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DE1111341B - Herstellung und Gewinnung von Actinomycin P - Google Patents

Herstellung und Gewinnung von Actinomycin P

Info

Publication number
DE1111341B
DE1111341B DE1960P0024574 DEP0024574A DE1111341B DE 1111341 B DE1111341 B DE 1111341B DE 1960P0024574 DE1960P0024574 DE 1960P0024574 DE P0024574 A DEP0024574 A DE P0024574A DE 1111341 B DE1111341 B DE 1111341B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
actinomycin
yellow
antibiotic
gray
production
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE1960P0024574
Other languages
English (en)
Inventor
William Stephen Marsh
Koppaka Visveswara Rao
Donald Walter Renn
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Pfizer Inc
Original Assignee
Pfizer Inc
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Pfizer Inc filed Critical Pfizer Inc
Publication of DE1111341B publication Critical patent/DE1111341B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D265/00Heterocyclic compounds containing six-membered rings having one nitrogen atom and one oxygen atom as the only ring hetero atoms
    • C07D265/281,4-Oxazines; Hydrogenated 1,4-oxazines
    • C07D265/341,4-Oxazines; Hydrogenated 1,4-oxazines condensed with carbocyclic rings
    • C07D265/38[b, e]-condensed with two six-membered rings
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07GCOMPOUNDS OF UNKNOWN CONSTITUTION
    • C07G11/00Antibiotics

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Pharmacology & Pharmacy (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND KL.30h 6
EMTERNAT.KL. C 12 d
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT 1111341
P24574IVa/30h
ANMELDETAG: 10. MARZ 1960
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UNDAUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 20. JULI 1961
Die Erfindung betrifft das Antibioticum ActinomycinP2 in roher sowie in gereinigter Form und seine Herstellung, Konzentrierung und Isolierung. Actinomycin P2 eignet sich zur Bekämpfung bösartiger Tumore bei Tieren und auch bei Menschen. Darüber hinaus wirkt es wachstumshemmend auf grampositive Bakterien, wodurch es sich für viele Anwendungsarten in der Human- und Veterinärmedizin, Industrie und Landwirtschaft eignet. Es eignet sich auch als Desinfektionsmittel und zur Trennung von Gemischen von Microorganismen für medizinische Diagnostik- und Forschungszwecke.
Der neu entdeckte Microorganismus, der bei dem erfindungsgemäßen Vorgang Verwendung findet, unterscheidet sich von anderen gewöhnlich Antibiotica erzeugenden Arten. Da es die schwachen Hyphen und Sporenketten, typisch für Mitglieder der Gattung Streptomyces, aufwies, wurde es auf Medien gepflanzt, die im allgemeinen zur Bestimmung von Organismen dieser Gattung dienen. Endgültige Prüfungen der Medien wurden nach 2wöchiger, in geeigneter Weise vorgenommener Inkubation durchgeführt.
Der neu entdeckte Microorganismus wurde als ein neuer Stamm von Streptomyces aurefaciens Duggar bestimmt. Es ist in der Kulturensammlung der Chas. Pfizer & Co., Inc., als Kultur A-500 genau festgelegt. Eine Kultur dieses Microorganismus wurde in der American Type Culture Collection, Washington, D. C, deponiert; dort erhielt er die Nummer 13 336. Das Aussehen der Kultur, das in der Tabelle I beschrieben ist, stimmt gut mit der Beschreibung dieser Species überein, doch weist sie die folgenden geringen Unterschiede auf: sie erzeugte in Milch ein lösliches rosa Pigment, während für S. aureofaciens keine Farbe beschrieben ist; sie Herstellung und Gewinnung von Actinomycin P2
Anmelder:
Chas. Pfizer & Co., Inc., Brooklyn, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter: Dr. W. Beil, A. Hoeppener und Dr. H. J. Wolff, Rechtsanwälte,
Frankfurt/M.-Höchst, Antoniterstr. 36
Beanspruchte Priorität: V. St. v. Amerika vom 10. März 1959
Koppaka Visveswara Rao, Pinebrook, N. J.,
William Stephen Marsh, Ringwood, N. J., und Donald Walter Renn, New Milford, N. J.
