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Elektrischer Turbinenregler zur Drehzahlregelung von Kraftmaschinen
für den Antrieb von Wechselstromgeneratoren Zur Drehzahlregelung von Kraftmaschinen
für elektrische Stromerzeuger, z. B. bei Wasserkraftmaschinensätzen, wurden früher
ausschließlich rein mechanische Regler mit Fliehkraftpendel verwendet. Die Fliehkraftpendel
wurden über Riemen mit der Kraftmaschinenwelle gekuppelt.
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Da der Pendelantrieb mit Riemenübertragung Nachteile hat, ist man
dazu übergegangen, das Pendel mit elektrischen Pendelmotoren zu kuppeln, die ihrerseits
von einem sogenannten Pendelgenerator (Tachometergenerator) gespeist werden. Als
Pendelgeneratoren werden im allgemeinen Maschinen mit Permanentmagnetpolen verwendet.
Der Pendelgenerator wird mit der Hauptwelle der Kraftmaschine bzw. des Stromerzeugers
gekuppelt. Diese Art des Pendelantriebes hat den Vorteil, daß der eigentliche Pendelmechanismus
und damit der Regler nicht in unmittelbarer Nähe der Kraftmaschine angebracht werden
muß.
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Es besteht auch die Möglichkeit, den Pendelmotor über Hilfstransformatoren
an die Klemmen des Hauptgenerators anzuschließen. Dabei ergibt sich der Vorteil,
daß das Pendel und damit der Regler von den Schwingungen des Synchrongeneratorpolrades
gegenüber dem entsprechend der Netzfrequenz rotierenden Ständerfeld nicht beeinflußt
wird, was besonders bei empfindlichen Reglern von Bedeutung ist. Derartige Polradschwingungen
treten bekanntlich bei Leistungsänderungen dann mehr oder weniger stark auf, wenn
der Stromerzeuger im Parallelbetrieb mit anderen Maschinensätzen oder einem größeren
Verbundnetz zusammenarbeitet. Arbeitet der Stromerzeuger jedoch im Inselbetrieb,
so wird die Frequenz der Netzspannung durch die augenblickliche Wellendrehzahl des
Maschinensatzes bestimmt, und es können keine Polradschwingungen der beschriebenen
Art auftreten. Wird der Pendelmotor an den Drehstromhauptgenerator angeschlossen
und dieser vom Netz abgeschaltet und entregt, so öffnet der Turbinenleitapparat
voll, da die Spannung zwischen den Hauptleitern des Drehstromhauptgenerators zusammenbricht
und somit der Pendelmotor in seiner Drehzahl absinkt, wenn nicht besondere, zusätzliche
Hilfseinrichtungen vorgesehen werden.
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Um die vorerwähnten Nachteile zu beseitigen, ist ein elektrischer
Pendelantrieb vorgeschlagen worden, bei dem zwei mechanisch gekuppelte Pendelmotoren,
nämlich ein Asynchronmotor und ein Synchronmotor, das Pendel gleichzeitig antreiben.
Der Asynchronmotor wird dabei an einen Pendelgenerator angeschlossen, der Synchronmotor
wird über Transformatoren (Wandler) mit den Klemmen bzw. den Hauptleitern des Drehstromhauptgenerators
verbunden. Solange an den Klemmen des Drehstromhauptgenerators genügend Spannung
ansteht, führt der Synchronmotor das Pendel, da in diesem Fall der Schlupf des Asynchronmotors
gleich Null ist. Sinkt die Spannung des Drehstromhauptgenerators z. B. bei Entregung
unter einen Mindestwert, so übernimmt der Asynchronmotor automatisch die Pendelführung,
und ein Durchgehen des Maschinensatzes wird verhindert. Der dabei im Asynchronmotor
auftretende Schlupf ist praktisch nicht von Bedeutung. Im Normalbetrieb wird bei
dieser Art des elektrischen Pendelantriebes dem Turbinenregler nicht die Bewegung
der Maschinenwelle als Eingangsgröße zugeführt, sondern die Rotation des Zeigers
der Klemmen- bzw. Netzspannung.
