-
Die vorliegende Erfindung betrifft eine neuartige Verbindung,
die zur bevorzugten Spaltung einer Phosphodiesterbindung an
einer spezifischen Position der RNA verwendet werden kann.
Erfindungsgemäß wird also ein nützliches Mittel zur
Herstellung z. B. einer Deletionsmutante bereitgestellt. Mit der
Erfindung wird also in einem allgemeinen Sinn ein wirksames
Mittel zur Behandlung von RNA im Fall von
molekularbiologischen Versuchen, die z. B. auf die Massenproduktion nützlicher
Proteine, auf die Verbesserung der Eigenschaften von
Proteinen, auf Untersuchungen zwischen der Struktur und der
Funktion von Proteinen, auf die Entwicklung von Methoden zur
Beseitigung toxischer Komponenten in toxischen RNA-Viren, auf
die Entwicklung von Methoden zur Behandlung von Krankheiten,
die durch toxische Viren verursacht werden, und auf
verschiedene Untersuchungen, die die Molekularbiologie betreffen,
gerichtet sind, bereitgestellt.
-
Die Erfindung betrifft Oligomere, die in der neuartigen
Verbindung verwendet werden sollen, und Ausgangsmaterialien für
die Synthese der Oligomere.
-
Ein Verfahren zur bevorzugten Spaltung einer
Phosphodiesterbindung an einer gewünschten Position eines RNA-Moleküls
dient als geeignete Maßnahme zur Untersuchung der Struktur
und Funktion eines funktionellen RNA-Moleküls. zum Beispiel
kann ein derartiges Verfahren bei Untersuchungen zur Struktur
und Stabilität von mRNA, die ein nützliches Protein oder ein
Enzymprotein codiert, in Beziehung zur Translationsrate
eingesetzt werden. Es ist auch möglich, ein derartiges Verfahren
bei Untersuchungen zur molekularen Struktur und Funktion von
RNA-Virusgenen, die für Tiere und Pflanzen schädlich sind,
anzuwenden.
-
Es ist eine Anzahl von Verfahren zur Spaltung einer
Phosphodiesterbindung in einem RNA-Molekül bekannt. Eines dieser
bekannten Verfahren umfaßt die Verwendung basenspezifischer
natürlicher Ribonucleasen, wie RNaseT&sub1;, RNaseU&sub2; oder
dergleichen. Ein anderes Verfahren umfaßt die Bildung eines
Doppelstrangs aus einem RNA-Molekül und einer komplementären DNA
und die Spaltung des RNA-Strangs im Doppelstrang unter
Verwendung von RNaseH, d. h. Ribonuclease H (H. Donis-Keller,
Nucleic Acids Res., Bd. 7 (1979), S. 179). Im Fall des
erstgenannten Verfahrens ist es recht schwierig, die Verknüpfung
nur an der gewünschten Position des Moleküls zu spalten. Mit
anderen Worten kann im Fall des erstgenannten Verfahrens die
basenspezifische Spaltung an vielen Stellen des Moleküls
auftreten, so daß das Verfahren allgemein für die Bestimmung der
Basensequenz eines RNA-Moleküls angewandt wird (H.
Donis-Keller et al., Nucleic Acid Res., Bd. 4 (1977), S. 2527). Im
Fall des letztgenannten Verfahrens tritt die Spaltung, wenn
ein langer DNA-Strang eingesetzt wird, an verschiedenen
Stellen auf, und wenn ein kurzer DNA-Strang, der z. B. aus 4 oder
6 Basen besteht, eingesetzt wird, dann ist eine bevorzugte
Spaltung zu erwarten. Wenn jedoch der DNA-Strang kurz ist,
dann bildet ein derartiger kurzer DNA-Strang einen
Doppelstrang an verschiedenen Positionen, und zwar im wesentlichen
ohne eine besondere Bevorzugung einer bestimmten Position.
Gemäß diesen bekannten Verfahren ist es also praktisch
unmöglich, die Phosphodiesterbindung vorzugsweise an einer
gewünschten Position eines RNA-Moleküls zu spalten.
-
Es besteht im Bereich der biologischen Wissenschaft ein
Bedarfan der Entwicklung eines neuartigen Verfahrens zur
bevorzugten Spaltung einer Phosphodiesterbindung in einer
gewünschten Position eines RNA-Moleküls ohne eine Beschränkung
hinsichtlich der Länge des Strangs und der Basenanordnung der
RNA. Es ist offensichtlich, daß ein derartiges neues
Verfahren sich als nützliche Maßnahme bei Untersuchungen zur
Struktur und Funktion von funktioneller RNA eignet. Derartige
Untersuchungen sind z. B. für die Entwicklung von Verfahren zur
Massenproduktion nützlicher Proteine und von Verfahren zur
Verbesserung der Eigenschaften von Proteinen sowie zur
Entwicklung von Verfahren für die Entgiftung schädlicher
RNA-Viren und Verfahren für die wirksame Behandlung von
Erkrankungen, die durch derartige Viren hervorgerufen werden, von
Bedeutung.
-
Es ist bekannt, daß eine 2'-O-Methyl-RNA einen stabilen
Doppelstrang mit einem RNA-Molekül mit einer komplementären
Sequenz bilden kann (H. Inoue et al., Nucleic Acids Symposium
Series, Nr. 16 (1985), S. 161) (1).
-
Wir haben zahlreiche Untersuchungen über RNA durchgeführt und
nun auf der Grundlage der vorstehend genannten bekannten
Tatsache festgestellt, daß der RNA-Strang und der 2'-O-Methyl-
RNA-Strang, die Bestandteil eines Doppelstrangs sind, unter
dem Einfluß von RNaseH nicht gespalten werden.
-
Ferner haben wir festgestellt, daß ein gemischtes Oligomer,
das eine 2'-O-Methyl-RNA verknüpft mit DNA enthält, in
einfacher Weise hergestellt werden kann; daß ein Doppelstrang aus
dem gemischten Oligomer und einem komplementären RNA-Molekül
gebildet werden kann; und daß, wenn der Doppelstrang mit
RNaseH behandelt wird, der DNA-Anteil des gemischten
Oligomers als eine Position dient, die spezifisch von RNaseH
erkannt wird, und zwar unabhängig von der Tatsache, daß eine
oder beide Seiten des DNA-Abschnitts mit der 2'-O-Methyl-RNA
verknüpft sind, so daß es möglich ist, die
Phosphodiesterbindung vorzugsweise an der Position der RNA zu spalten, die dem
DNA-Oligomerabschnitt entspricht.
-
Erfindungsgemäß wird ein Nucleosidderivat der allgemeinen
Formel:
-
bereitgestellt, worin X einen Monomethoxytrityl- oder
Dimethoxytrityl-Rest bedeutet, Y für -P(OCH&sub3;)-N-(CH(CH&sub3;)2)&sub2;,
-P(OCH&sub2;CH&sub2;CN)-N-(CH(CH&sub3;)&sub2;)&sub2; oder -CO(CH&sub2;)m-CO-NH-(CH&sub2;)n-
(CPG-Derivat) steht, m und n jeweils eine ganze Zahl von 1
bis 10 sind und R einen Rest einer der folgenden Formeln
darstellt:
-
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird eine
Verbindung mit einem Doppelstrang bereitgestellt, die aus einer RNA
(+Strang) und einer komplementären DNA (-Strang) besteht,
wobei ein Abschnitt der DNA (-Strang) durch ein Oligomer
ersetzt ist ,das aus Nucleosidderivaten gemäß dem vorstehenden
Aspekt der Erfindung besteht, und wobei dann, wenn die
Verbindung der Einwirkung eines Enzyms mit Ribonuclease
H-Aktivität unterworfen wird, eine bevorzugte Spaltung in einer
Position der RNA (+Strang), die dem nicht-ersetzten Abschnitt
der DNA (-Strang) entspricht, auftritt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
-
Fig. 1 zeigt ein Homochromatogramm, das die Strangspaltung
einer Verbindung erläutert, die aus einem markierten
RNA-Oligomer, einem unmarkierten RNA-Oligomer und einem
erfindungsgemäßen komplementären DNA-Oligomer besteht.
-
Fig. 2 und 3 sind Graphen, die die Beziehung zwischen der
Spaltungszeit und der Spaltungsrate der gespaltenen Position,
die in Fig. 1 gezeigt ist, erläutern.
-
Fig. 4 bis 9 sind jeweils Homochromatogramme, die die
Strangspaltung einer Verbindung erläutern, die aus einem
markierten RNA-Oligomer, einem unmarkierten RNA-Oligomer und
einem komplementären gemischtem Oligomer bestehen.
-
Fig. 10-1, 10-2 und 11 zeigen jeweils ein Autoradiogramm,
das den Strangspaltungsprozeß der mit 3'-³²PCp-markierten WS-
S(+)RNA und des erfindungsgemäßen gemischten Oligomers
erläutert.
-
Fig. 12A und 12B zeigen Autoradiogramme, die die
analytischen Ergebnisse der 5'-terminalen Base in einem gespaltenen
Fragment erläutern, das durch Einwirkung von RNaseH gebildet
wurde, wie es in Fig. 10-1 gezeigt ist.
-
Die Verbindungen mit einem Doppelstrang, der aus RNA
(+Strang) und einer komplementären DNA (-Strang) besteht,
sind bekannt oder können auf bekannte Weise hergestellt
werden. Es ist nicht erforderlich, einen Doppelstrang für den
gesamten Abschnitt der RNA (+Strang) mit Hilfe einer DNA
(-Strang) zu bilden. Mit anderen Worten kann ein Doppelstrang
nur für einen Abschnitt der RNA (+Strang) gebildet werden. Es
ist auch möglich, einen Doppelstrang für jeden von zwei oder
mehr Abschnitten der RNA zu bilden.
-
Für den Fall, daß ein Abschnitt der DNA (-Strang) durch ein
Oligomer ersetzt wird, das aus Nucleotidderivaten gemäß dem
ersten vorstehend genannten Aspekt der Erfindung besteht,
kann es sich bei "einem Abschnitt von DNA (-Strang)" um einen
Abschnitt des DNA-Moleküls handeln, der ein Bestandteil des
Doppelstrangs ist, oder, wenn zwei oder mehr doppelsträngige
Abschnitte auf dem gleichen RNA-Strang vorliegen, dann kann
es sich bei "einem Abschnitt von DNA (-Strang)" um das DNA-
Molekül (-Strang) handeln, das in mindestens einem
Doppelstrang vorhanden ist.
-
Die Derivate oder die RNA weisen einen Substituenten an
mindestens einer 2'-Hydroxygruppe des Zuckerrests der RNA auf.
-
Als Oligomer, in dem ein Abschnitt von DNA (-Strang)
teilweise substituiert worden ist, kann zweckmäßigerweise das
nachstehend gezeigte gemischte Oligomer verwendet werden.
-
Ein derartiges gemischtes Oligomer kann durch Verknüpfen
eines Oligomers von RNA oder eines Derivats davon mit einem
DNA-Oligomer in einer solchen Weise, daß die 5'-Hydroxygruppe
und die 3'-Hydroxygruppe des Ribose- oder
Desoxyribose-Anteils aneinander über eine Phosphodiesterverknüpfung gebunden
werden, erhalten werden.
-
Der 2'-O-Methyl-RNA-Oligomerabschnitt des gemischten
Oligomers kann nach einem der beiden nachstehenden Verfahren
hergestellt werden. Bei einem dieser Verfahren handelt es sich
um das Verfahren, das von Inoue in der Veröffentlichung 1
beschrieben wird. Gemäß dem Verfahren von Inoue werden 2'-O-
Methyl-N&sup4;-benzoylcytidin (Verbindung I),
2'-O-Methyl-N&sup6;-benzoyladenosin (Verbindung 11),
2'-O-Methyl-N²-isobutyrylguanosin (Verbindung III) und 2'-O-Methyluridin (Verbindung IV)
hergestellt. Die 5'-Hydroxygruppe jeder Verbindung ist durch
eine Dimethoxytrityl-Gruppe (-DMTr) geschützt, so daß die
Verbindungen (Ia, IIIa, IIIa, IVa) erhalten werden. Es ist
möglich, die Verbindungen (Ib, IIb, IIIb, IVb) durch
Einführen eines o-Chlorphenylphosphatrestes an der 3'-Hydroxygruppe
in jede der Verbindungen (Ia bis IVa) gemäß einem bekannten
Verfahren (Nucleic Acids Res., Bd. 8 (1980), S. 5461)
herzustellen. Das vorstehend angegebene Herstellungsverfahren wird
nachstehend als "Verfahren A" bezeichnet.
-
Ferner kann die 3'-Hydroxygruppe der Verbindungen (Ia, IIa,
IIIa, IVa) mit Chlor-diisopropylamino-methoxy-phosphin oder
mit Chlor-diisopropylamino-cyanoethoxy-phosphin gemäß einem
bekannten Verfahren (Tetrahedron Lett., Bd. 24 (1983), S. 245
und Nucleic Acids Res., Bd. 11 (1984), S. 4539) behandelt
werden, um eine 3'-Phosphoramidit-Verbindung (Ib&sub2;, IIb&sub2;,
IIIb&sub2;, IVb&sub2;, Ib&sub3;, IIb&sub3;, IIIb&sub3;, IVb&sub3;) herzustellen ("Verfahren
B"; vgl. Beispiele 11 und 12).
-
Die Verbindungen (Ia bis IVa) können jeweils über einen
Spacer mit einem zu 1% vernetzten Polystyrolharz unter
-
Bildung der Verbindungen (Ic&sub1;, IIc&sub1;, IIIc&sub1;, IVc&sub1;) gemäß einem
bekannten Verfahren (Nucleic Acids Res., Bd. 8 (1980), S.
5507) kombiniert werden.
-
Die Verbindungen (Ia, IIa, IIIa, IVa) können gemäß einem
bekannten Verfahren (K. Miyoshi et al., Nucleic Acids Res., Bd.
8 (1980), S. 5491) behandelt werden, wobei 3'-Succinylderivate
(Ie, IIe, IIIe, IVe) in aktive Ester (If, IIf, IIIf, IVf)
umgewandelt werden, die dann an ein Langkettenalkylamino-Glas
mit kontrollierten Poren (CPG) unter Bildung der Verbindungen
(Ic&sub2;, IIc&sub2;, IIIc&sub2;, IVc&sub2;) gebunden werden, wie es in Beispiel
13 erläutert wird.
-
Der DNA-Oligomerabschnitt des gemischten Oligomers kann nach
einem bekannten Verfahren (M. Ikehara et al., Proc. Natl.
Acad. Sci. USA, Bd. 81 (1984), S. 5956; Veröffentlichung 2)
durch aufeinanderfolgende Kondensation der Verbindungen (Id&sub1;,
IId&sub1;, IIId&sub1;, IVd&sub1;) hergestellt werden (Verfahren A).
