugsweise
sollen die phenolischen Hydroxylgruppen auf mehrere Kerne verteilt sein.
Bei ausreichender Löslichkeit können derartige Polyphenole direkt aus heißer wäßriger Lösung auf
die Gebilde, z. B. Fasern, Garne, Gewebe, lose oder gepreßte Filze, Borsten, Bändchen, Folien, zur Einwirkung
kommen. Meist ist es jedoch besser oder notwendig, sie durch Zugabe von Basen, insbesondere
schwachen Basen, in Lösung zu bringen.
ίο Von den schwachen Basen eignen sich vor allem
nächtige Stickstoffbasen, wie Ammoniak, Methylamin, Trimethylamin. Auch basisch reagierende
wasserlösliche Amide; z. B. Dimethylformamid oder N-Methyl-a-pyrrolidon, sind anwendbar. Die Auflösung
der Polyoxyarylsulfone wird in manchen
Fällen erleichtert und die Haltbarkeit.der Lösungen verbessert, wenn hydrotopisch wirksame Stoffe und
Dispergiermittel, wie fettsaure Salze, z. B. solche der Alkalien oder der Amine, sulfonierte öle, Fettalkoholsulf
onate, Oxalkylierungsprodukte von höhermolekularen Stoffen mit beweglichem Wasserstoff,
z. B. von Alkylphenolen, zugesetzt sind. Beispielsweise kommen alle für die Auflösung von Naphtholen
der AS-Reihe empfohlenen Hilfsmittel in Betracht. Geeignete Schutzkolloide sind vor allem
Leim oder Gelatine. Manche der wasserunlöslichen Polyoxyphenole lassen sich auch in der bei Acetatfarbstoffen
üblichen Weise dispergieren, z. B. mit Hilfe von wasserlöslichen sulfonierten synthetischen
Harzen, und aus diesen Dispersionen auf die Gebilde aufbringen.
Das Ausziehen der Bäder kann durch Nachsatz von Salzen, wie Natriumchlorid, Magnesiumchlorid,
und namentlich von Ammonsalzen, wie Ammoniumchlorid, Ammoniumnitrat, Ammoniumsulfat,
befördert werden. In vielen Fällen ist es zweckmäßig, die Flotte nicht zu erschöpfen, sondern
verhältnismäßig starke Lösungen nur kurze Zeit zur Einwirkung zu bringen. Dies gilt besonders für
ziemlich niedrigmolekulare Stoffe, wie das 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon. Soll in dieser Weise gearbeitet
werden, so empfiehlt es sich der einfacheren Überwachung der Bäder wegen, einheitliche Stoffe zu
verwenden, während sonst meist Gemische von Stoffen mit verschiedenem Molekulargewicht Vorteile
bieten.
Verwendet man Alkali als Lösungsmittel, so ist es gewöhnlich notwendig, die zurückhaltende Wirkung
der starken Base allmählich durch Nachgeben von Ammonsalzen oder auch durch vorsichtige Zugabe
von Säuren abzustumpfen. In der Regel ist es zweckmäßig die Behandlung sauer etwa bei pH3bis4
zu beendigen; z. B. durch Zusatz von Säuren, wie Ameisensäure, Oxalsäure, Milchsäure, oder säureabspaltenden
Stoffen, wie chloressigsaure Salze, Succinimid oder Oxaminsäureester zur Flotte, oder
die Gebilde in einem besonderen Bad abzusäuern, am besten in der Wärme. Bei genügend löslichen
oder dispergierbaren Polyoxysulfonen kann Säure von vornherein zugegen sein. Das Aufziehen der
Polyoxysulfone kann noch durch spezifische Quellmittel für die Polyamidgebilde gesteigert werden,
z. B, durch Zusatz wasserlöslicher Amide wie Formamid, Diäthylcyanamid, Thioharnstoff und Alkylthioharnstoffen,
Pyridinbasen, Trichloräthylalkohol und durch Phenole. Von den letzteren eignen sich
vorzugsweise schwer- oder nichtflüchtige Vertreter wie Salicylsäure, Lithiumsalicylat, Salicylsäureamide
und besonders einfache Oxyarylsulfone, namentlich solche, in denen die Sulfongruppe mit
einem niederen aliphatischen Rest verbunden ist, z.B. Methyl-4-oxyphenylsulfon, Äthyl-4-oxyphenylsulfon,
/J-Oxyäthyl-4-oxyphenylsulfon, Methyl-2,4-dioxyphenylsulfon.
