DE2632984B2 - Abgabe- oder Verteilervorrichtung für feinteiliges Material - Google Patents
Abgabe- oder Verteilervorrichtung für feinteiliges MaterialInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Abgabe- bzw. Verteilervorrichtung,
die feinteiliges Material mit gleicher Geschwindigkeit gleichmäßig über einen bestimmten
Bereich verteilt.
In der Vergangenheit wurde feinteiliges Material nach einer Methode in Kessel gefüllt oder abgegeben,
die man allgemein als »Strumpfmethode« bezeichnet. Bei dieser Methode verwendet man einen Trichter mit
einem daran befestigten Schlauch, der sich bis zu dem Boden des Kessels oder bis zu der Oberfläche des
feinteiligen Materials erstreckt. Der Trichter und der Schlauch werden mit feinteiligem Material gefüllt, und
die feinen Teilchen werden am unteren Ende des Schlauches freigegeben, indem man den Schlauch
langsam hebt Das abgegebene feinteilige Material besitzt die Form eines Kegels, der während der Abgabe
des feinteiligen Materials durch Rechen über der gesamten Fläche verteilt werden kann.
Industriell verwendete katalytische Reaktionskessel werden zweckmäßig mit feinteiligem Katalysator in
einer Weise beschickt die die Abgabevorrichtung nach der vorliegenden Erfindung benützt. Industriell verwendete
katalytische Reaktionskessel oder Reaktoren, die in der Dicke oder im Durchmesser von 0,3 bis 4,5 m
variieren und Längen von 1,5 bis 21 m besitzen, werden nach der oben beschriebenen »Strumpfmelhode«
beladen. Eines der Probleme, das mit der Beschickung von Reaktoren nach dieser Methode verbunden ist
besteht darin, daß das Katalysatorbett übermäßig Katalysatorhohlräume enthalten kann, die während der
Verwendung des Katalysators Katalysator-Setzprobleme oder ein »Einbrechen«, örtliche Überhitzungen
ίο während der exothermen Reaktionen der Reaktionspartner oder die Notwendigkeit ein größeres Reaktorvolumen
zu benützen, zur Folge haben können. Außerdem erfordert die »Strumpfmethode« längere
Zeit für das Beschicken eines Reaktors, da der Schlauch,
is durch den der Katalysator in den Reaktor eintritt
kontinuierlich in Richtung nach oben eingestellt werden muß, um einen Katalysatorfluß zu gestatten.
Außer der obigen Methode kann der Katalysator auch kontinuierlich durch einen Trichter zugegeben
werden, der oberhalb der Katalysatorfläche aufgehängt ist was ebenfalls zu der Bildung eines kegelförmigen
Katalysatorhaufens auf der Katalysatorschicht führt Wie in der obigen Methode kann der Katalysatorkegel
durch »Rechen« über dem Katalysatorbett verteilt werden.
So kann das Setzen des Katalysators das Gesamtvolumen des Katalysatorbettes verändern, und auf diese
Weise das Arbeiten bestimmter Einrichtungen beeinträchtigen, wie von Thermoelementen, die in den
Reaktor für Temperaturmessungen eingeführt wurden. Außerdem kann das Setzen des Katalysators die
Oberfläche des Katalysatorbettes so weit verkleinern, daß das Thermoelement nicht mehr in Berührung mit
dem Katalysator steht, so daß es die Reaktionstemperatür während des Reaktionsverlaufes nicht mehr
abfühlen kann. Übermäßige Hohlräume in einem nach der Strumpfmethode eingeführten Katalysatorbett
verursachen eine schlechte Gas-, FlUssigkeits- oder Gas-Flüssigkeits-Verteilung in dem gesamten Bett Die
schlechte Verteilung erfordert oftmals einen geringeren Durchsatz oder erhöhte Temperaturen, da die resultierende
Katalysatorausnutzung gering ist und den Produktanfoiderungen nicht genügt wird. Setzprobleme,
die mit Katalysatorbetten, welche nach der Strampfmethode eingeführt wurden, verbunden sind,
können auch zum Versagen anderer Reaktorinnenteile führen, wie von Körben, Verteilungsböden, Katalysatorträgern
und Abschrecksprinklern.
