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DE925164C - Verfahren zum Veredeln von Fasern und Flaechengebilden aus synthetischen linearen Hochpolymeren mit Amidgruppen in der Kette - Google Patents

Verfahren zum Veredeln von Fasern und Flaechengebilden aus synthetischen linearen Hochpolymeren mit Amidgruppen in der Kette

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Publication number
DE925164C
DE925164C DEK7129D DEK0007129D DE925164C DE 925164 C DE925164 C DE 925164C DE K7129 D DEK7129 D DE K7129D DE K0007129 D DEK0007129 D DE K0007129D DE 925164 C DE925164 C DE 925164C
Authority
DE
Germany
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fibers
structures
solutions
finishing
chain
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEK7129D
Other languages
English (en)
Inventor
Paul Dr Rer Nat Schlack
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bobingen AG fur Textil-Faser
Original Assignee
Bobingen AG fur Textil-Faser
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bobingen AG fur Textil-Faser filed Critical Bobingen AG fur Textil-Faser
Priority to DEK7129D priority Critical patent/DE925164C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE925164C publication Critical patent/DE925164C/de
Expired legal-status Critical Current

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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M13/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M13/244Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with compounds containing sulfur or phosphorus
    • D06M13/248Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with compounds containing sulfur or phosphorus with compounds containing sulfur
    • D06M13/268Sulfones

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

Es ist bereits vorgeschlagen worden, Fasern und Flächengebilde aus Linearpolymeren mit Amidgruppen in der Kette durch Behandeln mit Gerbstoffen und gerbstoffähnlichen Produkten zu veredeln. In diesem Zusammenhang sind die sulfogruppenhaltigen Abkömmlinge von Dioxydiarylsulfonen, z. B. die Umsetzungsprodukte aus 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon, Formaldehyd und Natriumsulfit als besonders geeignet bezeichnet worden (USA.-Patentschrift 2 342 823).
Es wurde nun gefunden, daß man gefärbte oder ungefärbte Fasern und Flächengebilde aus linearen Polyamiden, insbesondere solche, die durch Reckung weitgehend orientiert und gegebenenfalls noch einer Fixierungsbehandlung z. B. nach deutscher Patentschrift 737 329 unterworfen wurden, in sehr vorteilhafter Weise veredeln kann, wenn man sie in der Wärme, bei kochbeständigen Stoffen vorzugsweise in der Siedehitze, mit wäßrigen Lösungen oder Dispersionen von sulfogruppenfreien Polyoxysulfonen oder Gemischen von solchen behandelt und dann zweckmäßig noch bei höherer Temperatur, z. B. 60 bis 1300, trocknet oder sie aus Lösung oder Dispersion auf die Gebilde aufbringt und dann dämpft. Die behandelten Gebilde zeigen zum Teil eine verbesserte Querelastizität, die bei Fasern, Garnen und Geweben in erhöhter Bauschigkeit und Standfestigkeit zum Ausdruck kommt. Auch die Wasserempfindlichkeit kann, in manchen Fällen wesentlich, herabgesetzt sein. Die. Gebilde erlangen ferner eine starke Affinität zu basischen Farbstoffen und basischen Textilveredlungsmitteln, z. B. kation-
aktiven Weichmachern, Schlichtemitteln, auf Grundlage basischer natürlicher oder synthetischer Hochpolymerer wie Casein, Gelatine oder säurelöslicher Polyamide. Auch die Haftfestigkeit von Kautschukmischungen an solchen Gebilden ist verbessert.
Besonders gut sind die Ergebnisse, wenn verhältnismäßig hochschmelzende, z. B. oberhalb i5o°, besser noch oberhalb 2oo° schmelzende Stoffe verwendet werden. Indessen ist der Schmelzpunkt keineswegs allein ausschlaggebend, da die Wirkung auch durch konstitutionelle Einflüsse, z. B. die Zahl der Hydroxylgruppen und vor allem durch die Molekülgröße bestimmt wird. Im allgemeinen steigt sie mit der Zahl der phenolischen Hydroxylgruppen mit Erhöhung des Molekulargewichtes. Andererseits sinkt aber mit Zunahme der Molekülgröße die Affinität zu den Polyamidgebilden schließlich wieder ab, so daß das jeweilige Optimum durch Versuche ermittelt werden muß. Je quellbarer die Faser, desto höhere Molekulargewichte sind anwendbar und zweckmäßig auch zu wählen.
