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Steuerung zum weggenauen und lastunabhängigen Verzögern und Wiederbeschleunigen
von hydraulischen Getrieben Die Erfindung bezieht sich auf eine Steuerung zum weggenauen
und lastunabhängigen Verzögern und Wiederbeschleunigen von hydrostatischen Getrieben
mit ungedrosseltem Flüssigkeitsstrom, wobei zwischen einem Wechselbewegungen ausführenden
Schubkolbenmotor und einer Druckmittelquelle eine Ventileinrichtung mit zwei Dosierzylindern
angeordnet ist, die jeweils mit der Druckleitung bzw. der Rückströmleitung des Getriebes
verbindbar sind und wobei ein hydraulischer Servomotor über Kurbelantriebe zwei
in den Dosierzylindern vorhandene Dosierkolben nur während des durch in der Bahn
des Schubkolbens liegende Fühler ausgelösten Verzögerungs- und Wiederbeschleunigungsvorganges
zwangläufig nach einer sinusförmigen Geschwindigkeitscharakteristik derart hin und
her verschiebt, daß bei dem Maximalwert der Kolbengeschwindigkeit die Volumenänderung
eines Dosierzylinders pro Zeiteinheit etwa gleich der volumetrischen Leistung der
Druckmittelquelle ist.
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Aus der französischen Patentschrift 1336 455 ist eine Steuerung zum
weggenauen und lastunabhängigen Verzögern und Wiederbeschleunigen von hydraulischen
Getrieben dieser Art bekannt. Dabei soll bei Werkzeugmaschinen mit linearen Wechselbewegungen
das Arbeitsspiel mit größter Genauigkeit an genau vorbestimmten Stellen des Arbeitsweges
umgesteuert werden, und zwar unabhängig von der Größe der zu bewegenden Last bzw.
des zu überwindenden Bewegungswiderstandes. Es soll eine genaue stoßfreie Ansteuerung
eines vorbestimmten Haltepunktes ermöglicht werden, ohne daß der Steuervorgang an
zeitliche Grenzen oder besondere Vorsteuervorgänge, z. B. an das Einschalten eines
Schleichganges, an die Drosselung des Ölstromes od. dgl. gebunden ist. Dabei wird
bei dieser bekannten Anordnung von einer unveränderten Pumpenleistung und einer
ungedrosselten Strömung der Hydraulikflüssigkeit eines hydraulischen Getriebes ausgegangen,
bei der zwischen einer Druckölpumpe von konstanter volumetrischer Leistung und einem
Schubkolbenmotor eine Ventileinrichtung zum Steuern des Druckölstromes vorgesehen
ist. Um die angestrebte Genauigkeit des Umsteuervorganges zu erzielen, ist bei dieser
bekannten Anordnung vorgesehen, daß die Ventileinrichtung einen Dosierzylinder aufweist,
dessen Zylinderkammer mit der Druckleitung zwischen der Pumpe und dem Arbeitszylinder
wenigstens während des Verzögerungs- und Beschleunigungsvorganges verbindbar ist
und einen in der Kammer verschiebbaren Dosierkolben aufweist. Weiterhin ist eine
Steuervorrichtung zum zwangweisen Verschieben des Dosierkolbens in seinem Dosierzylinder
vorgesehen, die nur während des Verzögerungs- und des Beschleunigungsvorganges arbeitet
und den Dosierkolben mit einer sich nach einer vorgegebenen Charakteristik zwischen
dem Wert Null und einem Maximalwert ändernden Geschwindigkeit derart verschiebt,
daß bei dem Maximalwert die Volumenänderung der Dosierzylinderkammer pro Zeiteinheit
etwa gleich der konstanten 'volumetrischen Leistung der Druckölpumpe ist. Bei dieser
Anordnung arbeitet die Pumpe ohne Drosselung und ohne andere Regeleinrichtung mit
gleichbleibender, der jeweiligen Hubgeschwindigkeit entsprechender Förderleistung.
