Beschreibung
Titel
Verkapselung, MEMS sowie Verfahren zum Verkapseln
Stand der Technik
Die Erfindung betrifft eine Verkapselung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, ein mikro-elektro-mechanisches System (MEMS) gemäß Anspruch 11 sowie ein Verfahren zum Verkapseln einer empfindlichen Bauelementstruktur auf einem Halbleitersubstrat gemäß Anspruch 12.
Empfindliche, meist mechanische Bauelementstrukturen von MEMS müssen zum Schutz vor Beschädigung verkapselt werden. Inertialsensoren, wie Beschleunigungssensoren oder Drehratensensoren werden derzeit mit KOH-geätzten Siliziumkappen gedeckelt, wobei die Kappen mit Hilfe einer Seal-Glas-Verbindung auf dem die empfindliche Bauelementstruktur aufweisenden Halbleitersubstrat festgelegt werden. Ein weiteres etabliertes Verfahren zum Verkapseln von empfindlichen Bauelementstrukturen auf Halbleitersubstraten ist das anodische Bonden von dreidimensional-strukturierten Glas-Wafern. Daneben werden strukturierte Silizium-Wafer als Verkapselung mit unterschiedlichen Bondverfahren an Halbleitersubstraten fixiert. Allen vorgenannten Verfahren ist gemeinsam, dass eine kostenintensive, dreidimensional-strukturierte Kappe aus Silizium oder Glas zum Einsatz kommt.
Die DE 100 06 446 Al beschreibt ein Verfahren zum Verkapseln empfindlicher Bauelementstrukturen im Wafer- Stadium. Die bekannte Verkapselung umfasst eine die
Bauelementstruktur umschließende Rahmenstruktur aus einem gehärteten Reaktionsharz sowie eine ebene, die Rahmenstruktur abdeckende und mit dieser einen Hohlraum ausbildende Kappe, bestehend aus einer flachen (zwei- dimensionalen) Kunststofffolie und einer darüber angeordneten, gehärteten Reaktionsharzschicht. Nachteilig bei der bekannten Verkapselung ist deren aufwändiges Herstellungsverfahren unter Einsatz einer zunächst aufzubringenden und dann wieder zu entfernenden Hilfsfolie.
Die US 2002/0121701 Al beschreibt ein Verkapselungs- verfahren, zum Verkapseln eines Nicht-MEMS-Wafers, wobei zum Verkapseln des Halbleitersubstrates dieses mit einer zunächst flüssigen Polymerschicht überzogen wird. Die bekannte Verkapselung eignet sich mangels Kavitäten nicht für MEMS.
Offenbarung der Erfindung Technische Aufgabe
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine alternative, einfache und kostengünstige Verkapselung für eine mechanische Bauelementstruktur auf einem Halbleitersubstrat vorzuschlagen. Ferner besteht die Aufgabe darin, ein MEMS mit mindestens einer derartigen Verkapselung sowie ein Herstellungsverfahren zum Herstellen einer verkapselten Bauelementstruktur anzugeben.
Technische Lösung
Diese Aufgabe wird hinsichtlich der Verkapselung mit den Merkmalen des Anspruchs 1, hinsichtlich des MEMS mit den Merkmalen des Anspruchs 11 und hinsichtlich des Verfahrens
mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. In den Rahmen der Erfindung fallen sämtliche Kombinationen aus zumindest zwei von in der Beschreibung, den Ansprüchen und/oder den Figuren offenbarten Merkmalen. Zur Vermeidung von Wiederholungen sollen verfahrensgemäß offenbarte Merkmale als vorrichtungsgemäß offenbart gelten und beanspruchbar sein. Ebenso sollen vorrichtungsgemäß offenbarte Merkmale als verfahrensgemäß offenbart gelten und beanspruchbar sein.
Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, anstelle eines kostenintensiven Silizium-Wafers zum Verkapseln einer empfindlichen mechanischen Bauelementstruktur eines MEMS eine Folie einzusetzen, die mindestens eine Polymerschicht umfasst. Dabei ist die Folie derart auszubilden und/oder anzuordnen, dass sie die mechanische Bauelementstruktur mit Abstand überdeckt. Insbesondere dann, wenn die Folie, wie später noch erläutert werden wird, durch Thermoformen und/oder Prägen dreidimensional ausgeformt wird, kann auf photolithographische Schritte sowie PVD-Schritte (PVD = physikalische Gasphasenabscheidung) , wie sie bei KOH- geätzten Silizium-Kappen zur Anwendung kommen, verzichtet werden. Eine nach dem Konzept der Erfindung ausgebildete Verkapselung zeichnet sich durch mindestens einen, die Folie durchsetzenden Durchkontakt aus. Durch das erfindungsgemäße Vorsehen mindestens eines Durchkontaktes zur elektrischen Kontaktierung des Halbleitersbustrates, bzw. eines elektronischen und/oder elektrischen Elementes/Bereichs des Halbleitersubstrates kann auf im Stand der Technik notwendige Prozessschritte wie Drahtbonden oder Transfer-Molden verzichtet werden. Zur Schaffung der Durchkontakte können in der
Leiterplattentechnologie etablierte kostengünstige Prozesse und Anlagen eingesetzt werden.
Besonders bevorzugt ist es, wenn eine, insbesondere dreidimensional-strukturierte, vorzugsweise eine Vielzahl von Kavitäten aufweisende, Folie bereits im Wafer-Stadium bei der Herstellung von MEMS eingesetzt wird, um somit eine Vielzahl von empfindlichen, mechanischen Bauelementstrukturen einer Vielzahl von MEMS gleichzeitig in einem sogenannten Waferlevelprozeß zu verkapseln. Von besonderem Vorteil ist dabei eine Ausführungsform der Verkapselung, bei der es sich bei der Bauelementstruktur um einen Bestandteil eines Inertialsensors, insbesondere eines Beschleunigungssensors, oder eines Drehratensensors, eines Mikrophons oder eines Drucksensors handelt. Die vorgeschlagene Verkapselung eignet sich aufgrund der deutlich reduzierten Herstellungskosten optimal für Verbraucher-Inertialsensoren zum Einsatz in Handgeräten, sogenannten Handhelds, wie Mobiltelefonen, Pocket-PCs, etc. Darüber hinaus hat eine nach dem Konzept der Erfindung ausgebildete Verkapselung große Potentiale im Hinblick auf eine Dicken- und Größenreduzierung im Vergleich mit den aus dem Stand der Technik bekannten Verkapselungen.
In Weiterbildung der Erfindung ist mit Vorteil vorgesehen, dass die Folie eine Formbeständigkeit bei den beim Bonden der Folie auftretenden Temperaturen hat. Bevorzugt soll die
Warmformbeständigkeit bei Temperaturen von über 230 °C noch gewährleistet sein. Bei kurzfristiger Temperaturbelastung bis beispielsweise 260°C oder 280°C sollte die Folie mit Vorteil zumindest weitgehend formbeständig sein.
Zusätzlich oder alternativ zu den vorgenannten Merkmalen ist es von Vorteil, wenn die Folie einen möglichst
niedrigen Ausdehnungskoeffizienten aufweist, um eine unzulässige Verformung der Verkapselung und damit des MEMS im späteren Einsatz auch bei starken Temperaturschwankungen zu vermeiden. Bevorzugt beträgt der Ausdehnungskoeffizient weniger als 20 ppm/K, ganz besonders bevorzugt weniger als 17 ppm/K, besonders bevorzugt weniger als 10 ppm/K. Idealerweise verhält sich die Polymerschicht der vorzugsweise als Mehrschichtfolie ausgebildeten Folie, ganz besonders bevorzugt die gesamte Folie, im Hinblick auf ihren Ausdehnungskoeffizienten in x- als auch in y-Richtung isotrop. Hierzu kann die Polymerschicht und/oder die gesamte Folie biaxial gereckt werden. Polymere zur Herstellung von Folien mit den vorgenannten Eigenschaften werden beispielsweise unter der Bezeichnung „Vectra 54Oi" von der Firma Ticona oder unter „Zenite 6330 NC" von der Firma Dupont vertrieben. Darüber hinaus sind biaxial gereckte Polymerfolien des Vectra-Typs (Hersteller Kuraray oder Rogers) mit in x- und y-Richtung isotropen Ausdehnungskoeffizienten von sogar unter 5 ppm/K erhältlich. Besonders zweckmäßig ist, wenn die
Polymerschicht der Folie aus Flüssigkristallpolymer (LCP) besteht oder diese Verbindung zumindest umfasst.
