Fernsprechanlage mit gemeinsamer Fernsprechleitung. Die Erfindung betrifft eine Fernsprech anlage mit wahlweisem Anruf von parallel an gemeinsamer Leitung liegenden Stationen von einer Zentralstelle (Hauptstelle) aus, ins besondere zur Verwendung im Zugleitedienst bei Eisenbahnen. Derartige Anlagen sind unter dem Namen Dispatchingsysteme bereits bekannt.
Bei diesen bekannten Anlagen kann die Zentralstelle, die in solchen .Einlagen für den Zugleitedienst dem Zugdienstleiter zu geteilt ist, von jeder der angeschlossenen Stationen aus erreicht werden, und die Zen tralstelle kann ihrerseits jede der Stationen anrufen; jedoch können die Stationen im allgemeinen nicht untereinander verkehren. Um den wahlweisen Anruf der Stationen zu ermöglichen, sind in denselben Schrittschalt- werke angeordnet, die durch von der Zentral stelle ausgesandte Stromstossreihen eingestellt werden.
Dabei reagieren die Schrittschalt- werke in unterschiedlicher Weise auf die Zahl der Stromstösse, so dass der Anruf einer bestimmten Station nur nach Aussendung der ihr zugeordneten Zahl von Stromstössen zustande kommt.
Zum Anruf der Stationen von der Haupt stelle aus wurden bisher Wählschlüssel be nutzt, die durch Drehen bis zu einem An schlag von Hand aufgezogen werden müssen und beim Rücklauf die Auswahl und den Anruf der gewünschten Station bewirken. Jeder Wählschlüssel ist für die Aussendung einer bestimmten Stromstossreihe vorgesehen, die der Einstellung des Schrittschaltwerkes in der dem Wählschlüssel zugeordneten Station entspricht; es müssen also ebenso viele Wählschlüssel wie Stationen vorhanden sein.
Da nun jeder Wählschlüssel für sich einen ziemlich grossen Platz beansprucht und alle Wählschlüssel vom Platze des Zugdienst- leiters aus erreichbar sein müssen, ergibt sich der Nachteil, dass entweder die Anzahl der Wählschlüssel und Stationen beschränkt ist, oder dass infolge der Ausdehnung des Schlüs seltableaus die Bedienung erschwert wird. Ein weiterer Nachteil dieser Anordnung be steht ferner darin, dass beim Anrufen mehrerer Stationen, mit denen gleichzeitig gesprochen werden soll, sich lange Wahlzeiten ergeben, da nur eine Station nach der andern gewählt werden kann, wobei stets der Ablauf des Wählschlüssels abgewartet werden muss.
Um die vorerwähnten Nachteile zu ver meiden, wird gemäss der Erfindung eine zen trale Sendeeinrichtung vorgesehen, die eine Wähleinrichtung mit einem oder mehreren als Drehwähler ausgebildeten Wählschaltern aufweist. Der Wählschalter dient dabei zur Aussendung von Stromstössen zwecks Fort schaltung der in den Stationen angeordneten Schrittschaltwerke und wird durch den ein zelnen Stationen zugeordnete, von Hand zu bedienende Schaltmittel, wie z. B. Tasten, elektrisch gesteuert. Solche Tasten erfordern für sich sehr wenig Platz und können in grösserer Anzahl am Platze des Zugdienst leiters, z.
B. in einem Schaltpult, übersicht lich vereinigt werden, während die von den Tasten gesteuerten Wählschalter, die nur über Drahtleitungen gegenseitig in Verbin dung stehen, von den Tasten räumlich ge trennt sein können, um jede Störung des Beamten durch die mechanischen Geräusche beim Ablaufen der Schaltwerke zu vermeiden.
Eine besonders zweckmässige Ausführungs form der Sendeeinrichtung und eine erheb liche Ersparnis an Material lässt sich weiter dadurch erzielen, dass die Sendeeinrichtung nur ein Wählschaltwerk aufweist, dessen Kontakte mit den Steuertasten sämtlicher angeschlossenen Stationen verbunden sind und das in einem einzigen Umlauf in den den gedrückten Tasten entsprechenden Sta tionen den Anruf einleitet.