Gemessen an dieser Förderleistung ist die Leckflüssigkeit relativ klein, so daß
sich auch Laständerungen nur wenig auf die Ölnutzmenge auswirken können. Während
der Abbremsung bzw. Wiederbeschleunigung ändert sich an dem Zustand der Pumpe nichts.
Es kann sich damit auch der Einfluß der Leckverluste auf den Bewegungsablauf nicht
verändern. Die Abbremsung bzw. Wiederbeschleunigung erfolgt nicht mit Hilfe der
Pumpe, sondern dadurch, daß aus dem Ölstrom zwischen Pumpe und Schubkolbenmotor
Öl in vorbestimmter Weise abgezweigt bzw. wieder eingeführt wird, wodurch die Abbremsung
bzw. Wiederbeschleunigung nach einer vorbestimmten Kurve zwangläufig erreicht werden
kann.
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Bei dieser bekannten Anordnung ist zum zwangweisen Verschieben des
Dosierkolbens ein mit konstanter Geschwindigkeit antreibbarer Sinustrieb vorgesehen.
Diese bekannte Anordnung ist für einen Tauchkolbenmotor oder aber auch für einen
doppelt wirksamen Schubkolbenmotor verwendbar. Im letzteren Fall dient ein Umsteuerventil
zur Verbindung der in gleicher Richtung arbeitenden Pumpe einmal mit der einen oder
mit der anderen Speiseleitung des
Schubkolbenmotors. Das Umsteuerventil
wird bei dieser bekannten Anordnung von dem Sinustrieb des Dosierkolbens betätigt.
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Es können auch zwei Dosierkolben bzw. Dosierzylinder vorgesehen sein,
deren Kolben in Abhängigkeit von jeweiligen Sinustrieben verschiebbar sind, wobei
die beiden Sinustriebe gemeinsam von einem Motor angetrieben werden.
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Diese bekannte Art der Steuerung ergibt eine sehr genaue Umsteuerung
und einen praktisch stoßfreien Umsteuervorgang. Die Pumpe arbeitet dabei mit konstanter
volumetrischer Leistung, wobei eine Drosselung der Strömung nicht stattfindet und
die Umschaltung der Leitungen- des Schubkolbenmotors völlig störungsfrei in dem
Augenblick erfolgen kann, in dem der Schubkolben zum Stillstand gekommen ist.
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Es hat sich jedoch gezeigt, daß mit der bekannten Anordnung in den
Fällen, in denen ein doppelt wirkender Schubkolbenmotor mit von zwei Sinustrieben
verschobenen Dosierkolben vorgesehen sind, Unstimmigkeiten im Ablauf der Bewegung
auftreten. Bei dem bekannten Trieb müssen die beiden Sinustriebe oder Kurbelantriebe
miteinander um 90° phasenversetzt gekuppelt sein, wobei der eine Dosierkolben seine
Ruhestellung in der Mittellage aufweist. Daraus ergibt sich, daß die Ab- und Zudosierung
der beiden Dosierzylinder nur an ganz bestimmten Stellen, nämlich im Bereich der
4.5°-Stellung der Kurbeln des Umsteuervorganges, völlig gleich ist, während in allen
anderen Bereichen des Arbeitsspiels die abdosierten und zudosierten Mengen voneinander
abweichen. Diese Abweichungen müssen in dem Getriebe durch Schlupf z. B. des Arbeitskolbens
aufgenommen werden. Das bedeutet, daß der Umsteuervorgang und der Ablauf der Bewegung
des Schubkolbens nicht genau entsprechend einer Sinuskurve verlaufen, was zu kleinen
Ungenauigkeiten und Störungen führen kann.
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Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die bekannte Steuerung
so weiterzubilden, daß auch bei Verwendung von zwei Dosierkolben und Dosierzylindern
bei doppelt wirkendem Schubkolbenmotor stets völlige mengenmäßige Übereinstimmung
zwischen abdosierter und zudosierter Menge besteht, so daß die Umsteuerung ohne
jede Störung und mit höchster Genauigkeit durchgeführt werden kann.
