DE19858175C2 - Verfahren zur Effektlackierung von Oberflächen und Teil-Oberflächen von Gegenständen - Google Patents
Verfahren zur Effektlackierung von Oberflächen und Teil-Oberflächen von GegenständenInfo
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Description
Es ist ein Verfahren zur Herstellung von Mehrschicht-Effekt-
Lackierungen durch Spritzauftrag einer ersten Schicht aus einem
Effektpigmente enthaltenden wäßrigen Basislack auf ein Substrat,
Antrocknen und Spritzauftrag einer zweiten Schicht des
Effektpigmente enthaltenden Basislacks, in einer Spritzkabine
anschließendes Zwischentrocknen, Auftrag eines Klarlacks mit
anschließendes gemeinsames Einbrennen bekannt.
Zum Austrocknen des wäßrigen Basislacks wird die erste Schicht
mit Luft derart angeblasen, dass die Strömungsgeschwindigkeit am
Substrat 4-10 m/sec beträgt (DE 195 17 277 C1).
Ferner sind auch Interferenzpigmente für Effektlacke, daraus
hergestellter Lack, sowie eine damit applizierte Lackierung
bekannt.
Beim Lackieren von Gebrauchsgegenständen, insbesondere von
Fahrzeugkarossen, besteht hier zumindestens eine Lage der
Interferenzpigmente aus flüssigkristallinen Polymeren (LCP),
deren Mesogene zumindest näherungsweise chiral-nematisch
und/oder smektisch und/oder cholesterisch geordnet sind, bei
denen ferner eine lichtabsorbierende Lage in
Interferenzpigmenten vorgesehen ist, die zumindest für einen
Teil des sichtbaren Lichtspektrums absorbierend ist und bei
denen die Ränder der plättchenförmigen Interferenzpigmente als
umfangseitig unbeschichtete Bruchkanten des Mehrlagenverbundes
ausgebildet sind (DE 196 19 973 A1).
Ferner ist ein Verfahren zum Lackieren von Objekten mit einer
Basislack-Schicht und einer darauf befindlichen Klarlack-Schicht
enthaltenden Mehrschichtlackierung bekannt, wobei der Baislack
zumindest ein Perlglanzpigment auf der Grundlage von mit
Metalloxiden beschichteten Glimmerschuppen enthält, wobei die
Perlglanzpigmente eine Teilchengröße zwischen 15 und 35 µm
enthalten (DE 36 06 154 A1).
Ferner ist ein Verfahren zum Lackieren von Objekten mit einer
eine Basislack-Schicht und einer darauf befindlichen
Klarlack-Schicht enthaltenden Mehrschichtlackierung bekannt,
wobei der Basislack zumindest ein Perlglanzpigment auf der
Grundlage von mit Metalloxiden beschichteten Glimmerschuppen enthält
und die Perlglanzpigmente eine Teilchengröße im wesentlichen
zwischen 5 und 25 µm enthalten (DE 32 07 936 A1).
Ferner ist bekannt, dass irisierende Polyesterglitter durch
Zerschneiden von Folien, die aus sehr vielen unterschiedlich
gestreckten Schichten bestehen, hergestellt werden.
Durch diese unterschiedliche Streckung erhält die Oberfläche
eine irisierende Farbgebung. Das auftretende Licht wird
gebrochen reflektiert, wobei die scheinbare Farbe der Oberfläche
abhängig vom Reflektionswinkel ist.
Es gibt Folien, die diesem Prinzip zufolge über zwei Hauptfarben
und eine Unzahl Zwischentöne verfügen. Es gibt such Folien, die
nur in einer Farbe erscheinen. Das Sortiment an derartigen
Folien ist derzeit auf wenige Farbvarianten begrenzt.
Die genannten Folien werden durch feine Messer zu sogenannten
Polyesterchips oder Polyesterglitter, d. h. zu kleinen Partikeln
verarbeitet, wobei Teilchen unterschiedlicher Form hergestellt
werden können.
Man unterscheidet quadratische, rechteckige und hexagonale
Chips.
Die Abmessungen der Chips, bzw. Glitter liegen zwischen 0,1 bis
2,0 mm Kantenlänge und einer Dicke von 0,025-0,033 mm.
Es ist bekannt, Dekorationsfolien herzustellen, wobei man die
Chips, bzw. Glitter zwischen zwei transparente Folien anordnet,
von denen eine selbstklebend sein kann.
