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Photographisches Verfahren zur Herstellung korrigierter Teilbilder
Die Erfindung bezieht sich auf ein photographisches Verfahren zur Herstellung von
durch sogenannte Masken korrigierten Positiv- oder Negativteilbildern für photomechanische
Zwecke.
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Es ist schon vorgeschlagen worden (z. B. französische Patentschrift
900 266), ein korrigiertes photographisches Teilbild durch Anwendung des Silbersalzdiffusionsverfahrens
herzustellen. Beispielsweise wird zur Herstellung eines Negativteilbildes, das dem
blauen Objektteil entspricht und zur Korrektion der unerwünschten Blauabsorption
der für ein anderes Teilbild zu verwendenden Purpurdruckfarbe mit einer entsprechenden
Maske versehen wird, ein photographisches Material verwendet, dessen durchsichtige
Unterlage mit folgenden Schichten überzogen ist 1. einer Entwicklungskeime enthaltenden
Haftschicht, 2. einer orthochromatischen Silbersalzemulsionsschicht mit niedrigem
Silbergehalt, 3. einer genügend dicken Zwischenschicht oder einer Sperrschicht,
die einen leicht entfernbaren gelben Farbstoff enthält, 4. einer normalen blauempfindlichen
Silbersalzemulsionsschicht.
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Dieses Material wird mittels entsprechender Filter belichtet und in
einem Na2Sz03 enthaltenden Metolhydrochinonentwickler entwickelt. Hierbei entsteht
in der blauempfindlichen Schicht ein Blaufilternegativ und in der orthochromatischen
Schicht ein schwaches Grünfilternegativ.
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Gleichzeitig diffundiert das nicht reduzierte Silbersalz der orthochromatischen
Emulsionsschicht in die Haftschicht und wird zu einem gelbfarbigen Silberbild reduziert,
dessen Farbe und Intensität auf die große Dispersität des Silbers zurückzuführen
sind. Das hieraus resultierende positive Bild des Grünfilternegativs bildet die
Maske für das Blaufilternegativ.
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Ein Blaufilternegativ kann auch für die unerwünschte Blauabsorption
des Blaugrünteilbildes korrigiert werden. Zu diesem Zweck wird statt der orthochromatischen
Schicht des obigen Beispiels eine panchromatische Emulsionsschicht genommen. Es
besteht auch die Möglichkeit, beide Korrekturen gleichzeitig durchzuführen.
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Ebenfalls kann das Grünfilternegativ für die unerwünschte Grünabsorption
im Blaugrünteilbild korrigiert werden. Dazu soll die blauempfindliche Silbersalzemulsionsschicht
des obenerwähnten Beispiels durch eine orthochromatische und die orthochromatische
durch eine panchromatische ersetzt werden.
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Bei dem bekannten Verfahren wird die Gradation des maskenbildenden
Teilnegativs zu steil, was auf die gleichzeitig erfolgende Entwicklung des zu korrigierenden
Teilnegativs zurückzuführen ist. Die Erfindung zeigt, wie man diese Gradation zu
mildern vermag, ohne die des zu korrigierenden Teilbildes zu ändern. Ferner ist
ein Verfahren zur Herstellung von photographischen Teilbildern für die Mehrfarbenreproduktion
und von Masken für die Farbkorrektur dieser Teilbilder bekannt, bei dem nach der
Belichtung die Entwicklung des zu korrigierenden Teilnegativs und die Entwicklung
des maskenbildenden Teilnegativs mit nachträglicher Bildung des Maskenpositivs mittels
des Silberfarbausbleichverfahrens jeweils durchzuführen sind.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die Entwicklung des maskenbildenden
Teilnegativs gleichzeitig mit der Bildung des Maskenpositivs.
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von photographischen
Teilbildern für die Mehrfarbenreproduktion und von Masken für die Farbverbesserung
dieser Teilbilder. Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, nach dem Silberhalogeniddiffusionsverfahren
Maskenbilder mit zarter Gradation und großem Gradationsumfang zu erzeugen, und zwar
ohne Beeinträchtigung der Gradation des zu korrigierenden Teilbildes. Zu diesem
Zweck besteht die Erfindung darin, daß nach erfolgter Belichtung die Entwicklung
des zu korrigierenden Teilnegativs einerseits und die Entwicklung des maskenbildenden
Teilnegativs sowie die Bildung des Maskenpositivs andererseits gesondert durchgeführt
und/oder die Schicht für das maskenbildende Teilnegativ und/oder die Schicht für
das Maskenpositiv durch zwei solche Schichten ersetzt werden.