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Der beschriebene Pendelantrieb mit zwei Antriebsmotoren hat jedoch
den Nachteil, daß seine konstruktive Ausführung verhältnismäßig aufwendig ist. Ferner
bestehen bei allen mechanischen .Reglern, auch solchen mit elektrischem Pendelantrieb,
häufig Schwierigkeiten, zusätzlich Regel-, Führungs- oder Steuergrößen einzuführen,
wie sie besonders beim Betrieb großer Maschinensätze im Verband eines großen Verbundnetzes
in Frage kommen können. In neuerer Zeit werden daher an Stelle der mechanischen
Pendel mit
Pendelmotor elektrische Turbinenregler verwendet. Diese
Turbinenregler können neben dem Meßwertumformer zum Ersatz des Pendels auch zusätzliche
Schaltungsglieder zur Erzeugung des gewünschten Dynamikeinflusses enthalten. Die
folgenden Ausführungen beziehen sich auf einen solchen Regler mit Einrichtungen
zur Erzeugung des Dynamikeinflusses. Dabei wird das sonst vorhandene ölhydraulische
Steuerwerk des Reglers, das beispielsweise Katarakt, Gestänge und Federn enthält,
durch elektrische Schaltungselemente ersetzt. Bei solchen elektrischen Reglern können
leicht zusätzliche Einflußgrößen in elektrischer Form eingeführt und Einstelländerungen
im Betrieb vorgenommen werden. Eine solche Lösung besteht beispielsweise aus einer
Einrichtung zur Umformung der Frequenzabweichung (Drehzahlabweichung) in eine Gleichspannung
und einer nachgeschalteten Verstärkereinrichtung zur Regelsignalverstärkung und
Erzeugung der gewünschten Regeldynamik sowie zur Einführung der Zusatzeinflüsse.
Der Meßwertumformer besteht z. B. aus Phasensprungbrücken mit nachgeschalteten Hall-Multiplikatoren.
Die Schaltung ist dabei so ausgeführt, daß sie die Gleichung up sin2ct)t ;- uz cos2c)t
= u2 nachbildet. Die Ausgangsgröße der Verstärkeranordnung wirkt sodann über ein
oder mehrere elektrohydraulische Steuerventile auf das oder die Turbinenstellglieder
ein. Die Verstärkeranordnung kann sich beispielsweise aus Magnetverstärkern mit
Eingangs-und Rückführnetzwerken aufbauen.
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Wird ein elektrischer Turbinenregler an einen Pendelgenerator angeschlossen,
der mit der Welle des Hauptmaschinensatzes gekuppelt ist, so liegen bezüglich der
Polradpendelungen entsprechende Verhältnisse vor wie bei Verwendung eines mechanischen
Pendels mit Pendelmotor. Wird der elektrische Turbinenregler dagegen durch die Spannung
des Drehstromhauptgenerators gespeist, so besteht bei Entregung wiederum die Gefahr,
daß der Turbinenleitapparat voll geöffnet wird.
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Diese Nachteile werden durch den neuen elektrischen Turbinenregler
beseitigt, und es werden damit weitere Vorteile hinsichtlich der freizügigen Einsteilbarkeit
gewonnen. Die Lösung besteht darin, daß dem Eingang des elektrischen Turbinenreglers
mittelbar oder unmittelbar zugleich die Frequenz eines mit der Drehzahl der Kraftmaschine
angetriebenen Wechselstromhilfsgenerators und die Frequenz des Wechselstromhauptgenerators
zugeführt werden und daß elektrische Einstellglieder vorgesehen sind, die gestatten,
das Verhältnis der vom Wechselstromhilfsgenerator und vom Wechselstromhauptgenerator
gelieferten anteiligen Einflüsse zu ändern. Gegenüber bekannten elektrischen Reglern
für Kraftmaschinen unterscheidet sich also die vorliegende Lösung dadurch, daß zwei
in regeldynamischer Hinsicht unterschiedliche Regelgrößen dem Turbinenregler zugeführt
werden, während bei den bekannten Kraftmaschinenreglern bisher nur weitere Führungsgrößen
in den Regelkreis eingeführt werden.
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Gegenüber der bekannten Anordnung mit zwei Antriebsmotoren für das
Drehzahlpendel besteht dabei der Vorteil, daß nicht nur entweder der eine oder der
andere Einfluß wirksam ist, sondern daß auch aus beiden Einflüssen ein gewünschter
Mischwert gebildet werden kann und daß es möglich ist, eine Änderung der beiden
Einflußanteile während des Betriebes kontinuierlich vorzunehmen. Je nach Betriebsart,
z. B. bei Verbundbetrieb oder bei Inselbetrieb, können von Hand oder selbsttätig
die gewünschten Einstellungen vorgenommen werden. Der neue Regler besitzt somit
zwei Meßeingänge für die Frequenz (Drehzahl), wobei der aus den beiden einstellbaren
Meßanteilen gebildete Summeneinfluß auf eine für die beiden Eingänge gemeinsame
Verstärkeranordnung zur Erzeugung des gewünschten Dynamikeinflusses wirkt.
