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CH360171A - Verfahren zur Herstellung von Formen für Giessereizwecke - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Formen für Giessereizwecke

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Publication number
CH360171A
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Authority
CH
Switzerland
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model
polyvinyl alcohol
mold
urea
models
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Application number
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English (en)
Original Assignee
Sulzer Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
Application filed by Sulzer Ag filed Critical Sulzer Ag
Publication of CH360171A publication Critical patent/CH360171A/de

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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22CFOUNDRY MOULDING
    • B22C7/00Patterns; Manufacture thereof so far as not provided for in other classes
    • B22C7/02Lost patterns

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Mold Materials And Core Materials (AREA)

Description


  Verfahren zur Herstellung von Formen für     Giessereizwecke       Die     Erfindung    betrifft ein     Verfahren    zur Herstel  lung von Formen für     Giessereizwecke    mit     Hilfe    von  Modellen, die, z. B. durch     Ausschmelzen,    Verbren  nen oder Herauslösen, aus der Form entfernt werden.  In der Regel werden solche Modelle aus Wachs oder  einem     thermoplastischen    Kunststoff gebildet und mit  tels     Wärmeeinwirkung    aus der gebildeten Giessform  durch     Ausschmelzen    beziehungsweise Verbrennen ent  fernt.  



  Neben dem Vorteil leichter     Bildsamkeit    besitzen  Wachse und Kunststoffe als Modellwerkstoff doch  ganz bestimmte Nachtedle. In warmen     Jahreszeiten     sind insbesondere Wachsmodelle wenig standfest und  beeinträchtigen die     Masshaltigkeit    durch Kriechen des  Modellwerkstoffes, ferner auch während der Abküh  lung in der zur     Modellbildung    dienenden Form sowie  während des     Erkaltens    nach dem Herausnehmen aus  der Form.

   Diese Erscheinungen lassen sich auf     die          amorphe    Struktur der Wachse und Kunststoffe     zu-          rückführen:    Hinzu kommt, dass innere Spannungen  in einem aus Wachs oder aus :

  einem Kunststoff beste  henden Modell bei Erwärmen der Giessform zum     Her-          ausschmelzen    beziehungsweise Verbrennen des Mo  dells ebenfalls     Modelldeformationen    verursachen,  welche zu Rissen in der das     Modell        umschliessenden     Formschicht     führen.    Letztere besitzt zudem meist  einen     kleineren        Ausdehnungskoeffizienten    als die ge  nannten Modellwerkstoffe.

   Es ist deshalb     bereits    vor  geschlagen worden,     verlorene    Modelle durch Heraus  lösen mit     Hilfe    eines Lösungsmittels aus der Giessform  zu entfernen, z. B. Wachsmodelle mit Hilfe von     Tri-          chloräthylen.    Ein weiterer     Nachteil    ist     ferner    der hohe  Preis der in Frage kommenden Wachse und Kunst  stoffe.  



  Gegenüber Wachsen und Kunststoffen     zeichnet     sich Harnstoff als Modellwerkstoff durch     eine        Reihe       von     Vorteilen    aus. Einerseits beträgt sein Preis nur  etwa den sechsten Teil     desjenigen    von     Modellwachs.          Anderseits    besitzt     Harnstoff        in    festem Zustand eine       kristalline        Struktur    und zeichnet sich deshalb durch  sehr gute Standfestigkeit auch bei höheren Tempe  raturen aus.

   Harnstoff schmilzt ferner     bei    132 , was  die     Bildung    der Modelle in üblichen     Spritzmaschinen     unter Verwendung niedriger Arbeitsdrücke ermög  licht. Zu     diesen        Eigenschaften    kommt     hinzu,    dass       Harnstoff        wasserlöslich    ist.

   Mithin     erscheint    es mög  lich, die Modelle aus Harnstoff mit Hilfe     eines    Lö  sungsmittels aus der Giessform zu     entfernen,    wobei  Wasser ein denkbar     billiges        Lösungsmittel    darstellt im  Vergleich zu dem für Wachsmodelle bereits vor  geschlagenen Herauslösen mittels     Trichloräthylen.     



