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DE972565C - Verfahren zur Herstellung langkettiger Chlorkohlenwasserstoffe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung langkettiger Chlorkohlenwasserstoffe

Info

Publication number
DE972565C
DE972565C DEF15266A DEF0015266A DE972565C DE 972565 C DE972565 C DE 972565C DE F15266 A DEF15266 A DE F15266A DE F0015266 A DEF0015266 A DE F0015266A DE 972565 C DE972565 C DE 972565C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
carbon tetrachloride
chloroform
reaction
production
long
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEF15266A
Other languages
English (en)
Inventor
Herbert Dr Bestian
Adolf Dr Sieglitz
Gerhard Dr Theilig
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Hoechst AG
Original Assignee
Hoechst AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Hoechst AG filed Critical Hoechst AG
Priority to DEF15266A priority Critical patent/DE972565C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE972565C publication Critical patent/DE972565C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C17/00Preparation of halogenated hydrocarbons
    • C07C17/26Preparation of halogenated hydrocarbons by reactions involving an increase in the number of carbon atoms in the skeleton
    • C07C17/272Preparation of halogenated hydrocarbons by reactions involving an increase in the number of carbon atoms in the skeleton by addition reactions
    • C07C17/275Preparation of halogenated hydrocarbons by reactions involving an increase in the number of carbon atoms in the skeleton by addition reactions of hydrocarbons and halogenated hydrocarbons

