DE1745084A1 - Verfahren zur Polymerisation von Vinylverbindungen - Google Patents
Verfahren zur Polymerisation von VinylverbindungenInfo
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Description
MONSANTO COMPANY
St. Louis 66, Missouri, USA
St. Louis 66, Missouri, USA
Verfahren zur Polymerisation von Vinylverbindungen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Polymerisation von äthylenisch ungesättigten Monomeren mit Hilfe freier
Radikale. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf die Verwendung eines neuartigen Beschleunigers, der in Verbindung mit
dem Polymerisationskatalysator zur Steuerung der Geschwindigkeit von Vinylpolymerisationen verwendet werden kanne
Ein Polymerisationsbeschleuniger kann eine wichtige Komponente in einem Polymerisationssystem darstellen. Verschiedene
Katalysatoren, die für die Herstellung von Harzen mit mancherlei wünschenswerten Eigenschaften geeignet sind, sind
bezüglich der erforderlichen Polymerisationszeit so träge, daß ihre Verwendung ohne einen begleitenden Beschleuniger unpraktisch
ist. Andere Polymerisationen können einfach dadurch wirtschaftlich attraktiver gestaltet werden, daß eine Beschleunigung
vorgenommen wird, um die gesamte Verweilzeit in einer Form oder dem Reaktor zu vermindern. Wieder andere Polymerisationen
werden in Gegenwart derart empfindlicher Katalysatoren durchgeführt, daß äußerste Sorgfalt über lange Zeiträume erforderlich
ist, um ein annehmbares Erzeugnis zu erhalten. Der Ersatz durch einen unempfindlichen Katalysator in Verbindung mit einem Beschleuniger
kann eine ruhigere Reaktion vermitteln, was ein vergleichbares Erzeugnis in kürzerer Zeit ergibt. Beispielsweise
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erfordert ein konventionelles Verfahren zum Gießen von Acrylschichten
mit einer Stärke von etwa 6 mm eine Polymerisationszeit von etwa 20 bis etwa 24 Stunden, damit ein klares, blasenfreies
Erzeugnis erhalten wird. Bei Acrylschichten mit einer Stärke größer als etwa 12 mm wird darüber hinaus das Gießen bei
überatmospnärischen Drücken durchgeführt. Äußerste Sorgfalt und genau kontrollierte Bedingungen sind nötig, um eine gegossene
Acrylschicht zu erzeugen, die frei von Blasen und Hohlräumen ist. Eine derartige Sorgfalt ist deswegen erforderlich, weil
bei bestimmten Stufen der Polymerisation von Acrylharzen große Wärmemengen entwickelt werden, obwohl die Anwendung bestimmter
Wärmemengen zu Beginn und am Ende der Jcolymerisation wünschenswert
ist, um die gesamte Aushärtungszeit zu verkürzen. Bei der Gießpolymerisation von Acrylschichten oder -scheiben
läuft die Polymerisation zunächst langsam ab und wird durch die Anwendung von Wärme beschleunigt. Das Monomere ist von niedriger
Viskosität und der Kettenabbrueh sowie der Kettenstarc stehen im Gleichgewicht. Sobald das polymerisierende Monomere den
Gelzustand erreicht, wird der Kettenabbrueh vermindert und die innere Temperatur steigt scharf an, wodurch die Polymerisation
noch mehr beschleunigt und noch mehr Wärme entwickelt wird. Wird diese Wärmeentwicklu ig nicht gesteuert, dann Kann sie zu
einem Sieden des Monomeren rühren. Dies hat eine Schicht mit Blasen und Verformungen zur jj'oige oder rührt schlimmstenfalls
sogar zu einer Reaktion mit expoisionsartigem Charakter, welche
die Formen und weitere Einrichtungsgegenstände zerstört sowie eine Gefahr für das Personal darstellt« Wird die Wärmeentwicklung
gesteuert und das System ohne Schaden fast bis zu Ende ausreagieren gelassen, dann wird wiederum Wärme aufgebracht,
um die letzten 3 bis 4 Ί* an restlichem Monomeren zu
polymerisieren. Ein typisches Verfahren für den Guß einer etwa 3 mm oder etwa 5 mm starken Schicht aus Polymethylmethycrylat
besteht darin, 0,5 % Benzoylperoxyd dem uninhibitierten Monomeren zuzusetzen und das Gemisch dann unter Rühren auf etwa
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90° 0 acht bis zehn Minuten lang zu erwärmen, worauf ein schnelles Herunterkühlen bis auf Raumtemperatur vorgenommen
wird. Das derart gebildete Vorpolymerisat kann dann mit Weichmachern, Füllstoffen, Farbstoffen, Pigmenten, Stabilisatoren
und dergleichen behandelt werden, wonach es entlüftet bzw. entgast und entweder eingefroren oder sofort verwendet wird« Ist
es zu dem Guß fertig, dann wird eine flache Scheiben- oder Schichtform mit dem Vorpolymerisatsyrup gefüllt und in einem
Ofen 12 bis 18 Stunden lang auf 42° G gehalten, wonach eine Erwärmung der Scheibe oder Schicht über eine Stunde bis auf
eine Temperatur zwischen etwa 95 und etwa 98 0 erfolgt, wobei die Schicht oder Scheibe auf dieser Temperatur weitere
30 Minuten lang gehalten wird. Trotz der Produktionskosten, die mit einem derartigen Herstellungsverfahren verbunden sind,