-
Ferner ist es möglich, den DNA-Abschnitt durch
aufeinanderfolgende Verknüpfung der Verbindungen (Id&sub2;, IId&sub2;, IIId&sub2;,
IVd&sub2;) oder durch aufeinanderfolgende Verknüpfung der
Verbindungen (Id&sub3;, IId&sub3;, IIId&sub3;, IVd&sub3;) gemäß einem bekannten
Verfahren (Science, Bd. 230 (1985), S. 281) herzustellen, wie es in
Tabelle 1 erläutert ist (Verfahren B).
-
Die Ausgangsverbindung (IVc&sub1;) kann z. B. nacheinander mit den
Verbindungen (IIIb&sub1;, IId&sub1;, IId&sub1;, IVd&sub1;, IIId&sub1;, IIIb&sub1;, IIb&sub1;,
Ib&sub1;) in dieser Reihenfolge unter den in Tabelle 2 angegebenen
Reaktionsbedingungen umgesetzt werden, wobei das gemischte
Oligomer (Verbindung V) der Formel:
-
3' UmGmAATGGmAmCm5' (V)
-
gebildet wird, worin die Symbole mit dem Suffix m O-Methyl-
RNA und die anderen Symbole DNA-Oligomere darstellen.
-
Auf ähnliche Weise können die folgenden gemischten Oligomere
(Verbindungen VI bis VIII) hergestellt werden:
-
3 'UmGmAmATGGmAmCm5' (VI)
-
3'UmGmAATGGAmCm 5' (VII)
-
3'UmGmAmAmTGGACm 5' (VIII)
-
Ein DNA-Oligomer (Verbindung IX) mit der gleichen Sequenz wie
die vorstehend genannten gemischten Oligomere kann gemäß
einem bekannten Verfahren, das in dem Artikel von Ikehara et
al. (Veröffentlichung 2) beschrieben wird, hergestellt
werden. Ein niedermolekulares RNA-Oligomer (X) mit einer
komplementären Sequenz zu der der gemischten Oligomere
(Verbindungen V bis IX) kann gemäß einem bekannten Verfahren (S. Iwai
et al., Chem. Pharm. Bull., Bd. 33 (1985), S. 4618;
Veröffentlichung 3) hergestellt werden.
-
3 'd(TGAATGGAC) 5' (IX)
-
5' ACUUACCUG3' (X)
-
Weitere gemischte Oligomere (XI, XII) und weitere
komplementäre RNA-Oligomere (XIII, XIV), die nachstehend gezeigt sind,
können gemäß den Verfahren hergestellt werden, die in den
Veröffentlichungen 2 bzw. 3 beschrieben sind.
-
3'CmAmTTCAUmAmGm5' (XI)
-
3' GmUmCCAACmCmAm5' (XII)
-
5' GUAAGUAUC3' (XIII)
-
5 'CAGGUUGGU3' (XIV)
-
Eine hochmolekulare RNA WS-S(+) (90-Mer; Verbindung XV) kann
durch eine in vitro-Transkriptionsreaktion unter Verwendung
von SP6-RNA-Polymerase hergestellt werden. Bei diesem
Verfahren wird eine doppelsträngige DNA (XVI), worin eine WS-S(+)-
Sequenz direkt an eine SP6-Promotorsequenz gebunden ist, auf
chemische/enzymatische Weise gemäß dem in Tabelle 3 gezeigten
Schema hergestellt, um die Transkription ausgehend vom 5'-
Terminus der Basenanordnung der WS-S(+)RNA durchzuführen.
-
Zuerst wurden die DNA-Oligomere (1 bis 9) gemäß einem
bekannten Verfahren (Science, Bd. 230 (1985), S. 281) hergestellt
und in zwei Gruppen aufgeteilt. Mittels einer Ligasereaktion
wurde doppelsträngige DNA (XVI) erhalten. Eine Subklonierung
der doppelsträngigen DNA (XVI) in die SphI- und SmaI-Stellen
des M13mp19-Vektors wurde durchgeführt, und E. coli ,IM 103
wurde einer Transformation unterworfen, wobei man einen
Vektor M13AJ-1 für die Transkription erhielt.
-
Die synthetische doppelsträngige DNA-Sequenz innerhalb des
Vektors M13AJ-1 für die Transkription, der auf diese Weise
erhalten wurde, wurde nach der bekannten M13-Didesoxymethode
(Proc. Natl. Acad. Sci. USA, Bd. 74 (1977), S. 5463)
untersucht. Es wurde durch diesen Test bestätigt, daß die
fragliche Basensequenz korrekt war.
-
Sodann wurde M13AJ-1 mit dem Restriktionsenzym SmaI
linearisiert, und anschließend wurde in vitro eine
RNA-Transkriptionsreaktion mit Hilfe von SP6-Polymerase gemäß einem
bekannten Verfahren durchgeführt (Nucleic Acids Res., Bd. 12
(1984), S. 7035), um die gewünschte RNA WS-S(+) (XV)
herzustellen, wobei die Transkription exakt am 5'-terminalen
Abschnitt begonnen hatte.
-
Um die Spaltungsreaktion der erhaltenen hochmolekularen RNA
WS-S(+) (XV) zu untersuchen, wurde die folgenden Schritte
durchgeführt. Zuerst wurde ein Versuch durchgeführt, bei dem
ein gemischtes Oligomer chemisch gemäß Verfahren B
hergestellt wurde, das im Vergleich zu Verfahren A recht einfach
ist und daher auf diesem Gebiet allgemein angewandt wird. Bei
dem verwendeten Ausgangsmaterial handelt es sich um
Verbindung (IVc&sub2;). Unter den in Tabelle 6 angegebenen
Reaktionsbedingungen wurde die Verbindung (IVc&sub2;) nacheinander mit den
folgenden Verbindungen in der angegebenen Reihenfolge
kondensiert: IIIb&sub2;, IIIb&sub2;, IIIb&sub2;, Ib&sub2;, Ib&sub2;, IIIb&sub2;, IIb&sub2;, IVb&sub2;, Ib&sub2;,
IVb&sub2;, IId&sub2;, IIId&sub2;, IIId&sub2; und Id&sub2;. Das auf diese Weise
erhaltene Rohprodukt wurde auf herkömmliche Weise aufgearbeitet,
so daß ein gemischtes Oligomer (XVIII) wie im Fall der DNA-
Synthese erhalten wurde.
-
3 '-UmGmGmGmCmCmGmAmUmCmUmAGGC-5' (XVIII)
-
Auf ähnliche Weise wurden die folgenden gemischten Oligomere
(XVII, XIX, XXII bis XXIV) hergestellt:
-
3'-UmGmGmGmCmCmGmAmUmCmTAGGC-5' (XVIII)
-
3'-UmGmGmGmCmCmGmAmUmCmUmAmGGC-5' (XIX)
-
3'-AGGCCmCmAmCmAmCmAm-5' (XXII)
-
3'-GGCCmCmAmCmAmCmAm-5' (XXIII)
-
3'-UmGmAAAGCUmCm (XXIV)
-
Sodann wurde die Verbindung (IVd&sub4;) als Ausgangsmaterial
verwendet. Die Verbindung (IVd&sub4;) wurde nacheinander mit den
folgenden Verbindungen in der angegebenen Reihenfolge
kondensiert: IId&sub3;, IIId&sub3;, IIId&sub3;, Ib&sub3;, Ib&sub3;, Ib&sub3;, IIb&sub3;, Ib&sub3;, IIb&sub3;,
Ib&sub3; und IIb&sub3;, und zwar unter den in Tabelle 6 und in Beispiel
15 angegebenen Reaktionsbedingungen, wobei ein gemischtes
Oligomer (XX) hergestellt wurde:
-
3'TAGGCmCmCmAmCmAmCmAm5' (XX)
-
Auf ähnliche Weise wurde ein gemischtes Oligomer (XXI)
erhalten:
-
3 TAGGCCmCmmmCmmmCmAm5' (XXI)
-
Die auf diese Weise erhaltenen gemischten Oligomere waren
jeweils komplementär zu WS-S(+)RNA (XV). Die Verbindungen (XVII
bis XIX) sind gemischte Oligomere, worin nur der 3'-terminale
Abschnitt mit der O-Methyl-RNA substituiert ist. Die
Verbindungen (XX bis XXIII) sind gemischte Oligomere, worin nur der
5'-terminale Abschnitt mit der O-Methyl-RNA substituiert ist.
Die Verbindung (XXIV) ist ein gemischtes Oligomer, worin
beide terminale Abschnitte einzeln durch O-Methyl-RNA
ersetzt sind, und zwar wie im Fall der bereits genannten
Verbindungen (V bis VIII, XI und XII).
-
Die gemischten Oligomere (XVII bis XXIII) wurden für eine
Spaltung der Phosphodiesterbindung in der Stammregion
zwischen dem 19. und dem 24. Segment (gezählt vom 5'-Terminus)
in der WS-S(+)RNA entworfen. Das gemischte Oligomer (XXIV)
wurde für eine Spaltung der Phosphordiesterbindung in der
Schleifenregion zwischen dem 36. und dem 46. Segment
entworfen.
-
Tabelle 4 erläutert die Beziehung der komplementären
Anordnung zwischen den gemischten Oligomeren (XVII bis XXIV) und
der WS-S(+)RNA (XV) und zeigt auch die Sekundärstruktur der
WS-S(+) RNA.
-
Mit Bezug auf die Derivate der Verbindungen (I bis IV), die
für die Herstellung der gemischten Oligomere eingesetzt
wurden, ist es möglich, als Rest X eine herkömmliche
Schutzgruppe, wie Trityl, anstelle von Dimethoxytrityl (-DMTr) oder
Monomethoxytrityl (-MMTr) zu verwenden.
-
Im Verfahren A kann der o-Chlorphenylrest als
Phosphatschutzgruppe durch eine übliche Schutzgruppe ersetzt werden, die
normalerweise bei der Synthese von DNA und RNA verwendet
wird, z. B. p-Chlorphenyl, Cyanoethyl, Trichlorethyl oder
dergl. Bei Verfahren B ist es möglich, die als Schutzgruppen
in den Formeln gezeigten Diisopropylaminoreste R&sub2; und R&sub3;
durch andere Schutzgruppen, wie Dimethylamino, Morpholino
oder dergl., zu ersetzen. Ferner kann Verfahren B in einer
solchen Weise modifiziert werden, daß ein H-Phosphonat
anstelle von R&sub2; und R&sub3; verwendet wird, die Acylierung mit Hilfe
von Pivaloylchlorid durchgeführt wird und die Aktivierung
unter Verwendung von Tetrazol durchgeführt wird. Es ist auch
möglich, die Reste R&sub1;, R&sub2; und R&sub3; durch
Methylphosphon-Imidazolid ("methyl phosphonic imidazolide") zu ersetzen, so daß
ein Oligomer hergestellt wird, worin der 5'-Hydroxyrest über
eine Methylphosphonatgruppe mit dem 3'-Hydroxyrest verknüpft
ist.
-
Der Methoxyrest als Gruppe Z kann durch Hydroxy, Alkoxy (das
einen substituierten Hydroxyrest mit einem Substituenten, der
durch eine chemische Behandlung, die üblicherweise im Gebiet
der Nucleinsäurechemie durchgeführt wird, nicht entfernt
werden kann, z. B. Ethyl, Propyl, Butyl oder dergl., darstellt)
oder -OQ, worin Q eine Schutzgruppe, wie
tert.-Butyl-dimethylsilyl oder Tetrahydropyranyl darstellt, die üblicherweise
bei der RNA-Synthese eingesetzt werden, ersetzt werden.
-
Die Spaltungsreaktion der niedermolekularen RNA (X, XIII,
XIV) und die Analyse der Spaltungsstelle wurden auf die
nachstehend beschriebene Weise durchgeführt.
-
Die 5'-Hydroxygruppe des RNA-Moleküls (X, XIII, XIV) wurde
mit Hilfe von T4-Polynucleotidkinase und [gamma-³²P]ATP
markiert. Anschließend wurde die RNA mit dem komplementären DNA-
Oligomer (IX) oder dem komplementären gemischten Oligomer (V
bis VIII, XI, XII) gemischt und einer Spaltungsreaktion unter
Verwendung von RNaseH unterworfen. Die Reaktionslösung wurde
durch Homochromatographie analysiert, um die
Spaltungsposition und den Grad der Spaltung, d. h. die Spaltungsrate, zu
bestimmen.
-
In der Reaktionsstufe wurde das mit ³²P-markierte
RNA-Oligomer (X, XIII, XIV) (30 000 bis 40 000 cpm) mit dem
nicht-markierten RNA-Oligomer (X, XIII, XIV) (1 bis 5 mikromolar) und
mit dem DNA-Oligomer (IX) (10 mikromolar), das komplementär
zur Verbindung (X) oder komplementär zum gemischten Oligomer
(V bis VIII, XI, XII) war (10 bis 25 mikromolar), in
Gegenwart von 40 millimolar Tris-HCl (pH-Wert: 7,7), 4 millimolar
MgCl&sub2;, 1 millimolar DTT, 4% Glycerin und 0,003%
Rinderserumalbumin gemischt. Anschließend wurde eine aus E. coli
HB101 abgeleitete RNase H (5 bis 10 Einheiten) (Takara Shuzo
Co., Ltd.) zugegeben, und die Reaktion wurde 2 bis 48 Stunden
bei 20 oder 30ºC durchgeführt. Die Spaltungsposition wurde
gemäß einem Verfahren bestimmt, bei dem das markierte
RNA-Molekül (X, XIII, XIV) teilweise mit
Schlangengift-Phosphodiesterase verdaut wurde, und das erhaltene Produkt wurde durch
Homochromatographie analysiert.
-
Die Spaltungsposition und die Spaltungsrate sind nachstehend
angegeben:
-
Doppelstrang (1)
Doppelstrang (2)
Doppelstrang (3)
Doppelstrang (4)
Doppelstrang (5)
Doppelstrang (6)
Doppelstrang (7)
(Die Linie "> -" stellt einen 2'-O-Methyl-nucleotidstrang
dar, und die Pfeile markieren die Spaltungsposition in einer
solchen Weise, daß die Größe abhängig von der qualitativ
bestimmten Spaltungsrate variiert.)
-
Bei der Homochromatographie wurden die gebildeten Flecken
ausgeschnitten, und die Radioaktivität davon wurde in einem
Flüssigscintillationszähler (Packard TRI-CARB 640C) gemäß der
Tscherenkow-Methode bestimmt.