Die für das Verfahren in Betracht kommenden Polyoxyarylsulfone sind nach bekannten Methoden leicht zugänglich, z. B. durch Umsetzen von Phenolen mit rauchender Schwefelsäure in der Hitze, durch Anlagerung von Sulfinsäuren an Chinonverbindungen, durch Kondensation von o- oder p-Halogenarylsulfochloriden mit aromatischen Kohlenwasserstoffen oder Derivaten von solchen, z. B. Halogenverbindungen oder Phenoläthern in Gegen-
HO
HO
wart von Friedel-Crafts-Katalysatoren, wie Aluminiumchlorid und insbesondere Eisenchlorid (vgl. deutsche Patentschrift 701 954), und nachfolgender Ersetzung des beweglichen Halogens durch Hydroxyl und gegebenenfalls Entalkylierung, durch Umsetzung von o- und p-Halogenarylsulfinsäuren mit Di- und Polyhalogenverbindungen wie Äthylenchlorid, 1,3-Dichlorhydrin oder Tris-[ω-chlormethyl] -benzol. Verfahren dieser Art sind beschrieben in den deutschen Patentschriften 739 571 und 745 127.
Im einzelnen seien folgende Verbindungen genannt: 4, 4'- Dioxydiphenylsulf on, 4, 4'-Dioxy-
3, 3'-dimethyldiphenylsulfon, 4-Oxyphenyl-4'-oxynaphthyl-i-sulf on, Äthylen-bis- [4-oxyphenyl] -sulf on, Äthylen - bis - [3 - chlor - 4 - oxyphenyl] - sulf on,
2, 2'-Dioxydiphenyl-5, 5'-sulfon, 2, ^'-Dioxydiphenylsulfon, 2, 4-Dioxydiphenylsulfon, 1,5-Dimethyl-2, 4 - di - [V- oxyphenyl] - disulfon, 1, 5-Dimethyl-2, 4-di-[4'-oxyphenyl]-disulfon, 1, 5-Dimethyl-2, 4-di-|V-4'-dioxyphenyl]- disulfon, Bis-[4'-oxyphenyl]-diphenyl-i, 4-disulfon, Naphthalini, 5 -di- [2'- 5'- dioxyphenylsulf on], Sulf on aus
4, 4'-Diacet0xydiphenyl und 2 Mol 4-Chlorbenzolsulfochlorid in Gegenwart von Eisenchlorid und nachträglichem Verseifen mit wäßrigem Alkali unter Druck, Sulfon aus Diacety!hydrochinon und 2 Mol 4 - Chlorbenzolsulfochlorid, nachträglich alkalisch verseift, Sulfon ausDi-[4-acetoxyphenyl]-i, i-cyclohexan und 4-Chlorbenzolsulfochlorid, nachträglich verseift, von der mutmaßlichen Formel
HO
OH
H2C CH„
CH9
Disulfon aus Anthrachinon-2, 6-disulfochlorid und Chlorbenzol nachträglich verseift und gegebenenfalls noch zum Hydrochinon reduziert, Mono- und Dimethylolverbindungen aus 4,4'-Dioxydiphenylsulfon und anderen mehrwertigen Oxysulfonen, Kondensationsprodukt aus 2 Mol 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon mit Formaldehyd von der mutmaßlichen Formel
HO
OH
.OH
CH,
SO,
und dessen Methylolverbindungen §owie höher kondensierte Produkte aus Polyoxyarylsulfonen der vorstehend beschriebenen Art mit Aldehyden, insbesondere Formaldehyd. Anteilig können in die Oxysulfonaldehydkondensationsprodukte auch andere Phenolverbindungen mit reaktionsfähigem Wasserstoff einkondensiert sein, z. B. Phenol, p-Kresol, vor allem Phenole mit sekundärem oder tertiärem Kohlenstoff in p-Stellung zur Hydroxylgruppe, z. B. p-Tertiärbutylphenol, p-Cyclohexyl-SO9
phenol, 4-Oxydiphenyl, Di- [4-oxyphenyl] -dimethylmethan, Di-[4-oxyphenyl]-1, i-cyclohexan. Auch Komponenten mit Carboxylgruppen können ein- und ankondensiert sein, z. B. Salicylsäure. An Stelle der einheitlich aufgebauten Kondensationsprodukte können auch Mischkondensate verwendet werden, wie man sie z. B. erhält, wenn man die Methylolverbindungen des Dioxydiphenylsulf ons mit anderen Phenolen umsetzt, z. B. p-Cyclohexylphenol oder 4, 4'-Dioxydiphenyldimethylmethan. Vorzugsweise
sollen die phenolischen Hydroxylgruppen auf mehrere Kerne verteilt sein.
