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DE946254C - Verfahren zur Herstellung von Abbauprodukten des Vitamin B-Faktors III - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Abbauprodukten des Vitamin B-Faktors III

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Publication number
DE946254C
DE946254C DEA20954A DEA0020954A DE946254C DE 946254 C DE946254 C DE 946254C DE A20954 A DEA20954 A DE A20954A DE A0020954 A DEA0020954 A DE A0020954A DE 946254 C DE946254 C DE 946254C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
vitamin
factor iii
nucleotide
column
hydrochloric acid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEA20954A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Konrad Bernhauer
Dr Wilhelm Friedrich
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Aschaffenburger Zellstoffwerke AG
Original Assignee
Aschaffenburger Zellstoffwerke AG
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Filing date
Publication date
Application filed by Aschaffenburger Zellstoffwerke AG filed Critical Aschaffenburger Zellstoffwerke AG
Priority to DEA20954A priority Critical patent/DE946254C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE946254C publication Critical patent/DE946254C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K31/00Medicinal preparations containing organic active ingredients

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Pharmacology & Pharmacy (AREA)
  • Epidemiology (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Saccharide Compounds (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Abbauprodukten des Vitamin B12-Faktors III Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Abbauprodukten des Vitamin-Bl2-Faktors III durch hydrolytische Prozesse, wobei neue, bisher noch nicht beschriebene chemische Produkte erhalten werden, die niedermolekular sind und im ultravioletten Spektralbereich stark absorbieren.
  • Unter den verschiedenen natürlichen Vitaminen der Bl2-Gruppe besitzen nur das Vitamin B12 selbst und der von der Anmelderin aufgefundene Vitamin-Bl2-Faktor III antiperniciöse Wirksamkeit. Außerdem konnte die Anmelderin auf biosynthetischem Weg zu neuen Vitamin-Bl2-Arten gelangen, die antiperniciös wirksam sind und in der Natur noch nicht aufgefunden wurden. Die Herstellung neuer biosynthetischer Cobalamine ist insofern bedeutungsvoll, als solche Produkte eventuell zusätzliche besonders wertyolle therapeutische Eigenschaften besitze-l können.
  • Die Biosynthese von Cobalaminen besteht darin, daß unter der Einwirkung von Fermenten, die z. B. in E. coli vorhanden sind, an Ätiocobalamin ein Nucleotid angelagert- wird. Die Synthese des betreffenden Nucleotids wird von E. coli bewerkstelligt, wenn man ihm die entsprechende Base anbietet. Auf diese Weise gelangte die Anmelderin zu verschiedenen Benzimidazol-cobalaminen, wodurch manche Benzimidazole als »precursors« von besonderer Bedeutung für die Herstellung. neuer Cobalamine wurden.
  • Diese Ausführungen machen es verständlich, daß der Herstellung von Abbauprodukten des Vitamin-Bl2-Faktors III, die die betreffende Base enthalten, die Base selbst vorstellen oder Abbauprodukte der Base sind, eine beträchtliche Bedeutung beizumessen ist. Die Kenntnis und Gewinnung solcher Abbauprodukte, für die ein starkes Absorptionsvermögen im ultravioletten Bereich charakteristisch ist, bietet die Möglichkeit zur Biosynthese nicht nur des Vitamin-Bl2-Faktors III, sondern eventuell noch anderer neuartiger und wertvoller Cobalamine.
  • Es-wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, daß aus dem Vitamin-B12-Faktor III durch Einwirkung konzentrierter Salzsäure bzw. konzentrierter wäßfiger Lösungen von Perchlorsäure (z. B.
