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Die Erfindung bezieht sich auf einen Umlauf-Hängeförderer mit an
einem Zugmittel angeschlossenen, in einer Schienenbahn laufenden Förderwagen, welche
eine Zielbestimmungsvorrichtung sowie eine Einhängevorrichtung für einen schlitten-
oder wagenartigen, außerhalb des Förderers auf einer Schiene verschiebbaren Fördergutträger
besitzen, und mit längs der Schienenbahn des Förderers angeordneten Arbeitsplätzen,
denen je eine Annahme- und Aufgabevorrichtung für einen Fördergutträger zugeordnet
sind.
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In Nähbetrieben, insbesondere in der Oberbekleidungsindustrie, ist
es bekannt, eine größere Anzahl von halbfertigen Kleidungsstücken, die auf Kleiderbügel
aufgehängt sind, zu sogenannten Bündeln zusammenzufassen, die dann mit einer Laufkarte
versehen die einzelnen Arbeitsstationen der Fertigungsabteilung durchlaufen. Jede
Näherin führt dann nacheinander an jedem Arbeitsstück eine oder mehrere Arbeitsoperationen
aus, worauf das Bündel als ein geschlossenes Ganzes zum nächsten Arbeitsplatz geleitet
wird. Hierzu bedient man sich besonderer wagen- oder schlittenartiger Fördergutträger,
die mit einer Aufnahmestange zum Einhängen einer größeren Anzahl von Kleiderbügeln
versehen sind und die Laufräder oder Kufen besitzen, damit man sie auf Gleitstangen
über kurze Entfernungen, z. B. zwischen benachbarten Arbeitsplätzen, von Hand verschieben
kann.
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Zur Überwindung größerer Entfernungen innerhalb des Betriebes, z.
B. zwischen der Näherei und der Bügelabteilung, die meist in verschiedenen Gebäudeteilen
untergebracht sind, werden Umlauf-Hängeförderer eingesetzt, deren kontinuierlich
umlaufende Förderwagen besondere Einhängevorrichtungen für die genannten Fördergutträger
aufweisen.
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Diese Fördergutträger sind mit Tragstangen ausgerüstet, mit deren
Hilfe sie von den Einhängevorrichtungen der Förderwagen aufgenommen werden können.
Umlauf-Hängeförderer für derartige Zwecke sind meist mit Zielbestimmungsvorrichtungen
versehen, um einen am Aufgai : eort vorwählbaren Bestimmungsort selbsttätig ansteuern
zu können.
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Der Gutträger des Förderers wird dann an der vorgesehenen Stelle
aus der Hauptgleisanlage des Umlaufförderers ausgeschleust, indem derselbe über
eine Weiche in ein Nebengleis einfährt, an welchem der vorgewählte Bestimmungsort
für das Nähgut liegt.
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Für jede Zielstation ist zu diesem Zweck ein besonderes Nebengleis
mit einer Weiche vorgesehen, deren Steuerung auf Zielkennzeichen anspricht, die
jedem Förderwagen bei der Aufgabe des Nähgutes mitgegeben werden. Nebengleisanlagen
der geschilderten Art haben einen hohen Platzbedarf, weil schlitten-oder wagenartige
Fördergutträger nicht auf dem geradesten und damit auf dem kürzesten Weg an den
gewünschten Zielort gelangen können. Ihre Längenausdehnung macht es vielmehr notwendig,
daß sie auf einer Kurvenbahn nach dort geleitet werden müssen.
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Aus dem aufgezeigten Grund beschränkt sich die Verwendbarkeit der
genannten Förderer auf den Transport zwischen einzelnen Abteilungen eines Betriebes
oder Arbeitssälen, während die Beförderung des Nähgutes zwischen den einzelnen Nähstationen
durch Verschiebung der Fördergutträger von Hand über Gleitstangen erfolgt. Die direkte
Beschickung eines jeden Arbeitsplatzes in einem Nähsaal mit in
Bündeln ankommendem
Nähgut durch einen Umlauf-Hängeförderer ist nicht möglich, weil die in Nähsälen
übliche, eng aufgeschlossene Anordnung der Arbeitsplätze nicht zuläßt, daß im Bereich
derselben die erforderliche Anzahl von Nebengleisen verlegt wird.