hat die Nachfrage nach gegossenen Acrylscheiben oder -schichten laufend zugenommen. Die Klarheit, Brillanz und fast edelsteinartige
Qualität gegossener Acryliks haben den Verkehr davon überzeugt, daß Kunststoffe keine billigen Ersatzstoffe darstellen,
sondern neue Materialien mit neuen Anwendungsmöglichkeitene
Die Acrylkunststoffe sind auch für den Einsatz auf verschiedenen Anwendungsgebieten geeignet, wo andere ihrer
physikalischen und mechanischen Eigenschaften als gerade ihre Klarheit ausgenutzt werden, beispielsweise ihre Witterungsbeständigkeit,
guten Zugeigenschaften und Schlagfestigkeitβ
Durchsichtige oder undurchsichtige Acrylkunststoffe sind beispielsweise für Außenwerbeflächen, die Beschichtung von Außen-
und Innenwänden geeignet, und aus ihnen können z.Bo Raumtrennwände,
Schaukästen und Türen hergestellt werdene
Aus vorstehendem ergibt sich, daß bei dem Polymerisationsguß
von Acrylscheiben kein Beschleuniger erforderlich ist, um die Reaktion schneller zu machen, da dies zu einer
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6AD ORIGINAL
Reaktion führen würde, die nur noch schwieriger zu steuern Dzw. zu kontrollieren wäre. Es wird vielmehr eine solche Art
Katalysator benötigt, die zu einer Regulierung der Polymerisation fähig ist, d.n. sie im Anfang- und Endstadium beschleunigen
und im mittleren Stadium verlangsamen kann. Paradoxerweise kann dieses Erfordernis durch die richtige Wahl eines
Beschleunigers in Verbindung mit dem geeigneten Katalysator erfüllt werden.
Es sind Beschleuniger/Katalysator-Systeme ernäitlich,
mit denen Acryl-Blockpolymerisationen annehmbar reguliert werden
können, welche ein zufriedenstellendes Erzeugnis in zwei bis sechs Stunden im Gegensatz zu den 20 bis 24 Stunden ergeben,
die mit den herkömmlichen Peroxydkatalysatoren erforderlich sind. Viele solche Systeme, welche im Laboratorium durchaus
zufriedenstellend wirken, sind jedoch für die wirksamsten Verfahren kommerzieller Herstellung nicht geeignet. Beispielsweise
könnte ein schnelles Verfahren zum Gießen von Acrylscheiben oder -schichten in großem Maßstab und auf kontinuierlicher
Basis wirksam verwirklicht werden, indem ein vorbeschleunigtes und -katalysiertes Monomeres über eine unbegrenzte
Zeitdauer in unpolymerisiertem Zustand gehalten und anschließend in einen Apparat eingeführt würde, wo es kontinuierlich
polymerisiert wird. Das schnelle Verfahren könnte noch wirksamer und wirtschaftlicher durchgeführt werden, falls das katalysierte
Monomere in unpolymerisiertem Zustand gehalten werden könnte, ohne daß außerordentliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen
werden müßten. Um dies zu erreichen, müßte das Beschleuniger/ Katalysator-System bei Raumtemperatur oder einer Temperatur
etwas oberhalb davon stabil und unempfindlich gegen Luft und
Feuchtigkeit sein.
Im Hinblick auf diese Probleme und vorgeschlagenen Lösungen wäre es äußeret vorteilhaft, ein Beschleuniger/Katalysator-System für Acryl-Blockpolymerisationen zu vermitteln,
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welches in verhältnismäßig kurzer Zeit eine vollständige Polymerisation
zu einem annehmbaren Erzeugnis ermöglicht. Darüber hinaus wäre es besonders vorteilhaft, wenn das Acrylmonomere
von dem Beschleuniger/Katalysator-System über längere Zeiträume hinweg unbeeinflußt bleiben würde. Desgleichen wäre es vorteilhaft,
wenn das beschleunigte und katalysierte Monomere bei Raumtemperatur und in Gegenwart von luft und Feuchtigkeit in
unpolymerisiertem Zustand gehalten werden könnte.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Beschleuniger/Katalysator-System
mit den vorstehenden Eigenschaften bzw. Verhalten zu vermitteln. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung, einen
Beschleuniger für jede Polymerisation zu vermitteln, die durch freie Radikale katalysiert wird und z.B. eine Block-, Suspensions-,
Emulsions- oder Lösungspolymerisation sein kann»
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Polymerisation äthylenisch
ungesättigter Monomere mit Hilfe von freien Radikalen besteht darin,
a) ein äthylenisch ungesättigtes Monomeres, welches zu
einer Polymerisation durch freie Radikale fähig ist, einen Polymerisationskatalysator, der zur Bildung von freien Radikalen
fähig ist, und eine Beschleunigersubstanz, die sich unter Bildung von Schwefeldioxyd zersetzen kann, miteinander
zu vermischen,
b) das Schwefeldioxyd aus dem besagten Beschleuniger freizusetzen und auf diese Weise die Bildung freier Radikale
aus dem besagten Polymerisationsicatalysator zu beschleunigen, und
c) das besagte äthylenisch ungesättigte Monomere in Gegenwart der besagten freien Radikale zu polymerisieren.