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Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, den beiden getrennten
Meßeingängen je eine eigene Verstärkeranordnung mit getrennt einstellbarer übertragungsfunktion
zuzuordnen und die Ausgangssignale beider Zweige getrennten oder einem gemeinsamen
Hauptverstärker zuzuführen. Die übertragungsfunktionen der Verstärkeranordnungen
können sich dabei aus einer oder mehreren regelungstechnischen Funktionskomponenten
(P-, I-, D-Anteil, eventuell auch höhere Differentialquotienten) zusammensetzen.
Für jede dieser Funktionskomponenten kann in bekannter Weise auch eine eigene und
für sich allein einstellbare Verstärkeranordnung verwendet werden. Um die Wirkung
der einzelnen Funktionskomponenten den jeweiligen Erfordernissen entweder bei kleinen
Drehzahlabweichungen (Normalbetrieb) oder bei großen Drehzahlabweichungen (z. B.
Vollastabschaltung) selbsttätig anzupassen, können in die einzelnen Zweige für die
Funktionskomponenten zusätzliche nichtlineare Schaltungsglieder eingefügt werden.
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Zur näheren Erläuterung wird auf die Ausführungsbeispiele und die
Symboldiagramme in der Zeichnung verwiesen. Es zeigt Fig. 1 den neuen elektrischen
Turbinenregler mit zwei Frequenzmeßeinrichtungen, an deren Ausgänge je eine Steuerwicklung
eines Vorverstärkers angeschlossen ist, Fig. 2 den neuen elektrischen Turbinenregler
mit einer gemeinsamen Frequenzmeßeinrichtung für beide Eingänge, Fig. 3 a und 3
b die Zerlegung einer übertragungsfunktion der Verstärkeranordnung in ihre Funktionskomponenten,
Fig. 4 a und 4 b ein Blockbild nichtlinearer Schaltungsglieder mit nicht geknickter
Kennlinie, Fig. 5 a und 5 b ein Blockbild nichtlinearer Schaltungsglieder mit geknickter
Kennlinie.
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In Fig. 1 treibt die Turbine 1 den Drehstromhauptgenerator 2 und den
Wechselstromhilfsgenerator 3 an. An den Wechselstromhilfsgenerator ist die Frequenzmeßeinrichtung
4 angeschlossen. Die Hauptleiter des Drehstromhauptgenerators 2 sind über den Spannungswandler
5 mit der Frequenzmeßeinrichtung 6 verbunden. Die Frequenz des Wechselstromhilfsgenerators
muß dabei nicht gleich der Frequenz des Wechselstromhauptgenerators sein; in diesem
Fall sind die Frequenzmeßglieder mit verschiedenen Schaltelemen-
ten ausgeführt. Der Wechselstromhilfsgenerator kann |
z. B. eine Mittelfrequenzmaschine sein. Es ist itüch |
möglich, zwischen die Wandler 5 und die Nlt,$eä deh- |
tung 6 einen Frequenzvervielfacher zu scha'*ber |
Ausgang der Frequenzmeßeinrichtung 4 ist t° irren |
einstellbaren Widerstand 7 auf die SteueM`ckhmg 8 |
eines Vorverstärkers 9 geschaltet. Der Ansgsßg der |
Frequenzmeßeinrichtung 6 ist über eineä e@
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Widerstand 10 mit der Steuerwickhmg 11t' dC8I1 Vor- |
verstärkers verbunden. Die @usgangssig" &rLbei- |
den Frequenzmeßeinrichtungen
4 und
6 wirken auf den
Vorverstärker 9 gleichsinnig ein. Die Widerstände
7 und
10 sind dabei
miteinander mechanisch gegenläufig gekuppelt, so daß einer Widerstandsvergrößerung
im einen Zweig eine Widerstandsverminderung im anderen Zweig entspricht, und umgekehrt.
