DE1205432B - Anlage zur elektrischen Zuendung von Explosivladungen - Google Patents
Anlage zur elektrischen Zuendung von ExplosivladungenInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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- F23Q3/00—Igniters using electrically-produced sparks
- F23Q3/002—Igniters using electrically-produced sparks using piezoelectric elements
-
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
C 06 c
Deutschem.: 78 e-3/05
Nummer: 1 205 432
Aktenzeichen: F 33895 VIII b/78 e
Anmeldetag: 10. Mai 1961
Auslegetag: 18. November 1965
Die Erfindung betrifft eine Anlage zur elektrischen Zündung von Explosivladungen, bei der ein piezoelektrischer Körper zur Aufladung eines mit dem
Zünder verbundenen Kondensators verwendet wird.
Bekanntlich besteht der piezoelektrische Effekt in dem Auftreten einer Spannung bzw. Potentialdifferenz
zwischen den entgegengesetzten Flächen von gewissen Kristallen wie Quarz, sobald diese einer mechanischen
Deformation, z. B. einer Kompression, unterworfen werden. Es entstehen also an den Flächen
eines piezoelektrischen Körpers, auf den eine mechanische Belastung einwirkt, in der Weise elektrische
Ladungen, daß der Kristall dann einem geladenen Kondensator vergleichbar ist. Der piezoelektrische
Effekt ist reversibel, d. h. daß die elektrischen Ladüngen an den Kristallflächen verschwinden, sobald
die mechanische Belastung nicht mehr einwirkt.
Es sind Vorrichtungen zur Zündung von Explosivladungen bekannt, die den piezoelektrischen Effekt
als Energiequelle, z. B. zum Aufladen eines klassischen elektrischen Kondensators, ausnutzen. Bei
solchen Vorrichtungen wird der piezoelektrische Kristall in einen Stromkreis, z. B. in die Aufladungsleitung eines Kondensators, eingeschaltet. Wegen der
Reversibilität des Effekts ist es jedoch nicht möglich, die vom Kristall erzeugten und gewonnenen Ladungen
zu speichern, wenn man nicht besondere Maßnahmen vor Aufhebung der mechanischen Einwirkung anwendet.
Hierfür gibt es Vorrichtungen, welche eine Trennung der Verbindung zum Kondensator vor Aufhebung
der mechanischen Einwirkung bewirken. Man verwendet auch Einrichtungen mit Gleichrichtern,
d. h. einen Anschluß mit einer Einwegleitung, bei der die vom piezoelektrischen Kristall erzeugten Ladungen
nur in der Richtung abgeleitet werden, die zu einer Potentialerhöhung des Kondensators führt.
Es ist auch eine Zündanlage bekannt, bei der die am piezoelektrischen Körper durch den Geschoßaufprall
entstehende Ladung ohne Zwischenschaltung eines Kondensators oder Unterbrechers unmittelbar
dem Sprengkörper zugeführt wird. Hierbei konnte man durch eine den Aufprall dämpfende Feder eine
geringfügige Verzögerung der Ladungserzeugung erzielen.
Infolge der Notwendigkeit eines Unterbrechersystems bzw. einer Gleichrichtereinrichtung haben die
bekannten, mit piezoelektrischen Kristallen arbeitenden Vorrichtungen einen ziemlich komplizierten und
kostspieligen Aufbau. Sie haben einen mehr oder weniger großen Raumbedarf und sind im Betrieb
empfindlich. Durch diese Nachteile ist ihre Gebrauchsfähigkeit
beschränkt.
Anlage zur elektrischen Zündung von
Explosivladungen
Explosivladungen
Anmelder:
Fabrique Nationale d'Armes de Guerre,
Societe Anonyme Herstal lez Liege, Brüssel
Vertreter:
Dr. G. W. Lotterhos
und Dr.-Ing. H. W. Lotterhos, Patentanwälte,
Frankfurt/M., Annastr. 19
Als Erfinder benannt:
Rene M. J. Chavee, Genck (Belgien)
Beanspruchte Priorität:
Belgien vom 9. August 1960 (593 944)
Die Erfindung bezweckt, die vom piezoelektrischen Körper erzeugte Ladung durch Unterbrechung des
angeschlossenen Kondensatorstromkreises zu speichern, um sie zu einem gegebenen Zeitpunkt zur Zündung
zu verwenden. Gegenstand der Erfindung ist eine Anlage zur elektrischen Zündung von Explosivladungen,
bei der ein piezoelektrischer Körper zur Aufladung eines mit dem Zünder verbundenen Kondensators
verwendet ist, welche dadurch gekennzeichnet ist, daß die Belastungsmittel für den piezoelektrischen
Körper so angeordnet und ausgebildet sind, daß der piezoelektrische Körper nach Ladungsabgabe an den Kondensator durch die Belastungsmittel
zertrümmert wird und hierbei den Kondensatorstromkreis unterbricht, wobei der Kondensator,
in dessen Stromkreis zum Zünder ein Auslöseschalter vorgesehen ist, zur späteren Stromabgabe an den
Zünder geladen bleibt.