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Monomere, die durch eine beschleunigte Polymerisation mit freien Radikalen der vorstehend beschriebenen Art polymerisiert
werden können, sind eine Vielzahl von äthylenisch ungesättigten Monomeren, d.h. chemischer Verbindungen mit
einer C=C-Gruppe im Molekül. Eine geeignete Verbindungsklasse sind die Monoolefine, wie beispielsweise Äthylen und
Propylen. Eine weitere Klasse sind die Diolefine, wie beispielsweise Butadien und Isopren. Eine weitere Klasse geeigneter
Monomere bilden die im üblichen Sprachgebrauch als Vinylmonomere bezeichneten Stoffe, zu denen beispielsweise Vinylchlorid,
Vinylfluorid, Vinylazetat, Vinylstearat, Vinylalkohol, Vinyläther
(z.B. Vinylisobutyläther und Vinylmethyläther), Vinylidenchlorid, Vinylidenfluorid, Methylvinylketon, Vinylbutyral,
Vinylformal, Tetrafluoräthylen und Trichlorfluoräthylen zählen.
Ebenfalls geeignet ist die eng verwandte Klasse von Allyl- und höheren Alkenylmonomeren, wie beispielsweise Allylchlorid,
Allylazetat und dergleichen. Styrol, substituierte Styrole, wie beispielsweise (λ. -Methylstyrol, und die ringsubstituierten
Styrole, wie beispielsweise Vinyltoluol, bilden eine weitere Klasse von Monomeren, die verwendet werden kann. Eng verwandt
mit den Styrolmonomeren sind die heterozyklischen, ringsubstituierten Vinylverbindungen, wie beispielsweise Vinyl-pyridin
und 5-Methyl-2-vinyl-pyridin und die ringsubstituierten Vinylverbindungen mit kondensierten Ringen, wie beispielsweise
Vinyl-naphthalen., Das Beschleuniger/Katalysator-System, das
hier beschrieben ist, ist besonders vorteilhaft bei der Polymerisation von Acrylmonomeren, wie beispielsweise Acrylnitril,
Methacrylnitril, Alkylacrylaten und-raethacrylaten, wie beispielsweise Methylacrylat, Methyl-methacrylat, Äthyl-methacrylat,
Lauryl-methacrylat und Stearyl-acrylat, Acryl- und Methacrylsäuren, Chloräthyl-methacrylat, Zyklohexylacrylat
und Methoxymethyl-methacrylat. Zuzüglich zu den Homopolymerisaten
der obigen Monomeren umfaßt die Erfindung auch die Copolymerisation, Terpolymerisation und höhere Interpolymeri-
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sation der oben aufgeführten oder diesen ähnlichen Monomeren
untereinander oder mit anderen Monomeren, die über den Additionsmechanismus mit freien Radikalen nicht ohne weiteres
homopolymerisiert werden können. Beispiele für Monomere, welche durch einen Mechanismus mit freien Radikalen mit einigen
der oben erwähnten Monomeren interpolymerisierbar sind, sind Maleinsäureanhydrid, Diäthylmaleat, Dimethylfumerat und Vinyloxyäthanol.
Eine weitere Modifizierung bezüglich des zu pdymerisierenden
Monomersystemes ist insofern möglich, als das Monomere in einem Polymerisat gelöst ist, welches mit dem
durch die Polymerisation des Monomeren zu bildenden Polymerisat identisch ist. Beispielsweise kann Polymethylmethacrylat
in monomerem Methylmethacrylat gelöst sein. Der sich ergebende
Syrup kann in den festen Zustand gleichmäßiger und einfacher polymerisiert werden, als es mit dem unverdünnten Monomeren
der Fall ist.
Das vorliegende Beschleuniger/Katalysator-System kann zur Durchführung einer Block-, Emulsions-, Suspensions- oder
Lösungspolymerisation mit Hilfe freier Radikale verwendet werden. Die Temperatur-, Druck- und Zeitbedingungen schwanken beträchtlich
in Abhängigkeit von den einzelnen zu polymerisierenden Monomeren, der Wahl des Polymerisationssystemsund der gegenseitigen
Abhängigkeit der Variablen selbst. Allgemein ist für den Fachmann ersichtlich, daß mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
die Polymerisationszeit gegenüber Verfahren ohne Beschleuniger bei sonst gleichen oder vergleichbaren Bedingungen
verkürzt wird. Wird jedoch mit gleicher Polymerisationszeit gearbeitet,
dann kann die beschleunigte Polymerisation bei niedrigerer Temperatur und/oder niedrigerem Druck durchgeführt werden
als eine unbeschleunigte Polymerisation. Spezifische Reaktionsbedingungen ergeben sich aus den bekannten Polymerisationen
mit freien Radikalen unter Berücksichtigung der Wirkung des Beschleunigers auf die Reaktion.
