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Bei dieser Erfindung handelt es sich
um ein chirurgisches Instrument, das in einem zusammengesetzten
Führungsdraht
zur Verwendung in einem Katheter besteht und das zum Erreichen einer
angezielten Stelle in einem Lumensystem im Körper eines Patienten eingesetzt
wird. Der Kern des Führungsdrahts
umfasst einen Abschnitt aus Edelstahl und einen Abschnitt aus einer
Ni-Ti-Legierung und weist vorzugsweise auch spezifische physikalische
Parameter auf. Die zusammengesetzte Führungsdraht-Anordnung ist insbesondere
zum Erreichen von peripheren oder weichen Gewebezielen nützlich. Der
Führungsdraht
umfasst eine röhrenförmige, metallbandgeflechtartige
Verstärkung
entlang zumindest eines Abschnitts des Kerns. Eine Variante des Führungsdrahts
der Erfindung umfasst das Versehen des Geflechts mit einer Bindeschicht
und ein oder mehreren gleitenden Polymeren an seiner Außenseite,
um die Eignung des Führungsdrahts
zur Verwendung in Kathetern und im Innern des Gefäßlumens
zu erhöhen.
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Katheter werden zunehmend als einer
Methode zum Heranführen
diagnostischer und therapeutischer Mittel an im menschlichen Körper gelegene
Stellen verwendet, die durch die verschiedenartigen Lumensysteme,
insbesondere durch das Gefäßsystem
des Körpers
erreicht werden können.
Der Führungsdraht
eines Katheters dient zum Lenken des Katheters durch die Biegungen,
Schlingen und Verzweigungen, die die Blutgefäße im Körper bilden. Bei einem Anwendungsverfahren
eines Führungsdrahts,
um damit den Katheter durch die gewundenen Pfade dieses Lumensystems
zu lenken, wird ein drehbarer Führungsdraht
einbezogen, welcher als eine Einheit von einem Körperzugangspunkt wie der Oberschenkelschlagader
zu der Geweberegion, die die Zielstelle enthält, gelenkt wird. Der Führungsdraht
wird typischerweise an seinem körperfernen Ende
gebogen und kann durch abwechselndes Rotieren und Vorwärtsschieben
des Führungsdrahts entlang
des kleinen Gefäßwegs zum
gewünschten Ziel
gelenkt werden. Typischer weise werden der Führungsdraht und der Katheter
durch abwechselndes Bewegen des Führungsdrahts entlang einer
bestimmten Distanz im Gefäßweg, Halten
des Führungsdrahts
an Ort und Stelle und dann Vorrücken des
Katheters entlang der Achse des Führungsdrahts vorgerückt, bis
er den Teil des Führungsdrahts erreicht
hat, der bereits weiter in den menschlichen Körper eingebracht wurde.
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Die Schwierigkeit, die es darstellt,
entfernt gelegene Körperregionen,
die Körperperipherie
oder die Weichteile wie Hirn und Leber im Körper zu erreichen, liegt auf
der Hand. Der Katheter und sein zugehöriger Führungsdraht müssen beide
flexibel sein, damit sie in der Kombination dem komplizierten Pfad durch
das Gewebe folgen können,
und dennoch steif genug, damit das distale Ende des Katheters durch den
Arzt von der externen Zugangsstelle aus manipulierbar wird. Üblicherweise
ist der Katheter einen Meter oder mehr lang.
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Die zum Führen eines Katheters durch
das menschliche Gefäßsystem
eingesetzten Katheter-Führungsdrähte weisen
eine Reihe verschiedener Konstruktionen bezüglich der Flexibilität auf. Zum Beispiel
sind in US-Patenten Nrn. 3.789.841; 4.545.390 und 4.619.274 Führungsdrähte gezeigt, bei
denen sich der distale Endabschnitt des Drahtes entlang seiner Länge konisch
verjüngt,
um eine große
Flexibilität
in der entfernten Region des Führungsdrahtes
zu ermöglichen.
Dies ist so, da die stärksten Biegungen
in der distalen Region vorliegen. Der konisch zulaufende Abschnitt
des Drahtes ist oftmals in eine Drahtspule eingeschlossen, typischerweise
eine Platinspule, um die Säulenfestigkeit
des sich verjüngenden
Drahtabschnitts ohne wesentlichen Verlust an Flexibilität in jener
Region zu erhöhen,
ebenso wie die radiale Kapazität
des Führungsdrahts,
um eine Feinmanipulation des Führungsdrahts
durch das Gefäßsystem
zu ermöglichen.
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Eine andere effektive Konstruktion
des Führungsdrahts
ist in US-Patent Nr. 5.095.915 zu finden, welches einen Führungsdraht
mit mindestens zwei Abschnitten zeigt. Der distale Abschnitt ist
von einer ausgestreckten Polymerhülse mit axial in Abständen angebrachten
Vertiefungen ummantelt, um eine erhöhte Biegeflexibilität der Hülse zu ermöglichen.
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Andere haben die Verwendung von aus
verschiedenen superelastischen Legierungen hergestellten Führungsdrähten bei
dem Versuch vorgeschlagen, einige der angegebenen funktionellen
Anforderungen zu erfüllen.
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In US-Patent Nr. 4.925.445 an Sakamoto
et al. wird die Verwendung eines aus zwei Abschnitten bestehenden
Führungsdrahts
mit einem Korpusabschnitt von relativ hoher Steifigkeit und einem
distalen Endabschnitt, der vergleichsweise flexibel ist, vorgeschlagen.
Zumindest ein Teil des Korpus und des distalen Endabschnitts besteht
aus superelastischen metallischen Materialien. Obschon eine Anzahl
von Materialien vorgeschlagen wird, einschließlich Ni-Ti-Legierungen aus
49 bis 58% (atm) Nickel, wird in der Patentschrift eine starke Bevorzugung
von Ni-Ti-Legierungen
zum Ausdruck gebracht, bei denen die Überführung zwischen Austenit und
Martensit bei einer Temperatur von 10°C oder weniger abgeschlossen
ist. Der angegebene Grund ist der, dass "für
eine Anwendbarkeit des Führungsdrahts
im menschlichen Körper
diese im Bereich von 10° bis 20°C aufgrund
der bei niedriger Körpertemperatur
erfolgenden Anästhesie
liegen muss". Die
Temperatur des menschlichen Körpers
beträgt
typischerweise etwa 37°C.
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In einem anderen Dokument, WO 91/15152 (an
Sahatjian et al. und im Besitz von Boston Scientific Corp.), ist
ein Führungsdraht
unter Verwendung einer Metalllegierung mit derselben Zusammensetzung
wie die superelastische Ni-Ti-Legierung beschrieben. In dieser Beschreibung
wird ein Führungsdraht
vorgeschlagen, der aus einem Vorläufer der elastischen Ni-Ti-Legierung
hergestellt ist. Superelastische Legierungen dieser Art werden typischerweise
durch Ziehen eines Schmelzblocks der Vorläufer-Legierung unter gleichzeitiger
Erhitzung hergestellt. Im unbeanspruchten Zustand bei Raumtemperatur
liegen diese superelastischen Materialien in der kristallinen Austenit-Phase
vor und zeigen unter Anlegung von Beanspruchung Spannungs-induzierte
kristalline Austenit-Martensit-(SIM)-Übergänge, die zu einem nicht-linearen
elastischen Verhalten führen.
Die in jener veröffentlichten
Anmeldung beschriebenen Führungsdrähte sollen
andererseits während
des Ziehvorgangs keine Erhitzung erfahren. Die Drähte werden
kaltgezogen, und es werden große
Anstrengungen unternommen, um sicherzugehen, dass die Legierung
während
jedes der Herstellungsschritte deutlich unter 148°C (300°F) gehalten wird.
Diese Temperaturkontrolle wird während
des Schritts des Abschleifens des Führungsdrahts zum Erhalt der
verschiedenen, sich verjüngenden
Abschnitte aufrechterhalten.
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In US-Patent Nr. 4.665.906 wird die
Verwendung von Spannungs-induzierten Martensit-(SIM)-Legierungen
als Bestandteile einer Vielzahl unterschiedlicher medizinischer
Instrumente vorgeschlagen. Zu diesen Instrumenten sollen Katheter und
Kanülen
zählen.
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In US-Patent Nr. 4.969.890 an Sugita
et al. wird die Herstellung eines Katheters mit einem Hauptkörper vorgeschlagen,
der mit einem Legierungselement mit Formgedächtnis ausgestattet ist und
eine Flüssigkeitsinjektions-Vorrichtung
zur Zuführung
einer Wärmeflüssigkeit
aufweist, um dem Legierungselement mit Formgedächtnis die Rückstellung
in seine ursprüngliche
Form bei Erwärmung durch
die Flüssigkeit
zu ermöglichen.