  • 70%iger) im Temperaturbereich von o bis 37° im Laufe von einigen Stunden in praktisch quantitativer Ausbeute Ätiocobalamin gebildet wird unter gleichzeitiger Freisetzung eines Nucleotids, das nachfolgend als »Nucleotid des Vitamin-Bl2-Faktors III« bezeichnet wird. Bei längerer Einwirkung der genannten Agenzien auf den Vitariin-B12-Faktor III bleibt die Ausbeute an Nucleotid des Vitamin-Bl2-Faktors III praktisch konstant; die Ausbeute an Ätiocobalamin sinkt jedoch unter gleichzeitiger Bildung eines neuen kobalthaltigen Abbauproduktes, das die Anmelderin »Faktor 1 a« nennt. Der Faktor 1 a läßt sich durch sein Absorptionsspektrum sowie durch sein elektrophoretisches Verhalten vom Ätiocobalamin nicht unterscheiden, wohl aber sind die R-Werte und die Coli-Aktivität der beiden Faktoren verschieden (vgl.
  • Tabelle I).
  • Zur Gewinnung dieser beiden Produkte aus dem Vitamin-B12-Faktor III wird das in der oben erwähnten Weise hergestellte Hydrolysat-nach Entfernen der Salzsäure im Vakuum bzw. nach Abneutralisieren mit Kalilauge in Form eines Trockenpräparates (z. B. nach dem Aufnehmen in Kieselgur und Trocknen im Vakuum) auf die Zellulosepulversäule gebracht; anschließend wird mit cyanidhaltigem wassergesättigtem n-Butanol entwickelt. Wie die Tabelle 1 zeigt, führt die Salzsäurehydrolyse unter anderem zur Bildung geringer Mengen an Ätiocobalamincarbonsäuren, die beim Perchlorsäureabbau nicht entstehen.
  • Die Unterschiede in den R-Werten der in der Tabelle I angeführten Cobalamine sind der bremsenden Wirkung des Kaliumperchlorates zuzuschreiben.
  • Die Spaltung des Vitamin-Bl2-Faktors III unter den oben angeführten Bedingungen geht z. B. bei 23° sehr rasch vor sich und ist bereits nach 2 Stunden völlig beendet. Die Ausbeute an Ätiocobalamin erreicht bereits nach 1112 Stunden das Maximum, um dann allmählich abzusinken. Die Ausbeute an Faktor Ia ist in den ersten 2 Stunden gering, steigt aber im Laufe von einigen Stunden beträchtlich an. Der Faktor 1 a entsteht offenbar aus dem Ätiocobalamin, wie der ganze Reaktionsverlauf zeigt.
  • Die Trennung des Nucleotids des Vitamin-Bl2-Faktors III von den farbigen Komponenten der Hydrolysate gelingt erfindungsgemäß durch die neuartige und sehr wichtige Beobachtung, daß gewisse stark basische Anionenaustauscher, wie z. B. Dowex-I, Dowex-2 ud Amberlite JRA-400 (alle drei sind Polystyrolharze, enthalten quaternäre Ammoniumgruppen) in der Chlorid- bzw. Formiatform das Nucleotid des Vitamin-Bl2-Faktors III aus neutralen bzw. schwach alkalischen wäßrigen Lösungen gut adsorbieren, wobei gleichzeitig die kobalthaltigen Anteile sich leicht mit Wasser auswaschen lassen.
  • Nach Waschen der Säule mit Wasser, wobei außer den Cobalaminen auch Salze-entfernt werden, läßt sich das Nucleotid des Vitamin-Bl2-Faktors III bereits mit 0,002 n-HCl leicht eluieren. Es ist jedoch zweckmäßiger, etwas stärkere, z. B. 0, OI n-Salzsäure zu verwenden, um das Volumen des Eluates klein zu halten. Die hierbei erhältliche Elutionskurve ist symmetrisch, woraus zu entnehmen ist, daß das Nucleotid des Vitamin-Bl2-Faktors III einheitlich ist.
