-
Entwicklungsdose Gegenstand der Erfindung ist eine Verbesserung der
Entwicklungsdose für Kleinkamera nach Patent 571 ioo. Diese bot gegenüber den bis
dahin bekannten Vorrichtungen zum Entwickeln bei Tageslicht den Vorteil, daß die
Entwicklung in einem sehr kleinen, bequem in der Tasche zu tragenden Behälter und
ohne die bisher erforderlichen Schalen oder Kästen für die Bäder an jedem beliebigen
Ort bei erheblichen Ersparnissen an Chemikalien und Wasser vorgenommen und die Entwicklerdose
dabei bequem in der Hand gehalten werden konnte.
-
Der Verwendungsbereich dieser Entwicklungsdose war aber beschränkt
auf runde Filmblättchen o. dgl., die in einer besonderen, drehbar in die Kamera
eingebauten Kassette belichtet waren; Normalplatten oder -filme, die in einer gewöhnlichen
Kamera belichtet waren, konnten in ihr nicht entwickelt werden.
-
Nach der Erfindung wird es möglich, Kassetten mit Normalplatten oder
Normalpackfilmen an jedem Ort und mit derselben Bequemlichkeit bei Tageslicht zu
entwickeln.
-
Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise dargestellt.
-
Abb. i und 3 zeigen. die Entwicklungsdose in Draufsicht in Ausführung
für runde bzw. rechteckige Bildfläche bei abgenommenem Deckel.
-
Abb. 2 und q. zeigen je einen Längsschnitt dazu. In einem Kassettenträger
a ist in die unten liegenden Falze eine normale Kassette b, etwa für Platten q@/2
X 6 oder 61/Q X 9 oder 9 X 12, mit dem Deckel c nach oben eingeschoben. Die Kassette
ist in üblicher Weise mit lichtabdichtenden Streifen d versehen, die auch bei herausgezogenem
Deckel das Eindringen von Licht an die Platte e verhindern.
-
In der Mitte der Oberseite des Kassettenträgers a ist bei der Ausführung
nach Abb. z und z ein flanschringförmiger Rahmen f befestigt, etwa aufgeschraubt,
welcher dem Dosenunterteil g als lichtdicht schließende Führung dient. Dieser Unterteil
besitzt in einiger, aber nicht zu großer Entfernung von seiner genau plan geschliffenen
oder polierten Unterkante einen ebenen Zwischenboden la, dessen obere Fläche genau
plan und fein geschlichtet bzw. poliert ist und die mit einer oder mehreren Öffnungen
i von beliebiger, etwa viereckiger Gestalt versehen ist. Das obere Ende des Dosenunterteils
ist mit einem Flansch k mit geriffeltem Randversehen. An seinem Mantel ist ferner
ein Stift Z, etwa aus Stahl o. dgl., angebracht, der mit einer hakenförmigen Aussparung
m einen Bajonettverschluß bildet zwecks Verhinderung des unbeabsichtigten Herausziehens
des Unterteils aus seiner Fassung.
-
Im Unterteil g sitzt drehbar, aber lichtdicht pasend, der Oberteil
n, dessen oberer Rand als geriffelter Flansch o ausgebildet ist und
der
unten durch einen Boden p abgeschlossen ist, *dessen Außenfläche genau plan gearbeitet
und fein geschlichtet oder poliert ist, so daß sie lichtdicht mit dem Zwischenboden
lz des Unterteils g schließt. In diesem Boden p sind auch eine oder mehrere Öffnungen
q vorgesehen, die mit den Öffnungen i im Boden lt
kongruent oder auch anders
gestaltet sein können. Den Abschluß des Oberteils n bildet ein mit einem schmalen
Flanschansatz auf ihm aufsitzender, lichtdicht schließender Deckel r, der zur Erleichterung
der Handhabung mit einem Ring s und auch mit Riffe-Lungen an seinem Rand versehen
werden kann.
-
Auf dem Flansch o des Oberteils n ist ein Markenpfeil Jll angebracht,
auf dem Flansch k des Unterteils g, unter 9o° gegeneinander verschoben, Markenstriche
A, Z zum Anzeigen der Offen- oder Schließstellung der Löcher i, q.
