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Anordnung zum gasdruckdichten Abschluß von Fernineldekabeln Die Erfindung
bezieht sich auf eine Anordnung zum gasdruckdichten Abschluß von Fernmeldekabeln,
insbesondere auf Endverschlüsse oder Sperrmuffen, in der ein hohler Körper als Träger
für gegeneinander isolierteDurchführungen, insbesondere Glasperlendurchführungen,
dient und in der dieser Körper an seinem einen Ende mit dem Kabehnantel druckdicht
verbunden und an seinem anderen Ende verschließbar ist.
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Fernmeldekabel werden aus überwachungsgründen meist unter Gasdruck
gesetzt, so daß mechanische Fehler an den Kabeln z. B. mit Gasdrucküberwachungsanlagen
festgestellt werden können. In solchen Fernmeldeanlagen besteht die Forderung, Kabelabschnitte
gegeneinander oder Abzweigkabel #om Hauptkabel durch Sperrstopfen gasdicht abzuriegeln.
Es sind schon mehrere Vorschläge gemacht worden, einwandfreie Querabdichtungen für
vieladrige Fernmeldekabel zu schaffen, und immer wieder bereitete es Schwierigkeiten,
die vielen dicken Einzeladern unter Berücksichtigung von Temperaturwechselbeanspruchungen
in einer Sperrwand einwandfrei abzudichten. Die bisher benutzten Einrichtungen waren
kompliziert im Aufbau und in ihrer Handhabung.
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Es ist auch bereits ein Sperrstopfen für druckgasüberwachte Fernmeldekabel
bekannt, in dem ein mit dem Ende des Kabelmantels druckdicht verbundenes, in Richtun-
der Kabelachse liegendes Faltenrohr benutzt ist; in den Rohrkränzen des Faltenrohres
sind an sich bekannte druckdichte Leiterdurchführungen, z. B. aus Glas oder Keramik,
eingebaut. Mehrere solche Faltenrohre können je nach der vorhandenen Kabelpaarzahl
zusammengefügt werden, so daß ein ziemlich langer hohler Körper entsteht. Es ist
ferner eine druckgasdichte Sperrmuffe für vieladrige Kabel bekannt, die eine in
ihrem Innern, vorzugsweise senkrecht zur Muffenachse angeordnete Sperrwand enthält;
in dieser Sperrwand sind druckfeste Glas- bzw. Keramikeinschmelzungen vorhanden,
die mit leitenden Durchführun-Selementen versehen sind. Die Kabeladern von miteinander
zu verbindenden und gasdruckdicht zu trennenden Kabeln können an beiden Seiten der
Sperrwand verspleißt werden. Es ist auch noch eine Verbindungsmuffe mit einem Gehäuse
bekannt, das aus zwei aufeinanderlegbaren Teilen besteht, an welche die beiden miteinander
zu verbindenden Kabel angeschlossen sind. Die beiden Gehäuseteile sind mit kammartigen
Ausschnitten versehen, in welche die Enden der Adern jedes Kabels eingeführt und
welche beim Zusammenlegen der Gehäuseteile in eine geeignete Richtung gebracht werden,
so daß jedes aus einem Ausschnitt eines Gehäuseteiles hinausragende Aderende mit
dem aus dem entsprechenden Ausschnitt des anderen Gehäuseteiles hinausragenden Aderende
verbunden werden kann.
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Von den bekannten Sperrmuffen haben nur einige wenige besondere Bedeutung
erlangt. So ist z. B. die SPerrmuffe mit der senkrecht zur Muffenachse angeordneten
Sperrwand nur für Kabel mit wenigen Paaren geeignet, weil die Sperrwand bei vielen
Aderpaaren einen zu großen Durchmesser aufweisen müßte. Die Sperrmuffe, die im Innem
ein Faltenrohr mit isolierten, druckdichten Leiterdurchführungen enthält, ist unhandlich
bei der Montage und betriebsunsicher auf längere Zeiträume gesehen sowie sehr umständlich
zu handhaben, wenn Reparaturen oder Änderungen an den Kabelenden notwendig werden.
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Die Anordnung nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der
dem gasdruckdichten Abschluß von Femmeldekabeln dienende hohle Körper zylinderförmig
ausgebildet ist und aus schalenförmigen, durch Längsteilung dieses Körpers entstehenden
Teilen zusammengesetzt ist und daß diese Teile aus einem solchen Material bestehen,
daß eine dichte Verbindung dieser Teile möglich ist. Die Teile des zylinderförmigen
Körpers wählt man vorteilhafterweise halbschalenförmig und bildet sie vorzu gsweise
gleichförmig aus. Die schalenförmigen Teile kann man aus Metall mit eingeschmolzenen,
eingelöteten oder eingepreßten Glasdurchführungen herstellen. Es ist aber auch möglich,
diese Teile aus Keramik mit entsprechend eingesetzten Durchführungen zu bilden.
Vorteilhafterweise verteilt man die Durchführungen auf die einzelnen Schalen gleichmäßig,
weil sich dadurch eine wirtschaftlich vorteilhafte Herstellungsweise
ergibt.
In den Durchführungen kann man leitende Durchführungselemente, z. B. Drähte, Stifte
od. dgl., vorsehen, die vorzugsweise eingeschmolzen sind. In an sich bekannter Weise
können diese Durchführungselemente Löthilfsvorrichtungen, z. B. Ösen, besitzen.