Mit solchen Dekorationsfolien wird in der Spielzeugindustrie
gearbeitet.
Bei der Lackierung im Kraftfahrzeugbau werden solche Chips, bzw.
Glitter, meist metallfarbige, angewendet, jedoch nicht im
Großserienbereich.
Spezielle Tuningfirmen mischen die Chips, bzw. Glitter mit
Klarlack und applizieren sie auf die entsprechenden Flächen.
Kleinste Chips, bzw. Glitter werden auch mit Klarlack gemischt
und kommen in der Kosmetikindustrie, z. B. bei Nagellacken zur
Anwendung.
Nachteil des Standes der Technik ist der hohe Kostenaufwand und
auch, dass sich die Chips, bzw. Glitter als kleinste Partikel in
einer wahllosen, undefinierten Anordnung befinden und jeder
einzelne Partikel das einfallende Licht grundsätzlich anders
reflektiert, als sein Nachbarpartikel.
Mit dem bekannten Stand der Technik ist deshalb der zu
erreichende Lackiereffekt relativ begrenzt.
Ziel und Aufgabe der Erfindung ist es, wesentlich
eindrucksvollere Farbeffekte zu einem weitaus günstigeren Preis
beim Lackieren der Flächen von Gegenständen zu erreichen und die
Lösung so zu gestalten, dass jeder Partikel das Licht in
annähernd derselben Weise reflektiert, wie sein Nachbarpartikel.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass beim zu
lackierenden Gegenstand eine leicht klebende Oberfläche erzeugt
wird, indem man handelsüblichen Ein- oder Zweikomponentenlack
aufträgt, einen Zustand abwartet, bei dem der Lack noch leicht
klebend, jedoch nicht staubtrocken ist, danach per Hand oder
maschinell bekannte kleine irisierende Partikel auf die leicht
klebende Lackoberfläche in einer Überschussmenge aufträgt,
anschließend den Überschuss an Partikeln von der Oberfläche oder
Teil-Oberfläche des Gegenstandes per Hand oder maschinell
abreibt und dabei die Partikel in einer Schicht nebeneinander
anordnet, wobei nach vollständiger Aushärtung der mit Partikeln
bedeckten Lackschicht die Partikel mit einer Klarlackschicht
überzogen werden.
Erfindungsgemäß wird bei einem bereits mit einer ausgehärteten
Lackschicht versehenen Gegenstand eine leicht klebende
Oberfläche dadurch erzeugt, dass man den Gegenstand mit der
ausgehärteten Lackschicht in ein auf den ausgehärteten Lack
abgestimmtes mildes Lösungsmittel taucht, es verdunsten lässt
oder mittels Pressluft entfernt und nach Eintreten des leicht
klebenden Oberflächenzustandes irisierdende Partikel wiederum in
einer Überschussmenge aufträgt, den Überschuss abreibt und
anschließend eine Klarlackschicht aufbringt.
Bei den erfindungsgemäßen Lösungen kommen als kleine Partikel
Polyesterchips oder Polyesterglitter zur Anwendung.
Die erfindungsgemäßen Lösungen werden nachfolgend erläutert.
Jede flüssige lufttrocknende Lackfarbe, die auf eine Oberfläche
oder Teil-Oberfläche des Gegenstandes aufgebracht wird, erreicht
während ihrer Trockungsphase je nach Lackzusammensetzung und der
vorgeschriebenen Verarbeitungsbedingungen einen Zustand, bei dem
die Oberfläche noch leicht klebrig, jedoch nicht mehr flüssig
ist. Bei nicht lufttrocknenden Lacken, wie Pulverlacken oder
Einbrennfarben lässt sich dieser Zustand nach Aushärtung der
Farbe durch das Aufbringen leicht flüchtiger Lösungsmittel auf
die Oberfläche erzeugen.
Nach Verdunstung des Lösungsmittels ist die Oberfläche für eine
gewisse Zeit leicht klebrig. Die in diesem Zustand vorhandenen
Oberflächen werden mit Chips oder Glittern, d. h. mit kleinen
Partikeln, die in Form eines groben Pulvers vorliegen, in
Berührung gebracht, wobei mit einem größeren Überschuss an
Partikeln gearbeitet wird, als für eine einschichtige Belegung
der Oberfläche erforderlich ist.
