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Gebäudeanlage.
Die Erfindung betrifft eine Gebäudeanlage und ist gekennzeichnet durch die Neben-und Ubereinanderordnung von Raumelementen, die aus kreuzförmig aneinanderstossenden Armen bestehen und im Knotenpunkt einen Verkehrssehacht umschliessen. Diese Raumelemente werden nachstehend kurz als Kreuzblöcke bezeichnet.
Durch die Zusammenfügung solcher Kreuzblöcke bei der Ausführung einer Gebäudeanlage kann eine besonders günstige und wirtschaftliche Ausnützung der jeweils gegebenen Grundfläche erzielt werden. Der Bauraum der Kreuzblockverbauung wird ohne Rücksicht auf die Höhe der Geschosse und deren Einteilung nur unter Bedachtnahme auf die sich aus dem vorgeschriebenen Lichteinfallswinkel und der Hauptgesimshöhe ergebenden Mindestgebäudeabstand errechnet, u. zw. derart, dass die Seitenlänge der Arme des kreuzförmigen Einheitsraumelements (Kreuzblockes) gleich oder grösser gewählt wird als die Hälfte des einzuhaltenden Mindestgebäudeabstandes.
Der einzelne Kreuzblock, der das Einheits-Raumelement, aus dem das Haus zusammengesetzt wird, bildet, umschliesst im Blockknoten den Verkehrssehacht (Aufzug, Stiege, Rampe), der je nach Anzahl der Staffelungen natürliches oder künstliches Licht empfängt. Der den Blockknoten bildende Verkehrsschachtraum kann unabhängig von den festgelegten Abmessungen der Kreuzarme innerhalb gewisser Grenzen in den Abmessungen variiert werden und auf diese Weise den Blockarmen fehlende Raumteile aufnehmen. Er wirkt demnach als ausgleichendes Glied in der Kette der gestaffelten Raumelemente. Der Blockknoten bindet die vier Arme des Kreuzblockes zur kleinsten Raumeinheit zusammen, doch können auch fallweise, insbesondere in den höheren Stockwerken, mit Rücksicht auf die vorgeschriebene Gesimshöhe drei-oder zweiarmige Blöcke angeschlossen werden.
Das Raumelement kann in gleicher Weise alle Arten von Wohnungen, Geschäftsräume usw. enthalten und kann auch nach Art eines Einfamilienhauses im Inneren unterteilt und gegebenenfalls auch in Zwischenstockwerke zerlegt werden. Die Kreuzblöcke können unter Bedachtnahme auf die Grundrissform und auf das Verhältnis zum Strassenraum in Parallel-oder Diagonalverband errechnet und offen, halboffen oder geschlossen gestapelt werden.
Es sind demnach sechs verschiedene Verbände der Kreuzblockverbauung möglich, u. zw. :
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<tb>
<tb> a) <SEP> der <SEP> offene <SEP> Parallelverband,
<tb> b) <SEP> der <SEP> halboffene <SEP> Parallelverband,
<tb> e) <SEP> der <SEP> geschlossene <SEP> Parallelverband,
<tb> d) <SEP> der <SEP> offene <SEP> Diagonalverband,
<tb> e) <SEP> der <SEP> halboffene <SEP> Diagonalverband <SEP> und
<tb> f) <SEP> der <SEP> geschlossene <SEP> Diagonalverband.
<tb>
Auf alle Fälle werden die einzelnen kreuzförmigen Raumelemente (Kreuzblöeke) so nebeneinander gereiht, dass jeweils zwei Stirnseiten zweier Arme der Einheits-Raumelemente aneinanderstossen, während die Seitenflächen der beiden andern Arme zueinander parallel stehen.
Die erfindungsgemässe Gebäudelösung weist gegenüber der üblichen Randverbauung wesentliche Vorzüge und Vorteile auf. Vor allem wird eine wesentliche günstigere Ausnützung der zur Verfügung stehenden Nutzfläche infolge günstigerer Aufteilung der verbauten Fläche zur unverbauten Fläche erzielt. Da zwei im halben Mindestgebäudeabstand parallel laufende Baulinien vorhanden sind, erweitert sich die Strassenraumbreite bei einseitiger Kreuzblockverbauung um mindestens 50 vom Hundert, bei doppelseitiger Verbauung um mindestens 100%. Der gewonnene Raum kann je nach den Anforderungen des Verkehres entweder zur Anlage von Grünflächen und Vorgärten oder, bei
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Unterfahrung der Blockarme, zur Verbreiterung der Fahrbahnen bzw.