  Den genannten     vorteilhaften    Eigenschaften von       Harnstoff    als Modellwerkstoff steht als Nachteil ge  genüber, dass Modelle aus Harnstoff     verhältnismässig     spröde sind. Insbesondere neigen     scharfe    Kanten zum       Abbröckeln.    Ferner bedingt die     geringe    Schlagfestig  keit     eine        sorgfältige    Handhabung der     Modelle.    Das  erfindungsgemässe     Verfahren    ermöglicht, diese     Nach-          teile    weitgehend     auszuschalten;

      es ist dadurch     gekenn-          zeichnet,    dass     ein    aus einer Mischung von     geschmol-          zenem    Harnstoff und     einem        Polyvinylalkohol    gebil  detes Modell verwendet wird,       Nach    dem erfindungsgemässen Verfahren her  gestellte Modelle     zeichnen    sich durch eine gute Schlag  festigkeit aus und selbst scharfe Kanten und Spitzen  neigen nicht zum     Abbröckeln.    Diese Wirkung kann  so erklärt werden,

   dass der in der     geschmolzenen          Harnstoffmasse        enthaltene        Polyvinylalkohol    weiter  polymerisiert, und zwar unter     teilweiser    Kondensation  von     Polyvinylalkohol        mit        Harnstoff    zu netzartigen  Molekülen wie auch Kettenmolekülen, welche die           Festigkeitseigenschaften    der erhaltenen Modelle auf  die     geschilderte    Weise verbessern.  



       Vorteilhaft    kann mit     Hilfe    des aus einer Mischung  von     Harnstoff    und     einem        Polyvinylalkohol    gebildeten  Modells eine Form aus wasserresistentem Material  hergestellt und hierauf das Modell durch Herauslösen  mit     Hilfe    eines     wässrigen    Lösungsmittels aus der Form       entfernt    werden.

   Die zur Modellherstellung verwen  dete Mischung enthält den     Polyvinylalkohol        am    besten  in     einer    Menge von nicht mehr als 10 Gewichtspro  zenten, vorzugsweise in einer Menge zwischen 2 bis       @5        Gewichtsprozenten.    Der mit dem Harnstoff zu mi  schende     Polyvinylalkohol        weist        zweckmässig    einen       Polymerisationsgrad    von 200     bis    300 auf.  



  <I>Beispiel 1</I>  Pulverförmiger     Harnstoff        wird        mit    3 Gewichts  prozenten     Polyvinylalkohol        in    Pulverform     gemischt     und die erhaltene Mischung in einer     Spritzguss-          maschine    so weit erhitzt, dass der Harnstoff sich in ge  schmolzenem Zustand befindet.

   Die     Mischnug    aus ge  schmolzenem     Harnstoff    und     Polyvinylalkohol        wird     mit     Hilfe    einer     Metallkokille    zu einem Modell des       herzustellenden        Gussstückes    - z. B. eine Turbinen  schaufel - geformt. Nach der     Verfestigung    des Mo  dells wird dieses aus der     Kokille    herausgenommen.

    Zur Bildung der Form wird     eine    durch Mischen einer  Lösung aus 0,5 1      Äthylsilikat     (Markenprodukt),  2,5 1     Alkohol,    0,251 Wasser und 5     em3    Salzsäure mit  18 kg     Zirkonsand        hergastellte    Formmasse benützt.

    Das Modell wird mehrere Male in diese Formmasse  eingetaucht, und -so um das Modell     schliesslich    ein  wasserfester schalenartiger Überzug von beispielsweise  3 bis 4 mm Dicke     gebildet.    Hierbei wird dafür Sorge  getragen, dass der     zur    Bildung des Eingusses     dienende     Modellteil nach aussen     freiliegt.    Der so erhaltene  Formkörper wird mehrere Stunden an der Luft     trock-          nengelassen    und hierauf     zusammen    mit dem den       Formhohlraum    ausfüllenden     Harnstoffmodell    in ein       Lösungsmittelbad    verbracht.

   Das     Lösungsmittel    ist  Wasser, dem 5 Gewichtsprozente salpetrige Säure zu  gegeben wurden. Das     Lösungsmittel    reagiert mit dem       Harnstoff    :in der Weise, dass Kohlensäure, Stickstoff  und Wasser     entsteht.    Diese     Gasentwicklung    unter  stützt den     Lösungsprozess,        indem    sie     Benn        Aufsprengen     der     mit    dem Lösungsmittel in     Berührung    kommenden  Oberfläche bewirkt,

   so dass in Lösung     begriffene          Harnstoffteilchen    stetig weggedrängt werden und so  den Zutritt von     Lösungsmitteln    zu     tiefergelegenen     Modellteilen ermöglichen. Nach abgeschlossenem  Herauslösen werden die Formen aus dem     Lösungs-          mittelbad    herausgenommen und     einige    Stunden an  der Luft     trocknengelassen,    um hierauf in einem  Ofen z.