(V. St. A.),
sind als Erfinder genannt worden
wies auf Kartoffel-Nährböden ein orangefarbenes bis orangebraunes, lösliches Pigment auf, während Duggar feststellte: »Farbe der Kultur unverändert«; das Pigment der Kulturen wechselte in verschiedenen Medien von gelbbraun oder gelbgrün bis gelb und orangebraun, wogegen S. aureofaciens ein »goldgelbes« Pigment aufweist, wie beschrieben ist.
Tabelle I
Charakteristische Eigenschaften von Streptomyces aureofaciens, ATCC 13336
Medium Wachstum Luftmycel Sporen
bildung
Lösliches Pigment Bemerkungen
Entrahmte
Milch
Glucose-Agar
gering
gut
mäßig weißgrau
gut; weiß bis
gelbgrau, wird
dunkler
keine
grau
rosagelbbraun
tiefgelbbraun
Vegetatives Mycel cremefarben
bis fahlgelb bis stecknadel-
kopfgroße dunkelgraue
Punkte; Milch nicht geronnen,
peptonisiert oder hydrolysiert;
pH-Wert nicht verändert.
Vegetatives Mycel nicht erkenn
bar; Rückseite leuchtendgelb.
109 648/356
Noch Tabelle I
Medium Wachstum Luftmycel Sporen
bildung
Lösliches Pigment Bemerkungen
Nähragar dürftig bis dürftig, meist am dunkel leuchtendgelb Vegetatives Mycel farblos wo
mäßig Grund des grau sichtbar; Rückseite gelb bis
Schrägnähr olivgrau.
bodens weiß bis
ganz dunkel
grau
Synthetischer mäßig mäßig bis gut, dunkel gelb Vegetatives Mycel farblos, so
Agar weiß bis hell grau weit sichtbar; Unterseite gelb
grau bis dunkler bis olivgrau.
grau
Calciummalat- gut gut; weiß bis grau gelb Vegetatives Mycel gelb, soweit
agar hellgrau bis sichtbar; Rückseite gelb; Malat
dunkelgrau digeriert.
Stärke- dürftig fehlt fehlt kein Vegetatives Mycel gelb; Unter
plättchen seite gelb; Zone teilweiser Hy
drolyse, 2,0 cm Durchmesser.
Gelatine- dürftig sehr dürftig; fehlt kein Vegetatives Mycel gelblichhell
plättchen weiß bis ganz braun; Rückseite gelblichhell
dunkelgrau braun; Verflüssigungszone,
Durchmesser 1,5 cm.
Cellulose ausge gut; weiß bis dunkel nichts, doch Vegetatives Mycel nicht erkenn
zeichnet dunkelgrau grau Kante des ge bar.
spannten Strei
fens gelborange
Kartoffel ausge mäßig bis gut; hellgrau gelb Vegetatives Mycel goldgelb bis
stückchen zeichnet weiß bis gelb tiefrötlichorangefarben; Rück
lich bis hellgrau seite rötlichorangefarben.
Dextrose- gut gut; weiß bis dunkel gelb Vegetatives Mycel farblos bis
Nitrat-Brühe dunkelgrau grau gelb; Nitrate werden zu Ni
triten reduziert.
Emerson-Agar ausge gut; weiß bis gelblich gelblichbraun Vegetatives Mycel nicht erkenn
zeichnet gelblichgrau grau bar; Rückseite gelblichbraun.
Glucose- dürftig bis sehr spärlich; fehlt nichts Vegetatives Mycel farblos bis
Asparagin- mäßig gelblichweiß gelb; Rückseite gelb.
Plättchen
Auf zur Sporenbildung geeig
neten Medien; Sporen werden
in langen verschlungenen Ket
ten gebildet, oval bis zylin
drisch, 1,0 bis 1,3 · 1,6 bis
1,9 μ, gebildet durch Teilung.
Selbstverständlich wird die erfindungsgemäße Herstellung des Antibioticums, Actinomycin P2, nicht auf die erwähnten Organismen beschränkt. Vor allem wird beabsichtigt, auch Mutanten einzubeziehen, die durch verschiedene Mittel wie Bestrahlung mit Röntgenstrahlen oder Ultraviolettbehandlung, mit Senfgaskörpern, Einzelzellkulturverfahren u. ä. erhalten werden.