Gehsteige verwendet werden.
Diese schon bei geschlossenem Parallelverband auftretenden Raumgewinne steigern sich beim halb- offenen oder offenen Parallel-oder Diagonalverband auf ein Vielfaches, wobei die völlige Auflösung der Strassenfronten in Parkfronten unter jeglicher Vermeidung von Hofanlagen möglich gemacht erscheint.
Der Gewinn an Strassenbreite wirkt sich insbesondere günstig an den Strassenkreuzungen aus, die schon bei einer Strassenbreite von 20 m die Sichtverhältnisse einer 40 m breiten Strasse zeigen und die Verkehrsregelung im Kreisverkehr zulassen. Als weitere Folge tritt auch eine sehr wesentliche
Verringerung des Strassenlärmes ein, da einerseits die das Echo bewirkenden Fassadenfronten zurück- geschoben sind und anderseits die vorragenden Blockarme dem Fluss der Schallwellen in der Längs- richtung der Strasse hindernd entgegenstehen.
Die Berechnung der Fassadenflächen ergibt im Vergleich zur normalen Randverbauung eine
Steigerung der Strassenfronten um 40% und eine Verringerung der Hoffronten je nach Aufspaltung der Blöcke bis auf Null. Da mit der relativen und absoluten Vergrösserung der Fassadenflächen auch die Aufhellung des Bauraumes und mit diesem dessen Nutzbarkeit gesteigert werden kann, so ergibt sich auch ein Gewinn an Bauraumertrag und Grundrente. Die Errechnung des Bauraumes im Kreuzblockverfahren ergibt sich bei gleichem Baurauminhalt eine Verringerung der Verbauungsdichte um
10 vom Hundert, das heisst neben der absoluten Ersparnis an Fundament-Keller-und Dachmauerwerk-eine Steigerung der Grünflächen im gleichen Ausmass.
Durch die Anlage der Verkehrsschachte in den Blockknoten, in denen je vier Doppeltrakte zur Durchdringung gelangen, verringert sich die Zahl der Stiegenhäuser und damit auch die Höhe der Herstellungskosten derselben um zirka 50%.
In der Zeichnung sind mehrere beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt im Schaubild den Zusammenbau der kreuzförmigen Raumelemente im geschlossenen Parallelverband, Fig. 2 zeigt ein Gebäude im halboffenen Parallelverband und lässt den Zusammenhang mit den Verkehrsflächen erkennen.
Fig. 1 zeigt wie die kreuzförmigen Einheitsraumelemente 6 durch Übereinanderstapeln und Nebeneinanderstellen zu einem Baublock bzw. Gebäude vereinigt werden. Die vier Arme 1, 2,3, 4 oder Trakte jedes Raumelementes 6 enthalten jeweils mehrere Raumeinheiten, die entweder einer Wohnung, einem Geschäftslokal od. dgl. entsprechen oder nach Art eines Einfamilienhauses unterteilt sind. Die einzelnen Arme gruppieren sich jeweils um den zentral gelegenen Verkehrsschacht 5, der das Stiegenhaus, die Fahrstühle oder ähnliche Einrichtungen aufnimmt. Fig. 1 lässt auch erkennen, wie durch beliebiges Übereinanderstellen einer wechselnden Zahl solcher Kreuzblöcke die jeweilige Gesimshöhe des Gebäudes variiert werden kann.
Fig. 2 lässt noch deutlicher erkennen, in welcher Art und Weise aus den geschilderten Einheitsraumelementen 6 Gebäude gebildet werden. Die einzelnen Kreuzblöcke sind zu Kreuztürmen gestaffelt und lassen einerseits die Grünflächen 7 und anderseits Durchlässe 8 für den Fussgängerverkehr frei.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei im halben Mindestgebäudeabstand a voneinander entfernte parallele Baulinien 9, 10, sowie zwei verschiedene Gesimshöhen 11, 12 vorhanden. An Stelle des in Fig. 2 dargestellten halboffenen Parallelverbandes kann auch durch Einschalten eines weiteren strichliert angedeuteten Kreuzturmes 13 ein geschlossener Parallelverband gebildet werden, wobei zu beiden Seiten des Mitteltraktes je zwei Höfe 14 entstehen.