Bei ausreichender Löslichkeit können derartige Polyphenole direkt aus heißer wäßriger Lösung auf die Gebilde, z. B. Fasern, Garne, Gewebe, lose oder gepreßte Filze, Borsten, Bändchen, Folien, zur Einwirkung kommen. Meist ist es jedoch besser oder notwendig, sie durch Zugabe von Basen, insbesondere schwachen Basen, in Lösung zu bringen.
ίο Von den schwachen Basen eignen sich vor allem nächtige Stickstoffbasen, wie Ammoniak, Methylamin, Trimethylamin. Auch basisch reagierende wasserlösliche Amide; z. B. Dimethylformamid oder N-Methyl-a-pyrrolidon, sind anwendbar. Die Auflösung der Polyoxyarylsulfone wird in manchen Fällen erleichtert und die Haltbarkeit.der Lösungen verbessert, wenn hydrotopisch wirksame Stoffe und Dispergiermittel, wie fettsaure Salze, z. B. solche der Alkalien oder der Amine, sulfonierte öle, Fettalkoholsulf onate, Oxalkylierungsprodukte von höhermolekularen Stoffen mit beweglichem Wasserstoff, z. B. von Alkylphenolen, zugesetzt sind. Beispielsweise kommen alle für die Auflösung von Naphtholen der AS-Reihe empfohlenen Hilfsmittel in Betracht. Geeignete Schutzkolloide sind vor allem Leim oder Gelatine. Manche der wasserunlöslichen Polyoxyphenole lassen sich auch in der bei Acetatfarbstoffen üblichen Weise dispergieren, z. B. mit Hilfe von wasserlöslichen sulfonierten synthetischen Harzen, und aus diesen Dispersionen auf die Gebilde aufbringen.
Das Ausziehen der Bäder kann durch Nachsatz von Salzen, wie Natriumchlorid, Magnesiumchlorid, und namentlich von Ammonsalzen, wie Ammoniumchlorid, Ammoniumnitrat, Ammoniumsulfat, befördert werden. In vielen Fällen ist es zweckmäßig, die Flotte nicht zu erschöpfen, sondern verhältnismäßig starke Lösungen nur kurze Zeit zur Einwirkung zu bringen. Dies gilt besonders für ziemlich niedrigmolekulare Stoffe, wie das 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon. Soll in dieser Weise gearbeitet werden, so empfiehlt es sich der einfacheren Überwachung der Bäder wegen, einheitliche Stoffe zu verwenden, während sonst meist Gemische von Stoffen mit verschiedenem Molekulargewicht Vorteile bieten.