Die gekuppelten Widerstände
7 und
10 bilden zusammen ein elektrisches
Einstellglied. Der Vorverstärker
9
speist die Verstärkeranordnung
12, die ihrerseits das Verstellwerk
13, bestehend aus Elektroventil
und Stellmotor, beeinflußt. Der Stellmotor wirkt auf das Stellglied der Turbine
ein. An zwei Hauptleitern des Drehstromhauptgenerators
2 ist ferner eine
spannungsabhängige Relaiseinrichtung
14 angeschlossen, die nach dem Ruhestromprinzip
arbeitet und bei Entregung des Drehstromhauptgenerators den Widerstand
7 kurzschließt. Weitere üblicherweise vorhandene Hilfseinrichtungen sind
nicht dargestellt.
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Das elektrische Einstellglied aus den einstellbaren Widerständen
7 und 10 in den beiden Steuerkreisen 8
und 11 des Vorverstärkers
9 bewirkt, daß der einen oder der anderen Ausgangsspannung der Frequenzmeßeinrichtungen
ein größerer Einfluß gegeben werden kann, d. h., die Turbinenregelung wird entweder
mehr von der Frequenz der einen oder von der Frequenz der anderen Speisespannung
abhängig gemacht, wobei dieSpannung des Wechselstromhilfsgenerators 3
auch
von den Polradpendelungen des Wechselstromhauptgenerators abhängig ist. Im Normalbetrieb
haben beide Speisespannungen die gleiche Frequenz. Um sicherzustellen, daß der Turbinenregler
auch bei Entregung des Hauptgenerators aktionsfähig bleibt, ist das elektrische
Einstellglied so ausgebildet, daß der vom Wechselstromhilfsgenerator herrührende
Einfluß nicht vollkommen ausgeschaltet werden kann. Der nicht ausschaltbare Resteinfluß
genügt, um das Durchgehen der Turbine zu verhindern. Jedoch können die Regeleigenschaften
beim Wiedererreichen der Solldrehzahl ungünstig sein. Die Relaiseinrichtung
14,
die an der Spannung des Drehstromhauptgenerators liegt, kann zur Vermeidung
dieses Nachteiles zusätzlich dazu dienen, beim Absinken der Spannung des Drehstromhauptgenerators
2 unter einen einstellbaren Mindestwert den Widerstand 7 ganz oder teilweise
kurzzuschließen, um selbsttätig eine Vergrößerung des vom Wechselstromhilfsgenerator
3 herrührenden Einflusses hervorzurufen.
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Das Ausführungsbeispiel in Fig.2 unterscheidet sich von dem nach Fig.
1 dadurch, daß nur eine Frequenzmeßeinrichtung 19 vorgesehen ist, die über
ein Einstellglied 15 gespeist wird. Das Einstellglied 15 ist an die beiden Meßspannungen
angeschlossen. Das Einstellglied besteht aus einem einstellbaren Widerstand
16 mit Abgriff 20, der mit seinen Klemmen an gleichsinnige Ausgangsklemmen
der Sekundärwicklungen der Zwischentransformatoren 17 und 18 angeschlossen
ist. Dabei muß die Frequenz des Wechselstromhilfsgenerators gleich der Frequenz
des Wechselstromhauptgenerators sein. Wenn als Wechselstromhilfsgenerator ein Mittelfrequenzgenerator
verwendet wird, kann in den Zweig mit dem Transformator 17
ein Frequenzvervielfacher
geschaltet werden, so daß die Bedingung gleicher Frequenz am Einstellglied
15
wieder erfüllt wird. Die beiden übrigen, gleichsinnigen Ausgangsklemmen
der Zwischentransformatoren 17
und 18 sind direkt miteinander zusammengeschaltet
und mit einer Eingangsklemme der Frequenzmeßeinrichtung 19 verbunden. Die
andere Eingangsklemme der Frequenzmeßeinrichtung 19 ist an den einstellbaren
Abgriff 20 am Widerstand 16 angeschlossen. Die Primärwicklung des Zwischentransformators
17
liegt an der Ausgangsspannung des Spannungswandlers 5. Sie wird
also vom Drehstromhauptgenerator 2
gespeist. Die Primärwicklung des Zwischentransformators
18 ist an den Wechselstromhilfsgenerator 3
angeschlossen. Die Frequenzmeßeinrichtung
19 speist einen Vorverstärker 22, der seinerseits über die Verstärkeranordnung
12 das Verstellwerk 13 beeinflußt. Die beiden Zwischentransformatoren
17 und 18 erzeugen sekundärseitig die gleichen Spannungen. Sie sind
über den einstellbaren Widerstand 16 parallel geschaltet. Am Widerstand
16 fällt demnach die geometrische Spannungsdifferenz zwischen den beiden
Spannungen ab. Die Phasendifferenz zwischen den beiden Spannungen der Zwischentransformatoren
17
und 18 sei durch den jeweiligen Polradwinkel des Drehstromhauptgenerators
gegeben. Durch Verschieben des Abgriffes 20 ist es daher möglich, dem Vorverstärker
19 entweder eine Spannung entsprechend der Spannung des Drehstromhauptgenerators
2 oder entsprechend der Spannung des Wechselstromhilfsgenerators 3 oder auch
einen Mischwert aus beiden Meßspannungen zuzuführen, wie dies im Zeigerdiagramm
in Fig. 2 für die Spannung U3 dargestellt ist. Im stationären Betrieb rotieren beide
Spannungszeiger mit gleichbleibendem Differenzwinkel. Bei Polradpendelungen schwankt
der Differenzwinkel und entsprechend auch der Winkel des Zeigers U.; gegenüber dem
gleichförmig rotierenden Zeiger U1.