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Es versteht sich, daß die Begriffe »Negativ« und »Positiv« nur relativ
zueinander zu betrachten sind. Erfindungsgemäß besteht ein erstes Mittel zur Lösung
der gestellten Aufgabe darin, daß ein photographisches Material verwendet wird,
dessen Unterlage auf der einen
Seite mit der Schicht für das zu
korrigierende Teilbild und auf der anderen Seite mit den das Maskenbild formenden
Schichten versehen ist. Beispielsweise weist das Material auf der Vorderseite eine
orthocbromatische Emulsion für das Grünfilternegativ und auf der Rückseite zuerst
eine Empfangschicht und dann eine panchromatische Emulsion mit Grünlücke auf.
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Auf diese Weise wird eine Sperrschicht, d. h: eine Schicht, die die
unerwünschte Diffusion von der Emulsionsschicht her in die Empfangschicht verhindert,
völlig überflüssig. Gleichzeitig wird automatisch die angestrebte Unschärfe des
Maskenbildes erreicht, die bekanntlich vorteilhaft ist. Schließlich wird durch diese
Maßnahme eine bessere Durchentwicklung der Emulsionsschicht ermöglicht, die sonst
unter einer anderen Emulsionsschicht liegen würde; mit anderen Worten, die Emulsion,
welche sonst unter einer anderen Emulsionsschicht liegen würde, wird besser dem
frischen Entwickler zugänglich. Bei dieser beiderseitigen Anordnung der Schichten
ist es gleichgültig, ob zuerst die Seite des zu korrigierenden Teilnegativs oder
die andere Seite entwickelt wird.
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Weiter wurde gefunden, daß man bei gesonderter Entwicklung und Diffusion
eine härtere Gradation bekommt, die jedoch mit entsprechend größerem Umfang weicher
ist, wenn Entwicklung des maskenbildenden Negativs und Diffusion gleichzeitig erfolgen.
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Um ein Maskenbild mit weicher Gradation von befriedigendem Umfang
zu erzielen, wird erfindungsgemäß eine Einzelbadbehandlung vorgezogen. Das zu korrigierende
Negativbild fällt aber in diesem Falle zu schwach aus und muß nach Bildung des Maskenpositivs
durch das Süberhalogeniddiffusionsverfahren gesondert weiterentwickelt werden. Ein
Mittel zu diesem Zweck besteht unabhängig davon, ob die Schichten auf dieselben
Seiten angeordnet sind oder nicht, darin, daß man während der Diffusionsentwicklung
des Maskenbildes die Entwicklung des zu korrigierenden Teilnegativs hemmt. Zu diesem
Zweck werden der zu hemmenden Emulsion oder einer anschließenden Schicht entwicklungshemmende
Stoffe, wie KBr, K j, Thiobarbitursäurederivate, Mercapto- , tetrazolderivat@ und
andere schwerlösliche Silbersalze bildende Stoffe zugesetzt, oder es wird die zu
hemmende Emulsion mit einer Schutzschicht entsprechender Dicke überzogen.
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Weiter besteht die Möglichkeit, zuerst in Anwesenheit einer Entwicklungssubstanz,
die entweder schwach ist oder eine bedeutende Induktionsdauer besitzt (z. B. Hydrochinon),
zu entwickeln und der Emulsionsschicht, die für die Bildung des Maskenbildes verantwortlich
ist, oder einer anderen, auf derselben Seite der Unterlage befind- ; lichen Schicht
eine weitere Entwicklungssubstanz mit superadditiver Wirkung, wie Metol oder Phenidon,
hinzuzufügen. In letzteren beiden Fällen wird nach ausreichender Entwicklung des
Maskenbildes das negative Teilbild in einem Bad entwickelt, das kein Lösungsmittel
; für das Halogensilber enthält.
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Außer der unabhängigen Bildung vom positiven Maskenbild und negativen
Teilbild liegt erfindungsgemäß noch eine andere Möglichkeit zur Bildung eines Maskenbildes
mit weicherer Gradation von größerem Umfang vor. Es können nämlich entweder die
maskenbildende Emulsionsschicht oder die maskenbildende Empfang schicht oder beide
in zwei oder mehrere Schichten zerlegt werden. Durch diese Maßnahme ist ein großer
Gradationsumfang ungeachtet des Umstandes erzielbar, daß das zu korrigierende Teilnegativ
zusammen mit dem maskenbildenden Teilnegativ vor der Diffusionsübertragung entwickelt
wird.