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In US-Patent Nr. 4.984.581 an Stice
wird ein Führungsdraht
mit einem Kern aus einer Legierung mit Formgedächtnis vorgeschlagen, welcher
Führungsdraht
die Zwei-Wege-Formgedächtnis-Eigenschaften
der Legierung ausnützt,
um dem Führungsdraht
als Reaktion auf einen kontrollierten Wärmereiz sowohl eine spitzenablenkende
als auch drehende Beweglichkeit zu verleihen. Der kontrollierte
Wärmereiz
wird in diesem Fall durch Anlegen eines Hochfrequenz-Wechselstroms
erzeugt. Die gewählte
Legierung weist eine Übergangstemperatur
von 36°C
bis 45°C
auf. Die Temperatur von 36°C
wird aufgrund der Körpertemperatur
des Menschen gewählt;
die Temperatur von 45°C
wird gewählt,
da ein Betrieb bei höheren
Temperaturen für
Körpergewebe,
insbesondere einige Körperproteine,
zerstörerisch
sein könnte.
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In US-Patent Nr. 4.991.602 an Amplatz
et al. wird ein flexibler Führungsdraht
vorgeschlagen, der aus einer Legierung mit Formgedächtnis wie
der als Nitinol bekannten Nickel-Titan-Legierung hergestellt ist.
Der Führungsdraht
ist einer, der in seinem mittleren Teil einen gleichbleibenden Durchmesser
aufweist, sich zu beiden Enden hin jedoch verjüngt und an jedem dieser Enden
ein Kügelchen
oder einen Ball aufweist. Das Kügelchen
oder der Ball wird gewählt,
um eine einfache Beweglichkeit des Katheters im Gefäßsystem
zu ermöglichen.
Der Führungsdraht ist
symmetrisch, so dass dem Arzt keine falsche Wahl beim Bestimmen
des in den Katheter einzuführenden Endes
der Führungsdrahts
unterlaufen kann. Das Patent legt nahe, dass gewundene Drahtspulen
an der Führungsdraht-Spitze
unerwünscht
sind. Das Patent schlägt
weiterhin die Verwendung einer polymeren Beschichtung (PTFE) und
eines Antikoagulans vor. Das Patent schlägt nicht vor, dass irgendeine
bestimmte Art von Legierung mit Formgedächtnis oder bestimmte chemische
oder physikalische Variationen dieser Legierungen irgendwie von
Vorteil wären.
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Ein anderer Katheter-Führungsdraht
unter Verwendung von Ni-Ti-Legierungen ist beschrieben in US-Patent
Nr. 5.069.226 an Yamauchi et al. Yamauchi et al. beschreibt einen
Katheter-Führungsdraht
unter Verwendung einer Ni-Ti-Legierung, die außerdem etwas Eisen enthält, doch
typischerweise bei einer Temperatur von etwa 4.000 bis 5.000°C wärmebehandelt
wird, um einen Endabschnitt zu erhalten, der bei einer Temperatur
von etwa 370°C Pseudoelastizität und bei
einer Temperatur unterhalb etwa 800°C Plastizität zeigt. Bei einer Abwandlung davon
ist lediglich der Endabschnitt bei Temperaturen unterhalb von 800°C plastisch.
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In US-Patent Nr. 5.171.383 an Sagae
et al. ist ein aus einer superelastischen Legierung erzeugter Führungsdraht
gezeigt, der dann einer Wärmebehandlung
unterzogen wird, so dass sich die Flexibilität von seinem proximalen Abschnitt
zu seinen distalen Endabschnitten hin sequentiell erhöht. Eine
thermoplastische Beschichtung oder Spulenfeder kann am distalen
Abschnitt des Drahtmaterials angebracht werden. Allgemein gesprochen
behält
der proximale Endabschnitt des Führungsdrahts
eine vergleichsweise hohe Steifigkeit bei, wobei der distalste Endabschnitt
sehr flexibel ist. Vom proximalen Endabschnitt wird in den Ansprüchen ausgesagt,
dass er eine Dehnbelastung von etwa fünf bis sieben kg/mm2 aufweist, und von einem mittleren Abschnitt des
Führungsdrahts
wird in den Ansprüchen
eine Dehnbelastung von etwa 11 bis 12 kg/mm2 gezeigt.
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In der veröffentlichten Europäischen Patentanmeldung
Nr. 0.515.201-A1 wird auch ein Führungsdraht
beschrieben, der zumindest teilweise aus einer superelastischen Legierung
erzeugt wird. In der Veröffentlichung
wird ein Führungsdraht
beschrieben, bei dem der distalste Abschnitt durch den Arzt unmittelbar
vor Anwendung bei einem chirurgischen Verfahren zur gewünschten
Form gebogen oder gekrümmt
werden kann. Nahe der Führungsspitze
besteht der Führungsdraht
aus einer superelastischen Legierung. Obschon aus der in der Beschreibung
gezeigten Klasse Nickel-Titan-Legierungen
als am erwünschtesten
bezeichnet werden, so wird doch keine bestimmte physikalische Beschaffenheit
dieser Legierungen als erwünschter
als eine andere beschrieben.
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In der veröffentlichten Europäischen Patentanmeldung
Nr. 0.519.604-A2 ist entsprechend ein Führungsdraht beschrieben, der
aus einem superelastischen Material wie Nitinol erzeugt werden kann. Der
Kern des Führungsdrahts
ist mit einem Kunststoffmantel beschichtet, von dem ein Abschnitt
hydrophil sein kann und ein anderer Abschnitt nicht.
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Beispiele der Ni-Ti-Legierungen sind
in US-Patenten Nrn. 3.174.851; 3.351.463 und 3.753.700 beschrieben.
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EP-A-0 744 186 ist zulässig gegenüber dem vorliegenden
Fall lediglich unter Artikel 54(3) EPC. Bei der Ausführungsform
der 2 handelt es sich, wie
in dieser Ausführungsform
beschrieben, um einen zusammengesetzten Führungsdraht, bei dem der distale
Abschnitt aus einer spezifischen Legierung erzeugt ist und der proximale
Abschnitt aus einem anderen Material oder Konfiguration besteht. Der
proximale Abschnitt ist röhrenförmig und
kann ein röhrenförmiges Metallbandgeflecht
aus einer superelastischen Legierung mit einer Polymerbeschichtung
und einem polymeren Inneren umfassen. Die Ausführungsform des Führungsdrahts
der 7 weist einen Drahtkern aus Edelstahl
oder aus einer hochelastischen Legierung auf, welcher Kern zumindest
teilweise mit einem röhrenförmigen Metallgeflecht
ummantelt ist.
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In US-A-4 817 613 ist ein Drehmoment-übertragender
Führungskatheter
beschrieben, in dem zwei Drehmoment-übertragende Schichten über einem
inneren flexiblen Röhrenelement
aufgebracht sind. Die Drehmoment-übertragenen Schichten, die separat
aus geflochtenen Materialien hergestellt sind, sind selbst eingehüllt und
mit einer flexiblen Einschalung imprägniert.
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In keiner dieser Beschreibungen wird
die unten beschriebene Führungsdraht-Konfiguration vorgeschlagen.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung
wird ein Führungsdraht
bereitgestellt, der sich zum Führen
eines Katheters innerhalb eines Körperlumens eignet und welcher
umfasst:
- a) einen ausgestreckten, flexiblen
Drahtkern mit mindestens einem proximalen Abschnitt (176),
einem daran angrenzenden mittleren Abschnitt aus superelastischer
Nickel/Titan-Legierung und einem distalen Edelstahl-Abschnitt, und
- b) ein röhrenförmiges Metallbandgeflecht,
welches mindestens einen Abschnitt des Drahtkerns bedeckt.
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Zu bevorzugten superelastischen Nickel/Titan-Legierungen
zählen
solche mit spezifischen physikalischen Eigenschaften, z. B. einem
Spannungs-Dehnungs-Plateau
von etwa 517 ± 68,9
MPa (75 ± 10
ksi) und einem anderen bei 172 ± 51 MPa (25 ± 7,5 ksi)
(jeweils gemessen bei 3% Dehnung), wenn die Spannungs-Dehnungs-Beziehung
bei einer Dehnung von 6% gemessen wird.
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Der Führungsdraht mit seiner Geflechtbedeckung
kann beschichtet oder mit einem Polymer oder anderem Material bedeckt
sein, um seine Fähigkeit zum
Durchwandern des Katheterlumens zu erhöhen. Ein gleitfähiges Polymer
kann direkt auf den Kerndraht oder auf eine "Haftschicht" platziert werden. Bei der Haftschicht
kann es sich um einen Schrumpfschlauch oder eine Plasmaaufdampfung
handeln oder kann eine Tauch-, Sprüh- oder Schmelzsprühbeschichtung
aus einem geeigneten Material sein. Die Haftschicht kann auch strahlenundurchlässig sein.
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Idealerweise sind ein oder mehrere
strahlenundurchlässige
Marker am Führungsdraht
platziert, z. B. an seiner distalen Spitze und möglicherweise entlang der Länge des
mittleren Abschnitts. Diese Marker können sowohl zur Erhöhung der
Strahlenundurchlässigkeit
des Führungsdrahts
als auch der Übertragbarkeit
von Drehmoment vom proximalen Ende zum distalen Ende unter Beibehaltung
der gewünschten
Flexibilität
eingesetzt werden.