Verwendet man Alkali als Lösungsmittel, so ist es gewöhnlich notwendig, die zurückhaltende Wirkung der starken Base allmählich durch Nachgeben von Ammonsalzen oder auch durch vorsichtige Zugabe von Säuren abzustumpfen. In der Regel ist es zweckmäßig die Behandlung sauer etwa bei pH3bis4 zu beendigen; z. B. durch Zusatz von Säuren, wie Ameisensäure, Oxalsäure, Milchsäure, oder säureabspaltenden Stoffen, wie chloressigsaure Salze, Succinimid oder Oxaminsäureester zur Flotte, oder die Gebilde in einem besonderen Bad abzusäuern, am besten in der Wärme. Bei genügend löslichen oder dispergierbaren Polyoxysulfonen kann Säure von vornherein zugegen sein. Das Aufziehen der Polyoxysulfone kann noch durch spezifische Quellmittel für die Polyamidgebilde gesteigert werden, z. B, durch Zusatz wasserlöslicher Amide wie Formamid, Diäthylcyanamid, Thioharnstoff und Alkylthioharnstoffen, Pyridinbasen, Trichloräthylalkohol und durch Phenole. Von den letzteren eignen sich vorzugsweise schwer- oder nichtflüchtige Vertreter wie Salicylsäure, Lithiumsalicylat, Salicylsäureamide und besonders einfache Oxyarylsulfone, namentlich solche, in denen die Sulfongruppe mit einem niederen aliphatischen Rest verbunden ist, z.B. Methyl-4-oxyphenylsulfon, Äthyl-4-oxyphenylsulfon, /J-Oxyäthyl-4-oxyphenylsulfon, Methyl-2,4-dioxyphenylsulfon. Auch von der Herstellung der Gebilde her in diesen enthaltene Weichmacher, z. B. monomere Lactame bei Fasern aus polymerem ε-Caprolactam, können die Auf nähme der Oxyarylsulfone erleichtern.
Die Zeitdauer der Einwirkung kann je nach den Arbeitsbedingungen hinsichtlich Konzentration der Bäder, Temperatur, Dicke, Quellbarkeit und Orientierung der Gebilde in weiten Grenzen schwanken. Bei verhältnismäßig hochmolekularen Polyoxysulfonen, die nur geringe Tiefenwirkung besitzen, kann bei richtiger Dosierung auch bei übermäßiger Verlängerung der Einwirkungszeit keine wesentliche Schädigung eintreten, während bei verhältnismäßig niedrigmolekularen Stoffen, die leicht eindringen, eine unnötig lange Behandlung besser vermieden wird. In den meisten Fällen ist es zweckmäßig, darauf hinzuarbeiten, daß die Einwirkung der Polyoxysulfone sich im wesentlichen auf die äußeren Schichten beschränkt. Dies gilt besonders für Gebilde, die an sich schon wasserkochbeständig sind. Es ist dann vorteilhafter, mit verhältnismäßig starken Lösungen kürzere Zeit einzuwirken als längere Zeit mit verdünnten. Der Fortschritt der Einwirkung kann in manchen Fällen bei gröberen Gebilden, z. B. Borsten, durch Beobachtung der Querschnittsbilder, gegebenenfalls nach Färbung mit basischen Farbstoffen, verfolgt werden.
Die Bäder können außer den erfindungsgemäß wirksamen Polyoxysulfonen noch natürliche oder synthetische Gerbstoffe, z.B. Kondensationsprodukte aus Naphthalinsulfonsäuren und Formaldehyd, Gerbstoffe der Gallotanninreihe, sulfo- oder sulfomethylgruppenhaltige Kondensationsprodukte aus ein- oder mehrwertigen Phenolen und Aldehyden oder Ketonen, namentlich Oxyarylsulfongerbstoffe, z. B. solche nach der deutschen Patentschrift 675 775, n0 enthalten. Zusätzlich in Frage kommende Stoffe sind z. B. genannt in der USA.-Patentschrift 2 342 823, der französischen Patentschrift 896 554 und der belgischen Patentschrift 451 516. Soweit ein Arbeiten in saurem Medium möglich ist, können auch noch saure Faserveredlungsmittel zugesetzt werden, die eine Kräuselung oder eine Oberflächenanätzung hervorrufen, z. B. die in der belgischen Patentschrift 456 259 genannten Säuren, wieBenzoesäure, Sebacinsäure und Undecylensäure. Die bei Fasern nach dem Verfahren der Erfindung meist an sich schon eintretende Kräuselung kann durch diese Zusätze noch wesentlich gesteigert werden.