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Falls der Abgriff 20 gerade so eingestellt ist, daß die Spannung
des Drehstromhauptgenerators 2 überwiegend oder allein wirksam ist und eine Entregung
eintritt, kommt die Spannung des Hilfsgenerators selbsttätig zur Wirkung, wobei
allerdings der Frequenzmeßeinrichtung 19 der ohmsche Widerstand
16
vorgeschaltet ist. Da die Frequenzmeßeinrichtung 19
nach dem Resonanzprinzip
arbeitet und einen vergleichsweise kleinen Strom aufnimmt, hat die durch den ohmschen
Widerstand hervorgerufene Reduzierung des Spannungsbetrages keinen wesentlichen
Einfluß. Um bei entregtem Hauptgenerator eine Rückspeisung in diesen vom Wandler
18 über den Wandler 17 zu verhindern, ist eine nicht dargestellte
Relaiseinrichtung vorgesehen, welche die Sekundärwicklung des Zwischentransformators
17 bei abgesunkener Hauptgeneratorspannung abschaltet. Dieselbe Relaiseinrichtung
kann erforderlichenfalls auch dazu dienen, den vorgeschalteten Teil des Widerstandes
16 kurzzuschließen.
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Bei der Anordnung nach der Fig. 1 werden die dosierten Ausgangsgrößen
der beiden Frequenzmeßeinrichtungen 4 und 6 auf einen gemeinsamen
Vorverstärker 9 geschaltet, der die Hauptverstärkeranordnung 12 zur
Erzeugung der gewünschten Dynamikwirkung beeinflußt. Die Hauptverstärkeranordnung
besitzt ein gewünschtes, durch die Art und die Dimensionierung der verschiedenen
Schaltglieder bestimmtesZeitverhalten, beispielsweise dasbekannte PD-Verhalten.
Seine Schaltungselemente werden daher als verstellbare Einstellglieder ausgeführt,
so daß das Zeitverhalten geändert werden kann.
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Fig. 3 a zeigt in symbolischer Darstellung ein der genannten Verstärkeranordnung
12 entsprechendes Glied mit PD-Verhalten. Die Einzelkomponenten P und D (d.
h. Proportional- und Differentialanteil) sind dabei in zwei parallelen Zweigen je
für sich dargestellt, und
die Ausgangsgröße A des Vorverstärkers
9 in Fig. 1 bzw. 22 in Fig. 2 wird den Eingängen der beiden Teilzweige in
gleicher Weise zugeführt. Die Ausgangssignale der Einzelzweige werden sodann im
Punkt B summiert, und die so gewonnene Gesamtausgangsgröße B der Verstärkeranordnung
wird dem elektrohydraulischen Steuerventil der nachgeschalteten Verstelleinrichtung
13 zugeführt.
