Verfahren zurr Färben oder Bedrucken von Textilmaterialien Gegenstand des Hauptpatentes ist ein Verfahren zum Färben und Bedrucken von Textilmaterialien, bei dem man die Materialien einerseits mit Um setzungsprodukten von Diketen mit durch Poly- alkylenglykol oder Polyalkylenoxyd modifizierten Polyvinylalkoholen und anderseits mit stabilisierten Diazoniumverbindungen klotzt bzw.
bedruckt. Ein weiterer Gegenstand des Hauptpatentes sind Druck pasten und Klotzflotten zur Durchführung dieses Ver fahrens.
Als Weiterentwicklung und Verbesserung dieses Verfahrens wurde nun gefunden, dass man bei sonst gleicher Arbeitsweise als Filmbildner anstelle des Umsetzungsproduktes von Diketen mit durch Poly- alkylenglykol bzw. Polyalkylenoxyd modifiziertem Polyvinylalkohol mit Vorteil ein Produkt einsetzen kann, das durch Umsetzung von Diketen mit einem durch Polyvinylpyrrolidon modifiziertem Polyvinyl- alkohol erhalten wurde.
Bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung werden auf die zu färbenden oder zu bedruckenden Textilmaterialien A. durch Polyvinylpyrrätidon modifizierte Poly- vinylacetessigester und B. stabilisierte Dsazoniumverbindungen aufgebracht und danach wird zur Fixierung neutral oder sauer gedämpft oder kurze Zeit auf hohe Tem peraturen erhitzt. Auf die Textilmaterialien können gleichzeitig ausserdem Aminoplastvorkondensate, die partiell oder vollständig veräthert sein können, mit aufgebracht werden.
Das Auftragen der beiden Kom ponenten A und B kann aus wässrigen Zubereitungen, entweder in einem Arbeitsgang oder nacheinander getrennt vorgenommen werden. Im letzteren Falle werden die Aminoplastkondensate, ;sofern solche mitverwendet werden, zweckmässig zusammen mit der Komponente A auf das zu färbende Textil material aufgetragen.
Die Fixierung der Färbung und Drucke kann durch Erhitzen auf Temperaturen über 90 C, und zwar wahlweise durch einen neutralen oder sauren Dämpfprozess bei Temperaturen von etwa 90 bis etwa 120 C während 5 bis 10 Minuten oder durch trockenes Erhitzen auf höhere Temperaturen, vor zugsweise während 30 Sekunden bis 10 Minuten, auf Temperaturen oberhalb 100 C, je nach Art des zu färbenden Textilmaterials bis auf etwa 200 C vor genommen werden.
Bei beiden Fixierungsarten kann ausserdem noch eine Nachbehandlung mit einer wässrigen Form aldehydlösung vorgenommen werden. Diese Nach behandlung erfolgt vorzugsweise in der Wärme, z. B. während etwa 1/2 bis 2 Minuten bei 90 bis 100 C. Die Konzentration des Formaldehyds wird meist bei etwa 1 bis 10, vorzugsweise 2 bis 5 g/1, gehalten. Die Nachbehandlung mit Formaldehyd kann auch mit der Fixierung durch Dämpfen verbunden werden, in dem das Dämpfen bei gleichzeitiger Anwesenheit von Formaldehyd erfolgt. Anschliessend kann zur Fertigstellung wie üblich geseift und gespült werden.
Die erfindungsgemäss als Filmbildner verwendeten, durch Polyvinylpyrrolidon modifizierten Polyvinyl- acetessigester können hergestellt werden, indem man Polyvinylalkohol, der durch Polyvinylpyrrolidon modifiziert ist, in an sich bekannter Weise mit Di- keten umsetzt. Es können hierbei auch Pol'yvinyl- alkohole verwendet werden, die ausser Vinylpyrroli- doneinheiten noch Vinylestereinheiten,
vorzugsweise Vinylacetateinheiten, im Molekül enthalten.
Für die Umsetzung mit Diketen können Poly- vinylalkohole herangezogen werden, die durch Ver- seifung bzw. Umesterung von Pfropfpolymerisation von Vinylestern, vorzugsweise Vinylacetat, mit Poly- vinylpyrrolidon gewonnen wurde.
Der K-Wert der Pfropfpolymerisate ist nicht von entscheidender Be deutung; bevorzugt kommen solche mit K-Werten zwischen 15 und 95 in Betracht. Die Herstellung der genannten Pfropfpolymerisate kann z. B. nach dem Verfahren der Deutschen Auslegeschrift Nr. 1 149904 erfolgen. Hiernach wird die Pfropf polymerisation in einem geeigneten Lösungsmittel für das Polyvinylpyrrolidon in Gegenwart von ra- dikalischen Katalysatoren, wie z.