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Es besteht jedoch ein Bedarf, auch einzelne Arbeitsstationen eines
Nähsaals direkt durch einen Förderer mit in Bündeln angeliefertem Nähgut beschicken
zu können, weil bestimmte, in der Nähindustrie bereits seit langem eingeführte Arbeitsverfahren
auf die sogenannte Bündelfertigung abgestellt sind.
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In Nähereien, aber auch in Reinigungsbetrieben sind zwar Umlaufförderer
bekannt, mit deren Hilfe auf Kleiderbügel gehängte Arbeitsstücke von einem Hauptförderstrang
an individuelle Arbeitsplätze transportiert werden können, ohne daß es hierzu der
Anlage von Nebengleisen, die einen großen Platzbedarf haben, bedarf. Die Überführung
der Bügel zu den Arbeitsplätzen geschieht bei diesem Typ von Förderern durch Abwurf
der Bügel auf geneigte Gleitstangen. Die Anwendung derartiger Förderer ist jedoch
einseitig auf den Transport einzelner Kleiderbügel mit relativ leichtgewichtigem
Nähgut beschränkt und läßt sich nicht für die gleichzeitige Beförderung einer größeren
Anzahl von beladenen, an einem als Aufnahmeteil ausgebildeten schlitten-oder wagenartigen
Fördergutträger hängenden Kleiderbügeln anwenden.
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Die Erfindung will einen Umlauf-Hängeförderer zum Transport von schlitten-
oder wagen artigen Fördergutträgern derart ausbilden, daß letztere von einer Hauptförderbahn
wahlweise an längs derselben in einer Reihe gelegene Arbeitsplätze abgegeben werden
können. Hierbei ist die Bedingung zu erfüllen, daß der in Nähsälen übliche, relativ
geringe Arbeitsplatzabstand beibehalten werden kann.
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Der Erfindung liegt hiernach die technische Aufgabe zugrunde, einen
Umlauf-Hängeförderer zu schaffen, dessen schlitten- oder wagenartige Fördergutträger
auf kürzestem Weg von der Schienlenbahn des Förderers zu einem vorgewählten Arbeitsplatz
gebracht werden können; Durch die Erfindurig wird die gestellte technische Aufgabe
durch die Schaffung eines Umlauf-Hängeförderers gelöst, der dadurch gekennzeichnet
ist, daß sowohl die Annahmevorrichtung als auch die Aufgabevorrichtung ein an einem
Ausleger befestigtes Tragstück aufweist und daß der Ausleger in einer zu dem ihm
zugeordneten Arbeitsplatz geneigten, ortsfest angeordneten Führungsbahn mit seinem
Tragstück aus einer tXbergabestellung im Bereich des Förderers in eine zweite Stellung
im Bereich des Arbeitsplatzes und zurück verschiebbar ist.
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In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist der Ausleger
eine Profilstange, an deren einem freien Ende das nach unten ragende, zur Förderbahn
hin abgebogene Tragstück befestigt ist, an dessen im wesentlichen rechtwinklig zur
Förderbahn verlaufendem Endabschnitt eine Aufnahmeleiste für einen Fördergutträger
angebracht ist und die in die entsprechend profilierte Führungsbahn eingepaßt ist,
die auf der Führungsschiene des Umlaufförderers mit Neigung zum Arbeitsplatz hin
befestigt ist.
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Fernerhin ist vorgesehen, daß die Ausleger der Annahmevorrichtung
und der Aufgabevorrichtung mittels einer Arretiervorrichtung in der Übergabestellung
im Bereich des Förderers festgehalten werden und daß die dem Ausleger der Annahmevorrichtung
zugeordnete
Arretiervorrichtung nach erfolgter Übergabe des Fördergutträgers
von der Einhängevorrichtung des Förderwagens an das Tragglied des Auslegers selbsttätig
aus der Sperrstellung in die Freigabestellung verbracht wird und daß die dem Ausleger
der Aufgabevorrichtung zugeordnete Arretiervorrichtung nach erfolgter Übergabe des
Fördergutträgers von dem Tragglied des Auslegers an die Einhängevorrichtung des
Förderwagens durch Handbetätigung aus der Sperrstellung in die Freigabestellung
verbringbar ist.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist der
Ausleger an die Kolbenstange eines druckmittelbetätigten Arbeitskolbens angelenkt
und durch wechselseitige Druckmittelbeaufschlagung desselben aus der Obergabestellung
im Bereich des Förderers in die zweite Stellung im Bereich des Arbeitsplatzes und
zurück verschiebbar; ferner geschieht die Druckmittelbeaufschlagung des Arbeitskolbens
über ein elektromagnetisch betätigtes Dreiwege-Zweistellungsventil unter Mitwirkung
einer Rückholkraft, und am Arbeitsplatz ist ein Schalter in einem ersten Stromkreis
vorgesehen, der in geschlossenem Zustand den Elektromagneten des Ventils mit einer
Gleichstromquelle verbindet, und ein zweiter Schalter in einem zweiten Stromkreis,
der in geschlossenem Zustand über einen Elektromagneten den ersten Stromkreis öffnet.