Auch von der Herstellung der Gebilde her in diesen enthaltene Weichmacher,
z. B. monomere Lactame bei Fasern aus polymerem ε-Caprolactam, können die Auf nähme der
Oxyarylsulfone erleichtern.
Die Zeitdauer der Einwirkung kann je nach den Arbeitsbedingungen hinsichtlich Konzentration der
Bäder, Temperatur, Dicke, Quellbarkeit und Orientierung der Gebilde in weiten Grenzen schwanken.
Bei verhältnismäßig hochmolekularen Polyoxysulfonen, die nur geringe Tiefenwirkung besitzen,
kann bei richtiger Dosierung auch bei übermäßiger Verlängerung der Einwirkungszeit keine wesentliche
Schädigung eintreten, während bei verhältnismäßig niedrigmolekularen Stoffen, die leicht eindringen,
eine unnötig lange Behandlung besser vermieden wird. In den meisten Fällen ist es zweckmäßig,
darauf hinzuarbeiten, daß die Einwirkung der Polyoxysulfone sich im wesentlichen auf die
äußeren Schichten beschränkt. Dies gilt besonders für Gebilde, die an sich schon wasserkochbeständig
sind. Es ist dann vorteilhafter, mit verhältnismäßig starken Lösungen kürzere Zeit einzuwirken als
längere Zeit mit verdünnten. Der Fortschritt der Einwirkung kann in manchen Fällen bei gröberen
Gebilden, z. B. Borsten, durch Beobachtung der Querschnittsbilder, gegebenenfalls nach Färbung
mit basischen Farbstoffen, verfolgt werden.
Die Bäder können außer den erfindungsgemäß wirksamen Polyoxysulfonen noch natürliche oder
synthetische Gerbstoffe, z.B. Kondensationsprodukte aus Naphthalinsulfonsäuren und Formaldehyd, Gerbstoffe
der Gallotanninreihe, sulfo- oder sulfomethylgruppenhaltige Kondensationsprodukte aus ein- oder
mehrwertigen Phenolen und Aldehyden oder Ketonen, namentlich Oxyarylsulfongerbstoffe, z. B.
solche nach der deutschen Patentschrift 675 775, n0
enthalten. Zusätzlich in Frage kommende Stoffe sind z. B. genannt in der USA.-Patentschrift
2 342 823, der französischen Patentschrift 896 554 und der belgischen Patentschrift 451 516. Soweit
ein Arbeiten in saurem Medium möglich ist, können auch noch saure Faserveredlungsmittel zugesetzt
werden, die eine Kräuselung oder eine Oberflächenanätzung hervorrufen, z. B. die in der belgischen
Patentschrift 456 259 genannten Säuren, wieBenzoesäure, Sebacinsäure und Undecylensäure. Die bei
Fasern nach dem Verfahren der Erfindung meist an sich schon eintretende Kräuselung kann durch
diese Zusätze noch wesentlich gesteigert werden.
Zur Verhinderung von Verfärbungen kann die Zugabe von Reduktionsmitteln, z. B. Natriumhydrosulfit,
Formaldehydnatriumsulfoxylat, Zink-
staub, oder, in saurem Medium, von Zinn-(H)-chlorid oder Zinlcf ormaldehydsulf oxylat zweckmäßig
sein. Die Bäder können ferner noch gleitend machende, die Verklebung von Fasern verhindernde
Textilhilfsmittel enthalten, z. B. das Reaktionsprodukt von Stearinsäure mit mehreren Molen
Äthylenoxyd, Stearylsarkosinnatrium, Oleyltaurinnatrium, Betain aus Octadecenylbromid und
Diäthylaminoessigsäure und Octadecyltrimethylammoniummethylsulfat.
