DE3800110A1 - Verfahren zur minderung des induzierten widerstandes an flugzeugen - Google Patents
Verfahren zur minderung des induzierten widerstandes an flugzeugenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B64—AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
- B64C—AEROPLANES; HELICOPTERS
- B64C5/00—Stabilising surfaces
- B64C5/08—Stabilising surfaces mounted on, or supported by, wings
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Description
Flugzeug-Tragflügel erzeugen ihren Auftrieb dadurch, daß an ihrer
Unterseite ein Luft-Überdruck, und an ihrer Oberseite ein Luft-
Unterdruck entsteht. Infolge dieser Druckdifferenz strömt die
Luft unter dem Flügel nach außen zu den Randbögen, umströmt diese
zu der Oberseite des Flügels hin, um dort das herrschende Unterdruckgebiet
aufzufüllen. Durch diesen Vorgang entstehen an beiden
Randbögen sogenannte Randbogenwirbel, die sich als Wirbelschleppen
hinter den Randbögen ablösen. Diese Wirbel bestehen, abhängig von
der Größe eines Flugzeuges, seiner Geschwindigkeit und Flächenbelastung,
aus vielen kg Luft, sie sekundlich in schnelle Rotation
versetzt werden. Damit entziehen die Wirbel dem Flugzeug Leistung,
die in mkg/s ausgedrückt werden kann. Dieser Leistungsentzug wirkt
sich in Form eines erhöhten Flugzeugwiderstandes, des "induzierten
Widerstandes" aus. Im Gegensatz zum quadratisch mit der Geschwindigkeit
steigendem schädlichen Widerstand z. B. des Leitwerks, ist der
Anteil des induzierten Widerstandes bei kleinen Anstellwinkeln und
höheren Geschwindigkeiten klein und wächst mit höheren Anstellwinkeln.
Es sind bisher verschiedene Wege zur Minderung des induzierten
Widerstandes beschritten worden. Bekannt ist die Vergrößerung der
Flügelstreckung, d. h. die Verwendung schmaler Flügel mit großer
Spannweite. Eine scheinbare Spannweiten-Vergrößerung läßt sich aber
auch durch Anbringen von Endscheiben, Winglets oder Turbulenzkeulen
am Randbogen erreichen. So ist bei Nurflügelflugzeugen mit um die
Querachse eigenstabilen Tragflügeln die Anordnung der Seitenleitwerke
als Endscheiben bekannt. Doch die Bedingung der Eigenstabilität
um die Querachse mindert den Flügelauftrieb.
In dem Buch "Chronik eines Flugzeugwerkes 1932-1945" (Motorbuch-Verlag
1. Auflage 1979) beschreibt H. Pohlmann die Blohm & Voss-Projekte
208, 212 und 215, bei denen unterschiedliche Leitwerks-Anordnungen
an den Flügelrandbögen vorgesehen waren. Aus der auf Seite 181
zitierten Projektbeschreibung geht jedoch hervor, daß der Zweck dieser
Anordnung in der Verkleinerung der Leitwerksflächen lag und damit in
der Reduzierung des schädlichen Leitwerkwiderstandes.
Im deutschen Patent Nr. 27 26 589 wird die Anbringung mehrerer
kleiner, profilierter und zueinander versetzter Flächen am
Randbogen vorgeschlagen. Doch diese Flächen besitzen ihrerseits
zusätzlichen Widerstand, so daß nur ein Kompromis möglich ist.
Im deutschen Patent Nr. 31 33 957 wird für Entenflugzeuge die
Anordnung des Entenflügels vor dem Flügelrandbogen vorgeschlagen,
derart, daß der Abwind dem Randbogenwirbel entgegenwirkt. Diese
Anordnung bezieht sich nur auf die spezielle Enten-Bauweise.
Zur Vermeidung der vorstehend dargelegten Mängel wird erfindungsgemäß
eine unverzichtbare Baugruppe des Flugzeuges, nämlich das
Leitwerk mit unvermeidbarem Widerstandsanteil, herangezogen, um
durch Aufteilung und Verlegung an die Randbögen den induzierten
Widerstand zu mindern, ohne dabei an die Nurflügel- oder Entenbauweise
gebunden zu sein oder zusätzliche widerstandsbehaftete
Flächen oder Körper wie Winglets und Turbulenzkeulen anwenden
zu müssen. Dem Randbogenwirbel wird dadurch ein großer Umweg um
das Leitwerk herum aufgezwungen, der einer Vergrößerung der Flügelstreckung
entspricht. Der induzierte Widerstand wird dadurch
reduziert. Um dabei den Leitwerks-Hebelarm, der normalerweise
durch die Länge des Rumpfes oder Leitwerkträgers bestimmt wird,
zu erhalten, ist es zweckmäßig, dem Flügel eine Pfeilung zu geben.
Dies verschlechtert zwar die Auftriebsverteilung über der Spannweite
und würde den induzierten Widerstand noch erhöhen, doch
zeigten Windkanalmessungen, daß dieser Nachteil mehr als aufgewogen
wird.
Bei einer Bauweise entsprechend dieser Erfindung können gedrungenere
Tragflügel verwendet werden, die aber aerodynamische Qualitäten
von solchen größerer Streckung, somit geringerem induzierten
Widerstand, aufweisen. Gedrungenere Flügel bieten bautechnisch
große Vorteile. Durch die größere Profilhöhe werden
nicht nur bessere Unterbringungsmöglichkeiten für z. B. Tanks
und Geräte geschaffen, sondern insbesondere ergeben sich höhere
Holme. Da deren Festigkeit quadratisch mit ihrer Höhe steigt,
sinkt entsprechend das Baugewicht des Flügels. Da außerdem durch
Verringerung der Spannweite der Hebelarm kürzer wird, sinken
auch die an der Flügelwurzel auftretenden Biegemomente, was eine
weitere Verringerung des Baugewichtes ermöglicht.