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In den Zeichnungen wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit
zwei verschiedenen Ausführungsformen eines Auslegers gezeigt und anschließend beschrieben.
Es zeigt Fig. 1 einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Umlauf-Hängeförderer
mit einem Förderwagen und eingehängtem Fördergutträger sowie einer Annahmevorrichtung,
Fig. eine Aufgabevorrichtung für Fördergutträger, Fig.3 die Seitenansicht eines
Teilstückes der Förderbahn in Richtung auf den Arbeitsplatz gesehen mit der Arretiervorrichtung
für den Ausleger, der zur Annahmevorrichtung gehört, Fig.4 die Seitenansicht eines
Teilstückes der Förderbahn vom Arbeitsplatz aus gesehen, die den Abwurf eines Fördergutträgers
zeigt, indem ein verschwenkbares Glied der Einhängevorrichtung durch einen Schalthebel
der Abtastvorrichtung verschwenkt und hierdurch der Abwurf bewirkt wird, F i g.
5 die schematische Darstellung eines Teilstückes der Förderbahn in der Draufsicht
mit längs derselben angeordneten Arbeitsplätzen und denselben zugeordneten Annahme-
und Aufgabevorrichtungen für Fördergutträger, Fig. 6 die Aufgabevorrichtung mit
einer pneumatisch und elektromagnetisch betriebenen Servovorrichtung, F i g. 7 a
und 7 b das Schaltschema der Servovorrichtung gemäß F i g. 6 in den verschiedenen
Schaltstellungen.
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Die in üblicher Weise an der Raumdecke, an Wandkonsolen oder Standmasten
aufgehängte Laufbahn des Umlauf-Hängeförderers wird von einer U-Profil-Schiene 1
gebildet, auf deren nach innen umgelegte Schenkelenden die Räder 2 des Förderwagens
3 laufen. Die Förderwagen, von denen in den Zeichnungen nur ein Förderwagen 3 dargestellt
ist, sind mit üblichen Klemmen 4 an die FörderketteS angeschlossen, die durch einen
nicht dargestellten
Motor, z. B. einen Getriebemotor, kontinuierlich angetrieben
wird. Der Förderwagen 3 trägt eine Zielbestimmungsvorrichtung 6 zum Vorwählen eines
anzusteuernden Arbeitsplatzes sowie eine Einhängevorrichtung 7 zur Aufnahme eines
Fördergutträgers 8.
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Die Arbeitsplätze sind einseitig längs der Förderbahn angeordnet.
Jeder Arbeitsplatz hat eine bestimmte Platznummer, die in einer demselben zugeordneten,
an dem Hängeförderer fest angebrachten Abtastvorrichtung 9 eingespeichert ist. Die
Abtastvorrichtung 9 ist mit Fühlgliedern versehen, die in an sich bekannter Weise
mit abtastbaren Gliedern der Zielbestimmungsvorrichtung 6 am Förderwagen 3 zusammenwirken.
