DE1108420B - Verfahren zur Herstellung allseitig verstreckter Folien aus makromolekularen Substanzen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung allseitig verstreckter Folien aus makromolekularen SubstanzenInfo
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Description
Es ist bekannt, daß Folien durch Recken in zwei Richtungen in ihren Festigkeitseigenschaften verbessert
werden können. Zur Realisierung dieses zweiachsigen Reckvorganges sind mehrere Verfahren entwickelt
worden, z. B. biaxiales Hinwegziehen der beiderseitig mit Gleitgreifern gefaßten Folie aus einer
Breitschlitzdüse oder Aufblasen eines aus einer Ringdüse gepreßten Schlauches (Folienblasverfahren) oder
mechanisches Spreizen und gleichzeitiges Ziehen des stranggepreßten Schlauches. Bei allen diesen bekannten
Verfahren sind folgende zwei wesentliche Punkte zu beachten, die die bisher erreichte Festigkeitssteigerung
durch zweiachsige Reckung begrenzen:
1. Bei Temperaturen unter dem Erweichungsbereich bzw. bei kristallisierenden Hochpolymeren
unter dem Kristallitschmelzpunkt lassen sich nur jene Stoffe zweiachsig recken, bei denen
die für makromolekulare Substanzen charakteristische örtliche Einschnürung beim Dehnen, die
als »Halsbildung« bezeichnet wird, nicht oder nur schwach ausgeprägt ist. Bei makromolekularen
Substanzen mit ausgeprägter Neigung zur Halsbildung kann demgegenüber die Reckung
nur bis zu Reckbeträgen getrieben werden, bei denen die erwähnte örtliche Einschnürung noch
nicht auftritt, andernfalls werden Folien ungleichmäßiger Dicke erhalten, oder die Folien
reißen. Die erreichbaren Festigkeitssteigerungen betragen hierbei höchstens 100 bis 150 °/o. So
beträgt z. B. die erreichbare zweiachsige Rekkung bei Polyäthylen 50 bis 100 °fo und die dabei
erreichbare Festigkeitssteigerung ebenfalls 50 bis 100 %,
2. Bei Temperaturen über dem Erweichungsbereich bzw. über dem Kristallitschmelzpunkt lassen
sich durch die bekannten Verfahren größere Reckgrade erzielen, da in diesem Zustand keine
örtlichen Einschnürungen auftreten. Allerdings sind auf diese Weise nur sehr geringe Festigkeitssteigerungen
erzielbar. Diese erreichen erst nach Reckung um einige 100 % nennenswerte Beträge von etwa 50 %.
Ein Beispiel für die Reckung bei Temperaturen oberhalb des Kristallitschmelzpunktes ist
das bekannte und allgemein angewandte Folienblasverfahren, nach dem die handelsüblichen
Polyäthylenfolien hergestellt werden, die gegenüber dem ungereckten Ausgangsmaterial keine
wesentlich erhöhte Festigkeit besitzen.
Um die Unterschiede zwischen dem bereits bekannten Reckverfahren für Folien aus makromole-Verfahren zur Herstellung
Um die Unterschiede zwischen dem bereits bekannten Reckverfahren für Folien aus makromole-Verfahren zur Herstellung
allseitig verstreckter Folien
aus makromolekularen Substanzen
Anmelder:
Farbwerke Hoechst Aktiengesellschaft
vormals Meister Lucius & Brüning,
Frankfurt/M., Brüningstr. 45
Georg Diedrich, Neuenhain (Taunus),
Dipl.-Ing. Dr. Adolf Gaube, Frankfurt/M.,
und Dipl.-Ing. Dr. Kurt Richard,
Bad Soden (Taunus),
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
kularen Kunststoffen und der vorliegenden Erfindung, die die Herstellung von allseitig verstreckten Folien
zum Gegenstand hat, klar aufzuzeigen, ist es erforderlich, zunächst die beiden Begriffe »Recken« und
»Verstrecken« eindeutig zu definieren und voneinander abzugrenzen.
