DE2459915C3 - Aktive Verbindung des Plasminogen- Typs, Verfahren zu ihrer Reinigung und ihre Verwendung - Google Patents
Aktive Verbindung des Plasminogen- Typs, Verfahren zu ihrer Reinigung und ihre VerwendungInfo
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Description
a) einen pH-Wert von 5 bis 10, vorzugsweise einen neutralen pH-Wert aufweist, und
b) eine Aminosäure enthält, welche die Aktivierung des Plasminogens inhibiert, in einer Konzentration
von mehr als 0,001 Mol,
wobei sämtliche Abtrenn- und Auslaug-Maßnahmen bei einem pH-Wert durchgeführt werden, der für
eine Beibehaltung der Löslichkeit des erhaltenen Plazenta-Plasminogens in physiologischen Medien
geeignet ist.
2. Aktive Verbindung des Plasminogen-Typs menschlichen Ursprungs nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß in b) als Aminosäure L-Lysin, e-Aminocapronsäure oder trans-4-Aminomethylcyclohexancarbonsäure
eingesetzt wird.
3. Verfahren zur Reinigung der nach den Ansprüchen 1 und 2 erhaltenen aktiven Verbindung
des Plasminogen-Typs menschlichen Ursprungs, dadurch gekennzeichnet, daß man
a) die Verbindung vom Plasminogen-Typ fraktioniert ausfällt,
b) die erhaltene Ausfällung, die die Verbindung vom Plasminogen-Typ enthält, mit einer wäßrigen
Lösung aufnimmt,
c) die erhaltene wäßrige Lösung dialysiert,
d) das erhaltene gereinigte Dialysat einer Affinitätschromatographie
unterwirft und
e) das Eluat der Affinitätschromatographie nochmals
dialysiert,
wobei alle Verfahrensschritte bei einem pH-Wert von oberhalb 5 durchgeführt werden.
4. Verwendung der aktiven Verbindung des Plasminogen-Typs menschlichen Ursprungs nach
den Ansprüchen 1 bis 3 zur Bekämpfung von Fibrinolyseunterfunktionen.
Die Erfindung betrifft eine aktive Verbindung des Plasminogen-Typs menschlichen Ursprungs, ein Verfahren
zu ihrer Reinigung und die Verwendung dieser Verbindung zur Bekämpfung von Fibrinolyse-Unterfunktionen.
Das Plasminogen, das auch als Profibrinolysin bezeichnet wird, ist ein Protein, das normalerweise in
dem Plasma vorhanden ist und durch Einwirkung eines Aktivators, wie einer Kinase, in Plasmin (oder
Fibrinolysin) umgewandelt werden kann. Aufgrund der Eigenschaft des Plasniins, eine schnelle Lösung von
Blutklumpen zu bewirken, ist bereits vorgeschlagen worden. Plasminogen als wirksames Prinzip von
thrombolytischen Arzneimitteln zu verwenden.
Es ist bereits eine Reihe von Verfahren zum Extrahieren von Plasminogen vorgeschlagen worden (siehe die deutschen Offenlegungsschriften 20 57 401, 14 92 052 und 14 92 054). Vorzugsweise und insbesondere wenn eine Verwendung als wirksames Prinzip in
Es ist bereits eine Reihe von Verfahren zum Extrahieren von Plasminogen vorgeschlagen worden (siehe die deutschen Offenlegungsschriften 20 57 401, 14 92 052 und 14 92 054). Vorzugsweise und insbesondere wenn eine Verwendung als wirksames Prinzip in
to thrombolytischen Medikamenten angestrebt wird, muß dieses Plasminogen menschlichen Ursprungs seif=. Die in
Frage kommenden Plasminogen-Quellen sind im wesentlichen Blutplasma und, bis zum heutigen Tage in
geringerem Ausmaß, menschliche Plazentas.
Das Plasma scheint in der Tat das Ausgangsmaterial der Wahl für die Gewinnung von Plasminogen zu sein.
Dieses Material liegt tatsächlich zusammen mit anderen Proteinen in gelöstem Zustand in dem Plasma vor und
kann relativ leicht mit Hilfe von Fraktionierverfahren, insbesondere jenen, die eine fraktionierte Ausfällung
anwenden, von den anderen Proteinen abgetrennt werden. So ist bereits vorgeschlagen worden, die
bekannte Eigenschaft gewisser Inhibitoren des Plasminogens, die Löslichkeit dieser Verbindungen in einem
2r) schwach sauren Medium, insbesondere einem Medium
mit einem pH-Wert zwischen 5,3 und 6 zu steigern, dazu anzuwenden, die Ausfällung einer gewissen Menge von
es begleitenden Proteinen in den Plasmapräparaten zu bewirken.
ίο Aufgrund der Tatsache, daß die Plasmas im
allgemeinen für andere Verwendungszwecke reserviert sind, hat sich das Interesse auf menschliche Plazentas,
insbesondere auf das Plazentablut als mögliche Plasminogen-Quelle gerichtet. Es ist jedoch festzustellen, daß
i% die Plasminogenextraktionstechniken, die auf Plasma
angewandt werden und die im Laboratorium untersucht worden sind, nicht ohne weiteres auf die Extraktion von
Plasminogen aus dem Plazentablut angewandt werden können, was zweifelsohne eine Folge der unterschiedlichen
Natur der Proteine und der Lipide ist, die das Plasminogen in dem Plazentablut begleiten. Dieses
enthält insbesondere Plasmin in erhöhten Mengen. Die Trennung des Plasminogens von Plasmin ist jedoch nur
schwer zu bewirken.
4r> Es ist weiterhin festzuhalten, daß sämtliche bekannten
Verfahren zur Extraktion von Plasminogen aus menschlichem Plazentablut wäßrige Extraktionsmedien
benutzen, insbesondere um die Aktivierung des Plasminogens über das Plasmin zu verhindern, die durch
r,o die Einwirkung von natürlichen Aktivatoren erfolgt, die
in diesem Ausgangsmaterial enthalten sind.
Es sei jedoch in Erinnerung gerufen, daß der pH-Wert
der Extraktionsmedien nicht ohne Wirkung auf die physikalischen Eigenschaften der erhaltenen Plasmin-
Vt ogene ist. Insbesondere verursacht das Ansäuern des
Mediums, und ganz besonders auf pH-Werte unterhalb 5 bis 6, eine Veränderung gewisser physikalischer
Eigenschaften des Plasminogens. In gewissen Fällen sind die Stabilität und die Löslichkeit des in saurem
bo Medium erhaltenen Plasminogens in neutralem Medium stark vermindert, verglichen mit den entsprechenden
Eigenschaftendes naiiven Plasminogens.
Die Löslichkeit des unter diesen Bedingungen erhaltenen Plasminogens kann sicherlich ein wenig und
bs in reversibler Weise dadurch verbessert werden, daß
man dem Medium gewisse Inhibitoren, die gegen die Aktivierung des Plasminogens wirken, zusetzt oder die
lonenstärke des Mediums modifiziert, insbesondere
durch Zufuhrung von Salzen in bestimmten Verhältnissen.