-
Aus den vorstehend genannten Versuchen, die die Spaltung des
RNA-Moleküls (X) betrafen, wurden die nachstehenden
Ergebnisse erhalten. Im Fall des Doppelstrangs (1) mit dem
komplementären DNA-Oligomer (IX) wurden die Verknüpfungen an den
rechten Seiten des 5., 6. und 7. Segments (gezählt vom 5'-
Terminus) gespalten, so daß keine Positionsbevorzugung bei
dieser Reaktion festgestellt wurde. Im Fall der Doppelstränge
(3) und (4), in denen das komplementäre gemischte Oligomer
(V, VII), das das aus 4 oder 5 Basen bestehende DNA-Oligomer
enthielt, vorhanden war, war es möglich, bevorzugt die
Verknüpfung an der rechten Seite des 6. Segments (gezählt vom
5'-Terminus) zu spalten. Wenn das komplementäre gemischte
Oligomer (VIII) eingesetzt wurde, dann wurde die Verknüpfung
an der rechten Seite des 8. Segments (gezählt vom
5'-Terminus) vorzugsweise gespalten. Im Fall der Doppelstränge (6)
und (7), in denen das andere RNA-Molekül (XIII, XIV) mit
einer verschiedenen Basensequenz zusammen mit dem
komplementären gemischten Oligomer (XI, XII) vorhanden war, wurde
beobachtet, daß die Verknüpfung an der rechten Seite des 6.
-
Segments (gezählt vom 5'-Terminus) vorzugsweise gespalten
wurde, wie im Fall des Doppelstrangs (3).
-
Wie vorstehend erklärt wurde, ist es im Fall einer
niedermolekularen RNA (9-Mer) erforderlich, ein gemischtes Oligomer
mit 3 bis 6 Basen und vorzugsweise mit 4 bis 5 Basen Länge
des DNA-Oligomers zu verwenden. Wenn das gemischte Oligomer
mit 4 oder 5 im angrenzenden Abschnitt des DNA-Oligomers in
seinem zentralen Teil zur Spaltung der RNA eingesetzt wurde,
dann konnte die Spaltungsstelle der RNA durch RNaseH
vorausgesagt werden, da die Spaltung am 3'-Ende des
Tetraribonucleotids oder an der vorletzten Position des
Pentaribonucleotids der RNA-DNA-Hybridregionen auftrat. Um den
Wirkungsgrad der bevorzugten Spaltung zu erhöhen, können die
Reaktionsbedingungen unter Einschluß der Reaktionstemperatur
und der Menge des eingesetzten Enzyms auf eine Weise, die
üblicherweise auf dem Gebiet der Biochemie angewandt wird,
variiert werden.
-
Um zu untersuchen, ob das vorstehend erwähnte
RNA-Spaltungsverfahren auch auf eine funktionelle RNA mit einer Struktur
höherer Ordnung, wie einer Struktur 2. oder 3. Ordnung,
angewandt werden kann, wurde ein Versuch durchgeführt, bei dem
eine RNA-Spaltungsreaktion der hochmolekularen RNA WS-S(+)
(XV) zusammen mit einem Bestätigungsschritt für die
Spaltungsposition durchgeführt wurde. Wie im Fall der
niedermolekularen RNA (X) sollte die hochmolekulare RNA mit
radioaktivem Phosphor markiert werden. Da die WS-S(+)RNA (XV) durch
eine in vitro-Transkription hergestellt wird, weist sie eine
Triphosphatkomponente am 5'-Terminus auf. Daher wurde der 3'-
Terminus gemäß einem bekannten Verfahren (Nature, Bd. 275
(1978), S. 560) mit ³²PCp mit Hilfe einer RNA-Ligase
markiert. Das markierte Produkt wurde einer Elektrophorese unter
Verwendung eines 8%igen Polyacrylamidgels mit einem Gehalt
am 7 m Harnstoff unterworfen und mittels Autoradiographie
analysiert. Das Produkt war ein Gemisch eines 90-Mers und
eines 91-Mers. Es ist nicht klar, warum das Produkt als
Gemisch erhalten wurde. Das Gemisch wurde durch die gleiche
Gelelektrophorese getrennt und aus dem Gel auf herkömmliche
Weise extrahiert, so daß die WS-S(+)RNA mit einem markierten
3'-Terminus erhalten wurde. Die markierte RNA wurde in Wasser
in einer Konzentration von 0,02 pMol/ul gelöst und für den
folgenden Versuch verwendet.
-
Die WS-S(+)RNA mit dem markierten 3'-Terminus (3,3 nanomolar)
wurde mit 40 millimolar Tris-HCl (pH-Wert: 7,7), 4 millimolar
MgCl&sub2;, 0,003% BSA, 1 millimolar DTT, 4% Glycerin, dem
gemischten Oligomer (83 bis 8,3 ul) und RNaseH (0,17 bis 0,83
Einheiten/ul) gemischt, und eine Reaktion wurde für mehrere
Stunden durchgeführt, wobei das Gemisch vor der Zugabe von
RNaseH 2 Minuten auf 65ºC erwärmt wurde, um eine Anellierung
zu bewirken. Die Reaktion wurde bei 30ºC durchgeführt, und
anschließend wurde das Reaktionsgemisch mit einem
Auftragungssol ("loading sol") gemischt (das 10 m Harnstoff, 0,02%
Xylolcyanol und 0,02% Bromphenol-Blau enthielt), um die
Reaktion abzubrechen. Das Produkt wurde einer Elektrophorese
unter Verwendung eines 8%igen Polyacrylamidgels mit einem
Gehalt an 7 m Harnstoff unterworfen und anschließend durch
Autoradiographie analysiert, um die Spaltungsposition zu
bestimmen. Als Größenmarker wurden die Proben, die durch eine
alkalische Hydrolyse, einen RNaseT&sub1;-, einen RNaseU&sub2;-, oder
einen RNase PhyM-Verdau der WS-S(+)RNA mit dem markierten 3'-
Terminus hergestellt wurden, verwendet.
-
Das Ergebnis dieses Versuchs, soweit es die Spaltungsreaktion
betrifft, ist in Tabelle 5 angegeben, wobei die
Spaltungsposition durch einen Pfeil angezeigt ist.
-
Der Spaltungswirkungsgrad des gemischten Oligomers mit dem
DNA-Teil an der 5'-Seite war höher als der des gemischten
Oligomers mit dem DNA-Teil an der 3'-Seite. Als Ursache dafür
wird in Betracht gezogen, daß im erstgenannten Fall eine
komplementäre Anpassungsfähigkeit im Bereich, der die Stränge
beider Seiten der Stammstruktur A&sup7; bis U²&sup4; umfaßt, besteht,
während im letztgenannten Fall eine komplementäre
Anpassungsfähigkeit nur in den Strängen C¹&sup9; bis U²&sup4; im Stamm besteht,
und daß ein derartiger Unterschied hinsichtlich der
komplementären Anpassungsfähigkeit einen Einfluß auf die Bildung
eines stabilen komplementären Doppelstrangs ausübt, der für
die Spaltungsreaktion von Bedeutung ist. Mit den vorstehenden
Überlegungen läßt sich allerdings der Unterschied des
Spaltungsreaktionswirkungsgrads in Abhängigkeit davon, ob der
DNA-Teil am 5'-Terminus vorhanden ist, nicht erklären. Es ist
das Ergebnis von langem Nachdenken, daß die Sekundärstruktur
von DNA einen Einfluß auf die Spaltungsreaktion ausübt. Es
wurde z. B. beobachtet, daß die Spaltung rascher bei dem
gemischten Oligomer (XXIV) mit einem komplementären Abschnitt
in der Schleife im Vergleich mit anderen Oligomeren auftritt.
-
Im Fall der Verbindungen (XVII, XVIII, XIX) mit dem DNA-Teil
an der 5'-Seite weisen diese Verbindungen den gleichen
komplementären Bereich auf, sie unterscheiden sich
jedoch hinsichtlich der Länge des DNA-Teils und auch in
gewissem Maße hinsichtlich der Spaltungsposition. Bei allen
vorstehend genannten Versuchen trat die Spaltung im Fall der
Verbindung (XVIII) nur an den Positionen zwischen G²¹ und G²²
der WS-S(+)RNA auf. Im Fall der Verbindung (XIX), worin der
Abschnitt des DNA-Teils um eine Base kürzer ist als der
Abschnitt des DNA-Teils in der Verbindung (XVIII), trat die
Spaltung an der Position zwischen G²¹ und G²² von WS-S(+)RNA
und auch an der anderen Position, die der 5'-Seite (des
gemischten Oligomers) um eine Base näher war als die
erstgenannte Position zwischen G²¹ und G²², auf. Im Fall der
Verbindung (XVII), bei der der Abschnitt des DNA-Teils um eine
Base zur 3'-Seite länger ist, trat die Spaltung vorzugsweise
in der Position auf, die um eine Base näher war als die
Spaltungsposition unter Verwendung von Verbindung (XVIII). Daher
kann festgestellt werden, daß bei Verwendung eines gemischten
Oligomers, worin eine 2'-O-Methyl-RNA an der 3'-Seite und ein
DNA-Teil an der 5'-Seite vorhanden ist, die Spaltung
vorzugsweise in der Position auftritt, die einer Position zwischen
dem 4. und dem 5. Segment, gezählt von der 3'-Seite des DNA-
Teils, auftritt. Dieser Schluß basiert auf dem Ergebnis des
Versuchs, bei dem die gemischten Oligomere mit einer O-
Methyl-RNA nur an einer Seite verwendet wurden, die bei der
Spaltungsreaktion der niedermolekularen RNA (X, XIII, XIV)
nicht verwendet wurde. Das vorstehend genannte Ergebnis
stimmt mit dem überein, daß bei einem Versuch zur
Spaltungsreaktion der niedermolekularen RNA (X) erhalten wurde.
-
Wenn andererseits die gemischten Oligomere (XX, XXI), worin
die 2'-O-Methyl-RNA an der 5'-Seite und der DNA-Teil an der
3'-Seite vorhanden waren, verwendet wurden, dann wurden
folgende Ergebnisse erhalten. Im Fall der Verbindung (XXI) trat
die Spaltung in einer Position mit einem niedrigen
Spaltungswirkungsgrad unter dem Einfluß der Struktur zweiter Ordnung
von WS-S(+) (XV) auf. Im Fall des Oligomers (XXIV) mit der O-
Methyl-RNA an beiden Seiten trat die Spaltung in der
Position, die um eine Base näher zur 3'-Seite auf dem RNA-Molekül
war als die Spaltungsposition der niedermolekularen RNA (X,
XIII, XIV), auf. Die Spaltungsposition des RNA-Moleküls im
Fall des gemischten Oligomers (XXIV) unterschied sich also um
eine Base von der Spaltungsposition der niedermolekularen RNA
(X, XIII, XIV).
-
Die Spaltungsposition wurde gemäß einem Verfahren bestimmt,
bei dem der 5'-Terminus des abgespaltenen Fragments mit ³²P
markiert wird und anschließend ein Verdau mit Nuclease P&sub1;
durchgeführt wird, um die 5'-terminale Nucleotideinheit zu
erhalten, die anschließend durch Filterpapierelektrophorese
(vgl. Beispiel 23) analysiert wird. Im Fall der Verbindung
(XXI) wurde die Spaltungsposition auf der Grundlage der
Elektrophoresedaten der Fragmente des gespaltenen Oligomers
bestimmt, wie es in Fig. 10-2 gezeigt ist.
-
Wie aus den vorstehenden Angaben ersichtlich, kann die
vorstehend genannte Methode zur Entwicklung und Herstellung der
gemischten Oligomere im Fall von niedermolekularer RNA, die
geschnitten werden soll, angewandt werden, mit der Maßgabe,
daß die RNA nicht im Zustand einer Struktur zweiter Ordnung
vorliegt.
-
Ferner kann die vorstehend genannte Methode zur Entwicklung
und Herstellung der gemischten Oligomere selbst auf die
Spaltung hochmolekularer RNA angewandt werden, wobei die
folgenden Tatsachen in Betracht gezogen werden müssen. Es ist
nämlich erforderlich, ein gemischtes Oligomer unter
Berücksichtigung der gewünschten Spaltungsposition, die in der Schleife
oder im Stamm vorliegen kann, und auch unter Berücksichtigung
der Struktur zweiter Ordnung zu entwickeln. Außerdem ist es
erforderlich, zu bestimmen, ob ein gemischtes Oligomer mit
einer O-Methyl-RNA an der 3'-Seite oder ein anderes'
gemischtes Oligomer mit einer derartigen RNA an der 5'-Seite mehr
geeignet ist.
-
Die Anzahl der DNA-Oligomere, die im gemischten Oligomer
vorhanden sind, beträgt im allgemeinen zwischen 3 und 6 und
vorzugsweise zwischen 4 und 5.
-
Um die Positionsselektivität der Spaltungsreaktion zu
erhöhen, können die Reaktionsbedingungen, wie die
Reaktionstemperatur und die Menge des verwendeten Enzyms, auf eine im
Bereich der Biochemie übliche Weise variiert werden.
-
Erfindungsgemäß wird also ein neuartiges Verfahren zur
spezifischen Spaltung eines RNA-Moleküls mit einer breiten
Anwendbarkeit bereitgestellt.
-
Nachstehend wird die Erfindung ausführlicher anhand von
Beispielen erläutert.
Beispiel 1
Herstellung eines gemischten Oligonucleotids
5'CmAmGmGTAAGmUm3' (V), worin m eine
O-Methyl-nucleotideinheit darstellt und die anderen Symbole jeweils eine
Desoxynucleotideinheit darstellen
-
In einem Reaktionsgefäß mit einem Glasfilter wurden 50 mg
eines Polystyrolharzes mit einem Gehalt an 1% Vernetzungen
vorgelegt und mit 6 uMol
5'-O-Dimethoxytrityl-2'-O-methyluridin gemischt. Dieses Material wurde dreimal mit 2 ml eines
Dichlormethan/Methanol-Gemisches (Volumenverhältnis von 7 : 3)
gewaschen.
-
Sodann wurden 2 ml einer 2%igen Lösung von
Benzolsulfonsäure in einem Dichlormethan/Methanol-Gemisch
(Volumenverhältnis von 7 : 3) zugegeben, und das Reaktionsgemisch wurde 1
Minute geschüttelt. Nach der Reaktion wurde die
Reaktionslösung filtriert, und das Harz wurde mit 2 ml eines
Dichlormethan/Methanol-Gemisches (Volumenverhältnis von 7 : 3)
gewaschen. Eine weitere Reaktion wurde mit Hilfe von weiteren 2
ml 2%iger Benzolsulfonsäurelösung für 1 Minute
durchgeführt. Die Reaktionslösung wurde zweimal mit 2 ml des
vorstehend genannten Waschgemisches und anschließend dreimal mit 2
ml Pyridin gewaschen. Dann wurde das Reaktionsgemisch mit 0,3
ml Pyridin gemischt, und das Harz wurde durch Abdestillieren
des Pyridins unter verringertem Druck getrocknet.