   B. während sechs Stunden :bei einer Tempe  ratur von 500  C     gebrannt        zu        weiden.    Nach dem  Herausnehmen     eus    dem     Brennofen    wird     flüssiges    Me  tall     in    die erhaltene Giessform eingegossen. Die     Guss-          stücke        zeichnen    sich durch sehr gute     Masshaltigkeit     und     Oberflächengüte    aus.

   So     gelingt    es,     eine        Mass-          genauigkeit        von             2     %0        zu        erhalten.       <I>Beispiel 2</I>  Ein auf gleiche Weise wie nach Beispiel 1 erhal  tenes Modell wird durch Eintauchen in eine aus  Quarzmehl und einem Bindemittel bestehende Form  masse mit     einem    dünnen Überzug versehen und nach  Verfestigung es Überzugs in einen zylinderförmigen  Formkasten gebracht und in diesem mit einer zweiten       Formmasse    hinterfüllt.

   Der     zur    Bildung des     Einguss-          kanals    dienende     Modellteil    kann aus dem gleichen  Material wie das Modell bestehen oder aber für sich  aus einem     billigen    Wachshergestellt sein. Der Form  kasten wird hierauf in einen     Trocknungs-    und einen  Brennofen verbracht und hierbei das Modell aus  geschmolzen. Allfällige Modellrückstände verbrennen  während der Brennbehandlung. Nach dem Heraus  nehmen des Formkastens aus dem Brennofen wird  Metall in die Giessform gegossen.  



  Beim geschilderten Herauslösen des Modells ist  zu beachten,     d@ass    der neben dem     Harnstoff    zur Bil  dung des Modells dienende     Pölyvinylalkohol    eben  falls wasserlöslich ist,     dass    jedoch seine     Löslichkeit     vom     Polymerisationsgrad    abhängt.

   Bei hohem     Poly-          merisationsgrad    des     Polyvinylalkohols    im gebildeten  Modell ist es     allenfalls    nötig, durch Aufrühren des  Lösungsmittels ein     Herausschwemrnen    des nicht voll  ständig gelösten, jedoch aufgequollenen     Polyvinyl-          alkohols    herbeizuführen.     Zweckmässig    kann das Her  auslösen     auch    unter     Einwirkung    von Ultraschall er  folgen.

   Zu diesem Zweck wird ein beispielsweise mit  20 000 Hertz schwingender Ultraschallstrahler im     Lö-          sungsmittelbad    angeordnet.  



  Zur Bildung des     Formkörpers    können auch an  dere als die     angegebene    Formmasse verwendet wer  den. Ferner wäre es auch möglich, beim Herauslösen  der     Modelle        Lias    Lösungsmittel in Dampfform zur       Einwirkung    zu bringen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Formen für Gie- ssereizwecke mit Hilfe von verlorenen Modellen, die nach Bildung der Formaus diesem entfernt werden, dadurch gekennzeichnet, dass ein aus einer Mischung von geschmolzenem Harnstoff und einem Polyvinyl- alkohol gebildetes Modell verwendet wird. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass mit Hilfe des Modells eine Form aus wasserresistentem Material hergestellt und hierauf das Modell durch Herauslösen mit Hilfe eines wäss- rigen Lösungsmittels aus dem Formkörper entfernt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die zur Modellherstellung verwen dete Mischung Polyvinylalkohol in einer Menge bis zu 10 Gewichtsprozenten enthält.
    3. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass die Mischung Polyvinylalkohol in einer Menge zwischen 2 bis 5 Gewichtsprozenten.ent- hält. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass der Polyvinylalkohol einen Poly- merisationsgrad von 200 bis 300 aufweist. 5.
    Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass das Herauslösen unter der Einwir- kung von Ultraschall erfolgt.
CH360171D 1957-08-15 1957-08-15 Verfahren zur Herstellung von Formen für Giessereizwecke CH360171A (de)

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