  • Es wurde weiterhin gefunden, daß gewisse carboxylhaltige Kationenaustauscher, wie z. B. Amberlite JRG-5o-H+ (carboxylhaltiges Acrylsäureharz) das Nucleotid des Vitamin-Bl2-Faktors III nicht adsorbieren, sehr stark aber die Cobalamine. Durch aufeinanderfolgende Chromatographie des Nucleotids des Faktors III, z. B. an Dowex-2-HCl, Amberlite JRC-50-H+ und wieder Dowex-2-HCl läßt sich das Nucleotid in sehr reiner Form darstellen. Die Elution kann mittels eines Spektrophotometers -verfolgt werden, da das Nucleotid des Faktors III im UV-Bereich stark absorbiert. Nach Einengen der Eluate zur Trockne, Aufnehmen des Rückstandes in sehr wenig Wasser und Zusatz von Aceton fällt das Nucleotid des Yitanim-B12-Faktors III gummiartig aus und wird nach Entfernen der Lösungsmittel und Trocknen im Vakuum bald fest. Es besitzt im UV charakteristische Absorptionsmaxima, und zwar in 0, OI n-HCl und 289,5 mµ e1 cm1% 139,5, bei PH etwa 8,2 in Wasser und 291,5 mµ E1 cm 1% 107,2 bei 248,5 m,z E 11,9, 166,2.
  • Es enthält Phosphat und gibt eine stark positive Reaktion auf Zucker. Aus dem prozentuellen Phosphatgehalt des Nucleotids läßt sich ein Molekulargewicht von etwa I490 für den Vitamin-Bl2-Faktor III berechnen.
  • Der Abbau des Nucleotids des Vitamin-Bl2-Faktors III mit 6 n-HCl bei 100° geht sehr langsam vor sich, und es werden in 24 Stunden erst etwa 65 01o der Phosphorsäure freigesetzt. Es entsteht dabei ein basisches Produkt, das folgende Absorptionsmerkmale besitzt: in 0, OI n-HCl Maxima bei 289 und 252 mµ, Minima bei 268 und 238 my, bei PE 8,2 in Wasser Maxima bei 29I und 249 my, Minima bei 270 und 233 ms.
  • Diese basische Substanz, die vorläufig als »Abbauprodukt II« bezeichnet wird, wird in folgender Weise in reinem Zustand erhalten: Einengen des Hydrolysats im Vakuum, Entfernen der HC1 über Ätznatron, Aufnehmen des Rückstandes in Wasser, Alkalisieren auf PH 7,5 bis 8,2, Durchlassen dieser Lösung durch eine Säule aus Dowex-2-HCl und Eluieren mit Wasser, wobei das Produkt im Eluat erscheint.
  • Der Abbau des Nucleotides des Vitamin-Bl2-Faktprs III mit 6 n-HCl bei 150° geht rasch vor sich, wobei die Phosphorsäure in etwa 3 Stunden quantitativ freigesetzt wird. Es entsteht dabei ein basisches Produkt, das folgende Merkmale besitzt: Schmelzpunkt 2I9 bis 2200 (unter Zersetzen, Koffer-Mikroskop); Summenformel C7H6N2O; Absorptionsdeaten: in 0, OI NHC1 Maximum bei 286 my, Minimum bei 260 mµ, bie PH etwa 82, in Wsser Msxima bei 286 und 246 mµ, Minima bei 263 und 232 mµ, i 0,1 n-KOH Maximum bei 306mµ, Minimum bei 27I mµ Die Base gibt mit Millons Phenol-Reagens einen roten Niederschlag und entfärbt in wäßriger Lösung sofort Permanganat unter praktisch völliger Zerstörung des chromophoren Systems (Verschwinden der charakteristischen Absorption im UV). -Diese Substanz ist mit dem Abbauprodukt II nicht identisch. Sie wird vorläufig »Abbauprodukt III« genannt. Wohl aber ist sie identisch mit der »Komponente avr, die man durch direkten Abbau des Vitamin-B12-Faltors III erhalten kann, wie weiter unten beschrieben wird.. Die Reinigung des Abbauproduktes III erfolgt in der gleichen Weise wie die des Abbauproduktes II.
