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DE83314C - - Google Patents

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Publication number
DE83314C
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DE
Germany
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printed
dyes
albumin
method characterized
rubber
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Active
Application number
DENDAT83314D
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English (en)
Publication of DE83314C publication Critical patent/DE83314C/de
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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06QDECORATING TEXTILES
    • D06Q1/00Decorating textiles
    • D06Q1/02Producing patterns by locally destroying or modifying the fibres of a web by chemical actions, e.g. making translucent

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
J. HEILMANN & CIE in MÜLHAUSEN i. E.
Fatentirt im Deutschen Reiche vom 2. Februar 1895 ab.
Im Jahre 1850 fand Mercer, dafs Baumwolle, mit concentrirter Natronlauge behandelt, in der Länge sowohl als in der Breite zusammengezogen wird, wodurch das Gewebe dichter wird und sich gleichzeitig seine Affinität zu den Farbstoffen erhöht. Bedruckt man die Stoffe vor der Behandlung mit Natronlauge mit Gummi, so wirkt die Lauge an diesen Stellen nicht ein und man erhält gemusterte Stoffe. Die von der Lauge getroffenen Stellen laufen ein und bleiben glatt, während die reservirten Stellen durch das Zusammenziehen ganz kraus werden. Man kann ebenfalls verdickte Natronlauge auf das Gewebe aufdrucken, wodurch der gleiche Effect erzielt wird. (Siehe Kurrer & Engels, Färberei und Druckerei, 4. Aufl., 1874, S. 12 bis 16). Auch die deutschen Reichs-Patente Nr. 30966 und 37658 beruhen auf diesen Beobachtungen von Mercer.
Wir benutzen zur Darstellung von gemusterten und kreppartigen Geweben ebenfalls das Mercer 'sehe Princip, ■ erhalten aber durch geeignete Modifikationen in der aufgedruckten Reserve neue bisher nicht erzielte Effecte.
Die früher gebrauchten Reserven dienten nur als solche und wurden bei der Behandlung mit Lauge wieder weggewaschen, während nach dem neuen Verfahren als Reserven solche Substanzen angewendet werden, welche mit der Faser sich definitiv verbinden und dadurch dem Stoffe einen ganz anderen Griff geben.
Wir verwenden als solche Reserven animalische Substanzen, wie Albumin oder Gemische von organischen Substanzen und Metallsalzen, welche mit der Faser eine untrennbare Verbindung eingehen und sie gegen die Einwirkung der Aetzkalilauge schützen.
In Nachfolgendem sollen einige Ausführungsformen des neuen Verfahrens näher beschrieben werden.
Das weifse oder mit einem sowohl Laugen wie Säuren widerstehenden Farbstoff, z. B. Erika B, glatt gefärbte oder bedruckte Baumwolloder Leinen-Gewebe wird mit einer albuminartigen Substanz (Eieralbumin, Blutalbumin , Casein) bedruckt und diese durch Dämpfen zur Coagulation gebracht. Hierauf wird durch concentrirte Natronlauge (von 30 bis 500 B.) passirt, der Ueberschufs der Lauge zwischen Walzen ausgedrückt, einige Zeit verhängt, um zu grofse Erwärmung des Stoffes durch die Mercerisation zu verhüten, in verdünnter Salzsäure gesäuert, gewaschen und auf dem Spannrahmen getrocknet. Die vorerwähnte, vor dem Mercerisiren auf das Gewebe aufzudruckende albuminartige Substanz besteht z. B. aus einer Lösung von 3 kg Blutalbumin in 3 1 Wasser und 1 1 Wasserstoffsuperoxyd, welches zum Bleichen des Albumins dient.
Wenn es sich um das Erzeugen kreppartiger Effecte auf ganz dunkel gefärbter oder schwarzer Waare handelt, ersetzt man mit Vortheil die Proteinsubstanz durch ein Gemisch von organischen Substanzen mit Metallsalzen, welches beim Dämpfen coagulirt, z. B. Gummi mit Chromacetat, Aluminiumacetat, Chromalaun, Chromaten, Bichromaten, dämpft, und verfährt
12. Auflage, ausgegeben am j. August igoo.)
im Uebrigen wie oben angegeben. Ein solches Gemisch besteht z. B. aus ι 1 Senegalgummi-Lösung von 70 pCt. und 1 1 Chromacetat von 180B. In diesem Falle spielt auch der diesen Verbindungen eigenthümliche Glanz noch eine besondere .Rolle.
In beiden Fällen werden die mit den erwähnten Substanzen bedruckten Stellen durch die Lauge nicht benetzt und. folglich nicht mercerisirt.
Die Gemische von Gummi mit Chromacetat, Aluminiumacetat, Chromaten, Bichromaten bleiben in der Kälte klar und können von den damit bedruckten Stoffen wieder abgewaschen werden; dämpft man aber, so wird das Gummi unlöslich und wird dann durch Wasser und concentrirte Lauge nicht benetzt und durch heifses Wasser und verdünnte Säuren nicht weggewaschen.
