DE1456082C - Amphibienflugzeug - Google Patents
AmphibienflugzeugInfo
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Description
Zweckmäßig werden die Stützschwimmer in an sich bekannter Weise stromlinienförmig ausgebildet.
Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Amphibienflugzeuges ist in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigt F i g. 1 eine Draufsicht,
F i g. 2 eine Vorderansicht in der Schwimmruhelage,
F i g. 3 eine Seitenansicht in der Schwimmruhelage und ίο
F i g. 4 eine Seitenansicht in der Startlage unmittelbar vor dem Abwassern.
Wie die F i g. 1 bis 4 zeigen, sind die Seitenleitwerke 1 mittels der in die Leitwerksfunktion einbezogenen
Stiele 8 mit den Tragflächen 3 verbunden. Der Abstand 2 der beiden Seitenleitwerke 1 entspricht
etwa dem bei Landflugzeugen üblichen Fahrwerksabstand. Oben tragen die Seitenleitwerke 1 das
Höhenleitwerk 4. Der untere Teil der Seitenleitwerke 1 ist abgedichtet und abgeschottet. Da sie
bei Schwimmlage des Amphibienflugzeuges etwa bis zur Tiefe der Kiellinie des Schwimmrumpfes 9 in das
Wasser eintauchen, wirkt der untere Teil la des Seitenleitwerkes 1 als Stützschwimmer.
Es ist ohne weiteres einzusehen, daß bei einem derartigen Seitenleitwerk, das gleichzeitig die Funktion
des Stützschwimmers la ausübt, indem es je nach Beladung und Lage bzw. Geschwindigkeit des
Amphibienflugzeuges beim An- und Abwassern mehr oder weniger tief in das Wasser eintaucht und dabei
einen sich stetig mit der Eintauchtiefe ändernden hydrostatischen Auftrieb hat, ein Überspülen nicht
auftreten kann.
Wegen des kleinen und sich mit der Eintauchtiefe nur unwesentlich und dazu noch stetig ändernden
Querschnittes des unteren Teils des Seitenleitwerkes 1 kann sich der Wellengang praktisch nicht schädlich
auswirken.
Aus dem gleichen Grunde genügen kleine Kräfte und entsprechend kleine Ruderausschläge, um das
Amphibienflugzeug in die Anstellage zu bringen. Es kommt daher in seinen Eigenschaften beim Abwassern
den Eigenschaften von Landflugzeugen nahe. Die Form des Seitenleitwerkes wirkt sich im gleichen
Sinne aus und macht das Amphibienflugzeug darüber hinaus kentersicherer.
Hat das Seitenleitwerk einen kleinen Querschnitt oder soll aus anderen Gründen die erforderliche Eintauchtiefe
vermindert werden, so kann das Seitenleitwerk an seiner Unterseite mit einem Schwimmkörper
5 abgeschlossen werden. Wird er als rotationssymmetrischer Stromlinienkörper ausgebildet, so
bleiben die sich aus der Verwendung des Seitenleitwerkes als Stützschwimmer ergebenden Vorteile
erhalten. In die aus den unteren Teilen la der Seitenleitwerke 1 mit den Schwimmkörpern 5 bestehenden
Stützschwimmer la ist je ein Radfahrwerk 6 eingebaut.
Durch das Zusammenwirken des Schwimmrumpfes 9 mit dem als Stützschwimmer 1 α wirkenden
Seitenleitwerk entsteht ein dreipunktförmiges Schwimmsystem mit genügend weit auseinanderliegenden
abstützenden Schwimmflächen. Dadurch ist eine große Stabilität in der Schwimmruhelage sowie
beim An- und Abwassern gegeben.
Der aus den statisch und dynamisch bedingten Auftriebskräften resultierende Auftriebsmittelpunkt
des Schwimmrumpfes 9 liegt somit vor den aus den nur statisch bedingten Kräften resultierenden Auftriebsmittelpunkten
der Seitenleitwerke 1.
Durch die Ausbildung und Zuordnung der Teile des gesamten Schwimmsystems entsteht die Möglichkeit,
trotz großer Stabilität um die Längs- und Querachse das Flugzeug leicht start- und landegerecht zu
steuern, weil der Anstellwinkel des Flügels bereits durch relativ geringe Höhenruderkräfte zu verändern
ist.