Die Weichmacher können gleichzeitig auch als Dispergiermittel für die Polyoxysulfone
wirken. Das Polyamidgut wird im allgemeinen lose und gegebenenfalls kontinuierlich der
Einwirkung der Behandlungsflotten ausgesetzt. In besonderen Fällen, z. B. bei endlosen Fäden, Fasern,
Kabeln oder Drähten, kann die Veredlung auch unter Spannung, z. B. unter Verwendung der
üblichen Druck- oder Saugbehandlungseinrichtungen
erfolgen. Folien und Bänder werden zweckmäßig kontinuierlich unter mäßiger Spannung
durch Tröge mit den Behandlungsmitteln geleitet. Durch Nachbehandlung erfindungsgemäß veredelter
Fasern mit alkalischen Lösungen, insbesondere Seifenlösungen, wird meistens eine Zunahme der
Kräuselung erzielt. Die Behandlung mit Polyoxysulfonen kann auch mit einer Färbung, z. B. mit dispergierten
Acetatfarbstoffen oder mit sauren Farbstoffen, verbunden sein. Hierbei ergeben sich unter
Umständen Verbesserungen der Naßechtheit. Schließlich können die Polyoxysulfone auch durch
Imprägnieren, Klotzen oder örtliches Aufdrucken auf die Gebilde gebracht und auf diesen durch
Dämpfen fixiert werden. In solchen Fällen läßt sich Wasser als Lösungsmittel ganz oder teilweise auch
durch andere Lösemittel, die ein gewisses Quellvermögen auf die Polyamide ausüben, z. B. durch
Alkohole, ersetzen.
Die sulfogruppenfreien Polyoxysulfone lassen sich
bei ausreichendem Durchschnittsmolekulargewicht ziemlich waschecht fixieren. Eine besonders gute
Waschechtheit ergibt sich, wenn in Gegenwart von Quellungsmitteln gearbeitet wird, die nachträglich
zweckmäßig unter Spannung, bei Seidenfäden z. B. auf Spulen, wieder ausgewaschen werden. Noch
besser ist es, wenn nach der Behandlung, zweckmäßig in noch feuchtem Zustand, ein Nachrecken
oder ein Dämpfen unter Spannung erfolgt.
In Verbindung mit einer mechanischen Bearbeitung von losen Fasern oder Geweben kann das Verfahren
auch zur Herstellung von Walkartikeln, wie Filzen oder Filztüchern, Verwendung finden. In
diesem Fall ist die Verwendung von Gemischen mit Stoffen verschiedenen Molekulargewichten besonders
vorteilhaft. Zweckmäßig wird die Walke in erster Stufe in saurem oder sauer werdendem
Medium durchgeführt, worauf sich noch eine alkalische Nachbehandlung anschließen kann, um die
niedermolekularen Bestandteile wieder zu entfernen.
Die zu veredelnden Gebilde können aus beliebigen synthetischen einheitlichen oder gemischten Linearpolymeren
mit Amidgruppen in der Kette hergestellt sein, z.B. aus Lactampolymerisaten, aus Polykondensationsprodukten
aus Aminocarbonsäuren oder aus Diaminen und Dicarbonsäuren sowie Gemischen von solchen. Eingeschlossen sind auch
Gebilde aus Polyharnstoffen, Polyurethanen, PoIyhydraziden;
Polycarbonamidpolyharnstoffen, PoIysulfamidpolyurethanen, Polysulfoncarbonamiden.
Vorzugsweise geeignet sind Fasern aus Linearpolymeren mit ausgesprochen basischem Charakter,
z. B. Polyamide aus ε-Caprolactam oder adipinsaurem
Hexamethylendiamin, die unter Verwendung basischen Stickstoff enthaltender und stabile
Endgruppen bildender -Regler, wie 6-Pyrrolidinohexylamin-(i),
Di-/S-diäthylaminoäthylamin oder Dipyrrolidinoamylamin, kondensiert sind, oder
Polyamide oder Polyurethane, die anteilig Komponenten mit tertiärem Stickstoff eingebaut enthalten.