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Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß beide Dosierkolben phasengleich
über ein gemeinsames Kurbelglied zwangweise bewegbar sind von dem hydraulischen
Servomotor, dessen Servokolben über einen Druckmittelhilfskreis von einer Druckmittelhilfsquelle
verschiebbar ist.
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Hierdurch werden die gleichzeitig ablaufenden Vorgänge des Zu- und
Abdosierens von öl mit Hilfe der beiden Dosierkolben so vollkommen aufeinander abgestimmt,
daß die zu- und abdosierten Mengen in jedem Augenblick genau gleich oder proportional
zueinander sind. Hierbei werden also die bei dem bekannten Antrieb noch auftretenden
kleinen, jedoch für die Praxis eminent wichtigen Ungenauigkeiten eliminiert. Die
Bewegung der Dosierkolben und damit die Abdosierung bzw. Zudosierung von öl erfolgt
nach einer völlig harmonischen Bewegung ohne jeden Stoß und ohne daß Ungenauigkeiten
durch Schlupf, z. B. des Schubkolbens, ausgeglichen werden müßten. In vorteilhafter
Weiterbildung der Erfindung ist die Druckmittelhilfsquelle zu der Hauptdruckmittelquelle
proportional regelbar. Eine solche Maßnahme ist an sich z. B. aus der deutschen
Patentschrift 1131962 bekannt, welche eine hydrostatische Getriebeanordnung zur
Erzeugung geradliniger Wechselbewegungen bei Arbeitsmaschinen zeigt. Dabei erfolgt
die Umsteuerung der Bewegung des Schubkolbenmotors mit Hilfe einer über Null umsteuerbaren
stufenlos regelbaren Pumpe, deren Steuerorgan mittels einer Schwinge mit einem durch
eine Steuerpumpe betätigten Umsteuerkolbenschieber verbunden ist, wobei der Drehpunkt
der Schwinge durch eine Spindel verstellbar ist. Bei dieser bekannten Anordnung
sind der Umsteuerkolbenschieber und das Steuerorgan der Pumpe mit Führungszapfen
in einer Kulisse der gemeinsamen Schwinge geführt, wobei der Schwenkpunkt des Steuerorgans
der Pumpe zwischen dem Schwenkpunkt des Umsteuerkolbenschiebers und dem durch die
Spindel verstellbaren Drehpunkt angeordnet ist. Bei einer Ausführungsform dieses
bekannten Getriebes werden die Hauptpumpe, welche den Schubkolbenmotor speist ebenso
wie eine Hilfspumpe durch den gleichen Umsteuerkolben umgesteuert, wobei die Hilfspumpe
dazu dient, zusammen mit der Hauptpumpe den Ölstrom zum Schubkolbenmotor zu steuern.
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Bei der Erfindung dient die proportionale Regelbarkeit zwischen Hauptdruckmittelquelle
und Druckmittelhilfsquelle dazu, die Geschwindigkeit derBewegung der Dosierkolben
auf einfacheWeise zuverlässig an die jeweilige volumetrische Leistung der Hauptdruckmittelquelle
und damit an die Schubgeschwindigkeit des Schubkolbens anzupassen. Die gemeinsame
proportionale Regelung der beiden Druckmittelquellen kann mit Hilfe eines gemeinsamen
Stellmotors erfolgen.