Das Recken ist eine Dehnung, die nur so weit durchgeführt wird, daß eine örtliche Einschnürung
oder Halsbindung noch nicht auftritt. Das Material wird dabei an allen Stellen gleichmäßig gedehnt. Im
Kraft-Dehnungs-Diagramm äußert sich dieser Vorgang so, daß während des Reckens die Kraft-Dehnungs-Kurve
ansteigt und am Ende des Reckvorgangs einen Maximalwert (= obere Streckgrenze) erreicht.
Diese obere Streckgrenze wird beim Recken nicht überschritten. Das Recken ist somit eine Dehnung
im ansteigenden Teil der Kraft-Dehnungs-Kurve bis höchstens zur oberen Streckgrenze, wobei die Verformung
an allen Stellen gleichzeitig einsetzt und eine örtliche Einschnürung oder Halsbildung noch unterbleibt.
Bei der Verstreckung wird demgegenüber die Verformung
über den Betrag der Reckung hinaus fortgesetzt, wobei sich die genannte örtliche Einschnürung
ausbildet, die eine auf einen sehr engen Bereich begrenzte Fließstelle darstellt und die den neuen, verstreckten
Querschnitt vorgibt. Die Dehnung wird an-
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schließend so lange fortgesetzt, bis das gesamte Material diesen neuen, verstreckten Querschnitt angenommen
hat. Im Kraft-Dehnungs-Diagramm äußert sich die Verstreckung so, daß die Kraft nach Überschreiten
der oberen Streckgrenze unter gleichzeitiger Ausbildung der örtlichen Einschnürung bis zur unteren
Streckgrenze absinkt. Sobald die letztere erreicht ist, verläuft die Kraft-Verformungs-Kurve waagerecht
weiter, wobei unter Weiterwandern der Einschnürstelle das ganze Material nach und nach den
verstreckten Querschnitt annimmt.
Während beim Recken die Makromoleküle nur gestrafft werden, findet beim Verstrecken in der Einschnürzone
eine Umlagerung und Ausrichtung der Moleküle in die Verstreckrichtung statt. Aus diesem
Grunde wird beim Verstrecken die Festigkeit des Materials außerordentlich erhöht (vgl. F. H. Müller,
die Kaltverformung von Kunststoffen, Kunststoffe, 44 [1954], S. 569 bis 576). Beim Recken wird demgegenüber
die Festigkeit des Materials nur mäßig gesteigert.
Die örtliche Einschnürung beim Dehnen von makromolekularen Kunststoffen tritt nur bei Temperaturen
unterhalb des Kristallitschmelzpunktes bzw. Erweichungspunktes auf, oberhalb dieser Temperaturpunkte
jedoch nicht. Die Ursache hierfür ist darin begründet, daß bei Überschreiten dieser Temperaturpunkte
das Material plastisch fließbar wird. Bei kristallisierenden Kunststoffen tritt dabei eine Umwandlung
vom teilkristallinen in den amorphen Zustand ein. Nichtkristallisierende Kunststoffe, bei denen
an Stelle des Kristallitschmelzpunktes der Erweichungspunkt bzw. Erweichungsbereich tritt, erfahren
bei dessen Überschreiten eine Umwandlung vom elastischen in den plastischen Zustand.
Dehnungen bei Temperaturen oberhalb dieser Umwandlungspunkte sind daher keine Verstreckungen,
sondern Warmreckungen mit nur geringer Festigkeitssteigerung.
Die Verstreckung wird in der Fasertechnik zum Zwecke der Verfestigung schon seit längerer Zeit angewendet,
und es ist bekannt, daß die verstreckte Faser eine bis 25fache Festigkeit gegenüber der unverstreckten
Faser haben kann.
Die Faserverstreckung ist eine einachsige Verstreckung, d. h., sie wird nur in einer Dimension durchgeführt.