Actinomycin P2 zeigt starke Wirksamkeit bei der Behandlung vieler verschiedener Infektionen, unter anderem Tumoren und anderen bösartigen Erkrankungen. Für diese Zwecke kann entweder die reine, kristalline Substanz oder eine der hierin an späterer Stelle genauer beschriebenen Rohformen Verwendung finden. Der ausgewählte Stoff muß weitgehend frei von dem bekannten giftigen Actinomycin B sein. Er muß so viel Antibioticum enthalten, daß dem Patienten eine tägliche Dosis von mindestens 50 bis etwa 500 γ reines Actinomycin P2 pro Kilogramm Körpergewicht zugeführt werden. Actinomycin P2 als reines kristallines Material oder in einer seiner rohen Formen kann in medizinischen Zusammensetzungen zusammen mit einem therapeutisch annehmbaren Trägermittel benutzt werden. Im allgemeinen enthält eine Zusammensetzung dieser Art mindestens 0,0001 Gewichtsprozent Antibioticum, kann aber auch 90 Gewichtsprozent oder noch mehr enthalten. Eine Zusammensetzung, die weniger als 0,0001% enthält, kann wohl wirksam sein, ist jedoch im allgemeinen nicht zufriedenstellend, da die Verabreichung einer ungewöhnlich großen Menge an Trägersubstanz erforderlich ist. Der Ausdruck therapeutisch annehmbarer Träger in dieser Erfindung umfaßt die üblichen Trägersubstanzen, die Mensch und Tier
unbedenklich verabreicht werden können. Sie können flüssig oder fest sein. Es können z. B. Trägersubstanzen wie Wasser, wäßriges Äthanol, einfacher Sirup, isotonische Salzlösung oder Glucose, Stärke, Lactose, Calciumphosphat usw. verwendet werden.
Bei Tieren mag es von Vorteil sein, die aktive Substanz in das Futter zu mischen. Der aktive Stoff kann oral oder parenteral verabreicht werden. Im Anfangsstadium der Behandlung ist parenterale Verabrei-
chung vorzuziehen, bis eine für den Patienten geeignete Behandlung gefunden ist; danach kann man weiterhin so vorgehen oder eine andere Verabreichungsart wählen.
Um die Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Antibioticums gegen Tumore deutlich zu machen, ist die prozentuale Hemmwirkung von verschiedenen Arten des erfindungsgemäßen Mittels bei einer Anzahl Tumore bei Mäusen und Ratten in der Tabelle II angegeben.
Tabelle II Antitumor-Aktivität
Probe und Beschreibung Dosierung
(mg/kg)
Sterblichkeits
rate
Prozentvergleich 72
(Durchschnitt aus fünf Versuchen)
Art
des Tumors *
Actinomycin P2 (roh) 0,25
0,3
0,40
0,60
0/10
0/10
0/6
0/6
27
40
54
55
(Durchschnitt aus zwei Versuchen)
CA-755
CA-755
Sa-180
Sa-180
0,75 1/6 13 Sa-180
0,2 Tiere lebten l,75mal langer als Vergleichstiere
(Durchschnitt aus zwei Versuchen)
L-1210
0,1 0/8 HS Nr. 1
Wirksame Mindestkonzentration 0,03 y/cm3 HeLa
Actinomycin P2 (reines
kristallines Material)
0,375
0,3
0/10
0/10
12
24
(Durchschnitt aus drei Versuchen)
0/6
1/6
57
54
CA-755
CA-755
0,25 0/10 40
(Durchschnitt aus zwei Versuchen)
Tiere lebten 0,7mal langer als Vergleichstiere CA-755
0,5 0/6 58
(Durchschnitt aus zwei Versuchen)
Sa-180
0,6
0,75
0/6
1/6
33
58
Sa-180
Sa-180
0,45 Tiere lebten l,3mal langer als Vergleichstiere L-1210
0,375 Tiere lebten l,6mal langer als Vergleichstiere
(Durchschnitt aus zwei Versuchen)
L-1210
0,25 Tiere lebten l,7mal langer als Vergleichstiere L-1210
Wirksame Mindestkonzentration 0,05 bis 0,10 jVcm3 HeLa
Actinomycin P1 (reiner
kristalliner Stoff
0,1
0,05
Sa-180
Sa-180
0,25 L-1210
Wirksame Mindestkonzentration 0,02 y/cms HeLa
* In der Literatur angegebene Methoden zur Auswertung von Versuchen bei Tumoren sind die folgenden: S-180 (Sarcoma 180) — Reilly und Mitarbeiter, Cancer Research, 13, S. 684 (1953). HS Nr. 1 (Human sarcoma Nr. 1) — To ο lan, a. a. O., 13, S. 389 (1953). CA-755 (Mammary adenocarcinoma 755) — Gi 11 hör η und Mitarbeiter, Cancer Research Supplement, IH, S. 38 (1955). L-1210 (Lymphoid leukemia 1210) — L. W. Law, Journal Nat. Cancer Inst., 10, S. 179 (1949).