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Falls verschiedene maskenbildende Emulsionsschichten benutzt werden,
können diese verschieden sensibilisiert werden, und zwar mit Sensibilisatoren, deren
Sensibilisierungsvermögen im gleichen Spektralbereich verschieden ist oder deren
Sensibilisierungsbereiche verschiedene Maxima aufweisen, so daß im letzten Falle
die Gradation und deshalb auch ihr Umfang mittels geeigneter Farbfilter beeinflußt
werden können.
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Die folgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung, ohne
sie in irgendeiner Hinsicht zu beschränken. Beispiel I Auf beide Seiten einer durchsichtigen
Unterlage werden nacheinander folgende Schichten aufgetragen: a) Vorderseite 1.
einegrünempfindlicheSilberbromidemulsionsschicht, 2. eine aus einer 0,4g/1 1-Phenyl-5-mercaptotetrazol
enthaltenden 10°/oigen Gelatinelösung aufgebaute Schicht; b) Rückseite 1. eine Schicht,
die außer Entwicklungskeimen noch einen roten oder purpurnen, im Bad auswaschbaren
Filterfarbstoff, wie z. B. 3 g/kg Fuchsin, enthält, 2. eine rotempfindliche Silberbromidemulsionsschicht
mit niedrigem Silbergehalt.
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Nach aufeinanderfolgender Belichtung durch Grün-und Rotfilter wird
das Material für 4 Minuten in einem Bad der folgenden Zusammensetzung entwickelt:
Wasser .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1000,0 cm3 Natriumsulfit
(wasserfrei) . . . . . . . . . . 40,0 g Hydrochinon .....................
17,09
Natriumthiosulfat . . . . . . . . . . . . . . . . 10,0 g Kaliumbromid
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10,0 g Kaliumhydroxyd . . . . . . . . . .
. . . . . . . 10,0 g Hierbei wird praktisch allein die auf die Rückseite des Materials
befindliche Emulsion entwickelt und übertragen. Offne Zwischenwässern wird für 4
Minuten in einem Bad folgender Zusammensetzung: Wasser . . . . . . . . . . . . .
. . . 1000,0 cm3 1000,0 cm3 Metol.................. 1,5 g 2,0 g Natriumsulfit (wasserfrei)
50,0 g oder 25,0 g Hydrochinon . . . . . . . . . . . 6,0 g 1,5 g Natriumcarbonat
(krist.) 80,0 g 75,0 g Kaliumbromid . . . . . . . . . 2,0 g 0,5 g weiterentwickelt,
bis die vorderseitige Emulsion das erwünschte Gamma erreicht hat. Auf diese Weise
bekommt man ein Grünfilternegativ, welches durch ein schwaches Rotfilterpositiv
maskiert ist. Beispiel 1I Auf beide Seiten einer durchsichtigen Unterlage werden
nacheinander folgende Schichten aufgetragen: a) Vorderseite 1. eine nicht sensibilisierte
Chlorbromsilberemulsionsschicht; b) Rückseite 1. eine Schicht, welche außer Entwicklungskeimen
noch einen im Bad auswaschbaren gelben Farbstoff, wie z. B. 8 g/kg Tartrazin, enthält,
2. eine grünempfindliche Silberbromidemulsionsschicht mit niedrigem Silbergehalt,
3. eine aus einer 10 g/1 Metol enthaltenden 5°/@gen Gelatinelösung hergestellte
Schicht.
Nach aufeinanderfolgender Belichtung durch Blau-und Grünfilter
erfolgt für 3 Minuten eine Entwicklung in einem Bad der folgenden Zusammensetzung:
Wasser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1000,0 cm3 Natriumsulfit
(wasserfrei) . . . . . . . . . . . 50,0 g Hydrochinon ...................... 2,0
g Natriumcarbonat (wasserfrei) . . . . . . . . 30,0 g Kaliumbromid . . . . . . .
. . . . . . . . . . . . . 2,0 g Natriumthiosulfat . . . . . . . . . . . . . . .
. . 2,09 Nach kurzem Zwischenwässern wird die vorderseitige Emulsion normal in einem
Bad gleicher Zusammensetzung wie das Bad im Beispiel I entwickelt. Auf diese Weise
bekommt man ein Blaufilternegativ, welches durch ein schwaches Grünfilterpositiv
maskiert ist.