Wenn die Platznummer der Abtastvorrichtung 9, z. B. »82«, dem in der Zielbestimmungsvorrichtung
6 eingetasteten Zielkennzeichen entspricht, also ebenfalls »82« eingetastet worden
ist, so tritt, nachdem die Fühlglieder diese Übereinstimmung festgestellt haben,
ein Schalthebel 10 der Abtastvorrichtung 9 aus einer unwirksamen Stellung in die
Bewegungsbahn des Förderwagens und bewirkt, daß die Einhängevorrichtung 7 von der
Schließstellung in die Freigabestellung geschaltet wird, wie weiter unten noch näher
ausgeführt ist. Die Einhängevorrichtung 7 des Förderwagens 3 dient der Aufnahme
einer Tragstange 11 des Fördergutträgers 8. An der Tragstange 11 ist an einem Tragrahmen
12 eine Aufnahmestange 13 für das Fördergut angehängt. Der Fördergutträger 8 ist
fernerhin mit zwei Laufrollen 14 und 15 ausgerüstet, damit derselbe außerhalb des
Förderers auf einer Schiene vorzugsweise von Hand verschoben werden kann.
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Die Einhängevorrichtung 7 besteht, wie ein Fig. 1 sichtbar, aus zwei
Schenkeln 16 und 17, die zusammen einen Kanal zur Aufnahme der Tragstangell des
Fördergutträgers 8 bilden. Die beiden Schenkel 16 und 17 sind an einer in den Stirnwänden
des Förderwagens 3 befestigten Achse 18 verschwenkbar gelagert und somit scharnierartig
miteinander verbunden. Beide Schenkel 16 und 17 der Einhängevorrichtung 7 werden
durch einen gabelförmigen Riegel in Schließstellung gehalten, der aus zwei Armen
19 und 20 besteht, die auf-einer qfler zur Achse 18 des Scharniers angeordneten
Achse 21 befestigt sind. An den freien Enden der Arme 19 und 20 sind zwei Rollen
22 und 22' befestigt, dierrnit den Außenflächen der Schenkel 16 und 17 zusammenwirken.
Die Achse 21 ist in einer am Förderwagen 3 befestigten Buchse 23 drehbar gelagert.
Die Schenkel 16 und 17 lassen in ihrer geschlossenen Stellung entlang ihrer Unterkanten
einen Schlitz 24 für den Durchtritt des senkrecht herunterhängenden Tragrahmens
12 des Fördergutträgers 8 offen.
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F i g. 1 zeigt die Einhängevorrichtung 7 in Schliéßstellung mit einem
eingehängten Fördergutträger 8.
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Dieselbe -verbleibt in dieser Stellung, solange die Arme 19 und 20
mit ihren Rollen 22 und 22' senkrecht nach unten hängen. Die Schenkel 16 und 17
sind derart profiliert, daß sie sich zunächst von der Achse 18 des Scharniers aus
nach entgegengesetzten Seiten schräg nach außen abwärts erstrecken und dann ein
Stück parallel zueinander verlaufen, um schließlich in ihrem unteren Teil wieder
schräg zusammenzulaufen und einen Schlitz 24 für den erwähnten Durchtritt des Tragrahmens
12 frei zu lassen.
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Die Rollen 22 und 22' liegen in der Schließstellung der Einhängevorrichtung
an den Außenseiten der Schenkel 16 und 17 an. Der Schalthebel 10 der Abtastvorrichtung
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ist, wie- bereits erwähnt- und am besten in F i g. 4 zu sehen, derart angeordnet,
daß er aus einer unwirksamen Stellung in den - Bewegungsweg der Rolle 22 eintreten
kann, wenn der Förderwagen 3 mit der Einhängevorrichtung 7 die Abtastvorrichtung
9 anläuft. Es entsteht Berührungskontakt zwischen dem Schalthebel 10 und der Rolle
22. Die Rollen 22 und 22', die über die Achse 21 und die Arme 19 und 20 miteinander
verbunden sind, werden hierdurch aus ihrer vertikalen Lage verschwenkt, wodurch
die Schenkel 16 und 17 unter Einwirkung des Gewichts des Fördergutträgers nach außen
gedrückt werden, der Schlitz 24 erweitert wird und die Tragstange 11 des Fördergutträgers
8 nach unten herausfallen kann; Die Einhängevorrichtung7 des Förderwagens 3 wird
hierdurch aus ihrer Schließstellung in die Freigabestellung gebracht, und der Fördergutträger
8 ist abgeworfen worden.