In der Tumortherapie kann Actinomycin P2 vorteilhaft zusammen mit einem oder mehreren krebshemmenden Mitteln Verwendung finden. Zu diesem Zweck eignen sich Zusammensetzungen, die 10 bis 90 Gewichtsprozent aktive Bestandteile dieses Antibioticums enthalten. In derartigen Zusammensetzungen mit diesem Antibioticum verwendbare, krebshemmende Mittel sind die senfgasartigen, krebshemmenden Mittel, 6-Mercaptopurin, 8-Azaguanin, Urethan, 6-Diazo-5-oxo-l-norleucin (DON), Azaserin,
Triäthylenmelamin, Mitomycin C, Triäthylenphosphoramid, 1,4-Dimethylsulfonyloxybutan und die krebshemmenden Folsäureanalogen, Äthylcaramat
und ähnliche.
Zur Herstellung des Antibioticums verwendet man
ein wäßriges Nährmedium das pro Liter 10 g Glucose, 15 g Sojaöl, 50 g Maismehl, 2,5 g lösliche Rückstände aus der Alkoholdestillation (Distillers Solubles) und 2 g Calciumcarbonat enthält. Dieses Nährmedium wird vor der Behandlung im Autoklav auf den
pH-Wert 7,0 gebracht. Als Impfmaterial können entweder Sporensuspensionen oder vorher hergestellte Züchtungen des Organismus benutzt werden. Die Gärung wird bei 28° C durch Schüttelkultur oder Gärung in kleinen, mechanisch belüfteten Gefäßen etwa 60 bis 80 Stunden lang durchgeführt. Man beobachtet den Gärungsverlauf durch Versuchsmethoden mit Normalplättchen unter Verwendung von B. subtilis oder Staph. aureus, Nr. 376.
Es ist eine Vielzahl von Gärungsmedien untersucht und als zufriedenstellend befunden worden. Es ist ein Medium erforderlich, das in der Hauptsache aus einer Stickstoffquelle, einem Kohlehydrat und Mineralstoffen besteht. Zu den den Anforderungen genügenden Stickstoffquellen gehören eine Vielzahl proteinartiger Stoffe wie verschiedene Arten hydrolysierter Caseine, Sojabohnenmehl, Casein, lösliche Rückstände aus der Alkoholdestillation, Maismehl usw. Geeignete Kohlehydratquellen sind Dextrose, Glycerin, Dextrin, Stärke usw. Weniger zufriedenstellende Ergebnisse werden mit Gemischen aus Lactose und gequollenem Mais erzielt. Obige Stoffe enthalten oft genügend Mineralien, um den Mineralstoffbedarf des Organismus zu decken, ohne daß zusätzlich größere Mengen Mineralbestandteile zugegeben werden müssen.