In der Ruhelage ist das Moment, das sich aus den Auftriebskräften des Schwimmrumpfes und dem Abstand
des daraus resultierenden Auftriebsmittelpunktes von dem Flugzeugschwerpunkt ergibt, gleich
dem Moment, das sich aus der Auftriebskraft des Seitenleitwerkes und dem Abstand des diesbezüglichen
Auftriebsmittelpunktes von dem Schwerpunkt 5 ergibt. Bei Störungen der Gleichgewichtslage
durch Wellen, Böen u. a. würden durch die Veränderung der Eintauchtiefe des Leitwerkes und
Schwimmrumpfes bzw. durch den geänderten Eintauchwinkel der Flugzeuglängsachse rückführende
Momente in die Normallage ausgelöst werden. Sobald das Amphibienflugzeug jedoch beim Start in Bewegung
kommt, hebt sich der Bug des Schwimmerrumpfes bei zunehmender Geschwindigkeit unter
dem Einfluß der dann zusätzlich zu den statischen Kräften an den Aufgleitflächen auftretenden hydrodynamischen
Kräfte bei gleichbleibenden Auftriebsverhältnissen in dem Leitwerksbereich immer mehr
und vergrößert damit gleichzeitig auch den Anstellwinkel des Flügels. Diese ohne Betätigung des
Höhenruders schon kurz nach dem Startbeginn erfolgende startgerechte Anstellwinkeländerung beim
Abwassern erfolgt bei dem Amphibienflugzeug also automatisch.
Durch die selbsttätige Anstellung des Flügels bereits zu Beginn des Startes wird ferner erreicht, daß
auch die Luftkräfte schon bei verhältnismäßig kleiner Geschwindigkeit wirksam werden. In weiterem Verlaufe
des Startes wandert der aus den statischen und dynamischen Kräften resultierende Auftriebsmittelpunkt
des Schwimmrumpfes mit zunehmender Anstellung des Flügels in Richtung auf den Gesamtschwerpunkt
S bzw. des Amphibienflugzeuges zu. Durch die dadurch auch kürzer werdende Entfernung
des Auftriebsmittelpunktes vom Schwerpunkt wird auch das Moment aus dieser Entfernung und den resultierenden
Kräften geringer. Das Leitwerksmoment überwiegt dann und erzeugt ein rückdrehendes
Moment, das dem stärkeren Aufbäumen des Flugzeuges entgegenwirkt. Gleichzeitig wird durch das
Wandern des Auftriebsmittelpunktes des Schwimmrumpfes zum Schwerpunkt hin und das Wachsen der
aerodynamischen Auftriebskräfte des Flügels das Gesamtfluggewicht anteilig mehr und mehr von
Rumpf und Flügel und immer weniger von den hydrostatisch bedingten Kräften des Seitenleitwerkes
getragen. Dadurch taucht auch das Seitenleitwerk so weit auf, bis das neue Leitwerksmoment dann etwa
dem neuen Rumpfflügelmoment entspricht. Somit entsteht schließlich, durch die Konstruktionsdaten
(Gewicht und Abstand sowie Größe der Flugzeugteile) bedingt, etwa bei der erforderlichen Startgeschwindigkeit
durch das Zusammenwirken der Rumpf- und Leitwerksmomente eine neue Gleichgewichtslage,
bei der das Flugzeug in angehobener und angestellter Lage auf dem Wasser gleitet. Nunmehr
kann der Flugzeugführer, falls das Flugzeug in
5 6
sich (ohne weitere Veränderung der Anstellwinkel- Rumpfteile ist auch ohne breit ausladendes und stark
lage) steigend nicht schnell genug abhebt, das Ab- gekieltes Rumpfboot eine genügende Längs-, Querheben
durch Höhenruderbetätigung veranlassen. Da- und Richtungsstabilität gewährleistet. Das läßt
bei wird durch die Abwärtskräfte des Höhenruders 4 Schwimmrumpfformen zu, die sich der Form von
das Seitenleitwerk wieder etwas tiefer als in der in 5 Landflugzeugen nähern. Dazu kommt die leichte
F i g. 4 gezeigten Lage in das Wasser eintauchen und Manövrierbarkeit um die Hochachse des Flugzeuges
somit den Anstellwinkel des Flügels so weit ver- auch im Wasser durch die mit in das Wasser eingrößern,
daß sich das Flugzeug zusätzlich auf seinem tauchenden Seitenruderteile, die bei entgegen-Schwimmrumpfende
abstützen und abwassern kann. gesetztem Auschschlag auch als Bremsen dienen Die zur Veränderung der Eintauchtiefe des Seiten- io können.