Was das Aluminiumacetat anbetrifft, so coagulirt dasselbe nicht alle, sondern nur gewisse Gummisorten, besonders solche, welche vorher · der Fermentation unterlagen, während die Chromverbindungen jegliches Gummi beim Dämpfen coaguliren.
Will man den Stoff nur auf gewissen Stellen kreppen, so druckt man mit britischem Gummi verdickte concentrirte Natronlauge mit einem Gehalt von etwa 50 pCt. Aetznatron auf den mit der coagulirten Schutzreserve vorbedruckten Stoff, verhängt, säuert, wäscht und trocknet wie vorher. Eine solche verdickte Natronlauge besteht z. B. aus 4 1 62,5 proc. Aetznatronlauge und 1 1 7 5 proc. Lösung von britischem Gummi.
Will man auf einem weifsen oder hellen Grund die gegen Mercerisation geschützten Stellen andersfarbig erhalten, so kann man die erwähnten coagulirbaren Substanzen, statt sie direct aufzudrucken, zuerst mit einem Farbstoff versetzen, welcher sich bei der Coagulation ebenfalls fixirt. So kann man zu den Prote'insubstanzen Pigmentfarben, wie Zinnober, Ocker, Guignetgrün, Krapplack, gerbsaures Rosanilin, Methylenblau, überhaupt alle Tanninverbindungen der basischen Farbstoffe, ja selbst lösliche Farbstoffe zusetzen, welche mit der Proteinsubstanz beim Dämpfen unlösliche Verbindungen eingehen; speciell die Substantiven Farbstoffe, wie Benzopurpurin, Erika, Diaminblau, Diamingelb etc., lassen sich alle verwenden. So kann man z. B. zu 1 1 Albuminlösung eine Lösung von 1 g Erika B und 1 g Diamin-Reinblau in 20 ecm Wasser oder 1 1 Anilinschwarzlack in Paste zusetzen.
Zu dem Gemisch von Gummi mit Chrombezw. Aluminiumsalzen kann man Farbstoffe hinzusetzen, welche mit ihnen beim Dämpfen Lacke bilden, wie z. B. Blauholzextract oder Indigosubstitut.
Druckt man, wie oben angegeben, z. B. mit Substantiven Farbstoffen gefärbtes Albumin auf einen glattgefärbten Grund, so erhält man nur Mischfarben. Will man aber in den bedruckten und nicht bedruckten Stellen Farbencontraste hervorbringen, so mufs man den weifsen Stoff mit gefärbtem Albumin bedrucken und dann nach dem Dämpfen statt durch gewöhnliche Natronlauge durch eine solche ziehen, welche Farbstoffe enthält, die sich in alkalischem Bade fixiren (substantive Farbstoffe), oder sie werden mit einer solchen gefärbten und wie oben angegeben verdickten Lauge bedruckt. Wie schon bemerkt, werden die geschützten Stellen durch die Lauge nicht benetzt, folglich kann sich nur an den nicht geschützten Stellen der in der Lauge enthaltene Farbstoff fixiren, und man erhält so neben einander zwei reine Nuancen.
Es lassen. sich hierbei als Zusatz zur concentrirten bezw. mit Gummi verdickten Natronlauge alle alkaliechten Substantiven Baumwollfarbstoffe, wie z. B. Diamin-Reinblau, Erika etc., verwenden. Eine solche Natronlauge besteht z. B. aus 3 1 50 proc. Natronlauge und einer Lösung von 2 g Erika B und 1 Y2 g Diamin-Reinblau in 50 ecm Wasser.
Die Fixirung der vor Mercerisirung auf das Baumwoll- bezw. Leinen - Gewebe aufzudruckenden coagulirbaren Substanzen kann man durch verheriges Aufdrucken einer Reserve stellenweise verhindern. Die so bedruckten Stellen, welche also nicht mehr gegen die Einwirkung der Lauge geschützt sind, werden bei der Aetzkalipassage mercerisirt. Als Reserve geben wir dem Zinnsalz den Vorzug. Wenn man z. B. mit einem Diaminfarbstoff versetztes Albumin über eine solche, z. B. aus 125 g Zinnsalz und 1 1 Gummiwasser präparirte Zinnsalzreserve druckt, so wird beim Dämpfen der Azofarbstoff reducirt und gleichzeitig die Fixirung des Albumins verhindert.
Druckt man andererseits eine solche Zinnsalzreserve auf einen gefärbten Stoff, dessen Farbe durch Zinnsalz geätzt wird (Benzidin- oder Diaminfarben), so werden hier weifse Muster auf dem gefärbten und bosselirten Grunde erhalten. Farbige Muster kann man in gleicher Weise erhalten, wenn man der Reserve Farbstoffe zusetzt, welche von dem Zinnsalz nicht angegriffen werden, z. B. Kreuzbeerenextract.

Claims (3)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Herstellung gemusterter kreppartiger Baumwoll- oder Leinengewebe, dadurch gekennzeichnet, dafs die Gewebe vor dem Mercerisiren mit Aetzalkalilaugen bezw. Bedrucken mit solchen mit einer coagulirbaren Substanz, wie Albumin, Case'in oder einem Gemisch von Gummi mit Chrom-
    salzen, bedruckt werden, welches mit dem Gewebe fest verbunden bleibt.
  2. 2. Bei dem durch Anspruch ι gekennzeichneten Verfahren der Zusatz von Farbstoffen zu der aufzudruckenden coagulirbaren Substanz.
  3. 3. Bei dem durch Anspruch 1 gekennzeichneten Verfahren der Zusatz von Substantiven Baumwollfarbstoffen zu den zum Mercerisiren benutzten Aetzalkalilaugen.
    Bei dem durch Anspruch 1 gekennzeichneten Verfahren das Aufdrucken von Schutzreserven, z. B. Zinnsalz, vor dem Auftragen der coagulirbaren Substanzen auf die Gewebe.
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