Sobald ein zufriedenstellendes Maß an antibiotischer Wirksamkeit erreicht ist, wird die Gärflüssigkeit nach 60- bis 80stündiger Gärung unter Verwendung von 3 bis 5 Gewichtsprozent Diatomeen-Filterhilfsmittel filtriert. Der Antibioticumgehalt des FiI-trats kann mit Hilfe eines nicht mit Wasser mischbaren, organischen Lösungsmittels, wie vorzugsweise Butanol, Methylisobutylketon, Äthylacetat oder, weniger zufriedenstellend, Äther, Benzol, Toluol, Methylenchlorid, Chloroform oder Tetrachlorkohlenstoff, aus dieser entfernt werden. Ein Teil des antibiotisch wirksamen Gesamtstoffes bleibt in dem Mycelkuchen zurück, wenn das Nährmedium bei einem pH-Wert von 4,0 filtriert wird. Dieser Teil kann ohne weiteres durch Extraktion des Kuchens mit einem niederen Alkanol wie Methanol, Äthanol oder Isopropanol gewonnen werden.
Es scheint, daß sich während des Gärprozesses von Streptomyces aureofaciens ATCC 13 336 mehr als eine antibiotisch wirksame Substanz bildet.
Der gewünschte Stoff kann durch die verschiedensten Mittel wie die bereits angegebenen isoliert werden. Als günstige Methode zur Isolierung der aktiven Stoffe empfiehlt sich die Verwendung von n-Butanol als Extraktionsmittel. Sie können gewonnen werden, indem einfach das Lösungsmittel bei vermindertem Druck verdampft wird; doch um die Zersetzung in möglichst kleinen Grenzen zu halten, ist es, wenn auch nicht notwendig, doch vorzuziehen, die Butanollösung azeotrop zu entfernen. Dies erreicht man durch die kontinuierliche Zugabe kleiner Mengen Wasser, während das Extraktionsmittel unter vermindertem Druck destilliert wird. Bei Atmosphärendruck enthält das azeotrope Gemisch 38% Wasser und 62% Butanol. Das Mischungsverhältnis kann bei vermindertem Druck etwas unterschiedlich sein, doch der Effekt ist der gleiche. Ist der größte Teil des Butanols entfernt, wird die verbleibende Lösung mit dem Mycelextrakt, vorzugsweise einem Methanolextrakt, vereinigt und das Gemisch unter vermindertem Druck fast bis zur Trockne konzentriert. Es wird in einer chromatographisch geeigneten Lösung, z. B.
Äthylacetat, aufgenommen und die Lösung durch eine mit dem gewählten Lösungsmittel befeuchtete Säule aus mit Säure gewaschener Tonerde geleitet. Zur Herstellung der Säule benutzt man annähernd 5 bis 15 g Tonerde pro Gramm rohes Antibioticum. Diese Säule wird mit dem Lösungsmittel — vorzugsweise Äthylacetat — gewaschen, bis der dunkelrote Streifen von ActinomycinB vollkommen eluiert ist. Man eluiert weiter, indem man stufenweise in zunehmendem Maße den Methanolgehalt in einem Gemisch aus Methanol und Äthylacetat erhöht. Die Fraktionen werden papierchromatographisch untersucht. Fraktionen, die 5 bis 10% Methanol — Äthylacetat enthalten, enthalten normalerweise auch den größten Teil des wertvollen erfindungsgemäßen Antibioticums. Diese Fraktionen werden vereinigt, fast bis zur Trockne konzentriert und aus einem Gemisch von Methylenchlorid kristallisiert.
Diese Produkt ist rohes Actinomycin P2, in Wirk-
zo lichkeit ein Gemisch aus Actinomycin P1, Actinomycin P2 und Actinomycin P3. Es kann medizinisch, d. h. zur Behandlung von Menschen und Tieren, die einen Tumor haben, verwendet werden. Daß die verschiedenen Fraktionen in dem Rohgemisch vorhanden
as sind, wird durch Papierchromatographie mit einem Benzol-Formamid-Gemisch nachgewiesen. Die Papierbögen werden in ein Gemisch aus Methanol und Formamid, Verhältnis 1:1, getaucht und vollgesaugt. Dann werden die Proben aufgetragen und mit Benzol, das mit Formamid gesättigt ist, entwickelt. Unter diesen Umständen ergaben sich für das Actinomycingemisch die folgenden RrWerte: P1 = 0,8 bis 1,0, P2 = 0,5 bis 0,6, P3 = 0,0 bis 0,2. Im Gegensatz zu den bekannten Actinomycinen wie Actinomycin B, C und D folgen die erfindungsgemäßen Actinomycinarten nicht der Lösungsmittelfront des Systems.