Dieser Umstand bedingt, daß die örtliche Einschnürung ohne Gefahr des Reißens vom Faden
ertragen werden kann. Demgegenüber ist ein Verfahren, das es gestattet, eine zwei- oder mehrachsige
Verstreckung von Folien durchzuführen, noch nicht bekannt. Der Grund hierfür liegt darin, daß hier die
örtliche Einschnürung wegen der Gefahr des Reißens eine Verformungsgrenze darstellt. Alle bisher bekannten
Verfahren zur Festigkeitssteigerung von Folien sind keine Verstreckverfahren, sondern Reckverfahren.
Es wurde nun ein Verfahren gefunden zur Herstellung von Folien aus makromolekularen thermoplastischen
Kunststoffen, vorzugsweise Niederdruckpolyolefinen, bei dem man Rohre aus diesen Kunststoffen
an einem Ende durch Innendruck um einen gewünschten Betrag zu einer Schlauchfolie aufweitet,
das erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet ist, daß man die kugelförmig erfolgende, eine allseitige Verstreckung
bewirkende Aufweitung des an dem aufzuweitenden Ende geschlossenen Rohres in einem Temperaturbereich
vom Kristallitschmelzpunkt oder Erweichungspunkt bis 60° C, vorzugsweise bis 30= C
unterhalb dieser Punkte vornimmt und, ausgehend von dem hinteren, halbkugelförmigen Übergang zwischen
Rohr und Kugel, durch fortlaufende, halbkugelförmige Aufweitung des gesamten Rohres um den
gleichen Betrag die gewünschte Schlauchfolie herstellt.
Bei der erfindungsgemäßen halbkugelförmigen Verstreckung über die örtliche Einschnürung hinaus entsteht,
analog wie bei der einachsigen Verstreckung eines Zugstabes oder einer Faser, spontan eine örtliche
Dickenverminderung, die den unverstreckten Werkstoff von dem verstreckten abgrenzt. Diese
Dickenverminderung bildet sich am Übergang vom Rohr zur Halbkugel aus, wie es in Abb. 1 dargestellt
ist. Hierbei werden Festigkeitssteigerungen erzielt, die in der Größenordnung der Festigkeiten von einachsig
verstreckten Fasern liegen, also bis zu etwa 3000 kg/cm2. Das erfindungsgemäße Verfahren kann
auch so durchgeführt werden, daß mit der Verstrekkung direkt am oder dicht über dem Kristallitschmelzpunkt
bzw. Erweichungspunkt begonnen wird. In diesem Falle muß jedoch dafür gesorgt werden, daß
der Werkstoff im Anfangsstadium der Kugelbildung rasch unter die obengenannten Temperaturpunkte abkühlt,
so daß der Hauptteil der Verstreckung im erfindungsgemäßen Temperaturbereich erfolgt. Die Abkühlung
kann beispielsweise durch eine den Folienschlauch führende Hülse bewirkt werden (Abb. 6).
Bei Niederdruckpolyäthylen kann die Verstreckung des Rohres vorteilhaft in einem Temperaturbereich
vom Kristallitschmelzpunkt bis einige Grade unterhalb dieses Punktes, insbesondere bei Temperaturen
zwischen 125 und 130° C, jedoch unterhalb des Kristallitschmelzpunktes erfolgen. Der Kristallitschmelzpunkt
von Niederdruckpolyäthylen ist vom Molekulargewicht abhängig; er liegt bei den im vorliegenden
Beispiel verwendeten Sorten bei 125 bis 126° C.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich z. B. mit Kunststoffen, wie Polyvinylchlorid, Polytrifluorchloräthylen,
und Polyolefinen, wie Polyäthylen, durchführen. Besonders vorteilhaft läßt es sich mit Niederdruckpolyolefinen
durchführen.