B. organischen Peroxyden, Persalzen, Hydroperoxyden, Redoxkata- lysatoren, vorzugsweise Azoverbindungen, und/oder unter Bestrahlung mit ultraviolettem Licht unter an sich bekannten Bedingungen vorgenommen. Als Lö sungsmittel sind z. B. geeignet: Ketone, Wasser oder auch Vinylester selber, oder bevorzugt Alkohole, entweder allein oder in Mischung mit anderen Lö sungsmitteln.
Die zur Anwendung kommende Poly- merisationstemperatur richtet sich nach dem je weiligen Vinylester und vor allem der Art des Kata- lysators. Bei Verwendung von peroxydischen Kata lysatoren arbeitet man im allgemeinen bei etwa 40 bis 100 C, bei Redoxysystemen bei 0 bis 40 C.
Als Vinylester eignen sich z. B. Vinylpropionat, Vinylbutyrat, Vinylstearat, Vinylbenzoat, und be sonders Vinylacetat. Dabei können diese Vinylester allein oder auch in Mischung miteinander oder im Gemisch mit anderen mischpolymerisierbaren Ver bindungen, wie Maleinsäureestern oder Fumarsäure- estern, polymerisiert werden.
Das Molekulargewicht des Polyvinylpyrrolidons kann in weiten Grenzen variieren, vorzugsweise wird ein Polyvinylpyrrolidon mit K-Werten (gemessen in 1 %iger methanolischer Lösung) von etwa 10 bis 100 verwendet; jedoch können auch höher- oder niedriger molekulare Produkte eingesetzt werden, wenn sie in der Reaktionsmischung wenigstens etwas löslich sind.
Es ist ein Vorteil im Hinblick auf die Erzielung beständiger Dispersionen, für die Umsetzung mit Diketen solche Verseifungs- bzw. Umesterungs- produkte der genannten Pfropfpolymerisate einzu setzen, die ausser Vinylalkoholeinheiten und Vinyl- pyrrolidoneinheiten im Molekül noch Vinylester- einheiten, vorzugsweise Vinylacetateinheiterl, ent halten.
Der Gehalt der modifizierten Polyvinylalkohole an diesen Vinylacetateinheiten kann etwa 6 bis 30 Gewichtsprozent, vorzugsweise 15 bis 25 Gewichts prozent betragen.
Die modifizierten Polyvinylalkohole enthalten als übrige Komponente im allgemeinen 42 bis 86 Ge wichtsprozent, vorzugsweise 45 bis 70 Gewichts prozent, Polyvinylalkoholeinheiten und etwa 8 bis 28 Gewichtsprozent, vorzugsweise 15 bis 30 Ge wichtsprozent, Vinylpyrrolidoneinheiten.
Derartige modifizierte Polyvinylalkohole können durch partielle Verseifung bzw. Umesterung von Pfropfpolymerisaten von Polyvinylpyrrolidonen im Verhältnis <B>95:</B> 5 bis<B>80:</B> 20, vorzugsweise 90 :<B>10</B> bis <B>80:</B> 20, nach bekannten Methoden hergestellt werden.
Die vollständige oder teilweise Verseifung der Vinyl- estergruppen wird im allgemeinen in Gegenwart niederer Alkohole, vorzugsweise Methanol und Äthanol, oder auch eines Gemisches aus Methanol und Methylacetat vorgenommen; sie kann nach den bekannten Verfahren alkalisch oder sauer, bei Zim mertemperatur oder auch bei erhöhter Temperatur, z. B. bei Siedetemperatur des Lösungsmittels, in jeweils gewünschtem Umfang, vorzugsweise zu 20 bis 100 Gewichtsprozent, der im Pfropfpolymerisat enthaltenen Estereinheiten erfolgen.
Die Umsetzung der modifizierten Polyvinylalko- hole mit Diketen kann nach verschiedenen an sich bekannten Verfahren erfolgen; es sei auf die ent sprechenden Angaben des Hauptpatentes Nr. 375 812 verwiesen.
Die gemäss dem Verfahren der vorliegenden Er findung verwendeten Polyvinylacetessigester, die durch Polyvinylpyrrolidon modifiziert sind, sind überraschend deutlich stabiler als die durch Poly- alkylenglykol bzw. Polyalkylenoxyd modifizierten Acetessigester, wie sie in dem Verfahren des Haupt patentes zur Anwendung kommen.