Ein Vergleich mit den bekannten Actinomycinarten hat ergeben, daß Actinomycin P2 diesen gegenüber die folgenden Unterschiede aufweist:
1. Durch 16stündige Hydrolyse mit 6n-HCl bei 100° C und papierchromatographischem Vergleich wurde die Anwesenheit der folgenden Aminosäuren in Actinomycin P2 festgestellt:
«-Hydroxyprolin,
Valin,
Sarcosin,
Threonin,
(Spuren von Prolin).
2. Die Elementaranalyse von drei bestimmten, aus verschiedenen Gärungsprozessen gewonnenen Proben ergab in sehr guter Übereinstimmung folgende Durchschnittswerte: C=56,19,H=7,29,N=12,37, 0 (Differenz)=24,15. Eine N-Methyl-Bestimmung ergab den Durchschnittswert 12,5.
3. Auf Grund der Anwesenheit des «-Hydroxyprolins in Actinomycin P2 wird die Möglichkeit ausgeschlossen, daß dieses in den deutschen Patentschriften 944 395, 934715, 925 064 oder 930 579 als Actinomycin C1, C2 oder C3 beschrieben ist. Die
darin beschriebenen Trennungsverfahren und -systeme sind nicht die gleichen wie jene, die bei Actinomycin P2 Anwendung finden.
"Α. Bezüglich der deutschen Patentschrift 912010 (Actinochrysin) ist zu sagen, daß das Actinomycin P2 bei den darin beschriebenen Bedingungen nicht aus Merck-Tonerde eluiert wird. Der Schmelzpunkt des Actinomycins P2 liegt tiefer als bei Actinochrysin.
5. Ein Vergleich mit Actinomycin F1 und F3 (deutsche Auslegeschrift 1021131) zeigt, daß die Analyse von P2 zwar mit F1 übereinstimmt, doch enthält dieses kein Hydroxyprolin und kann deshalb nicht der gleiche Stoff wie P2 sein. Die Analyse von F3 sowie der Gehalt an Aminosäure beweisen, daß dieses nicht mit P2 identisch ist.
Zur technischen Herstellung von Actinomycin P2 benutzt man Tauchkulturen in den üblichen, dem Fachmann bekannten Geräten. Geeignete Behälter haben eine Größe zwischen 7500 und 76001 oder mehr und sind mit zweckdienlichen Rührwerken und Vorrichtungen zur aseptischen Belüftung des Inhalts mit bis zu 2 Volumen oder mehr Luft pro Minute ausgerüstet. Ein geeignetes Medium zur Produktion auf breiter Basis ist im vorhergehenden angegeben. Die Züchtigung des Microorganismus und die Erzeugung des Antibioticums erreicht normalerweise nach etwa 60 bis 80 Stunden bei 280C ihren Höhepunkt, wie durch eines der oben angeführten Untersuchungsverfahren festgestellt wurde. Doch Unterschiede in der verwendeten Ausrüstung, dem Ausmaß der Belüftung, beim Rühren usw. beeinflussen oft die bis zum Aktivitätsmaximum vergehende Zeitdauer. Eine Zeitspanne von mindestens etwa 24 Stunden ist in jedem Falle erforderlich. Zur Belüftung des Mediums werden bei submerser Züchtung etwa 1h bis 2 Volumen Luft pro Minute und pro Volumen Gärflüssigkeit durchgeführt. Natürlich müssen während der Übertragung der Impfsubstanz und der Züchtung des Microorganismus aseptische Bedingungen eingehalten werden. Die Entfernung des Mycels und die Gewinnung des Antibioticums wird wie beschrieben, vorgenommen.