Die Anwesenheit dieser Inhibitoren oder dieser .SaI/c in den erhaltenen Lösungen macht nun die
Verwendung dieser Lösungen zur Herstellung von Medikamenten schwierig, wenn nicht unmöglich, insbesondere
wenn es sich um parenteral zu verabreichende Arzneimittel handelt. Jeder Versuch, zuvor diese
Inhibitoren oder Salze zu entfernen, führt zu einer erneuten Ausfällung des Plasminogens aus diesen
Lösungen.
Es ist auch, und insbesondere in der FR-PS 13 47 029,
ein Verfahren zur Extraktion eines Mittels, das Plasminogeneigenschaften besitzt, und das insbesondere
in der Lage ist, Rinderblut gegen die Einwirkung von Streptokinase empfindlich zu machen, beschrieben
worden, das in diesem Fall von gefrorenen und zu Breien verarbeiteten Plazentas ausgeht Es handelt sich
jedoch auch in diesem Fall stets um ein Extraktionsverfahren, das in saurem Medium abläuft. Man erhält ein
Produkt, das in gewissem Maße löslich gemacht werden kann, insbesondere wenn man zu den oben bereits
erwähnten Hilfsmitteln greift. Es enthält jedoch erhebliche Mengen von Proteinen, insbesondere Plasmin.
Andererseits ist zu beobachten, daß die Anwesenheit dieser anderen Proteine eine nicht zu vernachlässigende
Rolle bei der Löslichmachung des Produktes spielt, da jeder Versuch, anschließend diese Proteine zu
entfernen, von einer Ausfällung der Fraktion begleitet wird, die eine starke Plasminogenwirkung besitzt.
Aus der DE-OS 20 57 401 ist ein Verfahren zur Isolierung von nativem hochgereinigtem Plasminogen
bekannt, gemäß dem eine Plasminogen enthaltende Plasma- oder Serumfraktion an einem Träger adsorbiert
und durch Waschen mit einer wäßrigen Pufferlösung mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,5 von unspezifischen
Begleitproteinen befreit wird. Mit Hilfe dieser Verfahrensweise erhält man jedoch Produkte, deren Reinheit
und Aktivität nicht zu befriedigen vermag.
Aus den DE-OS 14 92 052 und 14 92 054 sind relativ komplizierte Verfahren zur Extraktion von Plasminogen
aus Serum oder Plasma bekannt, mit dem ein Plasminogen mit einem solchen Reinheitsgrad erhallen
wird, das direkt für die Aktivierung zu Plasmin verwendet werden kann.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, eine Verbindung vom Plasminogen-Typ menschlichen
Ursprungs zu schaffen, die einen höheren Reinheitsgrad als die herkömmlichen Produkte besitzt,
im wesentlichen oder vollständig frei ist von Plasmin und selbst in Abwesenheit von Inhibitoren für die
Plasminogenaktivierung oder von Mineralsalzen in neutralem Medium vollständig löslich ist und die zur
Bekämpfung von Fibrinolyseunterfunktionen verwendet werden kann.
Diese Aufgabe wird nun durch die aktive Verbindung des Plasminogen-Typs gemäß Hauptanspruch gelöst.^
die Gegenstand der Erfindung ist.
Der Unteranspruch 2 betrifft eine besonders bevorzugte Ausführungsform dieser erfindungsgemäßen
Verbindung.
Die Erfindung beruht auf der Feststellung, daß es möglich ist, die aktive Verbindung des Plasminogen-Typs,
die nach der Entfernung des Plazentabluts von den Pla/.entabreien zurückgehalten wird oder sogar daran
gebunden ist, zu extrahieren, indem man diese Breie insbesondere bei neutralem pH-Wert in Gegenwart
eines Inhibitors der Plasminogenaktivierung auslaugt.
Bei dieser Arbeitsweise erhält man, insbesondere nach der Abtrennung des Inhibitors, eine Lösung eines
rohen Produkts, die die genannte aktive Verbindung des Plasminogen-Typs enthält, die im folgenden der
Einfachheit halber als »Plazenta-Plasminogen« bezeichnet wird.
Es ist interessant festzustellen, daß die Art und Weise, in der das Plasminogen von .dem Plazentabrei
zurückgehalten wird, in gewissem Maße der Art der Bindung eines Enzyms an einem Substrat für die
ίο Affinitätschromatographie entspricht, bei der das
Enzym anschließend mit Hilfe eines spezifischen Inhibitors für dieses Enzym eluiert wird.
Diese Extraktion kann in Abwesenheit jeglicher Mineralsalze, das heißt somit in Wasser erfolgen. Es ist
\r> jedoch festzustellen, daß es von Vorteil ist, mit
physiologischen Seren zu arbeiten und insbesondere isotonische Chlorid-Lösungen zu verwenden, wozu man
vorzugsweise eine 9/1000-Natriumchlorid-Lösung verwendet.
Man beobachtet tatsächlich, daß die Extraktion der Fremdproteine bei Anwendung dieser Lösungen auf
ein Minimum reduziert ist, so daß die Möglichkeit besteht, mittels dieses Extraktionsverfahrens Fraktionen
zu erhalten, die an Verbindungen solcher Substanzen stark angereichert sind, die die charakteristischen
Eigenschaften von Plazenta-Plasminogen besitzen und zu Plasmin aktiviert werden können. Im folgenden sei
auf die »potentielle Piasminwirkung« dieser Verbindung oder Substanzen Bezug genommen.
Ein zusätzlicher und wichtiger Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens beruht auf der Tatsache, daß es
während der eigentlichen Extraktion, das heißt in dem Augenblick, in dem das Material am meisten für eine
Aktivierung zugänglich ist, einen wirksamen Schutz des Plazenta-Plasminogens gegen seine Aktivatoren bei
J5 einem physiologischen pH-Wert ergibt.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt die molare Konzentration
des verwendeten Inhibitors im allgemeinen zwischen etwa 0,001 und 0,1 m, vorzugsweise in der
Nähe eines Wertes von 0,035 m.
Die Inhibitoren für die Aktivierung des Plasminogens, die für die Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens von besonderem Interesse sind, sind:
4> L-Lysin der Formel
NII1-CH1-CH1-Ch1-CH1-CH1-COOH
NH1
V) MG = 146,1
V) MG = 146,1
/-Aminocapronsäure der Formel
NH2-CH2-CH2-CH2-CH1-CH2-COOh
NH2-CH2-CH2-CH2-CH1-CH2-COOh
MG = 131,1
oder lrans-4-Aminomeihyl-cyclohe.\ancarbonsäure
der Formel
«) CH2-CH2
«) CH2-CH2
NH1-CH1-CH
\
\
CH-COOH
CH2-CH2
MG = 157.20
Man erhält somit nach der Abtrennung der Inhibitoren aus der Auslaugflüssigkeit direkt eine
Plasminogenlösung mit physiologischem Salzgehalt und
physiologischem pH-Wert Die Durchführung der gleichen Auslaugmaßnahmen in Abwesenheit eines
Plasminogen-Inhibitors ermöglicht nur die Extraktion
einer sehr viel geringeren, wenn nicht vernachlässigbaren Menge des Plazenta-Plasminogens, was auch aus
den folgenden Beispielen hervorgeht.
