-
Rückstellvorrichtung von Meßwerkzeigern für Tarifgeräte od. dgl.,
insbesondere für Maximumzeiger von Elektrizitätszählern.
-
Bei verschiedenen Tarifgeräten, die zur Verrechnung des Stromverbrauches
od. dgl. dienen, insbesondere bei Elektrizitätszählern, verwendet man Registriervorrichtungen,
die jeweils am Ende einer Ablese- oder Verrechnungsperiode in die Nullstellung zurückgebracht
werden müssen. So wird z. B. bei Maximumzählern jeweils der Maximumzeiger zurückgestellt.
Um unsachgemäße oder betrügerische Manipulationen zu erschweren, werden die Rückstellwege
des Maximumzeigers auf einem Zählwerk summiert. Es müssen dann beispielsweise am
Jahresende die Summe der Zeigerausschläge und die Angaben dieses Zählwerkes übereinstimmen,
so daß man eine Kontrollmöglichkeit hat. Aber diese Maßnahme reicht nicht immer
aus.
-
Aufgabe der Erfindung ist, solche Rückstellvorrichtungen so auszuführen,
däß betrügerische oder unsachgemäße Bedienungen höchstens zum Nachteil des Stromverbrauchers,
keineswegs aber des Elektrizitätswerkes möglich sind oder daß sie in anderer Weise,
z. B. durch Vergleich mit dem den Gesamtverbrauch registrierenden Zählwerk des Maximumzählers,
aufgedeckt werden können.
-
Für die Rückstellung wird ein vorzugsweise von Hand betätigter drehbarer
Teil (Rücksteller) verwendet, der beispielsweise unter Kraftschluß den rückzustellenden
Teil von der Ausschlags- in die Nullstellung mitnimmt. Die Erfindung, die sich auf
eine Rückstellvorrichtung von Meßwerkzeigern für Tarifgeräte od. dgl., insbesondere
für Maximumzeiger von Elektrizitätszählern, mit einem vorzugs-
weise
von Hand betätigten, die Rückstellung vermittelnden drehbaren Teil bezieht, ist
dadurch gekennzeichnet, daß ein mit dem Rücksteller zwangläufig bewegter Teil während
des Betätigungsvorganges zwangsweise die Begrenzungslinien eines längs geschlitzten
Zylindermantels od. dgl. durchläuft, in deren Weg wenigstens an einer Stelle Rücklaufsperren
angeordnet sind. Es empfiehlt sich, die Rücklaufsperren nur an der am Beginn der
Rückstellbewegung liegenden Bahnumkehrstelle bzw. in unmittelbarer Nähe derselben
anzuordnen, damit der Bewegungswiderstand des Rückstellers längs der übrigen Bahnteile,
insbesondere längs des eigentlichen Rückstellweges des Zeigers, nicht erhöht, der
Bedienende durch ratschende oder schnappende Geräusche nicht gestört wird, daß aber
trotzdem der Bedienende gezwungen ist, die einmal eingeleitete Bewegung weiterzuführen,
wenn er den Rücksteller wieder in die Ausgangslage bringen will, wie dies an Hand
der Zeichnung noch näher erläutert werden soll.
-
Man kann den Rücksteller mit einer Sperre, insbesondere einer plombierbaren
Sperre, versehen, bei solcher Anordnung, daß sie nur in der Ruhestellung des Rückstellers
eingriffsfähig ist. Der Bedienende muß dann den Rücksteller vor dem Plombieren bis
in diese Ruhelage weiterbewegen.
-
Ferner kann man, um unbefugte Betätigungen des Rückstellers anzuzeigen,
den Rücksteller über eine nur in einem Bewegungssinn wirksame Kupplung mit einem
Zählwerk versehen, das für den Verbraucher unzugänglich im Gehäuseinnern, am besten
hinter dem Gehäusefenster angebracht ist.