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
AUSGEGEBEN AM 13. AUGUST 1959
DEUTSCHES PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12ο GRUPPE 2oi INTERNAT. KLASSE C 07 c
F 15266 IVb/12 ο
Dr. Adolf Sieglitz, Bad Soden, Dr. Herbert Bestian, Frankfurt/M.-Höchst und Dr. Gerhard Theilig, Frankfurt/M.-Griesheim sind als Erfinder genannt worden
Farbwerke Hoechst Aktiengesellschaft vormals Meister Lucius & Brüning, Frankfurt/M.
Verfahren zur Herstellung langkettiger Chlorkohlenwasserstoffe
Patentiert im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vom 21. Juli 1954 an
Patentanmeldung bekanntgemacht am 3. November 1955
Patenterteilung bekanntgemacht am 30. Juli 1959
Es ist bekannt, daß man durch Umsetzung von Äthylen mit Tetrachlorkohlenstoff in Gegenwart radikalischer Startmittel Verbindungen erhält, welche aus einer normalen Paraffinkette bestehen, die durch die Endgruppen Cl und CCl3 abgeschlossen wird, und die also durch die allgemeine Formel
Cl(CH2-CH2)^CCl3
dargestellt werden können.
ίο In ähnlicher Weise gelingt es, von Chloroform und Äthylen ausgehend, Trichloralkane der allgemeinen Formel
H(CH2 — CH2)reCCL
herzustellen. Dieses als Telomerisation bekanntgewordene Verfahren wird durch mehrere bedeutende Nachteile in seiner Anwendungsbreite eingeschränkt. Durch spontane Polymerisationen, die durch lokale Überhitzungen hervorgerufen werden, tritt Zersetzung des Reaktionsgutes ein. Tatsächlich wurde über mehrere derartige Explosionen in der Literatur berichtet (Chemical Engineering News, vol. 25 [1947], S. 1866 und 1867). Wegen solcher Spontanreaktionen war es bisher nicht möglich, höhere Äthylendrucke bei technischer Reaktionsdurchführung in Anwendung zu bringen. Von der Wahl des Äthylendruckes hängt aber nicht nur der Umsatz ab, sondern auch die Art der entstehenden Produkte. Mit steigender Äthylenkonzentration, d. h. steigendem Äthylendruck, nimmt die Kettenlänge der Tetra- oder Trichloralkane zu.
909 574/16
Zur Verhütung von Spontanreaktionen hat man bisher dem Reaktionsgemisch Wasser als Moderator zugesetzt. Diese Maßnahme bringt aber den Nachteil mit sich, daß starke Korrosion der stählernen Reaktionsgefäße auftritt, da sich wäßrige Salzsäure bildet. Reaktionsprodukte, die Eisen- oder Chromchloride auch in sehr geringen Mengen enthalten, sind weiterhin schwierig aufzuarbeiten, da sich aus der Trichlormethylgruppe der Produkte unter dem Einfluß ίο Friedel-Craftsscher Katalysatoren teilweise Chlorwasserstoff abspaltet:
— C H9 — C CL
■ —CH = CCl2+ HCl.
Die dann entstehenden 1, i-Dichlorolefine sind aber im Gegensatz zu den Trichlorparaffinen, wie 1,1, i-Trichloralkanen, instabile Verbindungen, die einem laufenden weiteren Zerfall unterliegen, wenn sie mit Luftsauerstoff in Berührung kommen.
Die i, i, i-Trichloralkane und die 1,1,1, ω-Tetrachloralkane selbst sind sehr stabile Verbindungen. Für viele Verwendungszwecke sind sie chlorierten Kogasinen und anderen durch direkte Chlorierung gewonnenen Chlorparaffinen überlegen, weil sie keine Chlorwass'erstoffabspaltung mehr aufweisen, wenn sie einmal von Metallverunreinigungen frei sind. Aus der USA.-Patentschrift 2 440 800 ist ferner bekannt, Telomerisationen der genannten Art in Abwesenheit von Verdünnungsmitteln und kontinuierlich durchzuführen; jedoch wird vor der Abwesenheit von Verdünnungsmitteln gewarnt, um insbesondere einen explosiven Ablauf der Telomerisation zu vermeiden. Es wurde nun gefunden, daß man Trichloralkane oder Tetrachloralkane der allgemeinen Formel
X-(CH2-CH2)^-CCl3,
wobei X gleich Wasserstoff oder Chlor und η eine ganze Zahl von 5 bis 10 sein kann, durch Umsetzung von Tetrachlorkohlenstoff oder Chloroform mit Äthylen unter Druck in Gegenwart von radikalischen Startmitteln und in Abwesenheit von Hilfsflüssigkeiten oder Lösungsmitteln in kontinuierlicher Arbeitsweise, wobei bei stets gleichem Monomerendruck Chloroform oder Tetrachlorkohlenstoff zusammen mit dem radikalischen Startmittel im Maße ihres Verbrauchs in das Reaktionsgefäß eingeführt werden, dadurch herstellen kann, daß man die Reaktion in Gegenwart von Chlorwasserstoff absorbierenden Epoxydgruppierungen enthaltenden Verbindungen durchführt. Hierdurch läßt sich die Reaktion überraschenderweise gefahrlos durchführen. Ferner war es nicht vorauszusehen, daß durch diese Maßnahmen die Kettenlänge der erhaltenen Produkte größer ist als bei dem bekannten Verfahren. So steigt beispielsweise die mittlere Kettenlänge von C5 bis C7 bei stationärer Arbeitsweise, auf C9 bis C11 bei kontinuierlicher Arbeitsweise und jeweils 300 at Äthylendruck.
Durch dieMitverwendung vonEpoxydgruppierungen enthaltenden Verbindungen bei der kontinuierlichen Arbeitsweise ist es außerdem möglich, den Äthylendruck gefahrlos zu steigern und auch im Gebiet von etwa 700 bis 1000 at zu arbeiten, ohne daß Explosionen und Korrosionserscheinungen auftreten.
Als Epoxydgruppierungen enthaltende Verbindungen sind z. B. Äthylenoxyd, Phenoxypropenoxyd, Naphthoxypropenoxyd, Epoxystearinsäureester geeignet. Auch Verbindungen, die die Epoxydgruppe mehrmals im Molekül enthalten, wie Epoxydharze, können Verwendung finden. Diese Epoxyde binden Spuren abgespaltenen Chlorwasserstoffs und verhindern eine Korrosion der verwendeten Metallgefäßwände. Das Reaktionsprodukt wird dadurch vor einem autokatalytisch ablaufenden Zerfall geschützt. Als Startmittel für die geschilderte Reaktion kommen Peroxyde, Azo- und Hydrazoverbindungen, metallorganische Verbindungen, Redoxsysteme und aktinisches Licht in Betracht. Die verwendeten Reaktionstemperaturen hängen von der Wahl des Startmittels ab, sie liegen im allgemeinen bei 40 bis 200°.
Als Gefäßmaterial verwendet man vorteilhaft rostfreie Stähle oder kleidet Gefäße aus gewöhnlichem Stahl mit Silber aus.
Beispiel 1
In ein auf 85° aufgeheiztes Hochdruckrohr aus rostfreiem Stahl werden 300 at Äthylen aufgepreßt. Mit Hilfe einer Hochdruckeinspritzpumpe führt man am unteren Ende im Laufe von 5 Stunden eine Lösung von 0,3 °/0 Azo-di-isobutyronitril und 0,3 °/0 Phenoxypropenoxyd in Tetrachlorkohlenstoff ein. Man hält die Temperatur des Rohrs durch laufende Außenkühlung auf 85 bis 90° und den Äthylendruck durch Nachdrücken aus einem Vorratsgefäß auf 300 at. Ferner gibt man die obige Mischung von Tetrachlorkohlenstoff, Azo-di-isobutyronitril und Phenoxypropenoxyd laufend im Maße ihres Verbrauches nach. Nach Einstellung der Gleichgewichtsbedingungen nach etwa 1 Stunde fällt ein Produkt konstanter Zusammensetzung an. Das Produkt wird am obigen Rohrende kontinuierlich entnommen.
Bei der Destillation von 4500 g des Rohproduktes erhält man 780 g Tetrachlorkohlenstoff (nicht umgesetzt), 150 g Tetrachlorpropan, 620 g Tetrachlorpentan, 550 g Tetrachlorheptan, 1200 g Tetrachloralkane C9 bis C13, 1200 g Tetrachloralkane C13 und höher (Mittel C17).
Beispiel 2
In der gleichen Weise wie im Beispiel 1 unter Ver-Wendung von Chloroform mit 0,3 °/0 Benzoylperoxyd und 0,3 % Epoxystearinsäuremethylester und b i einer Reaktionstemperatur von 1200 erhält man bei der Destillation des Rohproduktes 93 g Trichlorpropan, 154 g Trichlorpentan, 258 g Trichlorheptan, 138 g Trichlornonan und 670 g Trichloralkane (C11 und höher).