Es ist zu unterstreichen, daß das in den erhaltenen Lösungen erhaltene Plazenta-Plasminogen in physiologischtn
Medien löslich ist, da sämtliche Abtrenn- und Ausiaug-Maßnahmen bei einem pH-Wert durchgeführt
werden, der für eine Beibehaltung dieses Zustandes geeignet ist.
Anschließend kann man die Abtrennung des Plasminogen-Inhibitors mit Hilfe klassischer Verfahrensweisen
durchführen, was häufig dadurch erleichtert wird, daß die Molekulargewichte der Verbindungen vom Plasminogen-Typ
einerseits und des Inhibitors andererseits stark voneinander verschieden sind. Beispielsweise kann
man die Abtrennung dadurch bewirken, daß man eine fraktionierte Ausfällung mit Hilfe von Mitteln bewirkt,
die die enzymatischen Eigenschaften der Verbindungen des Plasminogen-Typs nicht verändern. Das für diesen
Zweck bevorzugte Mittel ist das besonders preisgünstige Ammoniumsulfat, mit dem stark konzentrierte 2ί
wäßrige Lösungen hergestellt werden können. Man kann natürlich auch irgendein anderes, für diesen Zweck
geeignetes Salz einsetzen, beispielsweise Ammoniumchlorid, Magnesiumsulfat oder Natriumsulfat. Man
kann auch andere Mittel für die fraktionierte Ausfällung J«
verwenden, beispielsweise einen Alkohol, wodurch man das Plasminogen in Form eines Niederschlags von den
in Lösung bleibenden Aminosäuren abtrennt
Man kann auch physikalische Trennverfahren verwenden, insbesondere eine Dialyse oder ein Filtrieren j5
über ein Molekularsieb, beispielsweise ein Gel, das unter der Handelsbezeichnung »Sephadex« bekannt ist (und
bei dem es sich um ein chemisch vernetztes Dextran handelt).
Man kann auch Ionenaustauschverfahren in neutralern oder schwach alkalischem Medium, beispielsweise
bei einem pH-Wert von 8, durchführen, wodurch der Inhibitor eluiert werden kann, während das Plasminogen
auf dem Harz absorbiert bleibt. Es versteht sich, daß die angegebenen verschiedenen Methoden nur die *■>
große Leichtigkeit verdeutlichen sollen, mit der die Verbindungen des Plasminogen-Typs aus den Auslauglösungen
gewonnen werden können. Die Lösung des rohen Plazenta-Plasminogens enthält außer dem Plazenta-Plasminogen
selbst Verunreinigungen, die zum größten Teil - z. B. 90 bis 95% - von proteinischer
Natur sind.
Die Abtrennung dieser proteinischen Verunreinigungen
kann in an sich bekannter Weise erfolgen. Vorzugsweise führt man aber die Abtrennung fol- γ,
gendermaßen aus: Das Piazenta-Plasminogen und ein großer Teil der Proteine wird fraktioniert ausgefällt,
und zwar insbesondere mit Hilfe von Verbindungen, die weiter unien noch charakterisiert werden. Die Ausfällung,
die das Plazenta-Plasminogen enthält, löst man in e>o
einer wäßrigen Lösung auf, und die erhaltene Lösung wird einer Dialyse unterworfen. Das Dialysat unterwirft
man einer zusätzlichen affinitätschromatographischen Reinigung unter Verwendung eines Substrats, auf dem
ein Inhibitor der Plasminogenaktivierung, vorzugsweise
Lysin, durch kovalente Bindung fixiert ist. Das Plazenta-Plasminogen, das auf dem Substrat zurückgehalten
worden ist. wird dann mit einem Inhibitor der Plasminogenaktivierung. vorzugsweise ε-Aminocapronsäure,
eluiert und schließlich unterwirft man das erhaltene Eluat einer zusätzlichen Dialyse, um die
Inhibitoren der vorausgegangenen Operationen abzutrennen; diese vorausgehenden Operationen werden
alle bei einem pH-Wert oberhalb von 5 durchgeführt.
Die potentielle Piasminaktivität dieser Plazenta-Plasminogene
ist besonders stark, was aus den weiter unten angegebenen pharmakologischen Eigenschaften hervorgeht.
Die analytische Untersuchung des Plazenta-Plasminogens hat gezeigt, daß dieses hohe Peptid-Gchalte, die
im folgenden als »voraktivierte Plasminogene« bezeichnet werden, aufweist, die dadurch gebildet werden, daß
das vollständige oder »native« Plasminogen Peptidfragmente, die eine Aminosäurenzahl im Bereich von 68
aufweisen und ein Molekulargewicht in der Gegend von 7000 bis 8000 besitzen, an der Seite des Endes der das
native Plasminogen bildenden Peptidkette verliert, das eine endständige Aminosäure mit freier NHrGruppe,
vorzugsweise Glutaminsäure, aufweist. Das andere Ende der Peplidketle, die das Plasminogen bildet,
besteht nach ROBBINS et al, J. biol. ehern, Bd. 242, S.
2333 — 2342 (1967), vornehmlich aus Asparaginsäure, deren Carboxylgruppe, -COOH, frei ist. Der Rest der
Verbindungen mit potentieller Piasminaktivität, die in dem Plazenta-Plasminogen vorhanden sind, wird,
abgesehen von inerten Verunreinigungen, von nativem Plasminogen gestellt.
Bei den voraktivierten Plasminogenen isl eine
überwiegende Anwesenheit von Peptidketten festzustellen, die eine endständige Aminosäure mit freier
NH2-Gruppe aufweisen, die durch Methionin gebildet wird. Im folgenden wird dieses voraktivierte Plasminogen
als »Methionin-Plasminogen« bezeichnet. Ferner sind beträchtliche Mengen eines voraktivierten
Plasminogens festzustellen, das eine endständige Aminosäure mit freier NH2-Gruppe aufweist, die in diesem
Fall durch Valin gestellt wird, was zur Folge hat, daß diese Produkte im folgenden als »Valin-Plasminogen«
bezeichnet werden.
Die Erfindung betrifft somit Zusammensetzungen von Plasminogen-Typ, die erhebliche Mengen, mindestens
jedoch etwa 40%, Methionin-Plasminogen enthalten.
Das erfindungsgemäße Plazenta-Plasminogen enthält insbesondere etwa 40 bis 60 Gew.-% Methionin-Plasminogen.
In besonders bevorzugter Weise betrifft die Erfindung Zusammensetzungen, die Verbindungen mit
potentieller Plasmin-Aktivität enthalten und die etwa 40 bis etwa 60 Gew.-% Methionin-Plasminogen, etwa 10
bis etwa 20 Gew.-% Valin-Plasminogen und etwa 20 bis etwa 50Gew.-% natives Plasminogen enthalten.