Zur Verhinderung von Verfärbungen kann die Zugabe von Reduktionsmitteln, z. B. Natriumhydrosulfit, Formaldehydnatriumsulfoxylat, Zink-
staub, oder, in saurem Medium, von Zinn-(H)-chlorid oder Zinlcf ormaldehydsulf oxylat zweckmäßig sein. Die Bäder können ferner noch gleitend machende, die Verklebung von Fasern verhindernde Textilhilfsmittel enthalten, z. B. das Reaktionsprodukt von Stearinsäure mit mehreren Molen Äthylenoxyd, Stearylsarkosinnatrium, Oleyltaurinnatrium, Betain aus Octadecenylbromid und Diäthylaminoessigsäure und Octadecyltrimethylammoniummethylsulfat. Die Weichmacher können gleichzeitig auch als Dispergiermittel für die Polyoxysulfone wirken. Das Polyamidgut wird im allgemeinen lose und gegebenenfalls kontinuierlich der Einwirkung der Behandlungsflotten ausgesetzt. In besonderen Fällen, z. B. bei endlosen Fäden, Fasern, Kabeln oder Drähten, kann die Veredlung auch unter Spannung, z. B. unter Verwendung der üblichen Druck- oder Saugbehandlungseinrichtungen erfolgen. Folien und Bänder werden zweckmäßig kontinuierlich unter mäßiger Spannung durch Tröge mit den Behandlungsmitteln geleitet. Durch Nachbehandlung erfindungsgemäß veredelter Fasern mit alkalischen Lösungen, insbesondere Seifenlösungen, wird meistens eine Zunahme der Kräuselung erzielt. Die Behandlung mit Polyoxysulfonen kann auch mit einer Färbung, z. B. mit dispergierten Acetatfarbstoffen oder mit sauren Farbstoffen, verbunden sein. Hierbei ergeben sich unter Umständen Verbesserungen der Naßechtheit. Schließlich können die Polyoxysulfone auch durch Imprägnieren, Klotzen oder örtliches Aufdrucken auf die Gebilde gebracht und auf diesen durch Dämpfen fixiert werden. In solchen Fällen läßt sich Wasser als Lösungsmittel ganz oder teilweise auch durch andere Lösemittel, die ein gewisses Quellvermögen auf die Polyamide ausüben, z. B. durch Alkohole, ersetzen.
Die sulfogruppenfreien Polyoxysulfone lassen sich bei ausreichendem Durchschnittsmolekulargewicht ziemlich waschecht fixieren. Eine besonders gute Waschechtheit ergibt sich, wenn in Gegenwart von Quellungsmitteln gearbeitet wird, die nachträglich zweckmäßig unter Spannung, bei Seidenfäden z. B. auf Spulen, wieder ausgewaschen werden. Noch besser ist es, wenn nach der Behandlung, zweckmäßig in noch feuchtem Zustand, ein Nachrecken oder ein Dämpfen unter Spannung erfolgt.
In Verbindung mit einer mechanischen Bearbeitung von losen Fasern oder Geweben kann das Verfahren auch zur Herstellung von Walkartikeln, wie Filzen oder Filztüchern, Verwendung finden. In diesem Fall ist die Verwendung von Gemischen mit Stoffen verschiedenen Molekulargewichten besonders vorteilhaft. Zweckmäßig wird die Walke in erster Stufe in saurem oder sauer werdendem Medium durchgeführt, worauf sich noch eine alkalische Nachbehandlung anschließen kann, um die niedermolekularen Bestandteile wieder zu entfernen.