  • Die Gewinnung des Nucleosids des Faktors III gelang überraschenderweise unter der katalytischen Wirkung von Salzen seltener Erden. Diese Methode wurde bereits zur Abspaltung esterartig gebundener Phosphorsäure aus gewissen Naturprodukten verwendet; es war aber keinesfalls vorauszusehen, daß sie im vorliegenden Fall zum Ziel führen würde. Sie wurde bisher auch noch nicht in der Vitamin-Bl2-Forschung benutzt. Es wurde gefunden, daß in verdünnten, z. B. 2 Io-6-molaren Lösungen des Nucleotids des Faktors III bei Verwendung eines 5- bis 20fachen Überschusses an Salzen der seltenen Erden, wie z. B. an Ce(NO3)3 6H2O bei PH 7,6 bis 9 und Temperaturen von über 200 unter rascher Abspaltung von Phosphorsäure das Nucleosid des Faktors III entsteht.
  • Zur präparativen Gewinnung dieses Nucleosids wird nach beendeter Reaktion (nach völliger Abspaltung des Phosphats) die trübe (Cer-hydroxyd enthaltende) Lösung klar zentrifugiert, durch eine Säule aus z. B. Dowex-2-HCl langsam durchgelassen.
  • Dabei wird das Nucleosid festgehalten und dann mit Wasser eluiert. Nach wiederholter Chromatographie erhält man das Nucleosid in reiner Form. Das Absorptionsspektrum des Nucleosids gleicht dem des Nucleotids.
  • Bei der Hydrolyse des Vitamin-Bl2-Faktors III mit 6 n-HC.l bei 150° währen 20 Stunden erhält man zwei im UV-Bereich absorbierende Abbauprodkte, Die Trennung und Reinigung dieser Abbauprodukte wurde erfindungsgemäß durch die wichtige Beobachtung ermöglicht, daß nach dem Einengen der Hydrolysate im Vakuum und Trocknen des Rückstandes, z. B. über Ätznatron und Calziumchlorid, bei der anschließenden Extraktion mit Wasser oder verdünnter Salzsäure fast sämtliche Farbstoffe zurückbleiben und nur die im UV absorbierenden Abbauprodukte des Vitamin-Bl2-Faktors III in Lösung gehen. Die so gewonnenen, leicht rotbraungefärbten Extrakte werden im Vakuum auf ein kleines Volumen eingeengt, mit etwas Kieselgur vermengt und getrocknet. Durch systematische Versuche wurde gefunden, daß dadurch Chromatographie dieser so gewonnenen Trockenpräparate an einer Säule aus Zellulosepulver unter Verwendung von Aceton + Wasser bzw. Aceton + verdünnte Salzsäure als Entwickler zwei im UV absorbierende Komponenten erhältlich sind. Es ist notwendig, zunächst mit fast reinem Aceton zu entwickeln und die Menge an Wasser bzw. verdünnter Salzsäure allmählich zu steigern.
  • Beim Entwickeln mit z. B. Aceton + 5 01o 0,1 n-HCl läßt sich die schnellere Komponente (von der Anmelderin als » Komponente a« bezeichnet) eluieren.