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Verfahren zur Herstellung von Trichloralkanen lao oder Tetrachloralkanen der allgemeinen Formel
    X — (CH2- CH2)n — CCl3
    worin X gleich Wasserstoff oder Chlor und η eine ganze Zahl von 5 bis 10 sein kann, durch Umsetzung von Tetrachlorkohlenstoff oder Chloroform mit
    Äthylen unter Druck in Gegenwart von radikalischen Startmitteln und in Abwesenheit von Hilfsflüssigkeiten oder Lösungsmitteln in kontinuierlicher Arbeitsweise, wobei bei stets gleichem Monomerendruck Chloroform oder Tetrachlorkohlenstoff zusammen mit dem radikalischen Startmittel im Maße ihres Verbrauchs in das Reaktionsgefäß eingeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion in Gegenwart von Chlorwasserstoff absorbierenden Epoxydgruppierungen · enthaltenden Verbindungen durchgeführt wird.
    In Betracht gezogene Druckschriften:
    USA.-Patentschriften Nr. 2 440 800, 2440801; deutsche Patentschrift Nr. 864 866;
    Chemical Engineering Progress 49 [1953], S. 647 bis 652;
    Journal of the American Chemical Society, Bd. 69 Γ1947], S. 1100 bis 1105.
    © 509578/29 10.55 (909 574/16 8.59)
DEF15266A 1954-07-20 1954-07-21 Verfahren zur Herstellung langkettiger Chlorkohlenwasserstoffe Expired DE972565C (de)

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DEF15266A DE972565C (de) 1954-07-20 1954-07-21 Verfahren zur Herstellung langkettiger Chlorkohlenwasserstoffe

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DE1127794X 1954-07-20
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Publications (1)

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DE972565C true DE972565C (de) 1959-08-13

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1135873B (de) * 1959-09-08 1962-09-06 Continental Oil Co Verfahren zur Herstellung von AEthylentelomerisaten

Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2440800A (en) * 1942-04-10 1948-05-04 Du Pont Halogenated hydrocarbons and method for their preparation
US2440801A (en) * 1942-06-17 1948-05-04 Du Pont Process of reacting hydrogen chloride with olefinic compounds, and product
DE864866C (de) * 1949-06-08 1953-01-29 Karl Dr Ziegler Verfahren zur Darstellung von Anlagerungsverbindungen

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