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Österreichische PATENTSCHRIFT N 18677.
THOMAS FREDERIK WESTENHOLZ IN HELLERUP (DÄNEMARK).
Vorrichtung zum automatischen Zünden und Löschen von Gasflammen.
Bekanntlich wird derzeit das Anzünden nnd Auslöschen der Gaslaternen von Arbeitern vorgenommen. Meistens werden die Laternen bei anbrechender Dunkelheit angezündet und gegen Mitternacht zum Teil ausgelöscht, während der Rest bis zum anbrechenden Tag brennt.
Das Anzünden und Auslöschen kostet wegen der Verwendung von Arbeitern (Laternenzünder bezw. -löscher) im Vergleich zur Einfachheit dieser Arbeit ziemlich viel Geld, indem jeder Laternendistrikt dreimal des Nachts vom Laternenzünder passiert werden muss.
Da ferner sämtliche Laternen zu einer bestimmten Stunde angezündet sein sollen und jeder Laternenzündor in der Regel eine grosse Anzahl Laternen passieren und dabei eine erhebliche Strecke zurücklegen muss, ist es erforderlich, dass das Anzünden um eine halbe oder eine ganze Stunde früher beginnt (das entgegengesetzte ist beim Löschen der Fall), als es notwendig wäre, wodurch unnütz viel Gns verbraucht wird.
Um diesen Ubelständen abzuhelfen, bezweckt die vorliegende Erfindung das automatische Anzünden und Auslöschen zu voraus bestimmten Zeiten, so dass das tiigliche Anzünden und Auslöschen der Laternen durch Arbeiter in Wegfall kommt.
Dies wird dadurch erreicht, dass mit dem Gashahn ein Uhrwerk derart kombiniert
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oder dgl. geöffnet und geschlossen wird.
Die Erfindung ist in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt, und zwar zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht der Drehvorrichtung für den Halm,
Fig. 2 eine Vorderansicht derselben,
Fig. 3 eine Einzelheit der Wechselräder,
Fig. 4 den Teil des Uhrwerkes, welcher vor der Vorderplatte sitzt, und zwar bei weggenommenen Uhrscheiben,
Fig. 5 eine Draufsicht auf das Uhrwerk,
Fig. li eine Vorderansicht desselben bei weggenommener Vorderplatte und Fig. 7 dassolbe mit Vorderplatte und Uhrscheibe.
Das Uhrwerk besteht aus zwei Teilen, und zwar einem Gangwerke und einem Zünd- undLöschwerke.
Die Bewegung wird vom Federgehäuse 2 durch die Räder 8 und 5 auf das Rad 6 übertragen. Die Räder 3 und 5 sind auf der Achse 4 montiert (Fig. 5).
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Minutenzeiger, welcher sich vor der Uhrscheibe 46 (Fig. 7) dreht, also in einer Stunde eine volle Umdrehung macht.
Die Stundenräder 12 und 13 tragen die Stundenzeiger 15 und 14 (Fig. 7).
Diese Zeiger machen eine Umdrehung in 24 Stunden. Ausserdem tragen die Stunden-
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Stift (20) versehen, welcher den unten beschriebenen dreiarmigen Hebel 28 hebt, wodurch das Zünd-und Löschwerk betätigt wird.
Beim Einstellen der losen Scheiben 37 und 52 im Verhältnis zu den Zeigern 15 und 14 erreicht man, dass die Stifte 17 und 16 den Doppelhebel 18 zu voraus bestimmten Zeiten heben.
Das Öffnen und Schliessen des Hahnes geht in der folgenden Weise vor sich.
Auf derselben Achse wie das Rad 19 sitzt ein Zahnrad 47, weiches in das Zahnrad 39 eingreift. Hinter diesem Rade sind zwei andere Räder 28 und 29 (Fig. 2 und 3) aufgekeilt.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, fehlen die Zähne jedes dieser Zahnräder auf einem Teil der Peripherie, und zwar derart, dass die Zahnsektoren einander diametral entgegengesetzt angeordnet sind. Das Zahnrad 2S greift in ein auf der Achse 40 ? sitzendes Zahnrad 32 ein (Fig. 2). Auf dieser Achse kann ein Doppelhebel 33 angebracht werden, welcher mittels Ketten die Bewegung auf einen ähnlichen, mit dem Hahn 35 in Verbindung stehenden Hebel 34 im Brenner 36 überträgt.