-
Anschließend wurde zu dem Reaktionssystem eine Lösung von 5'-
Dimethoxytrityl-2'-O-methylguanin-3'-o-chlorphenyl-phosphorsäure (IIIb&sub1;) in Pyridin (20 mg/0,3 ml) gegeben, und das
Pyridin wurde unter verringertem Druck abdestilliert. Eine
Lösung von Mesitylen-sulfonyl-3-nitrotriazol in Pyridin (20
mg/0,3 ml) wurde zugegeben, und das Reaktionsgemisch wurde
auf eine Temperatur von 40ºC erwärmt und 20 Minuten
geschüttelt. Die Reaktionslösung wurde von dem Harz mittels
Filtration abgetrennt, und das Harz wurde zweimal mit 2 ml Pyridin
gewaschen.
-
Sodann wurden zu dem Reaktionssystem 1,8 ml einer 0,1 m
Dimethylaminopyridin-Lösung und 0,2 ml Essigsäureanhydrid
gegeben, und das Reaktionsgemisch wurde 3 Minuten geschüttelt, so
daß die nicht umgesetzte 5'-Hydroxygruppe mit einer
Acetylgruppe versehen wurde. Nach Abfiltrieren der Reaktionslösung
wurde das Harz dreimal mit 2 ml Pyridin gewaschen.
-
Durch Wiederholung der vorstehend beschriebenen Schritte
wurden die Nucleotideinheiten IId&sub1;, IId&sub1;, IVd&sub1;, IIId&sub1;, IIIb&sub1;,
IIb&sub1; und Ib&sub1; nacheinander mit der zuvor gebildeten Einheit in
dieser Reihenfolge gekuppelt, um den Strang zu verlängern.
Die Ausbeute jeder Kupplungsreaktion betrug 47 bis 105%. Die
Ausbeute wurde nach einem Verfahren bestimmt, bei dem das
durch die De-dimethoxytritylierung gebildete
Dimethoxytritanol mit einem Perchlorsäure/Ethanol-Gemisch unter Bildung
eines gefärbten Produkts behandelt und die Lichtabsorption
des gefärbten Produkts bei 500 nm gemessen wurde. Die
Gesamtausbeute betrug 25%.
-
Nach dem Abschluß der vorstehend beschriebenen Reaktionen
wurde das Harz mit Dioxan gewaschen und mit 0,5 ml einer 1 m
Lösung von 2-Pyridinylaldoximtetramethylquanidin in Dioxan,
0,4 ml Dioxan und 0,1 ml Wasser versetzt, und das
Reaktionsgemisch wurde bei 30ºC über Nacht geschüttelt. Die Lösung
wurde vom Harz durch Filtration abgetrennt. Das Harz wurde
dreimal mit 2 ml 50%iger wäßriger Pyridinlösung gewaschen.
Das Filtrat und die Waschlösung wurden vereinigt, und das
erhaltene Gemisch wurde eingeengt, um das Lösungsmittel zu
entfernen. Der Rückstand wurde in 1 ml Pyridin gelöst und in ein
verschlossenes Röhrchen gegeben. Nachdem 10 ml 28%iges
Ammoniakwasser zugegeben worden waren, wurde das Röhrchen dicht
verschlossen, und eine Reaktion wurde 5 Stunden bei 60ºC
durchgeführt.
-
Die Reaktionslösung wurde unter verringertem Druck zur
Trockene eingeengt und einer Säulenchromatographie unter
Verwendung einer Säule mit einem Durchmesser von 0,7 cm und
einer Länge von 12 cm und eines
Umkehrphasen-Siliciumdioxidgels ("Bondapack C 18", hergestellt von Waters Co., Ltd.;
Teilchengröße: 35 bis 100 um) unterworfen. Als mobile Phase
wurde eine 50 millimolar Essigsäure-Triethylamin-Pufferlösung
mit einem linearen Konzentrationsgradienten von 5 bis 35%
Acetonitril verwendet. Die quantitative Bestimmung wurde auf
der Grundlage der Lichtabsorption bei 254 nm durchgeführt.
Durch diesen Chromatographieschritt wurde ein gemischtes 5'-
Dimethoxytrityl-oligonucleotid abgetrennt. Nachdem das
Lösungsmittel unter verringertem Druck verdampft worden war,
wurde 1 ml einer 80%-igen wäßrigen Essigsäurelösung
zugegeben, die Reaktionslösung wurde 20 Minuten bei Raumtemperatur
gehalten. Die Reaktionslösung wurde unter verringertem Druck
eingeengt und anschließend zusammen mit Wasser verdampft, um
die Essigsäure zu entfernen.
-
Der Rückstand wurde in Wasser gelöst, mit Ethylacetat
gewaschen, und die wäßrige Phase wurde unter verringertem Druck
eingeengt und durch Hochleistungsflüssigkeitschromatographie
unter Verwendung von "Nucleosil C18" gereinigt. Als mobile
Phase wurde eine 0,1 m Essigsäure/Triethylamin-Pufferlösung
(pH-Wert: 7,0) mit einem linearen Konzentrationsgradienten
von 13 bis 21% bei einer Durchflußgeschwindigkeit von 1
ml/min verwendet. Der Hauptpeak (d. h. die Hauptfraktion) der
eluierten Flüssigkeit wurde aufgefangen, so daß 0,07 uMol
eines gemischten Oligonucleotids in einer Ausbeute von 1,17%
erhalten wurden.
-
Das auf diese Weise gebildete gemischte Oligonucleotid wurde
durch Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit einer
Anionenaustauschsäule "DEAE2SW" analysiert. Bei dieser
Analyse wurde ein einzelner Peak beobachtet, so daß bestätigt
wurde, daß das Produkt rein war.
-
Es wurde ein Schritt zur Bestätigung der Nucleotidsequenz des
gemischten Oligonucleotids gemäß der in Proc. Natl. Acad.
Sci. USA, Bd. 70 (1973), S. 1209-1213, beschriebenen Methode
durchgeführt, wobei 0,050 D-Einheiten des Oligonucleotids
verwendet wurden und der endständige 5'-Hydroxyrest mit Hilfe
eines Markierungselements, nämlich ³²P, phosphoryliert wurde.
Durch Autoradiographie wurde bestätigt, daß die vorstehend
genannte Basensequenz korrekt war.
-
Es wurden auch weitere gemischte Oligonucleotide (VI bis
VIII, XI, XII) in entsprechender Weise wie vorstehend
hergestellt.
Beispiel 2
Reaktionen zur Spaltung des Doppelstrangs (1)
-
Ein markiertes RNA-Oligomer (X, 20 000 cpm), ein
nicht-markiertes RNA-Oligomer (X, 1 mikromolar) und ein komplementäres
DNA-Oligomer (IX, 10 mikromolar), das gemäß dem Verfahren von
Ikehara et al. (Veröffentlichung 2) hergestellt worden war,
wurden getrennt mit 40 millimolar Tris-HCl (pH-Wert: 7,7), 4
millimolar MgCl&sub2;, 1 millimolar DTT, 4% Glycerin, 0,003% BSA
(Cooper Biochemical Inc., Worthington Biochemicals,
Nuclasefrei) und RNaseH (5 Einheiten) gemischt. Das erhaltene
Gemisch (insgesamt 20 ul) wurde einer Reaktion bei 20ºC
unterworfen. 4 ul der Probe wurden periodisch entnommen und
mittels Homochromatographie analysiert (Fig. 1).
-
Sodann wurde jeder Fleck abgetrennt, und die Radioaktivität
davon wurde mit einem Scintillationszähler gemessen. Die
Spaltungsrate wurde berechnet (Fig. 2). Fig. 3 zeigt einen
Graph, der die Beziehung zwischen der Spaltungsposition und
der Spaltungsrate zeigt.
-
Im Hinblick auf die auf diese Weise erhaltenen Ergebnisse
wurde geschlossen, daß die Spaltung des chemischen Strangs in
einer Mehrzahl von Positionen in einem unterschiedlichen
Ausmaß, wie es nachstehend durch die Pfeile gezeigt ist,
auftrat. Die Spaltung trat nämlich bei der Phosphodiesterbindung
zwischen dem 5. und dem 6. Segment, der Bindung zwischen dem
6. und dem 7. Segment und der Bindung zwischen dem 7. und 8.
Segment (gezählt vom 5'-Terminus) im RNA-Oligomer (X) auf.
-
Doppelstrang (1)
In der vorstehenden Formel zeigen die Pfeile die gespaltenen
Positionen, und die Größe der Pfeile zeigt qualitativ den
Grad der Spaltungsreaktion.
Beispiel 3
Reaktionen zur Spaltung der Doppelstränge (2) und (4)
-
Ein markiertes RNA-Oligomer (X, 40 000 cpm), ein
nicht-markiertes RNA-Oligomer (X, 5 mikromolar) und ein komplementäres
gemischtes Oligomer (VI oder VII, 25 mikromolar) wurden mit
der Pufferlösung wie in Beispiel 2 gemischt, und RNaseH (5
Einheiten) wurde zugegeben. Jedes der erhaltenen Gemische (10 ul)
wurde 48 Stunden einer Reaktion bei 20ºC (Fig. 4) oder 16
Stunden einer Reaktion bei 30ºC (Fig. 5) unterworfen. Die
Reaktionsprodukte wurden wie im Fall von Beispiel 2 analysiert.
-
Ergebnisse:
-
Doppelstrang (2)
Doppelstrang (4)
Doppelstrang (2)
Doppelstrang (4)
worin die Linie "-" den O-Methyl-Oligomer-Anteil
bezeichnet.
-
Wie vorstehend gezeigt wurde, war es möglich, bevorzugt die
chemische Bindung zwischen dem 6. und 7. Segment (gezählt vom
5'-Terminus) des RNA-Oligomers (X) zu spalten, wenn die
Reaktion unter Verwendung im gemischten Oligomer (VII) 16 Stunden
bei 30ºC durchgeführt wurde.
Beispiel 4
Reaktionen zur Spaltung des Doppelstrangs (3)
-
Ein markiertes RNA-Oligomer (X, 30 000 cpm), ein
nicht-markiertes RNA-Oligomer (X, 1 mikromolar) und ein komplementäres
gemischtes Oligomer (V, 10 mikromolar) wurden getrennt in der
gleichen Pufferlösung wie in Beispiel 2 gemischt, und RNaseH
(10 Einheiten) wurde zugegeben.
-
Jedes der auf diese Weise erhaltenen Gemische (20 ul) wurde
17 Stunden einer Reaktion bei 20ºC oder 30ºC unterworfen, und
anschließend wurde jedes Reaktionsprodukt wie im Fall von
Beispiel 2 analysiert (Fig. 6).
-
Ergebnisse:
-
Doppelstrang (3)
Wie vorstehend gezeigt wurde, war es möglich, bevorzugt die
chemische Bindung zwischen dem 6. und dem 7. Segment (gezählt
vom 5'-Terminus) im RNA-Oligomeren (X) unter Verwendung des
gemischten Oligomers (V) zu spalten.
Beispiel 5
Reaktionen zur Spaltung des Doppelstrangs (5)
-
Ein markiertes RNA-Oligomer (X, 30 000 cpm), ein
nicht-markiertes RNA-Oligomer (X, 1 mikromolar) und ein komplementäres
gemischtes Oligomer (VIII, 10 mikromolar) wurden getrennt mit
der gleichen Pufferlösung wie in Beispiel 2 gemischt, und
RNaseH (10 Einheiten) wurde zugegeben. Die Menge jedes
Ausgangsgemisches betrug 20 ul. Jedes Gemisch wurde 17 Stunden
einer Reaktion bei 20ºC oder bei 30ºC unterworfen, und
anschließend wurden die jeweiligen Produkte wie in Beispiel 2
analysiert (Fig. 7).
-
Ergebnisse:
-
Doppelstrang (5)
Wie vorstehend gezeigt wurde, war es möglich, bevorzugt die
chemische Bindung zwischen dem 8. und dem 9. Segment (gezählt
vom 5'-Terminus) im RNA-Oligomer (X) unter Verwendung des
gemischten Oligomers (VIII) zu spalten.
Beispiel 6
Reaktionen zur Spaltung des Doppelstrangs (6)
-
Ein markiertes RNA-Oligomer (XIII, 30 000 cpm), ein
nichtmarkiertes RNA-Oligomer (XIII, 1 mikromolar) und ein
komplementäres gemischtes Oligomer (XI, 10 mikromolar) wurden
getrennt mit der gleichen Pufferlösung wie in Beispiel 2
gemischt, und RNaseH (0, 2, 5 oder 10 Einheiten) wurde
zugegeben. Die Menge jedes Ausgangsgemisches betrug 20 ul. Die
Gemische wurden 1 Stunde einer Reaktion bei 30ºC unterworfen,
und die Reaktionsprodukte wurden wie im Fall von Beispiel 2
analysiert (Fig. 8).
-
Ergebnis:
-
Doppelstrang (6)
Wie vorstehend gezeigt wurde, war es möglich, bevorzugt die
chemische Bindung zwischen dem 6. und dem 7. Segment (gezählt
vom 5'-Terminus) im RNA-Oligomer (XIII) zu spalten.
Beispiel 7
Reaktionen zur Spaltung des Doppelstrangs (7)
-
Eine markierte RNA (XIV, 30 000 cpm), eine nicht-markierte
RNA (XIV, 1 mikromolar) und ein komplementäres gemischtes
Oligomer (XII, 10 mikromolar) wurden getrennt mit der
gleichen Pufferlösung wie in Beispiel 2 gemischt, und RNaseH (5
Einheiten) wurde zugegeben. Die Menge jedes Ausgangsgemisches
betrug 20 ul. Diese Ausgangsgemische wurden 30 Minuten oder
12 Stunden einer Reaktion bei 20ºC oder 30 Minuten oder 12
Stunden einer Reaktion bei 30ºC unterworfen. Die auf diese
Weise erhaltenen Reaktionsprodukte wurden wie im Fall von
Beispiel 2 analysiert (Fig. 9).
-
Ergebnisse:
-
Doppelstrang (7)
Wie vorstehend gezeigt wurde, war es möglich, bevorzugt die
chemische Bindung zwischen dem 6. und dem 7. Segment (gezählt
vom 5'-Terminus) im RNA-Oligomer (XIV) zu spalten.
Beispiel 8
Verfahren zur Markierung der 5'-Hydroxygruppe der
RM1-Oligomere (X, XIII und XIV) mit Phosphat mit einem Gehalt an ³²P
-
20 pMol an RNA-Oligomer (X) [hergestellt gemäß dem Verfahren
von Iwai et al.; Veröffentlichung 3) und 30 uCi
[gamma-³²P]ATP (3000 Ci/mMol, NEN), 50 millimolar Tris-HCl (pH-Wert:
8,0), 10 millimolar MgCl&sub2;, 1 millimolar EDTA, 6 millimolar
DTT und 0,1 mg/ml Gelatine wurden miteinander unter Bildung
von 25 ul eines Gemisches gemischt. Das Gemisch wurde mit T4-
Polynucleotidkinase (1 Einheit; hergestellt von Takara
Brewery Co., Ltd.) gemischt und 1 Stunde einer Reaktion bei
37ºC unterworfen, um die Phosphorylierung der 5'-terminalen
Gruppe zu bewirken.