leitwerkes erforderlichen Höhenruderkräfte brauchen Die oben bezüglich der Startvorgänge erläuterten
nur relativ klein zu sein, da zur Veränderung der Wirkungszusammenhänge gelten sinngemäß in umEintauchtiefe
nicht soviel Wasserverdrängungs- gekehrter Folge auch bei der Landung. Das Flugzeug
änderungen erforderlich sind wie bei den bekannten taucht zuerst mit dem Stützschwimmer 1 α in das
Schwimmeranordnungen. 15 Wasser ein, unterschneidet mit diesem die Wasser-
Die geringeren erforderlichen Höhenruderkräfte linie und berührt erst dann mit den Rumpfteilen die
sind aber auch mit kleineren Höhenrudern etwa wie Wasserfläche. Beim Ausgleiten senkt sich der Bug
bei Landflugzeugen und somit auch mit geringerem des Schwimmerrumpfes 9 allmählich zur stabilen
schädlichem Widerstand zu erreichen. Schwimmlage ab. Bei dem gesamten Landevorgang
Die sowohl durch das funktioneile Zusammen- 20 wirken die Seitenruderteile als gute Führung zur
wirken von statischen und dynamischen Rumpf- und Verhinderung eines Ausbrechens des Flugzeuges.
Leitwerkskräften selbsttätig und startgerecht er- Für den Start- und Landevorgang auf Landflächen
folgende Veränderung des Anstellwinkels als auch wird nur ein schwenkbares, einfahrbares Bugrad be-
die leichte Veränderung des Anstellwinkels durch nötigt. In F i g. 4 ist das schwenkbare Fahrwerk 7
Steuerungsimpulse zu Abhebezwecken in Verbindung 25 gestrichelt angedeutet.
mit der Ausbildung des Schwimmbereiches des Die in dem Seitenleitwerk untergebrachten Rad-Seitenleitwerkes
lassen auch widerstandsgünstigere werke 6 brauchen keinerlei besondere Verkleidung.
Formen und Querschnitte des Rumpfes und völligen Außerdem erübrigen sich gesonderte Kraft auf-
oder teilweisen Fortfall der Schwimmrumpfstufe zu. nehmende und weiterleitende Befestigungselemente
Infolge der breit und nach hinten gestaffelten ab- 30 für die start- und landegerechte Placierung der
stützenden Schwimmerflächen der Leitwerk- und Landeräder.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
1 2
Schließlich ist es durch die britische Patentschrift
Patentansprüche: 535 129 bekannt, innerhalb des Schwimmrumpfes
und der Stützschwimmer Fahrwerke mit heraus- : 1. Amphibienflugzeug mit Schwimmrumpf und klappbaren Rädern unterzubringen.
je einem auf jeder Seite hinter dem Schwimm- 5 Ein Nachteil der bekannten Amphibienflugzeuge
rumpf angeordneten Stützschwimmer, die bis besteht darin, daß Form und Anordnung der Stützetwa
zur Tiefe der Kiellinie des Schwimmrumpfes schwimmer weniger günstige Eigenschaften insbein
das Wasser eintauchen und die als nicht sondere beim An- und Abwassern ergeben, sie erdynamischen
Auftrieb erzeugende Schwimm- fordern deshalb fliegerische Geschicklichkeit, um den
körper ausgeführt sind, dadurch gekenn- io Gefahren des Kenterns beim An- und Abwassern zu
zeichnet, daß jeder Stützschwimmer (la) als begegnen. Diese Gefahr entsteht bei den bekannten,
Teil einer sich von oben und unten durchgehend nach Art von Überwasserschiiien gebauten Stützerstreckenden
Flosse eines Seitenleitwerkes (1) schwimmern durch Überspülung eines der beiden
ausgebildet ist, welche Flossen über je einen Schwimmer, womit bei Wellengang stets gerechnet
Stiel (8) mit der Tragfläche (3) "verbunden sind. 15 werden muß. Wird nämlich einer der beiden
2. Amphibienflugzeug nach Anspruch 1, da- Schwimmer überspült, so sind vergrößerte Kräfte
durch gekennzeichnet, daß die Stützschwimmer bzw. längere Zeiten für das Anheben des Stütz-
(Ia) in ihrem unteren Teil in an sich bekannter Schwimmers nötig. Dadurch gelangt das Flugzeug in
Weise stromlinienförmig ausgeführt sind. eine Schräglage, der eine Stützschwimmer bleibt des-
3. Amphibienflugzeug nach Anspruch 1 und 2, 20 halb überspült, während der andere abhebt. Dieses
dadurch gekennzeichnet, daß in an sich bekannter Überspülen eines der beiden Stützschwimmer führt
Weise in jeden Stützschwimmer (1 a) ein Rad- leicht zu einer Katastrophe, indem ein nicht mehr
fahrwerk (6) eingebaut ist. beherrschbares Hängen und Drehen des Flugzeuges,
4. Amphibienflugzeug nach Anspruch 1 bis 3, . unter Umständen sogar ein Unterschneider der
dadurch gekennzeichnet, daß in an sich bekannter 25 Wasseroberfläche durch den Rumpfbug eintritt. Um
Weise die Seitenleitwerksflossen als Träger des das gefährliche Überspülen zu verhindern, ist man
Höhenleitwerkes (4) dienen. dazu übergegangen, die Stützschwimmer derart zu
überdimensionieren, daß ein Überspülen zumindest
bis zu einem Wellengang bestimmter Höhe nicht ein-
30 treten kann.