Sehr brauchbar sind auch Polyamide, in denen der hydrophile Charakter durch Hydroxylgruppen,
brückenbildende hydrophile Heteroatome oder -gruppen, wie O oder S O2, oder durch seitliche Substituenten
gesteigert ist. Mischungen synthetischer Polyamide und Proteinstoffe lassen sich ebenfalls
erfindungsgemäß veredeln. Das Verfahren ist nicht beschränkt auf die Behandlung von Gebilden mit
streng linearem Aufbau, vielmehr können diese auch vorher schon mit vernetzenden Mitteln, wie
Formaldehyd, Diisocyanaten, oder mehrwertigen Alkylierungsmitteln, z. B. mehrwertigen Äthyleniminderivaten,
behandelt sein.
Gegenüber anderen Polyoxyverbindungen zeichnen sich die Polyoxysulfone unter anderem durch
verhältnismäßig hohe chemische Beständigkeit z.B. gegen Sauerstoff und Licht und Wärme aus. Auch
in der Wäsche verhalten sich die behandelten Gebilde günstig. Selbst in stark alkalischen Flotten bleiben
Verfärbungen aus. Ferner sind die Behandlungsmittel, auch wenn sie noch niedrigmolekulare Anteile
enthalten, praktisch geruchfrei. Die starke Affinität der veredelten Gebilde zu basischen Farbstoffen
kann für Färberei und Druck nutzbar gemacht werden.
Die Fixierung der Polyoxysulfone in den Gebilden kann noch dadurch wesentlich verbessert werden,
daß man eine Nachbehandlung mit mehrwertigen Alkylierungsmitteln, wie Alkylenoxyden, 1,2-Alkyleniminen,
1, 2-Alkylenimiden, Halogenmethyläthern,
Halogenmethyl ami den, in der Hitze unter Bildung von Alkylierungsmitteln zerfallenden
Salzen oder von aliphatischen Diazoverbindungen vornimmt entsprechend den Angaben in der französischen
Patentschrift 905 013.
115 Beispiel 1
Mit Salzsäure nach dem Verfahren gemäß der deutschen Patentschrift 747 117 gekräuselte Faser
aus polymeren! ε-Caprolactam (NM 3000, Stapellänge 55 mm) wird in aufgelockertem Zustand
eingebracht in eine kochende wäßrige 2%ige Lösung von 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon (Flottenverhältnis
ι :5ο). Nach 20 Minuten langem Kochen wird heiß abgeschleudert und die Faser mit einer
üblichen Schmälze, die zur Vermeidung der elektro-
statischen Aufladung noch 2 g Magnesiumchlorid im Liter enthält, nachbehandelt und anschließend
bei ioo° getrocknet. Die so veredelte Faser besitzt im Gegensatz zum Ausgangsmaterial einen kernigen
Griff und erhöhte Bauschigkeit und eignet sich gut zur Verspinnung auf Baumwollmaschinen.
Borsten aus polymerem ε-Caprolactam (Durchmesser
0,25 mm), die eine Fixierungsbehandlung mit siedendem Wasser unter Spannung erfahren
haben, werden in Form eines losen Bündels, senkrecht in einer Röhre stehend, in einer 2°/oigen
wäßrigen Lösung von 4,4'-Dioxydiphenylsulfon
V2 Stunde bei 900 behandelt. Die gespülten und getrockneten Borsten zeigen eine grobe Wellung und
eignen sich besonders zur Herstellung von Handfegern und Besen. Wird in dieser Weise vorbehandeltes
Material mit einer 60 bis ioo° heißen Seifenlösung nachbehandelt, so nimmt die Kräuselung bedeutend
zu. Die nachgeseiften Borsten eignen sich gut zur Verwendung als Polstermaterial.