Schon die Anordnung;;mit je einem Wähl- schalter für ijede Taste und Station ermög licht eine bedeutende Erleichterung der Be dienung und Erhöhung der Wählgeschwin digkeit, da das Aufziehen der Wählschlüssel wegfällt und ein einfacher Tastendruck zum Anruf der gewünschten Station genügt. Ver- wendet man dagegen einen einzigen Wähl- anschalter gemeinsam für eine Reihe von Tasten, so lässt sich diese Anordnung zu einer weiteren Verkürzung der Wähldauer ausnutzen, indem während eines einzigen Wählschalterumlaufes mehrere Stationen aus gewählt werden können.
Die Anordnung kann in diesem Falle so getroffen sein, dass zunächst diejenigen Tasten, die den anzurufenden Sta tionen entsprechen, nacheinander oder gleich zeitig gedrückt werden und dass danach der Umlauf des Wählschalters durch Betätigen einer im Stromkreis des Schalters liegenden Anreiztaste eingeleitet wird. Die Einleitung des Wählschalterumlaufes kann auch in der Weise vorgesehen sein, dass beim Tiefer drücken einer oder mehrerer beliebiger Linien tasten über eine allen Tasten gemeinsame Kontaktschiene der Anschaltstromkreis des Wählschalters geschlossen wird.
Der in Umlauf gesetzte -und selbsttätig schrittweise durch eine Schaltwerksanordnung fortgeschaltete Wählschalter, welcher die Aus sendung der Stromstösse bewirkt, arbeitet in der Weise, dass er in einer der gewünschten Station entsprechenden Stellung durch in dieser Stellung wirksam werdende Verzöge-' r ungseinrichtungen vorübergehend stehen bleibt und dann wieder weiter läuft, um schliesslich in die Ausgangsstellung zu gelangen.
Das vorübergehende Stehenbleiben in der Wahl stellung wird dazu benutzt, in der gewünsch ten Station die gegenüber der Sendeeinrich tung mit geringerer Verzögerung eingestellte, durch das eigene Schrittschaltwerk gesteuerte Schalteinrichtu ngder Teilnehmer station zwecks Auslösung des Anrufes zum Ansprechen zu bringen. Die Anrufeinrichtungen in den Sta tionen können dabei zweckmässigerweise so ausgebildet sein, dass das Anrufzeichen auch nach dem Weiterlauf des Wählschalters und der Schrittschaltwerke bestehen bleibt.
Werden mit einem einzigen Umlauf eines Wählschalters mehrere Stationen angerufen, so bleibt also der Schaltarm in jeder einem von Hand betätigten Schaltmittel, z. B. einer gedrückten Taste, entsprechenden Stellung vorübergehend stehen, um den Anruf der zugehörigen Station zu veranlassen. Erreicht wird damit, dass die Wähldauer beim Anruf mehrerer Stationen nur noch tim weniges länger ausfällt, als die Anrufzeit einer ein zigen Station.
Der Anruf der Zentralstelle von Seiten der Stationen erfolgt zweckmässigerweise da durch, dass in der anrufenden Station durch Überbrücken der Doppelleitung mit einer Drossel oder einem Widerstand ein Gleich stromkreis geschlossen wird, der über eine Anzeigevorrichtung in der Zentralstelle ver läuft und durch eine in dieser angeordnete Gleichstromquelle gespeist wird.
Um eine Störung dieses Gleichstromanrufes zrr ver meiden und irni gleichzeitig eineu störenden Einfluss auf andere, mit den Leitungen der Anlage gemeinsam verlegte Fernmeldelei tungen zu verhindern, kann für die von der Zentralstelle ausgehenden Rufvorgänge die Verwendung von Wechselstrom unter gleich zeitiger Anordnung von Wechselstromrelais auf allen Sprechstellen vorgesehen sein, die durch einen auf der Zentralstelle vorgesehenen W echselstromimpulsgeber impulsweise erregt werden.
Zweckmässigerweise werden vor den Strom stosssender und die Sprechgeräte Siebketten angeordnet, welche dazu dienen sollen, einer seits auch während eines Gespräches einen Anruf zu ermöglichen, anderseits den Ein tritt der Wahlwechselströme in die Sprech geräte zu verhindern.
Weitere Einzelheiten von Ausführungs formen des Erfindungsgegenstandes sind im folgenden anhand der Zeichnung, die die Schaltanordnung vorn zwei Ausführungsbei spielen der Anlage darstellt, näher erläutert.