Die Glasdurchführungen können auch so ausgebildet sein, daß jede der einzelnen Adern
blank gemacht und durch Durchbrechungen der Glasdurchführungen gesteckt und in ihnen
verlötet wird. Wird eine solche Anordnung benutzt, dann können die Adern eines der
beiden Kabelenden von innen durch die Glasdurchführungen der Längsteile geführt
werden und an der Außenseite des zusammengesetzten zylindrischen Hohlkörpers die
Adern des anzuschließenden Kabels angespleißt werden.
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Durch die Ausbildungsform der Anordnung nach der Erfindung ist es
möglich, daß die Kabeladern in einfacher Weise mit den gasdruckdichten Durchführungselementen
verbunden werden können, auch wenn die Anzahl der Kabeladern sehr groß ist. Schon
bei zwei schalenförmigen Teilen des Hohlkörpers ergibt es sich, daß an jedem Teil
nur die Hälfte der insgesamt enthaltenen Kabeladern angeschlossen werden muß. Von
besonderem Vorteil ist es, daß die Wände des Hohlkörpers glatt ausgebildet sind,
so daß durch den auftretenden Gasdruck keine mechanischen Verformungen auftreten,
die im Laufe der Zeit bewirken können, daß die Glasdurchführungen od. dgl. undicht
werden.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines in den Fig.
1 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.
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Die Fig. 1 zeigt den längsgeteilten zylindrischen Hohlkörper
1 mit den in die Wand eingesetzten Glasdurchführun,c:"en 2, durch welche
die Kabeladern des durch die Muffenkappe 3 eingeführten Kabels durchgeführt
und in diese eingelötet werden. Die Adern des Kabels können entsprechend der Teilung
des zylindrischen Hohlkörpers in zwei, drei oder mehr Adergruppen aufgeteilt werden,
bevor sie in die Glasdurchführungen eingefädelt und in ihnen verlötet werden. Es
kann aber sehr vorteilhaft sein, Glasdurchführungen mit z. B. eingeschmolzenen Durchführungselementen
anzuwenden, weil die Kabeladern in diesem Fall nur mit den Durchführungselementen,
insbesondere mit deren Anschlußelementen, z. B. Ösen, zu verbinden sind, während
die Dichtung bereits durch die Einschmelzung der leitenden Durchführungselemente
in die Glasdurchführungen gewährleistet ist.
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In den Fig. 2 bis 4 sind Querschnittsformen des zylindrischen Hohlkörpers
gezeigt. Die einzelnen Schalenteile sind vorzugsweise untereinander gleich ausgebildet.
In besonderen Fällen können die Glasdurchführungen auch unterschiedlich angeordnet
oder ihre Anzahl pro Schalenteil unterschiedlich gewählt werden, wie dies beispielsweise
aus Fig. 3 ersichtlich ist. Nachdem die Kabeladern mit den Durchführungen
verbunden bzw. durch sie hindurchgeführt wurden, werden die schalenförmigen Teile
des zyhndrischen Hohlkörpers sowohl untereinander als auch mit dem Stutzen 4 der
Muffenkappe 3 verbunden, insbesondere verlötet. Die Abschlußkappe
5 des zylindrischen Hohlkörpers kann als loses Bauteil aufgesetzt werden;
sie kann vorteilhafterweise auch eine Einheit mit dem Hohlkörper 1 bzw. mit
einem Schalenteil bilden. Die durchgeführten Drahtenden oder die eingeschmolzenen
Durchführungsstifte sind nun an der Außenseite des zylindrischen Hohlkörpers frei
zugänglich. Man kann, sofern der Hohlkörper aus Metall besteht, die metallischen
Teile mit Isolierstoff abdecken. Das Kabelende des anzuschließenden Kabels wird
an die frei zugänglichen Anschlüsse angespleißt. Der zylindrische Hohlkörper mit
seinen Glasdurchführunggen gewährleistet die absolut gas- und flüssigkeitsdichte
Abriegelung zwischen zwei benachbarten Kabelabschnitten. Nachdem die Kabelverbindunggsstelle
in der beschriebenen Weise vorbereitet wurde, kann, wie in Fig. 5 gezeigt,
die Muffenhülle 6 mit der angebauten Muffenkappe 7, welche vorher
auf das Ende des zweiten Kabels geschoben wurde, über die Verbindungsstelle gebracht
und mit der Muffenkappe 3 verlötet werden.
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In den Fig. 6 bis 9 sind Glasdurchführungen, von denen
einzelne an sich bekannt sein können, darge-,stellt.
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Die Fig. 6 zeigt einen Glaskörper 8 mit leitendem Durchführungselement
9 und Drahtösen 10. Der Glaskörper kann in den Schalenteil
11 eingelötet, eingeschmolzen oder eingedrückt sein. Bei der Anordnung
, nach Fig. 7 ist die leitende Durchführung mittels einer in den Schalenteil
eingeschmolzenen Glasperle 12 abgedichtet. In Fig. 8 ist eine in einem Metallring
13 gefaßte Glasdurchführung mit Durchführungselement 9 gezeigt. Der
Metallring kann in den Schalenteil 11 eingepreßt oder eingelötet werden.
Auch Einbördeln des MetaHringes ist möglich. Nach der an sich bekannten Glaslöttechnik
können Glasperlen auch in Öffnungen von Metallwänden eingelötet werden, wie dies
in Fig. 9 gezeigt ist. Die Verlötung erfolgt längs der Berührungsfläche14.
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Die Anordnung nach der Erfindung ermöglicht bei räumlich gedrängter
Bauweise und kleiner Ausbildung der Spleißstelle eine absolut zuverlässige Abdichtung
von Kabehi sowohl bei Verwendung als Kabelendverschluß als auch bei Verwendung als
Kabelmuffe. Die Spleißarbeiten sind leicht durchführbar.