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Als Katalysator für den Start der Polymerisationsreaktion kann jede Verbindung verwendet werden, die bei den Reaktionsbedingungen
freie Radikale ergibt. Besondere, verwendbare Verbindungsklassen sind z.B. die Peroxyde, wie Di-acetylperoxyd,
Acetyl-benzoyl-peroxyd, Dipropionyl-peroxyd, Dilauroyl-peroxyd,
Benzoyl-peroxyd, Dimethy1-peroxyd, Diäthyl-peroxyd,
Dipropyl-peroxyd, Tetralin-peroxyd, Zyklohexan-peroxyd, Azeton-peroxyd; ferner die Hydroperoxyde, wie Zyklohexyl-hydroperoxyd,
Cumol-hydroperoxyd, t-Butyl-hydroperoxyd und Methylzyklohexyl-hydroperoxyd;
weiterhin Hydrazinderivate, wie Hydrazin-hydrochlorid, Hydrazinsulfat, Dibenzoylhydrazin, Diacetylhydrazin
und Trimethylhydraziniumiodid; ferner Aminoxyde, wie beispielsweise Pyridinoxyd, Trimethylaminoxyd und Dimethylanilinoxyd;
ferner Alkalimetall- und Ammoniumpersulfate, -perborate
und -percarbonate; weiterhin Verbindungen, welche eine C=N-Gruppe enthalten und von den Ketaldonen abgeleitet sind,
d.h. ein Keton oder Aldehyd, wie die Azine (welche eine C=N-N=C-Gruppe enthalten), Benzalazine, Heptaldazine und Diphenylketazine,
Oxime (welche eine C=NOH-Gruppe enthalten), wie d-Campher-oxim,
Azeton-oxim, Ot -Benzil-dioxim, Buthyraldoxim, (X -Benzoinoxim
und Dimethylglyoxim; Hyarazone (welche die C=N-N-6ruppe
enthalten), wie Benzaldehyd-phenylhydrazon, Phenylhydrazone von Zyklohexanon, Zykiopentanon, Acetophenon, Methon, Campher
und Benzophenon; Semicarbazone (welche eine C=N-NHuONH2-Gruppe
enthalten), wie Semicarbazone vom Azeton, Methyl-athyl-keton,
Diäthyl-keton-Biacetyl, Zykiopentanon, Zyklohexanon, Acetophenon,
Propiophenon, Campher und Benzophenon; Schiffsche Basen (welche eine C=N-Gruppe enthalten), wie Benzalanilin,
Beiizal-p-toluidin, Benzal-o-toluidin, Benzaldehyddcrivate vom
Methylamin, Äthylamin und Heptylamin; Anile und analuge Verbindungen
anderer Amine, wie Acetaldehydanil, Isobutyraldehydanil,
Heptaldehydanil usw} Sauerstoff; und die Reaktionsprodukte von Organometallen, wie Kadmiumalkyl, Zinkalkyl, Tetraäthylblei,
Al uminiumalkyl, usw. mit Sauerstoff.
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Wenn Acrylmonomere, wie Methylmethacrylat, in Scheibenform
über eine Blockpolymerisation gegossen werden, dann stellen die Hydroperoxyde eine bevorzugte Gruppe von Katalysatoren
dar. Die Hydroperoxyverbindungen zerfallen niolit einfach,
bei der Anwendung von Wärme, zerfallen jedoch leicht, wenn mit Schwefeldioxyd in Berührung kommen. Daher stellen
sie eine bevorzugte Komponente de3 neuen Beschleuniger/Katalysator-Systems
dar.
Die vorgeschlagenen Katalysatoren werden im allgemeinen
in Mengen von etwa 0,001 bis etwa 0,5 Gew.$ bezogen auf das Gewicht der gesamten Reaktionsteilnehmer verwendete
Obwohl es in der Regel nicht erforderlich ist, können jedoch zur Erzielung extrem hoher Reaktionsgeschwindigkeiten oder
für andere besondere Zwecke noch höhere Katalysatormengen.
eingesetzt werden. Beispielsweise können Mengen bis zu. 1 oder
sogar 5 Gew.$> als obere Grenze verwendet werien,
Erfindungsgemaß einzusetzende ßo^crleuniger <?ind solche
Substanzen, die bei ihrer Zersetzung oier bei ihrem Verfall Schwefeldioxyd frei-geben. Der At1 scr icle "Z ersetz en" oder
"Zerfall" ist dabei in breitester Bedeutung zu verstehen und
umfaßt: jede Änderung der schwefeldioxydhaitigen Substanz, welche
das !freisetzen von freiem Schwsfeldioxyd zur Feige hat»
Beispielsweise kann Schwefeldioxyd auf einem Molekularsieb adsorbiert werden und einem katalysierten Mo.iomer- oder Vorpolymerißat-Systern
zugegeben werden. Bei der Anwendung von Wärms oder irgendeiner anderen Technik zur Desorbtion des
Scliwefeldioxyds wird die Erzeugung dreier Radikale durch den
Katalysator beschleunigt, und zwar durch die Wirkung des freien Schwefeldioxyds auf die Katalysator-Verbindung. Der Ausdruck
"Zerfall" oder "Zersetzung1· schließt eine solche Deaorbtionsreaktion
ein.
