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Vorrichtung für wahlweisen Anruf mit Rufströmen verschiedener Richtung
und Kombinationen mehrerer Rufstromarten Bei Telephonanlagen mit Anschaltung mehrerer
Teilnehmer an ein gemeinsames Netz ist es bekannt, für die Anrufwahl Rufströme verschiedener
Richtung und Kombinationen mehrerer Rufstromarten zu benutzen, die über insgesamt
drei Leiter zu den polarisierten und nichtpolarisierten Relais der angerufenen Stellen
r'ließen. Durch die Vorschaltung der Relais und insbesondere !durch ihre Zusammensetzung
aus teils verschieden polarisierten und teils nichtpolarisiertenTeilen werden derartige
Anlagen unbequem verwickelt. Ähnlich verwickelt werden die Anlagen auch mit polarisierten
Weckern, und zwar schon bei Beherrschung nur weniger :Teilnehmerstellen.
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Die Erfindung besteht darin, daß in jedem Anrufempfänger die polarisierten
und nichtpolarisierten Elektromagnete mit je zwei Spulen in einer solchen, an allen
Sprechstellen gleichen Anordnung ausgerüstet sind, claß durch verschiedene Schaltungen
dieser Spulen in zyklischer Vertauschung die verschiedenen Anrufempfänger auf verschiedene
Stromrichtungen und Stromkombinationen ansprechen. Der Vorteil ist der, daß die
sämtlichen Anrufempfänger untereinander völlig gleich gebaut und in Massenherstellung
hergestellt sein können, und daß die Anlage genügend übersichtlich .und einfach
wird, um auch durch ungeübte Leute angebracht und bedient werden zu können. In weiterer
Ausgestaltung der Erfindung ist :die Zahl der Rufstromkombinationen durch abwechselnd
ausgesandte Stromstöße zweier verschiedener Kombinationen erhöht, und der Anrufempfänger
enthält zwei Einzelvorrichtungen mit zwei, einem polarisierten und einem nichtpolarisierten
Elektromagneten, deren Spulen auf beiden Einzelvorrichtungen verschiedenartig geschaltet
sind. Hierdurch ergibt sich die Möglichkeit zur Beherrschung einer mehrfach erhöhten
Zahl von Teilnehmerstellen, beispielsweise für 28 Teilnehmer, während bei der ersten
Einrichtung -acht Teilnehmer angeschlossen sein können, und dabei ist im übrigen
die Einfachheit und Gleichartigkeit aller Einzelteile gewährt.
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Mit Vorteil können endlich vorgeschaltete Relais in den Anrufempfängern
fortfallen, indem die polarisierten und nichtpolarisierten Elektromagnete unmittelbar
denWeckerklöppel mittels eines gemeinsamen oder zweier getrennter Anker antreiben.
Diese unmittelbare Einwirkung der Rufströme auf die Wecker erspart Ortsstromkreise
und eine Reihe von beweglichen Teilen.
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Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung an mehreren Ausführungsbeispielen,
und zwar zeigt Abb. i eine Ausführungsform für Verbindung von acht Teilnehmern unter
Benutzung einer Hauptstelle,
Abb.2 zwei Teilnehmerstellen einer ähnlichen Anlage ohne Hauptstelle,
Abb. 3 und 4. Induktor- und Weakerschaltung einer Ausführungsform für Verbindung
von 28 Teilnehmern an gemeinsamer Leitung.
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Nach Abb. i sind acht Teilnehmerstellen, mit N, bis N" bezeichnet,
parallel an zwei Fernleitungsdrähte L, und L2 und je an einem Erdungspunkt angeschlossen,
und die Leitungen L, und L2 führen zu einer als gesonderte Hauptstelle B ausgebildeten
Anrufvorrichtung.