  • Sie ist nach ihrem Absorptionsspektrum und ihrem papierchromatographischen Verhalten identisch mit dem Abbauprodukt III. Bei weiterer Steigerung des Wassergehaltes läßt sich z. B. mit Aceton + 15 0Io 0,1 n-HCl das langsamer wandernde Abbauprodukt (von der Anmelderin »Komponente b« genannt) in reiner Form gewinnen. Die Komponente b konnte nach mehrmaliger Chromatographie, Einengen und Zusatz von Aceton in kristallisierter Form erhalten werden. Ihr Absorptionsspektrum besitzt folgende Merkmale: in 0, OI n-HCl Maxima bei 290 und 255 mµ, Minima be 270 und 248 mµ; bie PH 8,2 in Wasser Maxima bei 298 und 252 mµ, Minima bei 273 und 244mM-Beispiel I 1,5 mg des Vitamin-Bl2-Faktors III werden mit 0,1 ccm 70%iger Perchlorsäure versetzt und I2 Stunden bei 23° stehengelassen. Anschließend wird das Hydrolysat mit etwas Wasser verdünnt, mit 1 Tropfen IO °/Oiger Blausäure versetzt und mit 0,5 n-K O H bis zum Farbumschlag in Violett titriert (Verbrauch'etwa 2,4ccm 0,5 n-KOH). Das auf pH 6 bis 7 abneutralisierte Hydrolysat wird im Vakuum auf 0,1 bis 0,5 ccm eingeengt, in etwas Kieselgur aufgenommen, im Vakuum getrocknet und auf einer Zellulosesäule chromatorgrphiert. Säulendruchmesser 1,15 cm, Höhe 10 cm. Entwickler; CN-haltiges wassergesättigtes n-Butanol. Während der Entwicklung des Chrotnatogramms werden an der Säule sehr bald zwei violette Zonen sichtbar, von denen die untere (vom R-Wert 0,4) das Ätiocobalamin, die obere (vom R-Wert 0,2) der Faktor 1a ist. Nach dem Eluieren, Extrahieren mit Wasser und Entfernen des Butanols werden die beiden Faktoren in reiner Form erhalten.
  • Beispiel 2 70 mg Vitamin-Bl2-Faktor III werden in 5 ccm 70%iger Perchlorsäure gelöst und 2 Stunden lang bei 23° stehengelassen. Dann wird das Hydrolysat mit etwas Wasser verdünnt, mit einigen Tropfen Io°/Oiger Blausäure versetzt und mit 2 n-KOH bis zum Farbumschlag in Violett titriert (Verbrauch etwa 30 ccm).
  • Nach dem Stehenlassen im Kühlraum über Nacht wird das auskristallisierte Kaliumperchlorat abgetrennt, das Filtrat auf etwa p g eingestellt und durch eine Säule aus Dowex-2-HCl (Durchmesser 1,15 cm, Höhe 25 cm) durchgelassen, wobei die gefärbten Abbauprodukte des Vitamin-Bl2-Faktors III die Säule passieren, während das Nucleotid des Vitamin-Bl2-Faktors III in der Säule festgehalten wird. Nach dem Waschen der Säule mit Wasser wird das Nucleotid mit 0, OI n-HCl eluiert, das Eluat im Vakuum bis zur Trockne eingeengt, d Rückstand in 20 ccm Wasser aufgenommen, auf pfl etwa 8 eingestellt, die rosagefärbet Lösung durch eine Säule aus amberlite JRC-50-H+ (Durchmesser 1,15cm, Höhe 40 cm) langsam durchgelassen und die Säule anschließend mit Wasser nachgewaschen, wobei die Farbstoffe an der Säule festgehalten werden, während das Nucleotid des Vitamin-B12-Faktors III in Form einer farblosen Lösung im Durchlauf erscheint. Nach dem Einengen der bei 290 mµ absorbierenden Fraktionen im Vakuum auf etwa 10 ccm und anschließender Chromatographie an einer Säule (Durchmesser 0,6 cm, Höhe 7 cm) aus Dowex-2-HCl, Einengen der Eluate bis zur Trockne, Aufnehmen des Rückstandes in I bis 2 Tropfen Wasser und Zusatz von etwas Aceton fällt das Nucleotid in gurnmiartiger Form aus. Nach Abtrennen der Lösungsmittel erstarrt das Nucleotid und läßt sich zu einem Pulver zerreiben.