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Diejenigen Beschleunigersubstanzen sind bevorzugt, die verhältnismäßig stabil sind und nicht spontan oder fast
spontan schon bei geringen Temperatur- oder Druckänderungen oder in Gegenwart geringer Luft- oder Feuchtigkeitsmengen
zerfallen. Obwohl derart empfindliche Substanzen mit Vorteil verwendet werden können, sind sie aus verschiedenen Gründen
nicht bevorzugt. Beispielsweise muß besondere Sorgfalt aufgewendet werden, wenn das mit einem Katalysator versehene Monomere
in unpolymerisiertem Zustand über längere Zeiträume gehalten werden soll, falls die Beschleunigersubstanz außerun
ordentlich stabil ist. Darüber hinaus kann ein zu schnelles Freisetzen von Schwefeldioxyd während der Polymerisation eine Ausreißerreaktion bewirken, die ein nicht zufriedenstellendes Erzeugnis liefert. Eine Substanz, die Schwefeldioxyd nach und nach und mit einer kontrollierbaren Geschwindigkeit frei gibt, ist besonders bevorzugt. Kann das Freisetzen von Schwefeldioxyd durch äußerlich beeinflußbare Reaktionsbedingungen, wie beispielsweise die Temperatur oder den Druck, kontrolliert werden, so ist dies umso besser. Eine genauere Steuerung des Freisetzens von Schwefeldioxyd kann dann aufrechterhalten werden.
ordentlich stabil ist. Darüber hinaus kann ein zu schnelles Freisetzen von Schwefeldioxyd während der Polymerisation eine Ausreißerreaktion bewirken, die ein nicht zufriedenstellendes Erzeugnis liefert. Eine Substanz, die Schwefeldioxyd nach und nach und mit einer kontrollierbaren Geschwindigkeit frei gibt, ist besonders bevorzugt. Kann das Freisetzen von Schwefeldioxyd durch äußerlich beeinflußbare Reaktionsbedingungen, wie beispielsweise die Temperatur oder den Druck, kontrolliert werden, so ist dies umso besser. Eine genauere Steuerung des Freisetzens von Schwefeldioxyd kann dann aufrechterhalten werden.
Es können verschiedene Beschleunigersubstanzen erfindungsgemäß eingesetzt werden. Nicht jede Beschleunigersubstanz
ist jedoch in gleicher Weise geeignet für alle rolymerisationen mit freien Radikalen. Beispiele für geeignete Beschleunigersubstanzen,
die in Verbindung mit freie Radikale vermittelnden Katalysatoren verwendet werden können, stellen eine Anzahl anorganischer
Salze dar, die definierte Additionsverbindungen mit Schwefeldioxyd bilden. Die derart gebildeten Addukte entsprechen
typmäßig Hydraten und Ammoniaten, wobei die I^O-bzw.
NH.,-Gruppen durch SOp-Gruppen ersetzt zu denken sind. Regelmäßig
dissoziieren sie leicht bei Temperaturen zwischen etwa 0 und 50° C. Typische Additionsverbindungen sind NaI'
KI*4SO2, SrI2HSO2, BaI2*4S02, LiI'2S02, NaI*
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BaI2*2S02, LiI'SO2, AlCl5 0SO2, KSCN'S02, KSCN'1
EbSCN'1/2SO2, CsSCN'1/2SO2 und Ca(SCN)2'1/2SOg. Einen weiteren
Typ von Beschleunigersubstanz bilden die chemischen Verbindungen, bei denen Schwefel und Sauerstoff mit einem anderen
chemischen Bestandteil über chemische covalente Bindungen verbunden sind, und die bei einer Zerstörung dieser covalenten
Bindungen freies Schwefeldioxyd ergeben. Beispiele sind 2,5-Dihydrothiophen-1,1-dioxyd (3-SuIfölen), Tetrahydrotliiophen-1,1-dioxyd
(SuIf olan) , und andere Dien-sulf on-addukte,
wie Isoprensulfon, Hexadiensulfon und Zyklopentadiensulfon.
Einen weiteren Typ von Verbindungen, welche Schwefeldioxyd
freilassen, stellen die anorganischen Sulfite und Bisulfite, wie Natriumbisulfit, Ammoniumsulfit und Titaniumsulfit dar.
Einen dritten Typ von Beschleunigersubstanzen bilden diejenigen Stoffe, bei denen Schwefeldioxyd an einem Adsorbent, wie
beispielsweise einem Molekularsieh, adsorbiert sind. Beispiele für Molekularsiebe, welche als Adsorbentien verwendbar sind,
stellen diejenigen synthetischen, kristallinen Metall-aluminosilikate dar, die zu der Mineralklasse der Zeolite gehören.