Ein anderes Problem, das mit der bekannten Methode
Ein anderes Problem, das mit der bekannten Methode
so zuir Einfüllung von Katalysator verbunden ist besteht
darin, daß bei einem bestimmten Reaktorvolumen die Katalysatormenge, die eingeführt werden kann, durch
die Katalysatorenddichte bestimmt wird. Somit würde ein Mittel zur Erhöhung der Schüttdichte von
Katalysator in einer Reaktionszone einen erhöhten Durchsatz von Reaktionsteilnehmern bei gleich harten
Reaktionsbedingungen oder den gleichen Durchsatz bei milderen Reaktionsbedingungen gestatten. Man kann
also bei einem bestimmten Reaktionszonenvolumen mildere Reaktionsbedingungen und/oder erhöhten
Durchsatz bekommen, wenn es gelingt, die Schüttdichte des Katalysators zu vergrößern.
Der Stand der Technik, wie die US-PS 37 18 579 und 36 68 115, lehrt, daß die Katalysatorausnutzung und die
Schüttdichte nach einem Verfahren erhöht werden, bei dem man Katalysatorteilchen in einen Reaktor einspeist,
indem man die Katalysatorteilchen dem Reaktor in abwärts gerichtetem Fluß bezüglich des Reaktors mit
einem mittleren Abstand des freien Falls der Katalysatorteilchen durch ein gasförmiges Medium zu der
Katalysatoroberfläche von wenigstens 03 m zuführt und die Katalysatorteilchen über der gesamten Katalysator-Bettoberfläche
mit im wesentlichen der gleichen Geschwindigkeit wie der Fallgeschwindigkeit verteilt
Obwohl nach dem Stand der Technik bekannt wurde, daß die oben beschriebene Methode die Katalysatorausnützung
in den katalytischer! Reaktionszonen steigert, wurde doch keine tatsächliche Vorrichtung gesehen, die
leicht und am vollständigsten eine solche Methode ausnützen kann. Nach dem Stand der Technik wurde
eine Methode zur Beschickung des Reaktors mit dem Katalysator vorgeschlagen, bei der man Katalysatorteilchen
unter der Schwerkraft aus einem kegelförmigen Trichter auf eine kegelförmige Ablenkeinrichtung
fließen läßt, die in dem Trichterauslaß befestigt ist Obwohl der Durchmesser der Basis der kegelförmigen
Ablenkeinrichtung so einzustellen ist, daß er den Reaktordurchmesser kompensiert, und obwohl diese
Ablenkeinrichtung öffnungen enthält, durch die ein Teil
des Katalysators fallen kann, bekommt man offenbar doch nicht die erwünschte Teilchenverteilung. Mit
einem bißchen Vorstellungsvermögen wird auch der zufällige Beobachter feststellen, daß es äußerst unerwünscht
ist, daß man eine gleichmäßige Teilchenverteilung bekommt, wenn man die Teilchen auf eine
kegelförmige Ablenkeinrichtung fallen läßt
Diese Möglichkeit sollte besonders offensichtlich sein, wenn der Durchmesser der Reaktionszone 3,6 m oder
mehr ist Und selbst bei Reaktionszonen mit kleinerem Durchmesser ist die Wahrscheinlichkeit gering, daß die
Teilchenablagerung auch im Bereich direkt unter der kegelförmigen Ablenkeinrichtung mit der gleichen
Geschwindigkeit wie in dem Bereich ohne Halbschatten durch die Ablenkeinrichtung erfolgt, da die Größe der
Ablenkeinrichtung so maximiert ist, daß sie Teilchen an der äußeren Peripherie der Katalysatorzone verteilt
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe bestand somit darin, eine Abgabe- oder Verteilervorrichtung
für feinteiliges Material zu bekommen, die eine gleichmäßige Verteilung des Materials und eine
Erhöhung der Schüttdichte ergibt