Die zu veredelnden Gebilde können aus beliebigen synthetischen einheitlichen oder gemischten Linearpolymeren mit Amidgruppen in der Kette hergestellt sein, z.B. aus Lactampolymerisaten, aus Polykondensationsprodukten aus Aminocarbonsäuren oder aus Diaminen und Dicarbonsäuren sowie Gemischen von solchen. Eingeschlossen sind auch Gebilde aus Polyharnstoffen, Polyurethanen, PoIyhydraziden; Polycarbonamidpolyharnstoffen, PoIysulfamidpolyurethanen, Polysulfoncarbonamiden.
Vorzugsweise geeignet sind Fasern aus Linearpolymeren mit ausgesprochen basischem Charakter, z. B. Polyamide aus ε-Caprolactam oder adipinsaurem Hexamethylendiamin, die unter Verwendung basischen Stickstoff enthaltender und stabile Endgruppen bildender -Regler, wie 6-Pyrrolidinohexylamin-(i), Di-/S-diäthylaminoäthylamin oder Dipyrrolidinoamylamin, kondensiert sind, oder Polyamide oder Polyurethane, die anteilig Komponenten mit tertiärem Stickstoff eingebaut enthalten. Sehr brauchbar sind auch Polyamide, in denen der hydrophile Charakter durch Hydroxylgruppen, brückenbildende hydrophile Heteroatome oder -gruppen, wie O oder S O2, oder durch seitliche Substituenten gesteigert ist. Mischungen synthetischer Polyamide und Proteinstoffe lassen sich ebenfalls erfindungsgemäß veredeln. Das Verfahren ist nicht beschränkt auf die Behandlung von Gebilden mit streng linearem Aufbau, vielmehr können diese auch vorher schon mit vernetzenden Mitteln, wie Formaldehyd, Diisocyanaten, oder mehrwertigen Alkylierungsmitteln, z. B. mehrwertigen Äthyleniminderivaten, behandelt sein.
Gegenüber anderen Polyoxyverbindungen zeichnen sich die Polyoxysulfone unter anderem durch verhältnismäßig hohe chemische Beständigkeit z.B. gegen Sauerstoff und Licht und Wärme aus. Auch in der Wäsche verhalten sich die behandelten Gebilde günstig. Selbst in stark alkalischen Flotten bleiben Verfärbungen aus. Ferner sind die Behandlungsmittel, auch wenn sie noch niedrigmolekulare Anteile enthalten, praktisch geruchfrei. Die starke Affinität der veredelten Gebilde zu basischen Farbstoffen kann für Färberei und Druck nutzbar gemacht werden.
Die Fixierung der Polyoxysulfone in den Gebilden kann noch dadurch wesentlich verbessert werden, daß man eine Nachbehandlung mit mehrwertigen Alkylierungsmitteln, wie Alkylenoxyden, 1,2-Alkyleniminen, 1, 2-Alkylenimiden, Halogenmethyläthern, Halogenmethyl ami den, in der Hitze unter Bildung von Alkylierungsmitteln zerfallenden Salzen oder von aliphatischen Diazoverbindungen vornimmt entsprechend den Angaben in der französischen Patentschrift 905 013.
115 Beispiel 1
Mit Salzsäure nach dem Verfahren gemäß der deutschen Patentschrift 747 117 gekräuselte Faser aus polymeren! ε-Caprolactam (NM 3000, Stapellänge 55 mm) wird in aufgelockertem Zustand eingebracht in eine kochende wäßrige 2%ige Lösung von 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon (Flottenverhältnis ι :5ο). Nach 20 Minuten langem Kochen wird heiß abgeschleudert und die Faser mit einer üblichen Schmälze, die zur Vermeidung der elektro-
statischen Aufladung noch 2 g Magnesiumchlorid im Liter enthält, nachbehandelt und anschließend bei ioo° getrocknet. Die so veredelte Faser besitzt im Gegensatz zum Ausgangsmaterial einen kernigen Griff und erhöhte Bauschigkeit und eignet sich gut zur Verspinnung auf Baumwollmaschinen.
