DE1087679B - Schnellschalter mit Schlaganker - Google Patents
Schnellschalter mit SchlagankerInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen einpoligen schlagankerbetätigten
Schnellschalter, insbesondere für Gleichstromanlagen.
Bekannte Schnellschalter dieser Art besitzen ein Magnetsystem zur Auslösung des Schalters bei Über-
bzw. Rückströmen, das aus einem Halte- und einem Abreißmagnet besteht. Zwischen ihnen ist ein Schlaganker
angeordnet. Die Schnellschalter arbeiten gewöhnlich mit einem ein- oder zweistufigen Kontaktsystem,
letzteres besteht dann aus Haupt- und Abreißkontakt. Bei dem Öffnen der Kontakte entsteht ein
Lichtbogen, der durch magnetische Blasung in eine Löschkammer getrieben wird. Zur besseren Beherrschung
der Lichtbogenlöschung sind auch Schnellschalter bekannt, bei denen mehrere Kontakttrennstellen,
z. B. nach Art einer Kontaktbrücke, hintereinandergeschaltet sind.
Es ist auch ein Schnellschalter mit zwei gleichartigen, aber voneinander unabhängig wirkenden Haltemagnetsystemen
bekannt. Die beiden Haltemagnetjoche haben einen Schenkel gemeinsam, auf dem eine
gemeinsame Spannungsspule sitzt. Jeder Haltemagnet besitzt einen eigenen Anker. Die Anker sind gelenkig
durch eine Traverse verbunden, über die ein Kontaktsystem betätigt wird. Die beiden unabhängigen
Magnetsysteme haben die Aufgabe, den Schalter auch für Wechselstrom geeignet zu machen. Je nachdem,
ob während der positiven oder negativen Halbwelle ein Überstrom einsetzt, wird der Anker des einen oder
anderen Magnetsystems abgerissen und bewirkt über das Gestänge die Öffnung des beweglichen Kontaktes.
Es ist ferner ein Schnellauslösemagnet bekannt, bei · dem der Magnet dreischenkelig ausgebildet ist. Der
mittlere Schenkel des Magnets trägt die Erregerspule. Ein im magnetischen Nebenschluß liegendes Streujoch
verbindet die äußeren Schenkel miteinander. Im Ruhezustand liegt der Anker am Streujoch an.
Die Erfindung betrifft einen schlagankerbetätigten Schnellschalter mit Halte- und Abreißmagnet und
mehreren in Reihe liegenden Kontakttrennstellen. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schnellschalter für
hohe Gleichspannungen bis 3000 Volt mit möglichst geringen äußeren Abmessungen zu schaffen, der z. B.
für den Unterflureinbau auf gleichstrombetriebenen Bahnfahrzeugen geeignet ist, auf denen für die Unterbringung
der elektrischen Einrichtungen nur ein beschränkter Raum zur Verfügung steht.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß bei Verwendung eines gemeinsamen Schlagankers
jeder Kontakttrennstelle ein besonderes Magnetkreissystem,
bestehend aus Halte- und Abreißmagnet, zugeordnet ist und daß der bewegliche Kontakt jeder
Kontakttrennstelle teilweise vom Eisen des gehörigen Abreißmagnets umschlossen ist.
Schnellschalter mit Schlaganker
Anmelder:
LICENTIA Patent-Verwaltungs - G. m. b. H.,
Frankfurt/M., Theodor-Stern-Kai 1
Heinz Fehling, Neumünster,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
zu-Der Schlaganker trifft nach einem weiteren Erfindungsgedanken auf einen mehrarmigen Auslösehebel,
der unmittelbar eine Sperrklinke von Kontakthebeln abhebt und zugleich die Kontakthebel und das Schloß
entklinkt. Der Schlaganker ist aus mehreren magnetisch leitenden Teilen aufgebaut, die jeweils einem
Magnetkreissystem zugeordnet sind. Die einzelnen Teile sind durch unmagnetische, mechanisch sehr feste
Kunststoffplatten zu einem Ganzen verbunden. Der mehrarmige Auslösehebel und die Kontakthebel sind
auf derselben Achse jeder für sieb drehbar gelagert. Der Auslösehebel besitzt Mitnehmerarme, die sich
beim Auslösen des Schalters gegen Vorsprünge der beweglichen Kontakthebel legen und die öffnung der
Kontakte bewirken. Die relative Stellung des mehrarmigen Auslösehebels zu den Kontakthebeln bei Berührung der Vorsprünge der Kontakthebel ist einstellbar.
Jedem Magnetkreissystem ist eine vom Hauptstrom durchflossene Auslösespule zugeordnet. Die
Auslösespulen sind über die Kontakttrennstellen in Reihe geschaltet und wirken zugleich als Blassp.ulen.
Jeder Trennstelle ist eine besondere Lichtbogenlöschkammer zugeordnet, die wegen der Aufteilung der
Lichtbogenspannung auf verschiedene Trennstellen in ihren Abmessungen klein gehalten werden kann. Die
beweglichen Kontakte sind in bekannter Weise als Kontakthebel ausgebildet und voneinander isoliert auf
einer gemeinsamen, etwa in der Mitte zwischen den beiden Enden der Hebel befindlichen Achse einzeln
drehbar angeordnet und einzeln abgefedert.