-
Nach dieser Reaktion wurde das Reaktionsgemisch mit einem
Phenol/Chloroform-Gemisch extrahiert. Anschließend wurde eine
chromatographische Trennung unter Verwendung einer Sephadex-
G-75-Säule (Gesamtvolumen von 10 ml) durchgeführt. Als mobile
Phase wurde eine Pufferlösung von 10 millimolar
Triethylamin/Bicarbonat (pH-Wert: 7,0) verwendet. Die anfänglichen
radioaktiven Fraktionen wurden gesammelt und als markierte
RNA-Oligomere verwendet.
-
Wie für die RNA-Oligomere (XIII, XIV) wurde ein
entsprechender Schritt durchgeführt, um markierte RNA-Oligomerproben
herzustellen.
Beispiel 9
Homochromatographie
-
Eine geeignete Menge (in der Größenordnung von 10&sup4; cpm) einer
Enzymreaktionslösung wurde auf "Polygram Cel 300 DEAE/HR-
2/15" (Mecherey-Nagel Company) aufgetragen und mit "Homomix-
VI" bei 60ºC entwickelt. Anschließend wurde die Exposition
eines Röntgenfilms ("Kodak-X-Phomat-RP-Film", bezogen von
Eastman Kodak Company) gegenüber dieser Probe über Nacht bei
-80ºC durchgeführt.
-
Bei dem hier verwendeten Homomix handelte es sich um einen
Homomix, der gemäß dem in dem Artikel von E. Jay et al.
(Nucleic Acids Res., Bd. 1 (1974), S. 331) hergestellt worden
war.
Beispiel 10
Teilweiser Verdau durch Schlangengift-Phosphodiesterase
(Herstellung von VDP-Verdauprodukten)
-
Ein an seinem 5'-Terminus markiertes RNA-Oligomer (X, XIII,
XIX; 5 bis 7·10&sup4; cpm) wurde mit 0,2 bis 0,3 OD einer
Träger-RNA (Tolura-Hefe-RNA Typ VI, bezogen von SIGMA Company),
0,25 m Tris-HCl (pH-Wert: 8,0), 50 millimolar MgCl&sub2; und 0,2
bis 0,3 ug VDPase (Boehringer Company) unter Bildung von 10
ml eines Gemisches gemischt. Dieses Gemisch wurde bei 37ºC
einer Reaktion unterworfen. Während der Reaktion wurde eine
Probe (2 ul) des Reaktionsgemisches 2 Minuten nach dem Beginn
der Reaktion entnommen. Die Probe wurde zu 5 ul 5 millimolar
EDTA in einem Eppen-Röhrchen gegeben und 2 Minuten auf 100ºC
erwärmt, um die Reaktion der Probe zu beenden. Eine derartige
Probenentnahme wurde auch 5, 10, 20 und 30 Minuten nach dem
Beginn der Reaktion durchgeführt. Diese Reaktionsgemische
wurden gemischt und als Marker bei der Homochromatographie
verwendet. (Sie sind als "VPD-Verdauprodukte" in Fig. 1, 4,
5, 6, 7, 8 und 9 gezeigt.)
Beispiel 11
Herstellung der 2'-O-Methyl-nucleosid-3'-phosphoramidite
(Ib&sub2;, IIb&sub2;, IIIb&sub2;, IVb&sub2;)
-
344 mg (0,5 mMol) N&sup6;-Benzoyl-5'-O-dimethoxytrityl-2'-O-
methyladenosin (Verbindung IIa) wurden in 2 ml wasserfreiem
THF gelöst, und die erhaltene Lösung wurde mit 362 ul (2
mMol) Diisopropylethylamin (DIPEA) unter Rühren unter einer
Argonatmosphäre bei Raumtemperatur gemischt. Anschließend
wurden 300 ul (1,5 mMol)
N,N-Diisopropylaminomethoxychlorphosphin innerhalb von 1 Minute zugegeben. Nach 5 Minuten
bildete sich DIPEA-Hydrochlorid als weißer Niederschlag. Es
wurde bei Raumtemperatur gerührt und nach 45 Minuten wurde
das Reaktionsgemisch durch Chromatographie unter Verwendung
von Silikagel 60 TLC (mobile Phase: n-Hexan/Aceton (1 : 1) mit
einem Gehalt an 5% Triethylamin) analysiert, um
festzustellen, ob der Fleck des Ausgangsmaterials (Rf = 0,52)
verschwunden war und der Fleck des Produkts (IIb&sub2;) (Rf = 0,76)
aufgetreten war. Nach der Bestätigung des letztgenannten
Flecks wurden 20 ml Ethylacetat unter Eiskühlung zum
Reaktionsgemisch gegeben. Anschließend wurde das Reaktionsgemisch
zweimal mit 15 ml einer eisgekühlten gesättigten wäßrigen
Natriumbicarbonatlösung und anschließend einmal mit 15 ml einer
eisgekühlten gesättigten wäßrigen Natriumchloridlösung
gewaschen. Die organische Phase wurde über wasserfreiem
Natriumsulfatgetrocknet. Nachdem das Natriumsulfat durch Filtration
abgetrennt worden war, wurde das Filtrat zur Trockene
eingeengt. Der auf diese Weise erhaltene ölige Rückstand wurde
unter verringertem Druck getrocknet, in 2 ml Dichlormethan
gelöst und tropfenweise unter Rühren zu 200 ml n-Hexan, das
auf eine Temperatur von -50ºC gekühlt worden war, gegeben,
wobei sich ein weißer Niederschlag bildete.
-
Der weiße Niederschlag wurde abfiltriert und unmittelbar
danach in einen Exsikkator gegeben, um ihn über Nacht bei
verringertem
Druck zu trocknen. 407 mg des Produkts (IIb&sub2;) wurde
in einer Ausbeute von 95% erhalten.
-
Auf entsprechende Weise wurden die folgenden Produkte mit
ähnlicher Ausbeute erhalten:
N²-Isobutyryl-5'-O-monomethoxytrityl-2'-O-methyl-guanosin-3'-phosphoramidit (IIIb&sub2;), N&sup4;-
Benzoyl-5'-O-dimethoxytrityl-2'-O-methyl-cytidin-3'-phosphoramidit (Ib&sub2;) und 5'-O-Dimethoxytrityl-2'-O-methyl-uridin-3'-
O-phosphoramidit (IVb&sub2;).
-
Die spektralen Daten dieser Produkte unter Einschluß der ³¹P-
NMR-Spektren, der FAB-Massenspektren und der
UV-Absorptionsspektren sind nachstehend angegeben.
-
³¹P-NMR-Spektren:
-
Lösungsmittel: CDCl&sub3;; externer Standard:
Trimethylphosphat (ppm)
Ib&sub2; 148,5470; 148,3509
-
IIb&sub2; 149,4520; 148,5998
-
IIIb&sub2; 149,5726; 148,9618
-
IVb&sub2; 148,8788; 148,3132
-
(Diese Daten zeigen aufgrund der Isomere zwei Signale.)
FAB-Massenspektrum:
-
M-H&spplus; (m/z)
-
Ib&sub2; 825
-
IIb&sub2; 849
-
IIIb&sub2; 801
-
IVb&sub2; 722
UV-Absorptionsspektren:
Lösungsmittel: Ethanol (nm)
-
Ib&sub2;: λmax. 305, 261, 236
-
λmin. 290, 249, 224
-
IIb&sub2; λmax. 280, 234
-
λmin. 257, 224
-
IIIb&sub2; λmax. 282, 254, 236
-
λmin. 273, 244, 227
-
IVb&sub2; λmax. 265, 225
-
λmin. 254, 226
Beispiel 12
Herstellung der 2'-O-Methyl-nucleosid-3'-β-cyanoethyl-N,N-
diisopropyl-aminophosphine (Ib&sub3;, IIb&sub3;, IIIb&sub3;, IVb&sub3;)
-
344 mg (0,5 mMol) N&sup6;-Benzoyl-5'-O-dimethoxytrityl-2'-O-
methyladenosin wurden in 2 ml THF (das in Gegenwart von
metallischem Natrium destilliert worden war) gelöst. Zu dem
erhaltenen Gemisch wurden 362 ul (2 mMol) Diisopropylethylamin
(DIPEA) gegeben. Anschließend wurden 1,5 mMol N,N-Diisopro-
Pylamino-β-cyanoethylchlorphosphin zugegeben. Nach 5 Minuten
bildete sich ein weißer Niederschlag von DIPEA-Hydrochlorid,
und das Rühren wurde weiter fortgesetzt. Nach 30 Minuten
wurde ein Anteil des Reaktionsgemisches durch Chromatographie
unter Verwendung von Silikagel 60 TLC (mobile Phase: n-
Hexan/Aceton (1 : 1) mit einem Gehalt 5% Triethylamin)
analysiert, um festzustellen, ob der Fleck der Ausgangsverbindung
(IIa) verschwunden war und der Fleck des Amidits (IIb&sub3;)
aufgetreten war. Danach wurden 20 ml Ethylacetat zum
Reaktionsgemisch unter Eiskühlung gegeben. Anschließend wurde das
Reaktionsgemisch zweimal mit 15 ml gesättigter wäßriger
Natriumbicarbonatlösung und mit 15 ml eisgekühlter gesättigter
wäßriger Natriumchloridlösung gewaschen. Die organische Phase
wurde über Natriumsulfat getrocknet.
-
Nachdem das Natriumsulfat durch Filtration entfernt worden
war, wurde das Filtrat zur Trockene eingeengt und der
erhaltene schaumige Rückstand in 2 ml Ethylacetat, das 0,2%
Trimethylamin enthielt, gelöst. Die auf diese Weise erhaltene
Lösung wurde einer chromatographischen Trennung unter
Verwendung einer Säule, die mit 2,5 g Siliciumdioxidgel 60 gefüllt
war, unterworfen. Die mobile Phase war Ethylacetat mit einem
Gehalt 0,2% Triethylamin. Fraktionen, die aus der reinen
Verbindung (IIb&sub3;) bestanden, wurden gesammelt und zur
Trockene eingeengt. 407 mg (0,485 mMol) der Verbindung (IIb&sub3;)
wurden in einer Ausbeute von 97% erhalten.
-
Auf entsprechende Weise wurden die folgenden Verbindungen in
fast den gleichen Ausbeuten erhalten: N²-Isobutyryl-5'-O-
monomethoxytrityl-2'-O-methylguanosin-3'-phosphoramidit
(Verbindung IIIb&sub3;), N&sup4;-Benzoyl-5'-O-dimethoxytrityl-2'-O-
methylcytidin-3'-phosphoramidit (Verbindung Ib&sub3;) und 5'-O-
Dimethoxytrityl-2'-O-methyluridin-3'-phosphoramidit
(Verbindung IVb&sub3;).
-
Die spektralen Daten dieser Verbindungen unter Einschluß der
³¹P-NMR-Spektren, der FAB-Massenspektren und der
UV-Absorptionsspektren sind nachstehend angegeben.
³¹P-NMR-Spektren:
Lösungsmittel: CDCl&sub3;; externer Standard:
Trimethylphosphat (8 ppm)
FAB-Massenspektrum:
-
M-H&spplus; (m/z)
-
Verbindung Ib&sub3; 864
-
Verbindung IIb&sub3; 888
-
Verbindung IIIb&sub3; 840
-
Verbindung IVb&sub3; 762
UV-Absorptionsspektren:
Lösungsmittel: Ethanol
Beispiel 13
Herstellung der 2'-O-Methylnucleosid-Polymerträger (Ic&sub2;,
IIc&sub2;, IIIc&sub2;, IVc&sub2;)
-
344 mg (0,5 mMol) N&sup6;-Benzoyl-5'-O-dimethoxytrityl-2'-O-
methyladenosin (IIa) und 92 mg (0,75 mMol)
4-N,N-Dimethylaminopyridin (DMAP) wurden in 2 ml wasserfreiem Pyridin gelöst.
Die erhaltene Lösung wurde mit 750 mg (0,75 mMol)
Bernsteinsäureanhydrid unter Rühren bei 30ºC gemischt. Das
Reaktionsgemisch wurde ferner über Nacht gerührt und anschließend zur
Trockene eingeengt. Der auf diese Weise erhaltene ölige
Rückstand wurde in 20 ml Chloroform gelöst, und die erhaltene
Lösung wurde dreimal mit 20 ml 0,1 m
Triethylammonium-Bicarbonat-Pufferlösung (TEAB-Pufferlösung) (pH-Wert: 7,5)
gewaschen.
Die Chloroformphase wurde über wasserfreiem
Natriumsulfat getrocknet und zur Trockene eingeengt. Der auf diese
Weise erhaltene Rückstand (ein Gemisch von (IIe) und DMAP)
wurde in 2,7 ml DMF gelöst, und die erhaltene Lösung wurde
mit 200 mg (0,75 mMol) Pentachlorphenol und 154 mg (0,75
mMol) Dicyclohexylcarbodiimid (DCC) gemischt und über Nacht
bei 30ºC gerührt.
-
Auf diese Weise gebildete unlösliche Stoffe wurden aus dem
Reaktionsgemisch durch Filtration entfernt, und das Filtrat
wurde zur Trockene eingeengt. Der erhaltene Rückstand wurde
in 3 ml Chloroform gelöst. Die auf diese Weise gebildete
Lösung wurde einer chromatographischen Trennung unter
Verwendung einer Säule, die mit Silikagel 60 (20 g; Säulengröße: 4
cm (Durchmesser)·2,5 cm (Länge)) gefüllt und mit Chloroform
äquilibriert worden war, unterworfen. Als mobile Phase wurde
Chloroform verwendet. Die eluierten Fraktionen, die aus der
Verbindung (IIf) (Rf=0,81, gemessen unter der Bedingung von
Chloroform:Methanol=20 : 1 bei der Siliciumdioxidgel 60-TLC)
bestanden, wurden gesammelt und zur Trockene eingeengt. Man
erhielt die Verbindung (IIf) in einer Ausbeute von etwa 90%.
-
Auf entsprechende Weise wurden die Verbindungen (If, IIIf,
IVf) mit fast den gleichen Ausbeuten erhalten.
Rf (bei der Siliciumdioxidgel 60-TLC) Verbindung Rf Mobile Phase Chloroform : Methanol
-
In einem Reaktionsgefäß, das mit einem Glasfilter
ausgestattet war, wurden 680 mg eines Glasträgers mit kontrollierten
Poren (CPG/Langkettenalkylamin, Porendurchmesser: 500 Å,
Teilchengröße: 122 bis 177 um, NH&sub2;-: 30 uMol/g, Pierce
Chemical Co.) vorgelegt, mit 1 ml DMF gewaschen und mit einer
Argonatmosphäre 1 Minute getrocknet.