Die erfindungs gemäss wässrigen Zubereitungen mit durch Polyvinyl- pyrrolidon modifizierten Polyvinylacetessigestern be sitzen daher eine bedeutend längere Haltbarkeit, auch bei höheren Temperaturen, als die Zubereitungen gemäss Hauptpatent. Diese erhöhte Haltbarkeit wirkt sich in der Praxis besonders im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der Arbeitsweisen und auf eine Arbeitserleichterung aus, da ein sonst öfter erforder liches neues Ansetzen der Zubereitungen nicht not wendig ist.
Auch hinsichtlich der Sicherheit der Durch führung der Druck- und Färbevorgänge weisen die erfindungsgemässen Zubereitungen deutliche Vor teile auf, da ein sonst oft beobachtetes Zusetzen der Filmdruckschablonen und Rouleauxdruckgravuren nicht mehr auftritt, wodurch zeitraubende und kost spielige Reinigungsarbeiten vermieden werden.
Gegenüber den bisher verwendeten Polyvinyl- alkoholen besteht bei den durch Polyvinylpyrrolidon modifiziertem Polyvinylalkohol der Vorteil, dass eine vorherige Mahlung dieser Substanzen nicht erfor derlich ist, da für sie Eisessig ein hervorragendes Zerteilungs- bzw. Quellungsmittel darstellt, so dass auch sehr grobkörnige Anteile schnell in feine Flok- ken zerfallen.
Als stabilisierte Diazoniumverbindungen kommen bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung in erster Linie solche in Betracht, wie sie als Echt färbesalze vorliegen (vgl. z. B. Ull.mann Encyclo- pädie der Technischen Chemie , 3. Auflage, München 1954, Bd. 5, Seiten 795 bis 797 und Bd. 4, Seiten 138 und 139).
Als gegebenenfalls mitzuverwendende Amino- plastvorkondensate,, deren Methylgruppen partiell oder vollständig durch niedere Alkohole veräthert sein können, kommen die im Hauptpatent genannten Produkte in Frage. Es handelt sich hierbei in erster Linie um N-Methylolverbindungen, wie sie durch Umsetzung von 1 Mol Harnstoff und 1 bis 4 Mol Formaldehyd oder von 1 Mol Melamin und 1 bis 6 Mol Formaldehyd entstehen.
Für die Verätherung der Methylolreste der Vorkondensate kommen niedere mono- oder bifunktionelle aliphatische Alkohole mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Methanol, Butanol, Äthylenglykol und Butandiol-1,4, oder Ge mische dieser Alkohole, in Betracht.
Die Amino- plastvorkondensate und deren Methyläther kommen bevorzugt beim Färben oder Zerdrücken von Ma terialien oder Regeneratzellulose zur Anwendung.
In den gemäss dem Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendeten Zubereitungen kann das Ver hältnis der einzelnen Komponenten - des modifizier ten Polyvinylacetessigesters, der stabilisierten Diazo- niumverbindung und des gegebenenfalls mitzuver- wendenden Aminoplastvorkondensats - in weiten Grenzen schwanken. Die Menge der Diazonium- verbindung richtet sich in erster Linie nach der Tiefe der gewünschten Färbung.
Im allgemeinen kommen auf 1 Gewichtsteil des modifizierten Polyvinylacet- essigesters 0,05 bis 0,5 Gewichtsteile der stabilisierten Diazoniumverbindung sowie gegebenenfalls 0,5 bis 1,5 Gewichtsteile des Aminoplastvorkondensats zur Anwendung.
Zur Herstellung von Druckpasten kann die sta bilisierte Diazoniumverbindung als farbgebende Komponente einer aus dem modifizierten Polyvinyl- acetessigester und einem Verdickungsmittel, wie z. B. Tragart, Alginat, Stärke, Pflanzengummi, einer Ben zinemulsion oder dergleichen sowie gegebenenfalls Aminoplastvorkondensat hergestellten wässrigen Zu bereitung beigemischt werden. In einer Abwandlung der üblichen Druckverfahren ist es jedoch auch mög_ lich, zunächst die aus den obergenannten zwei bzw.
drei Komponenten, dem modifizierten Polyvinylacet- essigester, dem Verdickungsmittel und gegebenen falls dem Aminoplastvorkondensat bestehende Druck paste als solche auf das Substrat aufzubringen, bei Temperaturen bis zu etwa 80 C zu trocknen und auf das so bedruckte Material anschliessend auf be liebige Weise, z. B. durch Eintauchen, eine Lösung des stabilisierten Diazoniumsalzes aufzutragen. Hier bei findet an den bedruckten Stellen des Materials eine Kupplung mit der Diazoniumverbindung statt.