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In der Hauptstelle B ist zur Annahme der Anrufe von den einzelnen
Teilnehmern her zwischen zwei Anschlüssen III, IV ein Hörer T vorhanden, ;der ständig
am Ohr einer Beamtin liegt oder von dieser etwa aufgenommen wird, sobald ein in
seinem Stromkreis liegendes Signallämpchen aufleuchtet; in diesen Stromkreis können
,die üblichen Induktionsspulen sowie sonstige Hilfseinrichtungen und iMikrophon
zur Beantwortung von Fragen .der Teilnehmer an die Beamtin eingeschaltet sein; .deren
Aufgabe besteht nun darin, daß sie den von einem Teilnehmer gewünschten anderen
Teilnehmer anruft, und hierzu dient in dem dargestellten Beispiel ein Induktor J
und ein Wähler K.
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Der Induktor T besitzt, um pulsierenden Strom beider Richtungen erzeugen
zu :können, eine Ankerwicklung, die mit einem Ende an einem von dieser isolierten
Halbring angeschlossen ist. Bürsten A, sind diesem Halbringkollektor so gegenübergestellt,
,daß die eine die positive und die andere die negative Hälfte der Stromperiode abnimmt.
Diese Ströme fließen zum Wähler K und von diesem zu den Fernleitungen L, und L2,
und zwar über Kontakte V, VI. Mit der Induktorantriebswelle 0 ist ein Schalter verbunden,
der bei einer Längsverschiebung der Welle, die in üblicher Weise durch das Antreiben
der Induktorkurbel herbeigeführt wird, die genannten Anrufkontakte V, VI an die
Fernleitungen anschließt, während beim Ruhezustande die Hörerkontakte III, IV angeschlossen
sind und das im Beginn erwähnte Abhören durch die Beamtin errhög12clien.
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Der Wähler K .besteht aus einem Schalthebel reit zwei voneinander
isolierten Armen I, II, die an !die Fernleitungskontakte V, VI angeschlossen sind,
und aus j e acht Kontaktpolen i bis B und rd bis 8a. Diese Kontakte sind an die
Induktorbürsten A, A, durch die dargestellteVerbindu ng angeschlossen. Außerdem
.ist noch ein federnder Kontakt VII zwischen Induktorkörper und Erde so angebracht,
daß er bei Einstellung der Wählerarme I, II auf .@dieKontakte 3 bis 8 geschlossen
wird. Diese Anrufeinrichtung ergibt j e nach der Stellung .des Wählerhebels folgende
acht Stromkombinationen für die beiden Fernleitungen L, und L2 und diie Erdleitung,
immer mit dem Pluspol angefangen: i. L, L=, 2. L2 L" 3. L,-Erde, q..
L2 Erde, 5. Erde-L" G. Erde-L., 7. L,_ und L2 Erle, B. Erde-L, und L2.
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Die Teilnehmerstellen N, bis N$ besitzen im Anschluß an die Leitung
L1, L2 je ein Mikrotelephon T das .durch einen vorgeschalteten Kondensator C gegen
störendes oder gehörschädiigendes Hindurchgehen der Rufströme gesichert ist, selbst
wenn es vom Haken abgenommen und dadurch eingeschaltet sein sollte. Außerdem besitzt
jede Teilnehmerstelle ein Läutewerk W mit einem polarisierten Elektromagneten R
und einem Weicheisenelektromagneten R1. Die zur Bewegung der Glockenklöppel dienenden
Anker D-E sind durch Federn N im Ruhezustande an die Weicheisenelektromagnete
angedrückt. jeder der Magnete trägt zwei Spulen, und die insgesamt acht Enden dieser
Spulen sind in den verschiedenen Variationen, wie dargestellt, bei den verschiedenen
Teilnehmern an die Fernleitungen und die Erde angeschlossen. Dadurch ist jeder einzelne
Wecker auf eine einzige der vom Induktor gelieferten Stromkombinationen so abgestimmt,
daß er nur durch diese angetrieben wird, während er bei allen übrigen Kombinationen
in Ruhe bleibt und nur der betreffende andere hierauf .abgestimmteWecker anspricht.
Es ist also von der Hauptstelle aus der Anruf jedes beliebigen Teilnehmers ohne
Störung der anderen möglich.
