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Verfahren zur Herstellung von Monoäthem von 17-sauerstoffbaltigen
3-Hydroxyöstra-1,3,5-trienen Im Hauptpatent 1 157 610 ist ein Verfahren zur
Herstellung neuer Derivate von östrogenen Hormonen beschrieben; insbesondere werden
Pentyläther von 3-Hydroxy-östra-1,3,5-trienen beschrieben, die eine überlegene östrogene
Wirkung im Vergleich mit den entsprechenden Phenolen nachweisen.
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Es wurde nun gefunden, daß man unter den im Hauptpatent beschriebenen
Bedingungen neue Äther von 3-Hydroxy-östra-1,3,5-trienen erhält, die eine höhere
Wirkung als die entsprechenden freien Hydroxysteroide besitzen.
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Die neuen hierbei herstellbaren Verbindungen, sind durch die folgende
allgemeine Formel gekennzeichnet:
in der X eine
worin R ein 1 bis 3 Kohlenstoffatome enthaltender Alkylrest ist, und
Y Wasserstoff oder, wenn X eine
ist, auch eine Hydroxylgruppe darstellt.
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Die neuen Ccylopentyläther werden nach dem Verfahren des Hauptpatents
hergestellt, indem man das entsprechende 3-Hydroxy-östratrien oder sein Natrium-
bzw. Kaliumsalz mit einem Cyclopentylhalogenid in Gegenwart eines Kondensationsmittels
umsetzt. Als Kondensationsmittel kann man ein Alkalihydroxyd, -carbonat oder -alkoholat
vorteilhaft verwenden.
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Die überlegene östro#ene Wirkung der erfindungsgemäß herstellbaren
Ather im Vergleich zu den entsprechenden Hydroxysteroiden wurde nach der bekannten
Methode von R u b i n (Endocrinology, Bd. 49, 195 1, S. 429) nachgewiesen,
die aus der Bestimmung der Fähigkeit eines östrogenen Stoffs, das Wachstum und die
Proliferation des Uterus von weiblichen, unreifen Mäusen zu bewirken, besteht. Dabei
wurden 20 bis 23 Tage alte Tiere von etwa 10 g
verwendet. Die in Sesamöl
gelösten Verbindungen wurden bei verschiedenen Dosierungen einmal täglich
3 Tage nacheinander per os verabreicht. Dann wurden die Tiere geopfert und
das Gewicht des Uterus der behandelten und unbehandelten Tiere auf einer Drehwaage
bestimmt. Das Zunehmen des Gewichtes des Uterus wird als Index der uterotrophischen
Wirkung betrachtet.
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In der Tabelle werden die Ergebnisse der uterotrophischen Wirkung
einiger erfindungsgemäßer Cyclopentyläther im Vergleich sowohl mit den entsprechenden
Hydroxyverbindungen als auch mit östron gegeben.
Oraler uterotrophischer |
Wirkungswert |
Geprüfte Verbindungen Hydroxy- |
östron - 1 Ver- |
bindung |
Cyclopentyläther des |
17-Epi-östriols ......... 3 30 |
Cyclopentyläther des |
17a-Methyl-östradiols ... 30 bis 40 15 |
Die Tabelle zeigt, daß der Cyclopentyläther des Epi-östriols, per os verabreicht,
30rnal wirksamer als
die entsprechende Hydroxyverbindung und 3mal
wirk' samer als Östron ist, während der Cyclopentyläther des 17a-Methyl-östradiols
15mal wirksamer als 17a-Methyl-östradiol und
30- bis 40mal wirksamer als
Östron ist.
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Die folgenden Beispiele erläutern das erfindungsgemäße Verfahren.
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Beispiel 1
Einer Lösung von Natriumäthylat (aus O,lg Natrium)
in 6 cm3 absolutem Äthylalkohol fügt man 1,1 g 17-Epi-östriol
und 1,1 g Cyclopentylbromid hinzu. Die Mischung wird 3 bis 4 Stunden
unter Rückfluß gekocht. Am Ende der UmsetzVng wird das Äthanol abdestilliert und
der Rückstand mit wenig Wasser versetzt. So trennt sich der Cyclopentyläther des
17-Epi-östriols, der, nach Umkristallisieren aus Methanol, bei 114 bis
115'C schmilzt [al-" + 137' (Dioxan).
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Beispiel 2 Zu 40cm3 absolutem Methanoi fügt man l,Ig 17a-Methyl-östradiol
und 1,5 g Cyclopentylbromid, dann 1,5g Kaliumcarbonat hinzu. Die Mischung
wird 4Stunden unter Rühren unter Rückfluß gekocht, dann wird ein Großteil des Lösungsmittels
durch Abdestillieren entfernt. Der Rückstand wird mit Wasser versetzt; so trennt
sich als Niederschlag der Cyclopentyläther des 17a-Methyl-östradiols, der aus einer
Mischung Methylenchlorid-Methanol umkristallisiert wird, F. 107 bis 1080C;
+45' (Dioxan).
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Auf gleiche Weise erhält man den Cyclopentyläther des 17a-Äthyl-östradiols;
F. 122 bis 124'C; [al 43,5' (Dioxan).
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Beispiel 3
Einer Lösung von 0,2 g Kaliumhydroxyd in
10 cm3 absolutem Äthanol fügt man 1,2 g a-Östradiol (3,17a-Dihydroxy-östra-1,3,5-trien)
und 1 g Cyclopentylchlorid hinzu. Die Mischung wird 3 Stunden unter
Rückfluß gekocht, dann wird das Lösungsmittel eingedampft und der Rückstand mit
Wasser versetzt; so erhält man 1, 1 g Cyclopentyläther des a-Östradiols,
der abfiltriert, mit Wasser gewaschen und getrocknet wird; F. 124 bis 125'C; [al
ii? # #- 6 1 ' (Chloroform). Beispiel 4 Einer Lösung von Natriumäthylat (aus
0,2g
Natrium) in 12 cm3 absolutem Methanol fügt man 1,5 g 3,16fl,
1 7a-Trihydroxy-östra- 1,3,5-trien und 1,2 g
Cyclopentyljodid hinzu.
Die Mischung wird 3 Stunden unter Rühren unter Rückfluß gekocht, dann wird
das Lösungsmittel durch Abdestillieren entfernt. Der mit wenig Wasser versetzte
Rückstand liefert den Cyclopentyläther des 3,16fl, 1 7a-Trihydroxy-östra-1,3,5-triens;
F. 205 bis 206'C; [a] -a = 61' (Dioxan).