Zum Färben kann in analoger Arbeitsweise das zu färbende Material mit einer den durch Polyvinyl- pyrrolidon modifizierten Polyvinylacetessigester und gegebenenfalls ein Aminoplastvorkondensat sowie gegebenenfalls ein Verdickungsmittel enthaltenden wässrigen Lösung imprägniert und nach dem Trocknen bei Temperaturen bis zu 80 C. z. B. durch Klotzen mit einer Diazoniumsalziösung behandelt werden.
Es kann jedoch auch eine Klotzflotte verwendet werden, die bereits die stabilisierte Diazoniumverbindung enthält.
Nach dem Drucken oder Klotzen erfolgt die Fertigstellung wie beschrieben entweder durch Dämp fen oder trockenes Erhitzen und gegebenenfalls nach trägliches Behandeln mit Formaldehyd oder auch durch Dämpfen in Gegenwart von Formaldehyd.
Als zu bedruckendes oder zu färbendes Material kommen Fasern und textile Flächengebilde, wie z. B. Gewebe, Gewirke, Gestricken, Faservliese und der gleichen, aus nativer oder regenerierter Cellulose, acetalisierter Cellulose, Wolle, Seide oder vollsyn thetischen Fasern, wie z. B. Polyamid-, Polyester-, Polyacrylnitril-, Dinitril-, Polyvinylchloridfasern, fer ner Glasfasern oder Asbest, in Betracht. Es werden Färbungen und Drucke von guten Echtheiten und angenehmem Griff erhalten.
<I>Beispiel 1</I> Ein Baumwollgewebe wird mit einer Druckpaste folgender Zusammensetzung bedruckt:
EMI0003.0083
200 <SEP> Gewichtsteile <SEP> der <SEP> 35 <SEP> %igen <SEP> wässrigen <SEP> Lö sung <SEP> eines <SEP> wie <SEP> nachfolgend <SEP> beschrieben
<tb> hergestellten, <SEP> durch <SEP> Polyvinylpyrrolidon
<tb> modifizierten <SEP> Polyvinylacetessigesters,
<tb> 30 <SEP> Gewichtsteile <SEP> einer <SEP> 80 <SEP> %igen <SEP> wässrigen <SEP> Lö sung <SEP> von <SEP> Dimethylolharnstoff, <SEP> der <SEP> pro <SEP> Mo\1
<tb> Vorkondensat <SEP> mit <SEP> 1 <SEP> Mol <SEP> Methanol <SEP> und
<tb> 1 <SEP> Mol <SEP> Butandiol-1,4 <SEP> veräthert <SEP> ist,
<tb> 10 <SEP> Gewichtsteile <SEP> eines <SEP> durch <SEP> Zinkchlorid <SEP> sta bilisierten <SEP> Diazoniumchlorids <SEP> des <SEP> 5-Amino 2-benzoyl-amino-1,
4 <SEP> - <SEP> diäthoxy <SEP> - <SEP> benzolchlor..
<tb> hydrats <SEP> und
<tb> 760 <SEP> Gewichtsteile <SEP> einer <SEP> nachfolgend <SEP> beschrie benen <SEP> Öl-in-Wasser-Emulsion.
<tb> 1000 <SEP> Gewichtsteile. Nach dem Drucken und Trocknen wird 5 Minuten auf 150 C erhitzt, anschliessend 1 Minute bei 95 C mit 2 g/1 Formaldehydlösung (40 %ig) nachbehandelt und hierauf gespült und getrocknet. Der lebhafte, rotstichig gelbe Druck zeichnet sich durch angenehmen Griff und gute Echtheiten aus.
