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Vorrichtung, zur Wiedergabe von Schallaufzeichnungen auf elektrischem
Wege. Die Erfindung betrifft eine Verbesserung der durch Patent 376372 geschützten
Vorrichtung zur Wiedergabe von auf einem Film aufgezeichneten Tönen, bei welcher
der durch den Relieftonfilm gesteuerte Füh#lhebel eine Elektrode einer Entladungsstrecke
trägt.
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Die Verbesserung besteht darin, daß die an dem Fühlhebel vorgesehene
Elektrode eine in an sich bekannter Weise zwischen den Elektroden der Entladungsstrecke
angeordnete gitterförmige Hilfselektrode bildet, wodurch der Leitungswiderstand
der Entladungsstrecke im Rythmus der aufgezeichneten Schall-,vellen verändert wird.
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Durch die Anwendung einer besonderen Steuerelektrode, an die ein vom
Anodenpotential unabhängiges Hilfspotential gelegt wird wird insbesondere eine leichte
Anpassung des Entladungsstromes an die Arbeitsbedingungen des Entladungsvorganges
erreicht, da letzterer durch eine Änderung der Steuerhilfsspannung in weiten Grenzen
beeinflußt werden kann. -
Der auf elektrostatischer Wirkung be# ruhende Einfluß
der Steuerelektrode auf den von der Anode zur Kathode fließenden Entladungsstrom
(Anodenstrom) ist bei gegebenem Anodenpotential um so stärker, je
kleiner
di-#r Abstand der Steuerelektrode von der Kathode im Verhältnis zum Abstdrid der
Anode von der Kathode ist. Man hat es also durch Änderung der drei Faktoren: Anodenpotential,
Gitterpotential und Abstand der Elektroden in der Hand, den Entladungsvorgang direkt
zu beeinflussen, daß der zur Ausnützung gelangende Teil der Entladungskurve eine
günstige Lage erhält.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, bei welchem angenommen ist, daß das Tonrelief auf einem kinematographischen
Bildfilm zur gleichzeitigen Wiedergabe von Ton und Bild eingeprägt ist.
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i ist der das Tonrelief 2 tragende Film.. welcher durch eine 'rralisport-%valze
3, an der die beiden Führtingsrollerr 4- anliegen, init gleichförmiger Geschwindigkeit
bewegt wird. 5 ist ein am Kinoapparat befestigter Halter, in welch-ein »'mittels
eines Armes 6 ein Bügel 7
drehbar gelagert ist. Dieser Bügel dient als Träger der drei Elektroden
der Entladungsstrecke, und, zwar sind am unteren Teil des Bügels die Steuerelektrode,
am oberen Teil desselben die beiden anderen Elektroden befestigt. Zur Befestigung
der Steuerelektrode ist der untere Teil des Bügels 7' gabelförmig ausgebildet.
Die beiden Gabelenden tragen je zwei spiralförmig gewundene Federn
8
und 9, zwischen denen ein den Hebelarin io tragendes Plättchen i
i ruht, das mit einer das Tonrelief abtastenden Zunge ii' versehen ist und durch
den Druck der Federn derart in einer 'Mittellage gehalten wird, daß eine schwingende
Bewegung entsprechend dem Wellenzuge des Tonreliefs zustandekommen kann, wenn die
Zunge ii' über das Tonrelief liinweggleitet. An dem Hebelarm io befindet sich die
zur Steuerung des Entladungsstromes dienende gitterförmige Hilfselektrode 12, welche
durch einen leichten Rahmen gebildet wird, über den ein f einer Draht in
einer Anzahl paralleler Windungen von kleinem Ab-
stand gewickelt ist. Zu
beiden Seiten der Steuerelektrode 12 befinden sich die beiden Hauptelektroden der
Entladungsstrecke, und zwar links die Anode 13, rechts die Glühkathode 14,
welcher durch die beiden Kleininen 15 und 16 der Heizstrom für die Heizspirale zugeführt
wird. Die Anode 13 ist mit einer Schraubenspindel 17 versehen und
kann mittels einer Schraubenmutter 18 in größeren oder geringeren Abstand von der
Steuerelektrode 12 gebracht werden.
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Die Schaltungs- und Wicklungsweise der Vorrichtung ist folgende:
1 ist der durch eine kleine Batterie ig gespeiste Heizstromkreis für die
Glühkathode. II ist der durch eine Batterie 2o gespeiste Hilfsstromkreis für die
Steuerelektrode, welcher von dieser über die zwischen ihr und der Glehkathode liegenden
Teil der Entladungsstrecke führt. Die Batterie 2o dient nur zur Aufladung der Steuerelektrode
und wird zwecks genauer Einstellung der nötigen Hilfsspannung durch einen Widerstand
reguliert. III ist der über die ganze Entladungsstrecke führendeAnodenstromkreis.,
welcher durch eine Hochspannungsbatterie2i gespeist wird.
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Die durch die Schwingungen der Steuerelektrode 12 verursachten Schwankungen
des Entladungspotentials werden nur da-zu benutzt, um ein im Stromkreise I liegendes
elektrisches Ventil 22 zu steuern. Diese Röhre ist in Reihe mit einer zur Erzeugung
von ungedämpftenHochfrequenzschwingungen dienenden weiteren Röhre23 geschaltet.
Der von einer Batterie 24 gelieferte Strom fließt über die Spulle25 zur Anode26
der Schwingungsrähre23 und von dieser über die Glühkathode27 der gleichen Röhre
zur Anode28 der Ventilröhre22 und von dieser über die Glühkathode29 zur Batterie24
zurück. In dem Anodenstromkreise IV liegt parallel zu der Selbstinduktionsspule
25 ein Kondensator 30, welcher mit der Spule 25 zusammen einen
geschlossenen SchwingungskreisV bildet. Dieser Schwingungskreis ist durch eine in
dem über das Gitter 31 der Schwingungsröhre führenden Stromkreis liegenden Spule32
mit dem Gitter der Röhre rückgekoppelt, wodurch Schwingungen im Anodenstromkreise
im Rhythmus der Eigenfrequenz des Schwingungskreises entstehen. Die Amplitude des
so entstehenden Hochfrequenzstronies wird durch die Ventilröhre22, die mit der Schwingungsröhre
in Reihe geschaltet ist, im Rhythmus der Schallaufzeichnungen beeinflußt. Zu diesem
Zwecke werden die Spannungsschwankungen der Entladungsstrecke an das Gitter der
Röhre 22 geführt, wodurch der diese Röhre durchfließende hochfrequente Anodenstrom
in seiner Stärke beeinflußt wird, so daß eine der Hochfrequenzschwingung übergelagerte
Schwingungsform entsteht, welche mit den wiederzugebenden Schallschwingungen vollkommen
übereinstimmt. 35 ist ein kleiner Überbrückungskondensator für die zur Erzeugung
der Hochfrequenz dienende Rückkoppelung. 36 ist eine mit der Schwingungsspule
25 gekoppelte Übertragungsspule zur übertragung der Hochfrequenz auf eine
Hochfrequenzverstärkeranordnung. Die Überlagerung der Tonfrequenz über einen Hochfrequenzstroln
hat den Zweck, schädliche (verzerrende) Induktionswirkungen zu vermeiden, wenn die
durch den Entladungsstrom gesteuerte Ventilröhre noch keinen genügend starken Strom
für die elektrische Wiedergabevorrichtung (z. B. für einen Lautsprecher) liefert,
sondern dieser erst noch durch weitere Verstärkerröhren erheblich verstärkt werden
muß.