Fig. 1 stellt eine beispielsweise Schal tungsanordnung der Fernsprechanlage mit einer aus mehreren Einzelwählern bestehen den Wählereinrichtung in der Zentralstelle dar, Fig. 2 zeigt eitre beispielsweise Schal tungsanordnung, bei der der Wahlanruf durch einen einzigen Wähler beherrscht wird.
Gemäss Fig. 1 ist für jede Station N der Linie in der Zentralstelle H ein-Drehwähler-D (Di bis Dio), sowie je eine Taste 1r (Pi bis Tio) vorgesehen.
Die Wähler sind nach Art eines Vorwählers gebaut, jedoch besitzen sie an Stelle der Kontaktarme und Kontakt bänke je drei Steuerscheiben I, 1I und III, die an ihrem Umfang Lücken aufweisen, so dass die in .der Anfangsstellung in diesen Lücken ruhenden Kontaktfedern beim Wähler umlauf gehoben und durch weitere an be stimmten Stellen vorgesehene Lücken ge senkt werden, mithin in ganz bestimmten Stellungen der Scheiben je nach Bedarf ent sprechende Kontakte öffnen oder schliessen. Die Seheiben I besitzen zwei Lücken.
Wäh rend die eine Lücke bei allen Scheiben I an derselben Stelle, der Anfangsstellung ange ordnet ist, in welcher Stellung ein Kontakt 12 geöffnet und ein Kontakt h geschlossen ist, ist die zweite Lücke entsprechend der TTum- nrer des Wählers versetzt;
beim Wähler 1 tritt diese zweite Lücke beispielsweise nach dem zweiten Schritt in Wirkung, indem sie den Kontakt 1s wieder öffnet. beim Wähler 2 nach dem dritten Schritt, beim Wähler 10 nach dem elften Schritt usf. Die Scheiben 1I haben nur eine Lücke in der Anfangsstel lung, in welcher Stellung die zwei gesteuer ten Kontakte IL und 112 offen sind. Die Scheiben IH weisen eine grössere, mehrere Schritte umfassende Lücke auf, die sich in bezug auf den in der Anfangsstellung wirk samen Teil entgegen der Fortschaltrichtung nach rückwärts über den Umfang der Schei ben erstreckt.
Der Zweck dieser Lücke geht aus der später beschriebenen Wirkungsweise hervor. Alle drei Scheiben eines Wählers sind durch eine Achse fest miteinander ver bunden und drehen sich also gemeinsam. Bei einer Wahl kann stets nur ein bestimm ter Wähler, und zwar der, welcherLmit der Nummer der zu wählenden Station bezeich net ist, benutzt werden. Die Relaisanordnung mit den Relais<B>A</B><I>,</I> Ji, J:,>, <B><I>TV,</I></B> V,, <I>Y</I> ist für jeden Wählerschrank gemeinsam und gelangt daher bei jeder Wahl in Tätigkeit.
An die Fernleitung a., b der Anlage kann eine Wechselstromquelle Q angelegt werden, die auf ein Phasenrelais W der. Zentralstelle und Phasenrelais R auf jeder Station ein wirken kann. Zum Schutze der Fernsprech geräte gegen hohe Gleichspannung auf der Leitung sind sowohl in der Zentralstelle H, wie auf den Stationen N Kondensatorketten X angeordnet, während die Drosselketten der Zentralstelle dazu dienen, den Sprech strom von der Steuereinrichtung fernzuhalten, so dass er nur dem l>Zikrotelephon in,<I>l zu-</I> geleitet wird.
In Rücksicht auf das Anrufen der Zen tralstelle von einer Nebenstelle aus war es bisher erforderlich, dass der Zugdienstleiter ständig den Kopfhörer am Ohr hatte. Um nun eine Anrufmöglichkeit vorzusehen, die es dem Zugdienstleiter gestattet, sich frei im Raum bewegen zu können, ist im ge zeichneten Beispiel eine Einrichtung vor handen, die eine auf der Zentrale vorgesehene Anzeigevorrichtung Z, söwie auf jeder Station eine Ruftaste Ta aufweist.
Statt dieser be sonderen Rufeinrichtung kann an Stelle des üblichen Kopfhörers und Brustmikrophons ein hoch empfindliches, feststehendes Mikrophon, sowie ein Lautsprecher aufgestellt sein, die in gleicher Weise dem Zugdienstleiter grösste Bewegungsfreiheit ermöglichen.