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Diese Erfindung umfasst auch einen
Katheter-Apparat, der aus dem Führungsdraht-Kern und einem dünnwandigen
Katheter besteht, wobei letzterer zum Vorrücken entlang des Führungsdrahts durch
das Gefäßsystem
bis zur Positionierung an einer gewünschten Stelle gestaltet ist.
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Die Erfindung wird anhand eines Beispiels unter
Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen weiter beschrieben werden,
worin:
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1 eine
schematische Seitenansicht (nicht maßstabsgetreu) der Hauptkomponenten
des Führungsdrahts
zeigt.
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2 eine
teilweise aufgeschnittene Seitenansicht eines Führungsdrahts mit einer distalen
Geflechtbedeckung zeigt.
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3 ein
typisches Spannungs-Dehnungs-Diagramm für eine Ni-Ti-Legierung zeigt,
das objektive Kriterien für
die Auswahl der Legierungen für
den Führungsdraht
der Erfindung aufzeigt.
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4 und 5 teilweise aufgeschnittene
Seitenansichten von Abschnitten verschiedener Führungsdrähte zeigen.
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6A und 6B zusammen eine teilweise aufgeschnittene
Seitenansicht eines zusammengesetzten Führungsdrahts gemäß der Erfindung
zeigen.
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1 zeigt
eine vergrößerte Seitenansicht eines
Führungsdrahts,
der nicht gemäß der vorliegenden
Erfindung ist. Führungsdraht
(100) besteht aus einem Drahtkern, der aus einem flexiblen
drehbaren Drahtfadenmaterial hergestellt ist und weist eine Gesamtlänge typischerweise
von etwa 50 bis 300 cm auf. Der proximale Abschnitt (102)
weist vorzugsweise einen gleichmäßigen Durchmesser
(entlang seiner Länge)
von etwa 0,254 bis 0,635 mm (0,010 bis 0,025 inch), bevorzugt 0,254
bis 0,457 mm (0,010 bis 0,018 inch) auf. Der relativ flexiblere
distale Abschnitt (104) erstreckt sich über 3 bis 30 cm oder mehr des
distalen Endes des Führungsdrahts
(100). Es kann ein mittlerer Abschnitt (106) mit
einem Durchmesser vorhanden sein, der zwischen den Durchmessergrößen der
beiden Abschnitte des Drahts im Anschluss an den mittleren Abschnitt
liegt. Der mittlere Abschnitt (106) kann sich kontinuierlich verjüngen, kann
eine Anzahl von konischen Abschnitten oder Abschnitten mit unterschiedlichen Durchmessern
aufweisen oder kann von gleichmäßigem Durchmesser
entlang seiner Länge
sein. Ist der mittlere Abschnitt (106) von generell gleichmäßigem Durchmesser,
so wird sich der Führungsdraht-Kern verstrecken,
wie bei (108) zu sehen. Der distale Abschnitt (104)
des Führungsdrahts
(100) weist typischerweise eine Endkappe (110),
eine feine Führungsspule
(112) und ein Lötgelenk
(114) auf. Die feine Drahtspule (112) kann strahlenundurchlässig und aus
Materialien hergestellt sein, einschließlich, doch nicht beschränkt auf
Platin und seine Legierungen. Die Endkappe (110) kann strahlenundurchlässig sein,
um eine Positionsortung der Spule (112) während des
Vorgangs des Einführens
des Katheters und Vorrücken
des Führungsdrahts
durch das Gefäßsystem
zu ermöglichen.
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Mindestens ein Teil des Führungsdraht-Kerns
weist auf sich ein Geflecht auf, das generell an der Außenseite
des Kerns platziert ist und sich oftmals bis zur distalen Spitze
des Kerns erstreckt. Dieses Geflecht ist in 1 nicht zu sehen, doch wird nachstehend
ausführlicher
beschrieben werden. Das Geflecht ist aus einer Anzahl von Bändern aus
typischerweise Metall konstruiert. Bevorzugt als Bandmaterialien
sind Edelstähle
und superelastische Legierungen, doch sind auch Hochleistungspolymere wie
Polyaramide in einigen Situationen nützlich.
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Alle oder ein Teil des proximalen
Abschnitts (102) und des mittleren Abschnitts (106)
und distalen Abschnitts (104) des Führungsdrahts können mit
einer dünnen
Schicht (116) aus polymerem Material beschichtet werden,
um seine Gleitfähigkeit
ohne Beeinträchtigung
der Flexibilität
oder Formbarkeit des Führungsdrahts
zu verbessern. Diese Erfindung umfasst Teile oder Abschnitte des
oben beschriebenen Führungsdrahts
mit der erwähnten
und unten beschriebenen Haftschicht und einer darauf aufgebrachten
gleitfähigen,
z. B. einer hydrophilen, Polymerbeschichtung.
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2 zeigt
den teilweise aufgeschnittenen Führungsdraht
der 1 (100),
der den Kerndraht (130), das stützende Bandgeflecht (132)
und die polymere Beschichtung (134) aufweist. Nicht gezeigt
in 2 ist, da es sich
um eine sehr dünne
Schicht handelt, die aufgetragene polymere (oftmals hydrophile polymere)
Umhüllung
außerhalb
der polymeren Beschichtung (134). Wie an anderer Stelle
angemerkt, kann diese Struktur an irgendeinen Abschnitt der fertiggestellten
Führungsdraht-Anordnung
platziert werden.
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Führungsdraht-Kern
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Die Führungsdraht-Anordnung der Erfindung wird
typischerweise in einem Katheter eingesetzt, der in einem ausgestreckten,
röhrenförmigen Element mit
proximalen und distalen Enden besteht. Der Katheter ist etwa 50
bis 300 Zentimeter lang, typischerweise etwa 100 bis 200 Zentimeter
lang. Oftmals weist das röhrenförmige Element
des Katheters einen relativ steifen proximalen Abschnitt auf, der
sich über
den Hauptabschnitt der Katheterlänge
erstreckt, und ein oder mehrere relativ flexible distale Abschnitte,
welche dem Katheter eine bessere Lenkbarkeit seines Führungsdrahts
durch scharfe Biegungen und Schleifen verleihen, die beim Vorwärtsrücken des Katheters
durch die im Gefäßsystem
vorhandenen gewundenen Pfade passiert werden. Die Konstruktion einer
geeigneten Katheter-Anordnung mit differentieller Flexibilität entlang
seiner Länge
ist beschrieben in US-Patent Nr. 4.739.768.
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Superelastische Legierungen, insbesondere Ni-Ti-Legierungen,
behalten ihre superelastischen Eigenschaften beim Durchqueren des
Gefäßsystems bei
und sind doch ausreichend biegsam, um dem Arzt, der den Führungsdraht
führt,
eine erhöhte "Griffigkeit" oder Rückmeldung
zu verschaffen und dabei während
des Einsatzes aber nicht zu "peitschen". Das bedeutet, dass
ein Führungsdraht
beim Drehen Drehenergie einlagert und diese im "Peitschen" jäh freisetzt,
um schnell aus der gespeicherten Spannung zurückzuspringen. Die bevorzugten
Legierungen sind während
der Anwendung keiner wesentlichen unausgeglichenen Dehnung ausgesetzt.
Wir haben außerdem
festgestellt, dass dann, wenn die Außenmittigkeit des Drahts, d.
h. die Abweichung des Querschnitts des Führungsdrahts von "Rundheit" (insbesondere im
mittleren Abschnitt) bei einem sehr geringen Wert gehalten wird,
der Führungsdraht
viel leichter lenkbar oder durch das Gefäßsystem führbar ist.
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Bei dem bei den Führungsdrähten dieser Erfindung verwendeten
Material handelt es sich um Legierungen mit Formgedächtnis,
die superelastische/pseudoelastische Formrückstell-Eigenschaften aufweisen.
Diese Legierungen sind bekannt. Siehe zum Beispiel US-Patent Nrn.
3.174.851 und 3.351.463, als auch 3.753.700; das '700-Patent beschreibt
ein Material aufgrund seines höheren
Moduls durch einen erhöhten
Eisengehalt. Diese Metalle sind durch ihre Umwandelbarkeit von einer
Austenit-Kristallstruktur zu einer Spannungs-induzierten Martensit-(SIM)-Struktur
bei bestimmten Temperaturen und der elastischen Rückkehr zur
Austenit-Struktur bei Befreiung aus der Spannung gekennzeichnet. Diese
wechselnden kristallinen Strukturen verleihen der Legierung ihre
superelastischen Eigenschaften. Bei einer solchen wohlbekannten
Legierung, Nitinol, handelt es sich um eine Nickel-Titan-Legierung. Sie ist
kommerziell ohne weiteres verfügbar
und vollzieht die Austenit-SIM-Austenit-Umwandlung
in vielfältigen
Temperaturbereichen von zwischen –20°C und 30°C.