Polyamidkunstseide aus ε-Caprolactam (Einzelfadenstärke
3 den), die noch 5 % monomeres Lactam enthält, wird in Form eines losen Zwirnkranzes in
einer i°/oigen Lösung von 4,4'-Dioxydiphenylsulfon,
die im Liter noch 2 g Oleylsarkosinnatrium enthält, im Flottenverhältnis ι :3ο im Verlaufe
1Za Stunde von 40 auf 900 gebracht und dann noch
Va Stunde bei dieser Temperatur gehalten. Die Seide ist ausgeschrumpft und zeigt einen kräftigen
Griff.
Faser aus polymerem ε-Caprolactam (NM 3000, Stapellänge 55 mm) wird im lockeren Zustand eingetragen
in die 5 of ache Menge einer kochenden Flotte, die, bezogen auf die Faser, 20% des-mit
zweifach normalen Ammoniak gelösten Kondensationsproduktes aus 2 Mol 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon
und 1 Mol Formaldehyd, 4% Natriumhydrosulfit und im Liter noch 2 g Oleylsarkosinnatrium
enthält. Nach V2Stündigem Kochen wird das Aufziehen des Polyoxysulfons durch allmählichen Zusatz
von gesättigter Ammoniumchloridlösung vervollständigt. Die nach dem Spülen und Trocknen
wieder geöffneten Fasern zeigen eine hervorragende Bauschelastizität und eignen sich sehr gut zur Verarbeitung
auf Garne nach dem Baumwollspinnverfahren. Im Gegensatz zum Ausgangsmaterial wird
die behandelte Faser von Methylenblau in tiefen Tönen angefärbt.
Borsten aus einem Mischpolyamid aus 85 Teilen adipinsaurem Hexamethylendiamin und 15 Teilen
ε-Caprolactam (Durchmesser 0,3 mm), die eine Fixierung durch 2stündiges Kochen in Wasser
unter Spannung erfahren haben, werden mit einer wäßrigen, unter Zusatz von Trimethylamin bereiteten
Lösung von i5°/o des Carbinols aus 1 Mol
4, 4'-Dioxydiphenylsulfon und 1 Mol Formaldehyd s/i Stunden bei 900 unter Nachsatz von Ammoniumformiat
behandelt (Flottenverhältnis-1 :3ο). Die bei 50° vorgetrockneten Borsten werden schließlich
noch ι Stunde lang auf 1300 erhitzt. Die Borsten
sind versteift und zeigen eine hohe Affinität für basische Farbstoffe.
Vorgekräuselte Faser aus dem Polyamid aus adipinsaurem
Hexamethylendiamin (NM 4000, Stapellange 40 mm) wird mit 15 °/o des mit der eben ausreichenden
Menge Ammoniak in Wasser gelösten Di-4-oxyphenyl-[i, i'-diphenyl]-disulfonsder
Formel
HO —
/ O Uo ν
SO2-/
OH
im Flottenverhältnis 1 125 Va Stunde lang unter
Nachsatz von Ammoniumchlorid gekocht. Die Faser zeigt einen volleren elastischeren Griff als das Ausgangsmaterial.
Außerdem färbt sie sich mit basischen Farbstoffen kräftig an.
CH3
_ SO2
Ein Polgewebe aus polymerem ε-Caprolactam (Einzeltiter der Polfäden 3 den) wird auf dem
Sternrahmen im Flottenverhältnis ι :40ο mit 20% des Disulfons der Formel
CH,
SO,
OH
OH-
(vgl. deutsche Patentschrift 745 127, Beispiel 7)
gelöst mit wenig Ammoniak 1 Stunde bei 900 unter allmählichem Zusatz von 30% Ammoniumsulfat
behandelt. Nach der üblichen Fertigstellung zeigt das Gewebe eine erhöhte Standfestigkeit des
Pols.
In der gleichen Weise können auch fellartige Polgewebe veredelt werden.