-
Dieses Zählwerk wird von dem Ablesebeamten des Elektrizitätswerkes
bei jeder Rückstellung um einen Schritt fortgeschaltet. Zeigt es nun mehr Schaltschritte
an, so ist dies ein Beweis dafür, daß der Rücksteller unbefugt betätigt wurde.
-
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden an Hand der Zeichnung näher
erläutert.
-
Fig. I zeigt eine Rückstellvorrichtung im Axialschnitt zusammen mit
einem Maximumzeiger, aber unter Weglassung des bekannten Zählwerkes, das die Rückstellwege
des Maximumzeigers summiert; Fig. 2 und 3 zeigen Einzelteile dieserAnordnung; Fig.
4 zeigt ein Schaubild zur Erläuterung der Wirkungsweise; Fig. 5 dient zur Erläuterung
des Begriffes »toter Winkel« für den Maximumzeiger.
-
Hinter einem Fenster I eines Gehäuses ist ein Maximumzeiger 2 bekannter
Art angeordnet, der an seinem rückwärtigen Ende 3 einen Stift 4 trägt.
-
Durch 5 ist der bekannte, periodisch vom Zähler angetriebene, entkuppelbare
und in seine Nullage zurückdrehbare Mitnehmer, der mittels des Stiftes 4 den Maximumzeiger
vor sich herschiebt, angedeutet. In bekannter Weise bleibt der Zeiger 2 infolge
Reibung in der Stellung des größten Mitnehmerausschlages stehen.
-
Das Fenster 1 hat bei 6 eine Durchbrechung.
-
Auf der Außenseite ist eine Lagerschale 7, auf der Innenseite ein
Lagerschild 8 für den Rücksteller g bcfestigt. Die Teile 7 und 8 bilden einen geschlossenen
Raum, der von dem Rücksteller 9 durchdrungen ist. An dem inneren Ende des Rückstellers
ist eine Nabe 10 angebracht, auf der, mittels Langlöchern II und Schrauben 12 einstellbar,
eine Scheibe I3 mit Kurbel 14 sitzt. Durch diese Justiermittel ist die Scheibe I3
in ihrer Lage relativ zu der der Nabe 10 festlegbar. An der Kurbel 14 ist eine Feder
15 befestigt, die in den Weg des Stiftes 4 ragt.
-
Der Hohlraum der Lagerschale 7 wird durch eine Kulissenscheibe I6
(vgl. auch Fig. 3) in zwei Kammern I7, I8 unterteilt. Auf dem Rücksteller g sitzt
in der Kammer I8 eine Sperrscheibe 19 (vgl. auch Fig. 2), die über einen Teil ihres
Umfanges an der Stirn bei 20 mit einer Sperrverzahnung versehen ist. Zwischen der
Scheibe 19 und dem Lagerschild 8 sitzt eine Schraubenfeder 2I, die den Rückstellerg
in die Richtung des Pfeiles 22 axial zu verschieben sucht, bis sich ein exzentrischer
Teil des Rückstellers, der Stift 23, bei 2+ gegen die Lagerschalenwand legt. Zwischen
dem Fenster 1 und der Lagerschale 7 ist eine als Sperrklinke dienende Feder 25 eingeklemmt,
die mit der Verzahnung 20 zusammenarbeitet.
-
Die Kulissenscheibe I6 hat außer einer Mittelbohrung 26 für den Durchgang
der Rückstellachse noch zwei Durchtrittsstellen 27, 28 für den Stift 23 und einen
Schlitz 29, in den eine Rippe 30 der Lagerschale 7 greift. Unter die Kulissenscheibe
i6 ist eine als Sperrklinke dienende hakenförmige Feder 3I eingeklemmt, die an der
Durchtrittsstelle 28 eine steile, an der von ihr abgewandten Seite eine geneigte
Flanke hat. Zwischen einem als Handhabe dienenden Rückstellknopf 32 und der Welle
des Rückstellerseg ist eine Rutschkupplung 33 eingeschaltet, mit solcher Ubertragungskraft,
daß die Rückstellbewegungen ohne weiteres ausgeführt werden können, Beschädigungen
des Getriebes aber durch übermäßigen Kraftaufwand verhütet werden.