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In weiterer Ausbildung der Erfindung sind jedoch dem Druckmittelhauptkreis
und dem Druckmittelhilfskreis jeweils ein Mengenregler mit gemeinsamem Regelmotor
zugeordnet, wobei vorzugsweise beide Kreise von einer gemeinsamen Druckmittelquelle
speisbar sind. Hierdurch ergibt sich ein sehr einfacher Aufbau. Ein weiterer wesentlicher
Vorteil dieser Anordnung besteht darin, daß hierbei der Mengenregler für den Druckmittelhilfskreis
während des Umsteuervorganges jeweils der die Abströmseite des hydraulischen Servomotors
mit dem Ölsumpf verbindenden Ablaufleitung zugeordnet werden kann. Hierdurch wird
erreicht, daß nicht auf Grund des herrschenden Druckes im Hauptkreis der Servomotor
bzw. die Abdosierkolben nicht einfach durchgeschoben werden können, da durch die
Steuerung auf der Abströmseite einem Durchschieben ein stets ausreichender Widerstand
entgegengesetzt ist.
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Bei der Steuerung nach der Erfindung, bei der beide Dosierkolben starr
miteinander verbunden oder zu einem einzigen Kolben vereinigt sein können, bewegen
sich beide Dosierkolben stets völlig gleichförmig, d. h. mit gleicher Geschwindigkeit
und in gleicher Richtung, und zwar auf Grund der Bewegung des gemeinsamen Kurbelgliedes
genau nach einer Sinuskurve. Wenn die Zylinder von gleichem Querschnitt sind, ist
die von dem einen Kolben abdosierte Menge in jedem Augenblick gleich der von dem
anderen Kolben zudosierten Ölmenge. Die erste Hälfte des Hubes der beiden Kolben
dient dabei
der Verzögerung, die andere Hälfte der Wiederbeschleunigung
des Schubkolbens. Beide Dosierkolben haben in der Hubmitte die maximale Geschwindigkeit,
bei der die dosierte Menge jeweils gerade der volumetrischen Leistung der Hauptdruckmittelquelle
entspricht.
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In weiterer Fortbildung der Erfindung ist ein vom Druckmittelhilfskreis
betätigbarer Wechselschieber zur alternativen Verbindung der beiden Dosierzylinder
mit den beiden Zylinderräumen beiderseits des Schubkolbens vor Beginn bzw. nach
Beendigung des Umsteuervorganges angeordnet in Reihe mit den hydraulischen Fühlschaltern
in Strömungsrichtung vor oder hinter dem Servomotor, so daß der Servoölstrom erst
zu dem nachgeschalteten Glied gelangen kann, wenn das vorgeschaltete seinen Hub
ausgeführt hat. Um eine Verschiebung des Umsteuerpunktes unter Belastung des Schubkolbens
zu verhindern, ist zweckmäßigerweise ein während des Umsteuervorganges wirksames
Druckübertragungsventil vorgesehen, welches von dem Drucköl des Hilfskreises gegen
den Druck des Öles in der Druckleitung des Hauptkreises geöffnet werden muß, ehe
der Umsteuervorgang ausführbar ist.
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Um z. B. bei Werkzeugmaschinen die Gesamthublänge und/oder die Arbeitsgeschwindigkeit
variieren zu können, ist in weiterer Fortbildung der Erfindung vorgesehen, das gemeinsame
Kurbelglied der beiden Dosierkolben als Kurbelschwinge mit verstellbarem Schwenkpunkt
auszubilden, deren Enden an Dosier-und Servokolben angelenkt sind. Hierbei ist vorzugsweise
eine Verstelleinrichtung für den Schwenkpunkt der Kurbelschwinge mit einer gemeinsamen
Verstelleinrichtung für die Hauptdruckmittelquelle und für die Druckmittelhilfsquelle
verwendbar, so daß bei den kleinen Hüben bis zu wenigen Millimetern, bei denen in
der Regel verminderte Arbeitsgeschwindigkeiten vorliegen, die Dosierkolben kleine
Wege zurücklegen.
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Die Erfindung wird nachfolgend an Hand schematischer Zeichnungen an
zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert.
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F i g. 1 zeigt schematisch die Anordnung gemäß der Erfindung in einer
Ausführungsform, während F i g. 2 Einzelheiten der Erfindung bei einem abgewandelten
Ausführungsbeispiel wiedergibt.