Es kann vorteilhaft sein, nach der erfindungsgemäßen allseitigen Verstreckung eine Weiterverstrekkung
bei tieferen Temperaturen durchzuführen.
Im folgenden soll an einem Beispiel nachgewiesen werden, daß der angestrebte allseitige Verstreckungs-Vorgang
mit der angegebenen Festigkeitssteigerung nur unter Einhaltung der für den betreffenden Kunststoff
günstigen, engen Temperaturspanne möglich ist. Unterwirft man beispielsweise ein Rohr aus Niederdruckpolyäthylen
(Durchmesser = 32 mm, Wanddicke = 3 mm) bei Temperaturen unterhalb des obengenannten,
günstigen Bereiches einem steigenden Innendruck, dann baucht sich das Rohr zunächst
gleichmäßig auf, bis sich plötzlich in der Mitte eine Blase bildet, deren Wand wesentlich dünner ist als
das umgebende Material und die sofort nach ihrer Entstehung reißt (Abb. 2). Diese Blase entsteht dadurch,
daß das Rohr in der Umfangsrichtung einachsig verstreckt wird (die Umfangsrichtung ist bei
einem unter Innendruck stehenden Rohr die Richtung der größten Spannung). Da diese einachsige Verstreckung
auch nur eine einachsige Verfestigung zur Folge hat, bleibt die dazu senkrechte Richtung unverfestigt,
und die Blase reißt.
Führt man diesen Versuch jedoch in dem genannten günstigen Temperaturbereich (bei Niederdruckpolyäthylen
ζ. Β. 125° C) durch, dann erhält man die erwünschte allseitige Verstreckung des Rohres
zu einer hochfesten Folie (s. Abb. 1) mit Dicken von z. B. 0,3 bis 0,01 mm und Festigkeitswerten von
einigen 100 kg/cm2 bis zu etwa 3000 kg/cm2 in allen Richtungen. Die erreichte Festigkeit ist abhängig von
der Verformungstemperatur und der Dicke der Folien; letztere ergibt sich aus der Dicke des Ausgangsrohres
und dem Grad der Aufweitung.
Die Abb. 3, 4 und 5 sind Röntgenfeinstrukturaufnahmen,
die im Zusammenhang mit den vorstehend beschriebenen Versuchen hergestellt wurden.
Hierbei zeigt die Abb. 3 eine Röntgenaufnahme des unverstreckten Ausgangsrohres. Die nicht unterbrochenen
konzentrischen Ringe beweisen, daß das Material keine Molekülorientierung hat. Die Abb. 4
zeigt eine Röntgenfeinstrukturaufnahme der in Abb. 2 gezeigten, einachsig verstreckten Blase. Bei dieser
Aufnahme sind die Schwärzungen in der waagerechten und senkrechten Achse verschieden, und die Ringe
sind unterbrochen. Dies beweist, daß die Moleküle nur einachsig orientiert sind. Die Abb. 5 zeigt eine
Röntgenaufnahme einer nach dem erfindungsgemäßen Verfahren allseitig verstreckten Folie gemäß Abb. 1.
Hier sind die Ringe wieder nichtunterbrochen und konzentrisch; außerdem sind sie schärfer als in
Abb. 3; dies zeigt, daß eine allseitige Orientierung vorhanden ist (schärfere Ringe), die in allen Richtungen
gleich groß ist (keine Unterbrechungen in den Ringen). Hierdurch ist erwiesen, daß die gewünschte
allseitige Verstreckung unter hoher Verfestigung nur in dem erfindungsgemäßen Temperaturbereich möglich
ist. Die allseitige Verstreckung ist außerdem nur bei halbkugelförmiger Aufweitung des Rohres möglich,
wobei ein Spannungszustand mit zwei gleichen Hauptspannungen vorhanden ist. Er läßt sich sinngemäß
auf eine kontinuierliche Folienherstellung aus einem Rohr übertragen, wenn das aus dem Extruder
austretende Rohr einer kugelförmig erfolgenden, eine allseitige Verstreckung bewirkenden Aufweitung
unterworfen wird und, ausgehend von dem hinteren, halbkugelförmigen Übergang zwischen Rohr und
Kugel, durch fortlaufende, halbkugelförmige Aufweitung des gesamten Rohres um den gleichen Betrag
die gewünschte Schlauchfolie hergestellt wird, wobei die obengenannten erfindungsgemäßen Temperaturverhältnisse
vorhanden sein müssen.