Wenn man davon ausgeht, daß das Molekulargewicht des nativen Plasminogens etwa 90 000± 5000 beträgt, so
ist festzuhalten, daß die voraktivierten Plasminogene ein Molekulargewicht im Bereich von 83 000 ±5000
aufweisen.
Schließlich betrifft die Erfindung Plazenta-Plasminogene der definierten Art, die einen Reinheitsgrad
aufweisen, der 95% erreichen und sogar übersteigen kann, wobei als Rest inerte Proteine oder Verunreinigungen
vorhanden sind. Diese gereinigten Plazenla-Plasminogene erhält man ausgehend von den genannten
rohen Plasminogenen durch klassische Verfahren zur Reinigung von Plasminogen, beispielsweise Verfahrensweisen
der Art, wie sie in der folgenden Beschreibung der bevorzueten alleemeinen Verfahrensweise
bcn sind.
Die Erfindung betrifft schließlich Arzneimittel, die die genannten Plazenta-Plasminogene zusammen mit
einem injizierbaren, sterilen, flüssigen Träger oder einer sterilen Perfusionsflüssigkeit enthalten.
Ganz allgemein kann man mit Vorteil die im folgenden angegebene allgemeine Verfahrensweise
anwenden, die insbesondere auf menschliche Plasmas anwendbar ist. Wenn im folgenden auf die Extraktion
von Plasminogen Bezug genommen ist, so ist~ damit natürlich auch das oben definierte »Plazenta-Plasminogen«
umfaßt.
Die bei Erhalt eingefrorenen Plazentas werden bei — 20°C gelagert. Dann werden sie in gefrorenem
Zustand mechanisch zu einem Brei verarbeitet. Der erhaltene Brei wird dann dadurch aufgetaut, daß man
ihn unter mechanischem Rühren mit einem Wasserbad mit einer Temperatur von +30°C bis +40°C in
Berührung bringt. Das Auftauen wird beendet, wenn der Brei eine Temperatur oberhalb I0C, vorzugsweise
+ 4'C erreicht.
Die erhaltene fluide Masse wird bei 2500 UpM zentrifugiert, um das Plazentablut zu entfernen, das eine
geringe Menge Plasminogen, jedoch eine erhebliche Menge von Proteinen und Plasmin enthält.
Der abgesaugte Brei wird dann 3 Stunden in einer isotonischen Chloridlösung bei einer Temperatur
zwischen 0°C und +200C, vorzugsweise bei +4°C,
ausgelaugt.
Dieses Auslaugbad enthält in geringer Molarität einen der oben beschriebenen Inhibitoren, vorzugsweise
mit einer molaren Konzentration von mehr als 0,001 Mol/l, vorzugsweise mit einer Konzentration von
0,0035 Mol/l. Es erfolgt keine Korrektur des pH-Wertes des Materials, der somit bei 7,2 verbleibt.
Nach Ablauf der Auslaugzeit zentrifugiert man das Material bei 2500 UpM, um den Brei von der
Extraktionsflüssigkeit abzutrennen.
Man erhält in dieser Weise pro Kilogramm eingesetzter Plazenta einen Liter der Extraktionsflüssigkeit,
die 120 UCA (caseinolytische Einheiten) enthält, was 15 mg reinem Plasminogen entspricht. Die angewandte
Bestimmungsmethode ist unter der Bezeichnung »caseinolytische Methode« bekannt.
Das in diesen erhaltenen Lösungen vorhandene Plasminogen kann unter Anwendung an sich bekannter
Verfahrensweisen gewonnen und gereinigt werden. Vorteilhafterweise bewirkt man eine fraktionierte
Ausfällung der in der Lösung enthaltenen Proteine und des Plasminogens mit Hilfe von Ammoniumsulfat.
Durch die Zugabe einer Ammoniumsulfatmenge, die 20% der Sättigungskonzentration dieses Salzes in der
Lösung entspricht (wobei es sich versteht, daß eine Lösung zu 100% gesättigt ist, wenn sie 540 g
Ainmoniumsulfat pro Liter enthält) bewirkt eine Ausfällung eines Teils der Proteine der Lösung. Durch
Steigern des Prozentsatzes der Sättigung an Ammoniumsulfat
bis auf 40% wird das Plasminogen ausgefällt. Diese Maßnahmen erfolgen bei einem pH-Wert
zwischen 5,5 und 9,5, vorzugsweise bei einem neutralen pH-Wert. Das ausgefällte Plasminogen wird anschließend
wieder in einer Pufferlösung bei einem pH-Wert in der Gegend von 6,5 bis 9,5 gelöst, was eine zusätzliche
dialytische Reinigung ermöglicht, insbesondere um verbliebenes Ammoniumsulfat abzutrennen. Das Dialysat
wird anschließend einer Endreinigung durch Affinitätschromatographie unterworfen, die beispielsweise
in Gegenwart des Dinatriumsalzes der Äthylendiamintetraessigsäure mit Hilfe einer Säule erfolgt, die
ein Substrat, wie Agar-Agar-Gel, enthält, an dem über eine kovalente Bindung Lysin, ein bevorzugter Inhibitor
der Plasminogen-Aktivierung, gebunden ist. Anschlie-Bend wird das Plasminogen durch Elution mit Hilfe
eines Puffers gewonnen, der vorzugsweise einen pH-Wert von 6 bis 9 aufweist und einen Inhibitor der
Aktivierung, vorzugsweise e-Aminocapronsäure, enthält. Gewünschtenfalls kann man das Eluat einer
weiteren zusätzlichen Reinigung mit Hilfe einer Dialyse zuführen, insbesondere um den Inhibitor abzutrennen.
Ganz allgemein können diese Maßnahmen unter Anwendung jener Bedingungen durchgeführt werden,
die in der Literatur beschrieben sind, wobei es sich jedoch versieht, daß als Betriebsbedingungen solche
ausgewählt werden, die es ermöglichen, in allen Fällen bei pH-Werten oberhalb 5 zu arbeiten.
Man erhält in dieser Weise ein Produkt mit einer erhöhten Plasminogenaktivität, deren Plasminogengehalt
oberhalb 4 UCA pro Milligramm liegt und das einen Plasmingehalt von weniger als 0,04 UCA/mg aufweist.
Es ist zu bemerken, daß die in den obigen Ausführungen angegebenen Plasminogengehalte nach
der Aktivierung mit Urokinase bestimmt sind und daß die Gehalte an Plasmin dem spontanen Plasmin
entsprechen.
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältliche Plazenta-Plasminogen ist dadurch gekennzeichnet,
daß es nach der Reinigung:
Bei der Elektrophorese eine Bande ergibt,
in Wasser, in isotonischen Chloridlösungen und Puffern üblicher Zusammensetzungen mit neutralem pH-Wert löslich ist,
Bei neutralem pH-Wert stabil ist,
keine pyrogene Wirkung zeigt, wenn es in einer Dosis von lOUCA/kg an Kaninchen verabreicht wird, und keine Toxizität besitzt, wenn es in einer Dosis von 10 UCA pro Maus an Mäuse verabreicht wird.
in Wasser, in isotonischen Chloridlösungen und Puffern üblicher Zusammensetzungen mit neutralem pH-Wert löslich ist,
Bei neutralem pH-Wert stabil ist,
keine pyrogene Wirkung zeigt, wenn es in einer Dosis von lOUCA/kg an Kaninchen verabreicht wird, und keine Toxizität besitzt, wenn es in einer Dosis von 10 UCA pro Maus an Mäuse verabreicht wird.