Die Wirkungsweise der Anlage beim An ruf einer Station von der Zentrale aus soll im folgenden näher beschrieben werden.
Will beispielsweise der Zugdienytleiter die Station 10 anrufen, so drückt er die dieser Station zugeordnete Anreiztaste Tio herunter und lässt sie im nächsten Augen blick wieder los. Durch das Herunterdrücken der Taste erhält der Drehmagnet Dio eines der Station 10 zugeordneten und im folgen den gleichbezeichneten Wählers Strom: (-); Dio, Ii, Tio, (-j-). Dadurch geht der Wähler Dio unter Anheben aller Kontakte aus der Anfangsstellung in Stellung 2.
Hierdurch wird der Wechselkontakt I von Stellung 1 auf Stellung 2 umgelegt; ausserdem schliessen sich die Kontakte IIi, 112 und IIh. Der Drehmagnet ist zunächst wieder stromlos. Beim Loslassen der Taste Tio erhält Relais J1 Strom:
(-), Dio, 12, Wi, Ji, <I>IL,</I> Tio, (+) Der Drehmagnet Dio des Wählers spricht hierbei, da der Strom zu schwach ist, nicht an, sondern nur das Relais Ji, welches mit- telst seiner Kontakte iii und iim die Wech- selstromquelle Q an die Fernleitung a, b schaltet:
Wechselstromquelle <I>Q,</I> iii, Leitung a, Relais W., parallel durch alle Phasenrelais R, Leitung b, hm, Wechselstromquelle Q. Relais W, sowie alle Phasenrelais R der Linie sprechen an.
Letztere schalten mittelst der durch sie gesteuerten Kontakte r die Schrittschaltwerke aller Stationen um einen Schritt vorwärts, wobei ein Stromkreis für die Relais Tr und S in den Stationen ge schlossen wird: (-), Ti-, fr, 7-, (+). Relais <I>W</I> bringt durch seinen Kontakt 01 das Re lais J2 zum Ansprechen:
(-), J2, <I>tun,</I> (-f-). Das Relais J2 schliesst jetzt mit seinen Kon takten<B>121</B> und i2,1, zuerst den Widerstand Wi, sodann der) Widerstand Wi und das Relais J, kurz, wodurch im Stromkreis des Drehmagnetes Dio eine solche Stromverstär kung eintritt, dass dieser anspricht und den Wähler um einen Schritt weiter dreht.
Im gleichen Augenblick fällt das kurzgeschlos sene Relais Ji ab, als Folge davon Relais W und alle Phasenrelais R, weiterhin Relais J2, durch dessen Abfallen nun der Kurzschluss für Relais J, wieder aufgehoben wird; dieses spricht wieder an und leitet den Vorgang von neuem ein. Bei besonders ungünstigen langen Leitungen wird es vorteilhaft sein, die Impulsfolge zu verlangsamen, was man dadurch erreichen kann, dass man nicht nur zwei Relais (Ji, J2), sondern noch ein oder zwei weitere Relais vorsieht, die in einer Relaiskette zusammen arbeiten.
Die Ver zögerungszeit bis zur Aussendung des näch sten Impulses durch Kurzschliessen des Relais Ji kann dadurch wesentlich verlängert werden. Dieses nach dem bekannten Prinzip eines Relaisunterbrechers sich abspielende wechsel weise Zusammenarbeiten der genannten Relais mit dem Drehmagneten des Wählers Dio und den Schrittschaltwerken der einzelnen Stationen wiederholt sich so lange, bis Wähler und Schrittschaltwerke den elften Schritt vollendet haben, in welchem Augenblick die an dieser Stelle der Steuerscheibe I ange- brachte Lücke. das Zurücklegen des Wechsel kontaktes I bewirkt, der Drehmagnet abge schaltet wird und der Wähler stehen bleibt.
Hierdurch entsteht in der Stromstossgabe eine kurze Pause, die dazu benutzt wird, den Wecker auf der Station 10 auf folgende Weise einzuschalten Zugleich mit Wähler Dio in der Zentrale sind auch die Schrittschaltwerke aller andern Stationen durch die impulsweise erregten Phasenrelais R und der durch diese ge steuerten Kontakte 7- über den Stromkreis <I>(-),</I> Tr, V, <I>r,</I> (--f-) um elf Schritte weiter geschaltet worden. Beim elften Schritt hat sich nur auf Station 10 Kontakt tri ge schlossen.