-
Die Ausführung nach Abb. 3 und 4 unterscheidet sich von derjenigen
nach Abb. i und z nur durch die rechteckige Ausbildung des Rahmens fX und der zugehörigen
Aussparung im Kassettenträger a sowie die entsprechend andere Form des Dosenunterteils
gx. Alle übrigen Teile sind bei beiden Ausführungen genau gleich. Der Rahmen fx
hat entsprechend der gewünschten rechteckigen Bildfläche rechteckige Form, ebenso
der unterhalb des Zwischenbodens hx liegende Teil des Dosenunterteils g«. Der obere,
dem Dosenoberteil zur Führung dienende Teil des Unterteils gx entspricht genau demjenigen
nach Abb. i und a, ebenso entspricht der innere Teil des Zwischenbodens hx der Ausführung
nach den Abb. i und z.
-
An einer Seite des Rahmens fX ist eine Einschnappfeder t angebracht,
die beim Niederdrücken des Dosenunterteils gx über einen entsprechenden Ansatz u
an demselben schnappt, der später zwecks Hochhebens des Unterteils durch einen leichten
Fingerdruck gegen den- oberen Ansatz der Feder wieder ausgelöst werden kann. Eine
Sicherung gegen unbeabsichtigtes vollkommenes Herausziehen des Dosenunterteils aus
seinem Führungsrahmen kann etwa durch einen in der Nähe des unteren Randes des Unterteils
eingesetzten Stift und eine entsprechende Nut im Teil ca vorgesehen werden.
-
Die Bedienungsweise der Vorrichtung ist folgende: Die geschlossene
Kassette b wird in ihren Träger a mit dem Deckel c nach oben eingeschoben. Dabei
steht der Dosenunterteil g bzw. gx in hochgezogener Stellung, so daß seine Unterkante
etwa mit derjenigen des Rahmens f bzw. fx abschneidet. Der Deckel r ist auf
den Oberteil ya gesetzt und der Markenpfeil M auf Schließstellung z gedreht. Nun
wird der Kassettendeckel c in üblicher Weise herausgezogen, wobei der entsprechende
Spalt im Kassettenträger durch die Samteinlagen selbsttätig lichtdicht abgeschlossen
wird.
-
Sodann wird der Dosenunterteil g bzw. gx durch leichten Druck mit
der Hand bzw. mit beiden Daumen heruntergedrückt, während der Kassettenträger auf
den beiden Zeigefingern ruht, bis seine Unterkante die zu entwickelnde Platte e
berührt und der Bajonettverschluß L; m durch Drehen des Unterteils g eingehalst
werden kann bzw. die Feder t am Rahmen f über den Ansatz u am Unterteil
gx einschnappt. Nun kann der Deckel r abgehoben werden, da die Löcher i und q in
der in Abb.3 gezeichneten Stellung zueinander liegen, also der Raum zwischen dem
Boden h bzw. hx und der Platte e lichtdicht abgeschlossen ist. Nach Abheben des
Deckels r wird die erforderliche geringe Menge Entwickler auf den Boden p gegossen,
worauf der Deckel wieder aufgesetzt wird. Nun wird der Oberteil n nach rechts gedreht,
in die Lage nach Abb. i, in der die Öffnungen q und i übereinanderliegen. Dabei
läuft der Entwickler durch diese Löcher und verbreitet sich auf der Platte e. Sowie
diese befeuchtet wird, quillt die Belagmasse auf und stellt mit dem Rand g bzw.
gx eine Dichtung her, welche das Durchdringen von Entwickler über diesen hinaus
erfahrungsgemäß mit Sicherheit verhindert. Durch Schütteln kann die Verteilung des
Entwicklers auf der Platte unterstützt werden. Sodann wird der Entwickler durch
Umkehren der Vorrichtung wieder aus dem Raum unter dem Boden h, hx herausgelassen
und der Oberteil n wieder mit der Marke 111 in Stellung Z zurückgedreht. Nun kann
der Deckel r geöffnet und nach Ausgießen des gebrauchten Entwicklers Wasser eingegossen
werden, das nach Schließen des Deckels durch Drehen des Oberteils n 'mit der Marke
M in Stellung A auf die Platte gelassen wird, um diese zu wässern. Das Wasser kann
in- entsprechender Weise mehrmals erneuert werden. Nach beendetem Wässern und Ausgießen
des Wassers wird in gleicher Weise Fixierbad eingebracht und nach erfolgtem Fixieren
wieder entfernt. Auf diese Weise kann in wenigen Minuten an jedem beliebigen Ort
eine Platte fertig entwickelt werden, um an Ort und Stelle festzustellen, ob eine
Aufnahme gelungen ist oder wiederholt werden muß.
-
Der Kassettenträger wird vorzugsweiseaus Holz mit Metallarmierung
hergestellt, die übrigen Teile vorzugsweise aus Messing oder sonstigem säurefesten
und beim Trocknen nicht schwindenden oder sich verziehenden Material.