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Ein Beispiel erläutert dies. Steht der WählerI, II, wie dargestellt,auf
@denKontakten i, ia, so fließt der Induktorstrom (ohne Erdung) über die Linienleitungen
L, und L2 beim Teilnehmer N, durch beide Spulen des polarisierten Magneten R im
gleichen Sinne, so daß sie das Ankerende D anziehen, während die Spulen des Weicheisenmaigneten
R, entgegengesetzt durchflossen und somit unwirksam sind.. Auf den Stromstoß schlägt
also der Glockenklöppel an, und die Felder N holt ihn zurück, und so fort, das heißt
der Wecker läutet ,bei diesem Teilnehmer. Beim Teilnehmer N2 schwächt derselbe Strom
den polarisierten Magneten, und dieser Wecker läutet daher nicht. Bei den übrigen
Teilnehmern tritt ganz ähnlich kein Antrieb der Wecker ein, indem die Spulen teils
stromlos sind, nämlich soweit sie auf die Erdleitung angewiesen sind, teils die
polarisierten Magnete schwächen, statt sie zu verstärken, und teils die Weicheisenmagnete
verstärken, so daß sie die Anker verstärkt festhalten. Dieselben Zusammenhänge ergeben
sich auch bei Anruf
irgendeines anderen Teilnehmers von der Hauptstelle
aus, so daß immer nur der eine gewünschte Teilnehmer herangeholt -wird.
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Der Wähler K der Hauptstelle kann statt mit dem dargestellten Hebel
mit acht Druckknöpfen ausgerüstet sein, deren jeder eine der entsprechenden Schaltungen
beherrscht.
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Es ist auch möglich, statt der Wecker durch .die Fernströme Relais
anzutreiben, die genau wie die Wecker ausgebildet .und ,geschaltet sein können.
Dann brauchen die Anrufströme nicht pulsierende Ströme zu sein, sondern sie können
diesen entsprechende Dauerströme sein, und Ortsbatterien der einzelnen Teilnehmer
liefern die von diesen Relais gesteuerten Ströme in die Wecker. Oder bei Benutzung
pulsierender Ströme können diese Relais so ausgebildet sein, daß sie während-der
Dauer des Anrufstromes kleben bleiben und: dabei die pulsierenden Anrufströme in
einen einfachen polarisierten Wecker leiten. In jedem Fall braucht der in die Fernleitung
entsandte Strom nicht die Weckerspulen sämtlicher ,Teilnehmer zu durchfließen, sondern
nur die schwächeren Relaisspulen und gegebenenfalls einen einzigen Wecker, und dadurch
wird die Signalgebung mit voller Sicherheit auch durch schwächere Ströme möglich.
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Nach Abb. 2 sind sämtliche Einzeleinrichtungen genau dieselben wie
im vorigen Ausführungsbeispiel,nur Ist jede Teilnehmerstelle, beispielsweise
die veranschaulichten Teilnehmerstellen N2 und N3, selbst mit der Induktor-und
Wählereinrichtung ausgerüstet, und die Hauptstelle kann :dementsprechend fortfallen.
Die Arbeitsweise ist hier ;genau dieselbe wie im ersten Falle, nur stellt jeder
Teilnehmer selbst seinen Wähler auf die Nummer des gewünschten anderen Teilnehmers
ein und ruft diesen selbst durch Drehen des Induktors an.
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Bei der Ausführungsform nach Abb.3 und.:. ist zur Ermöglichung von
weiteren Stromkombinationen, und zwar im Beispiel 28, der Induktor und jeder
Wecker so eingerichtet, daß immer abwechselnd zwei verschiedene Stromkombinationen
nacheinander wirksam werden, von denen jede einzelne eine der bei der ersten
Ausführung beschriebenen Stromkombinationen ist. So lassen sich also folgende Kombinationspaare
bilden, beziffert gemäß der oben gegebenen Kombinationstabelle-1-2, I-3, I-4, I-5,
I-6, I-%, I-8, 2-3, 2-4, 2-r5, 2-6, 2-7, 2-8, 3-4 3-5 usw.