Die erfindungsgemäße Abgabe- oder Verteilervorrichtung für feinteiliges Material besitzt einen Lagerbehälter
und ein drehbares Abgabeteil unterhalb des Lagerbehälters und in Verbindung mit diesem, wobei
das Abgabeteil ein mittiges Gehäuse oder Lager für eine Drehung um eine vertikale Achse besitzt und mit einer
Drehkraftquelle verbunden ist, das mittige Gehäuse oder Lager eine obere öffnung zur Aufnahme von
feinteiligem Material aus dem Lagerbehälter besitzt und mit wenigstens einem sich horizontal und radial
erstreckenden, röhrenförmigen Arm ausgestattet ist, dieser Arm an seinem äußeren Ende verschlossen ist
und entlang wenigstens eines Teils seiner unteren, während der Drehung freihängenden Seite eine
längliche Austragöffnung besitzt und diese Austragöffnung sich derart verjüngt, daß ihre Breite zu dem
äußeren Ende des Armes hin zunimmt und die kleinste Breite der Austragöffnungen wenigstens 125% des
Teilchendurchmessers beträgt
Die Zahl der röhrenförmigen Arme, wobei jeder dieser Arme die oben beschriebene Öffnung hat, liegt
vorzugsweise bei zwei Armen in axial miteinander fluchtender Ausrichtung, doch können auch acht bis
zehn oder mehr Arme vorgesehen sein.
Es ist auch bevorzugt, daß jede Austragöffnung eine ausreichende Maximalbreite besitzt, damit das !'einteilige
Material mit einer Geschwindigkeit von 488 bis 7320 kg/Std. ■ m2 abgegeben werden kann.
Die Steigerung der Schüttdichte ergibt eine Materialschicht mit wesentlich verminderter Neigung zu
Setzerscheinungen. Von weiterer Bedeutung ist die Tatsache, daß die Erfindung ein Katalysatorbett mit
minimaler Bildung von Katalysatorfeinstoffen liefert So liegt die Bildung von Katalysalorfeinstoffen im allgemeinen
unter 1 Vo, bezogen auf das Gesamtvolumen des eingeführten Katalysators, und allgemein sogar unterhalb
04 VoL-%.
Die Abgabevorrichtung nach der vorliegenden Erfindung kann zur Beschickung runder oder ringförmiger
Kessel verwendet werden. Wenn die Apparatur zur Beschickung eines runden Kessels verwendet wird,
erstreckt sich die Austragöffnung vorzugsweise entlang der gesamten Länge des röhrenförmigen Armes. Wenn
die Apparatur für die Beschickung eines ringförmigen Kessels verwendet wird, wird die Austragöffnung
teilweise blockiert, um zu verhindern, daß feinteiliges Material aus ihr in die mittige Röhre des ringförmigen
Kessels fällt Der blockierte Teil liegt natürlich der Vertikalachse des mittigen Lagers am nächsten. Die
Menge, die blockiert werden muß, hängt von der Geometrie des Kessels ab.
Einen besonderen Vorteil für die Verwendung von mit der Vorrichtung nach der Erfindung eingespeistem
Katalysator bekommt man bei verschiedenen Kohlen-Wasserstoffumwandlungsverfahren,
wie beim Hydrieren, Reformieren, Hydrocracken, Polymerisieren, Hydrosulfurieren,
Dehydrieren usw., wobei solche Kohlenwasserstoffumwandlungsverfahren
in einem Reaktor mit einem nichtfluidisierten Katalysatorbett bzw. Nichtwirbelschichtkatalysatorbett durchgeführt werden,
d. h., mit Reaktoren mit feststehenden Katalysatorbetten oder mit Fließbetten bzw. Bewegtbetten. Die
Erfindung ist besonders vorteilhaft bei der Hydrodesulfurierung, beim Hydrocracken, Hydrieren und Reformieren.
Eine besonders vorteilhafte Anwendung der Erfindung liegt beim Reformieren und Hydrieren.