-
Jeder der aktiven Ester (If, IIf, IIIf, IVf) (0,45 mMol)
wurde in 4,5 ml DMF gelöst, und 114 ul (0,82 mMol)
Triethylamin wurden zugegeben. Die erhaltene Lösung wurde zum
vorstehend genannten CPG gegeben, und das Gefäß wurde dicht
verschlossen und über Nacht bei 30ºC geschüttelt.
-
Anschließend wurde das Reaktionsgemisch unter einem Druck von
Argongas filtriert. Der Polymerträger wurde dreimal mit 5 ml
DMF und anschließend dreimal mit 5 ml THF gewaschen und 1
Minute durch einen Argongasstrom getrocknet.
-
Zu dem Polymerträger wurde ein flüssiges Gemisch, das aus 273
mg DMAP, 940 mg 2,6-Lutidin, 0,44 ml Essigsäureanhydrid und 4
ml THF bestand, gegeben. Das erhaltene Gemisch wurde 30
Minuten bei 30ºC geschüttelt, um die nicht-umgesetzten
Aminogruppen zu schützen. Die Reaktionslösung wurde filtriert, dreimal
mit 5 ml THF und dreimal mit 5 ml Diethylether gewaschen und
in einem Argonstrom und anschließend unter Vakuum getrocknet.
-
Ein kleiner Anteil jedes Nucleotidträgers, der auf diese
Weise erhalten wurde (Ic&sub2;, IIc&sub2;, IIIc&sub2;, IVc&sub2;), wurde mit 3%
Trichloressigsäure behandelt, um die Dimethoxytritylgruppen
(oder die Monomethoxytritylgruppen) zu entfernen, so daß
freies Tritanol gebildet wurde. Das Tritanol wurde einer
colorimetrischen quantitativen Analyse mit Hilfe einer
Perchlorsäure/Ethanol-Lösung unterworfen. In jedem Fall wurde
beobachtet, daß die Menge des gebundenen Nucleosids 29 bis 30
uMol/g betrug.
Beispiel 14
Herstellung eines gemischten Oligonucleotids der Formel:
5'CGGAUmCmUiLAmGmCmCmGmGmGmUm3' (XVIII)
(worin m eine O-Methyl-nucleotideinheit darstellt und die
anderen Symbole Desoxynucleotideinheiten darstellen) aus
einem Methoxyderivat
-
Eine Patrone wurde mit 8 mg eines Glases mit kontrollierten
Poren, an das 0,2 uMol 5'-Dimethoxytrityl-2'-O-methyl-uridin
(Verbindung IVc&sub2;) gebunden waren, gefüllt. Die Patrone wurde
in einen DNA-Syntheseautomaten Modell 380A (Applied
Biosystems Co.) eingesetzt, wobei ein Betrieb wiederholt in 14
Zyklen gemäß dem in Tabelle 6 gezeigten Verfahren durchgeführt
wurde, und zwar unter Einsatz der folgenden Phosphoramidite
in der angegebenen Reihenfolge: IIIb&sub2;, IIIb&sub2;, IIIb&sub2;, Ib&sub2;,
Ib&sub2;, IIIb&sub2;, IIb&sub2;, IVb&sub2;, Ib&sub2;, IVb&sub2;, IId&sub2;, IIId&sub2;, IIId&sub2; und
Id&sub2;, um ein geschütztes gemischtes Oligomer herzustellen.
-
Gemäß dem in Tabelle 3 gezeigten Verfahren wurde die
Ammoniaklösung, mit der der Polymerträger behandelt worden war,
in ein 3 ml fassendes Fläschchen gegossen und nach
Verschließen 12 Stunden auf 50ºC erwärmt, um die in der Base
enthaltene Acylgruppe zu entfernen. Nach Abkühlen wurde der
Ammoniak entfernt, zweimal mit 1 ml Ethylacetat gewaschen, und
die wäßrige Schicht wurde zur Trockene eingeengt.
-
Der auf diese Weise erhaltene Rückstand wurde in 200 ul 0,1 m
Essigsäure-Triethylamin-Pufferlösung mit einem Gehalt an 10%
Acetonitril (pH-Wert: 7,0; TEAA) gelöst und einer
Säulenchromatographie unter Verwendung einer Säule (Durchmesser: 1 cm,
Länge: 10 cm), die mit einem Umkehrphasen-Siliciumdioxidgel
(Prep PAK-500/C-18, Waters Company) gefüllt war, unterworfen.
Als mobile Phase wurde 0,1 m TEAA (pH-Wert: 7,0) mit einem
Konzentrationsgradienten im Bereich von 10 bis 35%
Acetonitril verwendet. Eine quantitative Analyse wurde durch
Bestimmung der Lichtabsorption bei 254 nm durchgeführt. 2,2
OD-Einheiten
gemischtes 5'-Dimethoxytrityl-Oligonucleotid wurden
isoliert.
-
Nachdem das Lösungsmittel aus dem Reaktionsgemisch durch
Destillation unter verringertem Druck entfernt worden war,
wurde das Reaktionsgemisch mit 1 ml einer 80%-igen
Essigsäurelösung behandelt und 10 Minuten bei Raumtemperatur
belassen. Das Lösungsmittel wurde unter verringertem Druck aus der
Reaktionslösung abdestilliert, und die Essigsäure-Komponente
wurde durch gemeinsames Verdampfen mit Wasser unter'
verringertem Druck entfernt.
-
Der erhaltene Rückstand wurde in Wasser gelöst und mit
Ethylacetat gewaschen. Die wäßrige Phase wurde zur Trockene
eingeengt. Dann wurde das Reaktionsgemisch mittels
Hochleistungsflüssigkeitschromatographie unter Verwendung einer
Säule der Bezeichnung "YMC pack ODS" (Yamamura Kagaku Co.,
Ltd.) gereinigt. Als mobile Phase wurde 0,1 m TEAA mit einem
linearen Konzentrationsgradienten von 5 bis 25% Acetonitril
(pH-Wert: 7,0) verwendet.
-
Der Hauptpeak wurde bei einer Durchflußgeschwindigkeit von
1,2 ml/min eluiert, so daß 0,91 OD-Einheiten (etwa 6 nMol;
Ausbeute: 3,0%) des gemischten Oligonucleotids (XVIII)
erhalten wurden.
-
Auf entsprechende Weise wurden jeweils die nachstehenden
Produkte isoliert.
-
5'CGGATCmUmAmGmCmCmGmGmGmUm3' (XVI I) (Ausbeute: 2 , 5%)
-
5'CGGAmUmCmUmAmGmCmCmGmGmGmUm3' (XIX) (Ausbeute: 3,0%)
-
5'AmCmAmCmAmCmCmCGGA3' (XXII) (Ausbeute: 6,8%)
-
5'AmCmAmCmAmCmCmCGG3' (XXIII) (Ausbeute: 8,6%)
-
5'CmUmCGAAAGmUm3' (XXIV) (Ausbeute: 3,2%)
Beispiel 15
Herstellung eines gemischten Oligonucleotids der Formel:
5'AmCmAmCmAmCmCmCmGGAT3' (XX)
(worin m eine O-Methyl-nucleotideinheit darstellt und die
anderen Symbole Desoxynucleotideinheiten darstellen) unter
Verwendung eines β-Cyanoethylderivats
-
Eine Patrone wurde mit einem Glas mit kontrollierten Poren
(Applied Biosystems Company) mit einem Gehalt an 0,2 uMol 5'-
Dimethoxytrityl-thymidin, das daran gebunden war, gefüllt.
Ein Betrieb wurde gemäß dem in Tabelle 2 gezeigten Verfahren
durchgeführt, und zwar unter Verwendung der folgenden
Phosphoramidite in der angegebenen Reihenfolge: IId&sub3;, IIId&sub3;,
IIId&sub3;, Ib&sub3;, Ib&sub3;, Ib&sub3;, IIb&sub3;, Ib&sub3;, IIb&sub3;, Ib&sub3; und IIb&sub3;. Die
Reaktion wurde wiederholt in 11 Zyklen durchgeführt, so daß ein
geschütztes gemischtes Oligomer synthetisiert wurde.
-
Sodann wurde das Oligomer vom Polymerträger (CPG) in Form
einer Ammoniaklösung gemäß dem in Tabelle 3 angegebenen
Verfahren abgetrennt. Ein 3 ml fassendes Fläschchen wurde mit
dem Oligomer gefüllt, dicht verschlossen und 9 Stunden auf
50ºC erwärmt, um die β-Cyanoethylgruppe und die Acylgruppe
der Base von dem Oligomer zu entfernen. Nach Abkühlen wurde
der Ammoniak entfernt, und das Reaktionsgemisch wurde zweimal
mit 1 ml Ethylacetat gewaschen. Die wäßrige Schicht wurde zur
Trockene eingeengt.
-
Der erhaltene Rückstand wurde in 200 ul 0,1 m
Essigsäure/Triethylamin-Pufferlösung mit einem Gehalt an 10% Acetonitril
(TEAA; pH-Wert: 7,0) gelöst. Die auf diese Weise erhaltene
Lösung wurde einer säulenchromatographischen Trennung unter
Verwendung einer Säule mit einem Durchmesser von 1 cm und
einer Länge von 10 cm, die mit einem
Umkehrphasen-Siliciumdioxidgel (Prep. PAK-500/C-18, Waters Company) gefüllt war,
unterworfen. Als mobile Phase wurde 0,1 m TEAA mit einem
linearen Konzentrationsgradienten im Bereich von 10 bis 35%
Acetonitril (pH-Wert: 7,0) verwendet. 9,5 OD-Einheiten
gemischtes 5'-Dimethoxytrityl-Oligomer wurden unter Messung der
Lichtabsorption bei 254 nm isoliert.
-
Nachdem das Lösungsmittel aus dem Gemisch durch Destillation
unter verringertem Druck entfernt worden war, wurde 1 ml
einer 80%-igen wäßrigen Essigsäurelösung zu dem Gemisch
gegeben, das anschließend 10 Minuten bei Raumtemperatur
gehalten wurde. Die Reaktionslösung wurde einer Destillation unter
verringertem Druck unterworfen, um das Lösungsmittel daraus
zu entfernen, und anschließend zusammen mit Wasser unter
verringertem Druck verdampft, um die Essigsäure zu entfernen.
Der Rückstand wurde in Wasser gelöst, mit Ethylacetat
gewaschen, unter verringertem Druck destilliert und durch
Hochleistungsflüssigkeitschromatographie unter Verwendung einer
"YMC-pack-Säule" (Yamamura Kagaku Co., Ltd.) gereinigt. Die
eingesetzte mobile Phase bestand aus 0,1 m TEAA mit einem
linearen Konzentrationsgradienten im Bereich von 5 bis 25%
Acetonitril (pH-Wert: 7,0). Die Durchflußgeschwindigkeit
betrug 1,2 ml/min. Der Hauptpeak, der eluiert worden war, wurde
aufgefangen, so daß man 1,9 OD-Einheiten (etwa 16 nMol;
Ausbeute: 8,1%) des gemischten Oligonucleotids (XX) erhielt.
-
Auf entsprechende Weise wurde das folgende gemischte Oligomer
erhalten:
-
5'AmCmAmCmAmCmCmCGGAT3' (XXI) (Ausbeute: 9,3%)
Beispiel 16
Herstellung der doppelsträngigen DNA (XVI)
-
DNA-Oligomere (1 bis 9, Stranglänge: 17 bis 47) wurden durch
einen DNA-Syntheseautomaten unter Verwendung geeigneter
handelsüblicher Verbindungen (Id&sub4; bis IVd&sub4; und Id&sub2; bis IVd&sub2;)
(ABI Company) synthetisiert und auf herkömmliche Weise
gereinigt.
-
1 nMol jedes DNA-Oligomers wurde mit 4 ul 0,5 m Tris-HCl (pH-
Wert: 7,5), 4 ul 0,1 m MgCl&sub2;, 10 ul 0,2 mMol ATP, 4 ul 0,1 m
DTT und 14 ul H&sub2;O gemischt. Die erhaltene Lösung wurde
anschließend mit 2 ul (5 Einheiten) T4-Polynucleotidkinase
(Takara Shuzo Co., Ltd.) gemischt und 40 Minuten einer
Reaktion bei 37ºC unterworfen. Anschließend wurde zu dem
Reaktionsgemisch die gleiche Menge an Kinase gegeben, und das
Gemisch wurde erneut 40 Minuten umgesetzt.
-
Ein Anteil des Reaktionsgemisches wurde mit einer
5'-phosphorylierten Verbindung (1, 2, 5, 6) unter Bildung einer "Lösung
A" gemischt, und ein anderer Anteil wurde mit einer
Verbindung (3, 4, 7, 8, 9) unter Bildung einer "Lösung B" gemischt.
Diese Lösungen wurden in einem Wasserbad bei 80ºC angeordnet
und anschließend langsam in einer Zeitspanne von 3 Stunden
auf 20ºC gekühlt. Zu Lösung A wurden 40 ul 2 millimolar ATP,
40 ul 0,1 m DTT und 1 ul (175 Einheiten) T4-DNA-Ligase
(Takara Shuzo Co., Ltd.) gegeben, und das erhaltene Gemisch
(100 ul) wurde 20 Minuten einer Reaktion bei 15ºC
unterworfen. Die Lösung B wurde mit 25 ul 2 millimolar ATP, 25 ul 0,1
in DTT und 0,5 ml (87 Einheiten) Ligase gemischt und einer
Reaktion wie im Fall von Lösung A unterworfen.
-
Anschließend wurden diese Reaktionslösungen jeweils mit
Phenol behandelt und einer chromatographischen Trennung unter
Verwendung einer Gelfiltrationssäule (Superose® 6H10/30)
unterworfen. Die mobile Phase bestand aus 0,05 m Tris-HCl und 1
millimolar EDTA (pH-Wert: 8,0). Die folgenden Produkte wurden
erhalten: der Doppelstrang A: 590 pMol (1,07 OD); und der
Doppelstrang B:; 311 pMol (0,62 OD).
-
347 pMol des Strangs A wurde mit 311 pMol des Strangs B
gemischt, und das erhaltene Gemisch wurde mit 140 ul der
Reaktionslösung (50 millimolar Tris-HCl, pH-Wert: 7,5, 10
millimolar MgCl&sub2;, 0,2 millimolar ATP und 10 millimolar DTT)
gemischt und 1 Stunde bei 37ºC gehalten, bei Raumtemperatur
anelliert, mit 0,5 ul (87 Einheiten) T4-DNA-Ligase gemischt
und 1,5 Stunden einer Reaktion bei 15ºC unterworfen. Das
Reaktionsgemisch wurde einer Phenol/Chloroform-Behandlung und
einer Ethanol-Fällungsbehandlung unterworfen und anschließend
unter verringertem Druck zur Trockene eingeengt.