Die synthetisierten Kristalle enthalten Hydratationswasser, was durch Erhitzen ausgetrieben werden kann. Schwefeldioxyd
kann dann in den vom Wasser befreiten Poren adsorbiert und darin so lange gehalten werden, bis es durch Erwärmung freigesetzt
wird.
Wie erwähnt, muß die Beschleunigersubstanz freien Schwefeldioxyd für die Reaktion mit dem Katalysator liefern,
wenn sie als wirksamer Beschleuniger dienen soll. Wie ebenfalls bereits angeführt, kann das Schwefeldioxyd durch Anwendung
von Wärme, Druckminderung oder durch eine chemische Substitutionsreaktion oder durch andere Mittel freigesetzt
werden. Die Menge an Beschleunigersubstanz wird durch die Menge an freiem Schwefeldioxyd bestimmt, die sie erzeugen kann.
Im allgemeinen kann die Menge an Schwefeldioxyd von einem sehr geringen Wert bis zu dem Zehnfachen der molekularequivalenten
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Menge an Katalysator variieren. Es können sogar noch größere Mengen an Schwefeldioxyd zugesetzt werden, doch werden durch
den Einsatz derart hoher Quantitäten keine besonderen Vorteile erzielt. Gewöhnlich wird eine Menge zwischen dem etwa 1/2 bis
etwa Fünffachen der molaren Menge an verwendetem Katalysator eingesetzt.
Um die größten Vorteile mit der Erfindung zu erzielen, d.h. um die Möglichkeit zu verwirklichen, eine katalysierte
und beschleunigte monomere Brühe in einem unpolymerisierten Zustand für eine beliebig lange Zeit zu halten und sie dann
schnell und leicht zu einem annehmbaren Erzeugnis zu polymerisieren, ist es wünschenswert, daß der Katalysator sich bei
Temperaturen in der Nähe der Lagerungstemperatur im wesentlichen nicht spontan zersetzt. Es ist weiter wünschenswert,
daß der Katalysator selbst durch die Polymerisationstemperaturen verhältnismäßig unbeeinflußt bleibt, jedoch leicht mit
Schwefeldioxyd reagiert, um bei der Polymerisationstemperatur freie Radikale zu ergeben. In einem IOlymerisationstemperaturbereich
von etwa -20 bis etwa 120 C stellen die organischen Hydroperoxyde besonders geeignete Katalysatoren für Vinylpolymerisationen
mit freien Radikalen dar, wenn sie mit einer geeigneten Beschleunigersubstanz kombiniert sind. Für die Verwendung
bei Acryl-Blockpolymerisationen mit einem Hydroperoxyd
als Katalysator sind als Beschleunigersubstanzen vor allem die
Dien-sulfon-addukte der nachfolgenden Formel bevorzugt:
R6 R2 R1
Il S0
Darin stellen R1 bis Rg jeweils ein Wasserstoffatom oder
eine Alkyl-, Aryl- oder Alkaryl-Gruppe dar, vorzugsweise mit
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BAD GHIGJNAl
bis zu 8 Kohlenstoffatomen. Bei einer Ausführungs£or© kann
eine Menge zwischen etwa 0.1 bis etwa 0,5 Milliaiol eines
organischen Hydroperoxyds pro Mol Monomeres und eine solche Menge Dien-sulfon-addukt einem Alkyl-methacrylat-Monomsren
zugesetzt werden, welche ausreicht, etwa das 2w&i£aohe der
Menge an Schwefeldioxyd au vermitteln, die dem Hydroparoxyd
molekular equivalent ist» Das erzeugte monomere Gemisch kann
langer als 16 Stunden lang boi jeder Temperatur Las eu 70 G
gelagert werden, ohne daß eine merkliche Polymerisation eintritt.
Füllstoffe, Fasern, Stabilisatoren, Farbstoffe, Pigmente
und andere nicht polymerisierbar Materialien können ebenfalls
zusammen lit clem Katalysator und der Besohleunigersubstanz
zugasetat werden. Falls erwünscht, kann das monomere
G-emiscIi in eine auf 90 bis 100u C gehaltene Form gegossen
weraen. Die Polymerisation geht glatt vonst-i ι. *;eu uml es ergibt
sich in weniger als 2 Stunden eine Scheibe vol mindestens
etwa 12.7 mm Stärke, Falls eine große Men^e ~i:ie^ p;ui.-3toi'fes
mit verhältnismäßig großer V/är'mekapazitat verwea..:-' ?;lr;';, beispielsweise
20 Vclumenproz3iit an anorganic Κ'.?ώ Μ.ί.-/:.^ν:.α1 beigtfügt
werden, dann kann die Polymerisatioi\ ize:.t .'-■ :·:.!>
f ijehn
Minuten oder weniger verkürzt werden.
