Die Erfindung betrifft eine Verteilanordnung für Pakete,
mit einer Fördervorrichtung und wenigstens einer Erzeugergruppe,
welche die Pakete der Fördervorrichtung übergibt
und mit wenigstens einer Zielgruppe, welche die Pakete von
der Fördervorrichtung für den Weitertransport übernimmt.
Verteilanordnungen der genannten Art sind bekannt und dienen
insbesondere dazu, adressierte Pakete gezielt gesteuert
zum Versand Fahrzeugen zu übergeben, die an einer Rampe bereitstehen.
Die beladenen Fahrzeuge bringen die Pakete zu
Verkaufs- oder Auslieferungsstellen, beispielsweise zu den
Kiosken eines bestimmten Bezirks. Die Pakete sind in der
Regel individuell zusammengestellt und adressiert und können
in einzelnen Fällen lediglich aus einem Druckprodukt
bestehen.
Eine bekannte Anordnung weist eine U-förmige Fördervorrichtung
auf, wobei an einem Arm eine Erzeugergruppe und am anderen
Arm eine Zielgruppe angeordnet ist. Anstelle einer U-förmigen
Fördervorrichtung kann auch ein geschlossener
Rundlauf eingesetzt werden, der eine Erzeugergruppe mit einer
Zielgruppe verbindet. In diesem Fall muss die Leistung
auf mehrere, kleinere Fördersysteme verteilt werden, die
nur noch eine beschränkte Erzeuger- und Zielgruppenanzahl
miteinander verbinden. Um jedoch alle Zielgruppen von allen
Erzeugergruppen erreichen zu können, muss ein zusätzliches,
über alle Erzeuger- und Zielgruppen reichendes Fördersystem
vorgesehen werden, welches nur noch ein Teil der gesammten
Menge fördert. Dabei werden die Pakete von den kleinen an
das übergeordnete Fördersystem übergeben. Eine solche Anordnung
ist bei der süddeutschen Zeitung in München in Betrieb.
Nachteilig an dieser Anlage ist, dass das Übergeben
von Paketen von einer Fördervorrichtung an die andere vergleichsweise
aufwendige Übergabemittel erfordert. Diese
Übergabe kann zudem zu Störungen im Materialfluss führen.
Vor allem mit Folie verpackte Pakete können solche Störungen
verursachen. Eine weitere Schwierigkeit bei dieser Anlage
wird darin gesehen, dass sie steuerungstechnisch vergleichsweise
aufwendig ist, da die Pakete von einem Fördersystem
auf das andere übergeben werden müssen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung
der genannten Art zu schaffen, welche die erwähnten Schwierigkeiten
vermeidet. Die Anordnung soll trotzdem kostengünstig
herstellbar und funktionssicher sein.
Die Aufgabe ist bei einer gattungsgemässen Verteilanordnung
dadurch gelöst, dass die Fördervorrichtung einen geschlossenen
Rundlauf bildet und in wenigstens zwei übereinander
liegenden Ebenen verläuft und dass wenigstens eine Erzeugergruppe
und zwei Zielgruppen entlang des geschlossenen
Rundlaufes in Serie angeordnet sind. Bei der erfindungsgemässen
Anordnung ist die Übergabe von Paketen von einem
Förderorgan auf ein anderes nicht erforderlich und damit
können Störungen aufgrund von Übergabefehlern ausgeschlossen
werden. Vorteilhaft ist zudem, dass die elektronische
Verfolgung der Pakete einfacher ist als bisher, da die Zusammenarbeit
von zwei oder mehreren mechanischen Transportsystemen
wegfällt.
Vorteilhaft ist weiterhin, dass von einer Erzeugergruppe
wenigstens zwei Zielgruppen erreicht werden können, bevor
die zweite Erzeugergruppe den Rundlauf mit der Aufgabe von
Paketen belastet. Dadurch wird die Leistung gegenüber einem
einstöckigen Rundlauf, der mit zwei Erzeugergruppen zwei
Verbrauchergruppen beschickt, bei gleicher Transportgeschwindigkeit
verdoppelt.
Bei einer lückenlosen Beschickung der Fördervorrichtung
durch eine Erzeugergruppe, die übrigens auch aus einer Vorrichtungseinheit
bestehen kann, und einer anschliessenden
teilweisen Abgabe der Pakete an eine Zielgruppe, können die
dadurch entstandenen Lücken durch Pakete einer nachfolgenden
Erzeugergruppe wieder gefüllt werden.
Alternativ kann bei einer lückenbildenden Beschickung der
Fördervorrichtung durch eine Erzeugergruppe die vorhandenen
Lücken durch Pakete einer nachfolgenden Erzeugergruppe besetzt
werden.
Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemässen Anlage wird
auch darin gesehen, dass der auf zwei übereinanderliegenden
Ebenen verlaufende Rundlauf durch seine Länge eine Zwischenpuffer-Funktion
zwischen den Erzeugergruppen und den
Zielgruppen erfüllen kann. Bei dieser Funktion müssen die
Pakete den Rundlauf nicht verlassen und damit nicht an ein
anderes System übergeben werden. Zwischengepufferte Pakete
kommen nach einer gewissen Zeitdauer wieder an der abzugebenden
Zielposition vorbei, ohne dass sie das System verlassen
müssen. Zur Steuerung des Füllgrades der zwischengepufferten
Pakete lassen sich einfache Algorithmen ableiten,
die entweder die Erzeugergruppen drosseln oder die Abnahme
der Pakete an den Zielgruppen beschleunigen um einen Überlauf
der Anlage zu verhindern. Die erfindungsgemässe Anlage
lässt sich somit elektronisch gut abbilden. Eine Überlastung
des Rechners kann damit auch bei hohen Leistungen
vermieden werden.
Die erfindungsgemässe Anordnung zeichnet sich somit durch
eine höhere Leistung und durch die Möglichkeit einer Zwischenpufferung
bei geringerem Rechneraufwand aus. Vorteilhafte
Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Patentansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie
der Zeichnung.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht einer erfindungsgemässen
Anlage,
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht einer Variante der
erfindungsgemässen Anlage und
- Fig. 3
- ein Schnitt entlang der Linie III-III der
Figur 1.
Die in Figur 1 gezeigte Anlage 1 weist eine Fördervorrichtung
2 auf, die einen geschlossenen Rundlauf R bildet. Die
Fördervorrichtung kann eine Vorrichtung mit einem hier
nicht gezeigten Förderorgan, beispielsweise einem Förderband
sein. Sie besitzt einen Antrieb 42 sowie eine Steuervorrichtung
43. Der gesteuerte Antrieb solcher Fördervorrichtungen
2 ist dem Fachmann an sich bekannt und braucht
nicht erläutert zu werden. Der Rundlauf R verläuft gemäss
Figur 3 in einer unteren Ebene A sowie in einer im Abstand
dazu angeordneten oberen Ebene B. In der unteren Ebene A
befindet sich der Bereich der sich von Punkt 15 bis zu
Punkt 16 erstreckt. Nach dem Punkt 16 führt eine Steigstrecke
12 zur oberen Ebene B und von Punkt 17 bis zu Punkt
18 verläuft der Rundlauf R in der oberen Ebene B. Von Punkt
18 aus führt eine Fallstrecke 13 wieder zur unteren Ebene A
und zu Punkt 15. Die Förderrichtung ist durch die beiden
Pfeile 19 und 20 angedeutet. Der Rundlauf R weist somit
zwei Schleifen 21 und 22 jeweils mit einer Steigstrecke 12
bzw. Fallstrecke 13 auf.
An den Schleifen 21 und 22 ist jeweils eine Erzeugergruppe
4 bzw. 5 angeordnet. Mit diesen an sich bekannten Erzeugergruppen
4 und 5 werden die Pakete 3 gebildet, wobei beispielsweise
Druckprodukte von einer hier nicht gezeigten
Rotation mit nachgeschalteten Paketbildungsgruppen übernommen
werden. Die erzeugten Pakete 3 werden maschinenlesbar
adressiert und an den Stellen 6 der Fördervorrichtung 2 dem
Rundlauf R übergeben. Die Übergabe erfolgt in der Regel bei
laufender Fördervorrichtung 2. Kurz nach der Aufgabe durchlaufen
die Pakete 3 einen Barcodeleser 14 oder eine andere
geeignete Lesevorrichtung, welche die Adresse liest, so
dass die Pakete 3 gezielt zu einer Zielposition der Zielgruppe
7 oder 8 gefördert werden können. Diese Zielgruppen
7 und 8 sind in Serie nacheinander angeordnet. An diesen
Zielgruppen 7 und 8 sind gemäss Figur 3 Rampen 9 angeordnet,
die über Förderorgane 10 und 11 beliefert werden und
an denen die zu beladenden Fahrzeuge 44 angeordnet sind.
Die Förderorgane 10 fördern gemäss Figur 3 die Pakete 3 von
der oberen Ebene B zur Rampe 9 und die Förderorgane 11 fördern
die Pakete 3 in der unteren Ebene A ebenfalls zur Rampe
9. Es können hier bei jeder Zielgruppe 7 bzw. 8 parallel
nebeneinander gleichzeitig mehrere Rampen 9 vorhanden sein.
