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Gießharzendvers ohluß Bei dem Einbau von Kabel und Leitungen werden
neuerdings für die Endenherrichtung vielfach Gießharzendverschlüsse benützt. Dies
hat Gültigkeit sowohl für festverlegte als auch für bewegliche Kabel und Leitungen.
Es ist auch zum Beispiel üblich, bei beweglichen Kabeln und Leitungen an den Kabellängen
bereits im Herstellerwerk die Endverschlüsse in Form von Gießharzendverschlüssen
fertig zu montieren.
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Insbesondere in letzteren Fällen ist es nicht zu vermeiden, daß die
Endverschlüsse sowohl beim Transport zur Verbraucherstelle als auch im späteren
Betrieb mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt sind.. : t die Herstellung dieser
Kabeltypen finden bis zu gewissen Spannungen heute vorzugsweise, sowohl für die
Isolierungen als auch für die Schutzmäntel, Gummi beziehungsweise Kunststoffe Verwendung.
Bei mechanischen Beanspruchungen besteht die Gefahr der Verletzung an den Stellen,
an denen die Isolierungen beziehungsweise die Schutzmäntel der Kabel und Leitungen
aus der Gießharzmuffe austreten, denn die Gießharzkeulen sind bekanntlich viel härter
als beispielsweise die Isolierungen und Schutzmäntel.
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Um die Gefahr der Beschädigung der Isolierungen an den Austrittsstellen
aus den Gießharzkeulen zu beseitigen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, vor der
Montage, das heißt vor dem Vergießen der Gießharzkeule, schlauchförmige Tüllen aus
Weich-Polyvinylchlorid über die Aderisolierung zu schieben. Die Tülle aus Weich-Polyvinylchlorid
wirkt als Polster bei mechanischen Beanspruchungen, beispielsweise bei Biegungen
der Adern, sodaß die Aderisolation vor Beschädigung geschützt ist.
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Bei Kabel und Leitungen für höhere Spannungen werden üblicherweise
in Gießharzendverschlüssen Strahlungstrichter aus Kupfer oder Aluminium zur Steuerung
des elektrischen Feldes eingegossen. Bei dem Vergießen von Gießharzendverschlüssen
treten in der Regel Erwärmungen auf, die zu Temperaturerhöhungen bis etwa 90 oe
führen. Bei der Aushärtung und dem Temperaturabfall auf Zimmertemperatur treten
Kontraktionen im Gießharzkörper auf, wobei die metallenen Strahlungstrichter deren
Aufbaustoffe andere Ausdehnungskoeffizienten haben wie das Gießharz, zu erheblichen
Spannungen in der Gießharzkeule führen, die zu Sprüngen führen können, die oft irrtümlicherweise
als Wärme sprünge bezeichnet werden.
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Um diesen Gefahren auszuweichen, werden bekannterweise bei der Herstellung
von Endvdrschlüssen an Kabel und Leitungen für höhere Spannungen und insbesondere
bei Endverschlüssen mit großen Abmessungen vorgefertigte Gießharzkeulen verwendet,
die auf die einzelnen Adern aufgeschoben werden. Die in der Regel verbleibenden
schmalen Spalten zwischen Gießharzkeule und Adern werden dann mit Gießharz ausgegossen
und im übrigen der untere Teil der Gießharzkeule mit einem Drahtbund abgewickelt.
Bei der Herstellung von Endverschlüssen nach dieser Methode ist daher ein erheblicher
Mehraufwand erforderlich. Im übrigen ist die Lagerhaltung der vorgeformten Gießharzkeulen
sehr groß, da für jeden Querschnitt und praktisch für jede Spannung die Gießharzkeulen
andere Abmessungen haben müssen.
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Daher wird zur Behebung dieser genannten Nachteile erfindungsgemäß
vorgeschlagen, bei Kabel und Leitungen für Spannungen bis 20 KV Strahlungsringe
aus Leitgummi, bei darüber liegenden Spannungen Strahlungstrichter aus Weich-Polyvinylchlorid,
die oberflächlich mit einer Leitschicht belegt sind, in die Gießharzkeule einzuordnen.
