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Patentiert im Deutschen Reiche vom 7. Mai 1936 ab Die Erfindung
betrifft ein Zylinderschloß mit von verstellbaren Bartstufen des Schlüssels gegen
Federwirkung bewegten U-förinigen Schiebern, die eine Abdeckhülse umgreifen, und
von den Schiebern beeinflußten Stellkörpern.
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Bei einem bereits bekannten Zylinderschloß dieser Art, bei welchem
die Abdeckhülse an einem undrehbaren Schloßteil vorgesehen ist, ragen die Stellkörper
über die U-förmigen Schieber nach rückwärts hinaus und greifen in Kupplungsstellung
mit einem am vorderen Ende vorgesehenen Vorsprung in einen mittleren Ausschnitt
des äußeren Schenkels der U-förmigen Schieber ein. Diese Ausbildung und Anordnung
der Kupplungsteile bedingt eine verhältnismäßig große Baulänge des bekannten Schlosses,
welches außerdem den Nachteil hat, daß die über die Schieber nach rückwärts vorragenden
Stellkörper durch Einführen einesWerkzeuges in den Schlüsselkanal abgetastet werden
können. Die Sicherheit des bekannten Schlosses ist daher nur gering.
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Die Erfindung bezweckt, die Baulänge derartiger Zylinderschlösser
möglichst zu verkürzen und gleichzeitig eine weitgehende Sicherheit gegen Abtasten
der Stellkörper zu erzielen. Zu diesem Zweck trägen erfindungsgemäß die äußeren
Schenkel der U-förrnigen Schieber die Kupplungsteile an ihren Enden, und die Stellkörper
sind in Kupplungsstellung zwischen den Kupplungsteilen der Schieber angeordnet.
Um die Sicherheit des Schlosses gegen Abtasten der Stellkörper noch zu verbessern,
sind die auf der Innenseite der zylindrischen Abdeckhülse liegenden Schenkel der
Schieber erfindungsgemäß am besten so gestaltet, daß sie zusammen der Form des die
Schlüsselführung bildenden zentralen Kanales des Innenzylinders entsprechen. Hierdurch
wird erreicht, daß der Schlüsseleinführungskanal durch die inneren Schenkel der
U-förmigen Schieber vollständig versperrt ist, ein Werkzeug älso überhaupt nicht
an den inneren Schenkeln der Schieber vorbei auf deren Rückseite gebracht werden
kann. Die zwischen den beiden Schenkeln der -U-förmigen Schieber angeordnete zylindrische
Abdeckhülse ist vorteilhaft unmittelbar an dein drehbaren Innenzylinder des Schlosses
vorgesehen, welches in an sich bekannter Weise aus nur zwei ineinandersteckenden
Zylindern besteht.
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Weitere Besonderheiten des neuenZylinderschlosses gehen aus der Zeichnung
hervor, welche ein Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht.
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Abb. i zeigt das neue Zylinderschloß im Ouerschnitt durch den Innenzylinder
gemäß Linie i-i in Abb. 2, wobei der Übersichtlichkeit wegen nur ein Schieber
und ein Stellkörper in gekuppelter Stellung eingezeichnet sind.
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Abb.:2 ist ein Längsschnitt durch das Schloß gemäß Linie 2-2 in Abb.
i.
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Abb. 3 ist die Ansicht des Einsteckendes eines für das Schloß
nach Abb. i und :2 geeigneten verstellbaren Schlüssels.
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Das Zylinderschloß besteht in seinen Hauptteilen aus einem Außenzylinder
i, einem Innenzylinder
2, im Innenzylinder ?, entgegen Wirkung
von Federn 3 durch verstellbare Bartstifte4 eines Schlüssels 5 einschiebbaren
Schiebern 6 und im Außenzylinder i verschiebbar 5 angeordneten, von
den Schiebern beeinflußten Stelll<örpern 7. Zwischen den Schiebern
6 und den Stellkörpern 7 ist eine von der Stirnseite des Schlosses
ausgehende, erfindungsgemäß am drehbaren Innenzylinder:2 vorgesehene D zylindrischeHülse8
solcherLänge vorgesehen, daß auch beim Eindrücken der Schieber 6 in die äußerste
Stellung die Stellkörper 7 und deren Führungen 9 im Außenzylinder
von der Schlüsselführung io aus unzugänglich sind, 5 da auch in der äußersten
Stellung der Schieber 6 deren vorderes Ende 6" noch in die Hülse
8 hineinragt. Das Schloß kann vorzugsweise in drei Stellungen bewegt werden,
nämlich in die Schließstellung des Riegels o. dgl., in die geöffnete Stellung des
Riegels, in welcher eine neue Einstellung der Bartsttifen des Schlüssels erfolgen
kann, und schließlich in eine dritte Stellung, in welcher der Schloßriegel ebenfalls
geöffnet ist, jedoch Scliieber 6 und Stellkörper 7 außer Eingriff
sind, so daß aus dieser Stellung des 'offenen Schlosses ein Vorschließen des Riegels
o. dgl. nur mit der vorher gewählten Einstellung der Baristufen des Schlüssels erfolgenkann.
Diese letzte Einstellung soll einVerstellen derKornbination durch Unbefugte während
der Offenstellting des Schlosses verhindern.