Kurz darauf fallen alle Verzöge rungsrelais V welche während der ganzen Dauer der Impulsgabe angesprochen hatten, ab, wodurch auf der gewählten Station fol gender Stromweg zustande kommt: (-), h2, Relais S, parallel dazu Wecker WK, tri, <I>v,</I> (+);
der Wecker ertönt, Relais S' spricht an und hält sich über seinen eigenen Kon takt si, so dass der Wecker fortläutet, trotz dem der Kontakt tri beim nächsten Schritt des Schrittschaltwerkes sich wieder öffnet. Hebt jetzt der angerufene Teilnehmer in Station 10 den Hörer ab, so schaltet sein Kontakt<I>lag</I> das Relais S und den Wecker WK ab.
Wird der Hörer nicht abgehoben, so ist für diesen Fall auf allen Stationen ein Thermokontakt th vorgesehen, der nach einer bestimmten Zeit den Stromkreis über das Relais S und den Wecker<I>WK</I> selbsttätig unterbricht.
Nachdem die Einschaltung des Weckers in Station 10 sicher eingeleitet ist, lässt in der Zentrale das stark abfallverzögerte Relais y2 (stärker verzögert als Relais V in der Station), welches während der Wahlimpuls gabe durch impulsweises Umlegen des Kon taktes iiii und Schliessen des Steuerscheiben kontaktes III über den Stromkreis (-);
V2, hll, IIIi, (-+-) angezogen hatte, seinen Anker los und legt über (-j-), <I>v2,</I> vi (das Vi-Relais ist seit Schliessen des Steuerscheibenkontaktes IH angezogen), IL, Ii, Dio, (-), den (+)-Pol der Batterie an den Wähler Dio. Dieser dreht einen Schritt weiter.
Dadurch wird der Steuer scheibenkontakt I wieder umgelegt und der Wähler Dio läuft als Folge davon gleich zeitig mit den Schrittschaltwerken aller Sta tionen in der oben erläuterten Weise bis in die Anfangsstellung. In dieser Stellung wird Kontakt 1 wiederum durch Einfallen in die Lücke zurückgelegt, der Wähler durch Ab schalten seines Drehmagnetes zum Halten und alle Relais zum Abfallen gebracht. Der Steuerscheibenkontakt III ist durch die im Anfang der Beschreibung erwähnte grössere Lücke der Steuerscheibe III bereits zwei Schritte vor dem Erreichen der Anfangs stellung unterbrochen worden, so dass durch ihn der Wähler nicht von neuem anlaufen kann.
Bei Wahl einer andern Station spielt sich der Vorgang in gleicher Weise ab, in dem die Relais Ji und J2 die Wechselstrom quelle wiederum impulsweise an die Fern leitung<I>a, b</I> schalten. Die Zahl der Impulse und ihre entsprechende Einwirkung auf die Phasenrelais R hängt von der eingestellten Sprechstelle ab, so dass durch die Phasen relais R die Schrittschaltwerke in der ange gebenen Weise so weit vorwärts gedreht werden, bis der Anruf auf der gewählten Station erfolgt. Hebt der Beamte der Station den Hörer ab, so kann nunmehr das Ge spräch stattfinden, wobei die Wechselstrom quelle ausgeschaltet bleibt.
Will eine Station von sich aus die Zen trale mittelst der Taste Ta anrufen, so wird bei Niederdrücken der Taste ein Stromkreis über (-), 9., iii, a, Ta, tr2, b, iim, viir, A, (-f-) geschlossen. Das Relais A schliesst hier bei seinen Kontakt all, so dass jetzt das auf der Zentrale befindliche Zeichen Z einge schaltet ist und den Zugdienstleiter auf einen Anruf aufmerksam macht, den er nach Ab heben des Hörers entgegennehmen kann.