  • Beispiel 3 10 ccm eines 0,25 n-Ammoniumchlorid-ammoiak-Puffers vom PH 8,6, enthaltend etwa 2 # 01-6 Mol Nucleotid des Vitamin-B12-Faktors III und 4 # 10-5Mol Ce(NO3)5. #6 H,O werden bei 50° 100 Minuten lang geschüttelt. Sodann wird die trübe Flüssigkeit zentrifugiert, das klare Zentrifugat - durch eine Säule aus Dowex-2-HCl (Durchmesser 0,6 cm, Höhe 7 cm) durchgelassen, wobei das entstandene Nucleosid an der Säule adsorbiert bleibt. Es wird dann mit Wasser entwickelt, wobei sich das Nucleosid in den bei 290 m, absorbierenden Fraktionen befindet.
  • Beispiel 4 1 me ges Nucleotids des Vitamin-B12-Faktors III wird in 6 ccm 6 n-HCl gelöst und im zugeschmolzenen Glasrohr 3 Stunden auf I50° erhitzt. Das Hydrolysat wird im Vakuum über Calciumchlorid und Ätznatron getrocknet, der Rückstand in 2 ccm Wasser aufgenommen, auf pur etwa 8 gebracht und durch eine Säule aus Dowex-2-HCl (Durchmesser 0,6 cm, Höhe 7 cm) durchlaufen gelassen, wonach die Säule mit Wasser gewaschen wird. Die bei 286mµ absorbierenden Fraktionen enthalten das basische Abbauprodukt des Nucleotids- (» Abbauprodukt III «, «"Komponente a »).
  • Beispiel 5 1 mg des Nucleotids des Vitariin-B12-Faktors III wird in I ccm 6 n-H C1 gelöst und im zugeschmolzenen Glasrohr 30 Stunden auf 1000 erhitzt. Die Weiterverarbeitung des Hydrolysates erfolgt, wie im Beispiel 4 beschrieben. Die bei 290 mµ absorbierenden Fraktionen enthalten das basische Abbauprodukt des Nucleotids (»Abbauprodukt II«).
  • Beispiel 6 6o mg Vitamin-B12-Faktor III werden in 5 ccm 6 n-HCl 20 Stunden lang auf 150° erhitzt. Das Hydrolysat wird im Vakuum über Calciumchlorid und Ätznatron zur Trockne gebracht, der Rückstand mit 5 ccm 0,1 n-HCl verrührt, durch eine kleine Glassinternutsche G3 filtriert, das Filtrat im Vakuum auf 0,2 bis 0,5 ccm eingeengt, mit etwas Kieselgur vermengt und im Vakuum getrocknet. Das trockene Kieselgurpräparat wird auf eine Zellulosepulversäule (Durchmesser 1,15 cm, Höhe 20 cm) gebracht. Man entwickelt mit Aceton, das steigende Mengen an 0,1 n-HCl enthält. Mit Aceton + 5 % 0,1 n-HCl wird aus der Säule die basische Komponente a (identisch mit dem Abbauprodukt III) eluiert, die weitere Entwicklung mit Aceton + I5°/o 0,1 n-HCl erigt die saure Komponente b. -Tabelle I Cobalamine aus Vitamin-B12-Fakor III und Vitamin B12, gewonnen durch Abbau mit konzentrierter Salzsäure bzw. 70%iger Perchlorsäure bei 230. Perchlorsäurehydrolysate samt den Salzen (Kaliumperchorat) chromatographiert.
    R-Wert a. d. Zellulosesäule Farbe a. d. Stabilität Elektro-
    Cobalamin Salzsäure- Perchlor- Coiiaktivität chromato- des phoreitsches
    Hydroyse Hydroyse Säure (b) Verhalten
    Ätiocobalamin-carbon-
    säure x ................. . 0,01 - inaktiv Violett sehr gering
    Ätiocobalamin-carbon-
    säure y ................... 0,04 - inaktiv Violett sehr gering
    Vitamin-B15-Faktor III 0,1 0,05 aktiv Rot sehr stabil
    Faktor Ia ............ .0,3 0,2 sehr gering Blauviolett stabiler als wie Faktor I
    Ätiocobalamin Faktor I
    (Faktor I) ................ 0,5. 0,4 aktiv (c) Vilett sehr gering (c)
    (a) Aktivität gegenüber der E. coli-Mutante 313-3.