Die Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens ergibt sich durch den Vergleich der Ergebnisse, die mit
dem in dem folgenden Beispiel 1 durchgeführten Maßnahmen erreichbar sind und die einerseits in
4i Gegenwart und andererseits in Abwesenheit eines Inhibitors für die Aktivierung des Plasminogens
durchgeführt werden.
w Beispiel 1
Extraktionseffekt der Inhibitoren
der Aktivierung des Plasminogens
der Aktivierung des Plasminogens
Man verarbeitet 1500 g menschliche Plazenta, die bei
π — 200C gefroren ist, mit Hilfe einer Zerkleinerungseinrichtung
(des Typs Stephan) zu einem Brei. Die erhaltene Masse wird durch manuelles Rühren in einem
Behälter aus rostfreiem Stahl aufgetaut, der mit einem Wasserbad mit einer Temperatur von 40° C in
bü Berührung steht. Das Auftauen erfolgt im Verlaufe von
40 Minuten, wobei die Endtemperatur der Masse +6° C beträgt
Das Plazentablui wird dann von der aufgetauten
Masse abgetrennt, indem man diese während einer t>5 Stunde bei 2000 UpM in einer auf +4°C abgekühlten
Becherzentrifuge zentrifugiert.
Man erhält 740 ml (790 g) Plazentablut, das 290 g Proteine und eine Plasminogenmenge von weniger als
70 UCA enthält.
Der erhaltene Brei (700 g) wird in drei gleiche Teile (Teil 1, Teil 2 und Teil 3) aufgeteilt. Diese drei Teile
werden gleichzeitig und unter den gleichen Bedingungen mit Ausnahme der Zusammensetzung des Auslaugbades
wie folgt behandelt:
Man laugt den Teil 1 in 500 ml eines wie folgt zusammengesetzten Auslaugbades aus:
Destilliertes Wasser | 500 ml |
NaCI | 4,5 g |
Phenol (Bakteriostatisches | |
Mittel) | 0,5 g |
Temperatur des Bades | + 50C |
der Teil 2 wird in gleicher Weise in ein Bad der folgenden Zusammensetzung eingebracht:
Destilliertes Wasser | 500 ml |
NaCl | 4,5 g |
Phenol | 0,5 g |
ε-Aminocapronsäure | 2,5 g |
(das heißt | |
0,038 m) | |
Temperatur des Bades | + 5°C; |
der Teil 3 wird schließlich in dem | folgenden |
ausgelaugt: | |
Destilliertes Wasser | 500 ml |
NaCl | 4,5 g |
Phei.ol | 0,5 g |
trans-4-Aminomethylcyclo- | |
hexancarbonsäure | 2,5 g |
(das heißt | |
0,032 m) | |
Temperatur des Bades | + 50C. |
Bad
Niederschlag 1 - 23 g
Niederschlag 2 = 23,2 g
Niederschlag 3 = 24 g
Niederschlag 2 = 23,2 g
Niederschlag 3 = 24 g
j Die drei Niederschläge bestehen etwa aus 90% Mutterlauge und 10% Proteinen.
Die drei Niederschläge werden dann jeweils in 50 ml eines 0,1 m-Phosphatpuffers mit einem pH-Wert von 7,5
gelöst und dann 3 Stunden gegen strömendes, kaltes, ίο entmineralisiertes Wasser dialysiert. Eine Enddialyse
erfolgt während 15 Stunden bei +40C gegen 40 I eines 0,01 m-Phosphatpuffers mit einem pH-Wert von 7,5.
Die drei erhaltenen Dialysate besitzen die folgenden
Eigenschaften:
15 Dialysat Nr. 1:
Volumen = 80 ml; pH-Wert = 7,5;
Leitfähigkeit = 998 μ Siemens (950 μτηηο5)
Leitfähigkeit = 998 μ Siemens (950 μτηηο5)
Dialysat Nr. 2:
■" Volumen = 82 ml; pH-Wert = 7,5;
■" Volumen = 82 ml; pH-Wert = 7,5;
Leitfähigkeit = 987 μ5ΐ6ηιεη5(940 μπιηο5)
Dialysat Nr. 3:
Volumen = 94 ml; pH-Wert = 7,5;
y, Leitfähigkeit = 1029 μ5ίεΓηεη5 (980 μπιΐκ«).
y, Leitfähigkeit = 1029 μ5ίεΓηεη5 (980 μπιΐκ«).
Die Plasminogenaktivitäten dieser Dialysate sind die
folgenden:
v>
Das Auslaugen dieser drei Teilproben erfolgt parallel in drei Bechergläsern mit einem Fassungsvermögen von
1 1 bei einer Temperatur von 4°C unter intermittierendem manuellen Rühren während 3 Stunden. Der
pH-Wert wird unverändert belassen und beträgt in den drei Fällen 7,2.
Nach Ablauf der Auslaugzeit werden die drei Suspensionen gleichzeitig während einer Stunde bei
2500 UpM in auf +4°C abgekühlten Zentrifugen zentrifugiert.
Die Breie werden verworfen und man erhält überstehende Flüssigkeiten mit folgenden Volumina:
Volumen 1 = 500 ml
Volumen 2 = 500 ml
Volumen 3 = 505 ml.
Volumen 2 = 500 ml
Volumen 3 = 505 ml.
Die drei überstehenden Flüssigkeiten werden unter mechanischem Rühren durch Zugabe von 240 g
kristallisiertem Ammoniumsulfat pro Liter auf 40% der Sältigungskonzentration dieses Salzes gebracht. Das
Rühren wird in allen drei Fällen nach Beendigung der «> Salzzugabe während 20 Minuten fortgesetzt. Der
pH-Wert wird unverändert belassen und beträgt in den drei Fällen 6,9.
Die drei Lösungen werden dann gleichzeitig während einer Stunde und 30 Minuten bei 2500 UpM in auf +4"C b5
abgekühlten Zentrifugen zentrifugiert. Die drei überstehenden Flüssigkeiten werden verworfen und man erhält
drei Niederschläge mit folgendem Gewicht:
jo Dialysat 1 =0,16 UCA/ml χ 80 ml = 12,8 UCA
Dialysat 2 = 0,85 UCA/ml χ 82 ml = 69,5 UCA
Dialysat 3 = 0,75 UCA/ml χ 94 ml = 70,5 UCA
Dialysat 3 = 0,75 UCA/ml χ 94 ml = 70,5 UCA
Diese Werte verdeutlichen die Ergebnisse, die mit r, dem erfindungsgemäßen Extraktionsverfahren erreichbarsind.
In dem folgenden Beispiel ist die Stufe der Extraktion
eines Plazenta-Plasniinogens, ausgehend von Plazenta
in größerem Maßslab, beschrieben.
