DE542717C - Verfahren zur Herstellung eines formbaren Baustoffs - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines formbaren BaustoffsInfo
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- DE542717C DE542717C DE1930542717D DE542717DD DE542717C DE 542717 C DE542717 C DE 542717C DE 1930542717 D DE1930542717 D DE 1930542717D DE 542717D D DE542717D D DE 542717DD DE 542717 C DE542717 C DE 542717C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C04—CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
- C04B28/00—Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements
- C04B28/36—Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing sulfur, sulfides or selenium
- C04B28/365—Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing sulfur, sulfides or selenium containing sulfides or selenium
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Description
- Verfahren zur Herstellung eines formbaren Baustoffs Die Erfindung betrifft die Herstellung eines in der Hitze formbaren Baustoffes. Hierfür wurde bereits als billiges Bindemittel Schwefelvorgeschlagen und dementsprechende Versuche angestellt, jedoch bis jetzt finit wenig Erfolg. Dies erklärt sieh daraus, daß es bis zur Zeit noch nicht gelungen ist, ein Verfahren zu finden, nach welchem die Brüchigkeit des Schwefels behoben wird. Bekanntlich geht Schwefel beim Erhitzen auf höhere Temperatur in eine elastisch gummiartige, amorphe Modifikation über, um jedoch nach kurzer Zeit wieder kristallin und brüchig zu «-erden. Bei der Vereinigung von Schwefel und Selen entstehen, wie bekannt. Selensulfide, die amorphen Charakter zeigen und bei denen der Schwefel als stabilisierter, amorpher Schwefel angesehen «-erden kann. Werden Schwefel und Selen im Gemisch miteinander ini Verhältnis von 2 -Molen Schwefel auf i Mol Selen auf die Schmelzpunktstemperatur von Selen (2i7°) erhitzt, so entsteht eine kirschrote Verbindung voll Selendisulfid (SAS.). Wird diese Verbindung auf Zimmertemperatur abgekühlt, so stellt sie eine schwarze elastische Masse voll guiiiniiähnlicher Beschaffenheit dar. Diesen Zustand behält sie mehrere Tage bei, uni dann allmählich in eine harte, brüchige Modifikation überzugehen, die sich zu einem orangeroten Pulver niit einem Schmelzpunkt voll etwa ioo`- vermahlen läßt. Es wurde gefunden, daß sich diese Umkehrung in etwa einer halben Stunde bewirken läßt, wenn die elastische Masse einer Temperatur von ungefähr 8o bis 9o° ausgesetzt wird. Diese Veränderung wird wahrscheinlich durch einen Prozeß depolvnierisierender Art verursacht, wobei der frühere elastische Zustand als eine in hohem Maße polymerisierte Form anzunehmen ist.
- Wird @elendisulfid gemäß der Eifindung finit einem Füllmittel zusammengeschmolzen, beispielsweise mit Asbest, Schiefer, Eisenoxyd, Talk, Ton, Marmorstaub, gemahlenem Gestein, schwarzem Naturschiefer, Dixieschwarz, Diatomeenerde, Holzmehl, Glimmer und anderem, so wird aus diesem Gemisch beim darauffolgenden Backen bei etwa 8o bis 9o° ein sehr harter und fester Baustoff von großer Widerstandsfähigkeit erhalten. Wird aber das Sulfid mit dem Füllmittel bei etwa i-25° zusammengeschmolzen und darauf abgekühlt, so erhält man eine plastische Masse, die kalt gepreßt und durch anschließendes lastiindiges Backen bei ungefähr 8o bis 9o' in den harten Zustand übergeführt wird. Man kann auch das Füllmittel mit dem Sulfid vermischen und darauf in einer Form bei etwa 1.25 ' die Mischung erhitzen. Das gleiche Produkt wird erhalten, wenn Schwefel und Selen in entsprechendem Mengenverhältnis und ein Füllmittel - nmitenander vermischt und auf etwa :25o'-- erhitzt werden. Bei diesen beiden letzteren Fällen ist zur Erhärtung der Masse ein nachfolgender Backprozeß notwendig. Wird dieses Endprodukt auf etwa io5 bis 1i5° erhitzt, so verwandelt sich dieses in eine weiche, plastische Masse. Es liegt demnach hier ein durch verschiedene Temperaturstufen bedingtes umkehrbares Gleichgewicht vor.