Herstellung des durch Polyvinylpyrrolidon modi- fizierten Polyvinylacetessigesters: a) Herstellung des Ausgangspfropfpolymerisates von Polyvinylpyrrolidon auf Vinylacetat In einem Kessel mit Rühren und Rückflusskühler werden 900 Gewichtsteile Vinylacetat, 100 Gewichts teile Polyvinylpyrrolidon vom K-Wert 31,2 Ge wichtsteile a,
a'-Azo-diisobutyronitril und 500 Ge wichtsteile Methanol 10 Stunden bei 90 C Wasser badtemperatur unter Rückfluss gerührt. Nach jeweils 3, 5 und 7 Stunden werden je 1 Gewichtsteil a,a'- Azo-diisobutyronitril, gelöst in jeweils 50 Gewichts teilen Methanol, zugegeben. Dann werden zur Ent fernung geringer Mengen nicht umgesetzten Vinyl- acetats 150 Gewichtsteile Lösungsmittel bei atmo sphärischem Druck abdestilliert und durch frisches Methanol ersetzt. Es wird eine zähe, etwas trübe Lösung des Pfropfpolymerisats erhalten.
Der K- Wert, gemessen l %ig in Methanol, beträgt 38.
b) Partielle Umesterung des Pfropfpolymerisates zum modifizierten Polyvinylalkohol Die obige Polymerisatlösung wird in derselben Apparatur mit 730 Gewichtsteilen Methanol und 1000 Gewichtsteilen Methylacetat verdünnt und bei 20 C und schnellem Rühren mit 49,5 Gewichtsteilen lOgewichtsprozentiger methanolischer Natronlauge versetzt. Nach 20 bis 25 Minuten wird die Lösung hochviskos, nach weiteren 20 bis 30 Minuten wieder relativ dünnflüssig. 2 Stunden nach Zugabe der Lauge werden 8,2 Gewichtsteile Eisessig, verdünnt mit 11,8 Gewichtsteilen Methanol, zugesetzt.
Wäh rend der Umesterung wird mittels Wasserbad die Innentemperatur auf 20 bis 25 C gehalten. Man erhält eine sämige Suspension des modifizierten Poly- vinylalkohols, aus welcher das Methanol und das durch die Umsetzung entstandene Methylacetat unter dauerndem Rühren zunächst bei 60 C Wasserbad temperatur unter Vakuum abdestilliert werden. Es entsteht ein körniges Produkt, aus welchem die letzten Reste von Lösungsmitteln durch Erhöhung der Bad temperatur auf 90 C abgetrieben werden.
Die Analyse ergibt: 59,6 Gewichtsprozent Vinylalkoholeinheiten, 25,1 Gewichtsprozent Vinylacetateinheiten, 15,3 Gewichtsprozent Vinylpyrrolidoneinheiten. Der K-Wert, gemessen 1 %ig in Wasser, beträgt 45.
c) Herstellung des modifizierten Polyvinylacetessigesters 150 Gewichtsteile des gemäss b) erhaltenen modifizierten Polyvinylalkohols werden in der vor stehend beschriebenen Apparatur mit 1290 Ge wichtsteilen Eisessig, der 3 Gewichtsteile wasser freies Natriumacetat gelöst enthält, versetzt und kräftig gerührt. Hierbei wird das grobkörnige Pro dukt zu feinen Flocken zerteilt.
Dann werden bei 20 C 170 Gewichtsteile (100,% der Theorie) frisch destilliertes Diketen zugesetzt. Unter dauerndem Rühren wird bei 50 C Wasserbadtemperatur die Innentemperatur auf 45 C gesteigert. Bei ausgeschal teter Badheizung steigt diese in 35 Minuten weiter auf 66 C und beginnt langsam zu sinken. Nun wird die Badtemperatur auf 60 C erhöht und die Innen temperatur steigt in 10 Minuten nochmals auf 66 C und sinkt dann wieder. Nun wird die Badtemperatur auf 80 C erhöht.
Die Innentemperatur steigt in 20 Minuten auf 78,5 C und wird 1 Stunde bei dieser Temperatur gehalten. Gesamtreaktionszeit 41/2 Stun den. Man erhält eine klare Lösung, aus welcher 1020 Gewichtsteile Essigsäure im Vakuum unter Rühren abdestilliert werden. Der zähflüssige Rückstand wird unter langsamem Rühren mit destilliertem Wasser gefällt, dekantiert und durch öfteres Dekantieren mit frischem Wasser von Essigsäure und Natriumacetat befreit.