Es entsteht zunächst eine zufällige Anordnung der Partikel auf
der Oberfläche, wobei ein Teil der Partikel sich in der
gewünschten Art und Weise mit Ober- oder Unterseite auf der
Oberfläche anordnet, ein anderer Teil der Partikel mit der
Seitenfläche auf der klebrigen Oberfläche haftet. Andere
Partikel liegen lose auf den bereits angeklebten Partikeln.
Durch eine reibende Bewegung per Hand oder maschinell parallel
zur Oberfläche des lackierten Gegenstandes unter leichtem Druck
werden alle losen Partikel entfernt und auch die, die nicht mit
ihrer gesamten Fläche an der Oberfläche haften, wobei
gleichzeitig noch nicht mit Partikeln bedeckte klebrige
Lackflächen mit den Partikeln bedeckt werden.
Es wird damit eine optimale kostengünstige und großen Farbeffekt
zeigende Lackierung von Oberflächen erreicht.
Außer mit Handflächen kann auch mit rotierenden Scheiben oder
ähnlichen Werkzeugen gearbeitet werde.
Die abgeriebenen Partikel können wieder verwendet werden.
Der sich im leicht klebrigen Zustand befindende Lack, muss dann
vollständig aushärten. Danach wird die Oberfläche mit Klarlack
abgedeckt, der so zusammengesetzt sein muss, dass er den
ausgehärteten Lack nicht wieder anlöst.
Erfindungsgemäß werden Oberflächen mit sehr guter
Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Einflüsse und auch gegen
Witterungseinflüsse erzielt.
Der erfindungsgemäße optische Effekt ist der einer
spiegelartigen, ein irisierendes Licht reflektierenden Fläche.
Je nach Blickwinkel entstehen für den Betrachter
unterschiedliche Farbeindrücke. Die Farbeindrücke sind abhängig
von der verwendeten Grundfarbe und von der Farbe der verwendeten
Partikel.
Die Zahl der entsprechenden Farbeffekte ist aufgrund der
möglichen Kombinationen sehr groß. Da man bei Grundlacken auf
sehr preisgünstige RAL-Farben zurückgreifen kann und die
Polyesterchips, bzw. Glitter sehr sparsam und ohne wesentliche
Verluste verarbeitbar sind, kosten derartige Effektlackierungen
weniger als herkömmliche Metallic- oder Perleffektlacke, bieten
aber weitaus interessanteren Effekt. Die erfindungsgemäße Lösung
ist vor allem in der keramischen Industrie für die
Produktverfeinerung, in der Kfz.-Branche, z. B. für Lackierung
von Motorrädern, Helmen und auch in der Fahrradbranche, bei
kunstgewerblichen Gegenständen, bei der Gestaltung von
Sportgeräten (Ski, Snowboards, Surfboards und dgl.)
kostengünstig einsetz- bzw. anwendbar.
Claims (3)
1. Verfahren zur Effektlackierung von Oberflächen und Teil-
Oberflächen von Gegenständen, dadurch gekennzeichnet, dass
beim zu lackierenden Gegenstand eine leicht klebende Ober
fläche erzeugt wird, indem man handelsüblichen Ein- oder
Zweikomponentenlack aufträgt, einen Zustand abwartet, bei
dem der Lack noch leicht klebend, jedoch nicht staubtrocken
ist, danach per Hand oder maschinell bekannte kleine
irisierende Partikel auf die leicht klebende Lackoberfläche
in einer Überschussmenge aufträgt, anschließend den
Überschuss an Partikeln von der Oberfläche oder Teil-
Oberfläche des Gegenstandes per Hand oder maschinell abreibt
und dabei die Partikel in einer Schicht nebeneinander
anordnet, wobei nach vollständiger Aushärtung der mit
Partikeln bedeckten Lackschicht die Partikel mit einer
Klarlackschicht überzogen werden.
2. Verfahren zur Effektlackierung von Oberflächen und Teil-
Oberflächen von Gegenständen, dadurch gekennzeichnet, dass
bei einem bereits mit einer ausgehärteten Lackschicht
versehenen Gegenstand eine leicht klebende Oberfläche
dadurch erzeugt wird, dass man den Gegenstand mit der
ausgehärteten Lackschicht in ein auf den ausgehärteten Lack
abgestimmtes mildes Lösungsmittel taucht, es verdunsten lässt
oder mittels Pressluft entfernt und nach Eintreten des
leicht klebenden Oberflächenzustandes irisierende Partikel
und eine Klarlackschicht entsprechend Anspruch 1 aufbringt.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, dass die kleinen Partikel Polyesterchips oder
Polyesterglitter sind.
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1998
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