Borsten (Durchmesser 0,3 mm) aus polymerem ε-Caprolactam, das V25 Mol Polyäthylenimin auf
ι Mol Lactam einkondensiert enthält, werden mit einer wäßrigen Lösung von 15% eines technischen
Umsetzungsgemisches aus 2 Mol 4,4'-Dioxydiphenylsulfon und 1 Mol Formaldehyd (gelöst mit
Hilfe der eben ausreichenden Menge Ammoniak) ι Stunde unter allmählichem Zusatz von 30 % Ammoniumchlorid
gekocht. Die behandelten Borsten sind erheblich steifer geworden und lassen unter
dem Mikroskop die Ausbildung einer borkenartigen
CH
HO
gelöst mit wenig Ammoniak, die im Liter noch ι g
Oleylsarkosinnatrium enthält, V2 Stunde unter allmählichem Nachsatz von 30 %>
Ammoniumchlorid gekocht, dann abgeschleudert und 2 Stunden bei ioo° getrocknet. Das behandelte Garn ist voluminöser
und bauschiger geworden.
Claims (6)
1. Verfahren zum Veredeln von Fasern und Flächengebilden aus synthetischen linearen
Hochpolymeren mit Amidgruppen in der Kette, dadurch gekennzeichnet, daß man auf die Gebilde
vorzugsweise in orientiertem Zustand Sulfosäuregruppen nicht enthaltende aromatische
Di- oder Polyoxysulfone, namentlich solche mit einem Schmelzpunkt oberhalb 1500,
aus Lösungen oder Dispersionen einwirken läßt und gegebenenfalls noch trocken erhitzt oder
dämpft.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Gebilde mit
Randzone erkennen. Diese Randzone färbt sich mit
basischen Farbstoffen intensiv an.
Beispiel 9
Strickgarn aus polymerem ε - Caprolactam (NM 12/4) wird im Flottenverhältnis ι :3ο mit
einer wäßrigen Lösung von 12 %■ des Dioxy- |diphenylsulfons der Formel
OH
heißen bis kochenden wäßrigen Lösungen behandelt.
3. Verfahren gemäß Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösungen Basen
enthalten, die während der Behandlung sich ganz oder teilweise verflüchtigen.
4. Verfahren gemäß Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Gemische von PoIyoxyphenolen
mit verschiedenen Molekulargewichten verwendet werden.
J. Verfahren gemäß Ansprüchen 1 bis 4 in
Anwendung auf lose Fasern oder Gewebe, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung in
Verbindung mit einem Walkprozeß erfolgt.
6. Verfahren gemäß Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine fixierende Nachbehandlung
mit mehrwertigen Alkylierungsmitteln wie Alkylenoxyden, 1, 2-Alkyleniminen,
i, 2-Alkylenimiden, Halogenmethyläthern, Halogenmethylamiden
oder in der Hitze unter Bildung von Alkylierungsmitteln zerfallenden Salzen oder von aliphatischen Diazoverbindungen
erfolgt.
© 9602 3.55
Priority Applications (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEK7129D DE925164C (de) | 1943-02-09 | 1943-02-10 | Verfahren zum Veredeln von Fasern und Flaechengebilden aus synthetischen linearen Hochpolymeren mit Amidgruppen in der Kette |
Applications Claiming Priority (2)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE951507X | 1943-02-09 | ||
DEK7129D DE925164C (de) | 1943-02-09 | 1943-02-10 | Verfahren zum Veredeln von Fasern und Flaechengebilden aus synthetischen linearen Hochpolymeren mit Amidgruppen in der Kette |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE925164C true DE925164C (de) | 1955-03-14 |
Family
ID=25962803
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DEK7129D Expired DE925164C (de) | 1943-02-09 | 1943-02-10 | Verfahren zum Veredeln von Fasern und Flaechengebilden aus synthetischen linearen Hochpolymeren mit Amidgruppen in der Kette |
Country Status (1)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE925164C (de) |
-
1943
- 1943-02-10 DE DEK7129D patent/DE925164C/de not_active Expired
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