Um während einer Wahl oder eines Ge spräches einen Anruf von Seiten einer Station in der Zentralstelle nicht erscheinen zu lassen, wird vermittelst eines Kontaktes viII des Relais Vi, das während dieser Zeit ange zogen hat, das Gleichstromanrufrelais d. ab- getrennt bezw. der Pluspol über den Strom greis (-+-), Wicklung des Relais A, Kontakt vrn, Kontakt iim, von der Leitung b isoliert,
so dass bei Schliessen der Linienschleife in einer Station durch Drücken der Taste Ta des Relais A nicht mehr ansprechen und folglich auch mit seinem Kontakt au die An zeigevorrichtung Z nicht einschalten kann. Gleichzeitig wird in jeder Station der Strom kreis für die Flackertaste Ta zum Anruf der Zentralstelle durch den Kontatct ir2 des Schrittschaltwerkes Tr, der beim Fortschalten der Schrittschaltwerke geöffnet ist, unter brochen.
Durch besondere Ausbildung der Steuerscheibe, die diesen Schalterkontakt tr2 betätigt, ist es möglich, die Rufmöglichkeit nur für bestimmte Gruppen von Sprechstellen zu sperren, indem die Steuerscheibe an be stimmten Stellen Erhebungen bezw. Lücken aufweist. Die Schaltung des A-Relais erfährt dabei eine geringe Abänderung.
In Fig. 2 ist eine Zugleitungs-Fernsprech- anlage dargestellt, bei der mittelst eines einzigen Wählerumlaufes in der Zentrale eine beliebige Anzahl von Stationen in beliebiger Auswahl angerufen werden kann, indem die Kontakte 1, 2.... eines Drehwählers Ai mit entsprechenden Tasten Ti, T2 <I>....</I> ver bunden sind, von denen jede einer Station zugeordnet ist. Um einen Anruf zu ermög lichen, ist eine Anreiztaste AT vorgesehen, die mit dem Ruhekontakt 0 des Wählers verbunden ist.
Soll die Einleitung des Wählschalterum- laufes durch Tieferdrücken einer oder mehrerer Linientasten stattfinden, so ist, wie in Fig. 2 gestrichelt eingezeichnet, noch jeder Taste je ein Kontaktfederpaar (ati bis ata) zuge ordnet, das parallel zur Taste einerseits mit dem Kontakt 0 des Wählschalters in Verbindung steht und anderseits direkt mit dem Plus pol der Batterie verbunden ist, und das beim Tieferdrüeken einer Taste, zum Beispiel der Taste atr,
beim Hochdrücken des Kontakt- pimpels durch den Tastenhebel Kontakt gibt und in gleicher Weise wie bei einer beson ders - vorgesehenen Anreiztaste, den Strom- kreis für den Drehmagneten des Wähl- schalters schliesst über: (-f-), betätigter Kon takt a15, Kontakt 0, Arm Al., Drehmagnet D, Kontakt v2I, (-@. Die vor der Wahl niederzudrückenden Tasten der zu wählenden Stationen werden durch eine Arretiervorrich- tung in der Anrufstellung festgehalten.
Die Arretiervorrichtung kann für alle Schalter gesondert oder gemeinsam vorgesehen sein und wird nach Beendigung des Anrufes für alle gedrückten Schalter vorzugsweise elektro mechanisch durch den Elektromagneten 31 gelöst, der durch einen zweiten Arm A2 des Drehwählers eingeschaltet werden kann. Um bei einer falschen Wahl vor Beginn des Wählerumlaufes eine Richtigstellung vor nehmen zu können, ist eine Auslösetaste AsT vorgesehen, durch die der Elektromagnet jederzeit zur Freigabe der Schalter einschalt bar ist.
In folgenden soll die Wirkungsweise dieser Anordnung, deren Schaltteile mit denen der Fig. 1 zum grossen Teil übereinstimmen, erläutert werden.
Will der Zugdienstleiter die Stationen 3 und 5 anrufen, so drückt er die entsprechen den Tasten 3 und 5, wodurch ihre unmittel bare Verbindung mit dem Pluspol der Bat terie aufgehoben ist. In niedergedrückter Lage werden sie durch nicht dargestellte Arretie- rungsschienen festgehalten, die ihrerseits durch den Magneten 2bf auslösbar sind.
Um den Wähler in Tätigkeit zu setzen, muss der Zugdienstleiter die Anreiztaste<I>AT</I> drücken. Selbstverständlich kann die Aus lösung des Wählers, das Anreizen, auch durch andere bauliche Einrichtungen geschehen, zum Beispiel durch Tieferdrücken einer be liebigen Linientaste. Der Drehmagnet D er hält alsdann Strom auf folgendem Wege (-), Kontakt v12, Drehmagnet D, Wähler arm Ai, Kontakt 0, Taste AT, (-f-). Der Wähler Ai geht infolgedessen von Kontakt 0 nach Kontakt 1.
