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Blitzlichtgerät Die Erfindung betrifft ein Blitzlichtgerät mit einem,
mehrere Blitzlampen in Kreuz- oder Sternanordnung aufnehmenden drehbaren Träger
an einem die elektrische Zündeinrichtung enthaltenden Gehäuse, an dem auch der Reffektor
befestigt ist.
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Solche Geräte sind bekannt (deutsche Patentschriften 848 012, 1063
902). Entweder rotiert dabei das die Blitzlampen aufnehmende Aggregat nach Art einer
Windmühle, deren Flügel die Blitzlampen bilden, vor einem am Gehäuse fest angeordneten
Reflektor, der in seinen Abmessungen denen einer einzelnen Blitzlampe angepaßt ist,
oder das Lampenaggregat auf dem drehbaren Träger ist innerhalb eines alle Blitzlampen
umfassenden Reflektors angeordnet. Aus beiden Fällen resultiert eine raumaufwendige
Konstruktion, die dem Bestreben zuwiderläuft, taschenschlüpfige Blitzlichtgeräte
zu schaffen.
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Auch besteht bei den bekannten Bauformen keine Möglichkeit, das Blitzlichtgerät
durch Zusammenklappen mindestens einzelner Funktionsteile für den Transport auf
einen möglichst kleinen Raum zu verringern, wie dies bei Blitzlichtgeräten ohne
Verwendung von Aufnahmen für mehrere Blitzlichtlampen möglich ist.
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Um diese Nachteile bei Blitzlichtgeräten der eingangs genannten Art
zu vermeiden, werden gemäß der Erfindung die Fassungen für die Blitzlichtlampen
auf ihrem Träger derart gegeneinander verstellbar angeordnet, daß die Blitzlampen
aus der kreuz-bzw. sternförmigen Gebrauchsstellung innerhalb der Kreuz- bzw. Sternebene
in eine Transportstellung schwenkbar sind, in der jeweils zwei Lampen parallel nebeneinander
und die so gebildeten Lampenpaare in ihrer Längsrichtung hintereinander liegen.
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Jeder Lampe kann eine eigene, drehbar auf dem Lampenträger angeordnete
Halterung zugeordnet sein, wobei die Lampenfassung am äußeren oder inneren Teil
der Halterung liegen mag und die Spitze der Lampe zusätzlich an dieser Halterung
sich abstützen kann. Eine bauliche Vereinfachung tritt ein, wenn die Blitzlampen
lediglich in ihrer Fassung befestigt werden und diese in der angegebenen Weise unmittelbar
auf dem drehbaren Träger liegen.
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Werden beispielsweise vier Blitzlampen im rechten Winkel zueinander
liegend auf dem Träger angeordnet, so können durch Verdrehen des Trägers jeweils
um 90° nacheinander die Blitzlampen vor einen Reflektor gebracht werden, der in
Nachbarschaft des Trägers am Gehäuse des Blitzgerätes befestigt ist. Eine solche
Anordnung der Blitzlichtlampen ist weniger geeignet, dem Gerät bei Nichtgebrauch
eine handliche, kleine Form zu geben. Deshalb werden die Fassungen der Blitzlichtlampen
gegeneinander verstellbar auf dem Lampenträger angeordnet. Beim Nichtgebrauch des
Gerätes wird jede der vier Lampen mit ihrer Fassung um 45° verdreht, so daß je zwei
Lampen nebeneinander und die dabei gebildeten beiden Paare hintereinander zu liegen
kommen. Jede Lampenfassung steht zweckmäßig mit mindestens einer benachbarten, z.
B. durch fest mit ihr verbundene, gezahnte Scheiben in kraftschlüssiger Verbindung,
so daß alle auf dem Träger angeordnete Lampen gleichzeitig in die jeweils gewünschte
Stellung gebracht werden können. Um für diese Verschwenk-Bewegung nicht eine der
Blitzlampen anfassen zu müssen, ist eine der Lampenfassungen mit einem etwa in Längsrichtung
der Lampe sich erstreckenden; neben ihr liegenden Handgriff ausgerüstet, dessen
Ende mit einem wärmeisolierenden überzug versehen ist, dem nachleuchtende Stoffe
beigemengt sein können. Hierdurch wird erreicht, daß ein Anfassen der Lampen sich
erübrigt, so daß die federnden Kontakte in der Lampenfassung nicht unnötig belastet
werden. Auch ist ein Anfassen der Lampe deshalb unerwünscht, weil sie nach erfolgter
Zündung noch einige Zeit die Verbrennungswärme speichert.
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Das oben beschriebene Verschwenken der Blitzlichtlampen aus ihrer
Gebrauchsstellung in ihre Transportstellung setzt voraus, daß der der zu zündenden
Lampe zugeordnete Reflektor entsprechend angeordnet und geformt sein muß, weil er
nur außerhalb der Schwenkbewegung der Blitzlichtlampen liegen darf.
