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Polsterpapier
Die Erfindung betrifft ein Polsterpapier aus mehreren
glatten und hochgeprägten Papierbahnen, die in ständig wiederkehrender punkt- oder
linienförmiger Musterung zusammengeklebt sind.
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Ein für Verpackungszwecke geeignetes Polsterpapier muß mehrere Eigenschaften
haben, wenn es seinen Zweck einwandfrei erfüllen soll. Die wichtigsten Eigenschaften,
die ein einwandfreies Polsterpapier aufweisen muß, sind folgende: > I. Das Polsterpapier
muß eine ausreichende mechanische Festigkeit und Steifigkeit besitzen, damit es
von den zu verpackenden Gegenständen, zwischen denen es liegt, nicht zerdrückt,
zerrissen oder sonstwie beschädigt wird.
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2. Das Polsterpapier muß eine möglichst große Dickenelastizität haben,
damit es wirksam unerwünschte Bewegungen der verpackten Gegenstände und harte Stöße
zwischen den Gegenständen verhindern kann.
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3. Trotz der mechanischen Festigkeit und Steifigkeit muß das Polsterpapier
so weich sein, daß
die möglicherweise sehr empfindlichen Oberflächen
der zu schützenden Gegenstände nicht verletzt werden.
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4. Das Polsterpapier muß seine Polsterwirkung über möglichst lange
Zeit auch dann beibehalten, wenn es durch die zu schützenden Gegenstände verletzt
oder beschädigt wird.
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Ein Polsterpapier, das alle diese Eigenschaften in vollkommener Weise
in sich vereinigt, ist bisher noch nicht geschaffen worden. Die bekannten Polstermaterialien
bestehen im wesentlichen aus Polsterpapieren und einer Einlage von Zellstoff, aus
Polsterkissen, die ganz aus Zellstoffwatte gebildet sind, und aus solchen Verpackungsmateu
rialien, bei denen eine einzige Lage glatten Papiers als Träger für daraufgeklebte
Zellstoffwatte dient.
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Der Nachteil aller dieser Materialien besteht insbesondere darin,
daß für ihre Herstellung zwar erhebliche Mengen der teuren Zellstoffwatte benötigt
werden, ohne daß aber die eingangs erwähnten Eigenschaften, die ein gutes Polstermaterial
aufweisen muß, erreicht werden. Ihre Polsterwirkung beruht nahezu ausschließlich
auf den Eigenschaften des bei ihrer Herstellung verwendeten Zellstoffs.
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Für die Herstellung des Polsterpapiers nach der Erfindung kommt man
mit einem sehr geringen Aufwand an Zellstoffwatte aus, von der nur wenige Lagen
benötigt werden, so daß die Kosten des neuen Polsterpapiers geringer sind als die
der üblichen Zellstoffwatte. Ferner ist das neue Polsterpapier mechanisch wesentlich
fester und besitzt eine bessere Quersteifigkeit sowie eine günstigere Dickenelastizität
als die übliche Zellstoffwatte oder die bekannten, überwiegend aus ihr bestehenden
Polstermaterialien.
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Die vorstehend angeführten Vorteile des neuen Polsterpapiers werden
dadurch erreicht und die erwähnten Nachteile der bekannten Polstermaterialien dadurch
überwunden, daß bei einem Polsterpapier aus mehreren glatten und hochgeprägten Papierbahnen,
die in regelmäßiger punkt- oder linienförmiger Musterung zusammengeklebt sind, wobei
die beiden äußeren Papierbahnen glatt sind, erfindungsgemäß auf die äußeren Papierbahnen
punktweise Lagen von Zellstoffwatte aufgeklebt sind, die durch eine Prägemusterung
zusammengehalten sind, wobei diese Musterung kleinflächiger ist als die Musterung,
die durch die alle Lagen verbindenden geprägten Klebestellen gebildet ist.
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Das erfindungsgemäße Polsterpapier kommt dem angestrebten Ziel um
ein wesentliches Stück näher.
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Es wirkt nämlich in einer Weise, wie bisher kein bekanntes Polsterpapier
wirken konnte. Aus diesem Grunde sind dem erfindungsgemäßen Polsterpapier ganz neue
Anwendungsgebiete erschlossen worden.
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Mit dem erfindungsgemäßen Polsterpapier lassen sich Gegenstände verschiedenster
Art einwandfrei und sicher verpacken. Es kann sich hierbei sowohl um kleine und
sehr zerbrechliche Gegenstände, wie Ampullen oder sonstige Glasgeräte, als auch
um schwere Körper handeln, die, wie z. B. empfindliche Instrumente, vor Stößen oder
Beschädigungen der Oberfläche geschützt werden müssen.