Dabei wird dafür Sorge getragen, daß die Strahlungsringe aus Leitgummi
beziehungsweise
die Strahlungstrichter aus Yfeich-Polyvinylchlorid mit leitender Schicht, mit der
Leitschicht des Kabels gut leitend verbunden sind, beispielsweise durch Bestreichen
der Übergangsstellen von Strahlungsringen und Strahlungstrichter zur Leitschicht
des Kabels mit einem leitenden Lack oder ähnlichem. Beim Ausgießen der so vorbereiteten
Bndverschlüsse mit Gießharz können nunmehr Spannungsrisse deswegen nicht mehr auftreten,
weil die für die Strahlungs ringe beziehungsweise die Strahlungstrichter verwendeten
Stoffe, wie Leitgummi und Weich-Polyvinylchlorid praktisch gleiche Ausdehnungskoeffizienten
wie die Gießharzkeulen haben. Es ist nämlich ohne weiteres möglich, für die Herstellung
der Strahlungsringe beziehungsweise der Strahlungstrichter Leitgummi beziehungsweise
Polyvinylchlorid-Mischungen herzustellen, deren Ausdehnungskoeffizient praktisch
gleich dem der Gießharzkeulen ist.
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In der Abbildung ist ein Einleiterendverschluß als Beispiel für den
erfindungsgemäßen Vorschlag dargestellt.
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Auf der Ader (1),. die im vorliegenden Falle mit einem Folienband
abgewickelt ist, befindet sich an der Stelle, an der die Ader aus dem Gießharzkörper
austritt, eine Tülle (2) aus Weich-Polyvinylchlorid oder einer geeigneten Gummimischung.
Ein Strahlungsring (3) aus Leitgummi ist unmittelbar auf die Leitschicht (4) der
Ader aufgebracht. Der Strahlungsring aus Leitgummi ist mit der Leitschicht durch
Bestreichen mit einem leitenden Lack an den Übergangsstellen gut leitend verbunden.
Ein Schirm (5) ist über einen Erdungsbolzen (6) aus der Gießharzkeule (7) herausgeführt.
aber der Gießharzkeule (7) befindet sich die Gießform (8), die das Gießen der Gießharzkeule
ermöglicht.'Jber dem Schirm (5) befindet sich der Außenmantel (9).
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Der erfindungsgemäße Vorschlag ist nicht auf dieses Beispiel eines
Einleiterendverschlusses beschränkt. Er gilt in gleicher Weise beispielsweise auch
für Endverschlüsse von Mehrleiterkabeln. Bei Kabeln für Spannungen über 20 KV treten
erfindungsgemäß an die Stelle von Strahlungsringen aus Leitgummi Strahlungstrichter
aus Weich-Polyvinylchlorid, deren Oberflächen mit leitenden Schichten belegt sind.
1) Gießharzendverschluß für Kabel oder Leitungen insbesondere für Kabel deren Isolierungen
und Schutzmäntel aus Gummi oder Kunststoffen, wie zum Beispiel Polyvinylchlorid,
Polyäthylen oder ähnlichen bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die Aderisolierungen
an den Stellen, an denen die Adern aus dem Gießharzkörper austreten, durch über
die Isolierungen geschobene Schlauchtüllen aus Gummi oder Weich-Polyvinylchlorid
gegen Beschädigung durch mechanische Beanspruchungen zusätzlich geschützt sind,
daß in dem Gießharzkörper zum Zwecke der Feldsteuerung aus nichtmetallischen Stoffen
bestehende Strahlungsringe oder Strahlungstrichter angeordnet sind, die entweder
selbst leitend oder deren Oberflächen mit gut leitenden Schichten versehen sind
und die mit den Leitschichten der Kabel oder der Leitungen gut leitend verbunden
sind.