- Das Sulfid ist ein ausgezeichnetes Bindemittel für Gewebe und Papier. Eine Suspension von Selendisulfid und Ferrioxyd in denaturiertem Alkohol wird beispielsweise auf Gewebe oder Papier aufgebracht. Nach dein Verdampfen des Lösungsmittels wird das Material bei etwa 125' gepr eßt und bildet nach dem Backen einen sehr festen, starken und harten Baustoff von etwa folgender Zusammensetzung 5o bis 55 °lo Papier oder Gewebe, 25 bis 23 % Ferrioxy d, Asbest o. dgl., 25 bis 22 % Selendisulfid.
- Der erfindungsgemäß hergestellte formbare Baustoff kann zur Herstellung von Rädern und allen Arten von Isolierbändern usw. verwendet «-erden. Die sehr geringe elektrische Leitfähigkeit des Selendisulfids macht den Baustoff in besonders hohem Maße als Isolierinaterial geeignet. Seine ganz ungewöhnliche, absolute Indifferenz gegen Wasser und konzentrierte Säuren (ausgenommen Salpetersäure) machen den Baustoff weiterhin zu einem wasser- und säurebeständigen Kitt, der sich in Verbindung mit einem Füllmittel hervorragend als säurebeständiges Material gebrauchen läßt.
- Zur Herstellung dieses säurebeständigen Baustoffes wird beispielsweise Selendisulfid und ein Füllmittel oder beides miteinander verschmolzen, in einem geeigneten, leicht flüchtigen Lösungsmittel suspensiert und hierauf in zweckmäßiger Weise auf irgendeinen Gegenstand, beispielsweise Eisen, das säurebeständig gemacht werden soll, aufgespritzt. Der Gegenstand wird hierauf zwecks Verdampfung des Lösungsmittels auf ungefähr 105 bis 1i5° erhitzt und schließlich durch eine Nachbehandlung bei etwa So bis go° beständig gemacht. Auf diese Weise erhält man einen säurefesten Überzug auf dein betreffenden Gegenstand.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: z. Verfahren zur Herstellung eines formbaren Baustoffs, dadurch gekennzeichnet, daß man Selendisulfid (SeSj bzw. Schwefel und Selen in entsprechendem Mengenverhältnis mit einem Füllmittel erhitzt, die Masse abkühlt und nochmals erhitzt.
- 2. Verfahren nach Anspiuch i, dadurch gekennzeichnet, daß man Selendisulfid mit einem Füllmittel zunächst bei etwa i25° zusammenschmilzt, hierauf die Masse abkühlt, preßt und schließlich- bei 8o bis 9o° nachbehandelt.
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
US542717XA | 1929-05-14 | 1929-05-14 |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE542717C true DE542717C (de) | 1932-01-27 |
Family
ID=21989903
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DE1930542717D Expired DE542717C (de) | 1929-05-14 | 1930-05-15 | Verfahren zur Herstellung eines formbaren Baustoffs |
Country Status (1)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE542717C (de) |
Cited By (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE749746C (de) * | 1941-04-09 | 1944-12-05 | Verfahren zur Herstellung von widerstandsfaehigen Behaeltern aus Pressmasse auf Basis von Bitumen, Pech o. dgl. |
-
1930
- 1930-05-15 DE DE1930542717D patent/DE542717C/de not_active Expired
Cited By (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE749746C (de) * | 1941-04-09 | 1944-12-05 | Verfahren zur Herstellung von widerstandsfaehigen Behaeltern aus Pressmasse auf Basis von Bitumen, Pech o. dgl. |
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