Ein Nachteil der bekannten, nach Art von Über-
Die Erfindung betrifft ein Amphibienflugzeug mit wasserschiffen gebauten Stützschwimmer liegt darin,
Schwimmrumpf und je einem auf jeder Seite hinter daß ihrer Form entsprechende große Kräfte notdem
Schwimmrumpf angeordneten Stützschwimmer, wendig sind, um das Amphibienflugzeug beim Abdie
bis etwa.zur Tiefe der Kiellinie des Schwimm- 35 wassern in die Anstellage zu bringen. Die Kräfte
rumpfes in das Wasser eintauchen und die als nicht können aber nur mit großen Ruderausschlägen und
dynamischen Auftrieb erzeugende Schwimmkörper verhältnismäßig hohen Geschwindigkeiten beim Abausgeführt
sind. wassern erreicht werden. Auch hierin liegt ein Grund
Amphibienflugzeuge stellen Flugzeuge dar, die so- für die Schwierigkeiten beim Fliegen der bekannten
wohl auf dem Lande starten und landen können als 40 Amphibienflugzeuge.
auch auf dem Wasser an- und abzuwassern ver- Neben diesen Nachteilen der bekannten Stützmögen.
In der Schwimmlage wird ihr Gewicht im schwimmer treten insbesondere bei den überwesentlichen
durch den Auftrieb des Schwimm- dimensionierten, aber auch schon bei kleineren Stützrumpfes
getragen. Die zu beiden Seiten des Schwimm- schwimmern selbst bei schwachem Wellengang errumpfes
angebrachten Stützschwimmer dienen als 45 hebliche Stöße auf das Schwimmerwerk auf, die eine
Abstützpunkte und sind zur Erzielung der not- entsprechend schwere und voluminöse Konstruktion
wendigen Stabilitäts- und Gleichgewichtsverhältnisse der Befestigungselemente bedingen,
in der Schwimmlage und beim An- und Abwassern Ferner weisen die bekannten Schwimmer schäd-
erforderlich. Sie erfüllen ihren Zweck jedoch nur Hche hydrodynamische und aerodynamische Widerdann,
wenn ihr gegenseitiger Abstand und ihr Auf- 50 stände sowohl der Schwimmkörper als auch ihrer
trieb ausreichend groß sind. zum Teil im freien Luftstrom liegenden Befestigungs-
Es ist bekannt, die Stützschwimmer unterhalb der elemente auf.
Tragflächen anzuordnen und sie entweder an den Zu den genannten Nachteilen, die auch den be-
Tragflächen oder auch am Schwimmrumpf anzu- kannten Wasserflugzeugen anhaften, kommt bei
bringen. Durch die französische Patentschrift 450 486 55 Amphibienflugzeugen noch die Belastung durch den
ist es bekannt, bei Wasserflugzeugen mit den ein- Bauaufwand und das Gewicht der Fahrwerkteile
gangs genannten Merkmalen drei Schwimmer in hinzu.
Dreiecksanordnung vorzusehen, wobei die beiden Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die
seitlichen, als Stützschwimmer dienenden hinter dem aerodynamischen sowie die hydrodynamischen und
vorderen Schwimmer liegen. 60 hydrostatischen Eigenschaften zu verbessern. Er-
Durch die ein Wasserflugzeug in Doppeldecker-' findungsgemäß werden die Nachteile der bekannten
form betrelfende USA.-Patentschrift 1 246 010 ist es Amphibienflugzeuge mit Schwimmrumpf und je
bekannt, die Stützschwimmer unterhalb der zwischen einem auf jeder Seite hinter dem Schwimmrumpf anden
übereinanderliegenden Enden der Tragflächen geordneten Stützschwimmer dadurch vermieden, daß
angebrachten Seitenleitwerke anzuordnen. Anderer- 65 jeder Stützschwimmer als Teil einer sich von oben
seits ist es durch die USA.-Patentschrift 2 316 885 und unten durchgehend erstreckenden Flosse eines
bekannt, bei einem schwanzlosen . Landflugzeug Seitenleitwerkes ausgebildet ist; welche Flossen über
Seitenleitwerke /u Fahrgestellzwecken zu benutzen. je einen Stiel mit der Tragfläche verbunden sind.
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