Flüssigkristallines Polymer weist in der Schmelze
(thermophob) oder gelöst (lysotrop) flüssigkristalline Eigenschaften auf. LCP ist äußerst temperaturstabil
(formbeständig) und weist zudem einen sehr niedrigen
Ausdehnungskoeffizienten auf. Ein weiterer Vorteil von LCP besteht darin, dass dieses wesentlich dichter ist als ein
Reaktionsharz, wie dieses bei Verkapselungen aus dem Stand der Technik zum Einsatz kommt. Neben der Ausbildung aus LCP ist es möglich, die Polymerschicht der Folie aus einem Ormocer auszubilden. Weiterhin kann es vorteilhaft sein die Polymerschicht aus Polyetheretherketon (PEEK) auszubilden.
Dessen Schmelztemperatur beträgt 343°C. Polyetheretherketon zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass es gegen fast alle organischen oder anorganischen Chemikalien beständig ist. Auch ist es möglich, die Polymerschicht aus folgenden chemischen Polymerverbindungen auszubilden: Polyamidimid (PAI) oder Polybenzimidazol (PBI), oder Polyvenylensulfid (PPS) oder Polyarylsulfon (PAS) .
Ganz besonders bevorzugt ist, wie eingangs erwähnt, eine Ausführungsform, bei der die Folie dreidimensional ausgeformt ist, um somit die Kavität zur Abdeckung der
Bauelementstruktur zu bilden. Die mindestens eine Kavität kann beispielsweise durch Spritzgießen, Prägen, insbesondere Spritzprägen, Thermoformen, Tiefziehen oder Casting eingebracht werden. Beim Casting wird das
Folienpolymer in eine Form eingegossen und daraufhin thermisch oder durch UV-Bestrahlung gehärtet.
Alternativ kann die Kavität auch von einer zweidimensional ausgeformten Folie verschlossen werden, wobei in diesem Fall zwischen Halbleitersubstrat und Folie ein, insbesondere galvanisch aufgebauter, Abstandhalter (Rahmen) vorgesehen werden muss. Dieser Rahmen lässt sich bei Bedarf gleichzeitig mit der Galvanik der Durchkontakte realisieren, insbesondere durch etablierte Stanz-, Bohr-, Photolitographie/Ätz- und/oder Laserbohrprozesse.
In Weiterbildung der Erfindung ist mit Vorteil vorgesehen, dass die Folie zur Gewährleistung einer ausreichenden Hermitizität der Folie im Hinblick auf Feuchtigkeit und/oder Gas, insbesondere Sauerstoff, mindestens eine Metallschicht aufweist. Bevorzugt ist die Metallschicht dabei aus duktilem Kupfer ausgebildet. Es sind allerdings
auch zusätzlich oder alternativ eine Vielzahl weiterer Metalle wie Nickel, Aluminium, Edelstahl, etc. als Metallschicht (en) einsetzbar. Das Metall sollte derart ausgewählt werden, dass es eine hohe Duktilität (Bruchdehnung) aufweist, einen niedrigen Ausdehnungskoeffizienten, von vorzugsweise geringer als 17 ppm/K und einen Schmelzpunkt von deutlich über 280°C. Besonders bevorzugt ist es zur Gewährleistung einer optimalen Hermitizität mindestens zwei Metallschichten vorzusehen, die bevorzugt die Polymerschicht sandwichartig zwischen sich aufnehmen. Ganz besonders bevorzugt sind die beiden Metallschichten dabei unmittelbar auf die Polymerschicht aufgebracht .