-
Wie gestrichelt angedeutet, kann an der Nabe 10 noch eine Kurbel
34 angebracht sein, die beim Eindrücken des Knopfes 32, also nach Axialverschiebung
des Rückstellers 9, entgegen der Richtung des Pfeiles 22 mit Zähnen eines durch
eine Feder 35 gerasteten Ziffernrades 36 in Eingriff kommt. Das Ziffernrad hat beispielsweise
zwölf Zähne und trägt die Ziffern I bis I2.
-
In Fig. 5 ist gezeigt, daß sich der Maximumzeiger 2, Fig. I, aus
der durch den Anschlag 37 festgelegten Nullstellung o nur bis zu einer durch einen
Anschlag 38 festgelegten Endstellung E bewegen kann. Zwischen o und E befindet sich
deshalb ein toter Winkel a. Die Anordnung ist so getroffen, daß sich der Rücksteller
bei der in Fig. I gezeichneten Ausgangslage, also der Stellung, die er in unbenutztem
Zustand einnimmt, mit seinem Federarm 15 in der Stellung I50, also im Bereich des
toten Winkels, befindet. Zwecks Festlegung dieser Stellung hat die Lagerschale 7
bei 39 eine exzentrische Bohrung, die sich bei dem in der Ausgangslage befindlichen
Rücksteller mit einer Bohrung 40 oder Ausnehmung in der Rückstellerwelle
deckt.
Durch Einschieben eines Stiftes, eines Plombendrahtes in die Bohrungen 39, 40 kann
der Rücksteller g in der Ausgangslage gesichert werden.
-
Die Anordnung arbeitet unter Bezugnahme auf die Fig. 4, die die in
sich geschlossene Bahn des Stiftes 23 zeigt, folgendermaßen: Die Umkehrstellen 28,
27 entsprechen den gleichbezifferten Durchtrittsstellen der Kulissenscheibe I6 (Fig.
3). Die Strecke 43 entspricht dem Weg des Stiftes 23 in der Kammer I8 entlang der
dieser Kammer zugekehrten Stirnfläche der Kulissenscheibe I6, die Strecke 44 entspricht
dem Weg des Stiftes 23 in der Kammer I7. Durch 20 ist in Fig. 4 die Sperrverzahnung
der Scheibe I9, durch 3I die Feder in der Kammer I7 angedeutet.
-
Wie erwähnt, wird der Maximumzeiger 2 (Fig. 5) während einer Verrechnungsperiode
je nach dem aufgetretenen Maximum mehr oder weniger weit im Sinne des Pfeils 41
durch den Teil 5 (Fig. I) aus der Nullage o verschwenkt. Am Ende der Periode habe
er die in Fig.5 dargestellte Lage. Er soll nun in die Nullstellung zurückgebracht
werden, wobei gleichzeitig sein Rückstellweg, wie erwähnt, auf ein Zählwerk übertragen
wird. Zu diesem Zweck wird ein eventuell in die Bohrungen 39, 40 eingesteckter Stift,
Plombendraht od. dgl. entfernt, dann wird der Knopf 32 mit der Hand gefaßt. Würde
er sogleich gedreht werden, so würde diese Drehung nur ein Rutschen der Kupplung
33 bewirken, denn in der gezeichneten Stellung schützt einerseits die Rippe 30,
andererseits die Feder 31 den Stift 23 und damit den Rücksteller g gegen Drehung.
Zwecks Einleitung der Rückstellbewegung kann und muß der Knopf 32 entgegen der Richtung
des Pfeiles 22 unter Zusammendrüchen der Feder 21 axial in die Lagerschale 7 eingeschoben
werden. Der Stift 23 tritt dabei durch den Kulissenausschnitt 28 hindurch.