Beispiel 2
Borsten aus polymerem ε-Caprolactam (Durchmesser 0,25 mm), die eine Fixierungsbehandlung mit siedendem Wasser unter Spannung erfahren haben, werden in Form eines losen Bündels, senkrecht in einer Röhre stehend, in einer 2°/oigen wäßrigen Lösung von 4,4'-Dioxydiphenylsulfon V2 Stunde bei 900 behandelt. Die gespülten und getrockneten Borsten zeigen eine grobe Wellung und eignen sich besonders zur Herstellung von Handfegern und Besen. Wird in dieser Weise vorbehandeltes Material mit einer 60 bis ioo° heißen Seifenlösung nachbehandelt, so nimmt die Kräuselung bedeutend zu. Die nachgeseiften Borsten eignen sich gut zur Verwendung als Polstermaterial.
Beispiel 3
Polyamidkunstseide aus ε-Caprolactam (Einzelfadenstärke 3 den), die noch 5 % monomeres Lactam enthält, wird in Form eines losen Zwirnkranzes in einer i°/oigen Lösung von 4,4'-Dioxydiphenylsulfon, die im Liter noch 2 g Oleylsarkosinnatrium enthält, im Flottenverhältnis ι :3ο im Verlaufe 1Za Stunde von 40 auf 900 gebracht und dann noch Va Stunde bei dieser Temperatur gehalten. Die Seide ist ausgeschrumpft und zeigt einen kräftigen Griff.
Beispiel 4
Faser aus polymerem ε-Caprolactam (NM 3000, Stapellänge 55 mm) wird im lockeren Zustand eingetragen in die 5 of ache Menge einer kochenden Flotte, die, bezogen auf die Faser, 20% des-mit zweifach normalen Ammoniak gelösten Kondensationsproduktes aus 2 Mol 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon und 1 Mol Formaldehyd, 4% Natriumhydrosulfit und im Liter noch 2 g Oleylsarkosinnatrium enthält. Nach V2Stündigem Kochen wird das Aufziehen des Polyoxysulfons durch allmählichen Zusatz von gesättigter Ammoniumchloridlösung vervollständigt. Die nach dem Spülen und Trocknen wieder geöffneten Fasern zeigen eine hervorragende Bauschelastizität und eignen sich sehr gut zur Verarbeitung auf Garne nach dem Baumwollspinnverfahren. Im Gegensatz zum Ausgangsmaterial wird die behandelte Faser von Methylenblau in tiefen Tönen angefärbt.
Beispiel 5
Borsten aus einem Mischpolyamid aus 85 Teilen adipinsaurem Hexamethylendiamin und 15 Teilen ε-Caprolactam (Durchmesser 0,3 mm), die eine Fixierung durch 2stündiges Kochen in Wasser unter Spannung erfahren haben, werden mit einer wäßrigen, unter Zusatz von Trimethylamin bereiteten Lösung von i5°/o des Carbinols aus 1 Mol 4, 4'-Dioxydiphenylsulfon und 1 Mol Formaldehyd s/i Stunden bei 900 unter Nachsatz von Ammoniumformiat behandelt (Flottenverhältnis-1 :3ο). Die bei 50° vorgetrockneten Borsten werden schließlich noch ι Stunde lang auf 1300 erhitzt. Die Borsten sind versteift und zeigen eine hohe Affinität für basische Farbstoffe.
Beispiel 6
Vorgekräuselte Faser aus dem Polyamid aus adipinsaurem Hexamethylendiamin (NM 4000, Stapellange 40 mm) wird mit 15 °/o des mit der eben ausreichenden Menge Ammoniak in Wasser gelösten Di-4-oxyphenyl-[i, i'-diphenyl]-disulfonsder Formel
HO —
/ O Uo ν
SO2-/
OH
im Flottenverhältnis 1 125 Va Stunde lang unter Nachsatz von Ammoniumchlorid gekocht. Die Faser zeigt einen volleren elastischeren Griff als das Ausgangsmaterial. Außerdem färbt sie sich mit basischen Farbstoffen kräftig an.