Ein weiterer Vorteil erhöhter Schüttdichte von eingeführtem Katalysator besteht darin, daß die
Katalysatorlebeiisdauer beim gleichen Durchsatz und bei gleich harten Betriebsbedingungen verlängert
werden kann. Diese Verlängerung der Katalysatorlebensdauer ist ein Ergebnis der fühlbaren Wirkung des
erhöhten lCatalysatorgewichtes in einem bestimmten Reaktorvolumen sowie der weniger fühlbaren Wirkung
so gleichmäßiger Gas·, Flüssigkeits- oder Gas-Flüssigkeits-Verteilung,
die mit der gleichmäßigeren Hohlraumverteilung eines dichtgepackten Katalysatorbettes
zusammenfällt Längere Katalysatorlebensdauer führt dazu, daß die Anlage länger im Betrieb bleiben kann.
Außerdem bekommt man mit einer dichten Packung aller Reaktoren in einer integrierten Raffinerie ein
Mittel zur Vorbestimmung, Kontrolle und Optimierung des Auftretens einer Umkehr, und zwar aufgrund der
Prämisse, daß die Katallysatorlebensdauer in jedem Reaktor des Raffinerienetzes eine voraussagbare
Funktion fühlbarer Faktoren, wie der Katalysatoreigenschaften, des Durchsatzes und der Härte der Betriebsbedingungen
wird. Nicht fühlbare Wirkungen, die mit schlechter Verteilung, Setzerscheinungen und lokalen
Überhitzungen verbunden sind, werden durch eine dichte Katalysatorpackung auf ein Minimum herabgesetzt.
Die vorliegende Apparatur wird verwendet, um
Die vorliegende Apparatur wird verwendet, um
Katalysatorteilchen in einen Reaktor in einer Fließrichtung abwärts bezüglich des Reaktors einzuspeisen.
Im allgemeinen variieren die Reaktorgrößen zwischen 0,3 und 4,8 m, vorzugsweise zwischen 0,6 und
3,9 m, im Durchmesser und zwischen 1,5 und 37,5 m, vorzugsweise zwischen 3 und 22,5 m, in der Länge. Die
Befüllungsgeschwindigkeit des Reaktors kann ungleichmäßig sein. Es ist jedoch bevorzugt, daß die
Füllgeschwindigkeit gleichmäßig ist und daß nach Erreichen einer bestimmten Füllgeschwindigkeit diese
während der Herstellung des Katalysatorbettes bzw. der Katalysatorschicht beibehalten wird. Die Katalysatorteilchen
werden in den Reaktor an einem solchen Punkt eingeführt, daß der Abstand zu der Katalysatoroberfläche,
die sich bei der Einführung von Katalysatorteilchen gebildet hat, durch ein gasförmiges Medium
hindurch einen mittleren Abstand für den freien Fall der Katalysatorteilchen von wenigstens 0,3 m, vorzugsweise
1,5 bis 37,5 m und am meisten bevorzugt von 3 bis 21 m, liefert. Das gasförmige Medium ist im allgemeinen Luft
oder, je nach dem Katalysator, ein inertes Medium, wie Stickstoff. So fallen im allgemeinen die Katalysatorteilchen
einzeln zu der Katalysatoroberfläche, wenn das Katalysatorbett gebildet wird. Die Katalysatorteilchen
verteilen sich über der Oberfläche des Katalysatorbettes, während dieses sich bildet, derart, daß die
Katalysatoroberfläche mit gleicher Geschwindigkeit
Teilchenfluß (kg/h · m2)
ansteigt. Die Katalysatorteilchen werden so verteilt, daß sie eine Katalysatoroberfläche liefern, die einen
Unterschied zwischen dem höchsten Teil der Katalysatoroberfläche und dem niedrigsten Teil der Katalysatoroberfläche
von weniger als 10% des Durchmessers des Katalysatorbettes hat, d. h., man bekommt eine flache
Oberfläche, und stärker bevorzugt liegt der genannte Unterschied bei weniger als 5% und noch stärker
bevorzugt bei weniger als 1%. Eine der am meisten verwendeten Gestaltungen von Kesseln oder Reaktoren
ist die des Zylinders mit einem runden Horizontalschnitt. Die Apparatur nach der vorliegenden Erfindung
ist aber auch äußerst geeignet für die Einführung feinteiligen Materials in einen runden Kessel, der einen
ringförmigen Horizontalschnitt besitzt.
