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Gusspressverfahren und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens
In der Giesserei werden drei Verfahren benützt, das Sandgussverfahren, das Kokillengussverfahren und das Druckgussverfahren. Als Druckguss- verfahren sind der Spritzguss und das Pressguss- verfahren bekannt. Das Druckgussverfahren hat dem Sand-und Kokillengussverfahren gegenüber den Vorteil grösserer Homogenität und besserer
Festigkeitseigenschaften des Gussstückes. Beim
Spritzgussverfahren wird das flüssige Gussmetall unter hohem Druck in die Gussformen einge- spritzt, beim Pressgussverfahren wird flüssiges oder breüges Metall in die Form gegossen, der
Pressvorgang erfolgt aber meistens erst, wenn das
Metall schon breiig oder gar rotglühend ist, mittels sehr hohen Druckes (bis zu 800 atü) durch den Stempel einer hydraulischen Presse.
Noch höher sind die Drücke bei der ebenfalls bekannten Herstellung von geschmiedetem Guss, wobei das Gussmetall durch schlagartig wirkenden
Druck (Schmieden) bei oder ganz kurz vor der
Erstarrung einer Erschütterung unterworfen wird, die eine Gefügeänderung und damit eine Steigerung der Festigkeit bezweckt.
Den Gegenstand der Erfindung bildet nun ein
Gusspressverfahren, bei dem-ebenso wie beim zuvor genannten Verfahren-das flüssige Metall in eine aus Gesenkunterteil und-oberteil bestehende Gussform eingegossen wird, wobei der Gesenkoberteil in das noch flüssige Metall vorzugsweise mittels einer hydraulischen Presse eingedrückt wird. Zum Unterschied von den bekannten Verfahren erfolgt jedoch die Einsenkung des Gesenkoberteiles in das flüssige Metall derart, dass der volle Pressdruck auf der ganzen Fläche des Pressstempels bis zur Erstarrung des Metalls aufrechterhalten wird.
Bei der Einrichtung zur Durchführung dieses erfindungsgemässen Verfahrens ist der Gesenkoberteil in den Gesenkunterteil so eingepasst, dass der Abschluss der Pressform bereits ein ausreichendes Stück vor dem Ende des Presshubes hergestellt wird, damit der volle Pressdruck auf das flüssige Metall bis zu dessen Erstarrung wirken kann. Durch diese Massnahme wird auch eine Gefährdung der Arbeiter durch herausspritzendes Metall vermieden.
Ein grosser Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens gegenüber dem bekannten Spritz- gussverfahren ist der Wegfall eines besonderen Presskolbens zum Einspritzen des flüssigen Metalls in die Spritzgussform. Denn ihr Oberteil kommt in Fortfall, d. h. er wird durch den Pressstempel der hydraulischen Presse ersetzt. Das Gefüge eines nach der Erfindung hergestellten Guss- stückes ist absolut homogen, was beim Spritz- gussverfahren nicht zu erreichen ist. Auch können beim erfindungsgemässen Verfahren keine Risse oder Lunker entstehen. Gegenüber dem bekannten Pressgussverfahren bringt die Erfindung den
Vorteil, dass mit bedeutend geringerem Druck gearbeitet werden kann, weil der Pressvorgang bei noch völlig flüssigem Metall stattfindet und der Pressdruck auf der ganzen Fläche des Gesenkoberteiles wirkt.
Hinsichtlich des Verfahrens zur Herstellung von geschmiedetem Guss gilt das soeben über den hohen Druck Gesagte in erhöhtem Ausmasse, ganz abgesehen davon, dass nach diesem Verfahren nur geometrisch sehr einfache Gussstücke hergestellt werden können, wogegen das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung auch komplizierter Gussstücke geeignet ist.
In der Zeichnung ist in Fig. 1 eine Einrichtung zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens in einem Beispiele dargestellt, die Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch das fertige Gussstück.
Auf dem Presstisch 1 einer hydraulischen Presse ist der Gesenkunterteil 2 befestigt. Der bewegliche Matrizenoberteil ist mit 3 bezeichnet. Die Kante 4 des Gesenkoberteiles 3 passiert die Kante 8 des Gesenkunterteiles 2, noch bevor die eigentliche Pressform 9 in das flüssige Metall 6 taucht. Der zylindrische Mantel 10 des Gesenkoberteiles 3 und der dazugehörige Mantel 11 des Gesenkunterteiles 2 passen so ineinander, dass beim weiteren Niedergehen des Pressstempels wohl Luft, aber kein Metall entweichen kann. Das flüssige Metall füllt zuletzt den ganzen Zwischenraum zwischen den eigentlichen Pressformen 9 und 12 aus. Die Hubbegrenzung 5 kommt normalerweise nicht zur Wirkung, wenn die Menge des eingegossenen Metalls 6 entsprechend der gewünschten Dicke des Bodens 13 des fertigen Gussteiles 14 richtig bemessen ist.
Das flüssige Metall 6 bleibt bis zur völligen Erstarrung unter dem vollen Pressdruck. Dadurch werden die Gussstücke völlig homogen und rissefrei und erhalten Festigkeitseigenschaften, die den bekannten Pressgussstücken nicht nachstehen. :
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Ist das Gussstück schon fertig erstarrt, so wird es durch den Auswerfer 7 aus dem Gesenkunterteil 2 herausgehoben.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gusspressverfahren, bei dem das flüssige Metall in eine aus Gesenkunterteil und-oberteil bestehende Gussform eingegossen wird, wobei der Gesenkoberteil in das noch flüssige Metall vorzugsweise mittels einer hydraulischen Presse, eingedrückt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Einsenkung des Gesenkoberteiles in das flüssige Metall derart erfolgt, dass der volle Pressdruck auf seiner ganzen Fläche bis zur Erstarrung des Metalles aufrechterhalten wird.