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Die erwähnte Zielbestimmungsvorrichtung 6 am Förderwagen 3, die mit
der ortsfest an der Förderbahn angeordneten Abtastvorrichtung 9 zusammenwirkt, sowie
die Einhängevorrichtung 7 für den Fördergutträger 8, mit der jeder Förderwagen 3
ausgerüstet ist, sind nicht erfindungswesentlich; derartige Einrichtungen sind an
sich bekannt (deutsches Patent 1191297). Es soll nunmehr die erfindungsgemäße Annahme-
und Aufgabevorrichtung an einem Arbeitsplatz längs der Förderbahn beschrieben werden,
mit deren Hilfe die Übergabe des Fördergutträgers von dem Förderwagen 3 an den Arbeitsplatz
und umgekehrt bewirkt wird. Jedem Arbeitsplatz längs des Förderweges ist eine AnnahmevorrichtungAN
und eine Aufgabevorrichtung AG für einen Fördergutträger zugeordnet, wie in F i
g. 5 schematisch dargestellt ist. Fig. 5 zeigt ein Anordnungsbeispiel mit einem
Teilstück der Förderbahn F. Längs derselben sind einseitig die Arbeitsplätze AP
mit den Kennnummern »81« und »82« angeordnet.
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Sowohl jede Annahme- als auch jede Aufgabevorrichtung hat einen Ausleger
25 und eine Führungsbahn 30. Der Ausleger 25 ist eine Profilstange, z. B. eine Vierkantstange,
an deren einem freien Ende ein nach unten ragendes, zum Umlaufförderer hin abgebogenes
Tragstück 26 angebracht, z. B. angeschraubt, ist, welches z. B. eine Rundeisenstange
sein kann.
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An ihrem im wesentlichen rechtwinklig zur Förderbahn verlaufenden
freien Ende ist eine rechteckige Aufnahmeleiste 27, z. B. ein Stück Flacheisen,
für den Fördergutträger 8 befestigt, vorzugsweise angeschweißt. Der Ausleger 25
ist in eine Führungsbahn 30 eingeschoben, die entsprechend profiliert ist und die
auf der U-Profil-Schiene 1 des Umlaufförderers mit Neigung zum Arbeitsplatz hin
mit üblichen Streben und Haltemitteln befestigt ist. Der Ausleger 25 und die Führungsbahn
30 bilden Paßteile zueinander, und zwar ist die Profilstange des Auslegers25, wie
am besten in Fig 3 sichtbar, der kleinere innere Paßteil, der in die äußere Profilstange
der Führungsbahn 30 eingeschoben ist. F i g. 1 und 2 zeigen den Ausleger25 in der
eingeschobenen Stellung. In dieser Stellung, die im folgenden als Ubergabestellung
bezeichnet wird, befindet sich die Aufnahmeleiste 27 am Ende des Tragstückes 26
des Auslegers 25 genau unter dem Schlitz 24 der Einhängevorrichtung 7, so daß ein
Fördergutträger 8, der mit seiner Tragstange 11 in der Einhängevorrichtung 7 des
Förderwagens 3 eingehängt ist, auf die Aufnahmeleiste 27 abgeworfen werden kann.
Der Ausleger 25 kann aber auch die
in Fig. 1 und 2 strichpunktiert dargestellte ausgefahrene
Stellung, zweite Stellung genannt, einnehmen. Ein Anschlag am oberen Ende des Auslegers
verhindert, daß derselbe vollständig aus der Führungsbahn 30 herausgezogen wird
und von dieser getrennt werden kann. Das Tragstück 26 des Auslegers 25 befindet
sich in der ausgefahrenen Stellung mit seiner Aufnahmeleiste 27 im Bereich des Arbeitsplatzes,
und die Arbeiterin kann dem Fördergutträger 8 Fördergut zur Bearbeitung entnehmen.
