DE972565C - Verfahren zur Herstellung langkettiger Chlorkohlenwasserstoffe - Google Patents
Verfahren zur Herstellung langkettiger ChlorkohlenwasserstoffeInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C17/00—Preparation of halogenated hydrocarbons
- C07C17/26—Preparation of halogenated hydrocarbons by reactions involving an increase in the number of carbon atoms in the skeleton
- C07C17/272—Preparation of halogenated hydrocarbons by reactions involving an increase in the number of carbon atoms in the skeleton by addition reactions
- C07C17/275—Preparation of halogenated hydrocarbons by reactions involving an increase in the number of carbon atoms in the skeleton by addition reactions of hydrocarbons and halogenated hydrocarbons
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
AUSGEGEBEN AM 13. AUGUST 1959
DEUTSCHES PATENTAMT
KLASSE 12ο GRUPPE 2oi
INTERNAT. KLASSE C 07 c
F 15266 IVb/12 ο
Dr. Adolf Sieglitz, Bad Soden, Dr. Herbert Bestian, Frankfurt/M.-Höchst
und Dr. Gerhard Theilig, Frankfurt/M.-Griesheim sind als Erfinder genannt worden
Farbwerke Hoechst Aktiengesellschaft vormals Meister Lucius & Brüning, Frankfurt/M.
Verfahren zur Herstellung langkettiger Chlorkohlenwasserstoffe
Patentiert im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vom 21. Juli 1954 an
Patentanmeldung bekanntgemacht am 3. November 1955
Patenterteilung bekanntgemacht am 30. Juli 1959
Es ist bekannt, daß man durch Umsetzung von Äthylen mit Tetrachlorkohlenstoff in Gegenwart
radikalischer Startmittel Verbindungen erhält, welche aus einer normalen Paraffinkette bestehen, die durch
die Endgruppen Cl und CCl3 abgeschlossen wird, und die also durch die allgemeine Formel
Cl(CH2-CH2)^CCl3
dargestellt werden können.
ίο In ähnlicher Weise gelingt es, von Chloroform und
Äthylen ausgehend, Trichloralkane der allgemeinen Formel
H(CH2 — CH2)reCCL
herzustellen. Dieses als Telomerisation bekanntgewordene Verfahren wird durch mehrere bedeutende Nachteile in seiner Anwendungsbreite eingeschränkt. Durch spontane Polymerisationen, die durch lokale Überhitzungen hervorgerufen werden, tritt Zersetzung des Reaktionsgutes ein. Tatsächlich wurde über mehrere derartige Explosionen in der Literatur berichtet (Chemical Engineering News, vol. 25 [1947], S. 1866 und 1867). Wegen solcher Spontanreaktionen war es bisher nicht möglich, höhere Äthylendrucke bei technischer Reaktionsdurchführung in Anwendung zu bringen. Von der Wahl des Äthylendruckes hängt aber nicht nur der Umsatz ab, sondern auch die Art der entstehenden Produkte. Mit steigender Äthylenkonzentration, d. h. steigendem Äthylendruck, nimmt die Kettenlänge der Tetra- oder Trichloralkane zu.
herzustellen. Dieses als Telomerisation bekanntgewordene Verfahren wird durch mehrere bedeutende Nachteile in seiner Anwendungsbreite eingeschränkt. Durch spontane Polymerisationen, die durch lokale Überhitzungen hervorgerufen werden, tritt Zersetzung des Reaktionsgutes ein. Tatsächlich wurde über mehrere derartige Explosionen in der Literatur berichtet (Chemical Engineering News, vol. 25 [1947], S. 1866 und 1867). Wegen solcher Spontanreaktionen war es bisher nicht möglich, höhere Äthylendrucke bei technischer Reaktionsdurchführung in Anwendung zu bringen. Von der Wahl des Äthylendruckes hängt aber nicht nur der Umsatz ab, sondern auch die Art der entstehenden Produkte. Mit steigender Äthylenkonzentration, d. h. steigendem Äthylendruck, nimmt die Kettenlänge der Tetra- oder Trichloralkane zu.
909 574/16
Zur Verhütung von Spontanreaktionen hat man bisher dem Reaktionsgemisch Wasser als Moderator
zugesetzt. Diese Maßnahme bringt aber den Nachteil mit sich, daß starke Korrosion der stählernen Reaktionsgefäße
auftritt, da sich wäßrige Salzsäure bildet. Reaktionsprodukte, die Eisen- oder Chromchloride
auch in sehr geringen Mengen enthalten, sind weiterhin schwierig aufzuarbeiten, da sich aus der Trichlormethylgruppe
der Produkte unter dem Einfluß ίο Friedel-Craftsscher Katalysatoren teilweise Chlorwasserstoff
abspaltet:
— C H9 — C CL
■ —CH = CCl2+ HCl.