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In F i g. 1 ist ein Schubkolbenmotor 1 mit doppelseitig herausgeführter
Kolbenstange 2 a, 2 b gezeigt, die einen Werkzeugtisch od. dgl. bewegt. Das
eine Stangenende 2 a trägt verstellbare Schaltnocken 3 a, 3 b, welche den jeweiligen
Umsteuervorgang mit Hilfe der Fühler 4 a, 4 b der Fühlerschalteinrichtung
5 auslösen. Im dargestellten Beispiel bilden die Fühler 4 a, 4 b Schieber der Schaltventileinrichtung
5. Die Fühler können aber auch über hydraulische, mechanische oder elektrische Verbindungen
auf die Schieber einer gesonderten, gleichwirkenden Ventileinrichtung einwirken.
Im dargestellten Beispiel weist die Fühlerschalteinrichtung 5 zwei Zylinderbohrungen
auf, in denen die Ventilschieber 4 a, 4 b unter der Zwangssteuerung der mechanischen
Wippe 5 a
gegenläufig verschiebbar sind und dabei mehrere Ventilöffnungen
einesDruckmittelhilfskreises in noch zu beschreibender Weise steuern.
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Die beiden Seiten des Motorkolbens 2 sind wechselweise über
die Leitungen 6, 6a und 7, 7a mit der Druck- bzw. Saugseite einer Druckmittelhauptquelle
8, im dargestellten Beispiel einer hydrostatischeu Pumpe in Radialkolben-Bauweise,
verbindbar. Der Druckmittelumlauf in dem Hilfskreis wird durch eine Druckmittelhilfsquelle
9, hier ebenfalls in Form einer Radialkolbenpumpe, gewährleistet. Beide Pumpen arbeiten
im dargestellten Beispiel in geschlossenen Druckmittelkreisläufen, deren Speisung
oder Füllung durch eine gemeinsame Hilfspumpe 10, vorzugsweise eine Zahnradpumpe,
über die Ventile 10 a bzw. 10 b sichergestellt ist.
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Zur wechselseitigen Verbindung der Leitungen 6, 7 mit der Druckleitung
6a bzw. der Saugleitung 7a der Pumpe 8 dient ein Umsteuerschieber 11, der im dargestellten
Beispiel mit den beiden Dosierkolben 12, 13 zu einer starren, in dem gemeinsamen
Gehäuse 11a spielenden Einheit verbunden ist. Die Verschiebung dieser Einheit erfolgt
über die Kurbel 14, die an einem Ende 13a der nach beiden Seiten herausgeführten
Schieberstange 12a, 13a angreift. Das andere Ende 12 a der Schieberstange dient
zur Steuerung einer z. B. bei Zahnradstoßmaschinen notwendigen Abhebevorrichtung
15 für den Tisch 16 (oder den Stößel).
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Das Kurbelglied, das im dargestellten Beispiel als Kurbelrad mit an
der Schieberstange angreifenden Kurbelzapfen ausgebildet ist, wird beispielsweise
über eine Welle 14 a von dem Ritzel 17 angetrieben, das seine Bewegung von einem
mit einem Zahnstangenabschnitt versehenen Kolben 18 in den Zylinder 19 eines Servomotors
erhält.
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Der Servomotor wird von dem erwähnten Druckmittelhilfskreis gespeist,
und zwar über die Druckleitung 20 der Hilfspumpe 9, die Verteilerleitung 21, die
entsprechenden Ventilbohrungen in der Fühlerschalteinrichtung 5 und wechselweise
die Leitungen 22 und 23, die zu den entgegengesetzten Enden 18 a, 18 b des Kolbens
18 führen. Von dort kann das Öl jeweils über die Leitungen 22, 23, die Verteilerleitung
24 und die Saugleitung 25 zur Hilfspumpe 9 zurückfließen.