Der wasserhaltige Rückstand wird unter heftigem Rühren unter Rückfluss mit 380 Gewichtsteilen Methanol in eine milchige Lösung übergeführt. Aus dieser wird bei 50 C Wasserbad das Methanol im Vakuum abdestilliert. Man erhält eine stabile wäss- rige Dispersion, die auch nach monatelanger Lage rung keinerlei Anzeichen einer Gelierung zeigt. Der Festgehalt beträgt<B>35%.</B>
Herstellung der öl-in-Wasser-Emulsion: In eine Lösung von
EMI0004.0058
3,3 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> des <SEP> Umsetzungsproduktes
<tb> von <SEP> 1 <SEP> Mol <SEP> Triisobutylphenol <SEP> mit <SEP> 13 <SEP> Mol
<tb> Äthylenoxyd <SEP> in
<tb> 146,7 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Wasser <SEP> werden <SEP> mit <SEP> dem
<tb> Schnellrührer
<tb> 850 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Testbenzin <SEP> vom <SEP> Siedeinter vall <SEP> 190 <SEP> bis <SEP> 230 <SEP> C <SEP> einemulgiert.
<tb> 1000 <SEP> Gewichtsteile.
<I>Beispiel ?</I> Mit einem Gemisch aus 200 Gewichtsteilen des in Beispiel 1 beschriebenen ketenisierten Polyvinylalkoholderivates, 30 Gewichtsteilen des ebenfalls in Beispiel 1 er wähnten Verätherungsproduktes aus Harn stoff-Formaldehyd-Vorkondensat, 10 Gewichtsteilen eines durch ZnC12 stabilisier ten Diazoniumchlorids aus 1-Methyl-2-ben- zoylamino-4 - rnethoxy -;
5- ami nobenzolchlor- hydrat und 760 Gewichtsteilen einer gemäss Beispiel 1 her gestellten Öl-in-Wasser Emulsion wird ein Zellwollgewebe bedruckt. Nach dem Trock nen wird unter gleichzeitiger Anwesenheit von 40 %- iger Formaldehydlösung 10 Minuten bei 102 C ge dämpft. Nach dem Spülen und Trocknen erhält man einen grünstichig gelben Druck von sehr guten Echt- heiten und weichem Griff.
<I>Beispiel 3</I> Ein Baumwollgewebe wird mit einer Paste der folgenden Zusammensetzung bedruckt:
EMI0004.0079
200 <SEP> Gewichtsteile <SEP> des <SEP> in <SEP> Beispiel <SEP> 1 <SEP> beschriebenen
<tb> Umsetzungsproduktes <SEP> von <SEP> Diketen <SEP> mit <SEP> teil verseiftem <SEP> Pfropfpolymerisat, <SEP> bestehend <SEP> aus
<tb> 70 <SEP> % <SEP> Vinylalkohol-, <SEP> 15 <SEP> % <SEP> Vinylpyrrolidon und <SEP> 15 <SEP> % <SEP> Vinylacetateinheiten,
<tb> 30 <SEP> Gewichtsteile <SEP> einer <SEP> etwa <SEP> 80 <SEP> ",igen <SEP> wässrigen
<tb> Lösung <SEP> eines <SEP> mit <SEP> 1 <SEP> Mol <SEP> Methanol <SEP> und <SEP> 1 <SEP> Mol
<tb> Butandiol-1,4 <SEP> verätherten <SEP> Dimethylolharn stoffes <SEP> und
<tb> 770 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> der <SEP> in <SEP> Beispiel <SEP> 1 <SEP> beschrie benen <SEP> Öl-in-Wasser-Emulsion.
Nach dem Trocknen wird mit einer Lösung von 10 Gewichtsteilen des stabilisierten Diazoniumchlorids von 2-Amino-4-methoxy-5-methyl-2-chlor-4'-nitro- 1,1'-azobenzol in 990 Gewichtsteilen Wasser bei Zimmertemperatur geklotzt und anschliessend 5 Mi nuten auf 150 C erhitzt. Hierauf wird 1 Minute bei 95 C mit 2 g/1 Formaldehydlösung nachbehandelt, dann gut gespült, geseift, wieder gespült und ge trocknet. Man erhält an den vorgedruckten Stellen einen roten Kunstharzfilm von sehr guten Echtheiten und angenehmem Griff.
<I>Beispiel 4</I> Man bedruckt ein Baumwollgewebe mit einem Gemisch aus 200 Gewichtsteilen des in Beispiel 1 beschriebenen ketenisierten Polyvinylalkoholderivates, 10 Gewichtsteilen eines durch Zinkchlorid stabilisier ten Diazoniumchlorids des 5-Amino-2-benzoyl-amino- 1,4-diäthoxy-benzolchlorhydrats und 790 Gewichts teilen einer gemäss Beispiel 1 hergestellten Öl-in- Wasser-Emulsion.
Nach dem Trocknen wird in 5 Minuten auf 150 erhitzt. Es resultiert ein lebhafter rotstichig gelber Druck von sehr guten Echtheiten.