Röntgenröhre. Die Erfindung bezieht sich auf Röntgen röhren und insbesondere auf Röntgenröhren, bei denen der wirksame Teil der Antikathode aus Wolfram hergestellt ist. Bei Verwen dung einer Röntgenröhre für radiographische Zwecke -wird in der Regel eine sehr grosse Energie während sehr kurzer Zeit auf einen kleinen Teil der Antikathode konzentriert, aber auch bei Röntgenröhren für Therapie zwecke wird häufig der Antikathode eine grosse Energie zugeführt. Es sind viele auf das Abführen dieser Energie gerichtete Mittel angegeben worden, die auf Wärme leitung und auf Wärmestrahlung beruhen.
Trotz dieser Hilfsmittel kommt es jedoch vor, dass die der Antikathode zugeführte Energie nicht so rasch abgeleitet werden kann, dass ein Einbrennen der Antikathode vermieden wird.
Der Zweck der Erfindung ist, zu der Bauart einer Röntgenröhre zu gelangen, bei der von einem sehr kleinen Brennfleck so viel Energie abgeführt werden kann, dass die Ge fahr eines Einbrennens der Antikathode ver ringert wird. Der Erfindung gemäss ist eine Röntgen röhre mit einer Wolframantikathode dadurch gekennzeichnet, dass die Antikathode an der Stelle des Brennfleckes hohl ist. Da bei solch einer Röntgenröhre der Brennfleck sich so mit in einem Hohlraum in der Antikathode befindet, kann die Kühlung weit wirkungs voller sein als bei Röntgenröhren, bei denen die Antikathode flach ist.
Bei Röntgenröh ren nach der Erfindung wird nämlich das Flächenverhältnis des von den Kathoden- strahlen getroffenen Teils der Antikathode und des Durchschnittes des austretenden Röntgenstrahlbündels grösser sein, als dies bei Röntgenröhren mit flachs:r Antikathode der Fall ist. Bei Röntgenröhren mit flacher Antikathode, deren Oberfläche meistens einen Winkel von 45 mit der Richtung des Röntgenstrahlbündels bildet, ist das Ver hältnis der Oberfläche des Brennfleckes und des Durchschnittes des austretenden Röntgen strahlbündels annähernd V 2.
Dagegen wird bei Röntgenröhren nach der Erfindung, wel che eine Antikathode mit einer kegelförmigen Höhlung mit einem Winkel an der Spitze von beispielsweise 30 besitzen, das Ver hältnis der Oberfläche des Brennfleckes und des Durchschnittes des in der Richtung der Ziegelachse austretenden RöntgenstrahlbÜn- dels annähernd 4,2 sein. Aus diesen Grunde wird also bei gegebener Bildschärfe die Ab kühlung der Antikathode durch Anwendung der Erfindung intensiver sein als bei Rönt genröhren, bei denen der wirksame Teil der Antikathode eine ebene Fläche bildet.
Ein weiterer Vorteil von Röntgenröhren nach der Erfindung ist darin zu sehen, class in der Höhlung der Antikathode ein nahezu feldfreier Raum anwesend ist. Während es bei Röntgenröhren, wie sie bisher bekannt sind, oft vorkommt, dass das zwischen Ka thode und Antikathode bestehende starke Feld von der glühenden Antikathode 1Vi'ol- fra.mstückchen abzieht, wird dies bei Rönt genröhren nach der Erfindung infolge der Anwesenheit des erwähnten nahezu feld freien Raumes in geringerem Masse vorkom men, so dass auch aus diesem Grunde die Ge fahr einer Beschädigung der Antikathode verringert ist.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs gegenstandes soll anhand der Zeichnung nä her beschrieben werden. In einem Metall gefäss 1 ist eine Glühkathode 2 befestigt. An der Wand des Metallgefässes ist ein Me talldeckel 3 befestigt, in dem eine Öffnung vorhanden ist, vor der die Antikathode 4 mit einem Teil ihrer Oberfläche angeordnet: ist. In der Antikathode, die an der Aiasse r seite beispielsweise aus Chromeisen bestehen kann, ist eine kegelförmige Wolframpastille :5 angebracht, die von einer aus Kupfer be stehenden Masse 6 umgeben ist.
Der Anti kathode gegenüber befindet sich iin Metall gefäss ein Fenster zum Durchlassen der er regten Röntgenstrahlen. Dieses Fenster be steht aus einer mit der Metallwand luft dicht verschmolzenen Glaskappe 7, während auch eine ringförmige Metallplatte 8, zum Beispiel aus Eisen, vorgesehen ist, welche die Röntgenstrahlen abschirmt und verhütet, dass die Schweissstelle 9 von Kathodenstrah len getroffen wird. Der eine Zuleitungsdraht 10 für die Glühkathode ist durch den Me tallring 8 isoliert hindurchgeführt und ist in die Glaskappe 7 eingeschmolzen. Der andere Zuleitungsdraht -wird von der leiten den Verbindung des Pols 11 mit dein Me tallring 8 und vom Metallmantel 1 gebildet.
Die Röntgenröhre ist hoch entlüftet oder hat eine Wasserstoff- oder Heliumgasfüllung unter einem Druck über 0,0006 mm Queck silbersäule, die derart beschaffen ist, dass eine die Entladung störende Gasionisierung nicht auftritt.
Erstreckt sich nun beim Betrieb der Röntgenröhre der Brennfleck über den Teil a-b-c der Antikathode, so wird der Durchschnitt des austretenden Röntgenstrahlbündels nicht grösser sein als die kleine Ebene a.-c, so da.ss eine grosse Bildschärfe ziebst einer Wärmeabfuhr er halten werden kann, die von einer grossen Oberfläche ausgeht und ausserdem infolge des kleinen Körperwinkels der kegelförmigen Antikathodenhöhlung besonders intensiv ist.
Es ist einleuchtend, dass die Erfindung auch mit gutem Erfolg auf Röntgenröhren anderer Bauart als die hier beschriebene an gewendet werden kann. Auch Röntgenröh ren, deren Wirkungsweise aus Gasionisierung beruht, und die keine Glühkathode haben, können als Röntgenröhren nach der Erfin dung ausgebildet sein und ergeben so sehr günstige Resultate.