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Die wirksamen Zylinderräume 12 b, 13 b der beiden Dosierkolben 12,
13 liegen jeweils auf der der Stirnwand des Zylindergehäuses 11a zugewandten Kolbenseite.
Um in den Hauptdruckmittelkreis wirksam zu- bzw. abdosieren zu können, müssen die
Dosierräume 12 b, 13 b jeweils mit der Druck- bzw. der Saugleitung
6a, 7 a verbunden werden. Diese beiden Leitungen wechseln ihre Funktion nicht. Jedoch
tauschen die beiden Dosierkolben 12, 13 ihre Funktion des Zu- bzw. Abdosierens
nach dem Bewegungswechsel. Um diesem Wechsel Rechnung zu tragen, ist ein Wechselschieber
28 in dem Schiebergehäuse 29 in geeigneter Weise so verschiebbar, daß er seine Stellung
nach oder vor jedem Wechselvorgang wechselt. Diese Steuerung kann auf verschiedene
Weise erfolgen. Im dargestellten Beispiel erfolgt die Verschiebung des Schiebers
28 mit Hilfe des Druckmittelhilfskreises nach Beendigung jedes Wechselvorganges.
Dazu sind die Leitungen 30, 31 in Reihe mit den Leitungen 23, 22 geschaltet,
und zwar so, daß der Servokolben 18 bei Beendigung seines Antriebshubes das Öl zu
dem Wechselschieber 28 weiterströmen läßt.
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Der Wechselschieber 28 verbindet wechselweise die Leitungen
33, 34 mit den Abzweigleitungen 35, 36 der Druckleitung 6 a der Saugleitung 7 a.
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Es sei angenommen, daß sich der Motorkolben 2 gemäß Pfeil auf seinem
Arbeitshub nach unten befindet. Am Ende des Hubes spricht Fühler 4 a an,
schaltet
die Einrichtung 5 um, so daß Drucköl der Hilfspumpe 9 auf das Ende 18 b des Servokolbens
18 wirkt und diesen nach rechts verschiebt, und zwar mit gleichförmiger Geschwindigkeit.
Diese Bewegung wird auf den Kurbelzapfen der Kurbel 14 übertragen, die sich aus
der dargestellten Stellung im Uhrzeigersinne mit gleichförmiger Umfangsgeschwindigkeit
dreht. Dadurch werden die Dosierkolben 12, 13 und der Umschaltschieber 11 phasengleich
mit seiner sinusförmigen Geschwindigkeitsänderung von unten nach oben bewegt. Leitungen
34 und 35 bzw. Leitungen 33 und 36 stehen in jeweiliger Verbindung, so daß Dosierzylinder
12 b aus Druckleitung 6a im gleichen Maße (da gleich große Ringraumquerschnitte
vorliegen) Öl abdosiert, wie Dosierzylinder 13 b Öl in die Saugleitung
7 a abgibt.
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Die erste Hälfte des Hubweges dient der Verzögerung des Schubkolbens
2, der zum Halt kommt, wenn die Dosierkolben bei 270°-Stellung des Kurbelzapfens
ihre höchste Geschwindigkeit besitzen und der Raum 12 b das ganze von der Pumpe
gelieferte Öl abdosiert und der Raum 13 b den ganzen Bedarf der Saugseite der Pumpe
deckt. Die zweite Hubweghälfte dient der Wiederbeschleunigung des Schubkolbens 2
auf die Arbeitsgeschwindigkeit, nachdem der Umsteuerschieber 11 in der Hubwegmitte
umgeschaltet hat. Sobald der Servokolben 18 sein Hubende erreicht hat, kommt die
Kurbel 14 in der Totpunktstellung zur Ruhe und wird Leitung 30 freigegeben, so daß
der Wechselschieber 28 um- ; schaltet.