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Beispiel III Auf eine durchsichtige Unterlage werden von beiden Seiten
nacheinander folgende Schichten aufgetragen a) Vorderseite 1. eine nicht sensibilisierte
Silberbromidemulsionsschicht; b) Rückseite 1. eine Gelatineschicht, die einen gelben
Farbstoff wie im Beispiel II enthält, 2. eine grünempfindliche Silberbromidemulsionsschicht
mit niedrigem Silbergehalt, 3. eine Schicht, die außer Entwicklungskeimen noch einen
roten oder purpurnen Farbstoff wie im Beispiel I enthält, 4. eine rotempfindliche
Silberbromidemulsionsschicht mit niedrigem Silbergehalt.
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Nach aufeinanderfolgender Belichtung durch Blau-, Grün- und Rotfilter
wird dieses Material ohne Zwischenwässern nacheinander für je 3 Minuten in den Bädern
a) und b) der folgenden Zusammensetzung entwickelt a) Wasser . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . . . . . . . 1000,0 cm3 Metol.......... ...................
0,5 g Natriumsulfit (wasserfrei) . . . . . . . . . . . 50,0 g Hydrochinon ......................
5,09 Natriumcarbonat (wasserfrei) . . . . . . . . 32,0 g Kaliumbromid . . . . .
. . . . . . . . . . . . . . . 2,0 g Zitronensäure ..................... 2,0 g b)
Wasser ...... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1000,0 cm#I Natriumsulfit
(wasserfrei) . . . . . . . . . . . 50,0 g Natriumthiosulfat . . . . . . . . . .
. . . . . . . 5,0 g Hydrochinon ...................... 0,3 g Metol.............................
0,075 g Die Diffusionsübertragung findet praktisch ausschließlich im letzten Bad
statt. Man bekommt ein Blaufilternegativ, welches durch schwache Rot- und Grünfilterpositive
maskiert ist.
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Beispiel IV Auf die beiden Seiten einer durchsichtigen Unterlage werden
nacheinander folgende Schichten aufgetragen: a) Vorderseite 1. eine nicht sensibilisierte
Bromjodsilberemulsionsschicht; b) Rückseite 1. eine Schicht, die außer Entwicklungskeimen
noch einen gelben Filterfarbstoff wie im Beispiel II enthält, 2. eine grünempfindliche
Silberbromidemulsionsschicht mit niedrigem Silbergehalt, 3. eine Gelatineschicht,
die einen roten bzw. purpurnen Filterfarbstoff wie im Beispiel I enthält, 4. eine
rotempfindliche Silberbromidemulsionsschicht mit niedrigem Silbergehalt, 5. eine
Entwicklungskeime enthaltende Schicht: Es wird weiter wie im Beispiel III verfahren
und ein gleiches Ergebnis erzielt.
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Beispiel V Auf die beiden Seiten einer durchsichtigen Unterlage werden
nacheinander folgende Schichten aufgetragen: a) Vorderseite 1. eine grünempfindliche
Silberbromidemulsionsschicht; b) Rückseite 1. eine Gelatineschicht, die einen roten
bzw: purpurnen Filterfarbstoff wie im Beispiel I enthält, 2. eine rotempfindliche
Silberbromidemulsionsschicht mit niedrigem Silbergehalt, 3. eine Entwicklungskeime
enthaltende Schicht, 4. eine rotempfindliche Bromjodsilberemulsionsschicht mit niedrigem
Silbergehalt.
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Nach aufeinanderfolgender Belichtung durch Grün-und Rotfilter wird
dieses Material weiter wie im Beispiel III behandelt. Man bekommt ein Grünfilternegativ,
welches durch ein schwaches Rotfilterpositiv maskiert ist. Beispiel VI Auf eine
durchsichtige Unterlage werden von beiden Seiten nacheinander folgende Schichten
aufgetragen: a) Vorderseite 1. eine grünempfindliche Bromjodsilberemulsionsschicht;
b) Rückseite 1. eine Gelatineschicht, die einen roten bzw. purpurnen Filterfarbstoff
wie im Beispiel I enthält, 2. eine für Rot supersensibilisierte SilberbromidemuIsionsschicht
mit niedrigem Silbergehalt, 3. eine Entwicklungskeime enthaltende Schicht, 4. eine
rotempfindliche Silberbromidemulsionsschicht mit niedrigem Silbergehalt.
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Es wird weiter wie im Beispiel V verfahren und das gleiche Ergebnis
erzielt.