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Diese Einschränkung kann umgangen werden, wenn gemäß einer Weiterbildung
der Erfindung der drehbare Lampenträger auf einem im Gerätegehäuse gleitend gelagerten
Schieber liegt, der den Lampenträger in Richtung auf einen außerhalb seines Schwenkbereichs
liegenden Reflektor zu verstellen erlaubt. Dann kann dieser unabhängig vom Bewegungsbereich
der Blitzlampen geformt und angeordnet werden.
Der Schieber, auf
dem der Lampenträger befestigt ist, wird mit einem aus dem Gehäuse des Gerätes herausragenden,
zweckmäßig geriffelten Griffstück versehen, was die Bedienung des Gerätes wesentlich
erleichtert.
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Zur Blitzlichtaufnahme wird der Lampenträger, auf dem die einzelnen
Lampen zuvor in die Kreuz-oder Sternstellung gebracht wurden, mittels dieses Schiebers
in die Betriebsstellung übergeführt, so daß die zu zündende Lampe vor dem Reflektor
zu liegen kommt. Hierfür genügt bei Verwendung eines halbkugelförmigen Reflektors
eine relativ kleine CSffnung. Besonders günstige Verhältnisse werden geschaffen,
wenn dem Reflektor die Form eines halben Hohlzylinders gegeben wird und die zu zündende
Lampe mit ihrer Längsachse parallel zur Zylinderachse vor den Reflektor _ gebracht
wird. Ein derartiges Verschieben der Blitzlichtlampe ermöglicht ferner, den Reflektor
mit einem Splitterschutz abzudecken, so daß eine Reflektorkämmer gebildet wird.
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Auf Grund der zylinderförmigen Gestaltung des Reflektors kann beim
Nichtgebrauch des Gerätes eines der beim Zusammenfalten der Lampen entstandenen
Lampenpaare mittels des Schiebers in der Reflektorkammer untergebracht werden, womit
eine wesentlich günstigere Raumgestaltung in Hinblick auf ein taschenschlüpfiges
Format erzielt wird. Der Querschnitt dieser Reflektorkammer ist dem des zur Unterbringung
der Zündspannungsquelle benötigten angepaßt, so daß eine zusätzliche Voraussetzung
für ein kleines, handliches Blitzlichtgerät geschaffen wird. In Transportstellung
der Lampen ist nämlich der Querschnitt des Gerätes im wesentlichen durch die beiden
in Längsrichtung nebeneinanderhegenden Blitzlampen festgelegt. Die Längsrichtung
des Gerätes in Transportstellung der Lampen wird außer durch die Längsausdehnung
des Raums für die Zündspannungsquelle und die der Reflektorkammer zusätzlich im
wesentlichen durch die Länge einer Blitzlichtlampe einschließlich ihrer Fassung
festgelegt, weil in Transportstellung ein BIitzlichtpaar sich in der Reflektorkammer
befindet und nur das andere Paar, gegebenenfalls zusammen mit ihren Fassungen, aus
der Reflektorkammer herausragt.
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Die meist aus mehreren Teilen bestehende Zündspannungsquelle kann
auch in den seitlichen Hohlräumen untergebracht werden, die der Reflektor mit dem
Gehäuse bilden.
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Im Bereich der Öffnung der Reflektorkammer, in die die Blitzlichtlampe
vor der Aufnahme eingeführt wird, ist ein Kontaktstreifen angeordnet, der über ein
Kabel mit dem einen Pol der Zündspannungsquelle in Verbindung steht. Dieser Kontakt
wird beim Einführen der zu zündenden Blitzlichtlampe in die Spiegelkammer mit einem
an der Fassung der Blitzlichtlampe befindlichen Gegenkontakt in Verbindung gebracht.
Die Blitzlichtlampe ist dann unter Zwischenschaltung eines an der Kamera befindlichen
Synchronkontaktes an die Zündspannungsquelle angeschlossen. Das Blitzlichtgerät
wird also mit dem Einführen der jeweiligen Blitzlichtlampe in die Reflektorkammer
sofort funktionsbereit.
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Vor Inbetriebnahme des Blitzlichtgerätes werden die auf dem drehbaren
Träger angeordneten Lampen mittels ihrer Fassungen derart verdreht, daß sie beispielsweise
ein Kreuz bilden. Damit das Einführen der zu zündenden Lampe in die Reftektorkammer
in der erforderlichen Ausrichtung zum Reflektor erfolgt, kann der Lampenträger auf
dem Schieber entsprechend gerastert werden.
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Damit der Lampenträger aus der kreuz- bzw. sternförmigen Gebrauchsstellung
in. die Transportstellung übergeführt werden kann, trägt der Lampenträger einen
mit einem gehäusefesten Anschlag zusammenarbeitenden Steuernocken, der als Anschlag
der mit dem Lampenträger gekuppelten Nockenscheibe beim Überführen der Lampenfassung
in ihre Transportstellung dient.
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An Hand mehrerer Ausführungsbeispiele wird die Erfindung erläutert.
Im einzelnen zeigt F i g. 1 das Gerät in Bereitschaftsstellung der Blitzlichtlampen@
-F i g. 2 das Gerät in Betriebsstellung, F i g. 3 den Schnitt I-I der F i g. 2,
F i g. 4 das Gerät in Transportstellung der Blitzlichtlampen, F i g. 5 die Stellung
des Lampenträgers zur Vorbereitung der Transportstellung und F i g. 6 die Stellung
des Lampenträgers nach erfolgtem Abbrand aller Blitzlichtlampen.