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Jede Einzelkomponente bzw. jeder Einzelzweig entsprechend der Fig.3b
kann mit einer eigenen Verstärkeranordnung verwirklicht werden. Daher ist es auch
möglich, die Eingänge der Parallelzweige nicht miteinander zu verbinden, so daß
sich für jede Komponente ein eigener Eingang ergibt. Die Eingangssignale der Einzelzweige
müssen dabei nicht mehr dieselben sein. Man kann jede Komponenten-Eingangsgröße
entweder entsprechend Fig. 1 oder entsprechend Fig. 2 an eigene Einstellglieder
mit eigenen oder gemeinsamen Frequenzmeßeinrichtungen anschließen, so daß die Einzelkomponenten
wahlweise und unabhängig voneinander mehr oder weniger vom Einfluß des Wechselstromhilfsgenerators
oder vom Einfluß des Wechselstronihauptgenerators abhängig gemacht werden können.
Auch können beispielsweise zwei Komponenten zu einer Gruppe mit vereinigten Eingängen
zusammengefaßt werden, besonders wenn mehr als zwei Komponentenzweige vorgesehen
sind, beispielsweise bei der zusätzlichen Einführung des zweiten Differentialquotienten.
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Bei einem elektrischen Turbinenregler mit aufgetrennten Zweigen für
die Einzelfunktionskomponenten in der beschriebenen Ausführung können sehr vielfältige
Einstellungen zur Erfüllung bestimmter Forderungen und zur Anpassung an die jeweilige
Regelstrecke durchgeführt werden.
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Bei vorstehenden Ausführungen am Beispiel der Wasserturbinenregelung
brauchte die zur Erzielung einer eindeutigen Wirklastaufteilung im Parallelbetrieb
erforderliche Dauerstatik nicht berücksichtigt zu werden, da sie dynamisch von untergeordneter
Bedeutung ist. Die Dauerstatik wird im allgemeinen durch proportionale Rückführung
einer der Turbinenöffnung proportionalen Größe der Verstelleinrichtung
13 zur Verstärkeranordnung oder Meßeinrichtung erzeugt.
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Um bei kleinen oder großen Drehzahl- bzw. Frequenzabweichungen vom
Sollwert einen unterschiedlichen Einfluß des elektrischen Reglers auf die Verstelleinrichtung
13 zur Betätigung des Turbinenstellgliedes zu erzielen, können in die Zweige
der einzelnen Funktionskomponenten zusätzlich nichtlineare übertragungsglieder eingefügt
werden. Entsprechende Glieder finden auch bei der elektrischen Analogienachbildung
von Regelkreisen Anwendung, und sie können beispielsweise einstellbare Diodenstrecken
enthalten. Mit solchen Funktionsgeneratoren aus Diodenstrecken ist es möglich, in
den vier Quadranten des Koordinatensystems eine beliebige Funktion a = f(,) durch
Zusammensetzung aus Geradenstücken nachzubilden. Da die einzelnen Dioden nicht plötzlich
vom leitenden in gesperrten Zustand übergehen, wird der übergang von einem Geradenstück
zum anderen abgerundet, so daß sich eine praktisch kontinuierliche Kurve ergibt.
Die Abrundung der übergänge kann durch besondere zusätzliche Schaltungsglieder noch
verbessert werden.
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In Fig. 4 a ist ein solcher Funktionsgenerator symbolisch dargestellt.
Jedem Wert der Eingangsgröße e wird entsprechend der eingetragenen Kennlinie ein
Ausgangswert a zugeordnet. Bei der dargestellten Abhängigkeit werden kleine Regelsignale
praktisch proportional übertragen, während große Eingangssignale abgeschwächt am
Ausgang erscheinen und einen entsprechend geringeren Einfluß auf die Turbinenregelung
bewirken.
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Wenn am Funktionsgenerator dagegen die entsprechend Fig. 4 b eingetragene
Kennlinie eingestellt wird, haben kleine Änderungen von £ praktisch keinen Einfluß
auf die Regelung. Nur größere Werte des Eingangssignals e erzeugen ein Ausgangssignal
a, welches einen Stelleingriff an der Turbine zur Folge hat.
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Die Verwendung von Funktionsgeneratoren mit nicht geknickter Kennlinie
kann besonders dann erforderlich oder zweckmäßig sein, wenn das Ausgangssignal a
einer differenzierenden Verstärkeranordnung zugeführt wird. In einfacheren Fällen
können auch nichtlineare Glieder mit geknickten Kennlinien Anwendung finden, beispielsweise
Begrenzungsglieder oder Unempfindlichkeitsglieder, wie sie in Fig. 5 a und 5 b symbolisch
dargestellt sind.