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Diese Legierungen sind aufgrund ihrer
nahezu vollständigen
elastischen Rückstellfähigkeit
zur Anfangskonfiguration, sobald die Spannung entfernt wird, besonders
geeignet. Typischerweise liegt selbst bei relativ hohen Beanspruchungen
wenig plastische Verformung vor. Dies erlaubt dem Führungsdraht, beträchtliche
Biegungen beim Passieren des Gefäßsystems
des Körpers
zu vollziehen und dennoch zu seiner ursprünglichen Form zurückzukehren,
sobald die Biegung durchwandert ist, ohne auch nur eine Spur eines
Knicks oder einer Verbiegung beizubehalten. Nichtsdestotrotz muss
im Vergleich zu ähnlichen Edelstahl-Führungsdrähten weniger Kraft gegen die Innenwände der
Gefäße ausgeübt werden,
um den Führungsdraht
der Erfindung entlang des gewünschten
Weges durch das Blutgefäß zu verformen,
wodurch das Trauma für
die Innenwand des Blutgefäßes und
die Reibung gegen den koaxialen Katheter vermindert wird.
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Ein Führungsdraht kann während seiner Wanderung
durch das Gefäßsystem
zu seiner Zielstelle zahlreiche Biegungen und Windungen vollziehen.
Die Erwünschtheit einer
erhöhten
und vereinfachten Verdrehbarkeit des Führungsdrahtes, um der gebogenen
distalen Spitze den Eintritt in einen gewünschten Zweig des Gefäßsystems
zu ermöglichen,
kann nicht genug betont werden. Wir haben festgestellt, dass ein
Faktor in der Erhöhung
der einfachen Anwendbarkeit, d. h. zur Erhöhung der Kontrollierbarkeit
der Führungsdrähte, in
der Kontrolle der Außermittigkeit
des Querschnitts des mittleren Abschnitts des Führungsdrahtes ist. Wir haben
festgestellt, dass durch Halten des mittleren Abschnitt des Führungsdrahts
(106 in 1)
bei einem Außermittigkeits-Verhältnis von
1 ± 10–4 der
Führungsdraht wesentlich
kontrollierbarer ist als einer, der außerhalb dieses Verhältnisses
liegt. Mit "Außermittigkeit" meinen wir, dass
an jeglichem Punkt entlang des Führungsdrahts
das Verhältnis
vom größten Durchmesser
an jenem Querschnitt vom kleinsten Durchmesser des Drahts an jenem
Querschnitt abweicht.
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Um diese Ergebnisse in hohem Grade
und bei verstärkter
Kontrolle zu erzielen und dabei während der Anwendung dem ausführenden
Arzt Rückmeldungen
zu ermöglichen,
haben wir festgestellt, dass sich die folgenden physikalischen Parameter der
Legierung als geeignet erweisen. Bei einem Spannungs-Dehnungs-Test, wie in dem
Spannungs-Dehnungs-Diagramm der 3 gezeigt,
sollte die an einem mittleren Punkt des oberen Plateaus (UP) festgestellte
Spannung (gemessen z. B. bei etwa 3% Dehnung, wenn der Test-Endpunkt
etwa 6% Dehnung ist), im Bereich von 517 MPa (75 ksi (tausend Pounds
pro Quadrat-Inch) ± 68,9
MPa (10 ksi) betragen und sollte vorzugsweise im Bereich von 517 ± 34,5
MPa (75 ksi ± 5
ksi) liegen. Außerdem
sollte dieses Material ein unteres Plateau (LP) von 172 ± 51 MPa
(25 ± 7,5
ksi), vorzugsweise 138 ± 17,3
MPa (20 ± 2,5
ksi), wie am Mittelpunkt des unteren Plateaus gemessen, zeigen.
Das Material weist vorzugsweise nicht mehr als etwa 0,25% Restspannung
(RS) (wenn auf 6% Dehnung gespannt und dann sich Zurückformen
gelassen) und vorzugsweise nicht mehr als etwa 0,15% Restspannung
auf.
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Das bevorzugte Material ist nominell
50,6% ± 0,2%
Ni und der Rest Ti. Die Legierung sollte nicht mehr als etwa 500
Teile pro Million von einem von O, C oder N enthalten. Diese Legierungen
enthalten oftmals bis zu etwa 7% eines oder mehrerer Elemente der
Eisengruppe der Metalle, z. B. Fe, Cr, Co etc. Typischerweise werden diese
handelsüblichen
Materialien sequentiell vermischt, gegossen, geformt und separat
auf 30 bis 40% aufbereitet, getempert und gereckt.
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Zur weiteren Erläuterung zeigt 3 ein gestricheltes Spannungs-Dehnungs-Diagramm, das die oben
angemerkten verschiedenen Parameter und ihre Messwerte auf dem Diagramm
zeigt. Wird eingangs Spannung an eine Probe des Materials angelegt,
so ist die Spannung zunächst
proportional (a), bis der Phasenübergang
von Austenit zu Martensit bei (b) einsetzt. Beim oberen Plateau
(UP) wird die mit der angelegten Spannung eingeführte Energie während der
Entstehung der quasi-stabilen Martensit-Phase oder des Spannungs-induzierten
Martensits (SIM) gespeichert. Nach im wesentlichen vollzogener Phasenänderung
nähert
sich die Spannungs-Dehnungs-Beziehung wiederum einer proportionalen
Beziehung bei (c) an. Die Spannung wird nicht länger aufrechterhalten, wenn
die Dehnung 6% erreicht hat. Der gemessene Wert (UP) wird am Mittelpunkt
zwischen 0 und 6% Dehnung, d. h. bei 3% Dehnung, festgestellt. Wird
eine andere Endbedingung für
die Dehnung gewählt,
z. B. 7%, so würde der
Messwert von (UP) und (LP) bei 3,5% zu finden sein.
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Materialien mit hohen UP-Werten ergeben Führungsdrähte, die
relativ stark sind und eine außergewöhnliche
Drehmoment-Übertragung
ermöglichen,
doch einen Kompromiss bezüglich
der resultierenden "Geradheit" des Führungsdrahts
bedeuten. Wir haben festgestellt, dass Führungsdrähte mit hohen UP-Werten in
Verbindung mit hohen LP-Werten nicht gerade sind. Diese Führungsdrähte sind
aufgrund ihrer Neigung zum "Peitschen", wenn sie gedreht
werden, schwer anwendbar. Dieses bedeutet nochmals, dass ein Führungsdraht
beim Drehen als eine Drehenergie speichert und sie schnell freisetzt. Die
Schwierigkeiten bei der Verwendung solch eines peitschenden Führungsdrahtes
sind offensichtlich. Materialien, die die oben angegebenen UP-Werte aufweisen,
stellen die geeigneten Führungsdrähte dar.
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Weiterhin sind Materialien mit hohen LP-Werten
ebenfalls nicht gerade. Eine Senkung des LP-Werts beeinträchtigt die Übertragungsfähigkeit des
Führungsdrahts
von Drehmoment, doch verbessert es die Einfachheit, mit der ein
gerader Führungsdraht
erzeugt werden kann. Eine zu starke Herabsetzung des LP-Werts ergibt
einen Führungsdraht,
der, obschon rund, eine schwache taktile Reaktion zeigt. Er fühlt sich
während
des Einsatzes irgendwie "vage" und "schwammig" an. Die oben angegebenen LP-Werte
erlauben eine ausgezeichnete Drehmoment-Übertragung, Geradheit und die
wertvolle taktile Reaktion.
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Die oben erörterten Werte für die Restspannung
definieren Materialien, die nicht knicken oder anderweitig eine
Verformung oder Struktur nach der Spannung während der Anwendung als ein
Führungsdraht
beibehalten.
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Zusätzlich zu den aus superelastischen
Legierungen hergestellten Kerndrähten
umfasst die Erfindung auch Führungsdraht-Kerne,
die verschiedene Edelstähle
umfassen, wobei zu geeigneten Edelstählen solche zählen, die
typischerweise in medizinischen Instrumenten verwendet werden, z.
B. 304SS, 306SS, 312SS und 316SS. Am bevorzugtesten sind 304SS und
316SS. Im Vergleich zu den Führungsdraht-Kernen
aus superelastischen Legierungen sind vergleichbare Edelstahlkerne
eher zur Übertragung
von Drehmoment fähig
und sind typischerweise steifer. Der Nachteil ist der, dass Edelstählen mit
viel größerer Wahrscheinlichkeit
die Elastizität
der superelastischen Legierungen fehlt.
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Der Kern kann aus einer Anordnung
von Komponenten bestehen, wie in 4 und 5 gezeigt. Diese Figuren
zeigen lediglich einige wenige der verschiedenen, in dieser Erfindung
erwogenen Anordnungen. 4 zeigt
eine Führungsdraht-Struktur
mit einem zusammengesetzten Kern, bestehend aus einem Abschnitt
aus superelastischer Legierung (142) und einem distalen
Edelstahl-Abschnitt (144). Das Geflecht (146)
könnte
in diesem Fall eine superelastische Legierung sein. Eine strahlenundurchlässige Spule
(148) ist ebenfalls in der Zeichnung zu erkennen, ebenso
wie eine polymere Umhüllung
(150). Diese Kombination aus metallischen Komponenten weist
die folgenden Vorteile auf: der kleine distale Edelstahl-Abschnitt
(144) ist durch einen Arzt bei Verwendung des Instruments
ohne weiteres formbar; das superelastische Geflecht (146)
hindert den Führungsdraht-Abschnitt,
der den kleinen distalen Edelstahl-Abschnitt (144) enthält, am Knicken;
der proximalere superelastische Abschnitt knickt während der Manipulation,
die zur Heranführung
des Führungsdrahts
zur Zielstelle erforderlich ist, nicht.