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Annahme- und Aufgabevorrichtung sind mit Arretiervorrichtungen versehen,
die den jeweiligen Ausleger in seiner Übergabestellung im Bereich des Förderers
festhalten. Diese Arretiervorrichtungen sind jedoch unterschiedlich ausgebildet
und haben verschiedene Aufgaben. Der Ausleger 25 der Annahmevorrichtung wird von
einem Sperrstift 31 festgehalten, der an dem oberen Ende eines Hebels 32 befestigt
ist. Wie am besten in F i g. 3 zu sehen, ragt der Sperrstift 31 in eine Bohrung
der Vierkantstange der Führungsbahn 30 sowie in eine Bohrung des Auslegers 25 hinein,
die mit der erstgenannten Bohrung fluchtet, wenn sich der Ausleger in der eingeschobenen
Stellung befindet. Der Hebel 32 ist um eine an der U-Profil-Schienel des Förderers
befestigten Achse 33 drehbar gelagert und kann aus einer in der F i g. 3 mit Vollinien
dargestellten Sperrstellung in die mit Strichpunktlinien angedeutete Freigabestellung
verschwenkt werden. Dieses geschieht, nachdem die Arme 19 und 20 mit den daran hängenden
Rollen 22 und 22' der Einhängevorrichtung 7 in der oben geschilderten Weise durch
den Schalthebel 10 der Abtastvorrichtung 9 verschwenkt worden sind, wodurch sich
die Einhängevorrichtung 7 geöffnet hat und der Abwurf des Fördergutträgers 8 auf
die Aufnahmeleiste 27 des Tragarmes 26 des Auslegers 25 erfolgt ist.
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Erst jetzt berührt, wie in Fig. 3 gezeigt, ein an dem Arm 20 befestigter
Stift 34 einen Gegenstift 35 am Hebel 32 und verschwenkt denselben entgegen dem
Uhrzeigersinn, wodurch der Sperrstift 31 aus den Bohrungen des Auslegers 25 und
der Führungsbahn 30 herausgezogen wird. Durch diesen Vorgang wird der Ausleger 25
freigegeben und gleitet durch sein Eigengewicht sowie durch die zusätzliche Beschwerung
mit dem Fördergut aus der Übergabestellung in dem Bereich des Förderers in die Tiefstellung
in den Bereich des Arbeitsplatzes, und die Näherin kann jetzt alle angekommenen
Kleidungsstücke nacheinander abnehmen und benähen. Als Verbindungsglied zwischen
der Annahmevorrichtung AN und der Aufgabevorrichtung AG ist, wie in Fig. 5 gezeigt,
eine ortsfeste Gleitstange 28 vorgesehen. Über diese Gleitstange 28 wird der Fördergutträger
8 mit Hilfe seiner Laufräderl4 von der Aufnahmeleiste 27 des Tragarmes 26 des Auslegers
25, der zu der AnnahmevorrichtungAN gehört, auf die entsprechende Aufnahmeleiste27
an der Aufgabevorrichtung AG herübergeschoben und mit den fertigen Kleidungsstücken
beladen. Danach schiebt die Näherin den Ausleger 25 der Aufgabevorrichtung AG von
Hand aus seiner Tiefstellung in die Obergabestellung im Bereich des Förderers, damit
der daran hängende, beladene Fördergutträger 8 auf einen vorbeikommenden, aufnahmebereiten
Förderwagen 3 des Umlauf-Hängeförderers übergeben werden kann. Die Aufgabevorrichtung
ist in gleicher Weise wie die Annahmevorrichtung des Förderers mit Arretiermitteln
versehen,
die den Ausleger 25 in der Übergabestellung festhalten.
Sie bestehen aus einer am unteren Ende der Profil stange der Führungsbahn 30 angebrachten
Sperrklinke, die aus einem um eine Achse 37 drehbar gelagerten, einarmigen Klinkenhebel
38 besteht, der an seinem freien Ende eine Haltenase 39 aufweist. Der Klinkenhebel
38 liegt mit der Spitze seiner Haltenase 39 an der Oberseite der Vierkantstange
der Führungsbahn 30 auf. Wenn die Arbeiterin den Ausleger 25 von Hand hochschiebt,
so tritt, wie am besten in F i g. 2 zu sehen ist, ein am oberen Ende des Auslegers
25 befestigtes, senkrecht nach oben ragendes, rechteckiges Sperrstück 40 auf den
abgeschrägten Teil der Haltenase 39 der Sperrklinke und schiebt dieselbe hoch, indem
die Spitze des Sperrstückes 40 am Schrägteil der Haltenase 39 der Sperrklinke entlangläuft,
bis daß die Haltenase 39 hinter dem Sperrstück 40 einklinkt und der Ausleger 25
hierdurch in seiner eingefahrenen Stellung arretiert ist.