Der Ausdruck »Füllgeschwindigkeit« bedeutet den Anstieg der Bett- bzw. Schichthöhe und kann als Meter
je Stunde (m/h) ausgedrückt werden. Ein anderer Ausdruck, der Teilchenfluß, ist bequem, um die
Beschickungsgeschwindigkeit zu kennzeichnen, und ist als kg Katalysatorteilchen, die auf eine Fläche von
1 m2/Std. fallen (kg/h · m2), definiert. Es wurde gefunden,
daß es einen bestimmten Teilchenfluß gibt, der am günstigsten für eine optimale Einspeisung des bestimmten
Katalysators ist Teilchenfluß und Füllgeschwindigkeit stehen in Relation zu der Schüttdichte des
eingespeisten Katalysators:
scheinbare Schüttdichte (ABD) des eingespeisten Materials (kg/m3)
= Füllgeschwindigkeit (m/h).
Es wurde gefunden, daß ein Fluß zwischen 488 und 7320 kg/h · m2 bevorzugt für die Steigerung der
Schüttdichte des eingespeisten Katalysators ist, so daß noch stärker bevorzugte Ergebnisse bei den meisten
Katalysatoren unter Verwendung eines Flusses zwischen 1464 und 4880 kg/h ■ m2 erhalten werden.
Die obigen Füllgeschwindigkeiten, der Abstand für den freien Fall und die gleichförmige Verteilung des
Katalysators in den obigen bevorzugten Bereichen sind deswegen bevorzugt, da sie eine Annäherung an die
maximale Schüttdichte ergeben, die für eine bestimmte Katalysatoirschicht erreichbar ist. Die Reaktorgrößen,
die bevorzugt sind, sind jene Reaktoren, die im allgemeinen in industriellen Verfahren, wie zur Hydrierung,
Reformierung und zum Hydrocracken verwendet werden.
Die Erfindung ist anwendbar auf Katalysatorteilchen, die Kugeln, Pillen, Extrudate, Kristalle, Zylinder usw.
sind. Im allgemeinen sollte der Teilchendurchmesser nicht größer als 3% des Reaktordurchmessers sein, und
vorzugsweise liegt der Teilchendurchmesser bei 0,04 bis 13 cm und stärker bevorzugt bei 0,15 bis 0,6 cm. Wenn
die Teilchen nicht kugelförmig sind, ist der Durchmesser des feinteiliigen Materials die größte Teilchenabmessung.
Es kann eine große Vielzahl der Katalysatoren in katalytisch!; Reaktionszonen mit der Apparatur nach
der vorliegenden Erfindung eingespeist werden, wie bo Katalysatoren für Oxydationen, Hydrosulfurierungen,
für Hydrocracken, Cracken, Reformieren und Hydrieren.
B e i s ρ i e 1 1 b5
Ein Kessel mit einem Durchmesser von 0,6 m wurde ausgewählt, um mit Tonerdekatalysatorkügelchen mit
einem Durchmesser von 0,15 cm mit Hilfe der bekannten »Strumpfmethode«, die oben beschrieben
wurde, und auch mit Hilfe der Einspeisvorrichtung nach der vorliegenden Erfindung beladen zu werden, um so
die Möglichkeit der beiden Methoden zu vergleichen, die scheinbare Schüttdichte (ABD) des eingespeisten
Katalysators zu maximieren. Die nach der bekannten »Strumpfmethode« eingespeisten Katalysatorteilchen
hatten ein ABD von 0,499 g/cm3, während der mit der Vorrichtung nach der Erfindung mit den bevorzugt
gezeigten zwei Armen eingespeiste Katalysator ein ABD von 0,534 g/cm3 besaß. Diese Steigerung der
scheinbaren Schüttdichte ABD beträgt 7,1% gegenüber der bekannten Methode.