Die Erfindung gibt eine völlig neuartige Grundkonzeption für den Bau von Schnellschaltern an. Ein
erfindungsgemäß aufgebauter Schnellschalter beansprucht gegenüber den bekannten Ausführungen sehr
wenig Einbauraum und gewährleistet auch bei höheren Gleichspannungen schnelle und sichere Abschaltungen.
009 588/314
Außer der gedrängten räumlichen Anordnung ergibt sich der Vorteil, daß die dynamischen Kraftwirkungen
auf die parallel laufenden Kontakthebel durch die Eisenblechpakete der Abreißmagnete neutralisiert
werden. Die zu jedem Magnetkreissystem gehörende Auslösespule wird auch als Blasspule für die dem jeweiligen
Magnetkreis räumlich zugeordnete Kontakttrennstelle verwendet. Die jeweiligen Blasfelder liegen
stets in Richtung des gewünschten Lichtbogenablaufs. Dadurch, daß jeder bewegliche Kontakthebel einzeln
abgefedert ist, wird auch bei ungleichmäßigem Abbrand der einzelnen Kontaktstellen ein einwandfreier
Kontaktdruck erreicht.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel mit zwei in Reihe geschalteten Kontakttrennstellen und
zwei Auslösemagnetsystemen dargestellt.
Fig. 1 zeigt schematisch den Aufbau der Magnetkreissysteme und die Anordnung der Kontakttrennstellen;
Fig. 2 zeigt die Wirkung der magnetischen Blasung;
Fig. 2 a und 2b stellen räumliche Vektordiagramme dar;
Fig. 3 zeigt eine perspektivische Ansicht des beweglichen Kontakthebelsystems und des mehrarmigen
Auslösehebels;
Fig. 4 zeigt den Schlaganker;
Fig. S stellt eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels dar, wobei die Rahmenteile und die Löschkammern
der besseren Übersicht wegen fortgelassen sind.
Der erfindungsgemäß angegebene Schnellschalter nach dem Ausführungsbeispiel in Fig. 1 ist aus zwei
getrennten, jedoch gemeinsam arbeitenden Magnetkreissystemen aufgebaut. Die Magnetkreissysteme sind
dicht nebeneinandergesetzt und durch die Isolierwand 8 getrennt. Dem Abreißmagnetpaar 1, 1 α steht
ein im magnetischen Nebenschluß liegendes Haltmagnetpaar 2, 2 a gegenüber, das an seinen freien Polflächen
3, Za den Schlaganker 4 festhält. Der Schlaganker
(Fig. 4) besteht aus zwei symmetrischen Winkelstücken 5, 5 a, die durch zwei zähe, unmagnetische,
isolierende Kunststoffplatten 6, z. B. aus Nylon, mechanisch starr verbunden sind. Der Schlaganker 4
gleitet auf dem Führungssteg 7, der ebenfalls aus Isolierstoff besteht, und durchläuft, beim Abreißen
vom Haltemagnet den dargestellten Luftspalt.
Auf den beiden Abreißmagneten 1, 1 α sitzen die in Reihe geschalteten Auslösespulen 9, 9 a, mit denen
wiederum die Kontakttrennstellen 10, 10 a in Reihe liegen. Die "beweglichen Kontakthebel 12 und 12» sind
über biegsame Zuleitungsbänder 13,13 α angeschlossen.
Die Auslösespulen dienen gleichzeitig zum Aufbau des magnetischen Blasfeldes. Mit 11 ist in Fig. 5 das Blasmagneteisen
angedeutet. In Fig. 2, 2 a und 2 b ist schematisch die Wirkung der magnetischen Blasung
auf die Lichtbögen dargestellt. Fig. 2 a zeigt in einem räumlichen Vektordiagramm den Zusammenhang zwischen
Strom I, dem Blasfeld HB und der daraus resultierenden
Kraft KB für das linke Magnetkreissystem, Fig. 2 b für das rechte Magnetkreissystem.
Wie Fig. 1 zeigt, fließt der Strom / vom Festkontakt 14a· über den beweglichen Kontakt 12 a, die bewegliche
Kontakttrennstelle 10 wieder zurück zum anderen Festkontakt 14. Hierbei werden in den beiden
Magnetkreissystemen von den Spulen 9, 9 α die Flüsse Φ Α erzeugt, von denen Teilflüsse Φ Η in die wesentlich
schwächer ausgelegten Haltemagnete 2, 2 a, übertreten. Die Teilflüsse Φ H dienen zum Festhalten des
Schlagankers 4. Im Störungsfalle wird bei ansteigendem Strom in jedem Magnetsystem der Fluß ΦΑ sehr
groß gegenüber Φ H, so daß in Abhängigkeit vom Luftspalt von einem bestimmten Stromwert an der
Schlaganker von den Haltemagneten weggerissen wird. Der Auslösewert ist durch Veränderung des
Luftspaltes einstellbar. Dabei trifft der Schlaganker auf die beiden Schlagarme 15 des sechsarmigen Auslösehebels
16, dessen Mitnehmerarme 17 die beiden Kontakthebel aufdrücken. Beide Kontakte werden dadurch
gleichzeitig schlagartig geöffnet. Zugleich hebt das Gabelpaar 19 des Auslösehebels die zweiarmige
ίο Verriegelungsklinke 20 an und entriegelt das Kontaktsystem
vollständig. Das Rückzugsfederpaar 21 führt schließlich beide Kontakthebel in die endgültige öffnungsstellung.