Wie viele krebshemmende Mittel ist der Stoff Actinomycin P2 etwas giftig. Therapeutische Dosierungen können jedoch ohne wesentliche schädliche Wirkung verabreicht werden, was durch die Daten in der Tabelle III deutlich gemacht wird. Man machte bei Schweizer weißen Mäusen fünf aufeinanderfolgende tägliche Einspritzungen von 1 cm3 wäßrigen Lösungen, in welchen die angegebenen Antibioticumdosierungen enthalten waren. Sterblichkeitsrate und durchschnittlicher Gewichtsverlust sind angegeben.
f P2 (roh) r P., (reiner
kristalliner
Tabelle III Gewichts
verlust
Actinomycin Stoff) Giftigkeit
Dosis: mg/kg
Sterblich
keitsrate
1,2 5/6
1,0 3/6
0,8
0,6
1/6
0/6
P1 (reiner 0,4 0/6
kristalliner ■ 0,2 0/6
Stoff) 2,5 6/6 5
2,0 4/6 3,6
4,1
4,0
1,1
1,0
0,9
1/6
1/6
0/6
4,0
0,8 0/6 3,7
0,7 0/6 2,5
0,6 0/6
0,2 6/6 5,7
0,15 5/6 5,1
0,125 2/6 3,7
0,1 3/6 0,3
0,05 0/6
Aus diesen Daten geht hervor, daß die erfindungsgemäßen Actinomycine sehr viel weniger giftig sind als die bekannten Actinomycinarten B, C und D.
Beispiel I
Ein Nährmedium mit folgender Zusammensetzung wird hergestellt, auf den pH-Wert 7,0 gebracht und sterilisiert:
Cerelose 10 g/l
Maisstärke 10 g/l
N-Z-AminB 5 g/l
Curbay 5 g/l
Natriumchlorid 5 g/l
Sojaöl 15 g/l
Calciumcarbonat lg/1
Leitungswasser, um auf das Volumen
aufzufüllen.
Die Impfsubstanz wird hergestellt, indem die Zucht eines Nährbodens von Streptomyces aureofaciens ATCC 13 336, der gute Sporenbildung aufweist, mit einem Teil dieses Mediums in Berührung gebracht wird. Etwa 36 bis 40 Stunden bei 28° C wird in einem rotierenden Schüttelapparat incubiert.
Der Hauptteil des Mediums wird dann geimpft, indem er mit 5 Volumprozent des so hergestellten Inoculums gemischt wird. Zur Belüftung werden etwa 2 Volumen Luft pro Minute pro Volumen des Mediums durchgeleitet, und während der Incubation bei 26 bis 30° C wird stark gerührt. Das Fortschreiten der Gärung wird durch Plättchenuntersuchung des filtrierten Mediums in Abständen unter Verwendung von B. subtilis als Untersuchungsorganismus verfolgt. Das Gärprodukt wird nach 48 bis 72 Stunden gewonnen.
Die Gärflüssigkeit wird dann unter Benutzung von Diatomeenerde als Filterhilfe filtriert; das Filtrat wird mit dem halben Volumen n-Butanol extrahiert. Der Mycelkuchen wird ohne Unterbrechung mit 500 cm3 Methanol extrahiert. Das n-Butanol wird bei vermindertem Druck verdampft und der Methanolextrakt zugegeben. Die vereinigten Extrakte werden fast bis zur Trockne verdampft und mit Äthylacetat aufgenommen. Das Äthylacetat wird über mit Säure gewaschene Tonerde geleitet, die mit zusätzlichem Äthylacetat befeuchtet wurde. Es werden annähernd 5 bis 15 g Tonerde pro Gramm rohes Material verwendet. Die Säule wird gewaschen, indem noch mehr Äthylacetat zugegeben wird, bis das dunkelrote Band des Actinomycins B vollkommen eluiert ist. Die Säule wird dann mit verschiedenen Methanol-Äthylacetat-Gemischen gewaschen, wobei jedes Gemisch zunehmend mehr Methanol enthält. Die Fraktionen, die 5 bis 10% Methanol enthalten, werden vereinigt und bei vermindertem Druck fast bis zur Trockne verdampft. Der.Rückstand wird aus einem Gemisch von Methylenchlorid und Äther umkristallisiert. Das Produkt wird durch Filtration erhalten. Es enthält Actinomycin P2, außerdem eine kleinere Menge Actinomycin P1 und Actinomycin P3. In dem Gärmedmm wird nicht so viel Tetracyclin oder Chlortetracyclin festgestellt, daß es abgetrennt werden könnte.