-
Der erhaltene Rückstand wurde mit 95 ul einer Lösung mit
einem Gehalt an 6 millimolar Tris-HCl (pH-Wert: 7,5) 6
millimolar MgCl&sub2;, 125 millimolar NaCl und 7 millimolar DTT
gemischt. Die Reaktionslösung wurde mit 5 ul (20 Einheiten)
SphI gemischt und 30 Minuten einer Reaktion bei 37ºC und 2
Tage einer Reaktion bei Raumtemperatur unterworfen. Das
Reaktionsgemisch wurde einer Phenol/Chloroform-Behandlung und
Ethanol-Fällungsbehandlung und anschließend einer
chromatographischen Trennung unter Verwendung einer
Gelfiltrationssäule (Superose® 6H10/30) unterworfen. Nach einer Ethanol-
Fällungsbehandlung erhielt man 68 pMol (7,6 ug) der
doppelsträngigen DNA (XVI).
Beispiel 17
Herstellung eines Vektors für die Transkription (M13-M-1)
-
2 ul M13mp19 (0,1 ug/ul, Takara Shuzo Co., Ltd.) wurden zu 20
ul einer Lösung mit einem Gehalt an 6 millimolar Tris-HCl
(pH-Wert: 7,5), 6 millimolar MgCl&sub2;, 125 millimolar NaCl und 7
millimolar DTT gegeben. Das erhaltene Gemisch wurde mit SphI
(2 Einheiten; Takara Shuzo Co., Ltd.) gemischt und 30 Minuten
einer Reaktion bei 37ºC unterworfen. Nachdem eine
Phenol/Chloroform-Behandlung und eine Ethanol-Fällungsbehandlung
auf herkömmliche Weise durchgeführt worden waren, wurde das
Reaktionsgemisch mit 20 ul einer Lösung mit einem Gehalt an
10 millimolar Tris-HCl (pH-Wert: 8,0), 10 millimolar MgCl&sub2;,
20 millimolar KCl und 7 millimolar DTT und anschließend mit
SmaI (5 Einheiten; Takara Shuzo Co., Ltd.) gemischt. Die
Reaktion wurde 30 Minuten bei 30ºC durchgeführt.
-
Nachdem eine Phenol/Chloroform-Behandlung und eine Ethanol-
Fällungsbehandlung auf herkömmliche Weise durchgeführt worden
waren, wurde das Reaktionsgemisch unter verringertem Druck
zur Trockene eingeengt. Der erhaltene Rückstand wurde zu
einer Lösung mit einem Gehalt an 50 millimolar Tris-HCl (pH-
Wert: 7,5), 10 millimolar MgCl&sub2;, 0,2 millimolar ATP und 10
millimolar DTT gegeben. 0,04 ug der doppelsträngigen DNA, die
in Beispiel 16 beschrieben wird, und 2 Einheiten
T4-DNA-Ligase wurden zu dem Reaktionsgemisch gegeben. Die Reaktion
wurde 3 Stunden bei 16ºC durchgeführt. Die Reaktion wurde
ferner über Nacht bei 4ºC durchgeführt. Das erhaltene Produkt
(Lösung) wurde in der nachfolgenden Transformationsstufe in
einer Menge von 1, 2 oder 4 ul verwendet.
-
Gemäß einem bekannten Verfahren, das in Methods in
Enzymology, Bd. 101 (1983), S. 20-78, beschrieben ist, wurde eine
Transformation kompetenter Zellen von E. coli JM 103 und ein
Absuchen auf weiße Plaques durchgeführt. Aus jedem von etwa
10 weißen Plaques wurde ein Phage entnommen. Der Phage wurde
zu 1,5 ml einer Suspension mit einem Gehalt an E. coli JM 103
gegeben, wobei die Suspension durch Inkubieren des
Mikroorganismus bei 37ºC über Nacht und Verdünnung mit einem Faktor
von 100 hergestellt worden war. Anschließend wurde der
Mikroorganismus 6 Stunden bei 37ºC gezüchtet. Dann wurde 5 Minuten
bei einer Geschwindigkeit von 12 000 U/min zentrifugiert, so
daß eine klare Überstandsschicht gebildet wurde. Es wurde
eine herkömmliche Behandlung durchgeführt, um eine
einzelsträngige DNA zu erhalten. Ein synthetischer Strangabschnitt,
der inseriert worden war, wurde gemäß der Didesoxymethode
sequenziert, so daß man den gewünschten Klon erhielt.
-
100 ul der vorstehend genannten überstehenden Phagenlösung
wurden zu 1 l einer JM 103-Suspension (0,3 OD/570 nm)
gegeben. Eine Inkubation wurde 7 Stunden bei 37ºC auf
herkömmliche Weise durchgeführt, so daß man 445 ug des gewünschten
Vektors M13AJ-1 erhielt.
Beispiel 18
Herstellung von WS-S(+)RNA
-
50 ug M13-AJ-1 wurden zu 100 ul einer Lösung mit einem Gehalt
an 70 Einheiten SmaI (70 Einheiten), 10 millimolar Tris-HCl
(pH-Wert: 8,0), 10 millimolar MgCl&sub2;, 20 millimolar KCl und 7
millimolar DTT gegeben. Die Reaktion wurde 2 Stunden bei 30ºC
durchgeführt. Die Bildung eines linearen Strangs wurde mit
Hilfe einer Elektrophorese auf einem 1%igen Agarosegel
bestätigt.
-
Das Reaktionsgemisch wurde einer Phenol/Chloroform-Behandlung
und anschließend einer Ethanol-Fällungsbehandlung
unterworfen, in 1 ml Wasser gelöst und durch UV-Lichtabsorption bei
260 nm analysiert (0,84 OD/ml; 42 ug).
-
Das Reaktionsgemisch wurde erneut unter verringertem Druck
zur Trockene eingeengt und anschließend in 84 ul Wasser
gelöst. Die erhaltene Lösung wurde in der nächsten
Transkriptionsreaktion verwendet.
-
Gemäß einem bekannten Verfahren, das in Nucleic Acid Res.,
Bd. 12 (1984), S. 7035, beschrieben ist, wurden in ein 1,5 ml
fassendes Eppen-Röhrchen 5 ul jeweils 10 millimolar ATP, GTP,
UTP und CTP gegeben, und das erhaltene Gemisch wurde mit 100 ul
[5-³H]-UTP (100 uCi, 2,2·10&sup8; dpm/7,3 nMol, Amasham
Company) gemischt und unter verringertem Druck zur Trockene
eingeengt.
-
Der auf diese Weise erhaltene Rückstand wurde mit 20 ul eines
Puffers für die Transkription (200 millimolar Tris-HCl (pH-
Wert: 7,5), 30 millimolar MgCl&sub2; und 10 millimolar Spermidin),
10 ul 100 millimolar DTT, 5 ul (150 Einheiten) RNasin, 30 ul
(15 ug) der vorstehend genannten Lösung der mit SmaI
geschnittenen DNA, 10 ul (150 Einheiten) SP6-RNA-Polymerase und
25 ul Wasser (das mit Diethylpyrocarbonat behandelt worden
war) gegeben, so daß man 100 ul des Gemisches erhielt.
-
Das Gemisch wurde 1 Stunde einer Reaktion bei 40ºC
unterworfen. Anschließend wurde das Reaktionsgemisch mit 3 ul (45
Einheiten) SP6-Polymerase gemischt und 2 Stunden umgesetzt.
Die Reaktionslösung wurde mit 15 ul (15 Einheiten) RQIDNase
und 4 ul (120 Einheiten) RNasin gemischt und 15 Minuten in
einer Reaktion bei 37ºC umgesetzt. Anschließend wurde das
Reaktionsgemisch einmal mit 100 ul eines
Phenol/Chloroform-Gemisches und 100 ul Chloroform und anschließend einmal mit 100 ul
Ethylether extrahiert. Danach wurde das Gemisch ,zur
Trockene eingeengt. Bei den verwendeten Mitteln handelte es
sich um handelsübliche Chemikalien, die ein Reagenzsatz von
Promega. Biotech. Company, mit der Ausnahme, daß [³H] UTP vom
Amasham Japan Co., Ltd. bezogen wurde.
-
Der erhaltene Rückstand wurde in 200 ul Wasser, das mit
NENSORB20 (Du Pont Co.) behandelt worden war, gelöst. 1 ml
des 50%-igen Methanols als Eluat wurden unter verringertem
Druck eingeengt. Der auf diese Weise erhaltene Rückstand
wurde in 500 ul einer Lösung mit einem Gehalt an 10
mikromolar Tris-HCl (pH-Wert: 7,5) und 0,25 millimolar EDTA gelöst.
5 ul der erhaltenen Lösung wurden mit einem
Flüssigscintillationszähler (TRI-CARB 4640, Paccard Company) vermessen. Durch
diese Untersuchung wurde bestätigt, daß die Probe 3 ug WS-
S(+)-RNA enthielt. Außerdem wurde durch eine Analyse unter
Verwendung der UV-Spektroskopie bei 260 nm festgestellt, daß
die Probe etwa 9 ug DNA enthielt.
-
Die WS-S(+)-RNA-Lösung, die in diesem Beispiel erhalten
wurde, wurde im nächsten Beispiel 19 verwendet.
Beispiel 19
Markierung von WS-S(+)RNA mit 3'-³²PCp
WS-S(+)RNA 336 ng (11,2 pMol) 0,56 mikromolar
[5'-³²P]PCp (Amasham Japan Co., Ltd.)
-
a
-
3000 Ci/mMol 0,825 mikromolar
-
ATP 6 mikromolar
-
HEPES (pH-Wert: 8,3) 50 mikromolar
-
MgCl&sub2; 10 mikromolar
-
DTT 3,3 mikromolar
-
DMSO 10% (Vol./Vol.)
-
BSA 10 ug/ml
-
Glycerin 15% (Vol./Vol.)
-
RNA-Ligase (P.L. Pharmacia Company)
bei 45ºC für 16 Stunden
-
Gesamtvolumen 20 ul
-
Eine Reaktion wurde unter den vorstehend angegebenen
Bedingungen durchgeführt. Das Reaktionsgemisch wurde 5 Minuten auf
65ºC erwärmt und unmittelbar anschließend vor der Zugabe von
RNA-Ligase und [5'-³²P)PCp mit Eis gekühlt.
-
Nach Abschluß der Reaktion wurde das Reaktionsgemisch mit 20 ul
einer Auftragungslösung mit einem Gehalt an 10% Harnstoff
und 0,02% Xylolcyanol und 0,02% Bromphenol-Blau gemischt
und anschließend einer Elektrophorese unterworfen, wobei das
Reaktionsgemisch auf ein 8%iges Polyacrylamidgel mit einem
Gehalt an 7 in Harnstoff (Länge: 50 cm; Dicke: 0,5 mm)
aufgetragen und die Elektrophorese 2 Stunden bei 2000 V
durchgeführt wurde. Nach dieser Operation wurde das Gel einer
Autoradiographie unterworfen, so daß jeder Strang mit einer
gegebenen Länge von einem anderen, um ein Segment kürzeren Strang
getrennt wurde, und jeder Strang wurde aus dem Gel gemäß dem
Maxam-Gilbert-Verfahren extrahiert. Das Extraktionsprodukt
wurde mit NENSORBR (Du Pont Co.) entsalzt.
-
0,725 pMol WS-S(+)RNA mit einer Länge des Strangs, die sich
um einen Segment unterschied und die mit 3'-³²PCp markiert
war, wurde zusammen mit der gleichen Menge der RNA mit einer
Stranglänge, die um ein Segment kürzer war, erhalten
(Gesamtmenge: 1,45 pMol; Ausbeute: 13%). Eine quantitative Analyse
wurde auf der Grundlage der β-Strahlungsintensitätsmessung
gemäß der Tscherenkow-Methode durchgeführt. Das
Reaktionsgemisch wurde mit H&sub2;O in einer Konzentration von 0,02 pMol/ul
gemischt und bei einer niedrigen Temperatur von -80kaC gelani
gert. Die mit ³²PCp markierte WS-S(+)RNA wurde in der
nachstehenden Spaltungsreaktion eingesetzt.
Beispiel 20
RNA-Strangspaltungsreaktion (Fig. 10-1 und 10-2)
-
3' -³²PCp-markierte WS-S (+)RNA 3,3 nanomolar
-
gemischtes Oligomer 83 nanomolar - 8,3 mikromolar
-
Tris-HCl (pH-Wert: 7,7) 40 mikromolar
-
MgCl&sub2; 4 mikromolar
-
BSA 0,003%
-
DTT 1 millimolar
-
Glycerin 4%
-
RNaseH (Takara Shuzo Co., Ltd.) 0,17 - 0,83 Einheiten/Öl
-
Gesamtmenge: 6 ul
-
Das in der vorstehenden Tabelle angegebene Gemisch wurde 2
Minuten auf 65ºC erwärmt und anelliert, bevor die RNaseH
zugegeben wurde. Die Reaktion fand bei 30ºC statt. Sie wurde zu
einem geeigneten Zeitpunkt durch Zugabe von 6 ul einer
Auftragungslösung abgebrochen. Sodann wurde eine Elektrophorese
mit dem Gemisch (2 ul) unter Verwendung eines 8%igen
Polyacrylamidgels mit einem Gehalt an 7 m Harnstoff (Dicke: 0,2
mm; Länge: 35 cm; 2000 V; 2 Stunden) durchgeführt.
-
Eine andere Reaktion wurde 2 Stunden unter Verwendung von 8,3
mikromolar des gemischten Oligomers (diese Menge entsprach
dem 2500fachen der Menge an RNA) und 0,17 Einheiten/Öl
RNaseH durchgeführt. Danach wurde eine Autoradiographie mit
Hilfe von 8% PAGE durchgeführt. Das Ergebnis dieser Arbeit
ist in Fig. 10-1 gezeigt.
-
In Spur 8 trat eine Spaltung zwischen dem 43. G und dem 44. A
in der Schleife auf. In Spur 10 trat vorzugsweise eine
Spaltung zwischen G²¹ und G²² im Stamm auf. In Spur 11 trat eine
Spaltung in beiden Positionen auf. Im DNA-44-Mer von Spur 2
war es unmöglich, den Strang spezifisch zu spalten. Beim
komplementären DNA-6-Mer von Spur 3 trat keine Spaltung auf.
-
Fig. 10-2 zeigt die Ergebnisse einer entsprechenden Reaktion,
mit der Ausnahme, daß die Menge des Enzyms 0,83 Einheiten/Öl
betrug. In diesem Fall trat die Spaltung in den Spuren 6 und
7 aufgrund der Erhöhung der Menge des eingesetzten Enzyms
auf.
-
Bei dem in Fig. 10-1 gezeigten Versuch wurde die
Elektrophorese ohne Erwärmen durchgeführt, während bei dem in Fig. 10-2
gezeigten Versuch die Elektrophorese unter Erwärmen
durchgeführt wurde. In den Spuren 9, 10 und 11 ist zu beobachten,
daß eine Veränderung der Mobilität aufgrund der
Strukturänderung der RNA, die durch das gemischte Oligomer beeinflußt
wurde, auftrat.