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Eine Abwandlung eines zusammengesetzten
Kerndrahts (152), die nicht gemäß der vorliegenden Erfindung
ist, ist in 5 zu sehen.
Bei dieser Abwandlung besteht ein proximalerer Abschnitt (154) aus
Edelstahl, um proximal Steifheit zu schaffen. Ein Röhrenelement
ist dargestellt, doch kann ein festes Kernelement unter einigen
Vorkehrungen als ein Gelenk zum angrenzenden Abschnitt aus superelastischer
Legierung (156) verwendet werden. Ein äußerlich angebrachtes Geflecht
(158) ist ebenfalls gezeigt. Dieses Geflecht kann ein Edelstahl
für die
Steifigkeit sein, eine superelastische Legierung für die Knickfestigkeit
(insbesondere innerhalb der Gelenkregion (160)) oder selbst
ein strahlenundurchlässiges Metall
oder eine Legierung, um die Beobachtung des Führungsdrahts während der
Wanderung im Körper zu
ermöglichen.
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Diese Erfindung umfasst zum großen Teil das
Erklären
der optimalen Qualitäten
der verschiedenen physikalischen Parameter der jeweiligen Legierungen,
um zu einer Führungsdraht-Zusammensetzung
von größerer Gesamteffektivität zu führen.
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6A und 6B zeigen zusammen eine bevorzugte
Ausführungsform
der Erfindung. Es handelt sich um einen Führungsdraht, der einen zusammengesetzten
Kern mit Abschnitten aus verschiedenen Legierungen umfasst und spezifisch
einen distalen Edelstahl-Spitzenabschnitt (172) aufweist,
um die Spitze durch den Anwender leicht formbar zu machen. Der mittlere
Abschnitt (174) des Führungsdrahts
umfasst eine superelastische Legierung. Der mittlere Abschnitt (174)
wandert während
eines Verfahrens durch eine beträchtliche
Länge des
gewundensten Teils des Gefäßsystems
und ist folglich der wichtigste Kandidat für jene Legierung. Der proximalste
Abschnitt (176) wird primär zum Schieben und Übertragen
von Dreh-("Torsions")-Bewegungen zwischen
dem proximalen Ende und dem distalen Ende verwendet. Folglich fällt die
Wahl der Materialien für das
proximalere Ende (176) oftmals auf Edelstahl. Soll ein
flexiblerer Weg im Gefäßsystem
begangen werden, so kann die Wahl der Materialien für das proximalere
Ende (176) in einer superelastischen Legierung bestehen.
Ebenfalls dargestellt in der bevorzugten Ausführungsform 6A und 6B ist ein
Bandgeflechtelement (178), das konzentrisch auf dem Kerndraht platziert
ist. Das Geflecht 178 muss nicht über die vollständige Länge des Kerns
verlaufen; es muss lediglich über
dem Abschnitt vorhanden sein, der einer verbesserten physikalischen
Eigenschaft bedarf. Zum Beispiel braucht bei einem Vorangehen durch Gefäße von großer Verschlungenheit
nahe einem Hauptgefäß, z. B.
dem Lebergefäßsystem,
der proximale Abschnitt nicht mit einem Geflecht verstärkt zu sein.
Das Geflecht kann wahlweise eine superelastische Legierung wie Nitinol,
ein Edelstahl, ein polymeres Material, wie an anderer Stelle hierin
vermerkt, Kohlenstofffaser etc. sein. Bevorzugt sind superelastische
Legierungen und Edelstahl, was von der Anwendung abhängt.
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Die in 6A und 6B dargestellte Kernanordnung
besteht typischerweise aus Führungsdrähten, die
zum Erreichen von Zielen im Gefäßsystem des
Gehirns verwendet werden. Sie ist jedoch lediglich "typisch" und stellt keinen
entscheidenden Teil der Erfindung dar. Die Kernanordnung weist zwei sich
verjüngende
Regionen (180, 182) zur Unterstützung des Übergangs
zwischen verschiedenen Regionen des Kerns auf. Der Kerndraht kann
sich über wesentliche
Bereiche oder lediglich über
kurze Distanzen hinweg verjüngen.
Derartige Entscheidungen liegen innerhalb des Ermessens des Konstrukteurs eines
Führungsdrahtes.
Ebenso ist auch die Wahl einer Polymerbeschichtung (184)
Sache des Konstrukteurs. Die distale Spitze (186) und die
strahlenundurchlässige
Spule (188) sind relativ verbreitete Merkmale der derzeitigen
Führungsdrähte.
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Geflechte
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Die bei dieser Erfindung verwendeten
Geflechte sitzen an der Außenfläche des
Führungsdraht-Kerns
und werden zur Schaffung spezifischer physikalischer Stärken verschiedener
Arten eingesetzt, z. B. Torsionssteifheit, Steifigkeit, Knickfestigkeit,
Verbundelastizität
etc. Das Geflecht kann direkt auf dem Drahtkern platziert werden
oder kann zusammen mit einer dünnen
Polymerschicht zwischen dem Geflecht und dem Kerndraht verwendet
werden, um eine gewisse Haftung zwischen den beiden zu schaffen.
Weitere Methoden zum Binden des Geflechts an den Kern können angewendet
werden, z. B. Kleben, Löten,
Schweißen
etc., und das Binden kann kontinuierlich oder in Abständen entlang
des Kernkörpers
erfolgen.
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Obschon in 2 das erwünschteste Geflecht (132)
mit einer einzigen Bandgröße gezeigt
ist, braucht das Geflecht nicht darauf beschränkt zu sein; es können vielfältige Bandgrößen je nach
Wunsch verwendet werden. Die Hauptbeschränkungen stellen ganz einfach
die Größe, z. B.
der Durchmesser, des schließlich
konstruierten Gesamtgeflechts und die gewünschte, dem Führungsdraht
dadurch zu verleihende Steifigkeit dar.
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Die typischerweise bei dieser Erfindung nützlichen
Geflechte umfassen eine gerade Anzahl von Bändern: eine Hälfte der
Bänder
wird in eine Richtung, d. h. im Uhrzeigersinn, und die andere in die
andere Richtung gewickelt. Ein typisches Geflecht besteht aus 8
bis 16 Bändern.
Das Geflecht kann eine einzige Neigung, wobei ein Winkel einer Bandkomponente
gegen die Achse des Geflechts gemessen wird, oder kann eine Neigung
aufweisen, die entlang der Achse des Geflechts variiert.
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Bevorzugte superelastische Legierungen umfassen
die Klasse der Titan/Nickel-Materialien, wie
als Nitinol bekannt – Legierungen,
die vom US-Navy Ordnance Laboratory entdeckt wurden. Diese Materialien
sind in US-Patenten Nrn. 3.174.851 an Buehler et al., 3.351.463
an Rozner et al. und 3.753.700 an Harrison et al. ausführlich erörtert. Handelsübliche Legierungen,
die bis zu etwa 5% eines oder mehrerer anderer Elemente der Eisengruppe,
z. B. Fe, Cr, Co, enthalten, werden als von der Klasse der superelastischen
Ni/Ti-Legierungen, die sich für
diesen Zweck eignen, als umfasst erachtet.
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Bei Verwendung einer superelastischen
Legierung kann ein zusätzlicher
Schritt zur Erhaltung der Form des versteiften Geflechts erwünscht sein. Zum
Beispiel ist bei einer Cr-enthaltenden superelastischen Ni/Ti-Legierung,
die zu einem Band von 0,025 × 0,1
mm (1 × 4
mil) gerollt wurde und zu einem 16-teiligen Geflecht geformt wurde,
eine gewisse Wärmebehandlung
erwünscht.
Das Geflecht wird auf einem üblicherweise
metallischen Dorn einer geeigneten Größe platziert. Das Geflecht
wird dann auf eine Temperatur von 343 bis 398°C (650° bis 750°F) für einige Minuten erhitzt, wodurch
möglicherweise (aber
nicht notwendigerweise) die Bandkomponenten getempert werden. Nach
der Wärmebehandlung behält das Geflecht
seine Form bei, ebenso wie die Legierung ihre superelastischen Eigenschaften.
Das Geflecht kann auch direkt auf den Kern gewunden werden, sofern
erwünscht.
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Metallbänder, die sich zur Verwendung
bei dieser Erfindung eignen, sind erwünschterweise zwischen 0,006
mm (0,25 mil) und 0,089 mm (3,5 mil) dick und 0,064 mm (2,5 mil)
und 0,305 mm (2,0 mil) breit. Mit dem Begriff "Band" meinen
wir auch ausgestreckte Formen, deren Querschnitte nicht viereckig oder
rund, sondern typischerweise rechteckig, oval oder halboval sind.