Selbstverständlich kann die Bewegung von der Achse 40 zum Hahn in verschiedener Weise übertragen werden und die beschriebene Vorrichtung darf nur als eine Ausführung- form angesehen werden. Es sei bemerkt, dass die Bewegung z. B. durch Kurbelmechanismus, endlose Ketten, Zahnstange u. dgl. übertragen werden kann.
Das Zahnrad 29, welches gerade hinter dem Zahnrad 28 liegt, greift in ein auf einer Achse sitzendes Zahnrad 30 ein. Dieses ist so breit, dass es gleichzeitig mit dem Zahnrad 32 in Eingriff sein kann. Jedesmal, wenn das Uhrwerk zu im voraus eingestellter Zeit die Achse 42 dreht, werden die Räder 28 und 29 um einen Teil des Umfanges gedreht. Wenn jetzt ein Stück Zahnkranz des Rades 28 gegenüber dem Rade 32 ist, wird dieses Rad um einen Teil des Umfanges gedreht und diese Bewegung wird durch die Hebel und die Ketten auf den Hahn, der dann geöffnet wird, übertragen.
Bei der nächsten Betätigung der Achse 42 werden die Räder 28 und 29 wieder um eine Strecke gedreht, aber dann wird das Zahnstück des Rades 29 in Eingriff mit dem Rade 30 gekommen sein, während das Rad 32 gegenüber dem nicht verzahnten Teil des Rades 28 steht. Bei der Bewegung des Rades 29 wird das Rad 30 gedreht und dadurch erhält das Rad 32 eine Bewegung in einer der früheren entgegengesetzten Richtung und der Hahn wird dadurch ebenfalls in entgegengesetzter Richtung bewegt, d. h. derselbe wird geschlossen.
In Fig. 3 ist die Verbindung zwischen dem Zahnrade 29 und dem Zwischenrad 30 dargestellt. Selbstverständlich können auch mehrere Zwischenräder eingesetzt werden. Der Brenner selbst kann übrigens mit einer kleinen tagsüber brennenden Zündflamme ein- gerichtet werden, welche, wenn der Hahn geschlossen wird, angezündet und wenn der
Hahn geöffnet wird, gelöscht wird.
Am Rade 19 ist ausserdem eine Scheibe 31 angebracht, deren Peripherie mit zwei
Einschnitten 21 Z versehen ist. Das Rad 19 steht mit den Rädern 24 und 25 in Eingriff.
An den Achsen dieser Räder sind ähnliche mit Einschnitten versehene Scheiben angeordnet ; das Rad 26 ist mit einem Anschlagstift 27 versehen.
Die Uhr wird zum Zünden auf den gewünschten Glockensclllag dadurch eingestellt, dass man den Zapfen 43, der mit der Scheibe 37 durch einen Bügel 48 verbunden ist, so lange dreht, bis dieser auf der Stellscheibe 37 dem Zeiger 15 gegenübersteht. In der- selben Weise wird zum Löschen dadurch eingestellt, dass man den Zapfen 44 dreht, der ebenfalls durch einen Bügel 49 mit der Stellscheibe 52 verbunden ist. Der Minutenzeiger und der Stundenzeiger werden dadurch eingestellt, dass man den Zapfen 45 dreht.
Wenn das Uhrwerk den Doppelhebel 18 (Fig. 4) zu voraus bestimmter Zeit durch den Auslösungsstift 17 hebt, wird dadnich auch der dreiarmige Hebel 23 gehoben. Dadurch wird der andere Teil des Werkes ausgelöst und die Feder in einem mit dem Zahnrad 19
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um einen Teil der ganzen Umdrehung drehen. Gleich nach dem Passieren des Stiftes 17 bezw. 16 fällt der Hebel 18 ab. Die Bewegung des Federgehäuses wird so lange dauern, bis auch der Arm 23 nach unten fällt. Dies geschieht, wenn der nächste Einschnitt in der Scheibe 31 unter den Daumen des untersten der drei Arme des Hebels 23 gekommen ist.
Die oben beschriebene Vorrichtung hat zwei verschiedene Einstellanordnungen, von denen die eine die Zündung und die andere das Löschen reguliert und, während alle arbeitenden Teile im Uhrwerk selbst immer in derselben Richtung rotieren, den Hahn wechselweise in der einen oder der anderen Richtung mittels der angegebenen Gangwechselräder 28, 29,30 und 32 drehen.
Es leuchtet ein, dass die angegebene Vorrichtung auch für andere Zwecke als den beschriebenen benutzt werden kann, ohne dass man von dem Wesen der Erfindung abweicht.