-
Noch bevor er ganz hindurchgetreten ist, greift die Sperrfeder 25
in die Verzahnung 20 ein. Erst nach dem Durchtritt des Stiftes 23 kann der Rücksteller
g entgegen dem Uhrzeigerdrehsinn verstellt werden. Der Stift 23 gelangt dabei hinter
die Kulissenscheibe I6, und infolge der Sperrverzahnung 20 kann nun der Rücksteller
g nicht mehr in entgegengesetzter Richtung zurückgedreht werden, d. h nach einmal
eingeleiteter Bewegung ist die Zurückführung des Rückstellers in die Ausgangslage
in entgegengesetzter Richtung nicht mehr möglich.
-
Die Feder I5, die sich in der Ausgangslage, wie erwähnt, in der Stellung
I50 (Fig. 5) befand, wandert bei der Drehung des Rückstellers im Sinne des Pfeils
42 und verläßt schließlich den toten Winkel a. Nun wird der Knopf 32 im Sinne des
Zeigers 42 immer weitergedreht. Die Feder 15 trifft dabei auf den Stift 4 des Maximumzeigers
2, und bei weiterer Drehung wird dieser bis in die Nullstellung o zurückgedreht.
Kurz darauf erreicht der Stift 23 die Durchtrittsstelle 27 der Kulissenscheibe I6,
so daß also die Feder 15 etwas durchgebogen wird und mit einer gewissen Kraft sicherheitshalber
den Maximumzeiger 2 gegen den Anschlag 37 drückt. Es ist also auch bei etwaigen
Bewegungswiderständen ein sicheres Zurückdrehen des Maximumzeigers gewährleistet.
Sobald der Bedienende merkt, daß der Rücksteller im bisherigen Drehsinn nicht weitergedreht
werden kann - der Stift 23 trifft auf den Anschlag 30-, hebt er den axialen Druck
auf den Knopf 32 auf, wenn dies nicht schon unwillkürlich vorher geschehen ist,
und die Feder 21 verschiebt den Rücksteller 9 im Sinne des Pfeils 22. Der Stift
23 tritt dabei durch den Ausschnitt 27 der Kulissenscheibe I6 in die Kammer 17 über.
Nun wird durch Drehen des Knopfes 32 im Uhrzeigersinn, also bei umgekehrter Drehrichtung,
der Rücksteller g bis zum Anschlag 30 in die Ausgangslage durchgedreht. Nachdem
diese erreicht ist, schnappt die Feder3I, die zuvor auswich, hinter dem Stift 23
ein. Auf diese Weise legt der Stift 23 (Fig. 4) die dort angegebene geschlossene
Bahn zurück, die nur im Sinne der eingetragenen Pfeile durchlaufen werden kann.
Eine gegenteilige Umlaufrichtung verhüten die Rücklaufsperren 20, 3I. Natürlich
können auch in anderen Bereichen oder iiber den ganzen Bereich der Bahn Rücklaufsperren
vorhanden sein, um so auch auf den einzelnen Bahnstrecken gegenläufige Bewegungen
auszuschließen.
-
Falls die gestrichelte Ziffernscheibe 36 vorhanden ist, wird bei
jeder -Rückstellbewegung, also während des Durchlaufens der Bahn 43, eine Kupplung
zwischen den Teilen 34 und 36 durch Axialverschiebung der Kurbel 34 hergestellt
und die Scheibe 36 um einen Zahn weitergeschaltet. Sie ist durch die Klinke 35 gerastert.
An der Stellung der Scheibe 36 kann die Zahl der Rückstellbewegungen abgelesen werden,
und man kann infolgedessen kontrollieren, ob unbefugte Rückstellungen vorgenommen
wurden. Übrigens hat eine solche unbefugte Rückstellung für den Stromverbraucher
nur nachteilige Folgen, denn dieser zusätzliche Rückstellweg wird von dem eingangs
genannten, die Rückstellwege summierenden Zählwerk erfaßt.