In Abhängigkeit vom Schalt arm des Drehschalters befindet sich ein Kon takt Ii, der sich schliesst, sobald der Dreh schalter seine Anfangsstellung verlassen hat und so lange geschlossen bleibt, bis der Schalter wieder -in der Ruheläge -ist. Dadurch entsteht ein neuer Stromlauf über die Ver zögerungsrelais Vi, Tr2, und zwar wird znr- nächat das Relais Vi erregt und dann, nach dem infolge der Drehung durch den Magneten D der Wechselkontakt d den Kurzschluss von V2 aufhebt, auch das Relais V2 erregt.
Der Wechselkontakt d wird bei jedem Schritt des Wählers einmal betätigt, und zwar derart, dass abwechselnd V; und V;: kurzgeschlossen werden. Der Stromlauf ist folgender: (-), Vi, V2, Ii, (--). Die Relais Vi und V2 bleiben während der folgenden Impulsgabe erregt, da sie abfallverzögert sind und das jeweilige kurzzeitige Kurzschliessen ihrer Wicklungen durch den Schalter d infolgedessen ohne Wirkung bleibt.
Durch das Anziehen von V2 wurde der Kontakt v21 geöffnet, so dass nunmehr der Strom durch das Relais Ji geht und dieses erregt. Da das Relais J1, wie dargestellt, im Stromkreis des Drehmag netes D liegt, bekommt D nicht mehr ge nügend Strom und der Anker von D fällt ab.
Der Stromlauf ist dann wieder: (-), Relais Ji, Drehmagnet D, Wählerarm tli, Kontakt 1, Taste 1 (nicht gedrückt) und (+). Das Relais J, schaltet über seine Kon takte ü und h111 einen Wechselstrom von 50 Per./Sek. an die Leitung. Dadurch wer den die Phasenrelais W und R erregt und diese ziehen ihre Anker an. Dadurch wird Kontakt rvII geschlossen und infolge des Stromlaufes<I>(-), 72,</I> 01, (--) das Relais J2 erregt.
Gleichzeitig schliesst sich damit der Kontakt z211, so dass das Relais J, wieder kurzgeschlossen wird, nunmehr der Dreh magnet D genügend Strom zum Anziehen erhält über (-), i211, <I>D,</I> Al, Kontakt 1, Taste 1, (+), und der Wählerarm Ai nach Kontakt 2 geht. Da Taste 2 ebenfalls nicht gedrückt ist, so wiederholt sich der eben geschil derte Vorgang mit Stromweg über Kontakt 2, Taste 2, (+) nochmals, und der Wählerarm <B>Al</B> geht auf Korntakt 3.
Die Taste 3 war jedoch gedrückt, so dass der unmittelbare Weg zur (---Zuleitung durch die Kontakte vinI bezw. -v2111 unterbrochen ist. Der Wähler arm Ai bleibt infolgedessen auf Kontakt 3 stehen und es tritt eine kurze Pause ein, die entsprechend der Abfallzeit von Relais V2, das durch den Schalter d kurzgeschlossen ist, andauert. Erst wenn das nunmehr längere Zeit kurzgeschlossene Relais V2 abfällt, wird die schrittweise Fortschaltung wieder einge leitet, indem sich der Ruhekontakt v21 schliesst,
nachdem sich vorher bezw. gleichzeitig durch Erregung von V; und Abfall des Relais V2 die Kontakte vilir und v2III geschlossen hatten. Der Drehmagnet D erhält also Strom, und zwar auf folgendem Wege:<I>(-),</I> v21, <I>D,</I> Ai, Kontakt 3, Taste 3 (gedrückt), vim, v2H1, Der Wählerarm setzt seine Drehbewe gung fort und bleibt in gleicher Weise auf allen Kontakten, die zu einer gedrückten Taste führen, vorübergehend stehen. Die da bei entstehenden Pausen in der Stromstoss gabe werden zur Einschaltung des Weckers in der betreffenden Linienstation benutzt.