Sie sollten ein Seitenverhältnis von
mindestens 0,5 (Dicke/Breite) aufweisen. In jedem Fall kann bei
superelastischen Legierungen, insbesondere Nitinol, die Dicke und
Breite etwas feiner sein, z. B. bis hinab zu 0,006 mm (0,25 mil)
bzw. 0,025 mm (1,0 mil). Die derzeit erhältlichen Bänder umfassen Größen von
0,025 × 0,076
mm (1 mil × 3 mil),
0,025 × 0,1
mm (1 mil × 4
mil), 0,05 × 0,15
mm (2 mil × 6
mil) und 0,05 × 0,2
mm (2 mil × 8
mil).
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Die Bänder, aus denen das in 2 gezeigte Geflecht (132)
besteht, können
auch eine geringfügige
Menge an nicht-superelastischen Materialien enthalten. Obschon metallische
Bänder
als Hilfsmaterialien aufgrund ihrer Stärke/Gewichts-Verhältnisse
bevorzugt sind, können
auch faserige Materialien (sowohl synthetische als auch natürliche)
verwendet werden. Im Hinblick auf Kosten, Stärke und leichte Verfügbarkeit
sind Edelstähle
(SS304, SS306, SS316 etc.) und Wolfram-Legierungen bevorzugt. Bei
bestimmten Anwendungen können
besonders Katheterabschnitte mit kleinerem Durchmesser, verformbarere
Metalle und Legierungen, z. B. Gold, Platin, Palladium, Rhodium,
etc. verwendet werden. Eine Platin-Legierung mit einigen wenigen
Prozent Wolfram ist, zum einen Teil aufgrund ihrer Strahlenundurchlässigkeit,
bevorzugt.
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Zu geeigneten nicht-metallischen
Bändern zählen Hochleistungsmaterialien
wie solche aus Polyaramiden (z. B. KEVLAR) und Kohlenstofffasern.
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Die bei dieser Erfindung eingesetzten
Geflechte können
unter Verwendung handelsüblicher röhrenartiger
Flechten hergestellt werden. Wo immer hierin der Begriff "Geflecht" verwendet wird,
meinen wir röhrenförmige Konstruktionen,
bei denen die die Konstruktion ausmachenden Bänder in einer Einwärts-Auswärts-Weise verwoben werden,
so dass sie verkreuzt sind und dadurch ein Röhrenelement, das ein einziges
Lumen definiert, ergeben. Die Geflechte können aus einer geeigneten Anzahl
von Bändern,
nämlich
typischerweise sechs oder mehr, hergestellt werden. Eine einfache
Produktion auf einem handelsüblichen
Flechter ergibt typischerweise Geflechte aus acht oder sechzehn
Bändern.
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Das in 2 gezeigte
Geflecht weist einen nominalen Neigungswinkel von 45° auf. Natürlich ist die
Erfindung nicht darauf beschränkt.
Andere Geflechtwinkel von 20° bis
60° eignen
sich ebenfalls. Eine wichtige Abwandlung dieser Erfindung besteht in
der Variationsmöglichkeit
des Neigungswinkels des Geflechts entweder zum Zeitpunkt der Verwebung
des Geflechts oder zum Zeitpunkt der Aufbringung des Geflechts auf
den Führungsdraht-Abschnitt oder
-Abschnitte.
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Das Geflecht (132) kann
sich rauh anfühlen, wenn
es nicht abgedeckt oder weiter verarbeitet wird. Verfahren wie Walzen,
Feinschleifen oder Abreiben können
zur Glättung
der Oberfläche
des Geflechts angewendet werden, sofern erwünscht. Die Entfernung jeglicher
erzeugter partikulärer
Materie ist natürlich
erforderlich. Ob nun die äußere Seite
des Geflechts (132) geglättet ist oder nicht, so ist
es doch recht erwünscht,
eine Außenschicht
aus einem gleitfähigen
Polymer auf das Äußere des
Geflechts aufzubringen. Die in 2 gezeigte
Abwandlung wendet die hierin an anderer Stelle erörterte Haftschicht (134)
an und weist eine dünne
hydrophile Polymerschicht auf der Außenseite der Haftschicht (134)
auf. Die hydrophile Polymerschicht ist in der Zeichnung nicht dargestellt,
da die Schicht typischerweise zu dünn ist, um erkennbar zu sein.
Die Haftschicht (134) und ihre damit verbundene hydrophile
Polymerschicht können
(brauchen aber nicht) über
die gesamte resultierende Führungsdraht-Anordnung
hinweg von derselben Zusammensetzung sein.
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Führungsdraht-Kernbeschichtungen
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Der gesamte oder ein Teil des Führungsdraht-Kerns
und Geflechts können
mit ein oder mehreren Schichten eines polymeren Material bedeckt oder
beschichtet sein.
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Die Beschichtung wird typischerweise
zur Erhöhung
der Gleitfähigkeit
der Führungsdraht-Anordnung
während
der Durchquerung des Katheterlumens oder der Gefäßwände aufgebracht.
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Beschichtungsmaterialien
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Wie oben angemerkt, kann zumindest
ein Teil des Führungsdraht-Kerns
und Geflechts einfach durch Eintauchen oder Besprühen oder
einen ähnlichen
Vorgang mit Materialien wie Polysulfonen, Polyfluorkohlenstoffen
(wie TEFLON), Polyolefinen wie Polyethylen, Polypropylen, Polyester
(einschließlich Polyamiden
wie den NYLONs) und Polyurethanen, deren Gemischen und Copolymeren
wie Polyether-Blockamiden
(z. B. PEBAX), beschichtet werden.
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Oftmals ist es erwünscht, eine
Beschichtung wie die direkt oben erörterte auf dem proximalen Abschnitt
des Führungsdrahts
und eine Beschichtung wie die nachstehend beschriebene auf dem distaleren
Abschnitten anzuwenden. Jegliche Kombination von Beschichtungen,
die in variierender Weise auf dem Führungsdraht aufgebracht wird,
ist geeignet und kann entsprechend der vorliegenden Aufgabe gewählt werden.
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Führungsdraht-Kern
und Geflecht können ebenfalls
zumindest teilweise mit anderen hydrophilen Polymeren bedeckt werden,
einschließlich
solcher aus Monomeren wie Ethylenoxid und seinen höheren Homologa,
2-Vinylpyridin; N-Vinylpyrrolidon; Polyethylenglycolacrylaten wie
Monoalkoxypolyethylenglycolmono(meth)acrylaten einschließlich Monomethoxytriethylenglycolmono(meth)acrylat,
Monomethoxytetraethylenglycolmono(meth)acrylat, Polyethylenglycolmono(meth)acrylat;
weiteren hydrophilen Acrylaten wie 2-Hydroxyethylmethacrylat, Glycerylmethacrylat;
Acrylsäure
und ihren Salzen; Acrylamid und Acrylonitril; Acrylamidomethylpropansulfonsäure und
ihren Salzen; Cellulose, Cellulose-Derivaten wie Methylcellulose,
Ethylcellulose, Carboxymethylcellulose, Cyanoethylcellulose, Celluloseacetat,
Polysacchariden wie Amylose, Pektin, Amylopektin, Alginsäure und
vernetztes Heparin; Maleinanhydrid; Aldehyden. Diese Monomere können zu
Homopolymeren oder Block- oder statistischen Copolymeren geformt
werden. Die Verwendung beim Beschichten des Führungsdrahts von Oligomeren
dieser Monomere zur weiteren Polymerisation ist ebenfalls eine Alternative.
Zu bevorzugten Vorläufern
zählen
Ethylenoxid, 2-Vinylpyridin; N-Vinylpyrrolidon und Acrylsäure und
ihre Salze; Acrylamid und Acrylonitril, polymerisiert (mit oder
ohne wesentliche Quervernetzung) zu Homopolymeren oder zu statistischen
oder Blockcopolymeren.
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Außerdem können hydrophobe Monomere in das
polymere Beschichtungsmaterial in einer Menge von bis zu etwa 30
Gew.-% des resultierenden Copolymers aufgenommen werden, solange
die hydrophile Natur des resultierenden Copolymers nicht wesentlich
beeinträchtigt
wird. Zu geeigneten Monomeren zählen
Ethylen, Propylen, Styrol, Styrol-Derivate, Alkylmethacrylate, Vinylchlorid,
Vinylidenchlorid, Methacrylonitril und Vinylacetat. Bevorzugt sind
Ethylen, Propylen, Styrol und Styrol-Derivate.
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Die polymere Beschichtung kann unter
Anwendung verschiedener Techniken, z. B. durch Licht, wie etwa Ultraviolettlicht,
Wärme oder
ionisierende Strahlung, oder durch Peroxide oder Azo-Verbindungen
wie Acetylperoxid, Cumylperoxid, Propionylperoxid, Benzoylperoxid
oder ähnliches,
vernetzt werden. Ein polyfunktionelles Monomer wie Divinylbenzol, Ethylenglycoldimethacrylat,
Trimethylolpropan, Pentaerythritol, Di-(oder Tri- oder Tetra-)-methacrylat,
Diethylenglycol oder Polyethylenglycoldimethacrylat, und ähnliche
multifunktionelle Monomere, die zur Vernetzung der oben erörteren Monomeren
und Polymeren fähig
sind.
