Verfahren zur Herstellung eines beständigen Reduktionsproduktes. Im Hauptpatent Nr. 163549 ist ein Ver fahren zur Herstellung eines beständigen Re duktionsproduktes des<B>6,5',</B> 7,7'- Tetrachlor- indigos beschrieben, welches dadurch gekenn zeichnet ist, dass man die freie Leukoverbin- dung dieses Farbstoffes so lange erwärmt, bis eine in kalten wässerigen Alkalilösungen unlösliche Verbindung entstanden ist.
Es wurde nun gefunden, dass man in ana loger Weise ebenfalls ein neues, beständiges Reduktionsprodukt des<B>5,5',</B> 7,7'- Tetrabrom- indigos erhalten kann, wenn man die freie Leukoverbindung des genannten Farbstoffes so lange erwärmt, bis eine in kalten wässe rigen Alkalilösungen unlösliche Verbindung entstanden ist.
Das Verfahren kann in der Weise ausge führt werden, dass -man den Farbstoff oder seine Dehydroverbindungen in der üblichen Weise in alkalischem, neutralem oder saurem Medium reduziert und die freie Leukoverbin- dung gleichzeitig oder unmittelbar anschlie- ssend oder nach ihrer Isolierung so lange für sich oder mit sauer reagierenden Mitteln, zum Beispiel verdünnten Säuren, sauren Salzen, erwärmt, bis die neue Verbindung, die im Gegensatz zu der eigentlichen Leukoverbin- dung in kalten, verdünnten, wässerigen Al- kalilösungen,
zum Beispiel 5 % iger Natron- oder Kalilauge, unlöslich ist, entstanden ist. Beispielsweise kann man den Farbstoff mit- telst ameisensaurem Ammonium und schwef liger Säure, vorteilhaft in alkoholischer Lö sung oder Verdünnung, bei Wasserbadtempe- ratur reduzieren, worauf man dann zur voll ständigen Umwandlung der noch vorhandenen Leukoverbindung einige Stunden im Sieden erhält.
Man kann in gleicher Weise zur Re duktion Alkalihydrosulfit oder Zink und Eis essig und ähnliches verwenden, oder auch mit Wasserstoff katalytisch reduzieren. Man kann hierbei in einem Arbeitsgang zu der in kalten. wässerigen Alkalilösungen unlöslichen Ver bindung gelangen, wenn man bei der Reduk- tion in Abwesenheit von Alkalien hezw. trd- alkalien oder unter Zusatz geringerer Mengen dieser, als zur Bildung der Monometallsalze der Leukoverbindung erforderlich ist, arbeitet,
und so lange erhitzt, bis die Umwandlung be endet ist. Hat man alkalisch reduziert, so wird die Lösung der Leukoverbindung mit Säuren, wie schweflige Säure, Salzsäure, Oxal- säure, Weinsäure usw., oder sauren Salzen, wie Natriumbisulfit, Natriumbisulfat, Kalium bitartrat usw., angesäuert, worauf man die Mischung, zweckmässig unter Zufügung von Lösungsmitteln, wie Alkoholen, Dioxan, Gly- koläthern usw., so lange erwärmt, bis die Umwandlung in das in kalten wässerigen Al kalilösungen unlösliche Produkt beendet ist.
In vielen Fällen ist es zweckmässig, die Reduktion des Farbstoffes und die Behand lung seiner Leukoverbindung mit sauer rea gierenden Mitteln in einem Arbeitsgang, eventuell unter gleichzeitiger oder nachträg licher Verdampfung oder unter Abdestillieren des Lösungs- oder Verdünnungsmittels, vor zunehmen. Man kann hierbei die Flüssigkeit entweder ganz abdestillieren oder nur bis zur Abscheidung des Reduktionsproduktes.
Das neue Reduktionsprodukt ist ein fast farbloser Körper, an der Luft beständig, löst sich leicht in heissen wässerigen Alkalien und in kalten alkoholischen Alkalilösungen und bildet dabei die Salze der eigentlichen Leukoverbindung.
<I>Beispiel</I> 200 Teile einer 20prozentigen Paste von 5,5', 7,7'-Tetrabromindigo werden mit 75 Teilen Wasser und 400 Teilen Alkohol auf 60 0 C erwärmt und mit 30 Teilen wasserfreiem Natriumhydrosulfit versetzt. Unter guter Rüh rung und Rückflusskühlung wird die Reak tionsmasse zum Kochen erhitzt, wobei der Farbstoff mit tiefgelber Farbe als Leukover- bindung vollständig in Lösung geht. Bereits nach 1/2 stündigem Kochen beginnt eine Ab scheidung, die sich bei weiterer? Kochen stän dig vermehrt.
Nach zweistündigem Kochen wird der Alkohol abdestilliert, worauf der Rückstand durch Waschen mit Wasser von Salzen befreit wird.
<I>Beispiel 2:</I> 10000 Teile einer 20 %igen Paste eines durch Bromieren von Indigo in Schwefelsäure gewonnenen 5, "5', 7,
7'-Tetrabromindigos wer den in einem Rührdruckgefäss mit 120 Teilen eines Nickelkatalysators (enthaltend 25 % re- duziertes Nickel, auf Kieselgur' als Träger), der mit 1500 Teilen Wasser angeschlämmt ist, und mit einer Lösung von 27 Teilen Na triumhydroxyd in 700 Teilen Wasser ver mischt; dann wird Wasserstoff aufgepresst und die Mischung bei einem Anfangsdruck von 8-10 Atmosphären bei etwa 90 0 C so lange gerührt, bis keine Wasserstoffaufnahme mehr erfolgt.
Dies ist nach etwa 5 Stunden der Fall. Man rührt dann noch 3 Stunden bei einem Druck von etwa 6 Atmosphären und arbeitet in der üblichen Weise auf. <I>Beispiel 3:</I> 200 Teile einer wässerigen Paste von 5,5', 7,7'-Tetrabromdehydroindigoacetat, die einem Gehalt von 46 Teilen Tetrabromindigo entsprechen, werden mit 100 Teilen 38 /oiger Bisulfitlösung, 75 Teilen einer 45 % igen Ammoniumformiatlösung und 400 Teilen Al kohol angeteigt und unter guter Rührung und Rückflusskühlung am Wasserbad zum Sieden erhitzt.
Nach etwa 11/2 stündigem Kochen hat sich aus der gelben Mischung zunächst der blaue Indigofarbstoff gebildet, der sich nach weiterem zweistündigem Kochen in einen nahezu farblosen Brei verwandelt, Man de stilliert den Alkohol bei gewöhnlichem Druck ab, verdünnt das Reaktionsgemisch mit Was ser, saugt das neue Reduktionsprodukt ab und wäscht den Rückstand, der bei Wasser badtemperatur getrocknet werden kann, aus.