Die dann entstehenden 1, i-Dichlorolefine sind aber
im Gegensatz zu den Trichlorparaffinen, wie 1,1, i-Trichloralkanen,
instabile Verbindungen, die einem laufenden weiteren Zerfall unterliegen, wenn sie mit
Luftsauerstoff in Berührung kommen.
Die i, i, i-Trichloralkane und die 1,1,1, ω-Tetrachloralkane
selbst sind sehr stabile Verbindungen. Für viele Verwendungszwecke sind sie chlorierten
Kogasinen und anderen durch direkte Chlorierung gewonnenen Chlorparaffinen überlegen, weil sie keine
Chlorwass'erstoffabspaltung mehr aufweisen, wenn sie einmal von Metallverunreinigungen frei sind. Aus der
USA.-Patentschrift 2 440 800 ist ferner bekannt, Telomerisationen der genannten Art in Abwesenheit
von Verdünnungsmitteln und kontinuierlich durchzuführen; jedoch wird vor der Abwesenheit von Verdünnungsmitteln
gewarnt, um insbesondere einen explosiven Ablauf der Telomerisation zu vermeiden.
Es wurde nun gefunden, daß man Trichloralkane oder Tetrachloralkane der allgemeinen Formel
X-(CH2-CH2)^-CCl3,
wobei X gleich Wasserstoff oder Chlor und η eine
ganze Zahl von 5 bis 10 sein kann, durch Umsetzung von Tetrachlorkohlenstoff oder Chloroform mit
Äthylen unter Druck in Gegenwart von radikalischen Startmitteln und in Abwesenheit von Hilfsflüssigkeiten
oder Lösungsmitteln in kontinuierlicher Arbeitsweise, wobei bei stets gleichem Monomerendruck
Chloroform oder Tetrachlorkohlenstoff zusammen mit dem radikalischen Startmittel im Maße ihres Verbrauchs
in das Reaktionsgefäß eingeführt werden, dadurch herstellen kann, daß man die Reaktion in
Gegenwart von Chlorwasserstoff absorbierenden Epoxydgruppierungen enthaltenden Verbindungen
durchführt. Hierdurch läßt sich die Reaktion überraschenderweise gefahrlos durchführen. Ferner war es
nicht vorauszusehen, daß durch diese Maßnahmen die Kettenlänge der erhaltenen Produkte größer ist als bei
dem bekannten Verfahren. So steigt beispielsweise die mittlere Kettenlänge von C5 bis C7 bei stationärer
Arbeitsweise, auf C9 bis C11 bei kontinuierlicher
Arbeitsweise und jeweils 300 at Äthylendruck.
Durch dieMitverwendung vonEpoxydgruppierungen enthaltenden Verbindungen bei der kontinuierlichen
Arbeitsweise ist es außerdem möglich, den Äthylendruck gefahrlos zu steigern und auch im Gebiet von
etwa 700 bis 1000 at zu arbeiten, ohne daß Explosionen und Korrosionserscheinungen auftreten.
Als Epoxydgruppierungen enthaltende Verbindungen sind z. B. Äthylenoxyd, Phenoxypropenoxyd,
Naphthoxypropenoxyd, Epoxystearinsäureester geeignet. Auch Verbindungen, die die Epoxydgruppe
mehrmals im Molekül enthalten, wie Epoxydharze, können Verwendung finden. Diese Epoxyde binden
Spuren abgespaltenen Chlorwasserstoffs und verhindern eine Korrosion der verwendeten Metallgefäßwände.
Das Reaktionsprodukt wird dadurch vor einem autokatalytisch ablaufenden Zerfall geschützt.
Als Startmittel für die geschilderte Reaktion kommen Peroxyde, Azo- und Hydrazoverbindungen,
metallorganische Verbindungen, Redoxsysteme und aktinisches Licht in Betracht. Die verwendeten
Reaktionstemperaturen hängen von der Wahl des Startmittels ab, sie liegen im allgemeinen bei 40
bis 200°.
Als Gefäßmaterial verwendet man vorteilhaft rostfreie Stähle oder kleidet Gefäße aus gewöhnlichem
Stahl mit Silber aus.
In ein auf 85° aufgeheiztes Hochdruckrohr aus rostfreiem Stahl werden 300 at Äthylen aufgepreßt.
Mit Hilfe einer Hochdruckeinspritzpumpe führt man am unteren Ende im Laufe von 5 Stunden eine
Lösung von 0,3 °/0 Azo-di-isobutyronitril und 0,3 °/0
Phenoxypropenoxyd in Tetrachlorkohlenstoff ein. Man hält die Temperatur des Rohrs durch laufende
Außenkühlung auf 85 bis 90° und den Äthylendruck durch Nachdrücken aus einem Vorratsgefäß auf
300 at. Ferner gibt man die obige Mischung von Tetrachlorkohlenstoff, Azo-di-isobutyronitril und
Phenoxypropenoxyd laufend im Maße ihres Verbrauches nach. Nach Einstellung der Gleichgewichtsbedingungen nach etwa 1 Stunde fällt ein Produkt
konstanter Zusammensetzung an. Das Produkt wird am obigen Rohrende kontinuierlich entnommen.