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Die unter Anwendung der unten beschriebenen
Verfahrensweise aufgetragenen Polymere oder Oligomere werden mit
photoaktiven oder strahlungsaktiven Gruppen aktiviert oder funktionalisiert,
um die Reaktion der Polymere oder Oligomere mit der darunterliegenden
polymeren Oberfläche
zu ermöglichen.
Zu geeigneten Aktivierungsgruppen zählen Benzophenon, Thioxanthon
und ähnliches;
Acetophenon und seine Derivate, spezifiziert als:
worin R
1 H
ist, R
2 OH ist, R
3 Ph
ist; oder
R
1 H ist, R
2 eine
Alkoxygruppe ist einschließlich -OCH
3, -OC
2H
3,
R
3 Ph ist; oder
R
1 =
R
2 = eine Alkoxygruppe, R
3 Ph
ist; oder
R
1 = R
2 =
eine Alkoxygruppe, R
3 H ist; oder
R
1 = R
2 = Cl, R
3 N oder Cl ist.
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Auch andere bekannte Aktivatoren
sind geeignet.
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Die polymere Beschichtung kann dann
mit dem Substrat unter Anwendung bekannter und geeigneter Methoden
vernetzt werden, die von den gewählten
Aktivatoren ausgehend ausgesucht werden, wie etwa mittels Ultraviolettlicht,
Wärme oder
ionisierender Strahlung. Die Vernetzung mit den aufgelisteten Polymeren
oder Oligomeren kann unter Verwendung von Peroxiden oder Azo-Verbindungen
wie Acetylperoxid, Cumylperoxid, Propionylperoxid, Benzoylperoxid
oder ähnlichem
erreicht werden. Ein polyfunktionelles Monomer wie Divinylbenzol,
Ethylenglycoldimethacrylat, Trimethylolpropan, Pentaerythritol,
Di-(oder Tri- oder Tetra-)-methacrylat,
Diethylenglycol oder Polyethylenglycoldimethacrylat, und ähnliche
multifunktionelle Monomere, die zur Vernetzung der oben erörterten
Polymere und Oligomere fähig sind,
ist ebenfalls für
diese Erfindung geeignet.
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Die polymere Beschichtung kann auf
den Führungsdraht
mittels einer Vielfalt von Methoden aufgebracht werden, wie z. B.
durch Aufsprühen
einer Lösung
oder Suspension der Polymere oder der Oligomere von Monomeren auf
den Führungsdraht-Kern
oder durch Eintauchen dieses Kerns in die Lösung oder Suspension. Initiatoren
können
in die Lösung
eingebracht oder in einem separaten Schritt aufgebracht werden.
Der Führungsdraht
kann sequentiell oder simultan getrocknet werden, um das Lösungsmittel
nach der Aufbringung des Polymers oder Oligomers auf den Führungsdraht
zu entfernen, und dann vernetzt werden.
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Die Lösung oder Suspension sollte
sehr verdünnt
sein, da lediglich eine sehr dünne
Schicht aus Polymer aufgebracht wird. Wir haben festgestellt, dass
eine Menge an Oligomer oder Polymer in einem Lösungsmittel von 0,25 bis 5,0
Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 2,0 Gew.-%, für eine dünne und vollständige Bedeckung
des resultierenden Polymers ausgezeichnet ist. Bevorzugte Lösungsmittel
für diese
Verfahren, bei Verwendung der bevorzugten Polymere und Vorgehensweisen,
sind Wasser, niedermolekulare Alkohole und Ether, insbesondere Methanol,
Propanol, Isopropanol, Ethanol und deren Gemische. Auch andere wassermischbare
Lösungsmittel,
z. B. Tetrahydrofuran, Methylendichlorid, Methylethylketon, Dimethylacetat,
Ethylacetat etc. eignen sich für die
aufgelisteten Polymere und müssen
gemäß den Eigenschaften
des Polymers ausgewählt
werden; aufgrund der hydrophilen Natur der Polymere und Oligomere
sollten sie polar sein, doch müssen,
aufgrund der Reaktivität
der terminalen Gruppen dieser Materialien, die bekannten, durch
Sauerstoff, Hydroxylgruppen und ähnliches
verursachten Löschwirkungen
durch den Anwender dieses Verfahrens bei Auswahl der Polymere und
Lösungsmittelsysteme einkalkuliert
werden.
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Besonders bevorzugt als eine Beschichtung für die hierin
erörterten
Führungsdraht-Kerne sind physikalische
Gemische von Homo-Oligomeren aus mindestens einem von Polyethylenoxid;
Poly-2-vinylpyridin; Polyvinylpyrrolidon, Polyacrylsäure, Polyacrylamid
und Polyacrylonitril. Die Katheterkörper oder -substrate werden
vorzugsweise besprüht
oder eingetaucht, getrocknet und bestrahlt, um eine polymerisierte
und vernetzte Polymerhaut aus den angegebenen Oligomeren zu erzeugen.
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Die gleitfähige hydrophile Beschichtung
wird vorzugsweise unter generell gleichzeitiger Anwendung von Lösungsmittelentfernungs-
und Vernetzungsvorgängen
vorgenommen. Die Beschichtung wird bei einer Rate aufgetragen, die
das "Folienziehen" der Lösung erlaubt,
z. B. die Bildung einer erkennbar glatten Schicht ohne "Verlaufen". Beim Tauchvorgang,
der bei den meisten polymeren Substraten einschließlich der
oben angemerkten vorgenommen wird, liegen die optimalen Beschichtungsraten
bei einer linearen Entfernungsrate von zwischen 6,35 und 50,8 mm
(0,25 und 2,0 Inches)/Sek., vorzugsweise 12,7 und 25,4 mm (0,5 und
1,0 Inches)/Sek. vor.
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Die Vorgänge der Lösungsmitteleindampfung können unter
Verwendung einer Heizkammer, die die Oberfläche des darunterliegenden Substrats bei
einer Temperatur von 250°C
bis zur Glasübergangstemperatur
(Tg) hält,
vorgenommen werden. Bevorzugte Temperaturen betragen 500°C bis 1250°C. Am bevorzugtesten
für die
erwähnten
und bevorzugten Lösungsmittelsysteme
ist der Bereich von 750 bis 1100°C.
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Es können Ultraviolettlicht-Quellen
zur Vernetzung der Polymer-Vorläufer
auf dem Substrat verwendet werden. Erwünschterweise werden diese durch
eine Bestrahlungskammer mit einer Ultraviolettlicht-Quelle von 90
bis 375 nm (bevorzugt 300 bis 350 nm) mit einer Bestrahlungsdichte
von 50 bis 300 mW/cm2 (vorzugsweise 150
bis 250 mW/cm2) für einen Zeitraum von drei bis
sieben Sekunden geschickt. Geeignet ist die Passage des Führungsdraht-Kerns
durch die Kammer bei einer Rate von 6,35 bis 50,8 mm (0,25 bis 2,0
Inches)/Sekunden (bevorzugt 12,7 bis 25,4 mm (0,5 bis 1,0 Inches/Sekunden)
in einer Kammer mit 7,62 bis 22,86 cm (drei bis neun Inches) Länge. Bei
Anwendung von ionisierender Bestrahlung kann eine Strahlungsdichte
von 1 bis 100 kRad/cm2 (vorzugsweise 20
bis 50 kRad/cm2) an die Lösung oder
Suspension auf dem polymeren Substrat angelegt werden.
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Eine außergewöhnliche Haltbarkeit der resultierenden
Beschichtung wird durch Wiederholen der Eintauch-/Lösungsmittelentfernungs-/Bestrahlungs-Schritte
von bis zu fünfmal
erzielt. Bevorzugt sind zwei bis vier Wiederholungen.
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Haftschichten
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Wir haben festgestellt, dass es oftmals
erwünscht
ist, eine Haftschicht als eine Beschichtung zwischen die äußere Polymeroberfläche und
das Geflecht einzubauen, um die Gesamthaftung der äußeren Polymeroberfläche an der
Führungsdraht-Anordnung zu erhöhen. Natürlich müssen diese
Materialien mit den verschiedenen anderen Lösungsmitteln, Reinigungsmitteln,
Sterilisationsverfahren etc. verträglich sein, denen der Führungsdraht
und seine Komponenten während
der anderen Produktionsschritte ausgesetzt sind.
-
2 zeigt
einen typischen Führungsdraht-Kernabschnitt
(100) mit einem metallischen Kern (130), einem
Geflecht (132), einer polymeren Haftschicht (134),
auf die eine gleitfähige
Beschichtung platziert wird.
-
Die Wahl der Materialien für diese
Haftschichten wird durch ihre Funktionalität bestimmt. Spezifisch werden
diese Materialien auf ihre Affinität oder Bindigkeit an die äußere gleitfähige oder
hydrophile Polymerbeschichtung hin ausgewählt. Natürlich muss das Material der
Haftschicht flexibel und stark sein. Die Haftschichten können auf
dem Zentrum des Führungsdrahtes
in vielfältiger
Weise platziert werden. Das polymere Material kann extrudierbar
sein und zu einer schrumpfbaren Röhre zur Befestigung auf dem
Führungsdraht
durch Erhitzung formbar sein. Es kann auf dem Führungsdraht-Kern durch Eintauchen,
Aufsprühen,
Schrumpfwickeln des Polymerschlauchs oder eines anderen Verfahrens
angebracht werden. Ein recht erwünschtes
Verfahren bezieht das Platzieren eines Polymerschlauchs aus einem
schmelzbaren Polymer, z. B. Polyurethan, auf dem Führungsdraht-Kern
ein, welcher wiederum mit einem heißschrumpfbaren Schlauch, z.