In Weiterbildung der Erfindung ist mit Vorteil vorgesehen, dass, vorzugsweise zusätzlich zu der mindestens einen, die Hermitizität der Folie verbessernden, Metallschicht eine, ggf. eine weitere Bondschicht unmittelbar kontaktierende, Metallschicht vorgesehen ist, um die Verkapselung mit dem Halbleitersubstrat, vorzugsweise mit einer Metallisierung des Halbleitersubstrates, auf eine vereinfachte Weise bonden zu können. Mit Vorteil kommt zum Bonden ein Thermokompressionsbondverfahren zum Einsatz, wobei es besonders bevorzugt ist, das Bondsystem, also sämtliche zum Boden beteiligte Schichten sowie den zum Einsatz kommenden Druck so abzustimmen, dass Bondtemperaturen von unter 280°C, vorzugsweise um 260°C realisierbar sind.
Ganz besonders bevorzugt erfolgt die Anbindung der Folie an das Halbleitersubstrat mit Hilfe eines sogenannten SLID- Bondprozesses (SLID = Solid-Liquid-Inter-Diffusion- Lötverfahren) . Hierdurch kann ein auf dem Halbleitersubstrat vorzusehender Bondrahmen
(Metallisierung) sehr klein ausgestaltet werden. Die SLID- Bondtechnik zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine Schicht aus niedrig schmelzendem Metall, beispielsweise Zinn, zwischen einer oberen und einer unteren Schicht aus höher schmelzendem Metall, beispielsweise Kupfer, aufgebracht und bei niedrigen Temperaturen aufgeschmolzen wird. Das bei höheren Temperaturen schmelzende Metall diffundiert nun in die obere und die untere Schicht, wobei sich eine höher schmelzende Legierung bildet und erstarrt. Bei weiteren Bond-/Lötprozessen wird somit ein Wiederaufschmelzen der Verbindung sicher verhindert.
Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei der die Foliendicke weniger als 200μm beträgt. Ganz besonders bevorzugt beträgt die Foliendicke weniger als 180μm, ganz besonders bevorzugt weniger als 160μm. Bevorzugt beträgt die Foliendicke etwa 120μm, oder darunter.
Zur Erhöhung der Steifigkeit der Folie ist es möglich, mindestens eine Versteifungsschicht, vorzugsweise aus Metall, ganz besonders bevorzugt aus galvanisch aufgebrachtem, Kupfer vorzusehen. Zusätzlich oder alternativ kann die Versteifungsschicht als Sandwich- Schicht (z.B.: Cu-Ni-Cu) realisiert werden.
Zusätzlich oder alternativ zu dem Vorsehen einer Versteifungsschicht ist es möglich, die Folie durch eine entsprechende dreidimensionale Formgebung zu versteifen. Hierzu kann/können beispielsweise mindestens eine Wölbung und/oder mindestens eine Wellenform und/oder eine eckige Sägezahnform und/oder mindestens eine in Richtung Halbleitersubstrat weisende, vorzugsweise polygonförmige konturierte, Einstülpung (Sicke) realisiert werden. Aus
Montagegründen ist es vorteilhaft, die von den MEMS weg zeigende Seite der Verkapselung planar auszuführen. Auch ist es möglich, mindestens einen Anschlag für das Halbleitersubstrat vorzusehen, wobei unter einem Anschlag eine in Richtung Bauelementstruktur vorstehende, kleinflächige Erhebung zu verstehen ist, die ein zu großes Auslenken der Bauelementstruktur oder ein Anhaften der Bauelementstruktur am Foliedeckel verhindert.
In Weiterbildung der Erfindung ist mit Vorteil vorgesehen, dass zusätzlich zu mindestens einem Durchkontakt in die Folie mindestens eine, insbesondere als Zwischenschicht ausgebildete, Umverdrahtungsebene, vorzugsweise aus elektrisch leitendem Metall, integriert ist, über die mindestens zwei Anschlussbereiche des Halbleitersubstrates und/oder zwei äußere Kontakte elektrisch leitend miteinander verbunden werden können.
Die Erfindung führt auch auf ein MEMS (mikro-elektro- mechanisches-System) mit einer zuvor beschriebenen Verkapselung, die mindestens eine Polymerschicht und mindestens einen die Polymerschicht durchsetzenden Durchkontakt aufweist.