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Die Schieber sind U-förmig ausgebildet, bestehen also aus zwei Schenkeln,
einem von den Bartstiften 4 des Schlüssels beeinflußten, innerhalb der Hülse
8 liegenden Schenkel 6
und einem mit diesem durch ein Mittelstück ii
verbundenen zweiten Schenkel 12, der um die Außenseite der Hülse 8 greift
und Kupplungsvorsprünge 13 zur Kupplung mit den Stellkörpern 7 aufweist.
Die Kupplungsvorspränge 13 sind erfindungsgemäß an den Enden des Schieberschenkels
1:2 vorgesehen, und die Stellkörper 7 sind derart ausgebildet, daß sie in
Kupplungsstel,lung zwischen den Kupplungsnasen 13 liegen, wodurch neben der Sicherheit
gegen Abtasten eine besonders geringe Baulänge des Schlosses erzielt wird. Die die
Schieber beeinflussenden Federn.3 greifen an dem Verbindungsstück ii der beiden
Schenkel 6, 12 der Schieber an und liegen in der axialen Verlängerung der
Zwischenhülse8, die mit dem Innenzylinder2 einstückig ausgebildet ist. Die Schieber
sind mit dem auf der Außenseite der Zwischenhülse 8 liegenden Schenkel 12,
in Nuten 14 des Innenzylinders:2 versenkt angeordnet, so daß sie bei Beanspruchungen
in Umfangsrichtung des Schlosses nicht verbogen werden, da der Druck von dem ganzen
Schieberschenkel 12 und dem Innenzylinder -- aufgenommen wird. Die Schenkel
12 der Schieber sind ebenso wie die Führungsnuten 14, wie dargestellt, zweckmäßig
schwalbenschwanzförmig gestaltet. Die auf der Innenseite der Zwischenhülse
8 liegenden Schenkel 6, 6** der Schieber ragen in einen rohrförmigen
zentralen Schlüsselführungskanal io hinein und sind derart gestaltet, daß sie zusammen
der Form der rohrförrnigen Schlüsselführung entsprechen. Bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel
sind sechs Schieber (undStellkörper) vorgesehen, welche sich in dein in die Schlüsselführung
vorragenden Teil zu def sechseckigen Gestalt der Schlüsselführung ergänzen. Der
Schlüssel 5
besitzt, wie Abb. 3 veranschaulicht, entsprechend ausgebildete
verstellbare Bartstifte 4, welche zusammen einen sechseckigen Körper bilden.
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Die Schieber besitzen in dem auf der Außenseite der Zwischenhülse
8 liegenden Schenkel 12 die gleiche oder etwa die gleiche Breite wie die
Stellkörper 7 (Abb. i). Auch die Stellkörper 7
sind in dem Außenzylinder
i in unterschnittenen Nuten 9 des Außenzylinders i geführt, go daß sie bei
dem Zusammenbau des Schlosses aus dem Außenzylinder nicht herausfallen und nicht
mehr bei radialer Bewegung auf die Mittelachse zu mit den Kanten in die Schlitze
14 des Innenzylinders 2 einhaken können. Zur Sicherung der mit Zahnung
15 versehenen Stellkörper 7 in der jeweils abgesetzten Stellung sind
auf dem Umfang des Innenzylinders 2 mehrere hintereinanderliegende Vorsprünge 16
vorgesehen, welche bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel als Ringabschnitte ausgebildet
sind.
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Auf dem Ende des Innenzvlinders:2 ist bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel
ein sechskantiger Kupplungsteil 17 angeordnet, welcher die Drehungen des
Innenzylinders 2 auf das mit dem Zylinderschloß verbundene Einsteckschloß o. dgl.
überträgt.
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Das dargestellte Schloß wirkt in folgender Weise: Beim Einstecken
des Schlüssels 5 mit irgendeiner Einstellung der Bartstifte 4 in den Führungskanal
io des Schlosses (Abb. 2) werden die Schieber 6 und gleichzeitig die in der
Stellung des Schlosses nach Abb. 2 mit den Schiebern gekuppelten Stellkörper
7 von den Bartsti ften 4 um- eine der verschiedenen Länge der Bartstifte
entsprechende verschiedene Strecke verschoben. Bei der anschließenden Drehung des
Schlüssels und damit des Innenzylinders 2, bei welcher gleichzeitig der an dem Teil
17 angreifende Schloßriegel o. dgl. bewegt wird, werden die Schieber 6 von
den Stellkörpern 7 des Außenzylinders entkuppelt. Gleichzeitig greifen die
#7orsprünge 16 des Innenzylinders.2 in die Zahnung 15 der Stell-Izörper ein und
sichern diese in ihrer abgesetzten
verschiedenen Stellung. Beim
Abziehen des Schlüssels bleiben die Stellkörper 7 in ihrer abgesetzten Stellung,
während die Schieber 6 unter dem Einfluß ihrer Federn 3 sämtlich in
die Anfangslage zurückkehren. Das Schloß kann nur mit einem Schlüssel mit der bei
dem Absetzen der Stellkörper 7 verwendeten Einstellung der Bartstifte4 erneut
geschlossen werden, da beim Einstecken eines Schlüssels mit anderer Kombination
und bei dem Versuch der Drehung des Schlüssels und Innenzylinders die Schieber und
Stellkörper durch gegenseitigen Anschlag miteinander die Z, ZD
Schlüssel- und Zylinderdrehung verhindern.