Diese drei Bestandteile werden durch Säulen-Teilungschromatographie getrennt. Ein Gemisch aus Benzol (41), Formamid (50 cm3) und Celite 545 (100 g) wird zu einem homogenen Brei verrührt, in eine geeignete Säule gegossen und durch Luftdruck
109 648/356
festgepreßt. Celite545 ist die Handelsbezeichnung für eine Form von Diatomeenerde. Das Actinomycingemisch (5 g) wird in Formamid (10 ml) gelöst, und die Lösung wird mit Benzol (200 cm3) und Gelite 545 (20 g) geschüttelt. Dieser Brei wird an das obere Ende der gepackten Säule gebracht und zusammengepreßt. Dann wird die Säule mit Benzol, das mit Formamid gesättigt ist, entwickelt. Auf der Säule konnten drei Bänder unterschieden werden, deren Wandern mit Hilfe der optischen Dichte bei 440 ταμ ίο und der Aktivität gegen B. subtilis verfolgt wurde. Actinomycin P2 erschien als zweite und größte Fraktion. Die erste Fraktion, Actinomycin P1, und die dritte Fraktion, Actinomycin P3, wurden angereichert und die entsprechenden Actinomycinarten aus einem Gemisch von Methylenchlorid und Äther umkristallisiert.
Nach Konzentrieren und Umkristallisieren wurde die größte Fraktion, Actinomycin P2, durch Gegenstromverteilung unter Verwendung von einer oder einer sukzessiven Kombination der folgenden Systeme gereinigt: (1:1) Benzol—Formamid; (4:2:1,1:2) Isopropyläther—Äthylacetat—Pyridin—Wasser und (2: 2:1,2: 2) Pyridin—Wasser—Ligroin—Benzol. Die Fraktionen, die Actinomycin P2 enthalten, werden konzentriert, und der Rückstand wird aus Aceton und Äther (1:9) umkristallisiert. Das Antibioticum scheidet sich in leuchtendroten, rechteckigen Plättchen ab, die bei 242 bis 245° C (Zersetzung) schmelzen. Die Elementaranalyse zeigt folgende Ergebnisse: C=56,2°/o, H=7,3°/o, N=12,4«/o. Das ultraviolette Adsorptionsspektrum in Methanol zeigt ein Maximum bei 234, 425 und 443 ταμ, E}*m-Werte sind 197, 85 bzw. 85. Das Infrarotspektrum des Antibioticums in Kaliumbromid zeigt Maxima an folgenden Punkten: 2,93, 305 (Schulter), 3,42, 5,72, 6,04, 6,15, 6,31, 6,60, 6,73, 7,09, 7,35, 7,55, 7,65, 7,85. 8,15 (Schulter), 8,36, 8,50 (Schulter), 8,90 (Schulter), 9,15, 9,30, 9,45, 9,95, 10,15, 10,60, 11,00, 11,50 und 12,10 m«. Actinomycin ist eine neutrale, ein wenig in Wasser lösliche und in niederen Alkanolen, Aceton, Äthylacetat, Methylenchlorid und Benzol mäßig lösliche Substanz.
Beispiel II
Das im Beispiel I hergestellte, rohe Produkt wird in einer Dosierung von 0,6 mg pro Kilogramm Körpergewicht Mäusen parenteral verabreicht, die einen Tumor Sa-180 haben. Es bewirkt einen 65°/oigen Rückgang des durchschnittlichen Tumorgewichts der behandelten Mäuse im Vergleich zu nicht behandelten Vergleichstieren.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Die Verwendung von Streptomyces aureofaciens ATCC 13 336 oder dessen Mutanten oder Varianten zur Herstellung von Actinomycin P2 auf üblichem fermentativem Wege unter submersen aeroben Bedingungen und gegebenenfalls Abtrennung des Antibioticums aus dem Nährmedium gegebenenfalls durch Lösungsmittelextraktion.
    In Betracht gezogene Druckschriften:
    Deutsche Patentschriften Nr. 912 010, 925 064,
    930579, 934715, 944395;
    deutsche Auslegeschrift Nr. 1 021131.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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