Beispiel 2
A Extraktion des Plasminogens
A Extraktion des Plasminogens
Man verarbeitet 500 kg bei -200C gefrorene,
menschliche Plazenta mit Hilfe einer Zerkleinerungseinrichtung (vom Typ Palmann) zu einem Brei.
Die erhaltene Masse wird dadurch aufgetaut, daß man sie in einer Mischeinrichtung (Typ Werner) mit
Doppelmantel rührt, durch den man Wasser mit einer Temperatur von +400C strömen läßt.
Das Auftauen erfordert 2 Stunden und 30 Minuten und die Endtemperatur der Masse beträgt +40C.
Dann wird das Plazentablut durch Zentrifugieren der aufgetauten Masse in 5 Durchgängen a 15 Minuten bei
2500 UpM in einer Zentrifuge (des Typs Rousselet) abgetrennt Man erhält in dieser Weise 238 kg Brei und
260 kg BIuL
Man bringt den Brei in ein Auslaugbad der folgenden Zusammensetzung ein:
Physiologisches Serum | 5001 |
E-Aminocapronsäure | 2500 g |
(0,038 m) | |
Phenol (bakteriostatisches | |
Mittel) | 500 g |
(1 Promille) | |
Badtemperatur | + 4° C. |
Man rührt das Gyn/.e während 3 Stunden bei +40C.
Der pH-Wert des Mediums wird nicht verändert und beträgt 7,2.
Die Extraktionsflüssigkeit wird dann durch Zentrifugieren in 5 Durchgängen ä 15 Minuten bei 2500 UpM
auf einer Zentrifuge (des Typs Rousselet) abgetrennt. Die Extraktionsflüssigkeit besitzt dann eine Temperatur
von 8°C, einen pH-Wert von 7,2 und ein Volumen von 5101.
B Reinigung des Plasminogens
Die Reinigung des in der erhaltenen Lösung enthaltenen Plasminogens kann wie folgt bewirkt
werden:
Die angewandte Reinigungsmethode ist είπε Variante
der Methode, die unter der Bezeichnung »Affinitätschromatographie« bekannt ist.
Die Extraktionsflüssigkeit wird zunächst in Gegenwart eines Filterhilfsmittels, beispielsweise eines im
Handel utner der Bezeichnung »Solka Floe BW 20« (Klarfiliration) bekannten Materials, klarfiltriert oder
mit großer Geschwindigkeit zentrifugiert, nachdem man eine Ammoniumsulfatmenge zugesetzt hat, die 20% der
Sättigung entspricht. Diese Klarfiltration oder Zentrifugalion erfolgt mit dem Ziel, die feinen Teilchen des Breis
zu beseitigen, die in der Lösung enthalten sein können.
Oie Extraktionsflüssigkeit wird dann mit Ammoniumsulfat
auf 40% der Sättigung gebracht, um das Plasminogen auszufällen.
Die Klarfiltration (oder Zentrifugation) und die Ausfällung erfolgen bei einem pH-Wert zwischen 5,5
und 9,5, vorzugsweise bei einem pH-Wert von 7 (das heißt dem pH-Wert, der sich ohne Zugabe von Säure
oder Base in dem Medium natürlich einstellt).
Der erhaltene Niederschlag wird erneut in einer Lösung von einem der oben beschriebenen Inhibitoren
(mit einer Molarität zwischen 0,001 m und 0,05 m) in kaltem, entmineralisiertem Wasser derart gelöst, daß
sich eine Leitfähigkeit von weniger als 21 000 μ5ίεηιεη5
(20 000 μηιίιο5), vorzugsweise von weniger als
12 600 μ5ίεπιεπ5(12 000 μπιηο5) ergibt.
Der pH-Wert wird dann auf εΐηεη Wert zwischen 5,2
und 7, vorzugsweise auf einen Wert von 5,5 gestellt. Durch Filtrieren entfernt man das zuvor zugesetzte
Filterhilfsmittel sowie inaktive Verunreinigungen.
Das erhalt8n8 Filtrat wird dann auf einen pH-Wert
zwischen 5,5 und 9, vorzugsweise auf einen pH-Wert von 7,2 eingestellt und dann einmal durch Zugabe des
gleichen Volumens kalten, entmineralisiert8n Wassers V8rdünnt.
Dann fällt man das aktiv8 Mat8rial aus der 8rhaltenen
Lösung aus, indem imn diese auf 40% des Sättigungswertes von Ammoniumsulfat einstellt. Der Nied8rschlag
wird durch Ζεηΐπ^ϊεΓεη gewonnen.
Er wird in einem Phosphatpuffer mit εΐηεΓ Molarität
von 0,1 bis 0,5 m, vorzugsweis8 0,3 m, είηειη pH-W8rt
von 6,5 bis 9, vorzugsweise 7,5, gelöst, und dann 7 bis 8 Stunden gegen kaltes, entmineralisiert8S Wass8r dialysiert,
so daß man eine Leitfähigkeit erreicht, die zwischen 6300 und 10 500 μ8ίβπιεη5 (6000 bis
10 000 μΐηίκ«) liegt.
Dann wird das Dialysat zentrifugiert oder klarfiltriert,
um die im Verlaufe der Dialyse aufgetretenen unlöslichen Substanzen zu entfernen.
Zu der klarfiltrierten oder Z8ntrifugierten Lösung gibt
man 1 Promille (Gewicht/Volumen) des Dinatriumsalzes der Äthylendiamintetraessigsäure (EDTA) zu und
stellt den pH-Wert der Lösung mit Hilfe von
Natriumhydroxid und Orthophosphorsäure auf einen Wert zwischen 6 und 9, vorzugsweise auf einen Wert
von 7,5 ein.
Die Lösung wird dann auf eine Säule gegossen, die ein Agar-Agar-Gel enthält, an das durch kovalente Bindung
Lysin gebunden ist und das mit einem Phosphatpuffer mit einer Molarität von 0,05 bis 0,4 m, vorzugsweise
0,15 m, und einem pH-Wert von 6 bis 9, vorzugsweise 7,5
(Puffer Nr. 1) zuvor ins Gleichgewicht gebracht worden ist. Nachdem die gesamte Lösung auf die Säule
aufgetragen ist, spült man die Säule mit dem Puffer 1, bis in dem austretenden Material keine ΡπΜείηε mehr
vorhanden sind. Der Spülpuffer wird dann durch einen Phosphatpuffer mit εϊηεΓ Molarität von 0,05 bis 0,4 m,
vorzugsweise 0,1 m, und einem pH-Wert von 6 bis 9, vorzugsweise einem pH-Wert von 7,5 (Puffer Nr. 2),
ersetzt. Die Säule wird anschließend mit dem Puffer Nr. 2 eluiert, der 0,01 m bis 0,5 m, vorzugsweise 0,2 m,
ε-Aminocapronsäure enthält.
Das Eluat wird gewonnen und enthält praktisch das gesamte extrahierte Plasminogen. Es wird anschließend
24 Stunden gegen einen Puffer mit geringer Molarität und einem pH-Wert von 6 bis 9, vorzugsweis8 gegen
είηεη 0,01 m-Phosphatpuffer mit einem pH-Wert von
7,5 dialysiert und dann gefriergetrocknet.