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Das erfindungsgemäße Polsterpapier hat den Vorzug, daß es auch dann,
wenn die auf seiner Außenseite befindlichen Lagen Zellstoffwatte stel -lenweise
beschädigt sein sollten oder auf andere Weise unwirksam gemacht worden sind, seine
polsternde Wirkung in ausreichendem Maße beibehält. Sind die verpackten Gegenstände
beispielsweise mit Flüssigkeit gefüllte Ampullen und zerbricht etwa bei einem Transport
trotz sorgfältiger Verpackung doch eine der Ampullen, so daß die Flüssigkeit auslaufen
kann, so saugen sich zwar die auf der Oberfläche des Polsterpapiers befindlichen
Lagen Zellstoffwatte mit der Flüssigkeit voll und büßen einen Teil ihrer Polsterwirkung
ein. Da aber das aus Papierbahnen bestehende Skelett des erfindungsgemäßen Polstermaterials
von der ausgelaufenen Flüssigkeit nicht beeinträchtigt wird, bleibt seine Polsterwirkung
im wesentlichen erhalten. Das gleiche gilt für den Fall, daß die auf der Oberfläche
befindlichen Lagen Zellstoffwatte durch die verpackten Gegenstände mechanisch verletzt
oder zerrissen werden sollten. Dies könnte beispielsweise eintreten, wenn die Gegenstände
Instrumente mit Spitzen oder scharfen Kanten sind.
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In allen diesen Fällen würde ein Polstermaterial, das nur aus Zellstoffwatte
besteht, seine Polsterwirkung verlieren. Der Vorteil des erfindungsgemäßen Polstermaterials
ist insbesondere der, daß es in seiner Wirkung die Weichheit der Zellstoffwatte
mit der Polsterwirkung von Luftkissen und mit der mechanischen Festigkeit mechanisch
stabiler Papierbahnen zu kombinieren gestattet, ohne daß das Polstermaterial einen
größeren Aufwand an Material und Herstellungskosten erfordert als die bisher bekannten
weniger wirksamen Polstermaterialien.
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Selbstverständlich muß man die inneren Papierbahnen so ausbilden
und miteinander verkleben, daß die durch die Hochprägung der Papierbahnen hervorgerufene
Polsterwirkung auch voll zur Geltung kommt.
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Wenn die Klebemusterung der Papierbahnen recht großflächig ist, z.
B. nur aus einzelnen, verhältnismäßig weit voneinander entfernten Punkten besteht,
kann man mit einer guten Polsterwirkung rechnen. Andererseits darf die Prägemusterung,
die die einzelnen Lagen von Zellstoffwatte zusammenhält, nicht zu großflächig sein,
weil nur so das Aufblättern der einzelnen Zellstoffwattelagen vermieden wird; sie
kann etwa aus einem engeren Linienmuster bestehen.
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Die Fertigung des neuen Polsterpapiers gestaltet sich außerordentlich
einfach und kann in an sich bekannter Weise erfolgen. Das innere, aus den glatten
und hochgeprägten Papierbahnen bestehende Kissen wird in der bekannten Weise hergestellt.
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Hierzu kann man sich z. B. einer ebenfalls bekannt ten Bandpresse
bedienen, die die Papierbahn in der Punktmusterung zusammenklebt. Wenn das fertige
Kissen die Bandpresse verläßt, werden die außenliegenden glatten Papierbahnen von
einer Gummiervorrichtung punktweise mit Klebstoff versehen. Dann wird auf der Oberseite
und auf der
Unterseite des Kissens je eine Zellstoffbahn, bestehend
aus etwa drei oder vier durch eine Druckprägung vereinigten Einzellagen, herangeführt
und auf das glatte Papier des Kissens gedrückt. Die Zellstoffbahnen bilden nun mit
dem dazwischenliegenden Papierkissen eine Einheit. Dieses Verfahren ist nicht Gegenstand
der Erfindung.
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Ein Ausführungsbeispiel eines nach der Erfindung ausgebildeten Polsterpapiers
ist an Hand der Zeichnung erläutert. Es zeigt Fig. I die Draufsicht auf das Polsterpapier
nach der Erfindung mit den durch Aufbrechen kenntlich gemachten einzelnen Papierlagen
und Fig. 2 einen Querschnitt.
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Mit I (Fig. 2) ist ein bekanntes Polsterkissenpapier bezeichnet,
das im vorliegenden Beispiel aus einer glatten Papierlage 2 und beiderseitig punktförmig
aufgeklebten, hochgeprägten Papierlagen 3 und 3' besteht, auf die wiederum je eine
glatte Papierlage2' und 2" punktförmig aufgeklebt ist.
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Die Klebepunkte sind mit 4 bezeichnet.
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Das Polsterkissenpapier I ist beiderseits mit einer vor dem Aufbringen
geprägten Zellstoffwatteschicht 5 bzw. 5' kaschiert, die beispielsweise aus drei
oder vier Lagen besteht. Die Zellstoffwatte 5 ist mit einem englinigen Prägemuster
versehen, um eine dauerhafte Verbindung der einzelnen Zellstofflagen herbeizuführen.
Bei dem Polsterkissen I ist dagegen die punktförmige Verklebung 4 der einzelnen
Lagen verhältnismäßig weit auseinanderliegend angeordnet, wodurch die Polsterwirkung
erhöht wird.