Der Zuaats eines Füllstoffes, wie er /or:.τ-;::?:ι:d vorgeschlagen
ist, ist häufig mit einer Vorbehsiuilu;., ;?b .Füllstoffs mit einem Organosiian verbunden, das c'ie i'äi-iigire:i t hat,
an der Füllstoff oberfläche haften zu bleibe= Die ^e Silan'oehandiung
steigert die Dispcrsionsfähigkeic des t?"ili ?. ioix-eu und
bewirkt dadurch eine bessere Verteilung d^s F U. Ii 3 t rufe a la dem
Endprodukt« Das Silan kann aber auch unter dem Geai^litsrunkt
ausgewählt werden, eine gesteigert3 Haftung des siinnbs-ihandeiten
Füllstoffes an dem Monomrren ::u vermitteln, bowohl exnc
gesteiger'ce l?iiliatoffverteilung in der Matrix ai.3 =?■.-·ch eine
gesteigerte Füllstoffadhesion an dem Polymerisat kauft durch
die Verwendung eines Silanu der folgenden Formel erzielt werden:
BAD ORIGINAL
2 0 9 8 U Z1 2 1 E
"u-
Xa - Si - (En-Z)0
Darin stellt-X eine füllstoffreaktive Gruppe, wie beispielsweise
eine Halogen- oder Alkoxy-Gruppe dar, Y steht für eine nicht reaktive Gruppe, wie beispielsweise eine Hydrocarbyl-Gruppe,
Z ist eine Gruppe, die zu einer Interpolymerisation mit einem Vinylmonomeren fähig ist, beispielsweise eine Vinyl-,
Allyl- oder Methaoryloxy-Gruppe, und R stellt eine Alkylen-Gruppe
mit bis zu 20 Kohlenstoffatomen dar. Weiterhin bedeutet
η eine ganze Zahl von 0 bis 1, a eine ganze Zahl von 1 bis 5, b eine ganze Zahl von 0 bis 2, c eine ganze Zahl von
1 bis 3, wobei die Summe von a + b + c stets gleich 4 ist.
Die nachstehenden Beispiele dienen der näheren Erläuterung üer Erfindung anhand einiger geeigneter Beschieunigersubstanzen,
Polymerisatsysteme und Polymeriaationsbedingungen. Bei allen angegebenen Teilen handelt es sich um Gewichtsteile,
falls nichts anderes ausdrücklich angegeben ist.
32 Teilen Styrol und 16 Teilen Acrylnitril werden in einem Gefäß 2 Teile Gumolhyaroperoxyd, 8 Teile eines kristallinen
Zeolits, auf dem Schwefeldioxyd adsorbiert ist, und 100 Teile Wollastonit, der mit 0,25 Teilen 3-Trimethoxysilylpropylmethacryiat
voroehandelt worden ist, zugesetzt. Das Schwefeldioxyd liegt in einer solchen Menge auf üem Zeoliten vor, aaß
eine dem Hydroperoxyd molekular equivalente Menge bei Erwärmung
aes Monomeren auf lj0° C und. einem Halten desselben auf dieser
Temperatur während wenigstens 20 Minuten freigesetzt wird. Das monomere Gemisch wird 6 Stunden lang auf Raumtemperatur gehalten
und dann m zylindrische Formen gegossen, die auf 40 vorgewärmt sind. Die Pormtemperatur wird während einer Zeit-
2 0 9 8 1 k I 1 2 1 B
ßAD ORIGINA
dauer von 30 Minuten allmählich auf 65 0 erhöht, während
die Formen auf beheizten Walzen um ihre Längsachse gedreht werden. Nach 30 Minuten werden die die Gestalt von hohlen
Röhren aufweisenden Gußteile den Formen entnommen. Die Röhren sind von guter Qualität, hart, fest und frei von Narben,
Blasen, Rissen und merklichen Mengen an unreagiertem Monomeren.
52 Teilen Styrol und 49 Teilen Maleinsäureanhydrid werden in einem Gefäß 3 Teile Qumolhydroperoxyd, 3,25 Teile
Kaiiumthiooyanat-Schwefeldioxyd-Additionsverbindung (KSCN*SOp)
und 100 Teile eines Gemisches aus Mullit und Quarz zugesetzt,
wobei diese letztgenannten Stoffe mit 0,25 c/° 3-Trimethoxysilylpropyl-methacrylat
vorbehandelt worden sind. Das monomere Gemisch wird A Stunden lang in einem geschlossenen Gefäß auf
55° C gehalten und dann in Formen gegossen, die auf 75 G vorgewärmt
und in einem Abstand von etwa 6 mm voneinander angeordnet sind. Nach 25 Minuten werden die Formen geöffnet und
die Endprodukte entfernt. Diese sind glatt und fehlerfrei und enthalten keine merklichen Mengen an unpolymerisiertem Monomeren.
100 Teilen Methylmethacrylat werden 200 Teile eines Gemisches
von Wollastonit und Mullit zugesetzt, welche Stoffe mit 0,25 $ 3-Trimethoxysilylpropyl-methacrylat vorbehandelt
sind. Diesem Gemisch werden 7 Teile eines ungesättigten, vernetzenden Gummis (Hycar 1053), ferner 1 Teil Gumolhydroperoxyd
und 3 Teile 2,5-Dihydro-thiophen-1,1-dioxyd (Butadien-sulfonaddukt)
zugesetzt. Das Gemisch wird 16 Stunden lang auf 40° 0 gehalten und dann in eine auf 90° C vorgewärmte Form für Scheiben
von etwa 6 mm Stärke gegossen. Nach einer Polymerisations-r
20 98 14/1 215
zeit von 20 Minuten wird die Form geöffnet und das Enderzeugnis entnommen. Die Scheibe ist glatt, starr und von ausgezeichnetem
Aussehen, d.h. frei von Narben, Blasen, Rissen und merklichen Mengen an unreagiertem Monomeren.