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Ein vorbeikommender, aufnahmebereiter Förderwagen 3, dessen Einhängevorrichtung
7 sich in Freigabestellung befindet, kann nunmehr den beladenen Fördergutträger
8 mitnehmen, indem sich die Schenkel 16 und 17 derselben um die Tragstange 11 des
Fördergutträgers 8 schließen. Nach vollzogener Übergabe steuert der beladene Förderwagen
3 eine weitere Bearbeitungsstation oder ein Lager an. Nunmehr fährt die Näherin
den Ausleger 25 der Aufgabevorrichtung wieder von Hand aus, damit derselbe für die
Übergabe neuen Fördergutes bereit ist. Hierzu muß die Sperrklinke gelöst werden,
die den Ausleger in seiner eingefahrenen Stellung arretiert. Für diesen Zweck ist
ein zweiarmiger Hebel 41 vorgesehen, der um eine rechtwinklig am Tragarm 26 befestigte,
z.B. angeschweißte Achse 42-schwenkbar gelagert ist. Der obere Hebelarm des Hebels
41 ist an seinem Ende rechtwinklig zum Förderer hin abgebogen und bildet ein Hubglied
43, welches die Haltenase 39 des Klinkenhebels 38 der Sperrklinke unterfassen und
ausheben kann. Dies geschieht, wenn die Arbeiterin den Ausleger 25 ausfahren will.
Der untere Hebelarm des Hebels 41 ist zweckmäßig als ein Handgriff ausgebildet,
der von der Arbeiterin erfaßt und körperwärts gezogen wird.
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Hierdurch wird der obere Arm des Hebels 41 in Richtung Förderbahn
bewegt, und es erfolgt ein Lösen der Sperrklinke.
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Im Rahmen der Erfindung-sind andere Aiusführungsformen des Umlauf-Hängeförderers
möglich, als in dem Ausführungsbeispiel beschrieben worden ist.
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In dem Ausführungsbeispiel werden auf-der Aufnahmestange 13 des Fördergutträgers
8 eine Anzahl Kleiderbügel mit Kleidungsstücken transportiert, die ein sogenanntes
Bündel bilden, welches -von--Näh station zu Nähstation gefördert wird. Die Aufnahmestange
13 kann aber auch flexibles Fördergut aller Art aufnehmen, welches nicht notwendigerweise
auf einen Bügel gehängt sein muß und z. B. beidseitig mit etwa gleichmäßigem Überhang
über dieselbe gelegt sein kann. Der in Fig. 4 dargestellte wagenartige Fördergutträger
8 ist mit zwei Laufrädern 14 und 15 versehen, damit er außerhalb des Förderers auf
Schienen verschoben werden kann. Unter Umständen, die von Gewicht und Beschaffenheit
des Fördergutes abhängig sind, genügt jedoch auch die Anbringung eines einzelnen
Laufrades. Das einzelne Laufrad kann hierbei um eine Achse drehbar gelagert sein,
die einendig an einem Tragglied des Förder-
gutträgers befestigt, z. B. angeschweißt,
ist. Es ist aber auch möglich, die Laufradachse mittig zu befestigen, so daß das
Laufrad symmetrisch aufgehängt ist. Diese Laufradanordnung hat den Vorteil, daß
der Abwurf des Fördergutträgers wahlweise nach beiden Seiten des Förderweges hin
erfolgen kann.
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Die erstgenannte, einseitige Aufhängung eines einzelnen Laufrades
läßt dagegen nur einen Abwurf nach einer bestimmten Seite zu, da die Tragstange
26 des Auslegers 25 mit dem Tragglied des Fördergutträgers, an dem die Aufnahmeleiste
desselben befestigt ist, kollidieren würde, wenn ein Abwurf nach der nicht vorgesehenen
Seite versucht werden sollte.
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Es sind auch andere Ausführungsformen der Ausleger und der Führungsbahnen
möglich. Dieselben können z. B. bei schwergewichtigem Fördergut verstärkt ausgeführt
sein und z. B. aus zwei oder mehreren parallel zueinander angeordneten Auslegern,
die durch Verbindungsstreben miteinander verbunden sind und einen Rahmen bilden,
bestehen und in einer entsprechenden Anzahl Führungsbahnen geführt sein.