B. aus Polyethylen, bedeckt ist. Der äußere Schlauch wird zusammengeschrumpft
und der innere Schlauch auf den Führungsdraht-Kern zum Erhalt
einer Haftschicht geschmolzen. Die Haftschicht ist vorzugsweise
0,01 bis 0,076 mm (0,0004 bis 0,003 Inches) dick. Die Schmelztemperatur
des Haftschicht-Polymers wird wünschenswerterweise
geeignet gewählt,
um bei der Heißschrumpftemperatur
des äußeren Schlauchs
zu schmelzen. Der äußere Schrumpfschlauch
wird dann einfach abgeschält,
wodurch die Haftschicht zur Behandlung mit der gleitfähigen Beschichtung
freigelegt wird.
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Wir haben festgestellt, dass verschiedene NYLONs,
Polyethylen, Polystyrol, Polyurethan und Polyethylenterephthalat
(PET) ausgezeichnete Haftschichten ergeben. Bevorzugt sind Polyurethan (Shore
80A-55D) und PET. Am bevorzugtesten ist Polyurethan. Außerdem ist
die Verwendung einer Anzahl von Abschnitten aus Polyurethan mit
unterschiedlichen Härten
erwünscht.
Zum Beispiel kann der distale Abschnitt eine Haftschicht aus Shore 80A-Polyurethan
erhalten; der proximale Schaft könnte
aus Shore D55-Polyurethan bestehen. Diese Materialien können so
formuliert oder vermengt werden, dass sie strahlenundurchlässige Materialien
wie Bariumsulfat, Wismuttrioxid, Wismutcarbonat, Wolfram, Tantal
oder ähnliches
enthalten.
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Wie oben angemerkt, besteht eine
andere Weise der Aufbringung einer Haftschicht im Wärmeschrumpfen
des Schlauchs auf das Geflecht. Der Führungsdraht-Kern und das Außengeflecht
werden ganz einfach in einen Schlauch von geeigneter Größe eingebracht,
wobei oftmals eine geringe Quantität an beiden Enden zur Versiegelung
des Schlauchs übersteht.
Der Schlauch wird in der Länge
zurechtgeschnitten und erhitzt, bis er von ausreichend kleiner Größe ist.
Die resultierende Schlauch-Haftschicht
ist erwünschterweise
etwa 0,013 bis 0,381 mm (0,0005 und 0,015 Inches) dick. Die dünneren Schichten
werden typischerweise aus Polyurethan oder PET erzeugt. Die Schicht
aus gleitfähigem
Polymer wird dann auf die Außenfläche des
Schrumpfschlauchs aufgebracht.
-
Ein anderes Verfahren zur Herstellung
oder Vorbehandlung von Führungsdrähten, bevor
diese die Beschichtung aus Polymer erhalten, vorzugsweise einem
Polymer, das gleitfähig,
biokompatibel und hydrophil ist, besteht in der Anwendung eines
Plasmastroms zur Ablagerung eines Kohlenwasserstoff- oder Fluorkohlenstoff-Rests. Das Verfahren
wird folgendermaßen
beschrieben: Führungsdraht-Kern
und Geflecht werden in eine Plasmakammer eingebracht und durch eine
Sauerstoffplasmaätzung
gereinigt. Sie werden dann einem Kohlenwasserstoffplasma zur Ablagerung
einer Plasma-polymerisierten Haftschicht auf dem Führungsdraht-Kern
ausgesetzt, um die Vorbehandlung abzuschließen. Das Kohlenwasserstoff-Plasma
kann niedermolekulare (oder gasförmige)
Alkane wie Methan, Ethan, Propan, Isobutan, Butan oder ähnliches,
niedermolekulare Alkene wie Ethen, Propen, Isobuten, Buten oder ähnliches
oder gasförmige
Fluorkohlenstoffe wie Tetrafluormethan, Trichlorfluormethan, Dichlordifluormethan,
Trifluarchlormethan, Tetrafluorethylen, Trichlorfluorethylen, Dichlordifluorethylen,
Trifluorchlorethylen und andere derartige Materialien umfassen.
Auch Gemische dieser Materialien sind akzeptabel. Die Haftschicht
stellt dadurch die C-C-Bindungen für die anschließende kovalente
Bindung an die äußere hydrophile
Polymerbeschichtung bereit. Bevorzugte Flussgeschwindigkeiten für den Kohlenwasserstoff
in die Plasmakammer liegen im Bereich von 500 cc/min bis 2000 cc/min,
und die Verweildauer des Führungsdrahts
in der Kammer liegt im Bereich von 1 bis 20 Minuten, was vom gewählten Kohlenwasserstoff
und den Plasmakammer-Betriebsparametern abhängt. Die Energiezufuhr-Einstellungen
für die
Plasmakammer liegen vorzugsweise im Bereich von 200 Watt bis 1500 Watt.
-
Eine Haftschicht aus einem Plasma-erzeugten
Kohlenwasserstoff-Rückstand
mit einer Dicke in der Größenordnung
von 10 μ wird
zwischen Geflecht und Beschichtung abgelagert. Dieses Verfahren
erzeugt typischerweise Schichten des Kohlenwasserstoff-Rückstands
von weniger als etwa 1000 μ Dicke, und
typischerweise weniger als etwa 100 μ Dicke. Die Haftschicht bindet
in wirksamer Weise an die Außenschicht
des Führungsdraht-Kerns,
wobei sie dem Führungsdraht
sehr wenig zusätzliche
Masse verleiht. Mit den gemäß dieser
Erfindung hergestellten Führungsdrähten werden
die Größen- und
Manövrierbarkeits-Probleme
der Führungsdrähte nach
dem Stand der Technik vermieden.
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Der vorbehandelte Führungsdraht
kann mit einem Polymer unter Anwendung der oben beschriebenen Verfahren
beschichtet werden. Zum Beispiel kann der vorbehandelte Führungsdraht
in eine Lösung
aus einem photoaktiven hydrophilen Polymersystem, d. h. einer latent
photoreaktiven Bindemittelgruppe, die kovalent an ein hydrophiles
Polymer gebunden ist, eingetaucht werden. Nach dem Trocknen wird
der beschichtete Führungsdraht
gehärtet,
indem er einem UV-Licht ausgesetzt wird. Das UV-Licht aktiviert
die latent reaktive Gruppe im photoaktiven Polymersystem, wodurch
kovalente Bindungen mit den vernetzten C-C-Bindungen in der Haftschicht
aus dem Kohlenwasserstoff-Rückstand
gebildet werden. Die Tauch- und Aushärtschritte werden vorzugsweise häufig genug
wiederholt, typischerweise zweimal, bis die geeignete Dicke der
hydrophilen Schutzschicht erzielt ist.
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Eine in hohem Maße bevorzugte Abwandlung der
Erfindung umfasst einen Führungsdraht
mit einem Metallkern von vorzugsweise 0,254 bis 0,635 mm (0,010
bis 0,025 Inches) Durchmesser aus Edelstahl oder einer hochelastischen
Legierung (wie etwa Nitinol) und einem Geflecht aus Edelstahl oder
einer hochelastischen Legierung. Die äußere Oberfläche des Führungsdrahts weist eine biokompatible Beschichtung
aus einem Polyacrylamid/Polyvinylpyrrolidon-Gemisch in Bindung an
ein photoaktives Bindemittel auf.
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Ein bevorzugtes photoaktives hydrophiles Polymersystem
besteht in einem Gemisch aus Polyacrylamid und Polyvinylpyrrolidon.
Das Polyarcrylamid-System bietet Gleitfähigkeit, und das Polyvinylpyrrolidon-System
bietet sowohl Gleitfähigkeit
als auch eine gute Bindefähigkeit.
Als Alternative kann die hydrophile biokompatible Beschichtung auch
aus einzelnem Polyacrylamid, einzelnem Polyvinylpyrrolidon, Polyethylenoxid
oder einer geeigneten, im Fachbereich bekannten Beschichtung bestehen.
Außerdem
kann eine Beschichtung aus Heparin, Albumin oder anderen Proteinen über der
hydrophilen Beschichtung in einer im Fachgebiet bekannten Weise abgelagert
werden, um zusätzlich
Biokompatibilitäts-Merkmale
bereitzustellen.
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Der Führungsdraht kann unter Anwendung einer
Argonplasmaätzung
anstelle der Sauerstoffplasmaätzung
gereinigt werden. Die Dicke der Plasma-polymerisierten Haftschicht
kann ebenfalls ohne Abweichung vom Rahmen dieser Erfindung variieren.
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Obschon bevorzugte Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung beschrieben wurden, sollte klar sein, dass
verschiedene Abänderungen, Anpassungen
und Abwandlungen daran vorgenommen werden können, ohne vom Rahmen der folgenden
Ansprüche
abzuweichen.