Es wird vorgegangen, wie in Beispiel 3 beschrieben, mit der Ausnahme, daß kein anorganisches Material und kein
Gummipolymerisat verwendet wird und das Monomere in eine Form für Scheiben mit einer Stärke von etwa 1,6 mm gegossen wird.
Nach einer Polymerisationszeit von 20 Minuten wird die Form geöffnet und ihr eine klare, fehlerfreie Scheibe Polymethylmethacrylat
entnommen. Diese Scheibe weist physikalische, mechanische und chemische Charakteristika auf, welche in jeder
Hinsicht mit denen der besten Polymethylmethacrylat-Scheiben vergleichbar sind, die auf herkömmliche Weise mit einer Polymerisationszeit
von 12 bis 20 Stunden hergestellt werden.
2 0 9 8 1 4 / 1 2 1 B
BAD
Claims (16)
1. Verfahren' zur Polymerisation äthyleniseh ungesättigter Monomere
mit Hilfe freier Radikale, dadurch gekennzeichnet, daß
a) ein äthylenisch ungesättigtes Monomeres, welches zu
einer Polymerisation durch freie Radikale fähig ist, ein Polymerisationskatalysator, der sich zur Bildung freier
Radikale zersetzen kann, und eine Beschleunigersubstanz, welche sich zur Bildung freien Schwefeldioxyds zersetzen
kann, miteinander vermischt werden,
b) Schwefeldioxyd von der besagten Beschleunigersubstanz
freigesetzt und dadurch die Bildung freier Radikale vom besagten Polymerisationskatalysator beschleunigt wird, und
c) das äthylenisch ungesättigte Monomere in Gegenwart der
freien Radikale polymerisiert -wird.
2· Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekeimzeichnet, daß von
einem Aeryl-Monomeren ausgegangen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Alkyl-methacrylat als Monomeres verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß als Katalysator eine Substanz verwendet wird, die in Abwesenheit von freiem Schwefeldioxyd im wesentlichen
inaktiv ist.
5· Verfahren nach Anspruch 4> dadurch gekennzeichnet, daß als
Katalysator ein organisches Hydroperoxyd verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß als Beschleunigersubstanz ein Molekularsieb verwendet wird, auf dem Sehwefelaioxyd adsorbiert ist,
2098H/121S
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß als Beschleunigersubstanz eine Additionsverbinaung zwischen einem anorganischen Salz und Schwefeldioxyd verwendet
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als
Beschleunigersubstanz Kaliumisothiocyanat-Schwefeldioxyd-Additionsverbindung
verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch geKennzeichnet,
daß als Beschleunigersubstanz eine chemische Verbindung verwendet wird, bei der mindestens eine Schwefelciioxyd-Gruppe
über chemisch covalente Bindungen in dem Molekül gebunden ist.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Beschleunigersubstanz Dien-sulfon-addukt der allgemeinen Formel
\ Ε2χ .R1
SO2
"D TD "D
R6 R4 R5
verwendet wird, in welcher R.. bis Rg jeweils ein Wasserstoffatom
oder eine AlkyJr·, Aryl- oder Alkaryl-Gruppe darstellen.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
Beschleunigersubstanz 3-Sulfolen verwendet wird.
12. Verfahren nach Anspruch 1 ind Verbindung mit Anspruch ;>, b
und 10, dadurch gekennzeichnet daß
a) ein Alkyi-methacrylat, ein organisches Hydroperoxyd und
ein Dien-sulfon der allgemeinen Formel
BADOR,G,NAL
Ri
G--C
>°2 Ο·
R6 R4
worin R/ bis Rg jeweils ein Wasserstoffatom oder eine Alkyl-,
Aryl- oder Alkaryl-Gruppe mit bis zu 8.Kohlenstoff-,
atomen je Molekül darstellen, miteinander vermischt werden,
b) Schwefeldioxyd aus dem besagten Dien-sulfon-addukt freigesetzt
und damit die Bildung freier Radikale aus dem organischen Hydroperoxyd beschleunigt wird, und
c) das besagte Alkyl-methacrylat in Gegenwart der freien
Radikale polymerisiert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reste R. bis Rg jeweils ein Wasserstoffatom darstellen.
14. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Polymerisation des besagten äthylenisch ungesättigten Monomeren als Blockpolymerisation durchgeführt
wird.
15. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß dem Monomer/Katalysator/Beschleuniger-Gemisch
vor Beginn der Polymerisation ein nicht polymerisierbarer
Füllstoff zugesetzt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Füllstoff mit einem Organosilan vorbehandelt wird, um eine
gesteigerte Füllstoffdispersion in dem Polymerisat und eine
größere Füllstoffadhesion an das Polymerisat zu erzielen.
2 0981 U 1215
- BAD
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