CH3
_ SO2
Beispiel 7
Ein Polgewebe aus polymerem ε-Caprolactam (Einzeltiter der Polfäden 3 den) wird auf dem Sternrahmen im Flottenverhältnis ι :40ο mit 20% des Disulfons der Formel
CH,
SO,
OH
OH-
(vgl. deutsche Patentschrift 745 127, Beispiel 7) gelöst mit wenig Ammoniak 1 Stunde bei 900 unter allmählichem Zusatz von 30% Ammoniumsulfat behandelt. Nach der üblichen Fertigstellung zeigt das Gewebe eine erhöhte Standfestigkeit des Pols.
In der gleichen Weise können auch fellartige Polgewebe veredelt werden.
Beispiel 8
Borsten (Durchmesser 0,3 mm) aus polymerem ε-Caprolactam, das V25 Mol Polyäthylenimin auf
ι Mol Lactam einkondensiert enthält, werden mit einer wäßrigen Lösung von 15% eines technischen Umsetzungsgemisches aus 2 Mol 4,4'-Dioxydiphenylsulfon und 1 Mol Formaldehyd (gelöst mit Hilfe der eben ausreichenden Menge Ammoniak) ι Stunde unter allmählichem Zusatz von 30 % Ammoniumchlorid gekocht. Die behandelten Borsten sind erheblich steifer geworden und lassen unter dem Mikroskop die Ausbildung einer borkenartigen
CH
HO
gelöst mit wenig Ammoniak, die im Liter noch ι g Oleylsarkosinnatrium enthält, V2 Stunde unter allmählichem Nachsatz von 30 %> Ammoniumchlorid gekocht, dann abgeschleudert und 2 Stunden bei ioo° getrocknet. Das behandelte Garn ist voluminöser und bauschiger geworden.

Claims (6)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zum Veredeln von Fasern und Flächengebilden aus synthetischen linearen Hochpolymeren mit Amidgruppen in der Kette, dadurch gekennzeichnet, daß man auf die Gebilde vorzugsweise in orientiertem Zustand Sulfosäuregruppen nicht enthaltende aromatische Di- oder Polyoxysulfone, namentlich solche mit einem Schmelzpunkt oberhalb 1500, aus Lösungen oder Dispersionen einwirken läßt und gegebenenfalls noch trocken erhitzt oder dämpft.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Gebilde mit Randzone erkennen. Diese Randzone färbt sich mit basischen Farbstoffen intensiv an.
Beispiel 9
Strickgarn aus polymerem ε - Caprolactam (NM 12/4) wird im Flottenverhältnis ι :3ο mit einer wäßrigen Lösung von 12 %■ des Dioxy- |diphenylsulfons der Formel
OH
heißen bis kochenden wäßrigen Lösungen behandelt.
3. Verfahren gemäß Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösungen Basen enthalten, die während der Behandlung sich ganz oder teilweise verflüchtigen.
4. Verfahren gemäß Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Gemische von PoIyoxyphenolen mit verschiedenen Molekulargewichten verwendet werden.
J. Verfahren gemäß Ansprüchen 1 bis 4 in Anwendung auf lose Fasern oder Gewebe, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung in Verbindung mit einem Walkprozeß erfolgt.
6. Verfahren gemäß Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine fixierende Nachbehandlung mit mehrwertigen Alkylierungsmitteln wie Alkylenoxyden, 1, 2-Alkyleniminen, i, 2-Alkylenimiden, Halogenmethyläthern, Halogenmethylamiden oder in der Hitze unter Bildung von Alkylierungsmitteln zerfallenden Salzen oder von aliphatischen Diazoverbindungen erfolgt.
© 9602 3.55
DEK7129D 1943-02-09 1943-02-10 Verfahren zum Veredeln von Fasern und Flaechengebilden aus synthetischen linearen Hochpolymeren mit Amidgruppen in der Kette Expired DE925164C (de)

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