Ferner führt die Erfindung auf ein Verfahren zur Verkapselung einer empfindlichen mechanischen Bauelementstruktur auf einem Halbleitersubstrat mit den Schritten: Bereitstellen mindestens einer, vorzugsweise eine Kavität aufweisenden, Folie mit mindestens einer Polymerschicht und mindestens einem Durchkontakt; Relativpositionieren der Folie (relativ) zu dem Halbleitersubstrat und Bonden der Folie mit dem Halbleitersubstrat oder einer Beschichtung, vorzugsweise
einem Bondrahmen, insbesondere einer Metallisierung, des Halbleitersubstrates. Als vorgelagerten Schritt ist vorzugsweise vorzusehen, die Kavität in die Folie einzuformen. Dies kann beispielsweise unmittelbar bei dem Herstellungsprozess der Folie, beispielsweise im Spritzgussverfahren, erfolgen, oder in einem nachgelagerten Verformungsschritt, insbesondere durch Tiefziehen und/oder Thermoumformen .
Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn die Verkapselung bereits im Wafer-Stadium von MEMS durchgeführt wird, sodass eine Vielzahl von empfindlichen, mechanischen Bauelementstrukturen gleichzeitig verkapselt werden kann. Hierzu wird eine in ihrer Flächenerstreckung bevorzugt, zumindest näherungsweise, der Wafer-Flächenerstreckung entsprechende, Folie relativ zu dem Wafer, genauer zu den auf dem Wafer vorgesehenen Bauelementstrukturen, positioniert, woraufhin die Folie mit dem Wafer gebondet wird.
Nach dem Bondprozess erfolgt mit Vorteil die Aufteilung (Separierung) des Wafers (mit Folie) in eine Vielzahl von separaten MEMS, insbesondere Initialsensoren, wobei es realisierbar ist, die Folie und das Halbleitersubstrat gleichzeitig, beispielsweise durch Laserschneiden oder Sägen, zu durchtrennen, oder die Folie und den Wafer nacheinander, beispielsweise, indem die Folie mit Hilfe einer Säge oder eines Laserstrahls vorgeschnitten und in einem darauffolgenden Schritt das freigelegte Halbleitersubstrat durchtrennt wird.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnungen. Diese zeigen in:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer verkapselten mechanischen Struktur mit einer zweidimensionalen
Folie, und
Fig. 2 ein zweites, alternatives Ausführungsbeispiel einer Verkapselung mit einer dreidimensional strukturierten Folie.
Ausführungsformen der Erfindung
In den Figuren sind gleiche Elemente und Elemente mit der gleichen Funktion mit den gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet .
In Fig. 1 ist ein MEMS 1 (mikro-elektro-mechanisches- System) gezeigt. Das MEMS 1 umfasst ein Halbleitersubstrat 2 mit einer darauf ausgebildeten, empfindlichen, mechanischen Bauelementstruktur 3, die aus Halbleitermaterial ausgebildet ist. Die Bauelementstruktur 3 ist mit einer Verkapselung 4 vor mechanischen und sonstigen Umwelteinflüssen, wie Temperatur und Feuchtigkeit sowie Gas, geschützt. Die Verkapselung 4 umfasst eine als Mehrschichtfolie ausgebildete Folie 5. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Folie 5 zweidimensional ausgeformt und bildet zusammen mit einem auf dem
Halbleitersubstrat 2 vorgesehenen, als Bondrahmen ausgebildeten, Abstandhalter 6 eine Kavität 7, die der Bauelementstruktur 3 ausreichend Bewegungsfreiraum gibt.