Beispiel 21
In Fig. 11 gezeigter Versuch
-
Ein Versuch wurde unter praktisch den gleichen Bedingungen
wie in Beispiel 20 durchgeführt, mit der Ausnahme, daß die
Menge des gemischten Oligomers um einen Faktor von 0,1 oder
0,01 verringert wurde (die verringerte Menge entsprach dem
25fachen bzw. dem 250fachen der Menge an RNA) und daß die
Menge an eingesetzter RNaseH 0,42 Einheiten/ul betrug. Das
Ergebnis des Versuchs ist in Fig. 11 gezeigt.
-
In den Spuren 5, 6 und 7 sowie den Spuren 11, 12 und 13 ist
zu beobachten, daß, wenn die gemischten Oligomere (XXIV und
XVIII) verwendet wurden, eine Spaltung auftrat und das
Ausgangsmaterial verschwand, selbst wenn die verwendete Menge
dem 25fachen der Menge an RNA entsprach. Die Spaltungen
traten also zwischen G²¹ und G²² und zwischen G²² und G²³ auf.
Wenn andererseits das gemischte Oligomer (XXI) verwendet
wurde, dann trat die Spaltung in geringem Ausmaß zwischen G²¹
und G²² auf, sofern die eingesetzte Menge dem 2500fachen der
Menge an RNA entsprach.
Beispiel 22
Herstellung eines RNA-Stranglängenmarkers
-
In diesem Versuch wurden eine 3'-³²PCp-markierte WS-S(+)RNA
mit 30 000 bis 60 000 cpm, ein "Expanded RNA sequencing Kit"
Pharmacia Company) und eine RNaseT&sub1; (Sankyo Co., Ltd.)
verwendet. Die Reaktionen wurden auf herkömmliche Weise
durchgeführt. 2 ul der Reaktionslösungen wurden einer Elektrophorese
unterworfen.
-
Bei der alkalischen Hydrolyse wurden 1 ul WS-S(+)RNA, die mit
³²P am 3'-Terminus markiert war, und 1 ul Träger-tRNA (2
ug/ul) mit 1 ul einer CO&sub3;/HCO&sub3;-Lösung gemischt, und die
erhaltene Lösung wurde 6 Minuten auf 90ºC erwärmt und
anschließend auf Eis gekühlt. Das Gemisch wurde anschließend mit 3 ul
einer Harnstoff-Farbstoff-Lösung mit einem Gehalt an 5
millimolar Tris-HCl, 5 millimolar Borsäure, 1 millimolar EDTA,
0,01% Xylolcyanol FF, 0,01% Bromphenol-Blau und 10 in
Harnstoff gemischt. Ein Anteil (2 ul) des erhaltenen Gemisches
wurde einer Elektrophorese unterworfen.
-
Bei dem RNaseT&sub1;-Verdau wurde 1 ul WS-S(+)RNA, die mit ³²P am
3'-Terminus markiert war (etwa 50 000 cpm), mit 3 ul einer
Pufferlösung (die 33 millimolar Natriumcitrat (pH-Wert: 5,0),
1,7 millimolar EDTA, 0,04% Xylolcyanol FF, 0,08%
Bromphenol-Blau, 1 ug/ml Träger-tRNA und 7 m Harnstoff enthielt), 1 ul
destilliertem Wasser und 1 ul RNaseT&sub1; (0,01 Einheiten/ul;
Sankyo Company) gemischt. Die Reaktion wurde 12 Minuten bei
55ºC durchgeführt. Anschließend wurde das Reaktionsgemisch
auf Eis gekühlt, und ein Anteil (2 ul) des Gemisches wurde
einer Elektrophorese unterworfen.
-
Beim RNaseU&sub2;-Verdau wurde 1 ul WS-S(+)RNA, die mit ³²P am 3'-
Terminus markiert war (etwa 50 000 cpm), mit 3 ul einer
Pufferlösung (33 millimolar Natriumcitrat (pH-Wert: 3,5), 1,7
millimolar EDTA, 0,04% Xylolcyanol FF, 0,08% Bromphenol-
Blau, 1 mg/ml Träger-tRNA und 7 in Harnstoff), 1 ul
destilliertem Wasser und 1 ul RNaseU&sub2; (2 Einheiten/ul, Pharmacia
Company) gemischt. Die Reaktion wurde 12 Minuten bei 55ºC
durchgeführt. Nach der Reaktion wurde das Reaktionsgemisch
auf Eis gekühlt, und ein Anteil (2 ul) des Gemisches wurde
einer Elektrophorese unterworfen.
Beispiel 23
Analyse der 5'-terminalen Base des mit RNase gespaltenen
Produkts (d. h. des Produkts, bei dem 5'CmUmCGAAAGmUm3' (XXIV)
verwendet wurde)
-
0,02 pMol (etwa 200 cpm, gemessen nach der
Tscherenkow-Methode) WS-S(+)RNA, die mit ³²PCp am 3'-Terminus markiert war,
wurde mit Hilfe von 5'CmUmCGAAAGmUm3' und RNaseH gespalten. 6
ul der Reaktionslösung dieser Spaltungsreaktion wurden mit
200 ul einer Lösung A (die 0,1 m Tris-HCl, 10 millimolar
Triethylamin und 1 millimolar EDTA enthielt (pH-Wert: 7,7))
gemischt, und das auf diese Weise gebildete Gemisch wurde in
eine Patrone zur Reinigung von Nucleinsäuren gegeben
(NENSORBR 20, Du Pont Company). Die Probe wurde mit 3 ml von
Lösung A und anschließend mit 1 ml destilliertem Wasser
gewaschen und mit 500 ul 50%igem wäßrigem Methanol eluiert. Der
Eluent wurde unter verringertem Druck zur Trockene eingeengt.
-
Der Eluent wurde verwendet, um eine Austauschreaktion des 5'-
terminalen Phosphats durch ³²P mit einer hohen spezifischen
Aktivität gemäß einem bekannten Verfahren, das in The Journal
of Biological Chemistry, Bd. 252 (1977), S. 3176-3184,
beschrieben ist, durchzuführen. Bei dieser Reaktion wurde das
ausströmende Medium mit 1 ul 0,5 m
Imidazol-Salzsäure-Pufferlösung, 1 ul 0,1 m Magnesiumchlorid, 1 ul 1 millimolar
Spermidin, 1 ul 1 millimolar EDTA, 1 ul 50 millimolar
Dithiothreit, 2 ul destilliertem Wasser und 1 ul 3 millimolar ADP
gemischt, und das auf diese Weise gebildete Gemisch wurde 2
Minuten auf 65ºC erwärmt und anschließend unmittelbar auf Eis
gekühlt.
-
Das Gemisch wurde in ein Gefäß gegeben, das bereits
[gamma-³²P] ATP (20 pMol, 100 uCi, Amasham Japan Co., Ltd.)
enthielt, das zur Trockene eingeengt worden war. 1 ul
T4-Polynucleotidkinase (7 Einheiten/ul, Takara Shuzo Co., Ltd.)
wurden zu dem Gemisch gegeben, und eine Reaktion wurde 30
Minuten bei 37ºC durchgeführt. Anschließend wurde die
Reaktionslösung mit 10 ul einer Lösung mit einem Gehalt an 10 m
Harnstoff, 0,02% Xylolcyanol und 0,02% Bromphenol-Blau
gemischt. Die gesamte Menge des Gemisches wurde einer
Elektrophorese (2000 V, 2 Stunden) unter Verwendung eines 8%-igen
Acrylamidgels mit einem Gehalt an 7 m Harnstoff (Dicke: 0,2
mm; Länge: 35 cm) unterworfen. Nach der Elektrophorese wurde
eine Autoradiographie durchgeführt, um eine Bande des Strangs
mit einer Länge von etwa 48 Nucleotiden abzutrennen.
Anschließend wurde die Probe fein zerkleinert und mit 300 ul
einer Lösung mit einem Gehalt an 0,5 m Ammoniumacetat und 0,1
millimolar EDTA gemischt, und das erhaltene Gemisch wurde 1
Tag bei Raumtemperatur belassen. Das Gel wurde durch
Zentrifugation abgetrennt, und das Filtrat wurde unter verringertem
Druck zur Trockene eingeengt. Die auf diese Weise erhaltene
48. Strangfraktion wurde mit 200 ul einer Lösung A (die 0,1 m
Tris-HCl, 10 millimolar Triethylamin und 1 millimolar EDTA
enthielt, pH-Wert: 7,7) und anschließend mit 4 ug einer
Träger-tRNA gemischt.
-
Das erhaltene Gemisch wurde anschließend in eine Patrone zur
Nucleinsäurereinigung (NENSORB® 20, Du Pont Company) gegeben,
mit 3 ml der Lösung A und anschließend mit 1 ml destilliertem
Wasser gewaschen. Die Elution wurde mit Hilfe von 500 ul 50%igem
wäßrigem Methanol durchgeführt. Das ausströmende
Medium (800 cpm, bestimmt gemäß der Tscherenkow-Methode) wurde
unter verringertem Druck zur Trockene eingeengt und mit 8 ul
destilliertem Wasser, 1 ul 0,4 m Ammoniumacetat (pH-Wert:
5,0) und Nuclease P1 (0,1 ug/1 ul, Yamasa Shoyu Co., Ltd.)
gemischt. Die Reaktion wurde 30 Minuten bei 37ºC
durchgeführt.
-
Die Reaktionslösung wurde auf ein Filterpapier Nr. 51 (40 cm)
aufgetragen, und eine Papierelektrophorese wurde in Gegenwart
von 0,2 in Morpholinacetat-Pufferlösung (pH-Wert: 3,5) bei 900
V und 3,5 mA für 90 Minuten durchgeführt. Bei den Proben
handelte es sich um 5'CMP, 5'AMP, 5'GMP, 5'UMP und 3'-terminal
³²PCp-markierte Hefe-5SRNA-Verdauprodukte durch Nuclease P1,
die unter den gleichen Bedingungen erhalten worden waren.
-
Nach der Elektrophorese wurde eine Autoradiographie
durchgeführt. Bei dieser Untersuchung wurde in der Probe 5'AMP
gefunden, wie es in Fig. 12-A gezeigt ist. Aus den vorstehenden
Angaben kann gesagt werden, daß die Spaltung zwischen dem 43.
G und dem 44. A stattfand.
-
Ferner wurden die durch Einsatz der Verbindungen (XVII) und
(XVIII) hergestellten Spaltungsprodukte auf ähnliche Weise
untersucht. Jede der ³²PCp-markierten WS-S(+)RNAs wurde
nämlich in einer Menge von etwa 0,02 pMol (etwa 1000 cpm,
bestimmt gemäß der Tscherenkow-Methode) für die Analyse der 5'-
terminalen Gruppe eingesetzt. Die gespaltenen Produkte, die
5'-terminales Phosphat ausgetauscht gegen ³²P mit einer hohen
spezifischen Aktivität enthielten, wurden in Mengen von etwa
3300 cpm (das gespaltene Produkt der Verbindung (XVII)) und
4800 cpm (das gespaltene Produkt der Verbindung (XVIII))
isoliert. Diese wurden vollständig mit Nuclease P1 verdaut und
anschließend einer sauren Papierelektrophorese und danach
einer Autoradiographie unterworfen. Die Ergebnisse der
Untersuchungen sind in Fig. 12-B gezeigt. In jedem Fall war der
5'-Terminus G. Unter Berücksichtigung des Stranglängenmarkers
(Fig. 10-2) kann geschlossen werden, daß die Spaltung
zwischen C²&sup0; G²¹ von (XVIII) und zwischen G²¹ G²² von
(XVIII) stattfand.
Wirkungen und Vorteile der Erfindung
-
Wie in den vorstehenden Abschnitten erläutert wurde, ist es
erfindungsgemäß möglich, bevorzugt eine spezifische Position
in einem RNA-Molekül unabhängig von der Stranglänge des
Moleküls zu spalten. Daher nimmt man an, daß, wenn die Erfindung
angewandt wird, verschiedene Untersuchungen über die Struktur
und Funktion von verschiedenen Arten von RNA-Molekülen
einfacher durchgeführt werden können. Ferner ist zu erwarten, daß
die Erfindung z. B. bei der Massenproduktion nützlicher
Proteine eingesetzt werden kann.
-
Es ist darauf hinzuweisen, daß (1) E. coli JM 103, (2) der
Vektor M13AJ-1 und (3) E. coli HB101, auf die vorstehend
Bezug genommen wurde, der Öffentlichkeit zugänglich sind.
Tabelle 1
-
1% Divinylbenzol-Styrol-Harz in Kombination mit Spacer
Tabelle 1 (Fortsetzung)
Tabelle 1 (Fortsetzung)
-
kombiniertes langkettiges Alkylamino-Glas
mit kontrollierten Poren durch Spacer
Tabelle 2 Ein Zyklus der Kettenverlängerungsreaktion
Schritt Beschreibung Volumen · Zahl der Schritte Zeit Dichlormethan-Methanol (7 : 3) (Waschen) Benzolsulfonsäure/Dichlormethan-Methanol (7 : 3) Dichlormethan-Methanol (7 : 3) (Waschen) 2% Benzolsulfonsäure/Dichlormethan-Methanol (7 : 3) Dichlormethan-Methanol (7 : 3) (Waschen) Pyridin (Waschen) Pyridin (gemeinsames Verdampfen) 2'-O-Methylnucleotid/Pyridin gemeinsames Verdampfen Mesitylensulfonyl-3-nitrotriazolid/Pyridin (Kuppeln) Pyridin (Waschen 0,1 m Dimethylaminopyridin/Pyridin Essigsäureanhydrid Pyridin (Waschen)
Tabelle 3
-
linearisiert an der SmaI-Stelle
Run-off-Transkripton
Tabelle 4
-
gezeigt als durchgezogene Linie
-
Nucleotidsequenzen von gemischten, zu WS-S(+)RNA komplementären
Oligomeren und die Struktur von WS-S(+)RNA
Tabelle 5
-
nicht geschnitten
-
Der
Pfeil zeigt die Schnittstelle
-
gezeigt als durchgezogene Linie
-
Die Schnittstellen unter Verwendung der einzelnen gemischten Oligomere
Tabelle 6 Ein Zyklus der Kettenverlängerungsreaktion (unter Verwendung von 0,2 mikromolar CPG-Harz)
Beschreibung Zeit (sec), Zahl der Schritte Methoxy-phosphoramidit β-Cyanoethyl-phosphoramidit (Waschen) (Trocknen) Phosphoramidit/Tetrazol/CH&sub3;CN
Tabelle 7 Entfernen der Schutzgruppen und Abspalten von CPG-Harz (unter Verwendung von 0,2 mikromoler CPG-Harz)
Beschreibung Zeit (sec), Zahl der Schritte Methoxy-phosphoramidit β-Cyanoethyl-phosphoramidit (Trocknen) (Warten) (Die Lösung, mit der das CPG-Harz behandelt worden war, wurde nach diesem Schritt in ein Fläschen gefüllt)