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Gemäß F i g. 1 sind die Fassungen 1, 2, 3 und 4 in die Stellung gebracht,
in der die -Blitzlichtlampen nacheinander in die Spiegelkammer 8 eingeführt wer=
den können. Jede der Fassungen ist mit einer gezahnten Scheibe 1', 2', 3' und 4'
verbunden, die auf dem Lampenträger 5 drehbar befestigt sind. Der Lampenträger 5
ist auf dem Schieber 6 gelagert, der in seitlichen Gehäuseführungen 6a und 6b gleitet.
Der Schieber 6 ist mit einem aus dem Gehäuseschlitz 7 herausragenden Griffstück
9 versehen. Der Raum 10 unterhalb der Reflektorkammer 8 dient zur Aufnahme einer
elektrischen Zündeinrichtung, z. B. einer Batterie und eines Kondensors.
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Gemäß F i g. 2 ist eine Blitzlichtlampe in die Reflektorkammer 8 eingeführt.
Jede der vier Lampenfassungen besitzt einen aus ihr gegebenenfalls isoliert herausgeführten
Kontakt 11. Wenn eine der Lampen in die Reflektorkammer eingeführt ist, berührt
der ihr zugeordnete Kontakt 11 den Gegenkontakt 12 im Bereich der Reflektorkammeröffnung,
wodurch die BlitzlichtIampe in den Stromkreis geschaltet wird, der außer der Spannungsquelle
den Synchronkontakt der Kamera enthält. Voraussetzung hierfür ist, daß das Gehäuse
des Blitzlichtgerätes als Masseleitung dient. Trifft dies nicht zu, so muß jede
Fassung zwei Kontakte tragen, die mit Gegenkontakten zusammenarbeiten, die den Kontakt
12 ersetzen.
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Die gezahnten Scheiben 1', 2', 3' und 4' sind infolge ihres gegenseitigen
Zahneingriffs formschlüssig miteinander verbunden. Zum Verdrehen der Lampenfassungen
gegenüber ihrem Träger genügt daher der nur mit einer Fassung, z. B. der Fassung
4, fest verbundene Handgriff 13.
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Der Reflektor 14 (F i g. 3) ist zylinderförmig gewölbt und mit dem
Splitterschutz 15 ausgerüstet. Nach oben ist die Reflektorkammer in. ihrem Randbereich
durch die Scheibe 16 abgedeckt, mit der der federnde Kontakt 12 befestigt ist, der
mit dem Kontakt 11 der jeweils in die Reflektorkammer eingeführten Lampenfassung
zusammenarbeitet. In nicht dargestellter Weise ist der Kontakt 12 mit der Zündstromquelle
des Gerätes verbunden.
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Der Lampenträger 5 ist mit einem hier nicht näher erläuterten Schrittschaltwerk
ausgerüstet, mittels dem die Blitzlampen nach erfolgter Zündung und nach Entfernen
aus der Reflektorkammer um etwa 900
verdreht werden, so daß eine
noch nicht gezündete Lampe beim nachfolgenden Niederdrücken des Schiebers 6 in die
Reflektorkammer eingeführt werden kann. Sind alle Lampen abgebrannt, so nimmt der
Lampenträger 5 die in F i g. 6 wiedergegebene Stellung ein. Dabei liegt der Anschlag
34 auf dem Lampenträger 5 an dem festen Anschlag 33 an, der sich auf dem Schieber
6 befindet. Infolgedessen kann der Lampenträger sich nicht weiterdrehen, womit angezeigt
wird, daß sämtliche Blitzlampen verbraucht sind.
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Sollen die Lampenfassungen in Vorbereitung der Transportstellung (F
i g. 4) zusammengefaltet werden, so wird das Lampenkreuz gegen den Uhrzeigersinn
verstellt, was zweckmäßig mit dem Handgriff 13 geschieht. Dabei läuft der Anschlag
34 auf der Trägerplatte 5 mit und schlägt nach etwa 320° Drehbewegung auf den festen
Anschlag 33 an und nimmt die in F i g. 5 dargestellte Lage ein. Nunmehr kann sich
der Lampenträger nicht mehr weiterdrehen. Spätestens von diesem Zeitpunkt ab werden
die Lampenfassungen um etwa 45° gegeneinander verstellt, so daß die Lampenfassungen
bzw. die in ihnen befindlichen Blitzlampen die in F i g. 4 wiedergegebene Lage einnehmen,
in welcher ein Lampenpaar zu Transportzwecken in den Reflektorraum eingeschoben
werden kann.
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Gemäß F i g. 4 sind zwei Lampen in der Spiegelkammer untergebracht.
Der aus ihr herausragende Teil des Lampenträgers und die beiden restlichen Lampen
sind durch eine Kappe abgedeckt, die mit dem Gehäuse unter Verwendung einer federnden
Raste verbunden und mit Mitteln ausgerüstet sein kann, um das Blitzlichtgerät an
dem Halteriemen einer Kamera zu befestigten.