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Zum selektiven Abschalten fehlerhafter Leitungsteile dienendes Überstromzeitrelais.
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oder
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Hierin bedeutet R den ohmschen Widerstand und 10 L die induktive Reaktanz der Leitung zwischen Relaisort und Kurzschlussstelle.
Ein besonders einfacher Aufbau ergibt sich für das neue Relais dann, wenn es nach Art der Ferrarisrelais ausgebildet ist. Man kann dann nämlich den sonst für derartige Relais notwendigen Dämpfungsmagneten ersparen, wenn man die magnetischen Verhältnisse entsprechend wählt. Bekanntlich-wirken bei einem Ferrarisrelais auf eine drehbare Scheibe zwei gegeneinander verschobene Kraftflüsse, die ein Drehmoment erzeugen, das proportional dem Produkt der beiden Flüsse und des Kosinus des von ihnen gebildeten Winkels ist. Ein dämpfendes Moment wird aber schon von einem einzigen Fluss ausgeübt, es ist proportional der Winkelgeschwindigkeit mal dem Quadrat des Flusses.
Wirken dabei auf die Scheibe zwei Flüsse, herrührend von Strom und Spannung, so ist das dämpfende Moment proportional der Grösse
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Fluss proportional dem Strom ändert.
Es ist zweckmässig, mit dem neuen Selektivrela. is ein einfaches Stromrelais zu verbinden, das erst bei einer gewissen einstellbaren Stromstärke das Selektivrelais entweder durch Aufhebung einer mechanischen Hemmung oder durch Einschalten der Spannungsspule des Triebsystems über einen Hilfskontakt freigibt, so dass die Auslösung bei Stromkreisen unterhalb dieser Stromstärken nicht erfolgen kann. Der Anker dieses Stromrelais kann mit dem Selektivrelais, beispielsweise durch eine Feder derart verbunden serin, dass das Stromrelais dem Selektivrelais ein das Triebsystem unterstützendes Hilfsdrehmoment erteilt. Das hat den Vorteil, dass auch bei Verschwinden der Spannung, bei der das Drehmoment des Triebsystems ebenfalls verschwindet, eine sichere Auslösung erfolgt.
Statt der Feder, die ein von der Stromstärke unabhängiges Hilfsdrehmoment erzeugt, kann man auch jede andere Verbindung wählen, die ein von der Spannung abhängiges Hilfsdrehmoment erteilt.
Ferner kann man das sofort wirkende Stromrelais mit dem Selektivrelais beispielsweise durch eine Zugstange verbinden, die dem Selektivrelais eine zweckmässig gewählte regelbare Anfangsgeschwindigkeit erteilt, so dass der störende Einfluss der Massenträgheit kompensiert ist. Um endlich zu verhüten, dass bei vorzeitig von anderen Stellen abgeschaltetem Kurzschluss durch Nachlaufen der bewegten Teile des Selektivrelais unbeabsichtigte Auslösungen eintreten, verbindet man mit dem Stromrelais zweckmässige Einrichtungen, die das Selektivrelais bei verschwindendem Überstrom sofort sperren.
Zur Erläuterung der Erfindung ist auf der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel dargestellt. Das neue Relais besteht aus der Ferrarisscheibe a, die von einem dreizinkigen Triebkern b angetrieben wird.
Der mittlere Schenkel trägt eine Stromwicklung, durch die wenige Amperewindungen erzeugt werden, die äusseren je eine Spannungswicklung mit sehr vielen Amperewindungen. Weil das Drehmoment von Strom und Spannung gebildet wird, spricht das Relais nur bei einer bestimmten Richtung des Überstromes an, ist also Stromrichtungsabhängig. Strom und Spannung werden dem zu schützenden Leitungsystem c vermittels eines Strom-und Spannungswandlers d bzw. e entnommen.
Der Strom durchfliesst ausser der erwähnten Wicklung noch die Spule eines reinen Stromrelais 1, dem in der hier beschriebenen Ausführungsform eine vierfache Aufgabe zufällt.
Erstens schliesst es einen Kontakt g, über den die Spannungsspulen des Wattrelais an Spannung
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Denn wenn auch der Kontakt i noch geschlossen werden sollte, so ist der Auslösestromkreis doch offen, weil das bei Verschwinden des Überstromes augenblicklich zurückfallende Relais 1 den Kontakt h öffnet.
Drittens gibt das Relais 1 der Scheibe a vermittels des Zugorganes i ! einen Anstoss, der die Trägheit der
Scheibe überwindet und sie sofort auf angenähert richtige Drehzahl bringt. Viertens kann bei geeigneter
Wahl der in das Zugorgan eingeschalteten Feder m durch die beim Ansprechen des Relais/gespannte
Feder während der ganzen Ablaufzeit auf die Scheibe a ein Hilfsdrehmoment ausgeübt werden, das bei verschwindender Spannung eine sichere Auslösung gewährleistet.
Es ist noch zu erwähnen, dass in Serie mit der Spannungswicklung des Hauptrelais zweckmässig ein Kondensator n geschaltet wird, der die richtige Phasenverschiebung zwischen den beiden in dem Kern b entstehenden Kraftflüssen erzeugt, die dem Relais eine grössere Empfindlichkeit bei niedrigen Spannungen verleiht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Zum selektiven Abschalten fehlerhafter Leitungsteile dienendes Überstromzeitrelais, dadurch gekennzeichnet, dass das die Ablaufgeschwindigkeit regelnde dämpfende Drehmoment proportional dem
Quadrat der am Relaisort herrschenden Netzspannung und proportional der Winkelgeschwindigkeit des drehbaren Teiles ist.