Durch das Federpaar 21 wird außerdem nach Freigäbe des Schließhebels 22 über die von den Hebelarmen
18, 18a betätigte Halteklinke 23 das Schloßsystem 20, 22 in die zum erneuten Einschalten notwendige
Ausgangslage gebracht. Die Kontakthebel und der sechsarmige Auslösehebel sind einzeln drehbar
auf die Achse 30 gesetzt. Jeder Kontakthebel ist einzeln über die Kontaktdruckfeder 28 abgefedert.
Die Kupplung des mehrarmigen Auslösehebels mit
Die Kupplung des mehrarmigen Auslösehebels mit
. dem Kontakthebelsystem erfolgt über die Mitnehmerarme 17, die sich gegen die Vorsprünge 29 der Hebel-
arme 18, 18 a anlegen. Die Stellung des sechsarmigen Auslösehebels zu den Kontakthebeln kann durch Gewindebolzen
27 eingestellt werden.
Der Schnellschalter gemäß der Erfindung spricht in beiden Stromrichtungen an. Durch Zusatzmaßnahmen
kann in bekannter Weise die Auslösung des Schalters bei verschiedenen Vorwärts- und Rückwärtsstromwerten
erfolgen. Auch kann der Schnellschalter durch das Aufbringen von in Reihe liegenden kurzgeschlossenen
Zusatzspulen 24 und 24 a auf beide im Nebenschluß liegenden Haltemagnete 2 und 2 a stromanstiegsempfindlich
gemacht werden. Legt man in Reihe mit den kurzgeschlossenen Zusatzspulen ein Gleichrichterventil,
so wird für eine Stromrichtung eine Auslösung bei dem eingestellten Überstromwert erzielt, während
die Auslösung für die andere Stromrichtung stromänderungsempfindlich ist.
Eine weitere Stromänderungsempfindlichkeit erzielt man durch Anlegen einer Hilfsstromquelle 26 an die
Zusatzspulen; wird durch Einfügen eines Gleichrichterventils 25 die induzierende Wirkung der Spulen in
einer Stromrichtung aufgehoben, so ist die Auslösung ■des Schnellschalters in der einen Stromrichtung stark
■dijdt-emp&ndlich. und in der anderen Stromrichtung
neutral.
Claims (8)
1. Schlagankerbetätigter Schnellschalter mit Halte- und Abreißmagnet und mehreren in Reihe
liegenden Kontakttrennstellen, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung eines gemeinsamen
Schlagankers jeder Kontakttrennstelle ein besonderes Magnetkreissystem, bestehend aus Halte-
und Abreißmagnet, zugeordnet ist und daß der bewegliche Kontakt jeder Kontakttrennstelle teilweise
vom Eisen des zugehörigen Abreißmagnets umschlossen ist.
2. Schnellschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlaganker auf einen mehrarmigen
Auslösehebel trifft, der unmittelbar eine Sperrklinke von Kontakthebeln abhebt und zugleich
die Kontakthebel und das Schloß entklinkt.
3. Schnellschalter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beweglichen Kontakthebel
voneinander isoliert auf einer gemein-
samen, etwa in der Mitte zwischen den beiden Enden der Hebel befindlichen Achse einzeln drehbar
angeordnet und einzeln abgefedert sind.
4. Schnellschalter nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der mehrarmige Auslösehebel
und die Kontakthebel auf ein und derselben Achse gelagert sind.
5. Schnellschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlaganker aus mehreren
magnetisch leitenden Teilen besteht, die jeweils einem Magnetkreissystem zugeordnet sind und
mechanisch starr, z. B. durch zähe, hochfeste, unmagnetische Kunststoffplatten auf Polyamidbasis,
miteinander verbunden sind.
6. Schnellschalter nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der mehrarmige Auslösehebel
Mitnehmerarme besitzt, die sich beim Auslösen des Schalters gegen Vorsprünge der beweglichen
Kontakthebel legen und so die Kupplung der Kontakthebel mit dem Auslösehebel bewirken.
7. Schnellschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Magnetkreissystem eine
auf dem Joch des entsprechenden Abreißmagnets sitzende, vom Hauptstrom durchflossene Auslösespule
zugeordnet ist, die über die Kontakttrennstellen in Reihe geschaltet und zugleich die Blasspulen
sind. ,
8. Schnellschalter nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Kontakttrennstelle
eine besondere Lichtbogenlöschkammer zugeordnet ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 336 209.
Deutsche Patentschrift Nr. 336 209.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
β 009 588/314 8.60
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