Dieses Beispiel benützte den gleichen Kessel und die
gleiche Beschickungsmethode wie das Beispiel 1. Die für die Verwendung in diesem Beispiel ausgewählten
Katalysatorteilchen waren jedoch Extrudate mit einem Durchmesser von 0,08 cm und mit einem Verhältnis von
Länge zu Durchmesser von 6,5 bis 8. Das ABD der Katalysatorextrudate, die nach der bekannten
»Strumpfmethode« und mit der Beschickungsvorrichtung nach der Erfindung mit den bevorzugten zwei
Armen eingespeist wurde, lag bei 0,589 g/cm3 bzw. 0,652 g/cm3. Die Steigerung des ABD betagt 12,4%
gegenüber der bekannten Methode.
Industriell verwendete Trennzonenkessel werden auch zweckmäßig mit feinteiligen Adsorbensteilchen
unter Verwendung der Abgabevorrichtung nach der vorliegenden Erfindung beschickt. Industriell verwendete
Trennzonenkessel variieren in Dicke bzw. im Durchmesser von 0,3 bis 4,5 m und haben Längen von
1,5 bis 21m.
Ein Beispiel der feinteiligen Adsorbensteilchen, die in industriell verwendete Trennzonenkessel mit der
vorliegenden Apparatur eingespeist werden können, sind die Molekularsiebe von 5 A, die verwendet werden,
um geradkettige Kohlenwasserstoffe von verzweigtkettigen und zyklischen Verbindungen zu trennen. Als
Adsorbentien können natürliche wie auch synthetische Aluminosilikate ausgewählt werden. Andere geeignete
feinteilige Stoffe, die die erwünschte Trennfunktion haben, können ebenfalls verwendet werden.
Die oben beschriebenen Probleme bezüglich der Katalysatoreinspeisung, welche mit der Apparatur nach
der vorliegenden Erfindung gemildert werden, sind bei der Anwendung von Adsorbentien in Trennverfahren
gleichermaßen lästig. Es wurde jedoch gefunden, daß man die Vorteile einer Benützung der Apparatur nach
der vorliegenden Erfindung auch bekommt, wenn Adsorbentien mit der Apparatur nach der Erfindung
eingespeist werden.
In der Zeichnung bedeutet
F i g. 1 einen senkrechten Schnitt durch einen Kessel
mit der bevorzugten zweiarmigen Abgabevorrichtung und
F i g. 2 einen Ausschnitt der Austragöffnung in dem drehbaren Arm.
In F i g. 1 besitzt eine Abgabevorrichtung für die Abgabe und Verteilung von feinteiligem Material, die
allgemein mit 1 bezeichnet ist, einen Lagerbehälter 2, in den man das feinteilige Material hineinschüttet und in
dem man es lagert, bevor es an den Kessel 6 abgegeben wird. Ein drehbares Abgabeteil 3 erstreckt sich abwärts
von dem Lagerbehälter 2 und ist drehbar bezüglich des Lagerbehälters 2 angeordnet. Das drehbare Abgabeteil
3 umfaßt eine mittige Lägerbüchse, die so gebaut ist, daß das Abgabeteil sich um eine vertikale Achse dreht, uno
außerdem ist das Abgabeteil mit einer nicht gezeigten Drehkraftquelle verbunden. Die Lagerbüchse hat eine
obere öffnung für die Aufnahme von feinteiligem Material aus dem Lagerbehälter 2 sowie zwei
röhrenförmige Arme, von denen jeder ein geschlossenes Ende 4 und eine längliche Austragöffnung 5 entlang
eines Teils seiner Länge zwischen der mittigen Lagerbüchse und dem geschlossenen Ende 4 hat. Die
länglichen Austragöffnungen 5 verjüngen sich allgemein und haben eine in Richtung nach außen zunehmende
Breite. Die Mindestbreite der länglichen Austragöffnungen 5 liegt bei wenigstens 125% des Durchmessers des
zu verteilenden feinteiligen Materials.