Gelangt also der Arm Ai auf den Kon takt 4, so öffnet sich vorübergehend der Schalter d, hebt den Kurzschluss des Relais V2 auf, das -sofort wieder erregt wird;
der Kontakt v21 öffnet sich, das Relais J i erhält Strom und schaltet den Wechselstrom an die Leitung, wodurch wiederum das Relais JL, erregt wird, das seinerseits wieder das Re lais Ji unwirksam macht, indem der Strom kreis direkt über den Kontakt zag nach der Spule D geht und so das Fortschalten des Armes ,A.i nach 5 bewirkt.
Da die Taste 5 gedrückt wird, tritt infolge der Unterbrechung der (--)-Zuleitung wieder eine Pause ein, die erst nach Abfall des Relais V2 beendet ist und in der der Wecker auf Station 5 einge schaltet wird. Auf allen Kontakten, deren Tasten gedrückt sind, bleibt der Wählerarm einige hundert Millisekunden stehen.
Ist der Anruf der Stationen, wie er weiter unten genauer beschrieben ist; beendet, so werden die gedrückten Tasten in ihre Aus gangsstellung zurückgebracht, indem gleich zeitig mit dem Arm Ai ein zweiter Arm A2 umläuft, der kurz vor Beendigung des ge samten Umlaufes den Auslösemagneten M einschaltet, und zwar in den Stromkreis (-), M, .ä2, Kontakt 1c, (+)
. Der Auslöse-' magnet M zieht die Arretierungsschiene zu rück, so dass die gedrückten Tasten in ihre Ruhelage zurückspringen.
Beim Fortschreiten des Wählerarmes A, von einem Kontakt zum andern werden durch das periodische Anschalten von Wechsel strom, der die Phasenrelais R der Linie auf den Stationen erregt, alle Schrittschaltwerke durch den Elektromagneten' Tr fortgedreht, indem durch die Wechselstromrelais R die Kontakte r geschlossen und dadurch die Schrittmagnete Tr der einzelnen Stationen, sowie die Verzögerungsrelais V betätigt wer den.
Der Stromlauf ist hierbei in jeder Station: (-), Tr, <I>V,</I> y-, (+). Wird Relais V erregt, so öffnet sich auch der Kontakt v und bleibtbei ununterbrochenerEmpulsgabegeöffnet. Hört die Impulsgabe in der Zentrale zeit weilig auf, so wird der Elektromagnet Ti und das Relais V stromlos.
Alle T- Relais der Stationen sind gegenüber dem Relais V2 der Zentrale schwächer verzögert, fallen daher ab und schalten den Rufwecker VK in den gewählten Stationen ein, bevor das Relais V2 in der Zentrale abfällt.
Geht also beispielsweise bei einer be stimmten Linienstation der durch das Schritt schaltwerk Tr betätigte Drehschalter tr, durch die Schliessstellung, so kann in diesem Augenblick auf der Station, deren Taste auf der Zentrale gedrückt ist, ein Rufzeichen entstehen.
Auf den Stationen jedoch, auf deren zugeordneten Wählerkontakten-in der Zentrale der Wählerarm nicht stehen bleibt, wird gerade während der dabei erfolgenden Impulsgabe, also bei geöffnetem Kontakt v, auch wenn der Drehschalter tr, die Schliess stellung einnimmt, kein Rufzeichen ertönen, da der Arm 9., bereits weitergedreht wird, ehe das Relais V zum Abfall kommt und sich Kontakt v schliessen kann.
Ist auf einer gewählten Station die Ruf stellung der Kontakte erreicht, so wird gleichzeitig ein zum Wecker WK parallel liegendes Relais S erregt, das einen parallel zum Schalter tri liegenden Kontakt s, (Halte- stromkreis für S) schliesst.
Dadurch wird trotz Weiterschreitens des Wählerarmes Ai und des damit verbundenen Öffnens des Kon taktes tr, das Rufzeichen fortgesetzt, bis der Hörer abgenommen und somit durch Kon takt 7z2 das S-Relais und der Wecker WK abgeschaltet werden.
Wird das Rufzeichen durch Aufheben des Hörers innerhalb einer bestimmten Zeit nicht abgestellt, so tönt dieses so lange fort, bis ein durch das Relais S über den Kontakt s an den Stationsstrom kreis geschaltetes Thermorelais Th. infolge Öffnens des Kontaktes th. die Verbindung unterbricht. Der Anruf der Station kann erst wieder bei einer neuen Wahl erfolgen.