In dieser Weise erhält man zwischen 100 und 120 UCA Plasminogen pro kg eingesetzter Plazenta.
Ausgehend von der obigen rohen Lösung erhält man 5,2 g eines gefriergetrockneten Pulvers mit den
folgenden Eigenschaften:
Plasminogengehalt
Plasmingehalt
Proteingehalt
4,4 UCA/mg
= < 0,04 UCA/mg
= 52%(die restlichen
48% werd8n durch
Phosphate gestellt).
= < 0,04 UCA/mg
= 52%(die restlichen
48% werd8n durch
Phosphate gestellt).
Dieses Pulver zeichnet sich durch eine vollständige Löslichkeit bei pH-Werten von etwa 7 in destilliertem
Wasser, isotonischen Chloridlösungen und Puffern üblicher Zusammensetzung aus und besitzt ganz
allgemein sämtliche Eigenschaften, wie sie oben bereits angegeben sind.
Ganz allgemein kann man somit davon ausgehen, daß das aus Plazentabreien 8xirahierte Plasminogenprodukt
εΐηεη PIasminogeng8halt von mehr als 4 UCA/mg und
einen Plasmingehalt von weniger als 0,04 UCA/mg aufweist.
Das in dieser Weise 8rhaltene Plazenta-Plasminogen besitzt eine bedeutend8 pharmakologischc Wirkung
und ausgezeichn8te therapeutische Eigenschaften.
Die pharmakologische Untersuchung des Plasminogens mit Hilfe der von F. Courbier et al. (Ann. Chir.,
1963, 17, Nr. 5-6, Seiten 331-338) beschrieb8n8n M8lhoden an Hund8n, bei denen man akute experimentell
Arterienthrombos8n hervorgerufen hat, zeigt, daß das Plasminogen eine schnelle V8rminderung des
Volumens der Blutklumpen und in der Mehrzahl der Fälle εΐηε vollständige Lösung der Blutklumpen zur
Folge hat.
Es ist in dieser Hinsicht von Interess8 festzuhalten,
daß είπε Ivteng8 des 8rfindungsg8mäß8n Produktes, die
13 mg Proteine enthält und einen Titer von 100 UCA aufweist, bei der oben angeg8b8nen pharmakologischen
Unt8rsuchung εϊηε Aktivität besitzt, die im wesentlichen
analog αεΓίεηϊ§εη ist, die man mit είηεΓ M8nge aes
g8mäß d8r FR-PS 13 47 029 8rhaltenen Produkts
erreicht, das 240 mg Proteine enthält.
Vergleichsbeispiel
Zur Verdeutlichung des erfindungsgemäß erzielbaren technischen Fortschritts gegenüber dem Stand der
Technik, der aus der DE-OS 20 57 401 bekannt ist, wurden Vergleichsversuche durchgeführt, bei denen das
native hochgereinigte Plasminogen dieses Standes der Technik der erfindungsgemäßen Verbindung des Plasminogen-Typs
gegenübergestellt wurde.
Bei diesen Vergleichsversuchen wurde eine affinitätschromatographische
Abtrennung der Produkte aus Humanplasma vorgenommen, wobei als Adsorptionsmedium ein unlöslicher Träger verwendet wurde, der in
der ε-Stellung der Carboxylgruppe eine Aminosäure trägt. Es handelt sich bei diesem Adsorptionsmedium
um Sepharose-Lysin der nachfolgenden Struktur:
Sepharose -NH-CH -CH2-CH2-CH2-COOH
COOH
Dieses Adsorptionsmedium unterscheidet sich von dem in Beispiel 1 des genannten Standes der Technik
verwendeten Materials dadurch, daß es anstelle des Propylen/Maleinsäureanhydrid-Copolymerisats den Sepharoserest
trägt. Das verwendete Adsorptionsmaterial hat sich jedoch für die Durchführung der Vergleichsversuche
als sehr geeignet erwiesen, zumal es auf das eigentliche Trägermaterial weniger ankommt denn auf
die gebundene Aminosäure. '
Bei der Durchführung der Verfahrensweise des genannten Standes der Technik wurden im wesentlichen
die Maßnahmen des Beispiels 1 angewandt, wobei die genauen Bedingungen die folgenden waren:
Präparat Nr. 1
Man führt 200 ml citrathaltiges Humanplasma bei + 40C durch eine Säule von 10 ml Sepharose-Lysin
(30 μΜοΙ Lysin/ml Sepharose), die man zuvor mit einem
0,15 m Natriumphosphat-Puffer mit einem pH-Wert von 6,4 äquilibriert hat. Die nicht spezifisch zurückgehaltenen
Plasmaproteine werden mit 400 ml des genannten Phosphat-Puffers ausgewaschen. Dann wird
das Plasminogen mit einem 0,1 m Trishydroxymethylaminomethan-Puffer
mit einem pH-Wert von 10,0 eluiert, der mit DL-Lysinhydrochlorid auf eine Konzentration
von 0,05 m gebracht worden ist
Man stellt den pH-Wert des Eluats (24 ml) mit 2 m Chlorwasserstoffsäure auf den Neutralpunkt. Dann fällt
man das Plasminogen durch Zugabe eines Volumens einer gesättigten Ammoniumsulfatlösung und zentrifugiert
bei + 40C.
Man löst den Niederschlag erneut in 2 ml eines 0,1 m Phosphat-Puffers mit einem pH-Wert von 7,5 und
dialysiert während 12 Stunden bei +4° C gegen 51
dieses gleichen Puffers.
Das erhaltene Dialysat (8 ml) ist sehr trüb und wird durch Zentrifugieren und durch Filtration über ein
Membranfilter (Millipore 0,45 μπι) geklärt
Die Eigenschaften des erhaltenen Produkts sind nachstehend angegeben. Die hierbei verwendeten
physikalischen Kenndaten besitzen die folgenden Bedeutungen:
Der »Plasminogentiter« entspricht der Plasminaktivität des Präparats nach der Aktivierung des Plasminogengehalts
des Präparats in Gegenwart von Urokinase (einem spezifischen Aktivator der Aktivierung von
Plasminogen in Plasmin).
Der »Plasmintiter« wurde direkt bei der Herstellung des Plasminogens ohne vorhergehende Aktivierung
ermittelt.
Die Piasminaktivität wird dadurch gemessen, daß man eine Hydrolyse des Acetyl-glycyl-lysyl-methylesters
unter dem Einfluß des zu untersuchenden Präparats bewirkt. Diese Hydrolyse wird über die
lü Freisetzung von Säurefunktionen verfolgt, die mit Hilfe eines pH-Meßgeräts gemessen werden. Die angegebene
Dimension »1 μΚβίβΙ« entspricht der tMasminmenge,
die 1 μΜοΙ des genannten Substrats bei 37°C in 1 Sekunde umwandelt.