Während der Beschickung eines Kessels mit der Abgabevorrichtung nach der Erfindung wird das
drehbare Abgabeteil bzw. der Rotor mit ausreichender Geschwindigkeit gedreht, so daß die feinen Teilchen, die
ίο das äußerste Ende des Rotors verlassen, gerade die
Kesselwandung erreichen.
Es wurde gefunden, daß die Abmessung X in F i g. 2 das Gefälle der oberen Fläche des eingespeisten
feinteiligen Materials in einem Kessel bestimmt und daß die Abmessung Y in F i g. 2 die Katalysatoreinspeisgeschwindigkeit
bestimmt. Wenn in der Theorie das feinteilige Material eine perfekt fließende Substanz
wäre, wäre die Abmessung X=O. Da aber in Wirklichkeit das feinteilige Material keine perfekt
fließende Substanz ist, muß die Abmessung X endlich sein. Wenn man feinteiliges Material durch eine
rechtwinklige öffnung einer Breite .Yfließen ließe, wäre
die Abmessung X als die Maximalöffnung definiert, wo der Fluß feinteiligen Materials gerade beginnen würde.
Die Abmessung !^bestimmt auch die Fließgeschwindigkeit
des feinteiligen Materials. Daher läßt sich die Austragöffnung in zwei Abschnitte, nämlich A\ und Ai,
unterteilen. Der Abschnitt A\ korrigiert die Tatsache, daß das feinteilige Material keine perfekt fließende
Substanz ist, und der Abschnitt A1 gestattet einen
gleichmäßigen Beladungsfluß und stellt die Beladungsgeschwindigkeit bzw. Einspeisgeschwindigkeit ein. Bei
Anwendung dieser Theorie auf den Betrieb des Rotors ist ersichtlich, daß die Zentrifugalkräfte von der Mitte
aus anwachsen, doch ist dieser Anstieg linear. Es sei festgestellt, daß die Abmessung X auch das Gefälle der
oberen Fläche des eingespeisten feinteiligen Materials in dem Kessel und die Abmessung Y die Einspeisgeschwindigkeit
für das feinteilige Material bestimmt Es
sei ferner festgestellt, daß die Öffnungskante lineal
bleibt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Abgabe- oder Verteilervorrichtung für feinteiliges
Material, gekennzeichnet durch einen Lagerbehälter (2) und ein drehbares Abgabeteil (3)
unterhalb des Lagerbehälters (2) und in Verbindung mit diesem, wobei das Abgabeteil (3) ein mittiges
Gehäuse oder Lager für eine Drehung um eine vertikale Achse besitzt und mit einer Drehkraftquelle
verbunden ist, das mittige Gehäuse oder Lager eine obere öffnung zur Aufnahme von feinteüigem
Material aus dem Lagerbehälter (2) besitzt und mit wenigstens einem sich horizontal und radial
erstreckenden, röhrenförmigen Arm ausgestattet ist, dieser Arm an seinem äußeren Ende (4) verschlossen
ist und entlang wenigstens eines Teils seiner unteren, während der Drehung freihängenden Seite eine
längliche Austragöffnung (5) besitzt und diese Austragöffnung (5) sich derart verjüngt, daß ihre
Breite zu dem äußeren Ende (4) des Arms hin zunimmt und die kleinste Breite der Austragöffnung
(5) wenigstens 125% des Teilchendurchmessers beträgt
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das mittige Gehäuse oder Lager mit
zwei röhrenförmigen Armen versehen ist, die axial miteinander fluchten und von denen jeder eine
Austragöffnung (5) besitzt
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die maximale Breite der
Austragöffnung (5) derart ist daß das feinteilige Material mit einer Geschwindigkeit von 488 bis
7320 kg/Std. · m2 ausgetragen werden kann.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Austragöffnung (5)
entlang der gesamten Länge des Armes erstreckt
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet daß ein Teil der Austrcgöffnung (5), der
dem mittigen Gehäuse oder Lager am nächsten liegt, verschlossen ist.
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