Von der Erzeugergruppe 5 können die Pakete 3 zur Zielgruppe
8 oder wahlweise auch an die nachfolgende Zielgruppe 7 abgegeben
werden. Ist es infolge einer Störung oder aus einem
anderen Grund nicht möglich, Pakete 3 an die Zielgruppen 7
und 8 abzugeben, so verbleiben die nicht abgegebenen Pakete
auf dem Rundlauf R und gelangen an der Erzeugergruppe 4
vorbei und auf der Schleife 22 zur oberen Ebene B.
Schliesslich gelangen diese Pakete 3 über die Schleife 21
an der Erzeugergruppe 5 vorbei wiederum zu den Zielgruppen
8 bzw. 7. Der Rundlauf R kann somit Pakete aufnehmen, die
an den Zielgruppen 7 und 8 nicht aufgenommen werden können.
Der Rundlauf R kann die Pakete 3 solange aufnehmen, bis sie
wieder am Anfangspunkt 15 ankommen. Ab diesem Moment muss
die Erzeugergruppe 5 gestoppt werden, damit weiterhin Pakete
der Erzeugergruppe 4 gefördert werden können. Es können
beispielsweise 100 Pakete der Erzeugergruppe 5 umlaufen.
Die Pakete der Erzeugergruppe 5 können auf diese Weise nötigenfalls
eine gewisse Zeit zwischengepuffert werden, ohne
dass die Anlage abgeschaltet werden muss.
Pakete 3 der Erzeugergruppe 4 gelangen auf die Schleife 22
und über die Steigstrecke 12 zur oberen Ebene B und hier
beispielsweise an der Zielgruppe 7 vorbei. Hier nicht abgegebene
Pakete 3 gelangen schliesslich in diese obere Ebene
B zur Zielgruppe 8. Wesentlich ist nun, dass ausgehend von
den Erzeugergruppen 4 und 5 jeweils zwei Zielgruppen 7 und
8 erreicht werden können, bevor die weitere Erzeugergruppe
5 bzw. 4 den Rundlauf R belastet. Damit ist eine besonders
hohe Leistung möglich. Auch für Pakete 3 der Erzeugergruppe
4 besteht die Möglichkeit einer Zwischenpufferung, wie oben
erläutert.
Die Anordnung 1 weist zwei Ebenen A und B sowie zwei
Schlaufen 21 und 22 auf. Grundsätzlich ist auch eine Anordnung
über mehr als zwei Ebenen und mit mehr als zwei
Schlaufen möglich. Denkbar ist auch eine Ausführung mit lediglich
einer Erzeugergruppe 4 bzw. 5.
Die Verteilanordnung 1' gemäss Figur 2 weist zwei Rundläufe
R' und R'' auf, die jeweils geschlossen sind und die jeweils
eine Fördervorrichtung 2' bzw. 2'' besitzen. Diese
Fördervorrichtungen 2' und 2'' sind in Richtung der Pfeile
45 und 46 angetrieben und zur gezielten Übergabe der Pakete
3 gesteuert. Beide Rundläufe R' und R'' erstrecken sich jeweils
über eine untere Ebene A und eine obere Ebene B. Die
punktiert gezeichneten Bereiche verlaufen in der oberen
Ebene B, während die mit ausgezogenen Linien gezeigten Bereiche
in der unteren Ebene A verlaufen. Entsprechend weist
jeder Rundlauf eine Steigstrecke und eine Fallstrecke auf.
Beim Rundlauf R' ist mit dem Bezugszeichen 38 die Steigstrecke
und mit dem Bezugszeichen 39 die Fallstrecke bezeichnet.
Am Rundlauf R' sind eine Erzeugergruppe 30 und
zwei Zielgruppen 33 und 34 angeordnet. Am Rundlauf R'' sind
zwei Erzeugergruppen 31 und 32 angeordnet. Von diesen sind
zwei Zielgruppen 34 und 35 erreichbar. Im Bereich der Zielgruppe
34 überlappen sich die beiden Rundläufe R' und R''.
An der Zielgruppe 34 können somit Pakete 3 des Rundlaufes
R' als auch Pakete 3 des Rundlaufes R'' abgegeben werden.
Die Übergabe an eine hier nicht gezeigte Rampe erfolgt hier
wie in Figur 3 gezeigt, über Förderorgane 10 und 11, welche
die Pakete 3 in der unteren Ebene A oder von der oberen
Ebene B nach unten fördern. Auch bei der Anordnung 1' kann
eine Erzeugergruppe 30 bzw. 31 zwei Zielgruppen 33 bzw. 34
und 35 erreichen, bevor die weitere Erzeugergruppe den
Rundlauf R' bzw. R'' belastet. Nicht abgebbare Pakete können
auf dem Rundlauf R' bzw. R'' verbleiben, so dass auch
hier eine Zwischenpufferfunktion gewährleistet ist.