Von dem allgemein gebräuchlichen Folienblasverfahren unterscheidet sich das erfindungsgemäße
Verfahren folgendermaßen:
1. Beim Folienblasverfahren wird zu Beginn des Prozesses ein stranggepreßter Schlauch (etwa
2V2 m Länge) allmählich auf der ganzen Länge
aufgeblasen und im wesentlichen in einer Richtung (Umfangsrichtung) aufgeweitet. Beim erfindungsgemäßen
Verfahren ist es Voraussetzung, daß aus dem Ausgangsrohr zuerst eine Kugel geblasen
wird und danach eine sukzessive und halbkugelförmige Aufweitung des nachfolgenden
Rohres erfolgt, damit die erzielte Aufweitung allseitig ist.
2. Beim Folienblasverfahren ist die Verformungstemperatur (z. B. 170° C bei Niederdruckpolyäthylen)
erheblich über dem Kristallitschmeizpunkt bzw. Erweichungsbereich, bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren liegt die Verformungstemperatur (z. B. 125° C bei Niederdruckpolyäthylenrohren)
am oder unterhalb desselben. 3. Niederdruckpolyoiefine sind unterhalb des Kristallitschmelzpunktes
teilkristallin, oberhalb desselben dagegen amorph. Beim normalen Folienblasverfahren
befindet sich daher das Material während des gesamten Auf weitungsvorganges im amorphen Zustand, beim erfindungsgemäßen
Verfahren dagegen im teilkristallinen Zustand. Dieser Unterschied ist die Ursache dafür, daß
beim normalen Folienblasverfahren keine oder nur sehr geringe, beim erfindungsgemäßen Verfahren
dagegen außerordentlich hohe Festigkeitssteigerungen erzielt werden können.
4. Beim Folienblasverfahren tritt aus dem unter 2 und 3 genannten Grunde keine örtliche Einschnürung auf, beim erfindungsgemäßen Verfahren ist dies jedoch Voraussetzung.
5. Das Aufweitverhältnis (= Durchmesser des Ausa° gangsrohres zu Durchmesser des aufgeblasenen
4. Beim Folienblasverfahren tritt aus dem unter 2 und 3 genannten Grunde keine örtliche Einschnürung auf, beim erfindungsgemäßen Verfahren ist dies jedoch Voraussetzung.
5. Das Aufweitverhältnis (= Durchmesser des Ausa° gangsrohres zu Durchmesser des aufgeblasenen
Folienschlauches) ist beim normalen Folienblasverfahren auf etwa 1: 3, höchstens 1:4 begrenzt,
da bei Überschreiten dieser Grenze unzulässig große Dickenunterschiede in der Folie
entstehen, die zum Reißen führen. Beim erfindungsgemäßen Verfahren kann demgegenüber
das Aufweitverhältnis bis auf 1:15 und darüber
gesteigert werden, ohne daß unzulässige Dickenunterschiede oder Reißen zu befürchten sind.
Der Grund für diesen wesentlichen Unterschied ist folgender:
Beim erfindungsgemäßen Verfahren sowie auch beim normalen Folienblasverfahren erleiden dünnere
Stellen, die im Ausgangsrohr nie völlig vermieden werden können, eine bevorzugte Dehnung beim Aufblasen.
Da jedoch beim erfindungsgemäßen Verfahren die Dehnung mit einer Verfestigung verbunden ist, so
kommt diese unerwünschte bevorzugte Dehnung zum Stillstand, sobald die Verfestigung genügend hoch ist.