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Desgleichen können die Arretiervorrichtungen der Annahme- und Aufgabevorrichtung
in anderer Weise als dargestellt gestaltet sein.
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Insbesondere erscheint die Hin-und Herbewegung des Auslegers der
Aufgabevorrichtung mittels einer Servovorrichtung wünschenswert. Fig. 6 zeigt ein
Ausführungsbeispiel der Aufgabevorrichtung mit einer pneumatisch und elektromagnetisch
betätigten Servovorrichtung. Zum Bewegen des Auslegers 25 dient ein Langhubzylinder
44, der auf der Vierkantstange der Führungsbahn der Aufgabevorrichtung zweckmäßigerweise
elastisch gelagert ist. Der Langhubzylinder44 nimmt einen Kolben 45 auf, dessen
Kolbenstange 46 an dem unteren freien Ende des Auslegers an gelenkt ist. Der Langhubzylinder
44 hat zwei übliche Druckluftanschlüsse 47 und 48. In dem Langhubzylinder 44 kann
sich der Kolben 45 nach entsprechender Druckluftbeaufschlagung von einer linken
in eine rechte Extremstellung und zurück bewegen, wodurch der Ausleger 25 in seine
ausgefahrene Stellung oder in die eingezogene Stellung gelangt. Die Fig. 7 a und
7b veranschaulichen die Schaltung der Servovorrichtung. Die Druckluftleitungen 50
und S1 sind zu den beiden Ventilauslässen eines gegen die Rückholkraft einer Feder
52 betätigten : Dreiwege-Zweistellungsventils 53 geführt. Der Ventil eingang 54
ist mit einer Druckluftquelle 55 verbunden. Der Elektromagnet 56 zur Betätigung-des
Ventils 53 steht über einen am Arbeitsplatz befindlichen einpoligen Schalter 57
mit einer Gleichstromquelle 58 in Verbindung. In dem Schaltschema in Fig. 7 a ist
der Schalter 57 am Arbeitsplatz in geeschlossenem Zustand; der Langhubzylinder 44
befindet sich in seiner rechten Extremstellung und der Ausleger 25 der Aufgabevorrichtung
mit seinem Tragarm 26 und der Aufnahmeleiste 27 in der Übergabestellung im Bereich
des Förderers. In den Bewegungsbereich des Förderwagens ragt der Schaltkontakt 59
eines zweiten Stromkreises mit einem Elektromagneten 60. Nachdem der Fördergutträger
in bekannter Weise an den Förderwagen übergeben worden ist, wird der Schaltkontakt
59 des zweiten Stromkreises über ein am Förderwagen befindliches Kontaktstück kurzzeitig
geschlossen. Der Elektromagnet 60 ist derart am Handschalter 57 des Arbeitsplatzes
angebracht, daß er den Kontakt desselben öffnet, wenn er unter Erregerstrom steht,
wie in
F i g.- 7 b gezeigt wird ; Hierdurch - wird der Elektromagnet
56 des Ventils 53 stromlos, die Rückholfeder 52 entspannt sich, und es findet die
Ventilumsteuerung statt, wodurch der Kolben45 entgegengesetzt beaufschlagt und -
der Ausleger25 ausgefahren wird und nunmehr wieder in seiner zweiten Stellung im
Bereich des Arbeitsplatzes zur Aufnahme von neuem Fördeçgut bereit isí » Die Person
am Arbeitsplatz kann also durch Schließen des Schalters 57, der zweRmäßigerweise
als Fußschalter ausgeführt ist, den selbsttätigen Transport eines beladenen Fördergutträgers
vom Arbeitsplatz zur Übergabestellung am Förderer bewirken (s. Fig. 7a). Sodann
findet die Übergabe desselben an den vorbeifahrenden Förderwagen statt, und es erfolgt
selbsttätig das Wiederausfahren des Auslegers und damit der Rücktransport des Tragarmes
des Auslegers zum Arbeitsplatz.
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Der Schalter 57 ist mit bekannten Sperrmitteln versehen, die seinen
Kontakt in geöffneter Stellung fixieren, nachdem der Schalter 57 durch den kurzzeifig
erregten Elektromagneten geöffnet worden ist und derselbe erst wieder durch manuelle
Betätigung geschlossen werden kann.