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Der Druckmittelhilfskreis ist im dargestellten Beispiel über die Nockenverstelleinrichtung
40 proportional mit dem Druckmittelhauptkreis steuerbar, so daß unabhängig von der
eingestellten volumetrischen Leistung, also Geschwindigkeit des Schubkolbens 2,
der gleiche Umsteuerpunkt mit der gleich großen Genauigkeit angesteuert wird.
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Um eine Verschiebung des Umsteuerpunktes unter Belastung des Schubkolbens
2 zu verhindern, ist im dargestellten Beispiel während des Umsteuervorganges am
Ende des Lasthubes der Druckmittelhilfskreis über das Druckübertragungsventi141
in gleicher Weise wie der Hauptkreis belastbar. Dabei wirkt der Druck in der Druckleitung
6 auf den Ventilkörper und muß vom Hilfsöldruck überwunden werden, ehe der Umsteuerhub
des Servokolbens beginnt, d. h. ehe Öl über die Leitung 22 abströmen kann.
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Im dargestellten Beispiel der F i g. 1 ist der Verzögerungs- und Beschleunigungsweg
konstant und entspricht der zulässigen Beschleunigung bei maximaler Hubgeschwindigkeit
des Schubkolbens. Bei verschiedenen Anwendungsfällen, z. B. bei Zahnradstoßmaschinen,
Rundschleifmaschinen, Innen- ; schleifmaschinen od. dgl., bei denen unter Umständen
Kleinsthube von wenigen Millimetern verlangt werden, kann dies störend sein.
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Um hier Abhilfe zu schaffen, ohne die Genauigkeit der Anordnung zu
beeinträchtigen, sieht die t Erfindung die Verwendung einer Kurbelschwinge mit veränderbarer
Schwenkpunktslage als Verbindung zwischen Servokolben mit Dosierkolben vor. Dies
ist in F i g. 2 angedeutet.
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In dieser sind 50 der Schubkolbenmotor, 51 die E Fühlerschalteinrichtung,
52 der Wechselschieber zum wechselweisen Verbinden der Dosierzylinder 53, 54 mit
der zugehörigen Leitung des Hauptdruckmittelkreises, 55 der Umsteuerschieber in
diesem Hauptkreis, 56 der Kolben des Servomotors und 57 die einzige Pumpe, welche
über einen als Hauptdruckmittelquelle zu betrachtenden Mengenregler 58 den Druckmittelhauptkreis
und über einen als Druckmittelhilfsquelle zu betrachtenden Mengenregler 59 den Druckmittelhilfskreis
speist. Die beiden Mengenregler werden synchron durch eine Verstelleinrichtung 60
eingestellt. Die Arbeitsweise ist ähnlich wie bei der Anordnung gemäß F i g. 1.
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Zum Unterschied gegenüber der Anordnung nach F i g. 1 ist hier die
aus Umsteuerschieber 55 und Dosierkolben 61, 62 gebildete Einheit mit dem Servokolben
56 über eine Kurbelschwinge 63 gelenkig verbunden, deren Schwenkachse in einem Schlitten
64 angeordnet ist, der sich über die Verstelleinrichtung 65 entsprechend dem eingezeichneten
Pfeil verschieben läßt. Dadurch läßt sich bei gleichem Wege des Servokolbens 56
der Weg der Dosierkolben z. B. mittels Hand verändern und an kleine oder große Hube
des Schieberkolbens 50
anpassen.
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Zweckmäßigerweise ist die Steheinrichtung 65 mit der Stelleinrichtung
60 für die Mengenregler gekoppelt, so daß Weglänge und Geschwindigkeit des
Schubkolbens und Weglänge und Geschwindigkeit der Dosierkolben leicht und im wesentlichen
zwangläufig einander angepaßt werden können. Dieser Vorteil l'äßt sich auch bei
sinusförmig gesteuerten Anordnungen mit nur auf eine Leitung arbeitendem Dosierzylinder
oder mit zwei phasenversetzt arbeitenden Kurbeltrieben ausnutzen.