Das wesentliche Merkmal der Erfindung ist darin zu sehen, daß der Unterbrecher aus dem ladungserzeugenden
piezoelektrischen Körper, beispielsweise Bariumtitanat, selbst besteht und durch mechanische
oder sonstige Mittel einer mechanischen Belastung ausgesetzt wird, welche die mechanische Bruchfestigkeitsgrenze
des Körpers übersteigt. Der piezoelektrische Körper ist mit seinen Flächen über elektrische
Leiter mit den Klemmen eines Apparates, z. B. eines Kondensators, verbunden, der die vom Kristall erzeugten
Ladungen speichert. Bei der seine Bruchfestigkeitsgrenze überschreitenden Belastung wird der
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piezoelektrische Körper zertrümmert. Hierbei verliert er seine ursprünglichen elektrischen Eigenschaften
und verwandelt sich in einen isolierenden, in den Stromkreis eingeschalteten Unterbrecher.
Weitere Einzelheiten werden an Hand der Zeichnung beschrieben, welche ein Ausführungsbeispiel
zeigt.
Gemäß der Zeichnung ist ein kleiner Zylinder 3 aus piezoelektrischem Stoff mit seinen Stirnflächen
zwischen zwei polaren Kontaktscheiben 4 und 5 angeordnet, die ihrerseits über die Leiter 4 α und 5 a mit
dem Kondensator 6 verbunden sind'. Der Piezoelektrische Zylinder 3 ist in eine entsprechende Bohrung
des Teiles 2 eingesetzt, welches eine innere Schulter 2 α aufweist. Die polare Kontaktscheibe 5 wird
von einer nicht gezeigten Unterlage getragen. Wenn der Hammer 1 eine Kompressionskraft auf die polare
Kontaktscheibe 4 ausübt, wird der Zylinder 3 der gleichen mechanischen Druckwirkung ausgesetzt, wodurch
elektrische Ladungen erzeugt und dem Kondensator 6 zugeleitet werden. Sobald die Druckwirkung
des Hammers 1 die Druckfestigkeit des Zylinders 3 überschreitet, bricht dieser auseinander und
wirkt unter Verlust seiner bisherigen elektrischen Eigenschaften als Isolierkörper bzw. Unterbrecher.
Hierdurch wird die Leitung zum Kondensator 6 in der Weise unterbrochen, daß dieser geladen bleibt.
Der Kondensator kann dann durch Schließen des Schalters 7 auf einen Sprengzünder 8 entladen werden.
Die Bewegung des Hammers 1 wird angehalten, sobald die polare Kontaktscheibe 4 auf der Schulter
2 α des Teiles 2 aufliegt. Teil 2 besteht aus isolierendem Material. Auf diese Weise wird verhindert,
daß der Kondensator 6 kurzgeschlossen werden kann.
Die Erfindung ist nicht auf die vorstehende sehematische
Beschreibung beschränkt. Es sind vielmehr die verschiedensten Abwandlungen bzw. Anpassungen
gemäß den jeweils vorgesehenen Anwendungsfällen möglich. So kann z. B. die mechanische Kraft
einwirkung sowohl mittels eines Hammers als auch mittels irgendwelcher anderer mechanischer Mittel
erfolgen, die durch bekannte Vorrichtungen betätigt werden. Die Begrenzung der Hammerbewegung kann
durch irgendeinen Anschlag, einen Isolierring oder ein anderes Mittel erfolgen, welches befähigt ist, einen
Kurzschluß zu verhindern.
Claims (3)
1. Anlage zur elektrischen Zündung von Explosivladungen, bei der ein piezoelektrischer Körper
zur Aufladung eines mit dem Zünder verbundenen Kondensators verwendet ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die Belastungsmittel
für den piezoelektrischen Körper so angeordnet und ausgebildet sind, daß der piezoelektrische
Körper nach Ladungsabgabe an den Kondensator durch die Belastungsmittel zertrümmert wird und
hierbei den Kondensatorstromkreis unterbricht, wobei der Kondensator, in dessen Stromkreis zum
Zünder ein Auslöseschalter vorgesehen ist, zur späteren Stromabgabe an den Zünder geladen
bleibt.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als mechanisches Belastungsmittel
ein Hammer (1) vorgesehen ist, der auf den piezoelektrischen Körper (3) aufschlägt und ihn auf
einer Unterlage (5) zertrümmert.
3. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlagbewegung des Hammers
durch einen isolierenden Anschlag in der Weise begrenzt ist, daß eine Berührung des Hammers (1)
mit der elektrisch leitenden Unterlage (5) des Kristalls verhindert wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Belgische Patentschriften Nr. 595 288, 596 613;
USA.-Patentschrift Nr. 2 894 457.
Belgische Patentschriften Nr. 595 288, 596 613;
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Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
509 738/132 11.65 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
FR861097A FR1288657A (fr) | 1961-05-08 | 1961-05-08 | Interrupteur pour circuit électrique |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE1205432B true DE1205432B (de) | 1965-11-18 |
Family
ID=8754687
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
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Country Status (2)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE1205432B (de) |
FR (1) | FR1288657A (de) |
Citations (3)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
US2894457A (en) * | 1955-03-18 | 1959-07-14 | Magnavox Co | Detonation delay device |
BE595288A (fr) * | 1959-11-02 | 1961-01-16 | Energa | Fusée. |
BE596613A (fr) * | 1959-11-06 | 1961-02-15 | Rheinmetall Gmbh | Dispositif électrique d'amorçage de projectiles. |
-
1961
- 1961-05-08 FR FR861097A patent/FR1288657A/fr not_active Expired
- 1961-05-10 DE DEF33895A patent/DE1205432B/de active Pending
Patent Citations (3)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
FR1288657A (fr) | 1962-03-24 |
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