Bei der Destillation von 4500 g des Rohproduktes erhält man 780 g Tetrachlorkohlenstoff (nicht umgesetzt),
150 g Tetrachlorpropan, 620 g Tetrachlorpentan, 550 g Tetrachlorheptan, 1200 g Tetrachloralkane
C9 bis C13, 1200 g Tetrachloralkane C13 und
höher (Mittel C17).
In der gleichen Weise wie im Beispiel 1 unter Ver-Wendung
von Chloroform mit 0,3 °/0 Benzoylperoxyd und 0,3 % Epoxystearinsäuremethylester und b i
einer Reaktionstemperatur von 1200 erhält man bei der Destillation des Rohproduktes 93 g Trichlorpropan,
154 g Trichlorpentan, 258 g Trichlorheptan, 138 g Trichlornonan und 670 g Trichloralkane (C11
und höher).
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von Trichloralkanen lao oder Tetrachloralkanen der allgemeinen FormelX — (CH2- CH2)n — CCl3worin X gleich Wasserstoff oder Chlor und η eine ganze Zahl von 5 bis 10 sein kann, durch Umsetzung von Tetrachlorkohlenstoff oder Chloroform mitÄthylen unter Druck in Gegenwart von radikalischen Startmitteln und in Abwesenheit von Hilfsflüssigkeiten oder Lösungsmitteln in kontinuierlicher Arbeitsweise, wobei bei stets gleichem Monomerendruck Chloroform oder Tetrachlorkohlenstoff zusammen mit dem radikalischen Startmittel im Maße ihres Verbrauchs in das Reaktionsgefäß eingeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion in Gegenwart von Chlorwasserstoff absorbierenden Epoxydgruppierungen · enthaltenden Verbindungen durchgeführt wird.In Betracht gezogene Druckschriften:USA.-Patentschriften Nr. 2 440 800, 2440801; deutsche Patentschrift Nr. 864 866;Chemical Engineering Progress 49 [1953], S. 647 bis 652;Journal of the American Chemical Society, Bd. 69 Γ1947], S. 1100 bis 1105.© 509578/29 10.55 (909 574/16 8.59)
Priority Applications (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEF15266A DE972565C (de) | 1954-07-20 | 1954-07-21 | Verfahren zur Herstellung langkettiger Chlorkohlenwasserstoffe |
Applications Claiming Priority (2)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE1127794X | 1954-07-20 | ||
DEF15266A DE972565C (de) | 1954-07-20 | 1954-07-21 | Verfahren zur Herstellung langkettiger Chlorkohlenwasserstoffe |
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Publication Number | Publication Date |
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DE972565C true DE972565C (de) | 1959-08-13 |
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Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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DEF15266A Expired DE972565C (de) | 1954-07-20 | 1954-07-21 | Verfahren zur Herstellung langkettiger Chlorkohlenwasserstoffe |
Country Status (1)
Country | Link |
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DE (1) | DE972565C (de) |
Cited By (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE1135873B (de) * | 1959-09-08 | 1962-09-06 | Continental Oil Co | Verfahren zur Herstellung von AEthylentelomerisaten |
Citations (3)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
US2440800A (en) * | 1942-04-10 | 1948-05-04 | Du Pont | Halogenated hydrocarbons and method for their preparation |
US2440801A (en) * | 1942-06-17 | 1948-05-04 | Du Pont | Process of reacting hydrogen chloride with olefinic compounds, and product |
DE864866C (de) * | 1949-06-08 | 1953-01-29 | Karl Dr Ziegler | Verfahren zur Darstellung von Anlagerungsverbindungen |
-
1954
- 1954-07-21 DE DEF15266A patent/DE972565C/de not_active Expired
Patent Citations (3)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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US2440800A (en) * | 1942-04-10 | 1948-05-04 | Du Pont | Halogenated hydrocarbons and method for their preparation |
US2440801A (en) * | 1942-06-17 | 1948-05-04 | Du Pont | Process of reacting hydrogen chloride with olefinic compounds, and product |
DE864866C (de) * | 1949-06-08 | 1953-01-29 | Karl Dr Ziegler | Verfahren zur Darstellung von Anlagerungsverbindungen |
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DE1135873B (de) * | 1959-09-08 | 1962-09-06 | Continental Oil Co | Verfahren zur Herstellung von AEthylentelomerisaten |
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