Die Folie 5 umfasst eine Polymerschicht 8, in dem gezeigten Ausführungsbeispiel aus LCP. Die Polymerschicht 8 ist auf beiden Flachseiten beschichtet mit einer ersten Metallschicht 9. Diese ist aus einer auf die Polymerschicht laminierten Kupfer-Folie ausgebildet und dient zum Optimieren der Hermitizität der von der Folie 5 verschlossenen Kavität 7. Auf den ersten Metallschichten 9 wiederum befindet sich jeweils eine weitere, nämlich zweite, Metallschicht 10, die in dem gezeigten Ausführungsbeispiel aus galvanisch verstärktem Kupfer ausgebildet ist. Mit Hilfe dieser zweiten Metallschicht 10 ist die Folie 5 auf der dem Halbleitersubstrat 2 zugewandten Seite unmittelbar über eine Bondschicht 11 mit dem Halbleitersubstrat 2 verbunden. Auf der von dem Halbleitersubstrat 2 abgewandten Seite der Folie 5 befinden sich auf der zweiten Metallschicht 10 in elektrisch voneinander isolierten Bereichen Lötkugeln 12 für eine FlipChip-Applikation . Zu erkennen ist, dass sich auf der von dem Halbleitersubstrat 2 abgewandten Seite der Folie 5 ein Lötstopplack 13 befindet, der teilweise auf der zweiten Metallschicht 10 und teilweise unmittelbar auf der Polymerschicht 8 aufgebracht ist. Die unmittelbare Kontaktierung der Polymerschicht 8 mit Lötstopplack 13 ergibt sich durch eine Strukturierung der ersten und der zweiten Metallschicht 9, 10 zum Herstellen elektrisch voneinander isolierter Bereiche.
Innerhalb der Kavität 7 sind an der ersten Metallschicht 9 Abstandhalter 14 vorgesehen, die eine Auslenkbewegung der mechanischen Bauelementstruktur 3 begrenzen.
Wie sich aus Fig. 1 weiter ergibt, ist die Polymerschicht 8 der Folie 5 durchsetzt von sich senkrecht zum Halbleitersubstrat 2 erstreckenden Durchkontakten 15, die jeweils aus galvanisch verstärktem Kupfer ausgebildet sind. Die Durchkontakte 15 verbinden unmittelbar die Metallschichten 9, 10 auf beiden Seiten der Polymerschicht 8 miteinander und zwar in elektrisch voneinander isolierten Bereichen. Über die Bondschicht 11 sowie die Durchkontakte 15 ist das Halbleitersubstrat 2 bzw. sind nicht gezeigte elektrische und/oder elektronisch wirksame Bereiche bzw. Elemente des Halbleitersubstrates 2 elektrisch mit jeweils einer Lötkugel 12 verbunden.
In Fig. 2 ist ein alternativ aufgebautes MEMS gezeigt. Zu erkennen ist das Halbleitersubstrat 2 mit seiner empfindlichen, mechanischen Bauelementstruktur 3. Mit Abstand zu der Bauelementstruktur 3 ist unter Ausbildung einer Kavität 7 eine als Mehrschichtfolie realisierte Folie 5 fest mit dem Halbleitersubstrat 2 verbunden. Die Folie 5 ist beispielsweise durch Thermoformen oder Spritzgießen dreidimensional ausgeformt. Die Folie 5 umfasst wie in dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 eine Polymerschicht 8, die auf beiden Flachseiten mit einer ersten Metallschicht 9 versehen ist. Die erste Metallschicht 9 ist über eine Bondschicht 11 unmittelbar an dem Halbleitersubstrat 2 festgelegt. Auch bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist die Polymerschicht 8 durchsetzt von zwei senkrecht zum Halbleitersubstrat 2 verlaufenden Durchkontakten 15, die jeweils eine Lötkugel 12 elektrisch mit der dem
Halbleitersubstrat 2 zugewandten ersten Metallschicht 9 elektrisch leitend verbinden, wobei das Halbleitersubstrat 2 bzw. nicht gezeigte elektrische und/oder elektronische Bereiche bzw. Elemente des Halbleitersubstrates 2 über die elektrisch leitende Bondschicht 11 mit der von dem Durchkontakten 15 kontaktierten erste Metallschicht 9 elektrisch leitend verbunden sind. Auch bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 sind die von den Durchkontakten 15 kontaktierten Bereiche der ersten Metallschicht 9 sowohl auf der dem Halbleitersubstrat 2 zugewandten Seite als auch auf der abgewandten Seite elektrisch durch eine entsprechende Strukturierung der ersten Metallschicht 9 voneinander isoliert.