Die Dehnung verlagert sich dann von selbst auf die übrigen, noch nicht so stark gedehnten Gebiete. Die
Dicke der Folie regelt sich auf diese Weise praktisch von selbst, ohne irgendwelche zusätzlich notwendige
Maßnahmen und wird außerordentlich gleichmäßig. Anders ist es hingegen beim normalen Folienblasverfahren,
bei dem keine Verfestigung erzielt wird. Dünnere Stellen, die bevorzugt von der Dehnung erfaßt
werden, dehnen sich immer weiter, ohne daß eine selbsttätige Verlagerung der Dehnung auf die
benachbarten, dickeren Stellen erfolgt. Die Folge von zu hohen Aufweitverhältnissen ist daher eine Folie
mit ungleichmäßiger Dicke oder gar Reißen der Folie an den Stellen zu hoher Dehnung.
Ein Rohrstück von etwa 0,5 m Länge aus Niederdruckpolyäthylen, Innendurchmesser 25 mm, Wanddicke 2,5 mm, wird durch Eintauchen in ein Flüssigkeitsbad
auf etwa 125° C erwärmt. Beim Herausnehmen aus dem Bad bleibt das untere Ende noch
kurze Zeit eingetaucht, so daß dort das Material etwas weicher als am übrigen Rohrstück ist. Durch
Druckluft wird das untere, verschlossene Rohrende kugelförmig in einer Hülse mit einem Durchmesser
von 110 mm aufgeblasen. Sobald die kugelförmig aufgeblasene Zone an der Hülse anliegt, wandert sie
sukzessive nach oben über die gesamte Länge des Rohrstückes weiter. Der so entstandene Folien-
schlauch hat eine Dicke von etwa 0,1 mm und eine Festigkeit in allen Richtungen von 1500 kg/cm2.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Folien aus makromolekularen, thermoplastischen Kunststoffen,
vorzugsweise Niederdruckpolyolefinen, bei dem man Rohre aus diesen Kunststoffen an einem
Ende durch Innendruck um einen gewünschten Betrag zu einer Schlauchfolie aufweitet, dadurch
gekennzeichnet, daß man die kugelförmig erfolgende, eine allseitige Verstreckung bewirkende
Aufweitung des an dem aufzuweitenden Ende geschlossenen Rohres in einem Temperaturbereich
vom Kristallitschmelzpunkt oder Erweichungspunkt bis 60° C, vorzugsweise bis 30° C unterhalb
dieser Punkte vornimmt und, ausgehend von dem hinteren halbkugelförmigen Übergang zwischen
Rohr und Kugel, durch fortlaufende, halbkugelförmige Aufweitung des gesamten Rohres um den
gleichen Betrag die gewünschte Schlauchfolie herstellt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Rohre aus Niederdruckpolyolefinen
im Kristallitschmelzbereich oder dicht darüber verstreckt werden, wobei die Aufweitung
sehr schnell erfolgt und eine rasche Abkühlung des Folienschlauches durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Rohre aus Niederdruckpolyäthylen
im Temperaturbereich vom Kristallitschmelzpunkt bis einige Grad unterhalb dieses
Punktes verstreckt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Rohre aus Niederdruckpolyäthylen
im Temperaturbereich zwischen 125 und 130° C, jedoch unterhalb des Kristallitschmelzpunktes
verstreckt werden.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 655 013, 675 525,
364, 831313, 858 771;
Deutsche Patentschriften Nr. 655 013, 675 525,
364, 831313, 858 771;
kanadische Patentschrift Nr. 505 209;
USA.-Patentschrift Nr. 2412187;
»Kunststoff-Rundschau«, 1955, Heft 9, S. 318.
USA.-Patentschrift Nr. 2412187;
»Kunststoff-Rundschau«, 1955, Heft 9, S. 318.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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