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Zur Erzeugung dieser Stromkombinationen besitzt der Induktor gemäß
Abb.3 eine Bürste XIII zur Abnahme des Wechselstromes von seinem Anker, und der
Strom ist von dieser Bürste und dem Körperschlußpol zu =einer Reihe von Druckknöpfen
als Wähler geleitet. Auf der Welle 0 des Induktors sind drei Halbringe isoliert
.aufgesetzt, und diesen sind auf einer Seite Bürstenpaare I'-II', III'-IV', V'-VF
und auf der anderen Seite Bürstenpaare VII'-VIII', IX'-X', XI'-XII' so gegenübergestellt,
daß die eine Bürstenreihe zur Abnahme .der einen Halbperiode und die andere zur
Abnahme der anderen Halbperiode des Induktorwechselstromes .dient. Von diesen Bürsten
sind an jeden Kollektorhalbringga, b, c zwei einander gegenüberliegende vereinigt
und an die Fernleitungen L, L2 und Erde angeschlossen, während die übrigen Bürsten
zur Vornahme der .entsprechenden Verbindungen an dieWählerdruckknöpfe angeschlossen
sind. Der in Ab:b. 3 dargestellte Druckknopf ergibt so beispielsweise vermöge der
dargestellten Verbindungen folgende beiden Indu,ktorstromstöße abwechselnd: Erst
L,-Erde und dann umgekehrt Erde-L,. In ähnlicher Weise ergeben andere Druckknöpfe
vermöge entsprechender Stromverbindungen die sämtlichen 28 oben gekennzeichneten
Stromstoßkombinationen.
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Beim Empfänger ist jeder Wecker (oder das Relais) zwecks Ansprechens
auf j e eine dieser Stromkombinationen gemäß Abb. 4 gewissermaßen als Verdopplung
der ersten Ausführungsform ausgebildet. Einem polarisierten Magneten R' ist ein
WeicheisenmagnetR'1 gegenübergestellt und einem weiteren polarisierten Magneten
R" einWeicheisenm@agnet R"" und zu jedem Magnetsystem ,gehört ein Anker D'-E' und
D"-E" nebst Spannfedern N' und N", die die Anker ,gegen die Weicheisenmagnete
ziehen. Die Anker stehen einem den Glockenklöppeltragenden StahlmagnetenPmit unmagnetisch°n
Anstoßteilen so gegenüber, daß jeder von ihnen auf ein Ende dieses Magneten drückt
uni abwechselndes Drücken beider Anker ,das Läutewerk :somit hin und her schwingt.
Beiden Enden des Magneten P stehen auf der anderen Seite feststehende Weicheisenanschläge
111', 112" so gegenüber, daß er jeweilig an denn ihm zunächst liegenden Anschlag
anklebt ;und demgemäß immer in einer der beiden Ruhelagen zu verharren trachtet.
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Die polarisierten und die Weicheisenmagnete sind in derselben Weise
wie bei der ersten Ausführung mit je zwei Spulen ausgerüstet, und diese Spulen sind
in denselben zyklischen Vertauschungen wie dort bei den einzelnen Teilnehmern geschaltet,
und zwar so, daß immer der eine Anker D'-E' auf eine andere Stromkombination anspricht
wie der andere Anker D"-E". Dies bedeutet, daß jeder Wecker von Stromkombinationen,
auf die keiner dieser beiden Anker abgestimmt ist, völlig unberührt bleibt, ferner
bei Stromkombinationen, deren eine Hälfte einer seiner beidenAnker entspricht, nur
durch einmaligen Stromstoß in :die eine Endlage geführt -wird,
falls
er sich nicht schon in dieser befindet, und daß er nur ,durch Ströme, die die beiden
für diese beiden Anker maßgebenden Kombinationen aufweisen, zum Läuten gebracht
wird, indem dann die beiden Anker durch abwechselndes Anschlagen hin und her schwingen.
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Auch bei dieser Ausführungsform kann die Relaiseinschaltung wie oben
beschrieben vorgesehen sein, ferner kann hierbei wie .auch bei der ersten Ausführungsform
ein Maschineninduktor verwendet werden, um beim Drücken eines Wählerdruckknopfes
selbsttätig ,die Anrufströme zu erzeugen. Auch für diese vielstellige Anlage kann
der Betrieb mit oder ohne Hauptstelle im Sinne der Abb. i oder Abb. 2 eingerichtet
werden.