  • (b) Bei PH 4,5 bis 5 und Zimmertemperatur.
  • (c) Ebenso wie das native Produkt aus Faulschlamm.

Claims (8)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung niedermolekularer, im ultravioletten Spektralbereich stark absorbierender Stoffe aus dem Vitamin-B12-Faktor III, dadurch gekennzeichnet, daß der Vitamin-B12-Faktor III oder seine Abbauprodukte hydrolytischen Prozessen unterworfen und die Hydrolyseprodukte durch chromatographische Prozesse gereinigt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Viamin-B12-Faktor III der Ein- wirkung von 4 bis 8 n-Salzsäure bei I30 bis I70° während (112 bis 30 Stunden) unterworfen wird und daß nach Entfernen der Salzsäure die im ultravioletten Spektralbereich absorbierenden Hydrolyseprodukte durch Chromatographie mit Hilfe einer Zellulosepulversäule unter Benutzung von wäßrigem Aceton als Entwickler getrennt werden.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hydrolyseprodukte des Vitamin-B12-Faktors III chromatographisch mit Hilfe einer Zellulosepulversäule unter Verwendung von Gemischen aus Aceton + höchstens zu 0/, auf PH I bis 5 angesäuertenWassers getrennt werden, wobei eine basische Substanz, die »Komponente a« sowie eine andere kristallisierte Substanz, die »Komponente b«, gewonnen werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Vitamin-B15-Faktor III im Temperaturbereich von o bis 37° der Einwirkung von konzentrierter Salzsäure unterworfen und das entstandene Nucleotid des Vitamin-Bl2-Faktors III nach Abneutralisieren oder Entfernen der Salzsäure mit Hilfe eines carboxylhaltigen Kationenaustauschers von den übrigen Abbauprodukten getrennt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Vitamin-Bl2-Faktor III im Temperaturbereich von o bis 37° der Einwirkung von konzentrierten wäßrigen Perchlorsäurelösungen unterworfen und nach Abtrennen des Perchlorations das entstandene Nucleotid mit Hilfe eines carboxylhaltigen Kationenaustauschers von den übrigen Abbauprodukten getrennt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Vitamin-B12-Faktor III im Temperaturbereich von o bis 37° der Einwirkung von konzentrierter Salzsäure oder konzentrierter wäßriger Perchlorsäure unterworfen und das auf p, 7 bis 9 gebrachte Hydrolysat durch eine Säule aus einem stark basischen Anionenaustauscher in Chlorid- oder Formiatform durchgelassen, anschließend das in der Säule festgehaltene Nucleotid mit Wasser gewaschen und mit verdünnter Salzsäure oder verdünnter Ameisensäure eluiert wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem gemäß den Ansprüchen 4, 5 und 6 gewonnenen Nucleotid des Vitamin-Bl2-FaktorsIII in schwach alkalischem Medium, wie z. B. bei PH 7,5 bis 9, bei Temperaturen von über 20 in Gegenwart von Salzen seltener Erden, wie z. B. des Cer+++, unter Abspaltung der Phosphorsäure das Nucleosid des Vitamin-Bl2-Faktors III gebildet, das von den Hydroxyden der seltenen Erden abgetrennt und zwecks weiterer Reinigung durch eine Säule aus einem stark basischen Anionenaustauscher durchgelassen wird, wobei es an der Säule festgehalten und anschließend mit Wasser eluiert wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem gemäß den Ansprüchen 4, 5 und 6 gewonnenen Nucleotid des Vitamin-Bl2-Faktors III durch Einwirkung von 4 bis 8 n-Salzsäure im Temperaturbereich von I30 bis 170° vornehmlichein basisches Produkt » Abbauprodukt III« gebildet wird.
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