Eine übliche Leitwerkanordnung am Rumpf bewirkt, insbesondere
beim Abfangen, eine Addition des Leitwerkmomentes zu dem vorhandenen
Tragflügelmoment. Bei einer erfindungsgemäßen Leitwerkanordnung
an den Randbögen wird dagegen die vorhandene
Torsion des Flügels um das Leitwerkmoment verringert. Auch
dies ermöglicht eine leichtere Bauweise. Schließlich ermöglicht
der Fortfall des Leitwerkes am Rumpfheck den dortigen Triebwerkseinbau
mit dem Vorteil insbesondere des ungehinderten
Luftstrahl-Abflusses.
Die Vorteile der erfindungsgemäßen Bauweise sind besonders:
1. Verringerung des induzierten Widerstandes bei
2. Minderung des Strukturgewichtes und dadurch Verkleinerung der benötigten Flügelfläche mit Folge eines
3. verkleinerten Flügelwiderstandes.
4. Reduzierung der Flügeltorsion.
5. Bei Motorflugzeugen freier Luftstrahl-Abfluß.
6. Verwendung kleinerer Triebwerke und
7. Reduzierung des benötigten Treibstoffes.
8. Im Fluge bessere Manövriereigenschaften bei geringeren Ruderkräften wegen geringerer Massenträgheit.
9. Am Boden bessere Manövrier- und Unterstellmöglichkeit wegen kleinerer Abmessungen.
1. Verringerung des induzierten Widerstandes bei
2. Minderung des Strukturgewichtes und dadurch Verkleinerung der benötigten Flügelfläche mit Folge eines
3. verkleinerten Flügelwiderstandes.
4. Reduzierung der Flügeltorsion.
5. Bei Motorflugzeugen freier Luftstrahl-Abfluß.
6. Verwendung kleinerer Triebwerke und
7. Reduzierung des benötigten Treibstoffes.
8. Im Fluge bessere Manövriereigenschaften bei geringeren Ruderkräften wegen geringerer Massenträgheit.
9. Am Boden bessere Manövrier- und Unterstellmöglichkeit wegen kleinerer Abmessungen.
Fig. 1 zeigt den erfindungsgemäßen Entwurf eines Motorseglers.
Der Leitwerk-Hebelarm ist mit "1" bezeichnet.
Claims (5)
1. Verfahren zur Minderung des induzierten Widerstandes von
Flugzeugen, dadurch gekennzeichnet, daß die für die aerodynamische
Stabilität und/oder Steuerung erforderlichen,
üblicherweise an Rumpf oder Leitwerksträger angeordneten,
Leitwerke flächenmäßig aufgeteilt und an den Tragflügelrandbögen
angeordnet werden, derart, daß den Randbogenwirbeln
große Umwege um die Leitwerke herum aufgezwungen
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Erhaltung des nötigen Leitwerk-Hebelarmes der benutzte
Tragflügel gepfeilt sein kann.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß jegliche Leitwerksform, wie z. B. Kreuz-, T- oder V-
Leitwerk, verwendet werden kann.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß durch feste Profilierung und/oder Winkelstellung
teilweiser oder ganzer Leitwerkflächen im Leitwerksbereich
Druckverhältnisse geschaffen werden, die dem Druckausgleich
zwischen Tragflügelober- und unterseite entgegenwirken.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Profilierung und/oder Winkelstellung in Abhängigkeit
vom Flugzustand erfolgt.
Priority Applications (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE19883800110 DE3800110A1 (de) | 1988-01-05 | 1988-01-05 | Verfahren zur minderung des induzierten widerstandes an flugzeugen |
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE19883800110 DE3800110A1 (de) | 1988-01-05 | 1988-01-05 | Verfahren zur minderung des induzierten widerstandes an flugzeugen |
Publications (2)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE3800110A1 true DE3800110A1 (de) | 1989-07-20 |
DE3800110C2 DE3800110C2 (de) | 1990-06-13 |
Family
ID=6344837
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DE19883800110 Granted DE3800110A1 (de) | 1988-01-05 | 1988-01-05 | Verfahren zur minderung des induzierten widerstandes an flugzeugen |
Country Status (1)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE3800110A1 (de) |
Cited By (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
EP3626608A1 (de) * | 2018-09-21 | 2020-03-25 | Airbus Operations Limited | Flügelspitzenvorrichtung |
Citations (4)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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US2326819A (en) * | 1940-08-28 | 1943-08-17 | Curtiss Wright Corp | Airplane |
US2649265A (en) * | 1948-07-30 | 1953-08-18 | Charles H Grant | Airplane with stabilizing fins |
DE3133957C2 (de) * | 1981-08-27 | 1988-07-28 | Messerschmitt-Boelkow-Blohm Gmbh, 8012 Ottobrunn, De | |
DE2726589C2 (de) * | 1976-06-16 | 1989-01-05 | National Research Development Corp., London, Gb |
-
1988
- 1988-01-05 DE DE19883800110 patent/DE3800110A1/de active Granted
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EP3626608A1 (de) * | 2018-09-21 | 2020-03-25 | Airbus Operations Limited | Flügelspitzenvorrichtung |
GB2577303A (en) * | 2018-09-21 | 2020-03-25 | Airbus Operations Ltd | A wing tip device |
US11345461B2 (en) * | 2018-09-21 | 2022-05-31 | Airbus Operations Limited | Wing tip device |
Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
DE3800110C2 (de) | 1990-06-13 |
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Legal Events
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