Charakteristische Eigenschaften des
Präparats Nr. 1:
Plasminogentiter: 0,45 μΚβΙβΙ/ιτ^ Protein
Plasmintiter: 0,08 μ^ίβΙ/ΐτ^ Protein
2(1 (entsprechend 17%)
Elektrophorese: Polydispersion: 3 Hauptbanden,
2 Nebenbanden.
Löslichkeit: Löslich in Wasser und üblichen
Puffern bei neutralem pH-Wert.
r>
r>
Präparat Nr. 2
Man bereitet das Material nach der oben bezüglich
des Präparates Nr. 1 beschriebenen Verfahrensweise,
jo bewirkt jedoch die Elution mit Hilfe von 0,05 m Lysinlösung, die mit einer 2 m Schwefelsäurelösung auf
einem pH-Wert von 2,5 eingestellt worden ist.
Das erhaltene Plasminogen wird anschließend ausgefällt, dialysiert und geklärt, wie es oben bezüglich des
j5 Präparats Nr. 1 angegeben ist.
Eigenschaften des erhaltenen Präparats Nr. 2:
Plasminogentiter: 1,1 \iKm\lmg Protein
Plasmintiter: 0,06 μΚαίαΙ/ιτ^ Protein
(entsprechend 5,5%)
Plasmintiter: 0,06 μΚαίαΙ/ιτ^ Protein
(entsprechend 5,5%)
Elektrophorese: Polydispersion: 2 Hauptbanden,
2 Nebenbanden.
Löslichkeit: Das Produkt ist in Wasser bei
neutralem pH-Wert und in Puffern mit einer Ionenstärke von weniger
als 0,05 unlöslich.
Eigenschaften der erfindungsgemäßen aktiven
Verbindung des Plasminogen-Typs:
in Plasminogentiter: 2 bis 2,5 μΚβιβΙ/ΐτ^ Protein
Plasmingehalt: weniger als 5%
Elektrophorese: Monodispersion
Löslichkeit: Löslich in Wasser und üblichen
Verbindung des Plasminogen-Typs:
in Plasminogentiter: 2 bis 2,5 μΚβιβΙ/ΐτ^ Protein
Plasmingehalt: weniger als 5%
Elektrophorese: Monodispersion
Löslichkeit: Löslich in Wasser und üblichen
Puffern mit neutralem pH-Wert
Aus den obigen Vergleichsversuchen ist zu erkennen, daß das Verfahren der DE-OS 20 57 401 zu einem
Plasminogen führt, das eine wesentlich geringere Reinheit besitzt als die erfindungsgemäße aktive
Verbindung des Plasminogen-Typs. Im besten Fall besitzt das erhaltene Produkt eine Reinheit von 40%,
während das erfindungsgemäße Material eine Reinheit von 75 bis 90% aufweist.
Im Fall der Elution bei einem basischen pH-Wert ist
M der Gehalt an freiem Plasmin wesentlich höher (17%
gegenüber den 1 bis 2% bei der erfindungsgemäßen aktiven Verbindung).
Die Löslichkeit wird stark verändert, wenn die
15
Elution bei einem sauren pH-Wert erfolgt
Es ist weiterhin festzuhalten, daß das nach der Lehre
des genannten Standes der Technik erhaltene Plasminogenpräparai äußerst instabil ist und bereits nach einer
Lagerzeit von 24 Stunden weitgehend zu Plasmin aktiviert wird, eine Tatsache, die dem erheblichen
Plasmingehalt des vorbekannten Materials zuzuschreiben ist
Das Präparat Nr. 2 unterscheidet sich von dem Präparat Nr. 1 lediglich dadurch, daß die Elution des
Plasminogens bei einem sauren pH-Wert durchgeführt wurde. Man erhält in dieser Weise ein Endprodukt mit
einem wesentlich geringeren Plasmingehalt Der Nachteil ist jedoch der, daß das erhaltene Produkt in Wasser
bei neutralem pH-Wert und in Puffern mit geringer
lonenslärke unlöslich ist Dies ist ein erheblicher '■
Nachteil, da das in dieser Weise erhaltene Produkt des Standes der Technik nicht in Form einer Lösung
injiziert werden kann.
Ganz allgemein ist das Plazenta-Plasminogen zur Behandlung von Fibrinolyseunterfunktionen geeignet. $
Die Anwendung menschlichen Plaszenta-Plasmin- |
ogens ist von Vorteil, insbesondere im Fall der f
folgenden klinischen Indikationen: »
25 I
a) Akute Atembeschwerden bei Neugeborenen und
Frühgeborenen, die einen vollständigen oder !
teilweisen Plasminogen-Mangel aufweisen, ein j
Syndrom, das im allgemeinen mit einer Fibrin-Ab- j
scheidung im Bereich der Lungenbläschen verbun- 30 :S
den ist; .'
b) Vcnenembolien und -thrombosen, insbesondere bei '^
jenen Patienten, deren Plasminogenverbrauch I
größer als die Bildung dieser Verbindung in der " Leber ist, wobei die Verabreichung des Plasmin- 35 'f
ogens dazu empfohlen wird, die fraglichen Patienten auf eine thrombolytische Behandlung mit einem
Arzneimittel, wie Streptokinase oder Urokinase, vorzubereiten;
c) Mikroemboüen von im wesentlichen zerebraler Art;
d) akute.subakute und chronische Zwischengefäßkoagulationen
lokaler und verbreiteter Art mit extensiver Tendens, die durch einen Plasminogenmangel
verursacht sind.
Die Verabreichung des Plazenta-Plasminogens kann durch kontinuierliche venöse Perfusionen in Mengen
von 1000 bis 1200 UCA, die über eine Dauer von 24 bis
36 Stunden verteilt werden, oder durch langsame M intravenöse Injektion erfolgen (wobei sich die angegebenen
Werte auf einen Menschen mit einem mittleren Gewicht von 60 kg beziehen).
Für Säuglinge wendet man Dosen von 200 UCA alle 6 Stunden an, die durch langsame Perfi-sion in einer
9/1000 isotonischen Chloridlösung, die auf einen pH-Wert von 7,4 gepuffert ist, im Verlaufe von 24
Stunden verabreicht werden.
Bei diesen Verabreichungsformen verwendet man die Lösungen des Plasminogens in einem pharmazeutisch
verträglichen Trägermaterial, insbesondere einem physiologischen Serum, wozu man insbesondere ein
Glucoseseruni verwendet.
65
Claims (1)
1. Aktive Verbindung des Plasminogen-Typs menschlichen Ursprungs, die bei neutralem pH-Wert
in Wasser löslich ist, im wesentlichen frei von Plasmin ist und hohe Gehalte an voraktivierten Plasminogenen
aufweist, welche durch N-terminale Abspaltung von Peptidfragmenten mit einem Molekulargewicht
von 7000 bis 8000 aus nativem Plasminogen gebildet sind, und die mindestens 40 Gew.-%
Methionin-Plasminogen enthält und welche erhältlich ist durch Auslaugen eines von Plazentablut befreiten
Plazentabreis im Temperaturbereich von 0 bis 20° C, mit einer Lösung, die
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